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Francis FukuyamaIdentität

E-Book (EPUB)

Hoffmann und Campe Verlag (2019)

304 Seiten

ISBN 978-3-455-00529-5

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Kurztext / Annotation
"Intelligent und klar - wir brauchen mehr Denker, die so weise sind wie Fukuyama."
THE NEW YORK TIMES

In den letzten zehn Jahren ist die Anzahl der demokratischen Staaten weltweit erschreckend schnell zurückgegangen. Erleben wir gerade das Ende der liberalen Demokratie? Der US-amerikanische Politikwissenschaftler Francis Fukuyama, Autor des Weltbestsellers Das Ende der Geschichte, sucht in seinem neuen Buch nach den Gründen, warum sich immer mehr Menschen antidemokratischen Strömungen zuwenden und den Liberalismus ablehnen. Er zeigt, warum die Politik der Stunde geprägt ist von Nationalismus und Wut, welche Rolle linke und recht Parteien bei dieser Entwicklung spielen, und was wir tun können, um unsere gesellschaftliche Identität und damit die liberale Demokratie wieder zu beleben.

"Einer der bedeutendsten Politikwissenschaftler der westlichen Welt."
DIE WELT

Francis Fukuyama, geboren 1952 in Chicago, studierte Politikwissenschaft in Harvard. Sein 1992 veröffentlichter Bestseller Das Ende der Geschichte machte ihn international bekannt. Fukuyama ist einer der bedeutendsten politischen Theoretiker der Gegenwart. Er lehrte an der John-Hopkins-Universität, erhielt 2015 den Skytteanischen Preis und hat zahlreiche Bücher zur US-Politik veröffentlicht. Derzeit ist er Professor für Politikwissenschaft an der Stanford-Universität.

Textauszug
Vorwort

Dieses Buch wäre nicht geschrieben worden, hätte man Donald J. Trump nicht im November 2016 zum Präsidenten gewählt. Wie viele Amerikaner war ich verblüfft über dieses Ergebnis und beunruhigt über seine Konsequenzen für die Vereinigten Staaten und die Welt. Es handelte sich um die zweite große Wahlüberraschung des Jahres - die erste war im Juni die Entscheidung Großbritanniens gewesen, aus der Europäischen Union auszutreten.

Ich hatte einen großen Teil der beiden letzten Jahrzehnte damit verbracht, über die Entwicklung moderner politischer Institutionen nachzudenken: darüber, wie der Staat, die Rechtsstaatlichkeit und die demokratische Verantwortlichkeit entstanden waren, wie sie sich entfaltet und einander beeinflusst hatten und wie sie schließlich verkümmern konnten. Lange vor Trumps Wahl hatte ich geschrieben, dass die Institutionen der Vereinigten Staaten verfallen, weil der Staat zunehmend von mächtigen Interessengruppen vereinnahmt und in eine starre Struktur gezwungen wird, die sich nicht reformieren kann.

Trump selbst war sowohl das Produkt dieses Verfalls als auch einer seiner Urheber. Die Verheißung seiner Kandidatur bestand darin, dass er als Außenseiter seinen Wählerauftrag nutzen wollte, um das System aufzurütteln und es wieder funktionsfähig zu machen. Die US -Amerikaner waren der parteipolitischen Stagnation überdrüssig und sehnten sich nach einem starken Anführer, der das Land wiedervereinigen konnte, indem er die von mir so genannte Vetokratie durchbrach, das heißt die Fähigkeit von Interessengruppen, kollektives Handeln zu blockieren. Ein derartiger populistischer Aufschwung hatte auch Franklin D. Roosevelt 1932 ins Weiße Haus befördert und die Politik der USA zwei Generationen lang umgestaltet.

Das Problem mit Trump war zwiefältig, denn es hatte sowohl mit seinen politischen Methoden als auch mit seinem Charakter zu tun. Sein Wirtschaftsnationalismus würde die Lage wahrscheinlich für genau die Wählerkreise verschlechtern, die ihn unterstützten, und seine offenbare Vorliebe für autoritäre Machthaber statt für demokratische Verbündete drohte die internationale Ordnung zu destabilisieren. Was seinen Charakter betraf, so war es schwierig, sich eine Person vorzustellen, die weniger für das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten geeignet gewesen wäre. Die Tugenden, die man mit überragender Führerschaft assoziiert - fundamentale Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, nüchternes Urteilsvermögen, Hingabe an das öffentliche Interesse und eine eindeutige moralische Richtschnur -, gingen ihm völlig ab. Trumps Hauptaugenmerk hatte während seiner gesamten Karriere auf Selbstdarstellung gelegen, und es machte ihm nicht das Geringste aus, Menschen oder Regeln, die ihm im Weg standen, mit allen verfügbaren Mitteln zu überrollen.

Trump repräsentiert einen breiteren Trend der internationalen Politik in Richtung des populistischen Nationalismus. [1] Populistische Führer sind bemüht, ihre Macht durch die Legitimität zu konsolidieren, die sie aus demokratischen Wahlen beziehen. Sie wollen eine direkte charismatische Verbindung zum "Volk" herstellen, das oftmals nach sehr eingegrenzten, ethnischen Begriffen definiert wird, die große Teile der Bevölkerung ausschließen. Institutionen behagen ihnen nicht, und so sind sie stets versucht, die Gewaltenteilung zu untergraben, welche dafür sorgt, die persönliche Macht des Staatschefs in modernen liberalen Demokratien einzuschränken: die Gerichte, die Legislative, unabhängige Medien und eine unparteiische Bürokratie. Andere zeitgenössische Regierungschefs, die man dieser Kategorie zuordnen kann, sind Wladimir Putin in Russland, Recep Tayyip Erdogan in der Türkei, Viktor Orbán in Ungarn, Jaroslaw Kaczynski in Polen und Rodrigo Duterte auf den Philippinen.

Der globale Drang zur Demokratie, der Mitte der siebziger Jahre begann, ist, wie mein Kollege La

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