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Volkert EngelsmanDie Preise lügen

E-Book (EPUB)

oekom verlag (2018)

168 Seiten

ISBN 978-3-96238-455-5

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Kurztext / Annotation
Ist es nicht toll, dass wir nur noch einen Bruchteil unseres Einkommens für Lebensmittel ausgeben müssen? Alles so schön billig bei Aldi, Edeka & Co.! Doch was, wenn die Preise nur deshalb so niedrig sind, weil die Kosten abgewälzt werden - auf Umwelt, andere Länder, kommende Generationen? Oder wenn die Kosten durch die Hintertür wieder bei uns landen, weil die Ausgaben für Gesundheit steigen oder Wasser immer teurer aufbereitet werden muss?
Dann ist es an der Zeit zu handeln, denn nur wenn die Folgekosten konventionell produzierter Lebensmittel sichtbar gemacht werden, ist das System wieder gerecht. Und wenn die Preise endlich die Wahrheit sagen, wäre "normal" plötzlich viel teurer als "bio". Dann würden wir ganz automatisch das kaufen, was am besten für uns und unsere Umwelt ist.
Das Buch will das Momentum der Diskussion nutzen und befeuern. Die Beiträge geben einen umfassenden Überblick über die vielfältigen Aspekte der Thematik, üben fundierte Kritik, zeigen aber auch konkrete Lösungsmöglichkeiten auf, etwa zu geeigneten Kommunikationsstrategien.

Der Ökonom Volkert Engelsman gründete 1990 das Bio-Unternehmen EOSTA in Holland. Mit dem Rückverfolgungssystem "Nature & More" erreichte er weltweit Aufmerksamkeit.; aktuell betreibt er die Kampagne "Die wahren Kosten von Lebensmitteln".

Der Ökonom Volkert Engelsman gründete 1990 das Bio-Unternehmen EOSTA in Holland. Mit dem Rückverfolgungssystem "Nature & More" erreichte er weltweit Aufmerksamkeit.; aktuell betreibt er die Kampagne "Die wahren Kosten von Lebensmitteln".

Bernward Geier war nach dem Agrarstudium an der Uni Kassel Wissenschaftler am Institut für Biolandbau. Er war 18 Jahre als Direktor des Weltdachverbands der biologischen Landbaubewegung (IFOAM) aktiv und arbeitet heute u.a. als Journalist, Buchautor und Campaigner.

Textauszug
Die Preise lügen 2)

Leo Frühschütz Die Lebensmittel in Deutschland sind so billig, dass sie oft nicht einmal die Kosten der Bauern und Bäuerinnen decken, die sie erzeugt haben. Doch selbst wenn Schlachtereien, Molkereien und Handelsketten faire Preise zahlen würden: Auf dem Kassenzettel stehen längst nicht alle Kosten, die bei der Herstellung dieser Lebensmittel angefallen sind. Wer zahlt, wenn aus überdüngten Wiesen Nitrat ins Trinkwasser sickert? Wenn Pestizide Menschen krank machen? Oder Treibhausgase aus der Landwirtschaft das Klima anheizen? Die Antwort ist so einfach wie bitter: Wir alle zahlen dafür - selbst wenn wir diese billigen Lebensmittel gar nicht kaufen. Denn diese Kosten finden sich in unserer Wasserrechnung wieder, in unseren Krankenkassenbeiträgen und den Steuern, die der Staat braucht, um Hochwasseropfern zu helfen oder höhere Dämme zu bauen. "Externe Kosten" nennen das die ExpertInnen und meinen damit Kosten, die nicht von denen getragen werden, die sie verursachen. Eigentlich wäre es gerecht, wenn die Käufer dieser Lebensmittel die Schäden gleich auf dem Kassenzettel in Rechnung gestellt bekämen. Doch das ist gar nicht so einfach. Nur wenige Schäden lassen sich gut beziffern, andere müsste man grob abschätzen, und viele treffen nicht uns, sondern erst unsere Kinder und Enkel in 20 oder 30 Jahren. Die Rechnung zahlen andere

Deutlich wird das an den Nitraten im Grundwasser. Egal, ob Weizen, Kartoffeln oder Mais: Pflanzen brauchen Stickstoff, um zu wachsen. Damit sie genug davon bekommen, fahren die LandwirtInnen stickstoffhaltige Gülle, Gärreste aus der Biogasanlage und Kunstdünger auf ihre Wiesen und Äcker. Doch so viel Stickstoff können die Pflanzen gar nicht aufnehmen. Ein Teil davon sickert als Nitrat in den Boden und hinab ins Grundwasser. Im vieh- und damit güllereichen Niedersachsen ist bereits jedes dritte oberflächennahe Grundwasservorkommen belastet. Und irgendwann trifft es auch die tiefer gelegenen Brunnen. Aus solchen Tiefbrunnen versorgt etwa der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) über 900 000 Menschen im Nordwesten Deutschlands mit Trinkwasser. "Noch ist es sauber und die Qualität gut", sagt Gunnar Meister, der Pressesprecher des OOWV. Damit es so bleibt, investiert der Verband jedes Jahr 2,2 Millionen Euro in den vorbeugenden Grundwasserschutz, etwa indem er Flächen in Wasserschutzgebieten erwirbt und unter strengen Auflagen verpachtet. Sollte das Nitrat aber in die Tiefbrunnen durchbrechen, werde es richtig teuer, erklärt Meister. In einem solchen Fall muss ein Wasserversorger unbelastetes Grundwasser aus großer Entfernung heranschaffen oder das Nitrat technisch aus dem Grundwasser entfernen. In manchen Gemeinden Deutschlands ist das schon passiert. "Im Extremfall könnte das pro Kubikmeter Wasser rund einen Euro mehr auf der Wasserrechnung bedeuten", rechnet Maria Krautzberger vor, die Präsidentin des Umweltbundesamtes. Für eine vierköpfige Familie, deren Verbrauch bei rund 200 Kubikmetern im Jahr liegt, wären das 200 Euro mehr, eine Steigerung von gut 50 Prozent, bezogen auf den Trinkwasserpreis, der in Deutschland meist zwischen anderthalb und zwei Euro je Kubikmeter liegt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz spricht von Kosten zwischen 8 und 25 Milliarden Euro jährlich, wobei das in vielen Medien so klingt, als würde diese Summe schon jetzt fällig. Es handelt sich dabei jedoch um Schätzungen für Kosten, die anfallen, wenn flächendeckend auch die Tiefbrunnen nur noch nitrathaltiges Wasser liefern und die Wasserwerke dieses technisch aufbereiten müssten. Doch diese Kosten werden auf die VerbraucherInnen zukommen. Denn das Nitrat ist schon im Boden und reichert sich jeden Tag weiter an. Wegen des laschen Umgangs mit der Nitratbelastung hat die EU Deutschland bereits vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt. Doch selbst wenn der vo

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