Die Königin
Nofretetes globale Karriere | Shortlist NDR-Sachbuchpreis 2024
Hardcover
Propyläen Verlag (2024)
384 Seiten; 22 cm x 13.8 cm
ISBN 978-3-549-10074-5
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Text der Buchrückseite
Eine Reise auf den Spuren der sagenhaften Königin
1924 betritt Nofretete die Berliner Bühne, innerhalb kürzester Zeit wird sie zu einer globalen Ikone. So unterschiedliche Menschen wie Feministinnen in der Weimarer Republik, Nationalisten in Ägypten, Intellektuelle in Kalkutta, Nazi-Schriftsteller in Deutschland, Drag Queens in New York, Toni Morrison oder Beyoncé haben sich auf die antike Königin bezogen. Die Geschichte der Büste ist keine staubige Angelegenheit, sondern steckt voller aufregender Entdeckungen.
»Sebastian Conrad, der international geschätzte Berliner Globalhistoriker, folgt dem Ruhm der ägyptischen Schönheit rund um den Planeten. Ästhetik, Mythos und Interessen fügen sich zu einem großartigen Gesamtbild.«
JÜRGEN OSTERHAMMEL
Hauptbeschreibung
Eine Reise auf den Spuren der sagenhaften Königin
Ihre Entdeckung im ägyptischen Tell el-Amarna war eine Sensation, ihre Präsentation 1924 in Berlin sorgte für Furore weit über Deutschland hinaus. Inzwischen reicht schon ihre Silhouette aus, und alle wissen, wer gemeint ist und wofür sie steht. Was aber ist der Grund dafür, dass die weltberühmte Büste der Nofretete heute an ganz unterschiedlichen Orten als Paradebeispiel für weibliche Schönheit verstanden wird? Und wie kommt es, dass Nofretetes Zauber mehr als drei Jahrtausende unbeschadet überstanden hat?
Der Historiker Sebastian Conrad nimmt uns mit auf eine Reise in das alte Ägypten und die Welt der Pharaonen; er schildert, unter welch dubiosen Umständen die Büste im Zeitalter des Kolonialismus nach Berlin gelangte und wie seither um ihren Besitz gerungen wird. Seine weitgespannte historische Erzählung führt uns nicht nur nach Berlin und Kairo, sondern auch nach China, Indien und Brasilien, und wir erfahren, warum sich heute gerade Künstlerinnen wie Beyoncé und Rihanna als Wiedergängerinnen Nofretetes inszenieren.
Hersteller: Ullstein Buchverlage GmbH
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Toll geschrieben
Sebastian Conrad gelingt das, was Historikern, vor allem deutschen Wissenschaftlern, viel häufiger gelingen sollte: verständlich und interessant für ein Publikum zu schreiben, dass nicht nur aus Historiker*innen oder Archäolog*innen besteht. Dabei verliert er jedoch nie den wissenschaftlichen Anspruch aus dem Auge und der wissenschaftliche Apparat zeigt sich in den ausführlichen Fußnoten.
Vor nunmehr einhundert Jahren wurde die Büste das erste Mal in Berlin ausgestellt und hat seitdem nicht an Faszination verloren.
Wie kam es zu diesem Interesse, dass bereits bestand, bevor die Büste erstmals ausgestellt wurde? Denn gefunden wurde die Büste bereits zwölf Jahre vorher.
Aber nicht nur die Büste, sondern vor allem die Königin, die dargestellt wird, birgt noch heute viele Geheimnisse und viele Künstlerinnen lassen sich noch immer von ihr inspirieren.
Ein Sachbuch, das sich angenehm liest und bei dem ich viel dazu gelernt habe.
Nofretete - Gemahlin Echnatons und Schönheitsideal
In insgesamt sechs Kapiteln erzählt er den Werdegang einer Büste, die 1913 in einer Handwerkerwerkstätte in Tell al-Amarna gefunden worden ist, danach ihren Siegeszug angetreten hat, der bis heute anhält und ungeachtet aller Diskussionen um eine allfällige Restitution, zu einer Ikone der Schönheit ist.
Entdeckung
Ausstellung
Restitution
Nofretete global
Die afroamerikanische Nofretete
Globalisierung, Restitution und Nofretetes Zukunft
Mit diesem Buch zeigt uns der Autor, welche Faszination von dieser Frau ausgeht. Als die Büste vor exakt 100 Jahren der Berliner Öffentlichkeit erstmals präsentiert wird, ist der Andrang kaum zu bewältigen und der Besucheransturm im Ägyptischen Museum auf der Berliner Museumsinsel ist nach wie vor ungebrochen. Dabei hat die ägyptische Schönheit eine goldene Konkurrenz. 1922 entdeckt Howard Carter das ungeöffnete Grab Tutanchamuns mit all seinen Schätzen.
Sebastian Conrad geht den Fragen nach Restitution der Büste an Ägypten sowie der Vereinnahmung durch zahlreiche Institutionen oder Gruppen, deren Intentionen, Nofretete für sich in Anspruch zu nehmen, oft divergieren.
„In der Figur der Nofretete kreuzen sich also zahlreiche, zum Teil miteinander konkurrierende Erwartungen und Ansprüche, genau das macht ihren Weltruhm aus. Die vielen verschieden Weisen, das Bild der ägyptischen Königin zu beschwören, machten sie in der ganzen Welt zu einem Symbol und verschafften ihr globale Resonanz. Viele Betrachtungen mochten sich auf Nofretete und „Ägypten“ beziehen - aber si verbanden damit jeweils eigene, zum Teil gegenläufige Ziele. Paradoxerweise war es gerade die Vielfalt dieser Bezugnahmen, die in ihrer Gesamtheit dazu führten, dass das charakteristische Profil mit der blauen Krone mehr oder weniger bis in den letzten Winkel der Erde als eine Ikone der Schönheit verstanden wurde. Mehr noch: Sogar die Stilisierung der Nofretete als Gegenentwurf zu den westlichen ästhetischen Standards führte letzten Ende dazu, die seit den 1920er-Jahren in Europa propagierte Vorstellung von der Universalität ihrer Schönheit, umso fester zu verankern.“
So spannt Sebastian Conrad den Bogen jener, die Nofretete für ihre Ziele vereinnahmen von der Weimarer Republik über das NS-Regime sowie die Nationalisten Ägyptens bis hin zu Intellektuellen in Kalkutta oder Mittelamerika und den Drag Queens der queeren Society bis hin zu Toni Morrison oder Beyoncé.
Meine Meinung:
Das Buch ist in gediegener Ausstattung als Hardcover mit Lesebändchen erschienen. Auf der Vor- und Nachsatzseite findet sich jeweils eine Landkarte Ägyptens, einmal aus dem Jahr 1350 vor Christus, der Lebenszeit Nofretetes und einmal aus der Gegenwart. Das Buch besticht durch seine akribische Recherche und den rund 80 Seiten Anmerkungen sowie Quellenangaben. Zahlreiche Fotos ergänzen dieses Sachbuch, das dem globalen Ruhm der Nofretete nachgeht.
Der Schreibstil ist fesselnd und keine staubige Angelegenheit, wie es manchmal in archäologischen Sachbüchern der Fall ist. Die lautstark geführten Diskussionen um eine mögliche Restitution an Ägypten finden ebenso Platz, wie die Kritik an der gnadenlosen Vermarktung eines Kunstwerkes.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem penibel recherchierten und gekonnt erzählten Sachbuch 5 Sterne.
Sehr informativ
Wer kennt sie nicht, die berühmte Büste der Nofretete, doch die wenigsten kennen ihre Geschichte. Wie ist sie eigentlich aus Ägypten nach Berlin gekommen, wieso sorgte sie von Anfang an für Begeisterung selbst als sie noch gar nicht ausgestellt war. Und wieso gilt sie an so vielen Orten als Beispiel für die Schönheit und inspiriert noch heute?
Meine Meinung:
Vor kurzem erst einen Roman über den Weg der Nofretete nach Berlin gelesen und jetzt passend dazu ein Sachbuch, dass weitergehende Informationen liefert, besser geht's gar nicht. Das Buch hat mich echt überrascht, denn es ist so gar nicht dröge sondern richtig spannend erzählt ohne langweilig zu werden. Toll fand ich auch die vielen Bilder im Buch, die nicht nur Nofretete sondern auch andere Motive zeigen und noch mehr Einblicke geben. Der Literaturnachweis nimmt einen ungeheuren Raum ein, aber daran sieht man auch, wie sehr sich der Autor mit der Thematik beschäftigt hat.
Fazit:
Sehr informativ
Eine Ikone!


