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Eva RossmannHeißzeit 51

E-Book (EPUB)

Folio Verlag (2019)

288 Seiten

ISBN 978-3-99037-099-5

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Kurztext / Annotation
Heißzeit - Gar nicht so einfach, die Welt zu retten.
Jahrhunderthochwasser auf dem Markusplatz in Venedig. Das weiße Sweatshirt liegt eng an Julias durchnässtem Körper, sie hält ein Schild hoch: CHANCE! Die Bilder gehen um die Welt, Millionen folgen ihr auf Instagram. Einen Tag später ist die Klimaschutzheldin tot. Ein junger Klimaforscher mit Nobelpreisaussichten hat sich ins Weinviertel zurückgezogen und züchtet hitzeangepasste Bohnen. Er warnt vor Populismus und seinen Folgen. Der größte Sponsor der Bewegung betreibt nicht nur umweltfreundliche Geschäfte. Kann man ihm glauben, dass er der Welt etwas zurückgeben möchte? Warum sind gerade Nationalisten so allergisch gegen Grün? Und: Haben Ökos immer recht? Die Wiener Journalistin Mira Valensky und ihre Freundin Vesna Krajner bekommen handfest zu spüren, dass ihre Fragen nicht geschätzt werden. Nicht nur die Erde, auch das gesellschaftliche Klima heizt sich auf.

Eva Rossmann, 1962 geboren, lebt im Weinviertel/Österreich. Verfassungsjuristin, Journalistin, Autorin, ORF-Moderatorin. Seit ihrem Krimi 'Ausgekocht' auch Köchin in Buchingers Gasthaus 'Zur Alten Schule'. Sachbücher, Drehbücher, Kochbuch 'Mira kocht'. Österreichischer Buchliebling 2009, Leo-Perutz-Preis 2014. Bei Folio erscheint die Bestseller-Reihe der Mira-Valensky-Krimis, zuletzt 'Im Netz' (2018). 2017 erschien der politische Roman 'Patrioten'.

Textauszug
[ 2. ]

Wir haben Jana per Skype mit auf unseren Rundgang genommen. Unwahrscheinlich, dass dieser Einbruch und der Tod von Julia Melis nichts miteinander zu tun haben. Seltsam ist allerdings, dass es die beiden nicht auf Laptops und darauf gespeicherte Informationen, sondern auf etwas anderes abgesehen hatten. Oder habe ich sie einfach zu früh gestört? Nicht nur ich, auch Vesna bewegt sich so vorsichtig durch die Räume, als ob irgendwo noch jemand sein könnte.

"Unsinn", sagt Vesna. "Ein Mensch ist nicht mehr da. Ich bin vorsichtig, weil es kann eine Sprengfalle da sein."

Ich bleibe abrupt stehen.

"Ist eine Möglichkeit", ergänzt meine Freundin trocken. "Sie locken welche von CHANCE! her und dann: Bumm!"

Mir wird heiß, von den Beinen her aufsteigend, winzige Schweißperlen. Und niemand soll sagen, das habe mit den Wechseljahren zu tun.

"Andere Möglichkeit", fährt Vesna ungerührt fort, "sie sind Trottel. Wer macht Lärm, wenn er einbricht? Und wer rennt dann davon?"

"Sie sind davongerannt, weil ich gekommen bin."

"Eben."

"Du meinst, wären sie klug gewesen, hätten sie mich niedergeschlagen?"

"Wäre logischer gewesen."

"Danke. Außerdem war ich schon im Stiegenhaus."

"Warum?"

"Weil ich nicht niedergeschlagen werden wollte."

Janas Gesicht kommt ganz nah an den Bildschirm. "Hallo! Hallo! Hört ihr mich? Könntet ihr das bitte später miteinander ausmachen?"

Vesna sieht auf ihr Smartphone. "Ist eine wichtige Diskussion, Jana. Es geht um Psychologie der Einbrecher. Profiling, noch nie was davon gehört? Du musst alles erzählen. Wegen nichts brechen auch Trottel nicht ein. Und sage nicht, es war Zufall. Was ist los bei euch?"

"Julia ist tot, reicht das nicht?"

"Schlimm, aber deswegen durchsucht keiner das Büro."

"Wir wissen es nicht. Ehrlich. Es hat in letzter Zeit einiges an Unruhe gegeben. Die Drohungen sind schlimmer geworden. Und intern gab es die eine oder andere Auseinandersetzung über Methoden. Julia ist eine großartige Anführerin. In der Öffentlichkeit. Aber sie ist keine, die einem Verwaltungsapparat ... Sie war keine. Ich kann es noch immer nicht ..."

"Was für Drohungen? Was für Streit?"

"Streit ist zu viel gesagt. Es hat auch sicher nichts mit dem Einbruch zu tun und mit dem Tod von Julia noch weniger. Und Drohungen ... das Übliche, Shitstorms im Internet, Idioten, die uns erklären wollen, dass die Erderhitzung eine Erfindung von Geheimdiensten, Islamisten, Linkslinken, Fortschrittsfeinden ist."

"Sagt auch Trump", mischt sich Vesna ein. "Er glaubt, die Chinesen sind schuld."

"Die Angriffe sind mehr geworden, seit Julia gesagt hat, dass CHANCE! sich überlegt, eine Wahlempfehlung abzugeben. Laut Umfragen ist es für achtunddreißig Prozent der jüngeren Menschen in Österreich wichtig, was sie empfiehlt. In Deutschland sind es immerhin noch einunddreißig Prozent. Für Frankreich und Italien gibt's keine Umfragen, aber gefühlsmäßig liegen wir da ähnlich gut."

"Nur dass bei uns bald Wahlen sind", ergänze ich.

"Habt ihr eine rote Mappe gesehen? Sie ist im zweiten Zimmer links, im Schreibtisch. Ich weiß es, ich hab sie dort eingesperrt."

"Nein, was soll drin sein?"

"Drohbriefe. Wahrscheinlich von irgendwelchen rechten Splittergruppen, die Angst davor haben, dass ihre geliebte Partei beim nächsten Mal schlechter abschneidet, wenn CHANCE! ihr Proteststimmen wegnimmt."

"Weil solche auf Julia hören werden", spottet Vesna.

"Doch, tun sie. Da geht's ja auch

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