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Beatrice SalvioniMalnata

Roman - "Dieses Buch ist wie eine Stichflamme und hat mich komplett entzündet." Mareike Fallwickl – jetzt im Taschenbuch

Taschenbuch

Penguin; Einaudi, Turin 2023 (2026)

272 Seiten; 18.8 cm x 11.9 cm

ISBN 978-3-328-11353-9

Sofort verfügbar oder abholbereit

Malnata

Hauptbeschreibung

Eine junge Frau mit einem unbeugsamen Willen. Und eine Gesellschaft, die versucht, sie zu brechen.




Unter der sengenden Sonne der Lombardei im Jahr 1935 begegnet Francesca zum ersten Mal Maddalena, die von allen im Ort nur »Malnata« genannt wird: »Die Unheilbringende«. Francesca – zu Konformität und Gehorsam erzogen – ist sofort fasziniert von dem barfüßigen Mädchen, dessen Hände immer schmutzig sind, die Augen voller Trotz. Entgegen allen Warnungen freundet sich Francesca mit Maddalena an und lernt mit der Zeit, den Lügen der Erwachsenen zu misstrauen. Doch in einer Gesellschaft, die keinen Platz hat für weibliches Freiheitsdenken, ist jedes falsche Wort und jede unfolgsame Tat eine Gefahr …


Ein aufsehenerregender, vom Feuilleton hochgelobter Roman über die Macht weiblicher Selbstbestimmung und eine Hymne an die Kraft der Freundschaft. Beatrice Salvionis Debüt sorgte nicht nur in Italien für große Aufmerksamkeit, wo es wochenlang auf der Bestsellerliste stand: »Malnata« wird in 35 Sprachen übersetzt.


Hersteller: Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH
Neumarkter Straße 28, 81673 München DE
E-Mail: produktsicherheit@penguinrandomhouse.de


Malnata
„Es ist nicht leicht, sich vom Körper eines Toten zu befreien. Ich war zwölf, als ich das entdeckte, mir lief das Blut aus Nase und Mund, und die Unterhose hatte sich um meine Knöchel gewickelt.“

Es ist ein gewaltvoller Auftakt, mit dem uns die junge Autorin Beatrice Salvioni in ihren Roman „Malnata“ hineinwirft, und gewaltig und voller Wucht geht es weiter.
Es ist das Jahr 1935, der Angriffskrieg des faschistischen Königreichs Italien gegen Abessinien (Äthiopien) steht kurz bevor.
Die Welt, in der die zwölfjährige Francesca aufwächst, ist eine Welt voller Regeln, die man nicht übertreten darf, es ist eine Welt voller schrecklicher und gefährlicher Erwachsenendinge, ein Ort voller Verbote, an dem man sich vorsichtig und wie auf Zehenspitzen bewegen muss. Vor allem als Mädchen.
Kein Jahr ist es her, dass die gehorsame und behütete Francesca voller Faszination und aus der Ferne das Mädchen beobachtet hat, das alle nur „die Malnata“, die Unheilbringende, nennen.
„Ihren richtigen Namen zu sagen brachte Unglück, denn sie war eine Hexe, eine von denen, die dir den Tod einhauchen.“

Wenn die Erwachsenen über die Malnata sprechen, malen sie sich mit den Fingerspitzen ein Kreuz auf die Lippen. Über ein Mädchen, das wegen Aufsässigkeit die erste Klasse der Oberschule wiederholen musste, reden sie wie über eine schlimme Krankheit; die Frauen sprechen ein Stoßgebet und die Männer spucken auf den Boden.
Für Francesca aber ist das Mädchen mit dem tiefschwarzen Haar, „das so schief geschnitten war, als hätte man sie mit Schüssel und Fleischermesser frisiert“ und den dunklen Augen, das Mädchen, das immer barfuß und in zerrissenen Röcken durch die Gassen von Monza läuft, das schönste Geschöpf, das sie je gesehen hat.

Von Maddalena, die den grausamen Namen „Malnata“ wie eine Rüstung trägt, von diesem stolzen und starken Mädchen lernt Francesca, wie man Steine über den Fluss springen lässt, warum die Jungen hinter der Mädchen her sind und dass man nicht weint. „Weinen war nur etwas für Idioten.“

Beatrice Salvionis Debütroman wird von den Kritikern enthusiastisch gelobt und vom Feuilleton gefeiert, und das völlig zu Recht.
„Malnata“ ist ein Roman, der berührt und der einen beim Lesen so zornig macht, denn Salvioni beschreibt eindrucksvoll eine Zeit, in der Frauen und Mädchen nichts weiter als hübsches Beiwerk waren und ihren Pflichten, nämlich heiraten und Kinder bekommen, nachgehen sollten, ansonsten aber die Klappe zu halten hatten – eine Zeit, in der Männer sich nehmen konnten, was sie wollen, und keinerlei Konsequenzen für ihr Ansehen und ihren guten Ruf zu befürchten hatten.
In vielerlei Hinsicht ist der Roman (leider) völlig zeitlos, auch das ist so gut und einzigartig und macht einen so fassungslos.

Mit der widerspenstigen Maddalena, die sich nicht den Mund verbieten lässt, die weiß, wie gefährlich Worte sind, wenn man sie gedankenlos ausspricht, die sich in Zeiten, in denen der Duce von so vielen fanatisch bejubelt wird, zu fragen traut, ob der Beginn des Krieges wirklich ein Grund zur Freude ist – mit diesem unbeugsamen Mädchen hat Salvioni eine Figur geschaffen, die ich so schnell nicht vergessen werde.

„Malnata“ erzählt aber auch die berührende Geschichte einer Freundschaft und das plötzliche Ende einer Kindheit.
Von Anfang an weiß man, was Francesca zugestoßen ist – und sie weiß, dass es in der Welt der Erwachsenen nur zwei Gewissheiten gibt.
Erstens: Die Dinge, die man sich nicht erklären kann, sind entweder vom Teufel oder vom Herrgott gesandt. Je nachdem ob die betroffene Person anständig oder ein Schurke ist.
Zweitens: „Es ist nie die Schuld der Männer.“
Aber Francesca wird nicht länger schweigen, denn „dass man sich auflehnen kann… das habe ich von dir gelernt.“