Wir verwenden Cookies, um Ihnen die bestmögliche Nutzererfahrung auf unserer Website zu bieten und erlauben das Setzen von Drittanbieter-Cookies. Durch die Nutzung unserer Website stimmen Sie zu, dass Cookies auf Ihrem Gerät gespeichert werden. Weitere Informationen zu den verwendeten Cookies, und zu ihrer Deaktivierung finden Sie hier.

Brittany KaiserDie Datendiktatur - Wie Wahlen manipuliert werden

E-Book (EPUB)

HarperCollins (2020)

496 Seiten

ISBN 978-3-95967-922-0

EPUB sofort downloaden
Downloads sind nur in Österreich möglich!

Kurztext / Annotation
Angriff auf unsere Demokratie
Ex-Cambridge Analytica Direktorin Brittany Kaiser enthüllt, wie Facebook, Trump und Big Data das Wahlverhalten von Millionen Menschen manipulieren.
Was auch immer wir online tun: Unsere Daten werden gespeichert, getrackt, missbraucht. In einem Ausmaß, das die orwell'sche Fiktion längst übersteigt. In ihrem explosiven Memoir konfrontiert uns Brittany Kaiser, Ex- Cambridge Analytica Direktorin und Whistleblowerin, mit der beunruhigenden Wahrheit über die Datenbranche: Unternehmen machen mit dem Verkauf unserer persönlichen Informationen mittlerweile Milliardenprofite. Und sie nutzen Schwachstellen in Datenschutzgesetzen gezielt aus, um unser (Wahl-)Verhalten zu manipulieren.
Das Buch beginnt an dem Tag, an dem Brittany Kaiser vor dem Untersuchungsausschuss des FBI-Sonderermittlers Robert Mueller zur Russlandaffäre aussagt. In Rückblenden nimmt sie uns mit in die Hinterzimmer des US-Wahlkampfteams und britischer Machtstrategen, sie beschreibt minutiös, wie Cambridge Analytica es schaffte, sich innerhalb kürzester Zeit bei Regierungsoberhäuptern einen Namen zu machen und die politische Weltbühne auf immer zu verändern – nicht zum Besseren ...

Ein Politthriller von höchster Brisanz
Das Buch über den größten Datenskandal unserer Zeit
In der Netflix-Doku 'The Great Hack' ist Brittany Kaiser die Hauptfigur

BRITTANY KAISER wurde in Chicago geboren und begann schon früh, sich politisch zu engagieren. Von 2014 bis 2018 arbeitete sie sowohl in England als auch in den USA als Director of Business Development für Cambridge Analytica - dem Datenanalyseunternehmen, das Trump und den Brexit-Befürwortern 2016 zum Wahlsieg verhalf. 2018 entschloss sich Brittany Kaiser, die illegalen Daten-Praktiken von Cambridge Analytica öffentlich zu machen und löste damit einen der größten politischen und gesellschaftlichen Skandale aus.

Textauszug
2
Seitenwechsel

OKTOBER - DEZEMBER 2014

In dem halben Jahr nach meiner ersten Begegnung mit Alexander Nix hatte ich keine Arbeit gefunden, mit der ich die finanzielle Situation meiner Familie wesentlich hätte verbessern können. So bat ich im Oktober 2014 noch einmal Chester um Unterstützung bei der Suche nach dem richtigen Teilzeitjob für mich. Er arrangierte darauf ein Treffen zwischen mir und seinem Premierminister.

Damit bot sich mir die seltene Gelegenheit, meine digitalen und Social-Media-Strategien einem Regierungschef zu unterbreiten. Der Premier hatte bereits mehrere Amtszeiten hinter sich und bemühte sich um seine Wiederwahl. Und diesmal mache er sich Sorgen wegen der starken Opposition in seinem Land. Chester war der Meinung, ich könnte ihm ja vielleicht helfen.

So kam es, völlig unbeabsichtigt, zu einer zweiten Begegnung mit Alexander Nix.

Eines Vormittags saß ich in der Lounge eines privaten Hangars am Gatwick Airport in Erwartung meines Meetings mit dem Premier, für das ich zu früh dran war. Plötzlich flog die Tür auf und Nix platzte herein. Er hatte den ersten Termin des Tages - war ja klar, dass er vor mir an der Reihe war. Wieder Pech gehabt.

"Was machen Sie denn hier?", fragte er, seine Miene drohend und bange zugleich. Dann drückte er seine abgenutzte Aktenmappe an die Brust und meinte mit gespieltem Entsetzen: "Stalken Sie mich?"

Ich lachte.

Als ich ihm sagte, warum ich gekommen war, erzählte er, dass er mit dem Premier schon die letzten paar Wahlen über gearbeitet hatte. Er staunte nicht schlecht, als ich ihm gestand, dass ich in eben dieser "Hoffnung" gekommen sei.

Es folgte etwas Smalltalk, und als er aufgerufen wurde, sprach er im Gehen noch eine Einladung aus. "Sie sollten mal bei SCL vorbeikommen und mehr darüber erfahren, was wir so tun." Dann war er auch schon weg.

So misstrauisch ich war, was Alexander Nix anbelangte, entschloss ich mich dennoch, bei SCL vorbeizuschauen. Einige Tage nach unserer zufälligen Begegnung in Gatwick rief Chester an, um mir zu sagen, "Alexander" hätte sich bei ihm gemeldet. Vielleicht könnten wir drei uns ja mal zusammensetzen und uns über die bevorstehende Wahl des Premiers austauschen?

Merkwürdigerweise war ich angenehm überrascht über dieses Ansinnen. Irgendetwas an unserer Begegnung in dem Hangar musste Alexanders Neugier geweckt haben. Vielleicht war er so viel Kühnheit bei jemandem meines Alters oder Geschlechts nicht gewohnt. Was immer dahintersteckte, es sollte bei dem Meeting um eine Zusammenarbeit gehen, was weit positiver klang, als gegeneinander zu arbeiten, zumal wenn man bedenkt, dass er so offensichtlich die Oberhand hatte und ich so dringend Arbeit brauchte.

Mitte Oktober schauten Chester und ich bei SCL vorbei. Das Büro der Firma lag in einer Seitenstraße namens Yarmouth Place, gleich hinter dem Green Park. Das Gebäude machte einen heruntergekommenen Eindruck, wie seit den 1960er-Jahren nicht mehr renoviert. Es war bis unters Dach voll namenloser kleiner Start-ups wie etwa der Firma für Trinkvitamine, mit der SCL den Flur gemeinsam hatte. Auf dem Weg in den Konferenzraum im Erdgeschoss, den sich alle Mieter teilten und der stundenweise zu buchen war, drückten wir uns an Lattenkisten voll kleiner Flaschen vorbei - nicht gerade das, was ich erwartet hatte von einer angeblich so hochkarätigen Crew politischer Berater.

Aber in eben diesem Raum trafen Chester und ich uns mit Alexander Nix und Kieran Ward, den Alexander uns als seinen Director of Communications vorstellte. Laut Alexander war Kieran bei Wahlen in zahlreichen Ländern vor Ort gewesen. Er schien mir erst Mitte dreißig, aber an seinen Augen konnte ich ablesen, dass er schon so einiges gesehen hatte.

Für den Premier stehe bei den bevorstehenden Wahlen eine Menge auf dem Spiel, erklärte uns Alexander. Er sprach vom "aufgeblähten Ego" des Mannes. Chester pflichtet

Beschreibung für Leser
Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet