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Rezensionen

Das muss gesagt werden
Kolumnen

Autor: Elfriede Hammerl

Erschienen 2020 bei Kremayr & Scheriau
ISBN 978-3-218-01235-5
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Bissig, witzig und bitterböse - 4 Sterne

Das Buch besteht aus verschiedenen Themen aus Gesellschaft und Politik, die jeweils auf 2-3 Seiten abgehandelt werden und Frau Hammerl bringt so vieles auf den Punkt und sagt dabei oft alles, was gesagt werden muss. Oft sind die Kommentare witzig, manchmal böse und es schwingt eine gewisse Traurigkeit mit, die wohl jeder Person innewohnt, die sich mit gesellschaftlichen Zuständen auseinandersetzt.

Meine Lieblingskolumnen drehen sich um reiche Erbtanten (S. 8), die nur um des Geldes Willen geduldet werden oder Mädchen (S. 60), in dem Fall erwachsene Frauen, die sich mit Sexismus in allen Facetten auseinandersetzen müssen und wahrscheinlich kann jede als weiblich gelesene Person eigene Erfahrungen dazugeben.
Gut drauf sein (S. 120) hat für mich etwas gut zusammengefasst. Nämlich dass nicht ausschließlich die Symptome der Traurigen und Depressiven bekämpft werden sollten, sondern vor allem die Ursachen. Bleibt wohl bis auf weiteres ein Wunschdenken.
Und zum Abschluss die Kolumne über Große Autos (S. 211). Zwei Sätze haben mich besonders beeindruckt. "Die Zeit der Ahnungslosigkeit ist vorbei" und "Aber die passen halt so gut zur Rüpelmentalität der angesagten Ellbogengesellschaft." Genial, FrauHammerl.
von Jassi Etter - 2021-01-01 11:18:00

Kritisch, humorvoll und unverwechselbar - 5 Sterne

Ja, kann ich nur zustimmen, es muss gesagt werden, hartnäckig und immer wieder! Manche Zustände ändern sich nicht so schnell, und diese Kolumnen aus den letzten 10 Jahren haben immer noch Brisanz und Aktualität.
Die gesammelten Texte sind ein Spiegel der Zeit, eine Nachlese und Dokumentation unserer Gesellschaft. Elfriede Hammerl trifft wunde Punkte, zeigt Missstände auf und hält uns einen entlarvenden Spiegel vor. Ihr besonderes Talent ist, dass sich das alles auch noch höchst vergnüglich liest, dass man ihr die Kritik nicht übelnehmen kann, wenn man einigermaßen ehrlich zu sich selber ist, denn sie hat leider meistens recht, zumindest lässt sich über ihre Ansicht ernsthaft diskutieren.
Sehr sympathisch finde ich ihr Bekenntnis, dass sie es nicht darauf anlegt, sich unbeliebt zu machen –sie will nicht um jeden Preis provozieren, aber sie ist eine Frau mit Haltung und Zivilcourage, die Konflikte nicht scheut. Was gesagt werden muss, das soll auch gesagt werden, offen und ohne falsche Rücksichtnahme. Und wenn sie sich hundertmal wiederholen sollte, wenn sich die Zustände auch nach Jahrzehnten nicht geändert haben, sie wird nicht müde, mit spitzer Feder auf Missstände hinzuweisen. Ihr Anliegen ist die soziale Gerechtigkeit in allen Lebensbereichen, aber ganz besonderes Gewicht legt Elfriede Hammerl darauf, den Anliegen von Frauen Gehör zu verschaffen.
Die besten profil-Kolumnen der letzten 10 Jahre von Elfriede Hammerl, engagiert, kämpferisch und immer wieder vergnüglich zu lesen. Pflichtlektüre für alle, die mitreden wollen!
von HEYN Leserunde, Renate Pfeiffer - 2020-09-08 09:37:00

Eine Leseempfehlung - 5 Sterne

In diesem Buch sind rund 70 Kolumnen aus der spitzen Feder von Elfriede Hammerl zusammengetragen, die sie im Laufe der letzten Dekade in der Wochenzeitschrift „Profil“ veröffentlich hat.

Die Autorin schreibt kritisch, selbst- und treffsicher. Stilistisch hebt sie sich von Allerweltsschreiberlingen jeglicher Altersstufe und Ausrichtung wohltuend ab. Seit rund 35 Jahren beobachtet sie das Tagesgeschehen (vor allem in Österreich) und darf sich mit Fug und Recht die Doyenne des österreichischen Journalismus nennen.

Elfriede Hammerl spannt den Bogen weit: von der rosa Pille (Viagra für Frauen)
über die bestehenden Ungerechtigkeiten und Diskriminierungen von Frauen bis hin zur Leihmutterschaft, die sie als „temporäre Sklaverei“ bezeichnet.
Es fallen so grandiose Sätze wie: „Eva arbeitet Teilzeit. Adam beneidet sie. Na ja, um ihre Altersrente eher nicht.“

Ob Familienpolitik, Migrationsfragen, Verteilungsgerechtigkeit, Intoleranz oder das Altern - die Autorin ist in jedem Thema zu Hause und scheut sich nicht, den Mächtigen des Landes (egal welcher Couleur) mit dem nötigen Misstrauen zu begegnen.
Immer wieder versucht sie, den unterschiedlichen Lebenssituationen von Frauen Gehör zu verschaffen.

Fazit:

Manche Sätze scheinen auf den ersten Blick humorvoll und bleiben aber bei einem zweiten im Hals stecken. Elfriede Hammerls Kolumnen spiegeln die Gesellschaft wieder. Gerne gebe ich hier eine Leseempfehlung und 5 Sterne.
von Bellis-Perennis - 2020-08-30 11:55:00