Rezensionen
Eine glückliche Zuflucht
Autor: Catherine Ryan Hyde
Erschienen 2024 bei Tinte & Feder
ISBN 978-2-496-71444-9
Testleserin SONJA, Tyrolia-Filiale Innsbruck (Vösendorf) - 5 Sterne
Testleserin SONJA, Tyrolia-Filiale Innsbruck (Vösendorf)
Norma ist Mitglied eines Suchtrupps in einem Nationalpark zwischen Utah und Nevada. Alls die junge Jill vermisst wird, ist es Norma die sie findet. Doch statt dies zu melden, bringt sie Jill, die auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Freund war, heimlich zu ihren Eltern, die ihr eine neue Identität verschaffen, sodass sie weiterhin als vermisst gemeldet bleibt. Nach 5 Jahren wird Jill für tot erklärt. Dies hat zu Folge, dass ihr damals gewalttätiger Freund des Mordes angeklagt wird. Für alle Beteiligten kommt die Zeit der verschiedenen Gefühlsempfindungen als auch Zweifel an ihren Taten und schließlich steht Norma vor dem Dilemma, ob sie die Wahrheit über Jill öffentlich machen soll.
Die Autorin hat sich mit dem Thema der häuslichen Gewalt beschäftigt. Beeindruckend zeigt sie auf, wie aus einem öffentlich bekanntgewordenen Fall, die Medien eine Person in den Vordergrund stellen und welche Auswirkungen dieser eine Fall nicht nur auf die betroffenen Akteure hat, sondern auch auf die Menschen allgemein. Dabei kommt die Rolle der Medienmacht nicht zu kurz und zeigt u.a. auch die Typisierung von Frauen auf – blond und blaue Augen finden mehr Aufmerksamkeit als Frauen mit braunen Haaren, was sehr zum Nachdenken anregt. Norma, die ihre Mithilfe zur Flucht von Jill leistet ist selbst Opfer eines gewalttätigen Ehemannes gewesen und die Autorin hat es geschafft, die Zweifel an ihrer Handlung Jill zu schützen, sehr interessant darzustellen. Als dann Wanda, eine junge schwangere Frau, die von Jake beinahe umgebracht worden wäre ins Leben von Norma tritt, wird das Gefühlschaos für Norma noch komplizierter. Die Autorin bringt die verschiedene Gefühlswelt der Eltern von Jill, Jill selbst, Norma als auch Wanda gekonnt rüber, sodass man als Leser angeregt wird, sich seine eigene Meinung zu machen aber auch versucht ist, die unterschiedlichen Meinungen der Akteure nachzuvollziehen. Die Macht der Medien, zeigt sich auch durch die Tat einer außenstehenden Person, die als Leser oder Hörer des Falles, angeregt wird, einen Prozess von Jake nicht abzuwarten, sondern Jake zu töten. Die Autorin möchte im Buch hervorheben, dass es kein gerechtes System in Amerika gibt, sondern ein Rechtssystem und zeigt dies auch durch die Vorgehensweise des Staatsanwaltes auf, den Jill mit der Wahrheit zu Jill konfrontiert. Ein sehr interessantes Buch, mit dem Thema der häuslichen Gewalt an Frauen, der Macht der Medien und deren Folgen auf die Menschen und der Erkenntnis, dass das Rechtssystem nicht immer gerecht ist.
Sehr zu empfehlen!
Norma ist Mitglied eines Suchtrupps in einem Nationalpark zwischen Utah und Nevada. Alls die junge Jill vermisst wird, ist es Norma die sie findet. Doch statt dies zu melden, bringt sie Jill, die auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Freund war, heimlich zu ihren Eltern, die ihr eine neue Identität verschaffen, sodass sie weiterhin als vermisst gemeldet bleibt. Nach 5 Jahren wird Jill für tot erklärt. Dies hat zu Folge, dass ihr damals gewalttätiger Freund des Mordes angeklagt wird. Für alle Beteiligten kommt die Zeit der verschiedenen Gefühlsempfindungen als auch Zweifel an ihren Taten und schließlich steht Norma vor dem Dilemma, ob sie die Wahrheit über Jill öffentlich machen soll.
Die Autorin hat sich mit dem Thema der häuslichen Gewalt beschäftigt. Beeindruckend zeigt sie auf, wie aus einem öffentlich bekanntgewordenen Fall, die Medien eine Person in den Vordergrund stellen und welche Auswirkungen dieser eine Fall nicht nur auf die betroffenen Akteure hat, sondern auch auf die Menschen allgemein. Dabei kommt die Rolle der Medienmacht nicht zu kurz und zeigt u.a. auch die Typisierung von Frauen auf – blond und blaue Augen finden mehr Aufmerksamkeit als Frauen mit braunen Haaren, was sehr zum Nachdenken anregt. Norma, die ihre Mithilfe zur Flucht von Jill leistet ist selbst Opfer eines gewalttätigen Ehemannes gewesen und die Autorin hat es geschafft, die Zweifel an ihrer Handlung Jill zu schützen, sehr interessant darzustellen. Als dann Wanda, eine junge schwangere Frau, die von Jake beinahe umgebracht worden wäre ins Leben von Norma tritt, wird das Gefühlschaos für Norma noch komplizierter. Die Autorin bringt die verschiedene Gefühlswelt der Eltern von Jill, Jill selbst, Norma als auch Wanda gekonnt rüber, sodass man als Leser angeregt wird, sich seine eigene Meinung zu machen aber auch versucht ist, die unterschiedlichen Meinungen der Akteure nachzuvollziehen. Die Macht der Medien, zeigt sich auch durch die Tat einer außenstehenden Person, die als Leser oder Hörer des Falles, angeregt wird, einen Prozess von Jake nicht abzuwarten, sondern Jake zu töten. Die Autorin möchte im Buch hervorheben, dass es kein gerechtes System in Amerika gibt, sondern ein Rechtssystem und zeigt dies auch durch die Vorgehensweise des Staatsanwaltes auf, den Jill mit der Wahrheit zu Jill konfrontiert. Ein sehr interessantes Buch, mit dem Thema der häuslichen Gewalt an Frauen, der Macht der Medien und deren Folgen auf die Menschen und der Erkenntnis, dass das Rechtssystem nicht immer gerecht ist.
Sehr zu empfehlen!
von Tyrolia-Testleser - 2026-04-11 13:44:00
Verschwunden - 4 Sterne
Von Catherine Ryan Hyde habe ich schon ein paar Romane gelesen. Sie hat ein gewisse Niveau, unter dass sie nie geht. So auch hier. Obwohl es dem Roman an Handlung und Tempo mangelt, ist er thematisch relevant und gut zu lesen.
Die Hauptfigur ist Norma, eine Frau Ende fünfzig. Sie hilft einer jungen Frau, die vor dem gewalttätigen Freund flieht. 5 Jahre später hilft sie wieder einer Frau, die ebenfalls vom selben Mann misshandelt wurde. Das ist ein wenig konstruiert, aber dahingehend plausibel, dass Norma die Frau schon von früher kennt.
Im Mittelpunkt steht dann das moralische Dilemma, in dem die Frauen geraten, als dieser Mann des Mordes angeklagt wird. Norma aber weiß, dass das angebliche Mordopfer versteckt lebt.
Der Roman tritt dann eine lange Zeit auf der Stelle, bis eine unerwartete Szene das Problem auflöst.
Der Roman propagiert schlüssig, dass Frauen Frauen helfen sollen. Sie profitieren von Zusammenhalt. Von den beiden Frauen wird Norma angehimmelt. Männer spielen in diesem Buch keine Rolle außer als Bedrohung.
Was mich ein wenig störte war, dass Norma in ihrem Auftreten nicht selten belehrend wirkt. Dieser Aspekt wird aber durch die abschließenden Passagen gemindert.
Das Buch ist gut lesbar, ohne allzu spannend zu sein. Aber für mich war das okay.
Die Hauptfigur ist Norma, eine Frau Ende fünfzig. Sie hilft einer jungen Frau, die vor dem gewalttätigen Freund flieht. 5 Jahre später hilft sie wieder einer Frau, die ebenfalls vom selben Mann misshandelt wurde. Das ist ein wenig konstruiert, aber dahingehend plausibel, dass Norma die Frau schon von früher kennt.
Im Mittelpunkt steht dann das moralische Dilemma, in dem die Frauen geraten, als dieser Mann des Mordes angeklagt wird. Norma aber weiß, dass das angebliche Mordopfer versteckt lebt.
Der Roman tritt dann eine lange Zeit auf der Stelle, bis eine unerwartete Szene das Problem auflöst.
Der Roman propagiert schlüssig, dass Frauen Frauen helfen sollen. Sie profitieren von Zusammenhalt. Von den beiden Frauen wird Norma angehimmelt. Männer spielen in diesem Buch keine Rolle außer als Bedrohung.
Was mich ein wenig störte war, dass Norma in ihrem Auftreten nicht selten belehrend wirkt. Dieser Aspekt wird aber durch die abschließenden Passagen gemindert.
Das Buch ist gut lesbar, ohne allzu spannend zu sein. Aber für mich war das okay.
von yellowdog - 2024-03-05 07:59:00


