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Martin GrassbergerDas leise Sterben. Warum wir eine landwirtschaftliche Revolution brauchen, um eine gesunde Zukunft zu haben

Taschenbuch

Residenz (2019)

224 Seiten; 219 mm x 142 mm

ISBN 978-3-7017-3479-5

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Langtext
Während die Weltbevölkerung rasant auf die 8. Milliarde zusteuert und immer mehr Menschen am Wohlstand teilhaben wollen, breiten sich stetig chronische Krankheiten in allen Altersgruppen und Gesellschaftsschichten aus. Warnungen vor unmittelbaren Bedrohungen wie Umweltverschmutzung, Bodenverarmung und Abnahme der Biodiversität verhallen weitgehend ungehört. Der Humanbiologe und Arzt Martin Grassberger zeigt auf, dass ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der rücksichtslosen Zerstörung der Natur und den leisen Epidemien chronischer Krankheiten besteht. Die Einsichten sind ernüchternd. Grassberger zeigt jedoch mögliche Auswege aus der gegenwärtigen globalen Gesundheits- und Umweltkrise auf. Das Buch der Stunde!

Grassberger, Martin
Univ.-Prof. DDr. Martin Grassberger studierte Medizin sowie Biologie in Wien und ist Facharzt für Gerichtsmedizin. Er lehrt unter anderem an der Naturwissenschaftlichen Fakultat der Universitat Wien und an der Medizinischen Fakultat der Sigmund Freud Universitat Wien in den Fachgebieten Humanbiologie, Evolutionare Medizin, Forensische Medizin und Pathologie. Grassberger ist Autor zahlreicher Publikationen und betreibt in Niederosterreich regenerativ-okologischen Pflanzenbau. Bei Residenz erschienen "Das leise Sterben" (2019).

Die unsichtbaren Zusammenhänge zwischen Landwirtschaft und den globalen Problemen 08. Oktober 2019
Bei der Lektüre des Buches „Factfulness“ von Hans Rosling – zweifelsohne eine korrekte Faktensammlung zivilisatorischen Fortschritts – konnte ich mich des Gedankens an den Witz mit den Fallschirmspringern ohne Schirm nicht erwehren: Nach drei Minuten Flug sagt der eine zum anderen „na bitte, bis jetzt läuft es wunderbar“...

Martin Grassberger ist im Gegensatz zu Rosling nicht nur forensischer Mediziner, sondern auch Biologe, und sein Ansatz ist schon deshalb wesentlich umfassender. Wie Rosling stützt sich der Autor von „Das leise Sterben“ auf Daten und Fakten (jedem Kapitel folgt ein umfassendes Verzeichnis wissenschaftlicher Originalpublikationen), seine Schlussfolgerungen sind jedoch völlig andere. Es kann nicht weitergehen wie bisher.

Grassbergers Gesamtsicht auf die Ökologie des modernen Menschen endet nicht bei Gemeinplätzen wie Klimawandel oder wachsender Weltbevölkerung. Sein Verständnis von Biodiversität und ihrem globalen Verlust beispielsweise erstreckt sich auch auf die Mikroben im Boden (das Edaphon) und im Darm (nicht nur) des Menschen (das Mikrobiom). Der Autor spannt einen riesigen Bogen von den zunehmenden Zivilisationskrankheiten bis hin zu den großen globalen Problemen und führt sie kausal maßgeblich auf den Wandel in der Landwirtschaft der letzten Jahrzehnte zurück. Unbarmherzig entlarvt er die Mythen der modernen industriellen Landwirtschaft. Die „unsichtbaren Zusammenhänge“, die er aufzeigt, machen nicht optimistisch. Aber Grassberger ist kein Pessimist. Im dritten Teil des Buches macht er Hoffnung und zeigt mögliche Wege aus dem Dilemma auf.

Die Medizinstudenten von Prof. Grassberger sind zunächst verblüfft, dass sie im Fach „Evolutionäre Medizin“ mehrere Stunden lang nur von der fehlgesteuerten modernen Landwirtschaft zu hören bekommen. Sie bekommen damit aber eine fundierte, (im wissenschaftlichen und nicht esoterischen Sinne) „ganzheitliche“ Bildung vermittelt. Mit diesem Buch ist nunmehr deren Vermittlung an eine breite Öffentlichkeit möglich.