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Rezensionen

Gin Phillips
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Ein leiser, ein feinsinniger Thriller 06. Juli 2018
Nein, das ist kein Buch zum Thema Attentäter oder Amoklauf oder ein Beitrag zur Diskussion über Amerikas freiheitlichen Umgang mit Waffen. Ein Thriller ist dieses ungewöhnliche Buch jedoch ohne Zweifel, denn es erfüllt alle Kriterien, die ein Thriller per definitionem haben muss: Dauerhafte Spannung über das gesamte Buch hinweg und einen Helden, der sich gegen Gewalteinwirkung seines Gegenspielers behaupten muss. Jedoch glaube ich, dass es der Autorin um etwas ganz anderes ging…
Das Buch beschreibt vier Stunden im Leben von Joan und ihrem vierjährigen Sohn Lincoln. Sie verbringen einen schönen Tag im Zoo. Als sie sich gerade auf den Weg zum Ausgang machen, fallen plötzlich Schüsse. Joan sieht in der Ferne Tote auf dem Boden liegen und flüchtet sofort mit Lincoln in ein unbewohntes Tiergehege. Ihrer beider Überleben hängt nun davon ab, dass sie unsichtbar und unhörbar bleiben. Aber wie gelingt das mit einem wissbegierigen, lebhaften vierjährigen Jungen?
Der Autorin ist etwas Besonderes gelungen, wie ich finde. Denn der packende Thriller lebt nicht von vielen Aktionen, nicht von angehäuften Grausamkeiten, von in die Irre führenden Täterspuren, sondern ist angefüllt mit der facettenreichen Schilderung einer Mutterliebe, die über sich hinauswächst, mit der Darstellung der geradezu symbiotischen Verbindung zwischen Joan und Lincoln. Die überaus dichte, extrem detaillierte Schreibweise lässt uns tief eintauchen in das Psychogramm einer Über-Mutter, die ihrem fantasievollen Jungen alles mitgeben will, dessen sie fähig ist und die Löwenkräfte entwickelt, als es darum geht, ihren Sohn zu beschützen.
Ein leiser, ein feinsinniger Thriller ist der Autorin da gelungen. Mit Herzklopfenspannung liest man sich durch die Seiten und wagt kaum zu atmen, weil man zusammen mit Joan und Lincoln vier Stunden feststeckt in Beklemmung und Angst mit dem Wissen, dass Flüstern schon zu laut ist.

Auf der Jagd im Zoo mit viel Spannung 04. Mai 2018
von Lotta
Viele Nachmittag verbringt Joan mit ihrem Sohn im Zoo. Kurz vor Schluss will sie diesen verlassen, doch dann sieht sie Tote auf dem Boden liegen und hört Schüsse. Ein Wettlauf gegen die Jäger beginnt...


Der Schreibstil zieht einen schnell in seinen Bann und auch, wenn die Perspektiven ab und zu wechseln und Joan nicht aus der Ich-Sicht erzählt, wird viel Mitgefühl erzeugt und als Leser ist es fast unmöglich nicht mitzufiebern.

So ist vor allem das entstehende Bild eines Zoo Besuches mit in Gehegen lebenden Tieren und plötzlich ist der Besucher selbst eingesperrt sinnbildlich für die Jagd. Dazu kommen die Gefühle als Mutter von Joan gegenüber ihrem Sohn, kann sie andere Retten oder zählt nur Lincoln?

Viele Seiten dieses außergewöhnlichen Thrillers hielten Spannung und interessante Gedankenzüge bereit. Doch einige senkten das Leseerlebnis durch zu viel aus Vergangenheit der Charaktere und Gedanken, die nichts mit der aktuellen Situation zu tun haben.

Insgesamt eine Jagd im Zoo mit viel Spannung, die ich trotz den kleineren Makeln in des nur dreistündigen Geschehens mit 4 von 5 Sternen bewerte. Noch zu erwähnen ist das Cover, welches ein absoluter Eyecatcher durch den roten Geparden auf schwarzen Grund ist.
Beklemmende Atmosphäre 31. März 2018
Joan ist mit ihrem 4jährigen Sohn Lincoln im Zoo als plötzlich zwei junge Männer auftauchen, die bewaffnet sind und um sich schießen. Ein Amoklauf!
Joan reagiert sofort, flüchtet mit Lincoln in eine leeres Tiergehege um sich dort zu verstecken.
Der Roman ist nahezu in Echtzeit erzählt. Die Bedrohung, die Joan fürchtet, kann man beim Lesen mit Beklemmung mitempfinden.

Die amerikanische Autorin Gin Phillips schildert das Szenario in einem Zeitraum von nur ca. 3 Stunden. Die Zeiten werden kapitelweise angegeben, so dass man den Überblick behält, denn in diesen Stunden geht Joan viel durch den Kopf und schließlich müssen sie wieder flüchten vor den Männern, die vom Columbine-Massaker beeinflusst wurden und im großen Zoo jetzt die Menschen jagen, sie schießen sogar auf die Tiere, töten Affen und einen Elefanten. Von Polizei oder anderer Hilfe keine Spur!

Joan und Lincoln treffen weitere Menschen auf der flucht, die junge Kailynn und eine pensionierte Lehrerin.
Eine bemerkenswerte Szene gibt es als Lehrerin auf einen der Killer trifft, der sie als seine Lehrerin wiedererkennt und verschont.
Es dauert zwei Drittel des Romans bis es endlich zur offenen Konfrontation kommt, die man als Leser erwartet wie befürchtet hat. Die angekündigte Dramatik überwältigt! Das Buch ist eine Mischung aus Thriller und Drama und erinnert an Filme wie Panic Room oder Elephant.
Nur drei Stunden 26. März 2018
Drei Stunden, nur drei Stunden, aber sie verändern alles.
Joan ist mit ihrem fünfjährigen Sohn Lincoln im Zoo. Kurz vor dem Ausgang gerät sie in eine Schießerei, sieht Tote, beschließt, sich zu verstecken. Wie kann sie ihren wissbegierigen Jungen beruhigen? Wo sind sie sicher? Ein leerstehendes Stachelschweingehege erweist sich nur vorübergehend als Schutz, Lincoln wird hungrig, ungeduldig, zu laut. Joan begibt sich mit ihm auf den gefährlichen Weg zu den Snackautomaten. Unterwegs findet sie ein in einem Mülleimer verstecktes Baby. Soll sie es mitnehmen? Sie trifft noch andere Menschen, ebenso in Lebensgefahr wie sie. Und auf einmal steht Robby mit einem Gewehr vor ihnen...
So eindringlich schildert Gin Philipps die Ängste und Sorgen einer Mutter, die ihren Sohn mit unendlicher Hingabe liebt und beschützt. Auch die Gedanken des Teenagers Kailynn, der pensionierten Lehrerin und des ehemaligen Schülers werden nachvollziehbar beschrieben. Sehr emotional. Gewissenskonflikte, die niemand durchleben möchte. Berührend die Gespräche zwischen Robby und Mrs. Powell, wohl fast die Einzige, die Zugang zu ihm gefunden und einen gewissen positiven Einfluss auf ihn hatte.
Aus dem Versteck vertrieben, beginnt eine Jagd durch den nächtlichen Zoo, eine Flucht vor psychopathischen bzw. fehlgeleiteten Jugendlichen.
Die Kräfte schwinden, Verletzungen bleiben nicht aus. Joan hat nur ein Ziel: Lincoln zu retten.
Ein Buch, welches atemlose Spannung hervorruft, man mag es nicht aus der Hand legen.
Absolute Sogwirkung! 14. März 2018
Fakten
Autor: Gin Phillips
Verlag: dtv
Erscheinungsdatum: 29.03.2018
Genre: Thriller
Seiten: 304

Inhalt
Joan verbringt einen schönen Tag mit ihrem Sohn Lincoln im Zoo. Auf dem Weg zum Ausgang hört sie Schüsse und entdeckt Leichen auf den Wegen. Sie rennt um ihr Leben. Jetzt zählt nur noch ihren Sohn und sich selbst in Sicherheit zu bringen.

Gestaltung
Das Cover ist ja sehr schlicht gehalten. Aber dadurch wirkt es auch extrem anziehend und fesselnd. Schwarz wie die Nacht und dann springt einen dieser leuchtend rote Leopardenkopf regelrecht an.

Sprache
Das Buch erzählt nur eine relativ kurze Zeitspanne, doch diese 3 Stunden werden wirklich zum Alptraum. Die Stimmung ist stetig angespannt. Man kann gar nicht aufhören zu lesen, muss wissen was als nächstes passiert. Und obwohl es auch längere Passagen gibt, in denen eigentlich nichts passiert, wird es nie langweilig. Denn man ist ständig auf der Hut. In jedem Schatten könnte etwas lauern. Man hat das Gefühl keinen Moment unachtsam sein zu dürfen. Ich war auf jeden Fall völlig im Geschehen drin.

Charaktere
Joan ist die absolute Löwenmutter. Es gibt für sie nur einen Gedanken: Ihrem Sohn darf nichts passieren! Und obwohl sie selbst oft nicht so genau weiß, was sie tun soll, bleibt sie immer ruhig und besonnen. Um ihren Sohn nicht in Panik zu versetzen, um ihm die Angst zu nehmen, die in ihr selbst doch so tief steckt, beschäftigt sie ihn, hält ihn ruhig und handelt überlegt. Es gibt auch einige Situationen an denen an das eigene Gewissen appelliert wird. Man fragt sich automatisch: Wie hätte ich in dieser Situation reagiert? Würde ich selbstlos handeln oder würde ich zum Schutz meines Kindes die anderen unbeachtet lassen?

Fazit
Eine absolut packende Erzählung. Mich hat das Buch mitgerissen. Allerdings habe ich auch zwei Kritikpunkte. Erstens kamen mir die Tiere zu kurz. Das Cover verspricht, dass auch die Tiere eine erschreckende Rolle in der Geschichte spielen, doch diese Thematik wurde so gut wie nicht behandelt. Allerdings könnte das natürlich auch die Message vermitteln, dass selbst das wildeste Tier nicht so grausam ist wie der Mensch. Trotzdem hätte das noch einiges an Spannung rein bringen können. Zweitens war mir das Ende zu schnell und zu offen. Ich hatte noch so viele Fragen. Das war etwas schade. Es hätte beispielweise auch ein Epilog genügt, oder vielleicht ein Zeitungsartikel, der das Geschehen nochmal zusammenfasst und abschließt. Aber alles in allem ein fesselnder Roman, den ich nicht aus der Hand legen konnte!