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Friedrich AniAll die unbewohnten Zimmer

Hardcover

Suhrkamp (2019)

494 Seiten; 215 mm x 137 mm

ISBN 978-3-518-42850-4

versand- oder abholbereit in 48 Stunden

Besprechung
"Ein fesselndes und zutiefst humanistisches Buch."
Iris Hetscher, Weser-Kurier 13.06.2019

Langtext
"Die Vier" müssen im neuen Roman von Friedrich Ani aktiv werden: Polonius Fischer (der ehemalige Mönch), Tabor Süden (der zurückgekehrte Verschwundenensucher), Jakob Franck (der pensionierte Kommissar, immer noch Überbringer der schlimmsten Nachricht) und Fariza Nasri (Beamtin mit syrischen Wurzeln, erlöst von der Verbannung in die Provinz). Alle wenden ihre einzigartigen Methoden auf, um die Ermordung einer Frau und die Erschlagung eines Streifenpolizisten aufzuklären.

Die Todesfälle erregen größte Aufmerksamkeit, weil sie gesellschaftliche und politische Debatten (ausgehend vom rechten Rand) über die unfähige Polizei, Flüchtlingskinder, Ost- und Westdeutschland, "das System" anfachen.

Deshalb kämpfen "die Vier" mit möglichen Hinweisen auf die Täter, Zeugen, die nichts gesehen haben wollen, suchen nach Vermissten, die zur Aufklärung beitragen (sollten), sind konfrontiert mit falschen Geständnissen. Nachfolgeverbrechen können sie dabei zunächst nicht verhindern - bis die unterschiedlichen Fahndungsmethoden "der Vier" den Zufall in Notwendigkeit überführen.

In seinem neuen Roman schlägt Friedrich Ani einen Weg durchs Gestrüpp unserer politischen und individuellen Verfasstheit. Er eröffnet Aussichten, die dem Leser vom Rand des Abgrundes Einblick in das Unbeschreibliche eröffnen.

Nach All die unbewohnten Zimmer müssen wir die Literatur, die Kriminalliteratur, das Schreiben über Wahr und Falsch, das Böse und (das nie zu erreichende) Gute, Leben und Tod neu sehen lernen.


Ani, Friedrich
Friedrich Ani, geboren 1959, lebt in München. Er schreibt Romane, Gedichte, Jugendbücher, Hörspiele, Theaterstücke und Drehbücher. Sein Werk wurde mehrfach übersetzt und vielfach prämiert, u. a. mit dem Deutschen Krimi Preis, dem Adolf-Grimme-Preis und dem Bayerischen Fernsehpreis. Seine Romane um den Vermisstenfahnder Tabor Süden machten ihn zu einem der bekanntesten deutschsprachigen Kriminalschriftsteller. Friedrich Ani ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und des Internationalen PEN-Clubs. Sein Roman Der namenlose Tag (2015), ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimi Preis und dem Stuttgarter Krimipreis, markierte Anis Wechsel zu Suhrkamp. Seit 2015 ist Friedrich Ani auch mit seinen Theaterstücken im Suhrkamp Theater Verlag vertreten.


Krimi mit vielen Gesellschftsthemen 19. August 2019
von Nele
All die unbewohnten Zimmer von Friedrich Ani war nicht mein erstes Buch des Autors und ich freute mich auf höhere literarische Kost und wurde in keinster Weise enttäuscht.

In seinem neuen Krimi schickt Ani gleich vier Ermittler ins Rennen die den Mord an einem Polizisten aufklären sollen. Geschickt verwebt Ani die Schiksale der unterschiedlichen Menschen miteinander, welche mal mehr oder weniger schuldig bzw.unschuldig sind. Durch die Fülle der Beteiligten verlangt das Buch dem Leser ein höheres Mass an Konzentration beim Lesen ab, was ich persönlich als angenehm empfinde.
Wie in allen Friedrich Ani Büchern fehlt auch in diesem der Bezug zu aktuellen Ereignissen nicht.
Der Aufbau des Buches, unterteilt in die vier Ermittler fand ich genial, vor allem wie die Geschehnisse am Ende solide und logisch zusammengeführt werden.

Alles in allem ein schriftstellerisch anspruchsvoller Krimi, der mir einfach nur Spass gemacht hat. Eine klare Leseempfehlung für Liebhaber anspruchsvoller Sparache und Literatur.
Zu viele Köche verderben den Brei 03. Juli 2019
von Miro76
Über den Inhalt möchte ich hier gar nicht viel verraten. Es gibt gleich zu Anfang einen verletzen Polizisten, wenig später gefolgt von einem toten Polizisten. Aber das sind längst nicht alle Toten, die in diesem Krimi Rätsel aufgeben.
Ebenfalls gibt es ganz einige Ermittler. Nicht nur die berühmten Ermittler Franck und Süden, aus den vorherigen Romanen, treten hier als Protagonisten auf. Auch der Ermittlern Fariza Nasri kommt eine zentrale Rolle zu.
Zusätzlich gibt es einen Erzählstrang mit einer Fluchtgeschichte aus Syrien, eine abgehalfterte Bademeisterin, einen ostdeutschen Rechtsradikalen und ein bisschen zeitgemäße politische Debatte.

Dieser Roman beinhaltet alles, was unsere Zeit gerade hergibt und dadurch auch irgendwie nichts. Mir wurde das alles spätestens in der Hälfte des Buches zu viel. So viele Themen werden angerissen und nicht wirklich abgehandelt.
Als dann zu guter Letzt noch sexuelle Belästigung und ein weiterer Mord dazu kommt, sah ich mich gezwungen meine Bewertung nochmals nach unten zu korrigieren. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hat der Roman für mich jede Glaubwürdigkeit verloren.

Vielleicht hätte ich es anders gesehen, wenn ich im Vorfeld bereits etwas von Friedrich Ani gelesen hätte und mit wenigstens einer handelnden Person vertraut gewesen wäre. Aber ich halte mich eigentlich für flexibel und aufmerksam genug, um damit umgehen zu können.

Stilistisch ist das Buch nicht schlecht. Dass der Autor schreiben kann, steht außer Frage, nur bin ich der Ansicht, dass er mit der Zusammenführung seiner Protagonisten ganz einfach über das Ziel hinausgeschossen ist und zu viel gewollt hat. Für mich geht sich das hier ganz und gar nicht aus. Ich musste mich streckenweise etwas quälen bei der Lektüre.
Denkaufgabe 01. Juli 2019
In München wird auf offener Straße eine Frau erschossen und ein Polizist verletzt. Ein weiterer junger Polizist wird am Tag einer rechten Demonstration mit einem Stein erschlagen. Beide Fälle stellen die ermittelnden Beamten vor ein Rätsel, sodass nicht nur das Spezialkommando verlegt wird, sondern sich auch sonst aus allen Reihen Spezialisten beteiligen...

Der Aufbau dieses Buches hat mir sehr gut gefallen. Da aus verschiedendsten Perspektiven erzählt wird, bekommt man viel Einblick in die unterschiedlichen Protagonisten und die Geschichte baut sich langsam auf. Der Nachteil an dieser Erzählweise ist jedoch leider, dass man sehr lange keinen Durchblick hat, weder in der Story selbst, noch bei den Charakteren oder wie diese zueinander stehen. Deshalb war es mir bei leider so, dass die ersten 150 Seiten nicht so wirklich Spannung aufgekommen ist. Danach hatte dieser Stil jedoch für mich bezüglich der Spannung und der versteckten Zusammenhänge nur Vorteile.

Die Sprache gefällt mir sehr gut. Der Roman ist flüssig zu lesen und spricht trotzdem sehr wichtige, gesellschaftspolitische Themen an. Gerade diese unterschwelligen Denkanstöße finde ich ganz toll.

Alles in allem habe ich dieses doch fordernde Buch - trotz anfänglicher Durchhänger - sehr gerne gelesen und werde sicher noch weitere Bücher des Autors entdecken.