Wir verwenden Cookies, um Ihnen die bestmögliche Nutzererfahrung auf unserer Website zu bieten und erlauben das Setzen von Drittanbieter-Cookies. Durch die Nutzung unserer Website stimmen Sie zu, dass Cookies auf Ihrem Gerät gespeichert werden. Weitere Informationen zu den verwendeten Cookies, und zu ihrer Deaktivierung finden Sie hier.

Adam BaronFreischwimmen

Hardcover

Hanser (2020)

224 Seiten; Mit Abbildungen; 217 mm x 145 mm; ab 10 Jahre

ISBN 978-3-446-26607-0

versand- oder abholbereit in 48 Stunden

Besprechung
"In seinem Debüt hält Adam Baron gekonnt die Balance zwischen Komik und Tragik und
erzählt von einer intensiven Mutter-Sohn-Beziehung und einem traurigen
Familiengeheimnis. Durch die ... Handlung zieht sich wie ein roter Faden die unerbittliche Frage: Dürfen Erwachsene ihre eigenen Kinder mit gut gemeinten Lügen abspeisen, um sie angeblich zu schützen?" Karin Hahn, MDR Kultur, 03.03.2020

"Eine pfiffige, temporeiche Geschichte ... offenherzig und ehrlich. ... Von Birgitt Kollmann treffend übersetzt, fühlt sich der Autor ... empathisch in die Seele des Jungen ein und stattet ihn mit einer glaubwürdigen Erzählsprache aus, in der Ängste, Selbstzweifel und Selbstüberschätzung genauso Raum finden wie kindliche Naivität, Neugier und Mut." Siggi Seuss, Süddeutsche Zeitung, 27.02.2020

"Eine psychologisch fein gesponnene Geschichte. ... Spannend, berührend, amüsant, klug gebaut und mit viel gutem Personal." Ute Wegmann, Deutschlandfunk, 01.02.2020

"Das Tolle ist, dass Adam Baron es schafft,... die Waage zu halten zwischen Komik und Traurigkeit. Und das ist wirklich eine große Kunst." Stephanie Jentgens, Deutschlandfunk, 01.02.2020

"Dass diese großartige Geschichte ... schon Zehnjährigen zumutbar ist, liegt an Cymbelines weiblicher Leitfigur, dem seelenstarken Mädchen Veronique - und noch mehr am positiven, humorvollen Ich-Erzählton Cymbelines, den der britische Schriftsteller Adam Baron ... überzeugend durchhält." Anne-Catherine Simon, Die Presse, Wien, 01.02.2020

"Wie gut, dass Cym wahre Freunde hat, die helfen, die Wahrheit herauszufinden, während die Erwachsenen schweigen. Ein mit Spannung und Humor erzählter, tiefgründiger Roman." Ute Wegmann, Deutschlandfunk, 28.01.2020

"Eine komplexe Geschichte über Schuld und Schweigen, über Verlust und falsche Entscheidungen. Dabei bleibt der Autor konsequent auf Augenhöhe seines Protagonisten, lässt Raum für Humor und schafft so etwas, das nur wenigen Autoren gelingt: Einen literarisch anspruchsvollen Roman zu schreiben, der seine Zielgruppe an keiner Stelle überfordert." Katharina Mahrenholtz, Mikado. NDR Info, 28.01.2020

Langtext
Originell, lustig und tiefgründig schreibt Adam Baron über ein Familiengeheimnis, wahre Freunde und die Überwindung von Angst - für Fans von "Wunder"

Eine herzzerreißende, urkomische Geschichte über die Dinge, die man selbst erfahren muss, weil einem Erwachsene mal wieder nichts sagen. Cym ist noch nie geschwommen - kein einziges Mal. Kein Wunder, dass ihn die Aussicht auf den ersten Schwimmunterricht in der Schule nervös macht. Andererseits - wie schwer kann das schon sein? Cym trägt schließlich die Badeshorts seines Vaters. Leichtherzig lässt er sich zu einem Wettkampf gegen seinen Widersacher hinreißen. Dass Cym dabei fast ertrinkt, hätte niemand erwartet. Dass der Unfall eine Familienkrise auslöst, erst recht nicht. Cym muss einer Wahrheit auf die Spur kommen, die sein Leben völlig auf den Kopf stellt. Doch das Beste ist, dass er dadurch echte Freunde gewinnt.

Baron, Adam
Adam Baron war Schauspieler, Komiker, Journalist und Pressesprecher bei Channel 4, bevor er mit dem Schreiben begann. Heute leitet der promovierte Literaturwissenschschaftler den angesehenen Creative Writing-Studiengang an der Kingston University in London. Nach fünf hochgelobten Romanen für Erwachsene ist Freischwimmen sein Kinderbuchdebüt und erscheint im Frühjahr 2020 bei Hanser. Baron lebt mit seiner Frau und drei kleinen Kindern in London.

Davies, Benji
Benji Davies, 1980 geboren, ist ein vielfach ausgezeichneter Illustrator, dessen Bücher in 35 Sprachen übersetzt wurden. Er illustrierte Adam Barons Kinderbuch Freischwimmen (Hanser, 2020).


Ich konnte es nicht aus der Hand legen 05. April 2020
Ich konnte es nicht aus der Hand legen

"Freischwimmen - Wer die Wahrheit sucht, muss tief tauchen" von Adam Baron ist das beste Buch, das ich seit langem gelesen habe. Immer wieder hat es mich magisch angezogen, und so musste ich es dauernd wieder zur Hand nehmen, bis ich es durchgelesen hatte.

"Freischwimmen" ist für Erwachsene genauso spannend wie für Kinder, würde ich sagen. Der Grundschüler Cym ist noch nie geschwommen, und das wird ihm zum Verhängnis, als die Klasse zum ersten Mal Schwimmunterricht hat. Aber die traumatischen Vorkommnisse im Schwimmbad sind gleichzeitig der Auslöser für eine Reihe von Begebenheiten, die nach und nach ein Familiengeheimnis oder auch gleich einige Geheimnisse enthüllen. Am Ende ist es für den Leser gar nicht so wichtig, wie das Buch ausgeht, aber der Schluss ist gut und rund.

Das Buch bleibt durchweg spannend und geht aber auch ans Herz. Ich musste im Laufe des letzten Teils auch ein Taschentuch zur Hand nehmen, weil mich das Buch berührt hat. "Freischwimmen" lebt einerseits von den Entwicklungen von Kapitel zu Kapitel, aber auch davon, wie Cym die Welt sieht. Dabei kann man immer mit ihm mitfiebern, aber auch schon mal lachen.

Auch die Nebenfiguren sind gut gezeichnet, besonders Veronique Chang und Cyms zwei beste Freunde (die manchmal auch Feinde sind). Adam Barons Kinderbuch ist eines der wenigen, die einen bleibenden Platz in meinem Bücherregal bekommen. Auch, wenn man das Ende kennt, lohnt es sich ganz sicher, das Buch nach einer Zeit noch einmal zu lesen. Der Autor hat einen Schreibstil, der mich voll und ganz überzeugt hat. Seine Bücher für Erwachsene sind nicht auf den deutschen Markt gekommen, ich werde mir aber vielleicht einen seiner englischen Romane bestellen.
spannendes Familiengeheimnis 22. Februar 2020
Klappentext:

Cym ist noch nie geschwommen. Kein Wunder, dass ihn die Aussicht auf den ersten Schwimmunterricht in der Schule nervös macht. Andererseits – wie schwer kann das schon sein? Cym trägt schließlich die Badeshorts seines Vaters. Leichtherzig lässt er sich zu einem Wettkampf gegen seinen Widersacher hinreißen. Dass Cym dabei fast ertrinkt, hätte niemand erwartet. Dass der Unfall eine Familienkrise auslöst, erst recht nicht. Cym muss einer Wahrheit auf die Spur kommen, die sein Leben völlig auf den Kopf stellt. Eine herzzerreißende, urkomische Geschichte über die Dinge, die man selbst erfahren muss, weil einem Erwachsene nicht immer alles sagen.

Cover:

Das Cover wirkt auf den ersten Blick recht einfach, ist jedoch sehr genial gemacht und enthält viele versteckt Details. Besonders toll finde ich diesen Glanzeffekt, wodurch die Wirkung des Wassers noch deutlicher hervorkommt. Das Cover zeigt einen Jungen, der auf den Grund des Wassers sinkt, mit vielen aufsteigenden Luftblasen. Der Hintergrund zeigt das Wasser und den Abgrund. Weiterhin ist ein Bildnis mit einem mann und einer Frau erkennbar und ein kleiner Kuschelteddy. was das alles zu bedeuten hat und worum es genau geht, erfährt man im Buch.

Meinung:

Der Schreibstil ist sehr angenehm und locker. es lässt sich sehr flüssig lesen und man kommt sehr gut in die Geschichte hinein.

Die Kapitel haben eine angenehme Länge und es lässt sich dadurch sehr gut lesen. Die einzelnen Kapitel sind durchnummeriert.

Bestimmte Ausdrücke oder besondere Aktionen sind deutlich hervorgehoben. Das lockert das ganze sehr gut auf. Die Situationen und Handlungen sind sehr gut beschrieben, so dass man sich sehr gut hineinversetzen kann. Cym war mir von Anfang an sehr sympathisch. Es macht Spaß ihm zu folgen. Es ist aus der Sichtweise von Cym in der Ich-Perspektive geschrieben. dadurch kann man sich sehr gut in ihn hineinversetzen und erlebt seine Handlungen und Gedanken sehr gut mit.

Es beginnt gleich sehr spannend, denn Cym war noch nie schwimmen und bei seinem ersten Schwimmunterricht lässt er sich doch glatt auf einen Wettkampf mit seinem größten Konkurrenten ein und geht dabei unter. Dadurch werden eine Reihe von Ereignissen in Gang gesetzt, wodurch eine Familienkrise ausgelöst wird und ein lang gehütetes Familiengeheimnis nach und nach ans Licht kommt.

Auf besondere und einfühlsame Weise, wird hier mit einem nicht ganz einfachen Thema umgegangen. Lange totgeschwiegene Sachen kommen ans Licht. Durch Mut und Stärke macht Cym sich auf die Suche nach Antworten und auf das "Warum".

Zu viel möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, da ich nichts vorweg nehmen möchte.

Cym ist einem alten Familiengeheimnis auf der Spur, welches lange geheim gehakten wurde. Dabei verfolgt man mit, was er alles herausfindet. Dies ist teilweise sehr spannend, aber auch emotional und traurig. Man kann sich sehr gut in ihn und die Geschehnisse hineinempfinden und es wurde alles sehr gut beschrieben, so dass man dem Verlauf sehr gut folgen kann.

Neben einer spannenden Geschichte geht es hier auch um Mut, Freundschaft, Familie, sowie der Ehrlichkeit und Vertrauen.

Toll fand ich auch die kleinen Illustrationen ab und zu, die das Buch und die Geschichte abgerundet haben. Die kleinen Bildlichen haben das Gelesene aufgelockert und veranschaulicht. Mir hat dies sehr gut gefallen.

Fazit:

Neben einer spannenden Geschichte geht es hier auch um Mut, Freundschaft, Familie, sowie der Ehrlichkeit und Vertrauen.
Familientragödie durch unschuldige Kinderaugen betrachtet 03. Februar 2020
Das, was dem 9-jährigen Cymbeline "Cym" Iglu letzten Montag passierte, ist in seinen Augen die "totale, komplette Katastrophe"! An dem Tag hatte seine Schulklasse zum ersten Mal Schwimmunterricht. An sich nicht weiter schlimm, nur: Cym kann nicht schwimmen! Kein Stück, nicht mal einen Meter weit. Jedesmal, wenn er Schwimmen lernen wollte, hatte seine Mutter tausende Ausreden, lieber etwas anderes zu machen, von der Sandallergie bis zu Krokodilen blieb nichts aus. Einen Vater zum Schwimmenlernen hat er leider nicht, nur auf Fotos, weil dieser vor Jahren gestorben ist, als Cym noch ein Baby war. Und vor seinen Schulkameraden zugeben, dass Sportprofi Cym nicht schwimmen kann, mochte er auch nicht. Und da war sie dann: Die Schwimmbad-Katastrophe! Der Schwimmtag ging natürlich sowas von daneben! Aber so richtig! Und kurz darauf ist seine Mutter weg. Krank, sagt sein Onkel. Nur, dass das Krankenhaus, in welchem sie liegt, ganz anders aussieht als andere Krankenhäuser. Deswegen kommt Cym erstmal bei seiner reichen Tante und seinen Cousins unter, aber die haben keinerlei Interesse an ihm. Seine Mutter darf er auch nicht sehen. Überhaupt redet keiner der Erwachsenen so richtig mit ihm. Und dann ist auch noch sein bester Freund beleidigt, weil er ihn angelogen hat, dass er der reinste Schwimmprofi sei. Also bleibt Cym nichts anderes übrig, als mit Hilfe einer Freundin selbst die Wahrheit heraus zu finden. Und seine Mutter zurück zu bekommen.

"Alle waren komplizierter, als ich es je gewusst hatte, alle bestanden aus viel mehr Zutaten, als ich gedacht hatte." (Zitat S. 171)

Cymbeline hat mit seinen 9 Jahren noch eine kindlich-naive Sicht der Dinge, entsprechend herzallerliebst ist das Buch auch verfasst. Als Ich-Erzähler beschreibt er alles mit einer gewissen Unschuld, erkennt viele Zusammenhänge noch nicht, zieht keine Schlüsse, welche ein älteres Kind bereits erkennen würde. So hat man als Leser schnell den Verdacht, dass der Tod seines Vaters etwas damit zu tun haben könnte, dass seine Mutter Cym so vehement vom Wasser fernhielt. Auch ist er regelrecht erstaunt über die großen Unterschiede zwischen seinem Leben und dem seiner reichen Verwandten. Durch die vielen Veränderungen lernt er sehr viel Wichtiges hinzu, z. B. was eine gute Freundschaft ausmacht. Dass zwei Dads zu haben nicht automatisch besser ist als ein Dead-Dad. Oder eine reiche Familie nicht zwingend glücklicher als eine arme. Aber auch, dass die Erwachsenen den Kindern vieles verschweigen und lieber eine Ersatz-Wahrheit erfinden.
Das Buch ist wunderschön emotional und herzlich. Durch seine kindliche Unschuld möchte man Cym am liebsten in den Arm nehmen und ihm in der schweren Zeit zur Seite stehen. Alle weiteren Charaktere sind ebenfalls sehr gelungen und durch Cyms Naivität erfährt das Buch stellenweise einen unschuldigen Humor. Überraschen konnte mich zudem das Ende, als so einige Wahrheiten ans Licht kamen.
Eine wunderschöne, emotionale Suche nach der Wahrheit, für Kinder ebenso wie für Erwaschene lesenswert.