Rezensionen
Wallis Simpson
Verhinderte Queen – Aufsteigerin – Meistgehasste Frau der Welt
Autor: Michaela Lindinger
Erschienen 2024 bei Molden Verlag in Verlagsgruppe Styria GmbH & Co. KG
ISBN 978-3-222-15125-5
Royale Historie - 4 Sterne
Wallis Simpson, Verhinderte Queen – Aufsteigerin – Meistgehasste Frau der Welt von Michaela Lindinger ist eine sehr interessante Biographie für alle, die sich für die Historie des englischen Königshauses interessieren.
Das Buch beginnt kurz nach Edwards Abdankung im Jahre 1936. Eine ungewisse und schwierige Situation für den ehemaligen König. Während Wallis bei Freunden in Südfrankreich auf ihr Scheidungurteil wartet, hadert Edward mit einer finanziell ungewissen Zukunft. Es folgt eine kleine Hochzeit in Frankreich, auf die in einem späteren Kapitel nochmal eingegangen wird, und eine Hochzeitsreise. Dann beginnt die Autorin, Wallis Leben von Geburt bis zum Tod chronologisch nachzuzeichnen. Sowohl Edward, als auch Wallis werden in dem Buch als schwierige Menschen mit deutlichen Schwächen beschrieben. Edward ist naiv, egozentrisch, verwöhnt und schnell gelangweilt. Er hat Schwierigkeiten sich in einem Leben zurechtzufinden, in dem nicht alles für ihn geregelt wird. Vorallem aber ist der aber Wallis verfallen. Wallis ist in ihrer Jugend auf die finanzielle Hilfe von Verwandten angewiesen. Sie weiß, was sie will und setzt ihre Pläne auch durch. Ob es der Besuch der Schule für höhere Töchter oder als Jahrgangserste zu heiraten ist. Vorrangig strebt sie nach finanziellem Wohlstand. Während ihrer zweiten Ehe sucht sie gezielt die Bekanntschaft des zukünftigen Königs. Ob Wallis je einen ihrer drei Ehemänner geliebt hat, bleibt für die Autorin fraglich. Die Abdankung des Königs hat beide auf jeden Fall nicht glücklich gemacht.
Ich fand das Buch insgesamt sehr interessant geschrieben. Einige Fotos lockern den Text auf. Gestört hat mich, die Aussage der Autorin, dass Wallis intersexuell war. Eine Vermutung, die sich heute nachträglich nicht mehr belegen lässt, der die Autorin aber im Laufe des Buches immer wieder verschiedene Verhaltensmuster und Charaktereigenschaften zuschreibt. Fazit: Eine durchaus kritische Auseinandersetzung mit einer der "größten Liebesgeschichten des 20. Jahrhunderts".
Das Buch beginnt kurz nach Edwards Abdankung im Jahre 1936. Eine ungewisse und schwierige Situation für den ehemaligen König. Während Wallis bei Freunden in Südfrankreich auf ihr Scheidungurteil wartet, hadert Edward mit einer finanziell ungewissen Zukunft. Es folgt eine kleine Hochzeit in Frankreich, auf die in einem späteren Kapitel nochmal eingegangen wird, und eine Hochzeitsreise. Dann beginnt die Autorin, Wallis Leben von Geburt bis zum Tod chronologisch nachzuzeichnen. Sowohl Edward, als auch Wallis werden in dem Buch als schwierige Menschen mit deutlichen Schwächen beschrieben. Edward ist naiv, egozentrisch, verwöhnt und schnell gelangweilt. Er hat Schwierigkeiten sich in einem Leben zurechtzufinden, in dem nicht alles für ihn geregelt wird. Vorallem aber ist der aber Wallis verfallen. Wallis ist in ihrer Jugend auf die finanzielle Hilfe von Verwandten angewiesen. Sie weiß, was sie will und setzt ihre Pläne auch durch. Ob es der Besuch der Schule für höhere Töchter oder als Jahrgangserste zu heiraten ist. Vorrangig strebt sie nach finanziellem Wohlstand. Während ihrer zweiten Ehe sucht sie gezielt die Bekanntschaft des zukünftigen Königs. Ob Wallis je einen ihrer drei Ehemänner geliebt hat, bleibt für die Autorin fraglich. Die Abdankung des Königs hat beide auf jeden Fall nicht glücklich gemacht.
Ich fand das Buch insgesamt sehr interessant geschrieben. Einige Fotos lockern den Text auf. Gestört hat mich, die Aussage der Autorin, dass Wallis intersexuell war. Eine Vermutung, die sich heute nachträglich nicht mehr belegen lässt, der die Autorin aber im Laufe des Buches immer wieder verschiedene Verhaltensmuster und Charaktereigenschaften zuschreibt. Fazit: Eine durchaus kritische Auseinandersetzung mit einer der "größten Liebesgeschichten des 20. Jahrhunderts".
von Anjulia - 2024-11-22 18:49:00
verhinderte Queen - 2 Sterne
Da ich mich für die britische Monarchie und vor allem auch für streitbare Charakere interessiere, war schnell klar, dass ich dieses Buch lesen werde. Wallis Simpson, Ehefrau des abgedankten Königs von England war mir bisher ein Begriff, viel intensiver habe ich mich jedoch nicht mit ihr beschäftigt.
Zuerst ist die wirklich wunderschöne Aufmachung des Buches zu betonen: Die Gestaltung gefällt mir wirklich sehr, das Buch liegt gut in der Hand und wirkt durch das feste Papier sehr wertig. Das knallige Rot springt auf jeden Fall sofort ins Auge, zieht Aufmerksamkeit auf sich und stellt einen guten Kontrast zu den schwarz-weiß Fotografien dar.
Das Buch ist in mehrere Kapitel unterteilt, die verschiedene Stadien im Leben von Wallis wiedergeben. Zu Beginn des Buches fand ich die Schilderungen sehr um Edward zentriert, im Laufe des Buches hat sich dies jedoch gegeben.
Der Schreibstil von Autorin Michaela Lindinger war für mich zu Beginn sehr schwer zu lesen, die Formulierungen lasen sich umständlich, die Sätze teils sehr abgehackt. Zudem hatte ich oft den Eindruck, dass viel persönliche Bewertung eingeflossen ist, was mir in einer Biografie meist nicht so gut gefällt.
Insgesamt hätte ich mir vor allem in den einzelnen Kapiteln und spezifischen Aussagen einen klaren Hinweis auf die Belege gewünscht, denn so wirkte es, trotz des Quellenverzeichnisses zum Ende des Buches, teilweise wie die Wiedergabe von Klatsch und Tratsch. Insbesondere die Aussagen zur vermuteten Intersexualität von Wallis und der Homosexualität von Edward schienen nur geringfügig belegbar, haben hier jedoch einen elementaren Grundstein für die Charakterisierung der Beiden gelegt. Das ist schade, denn für mich hat das nachweislich an der Glaubwürdigkeit des kompletten Buches gerüttelt.
Insgesamt wird Wallis in dieser Biografie als sehr berechnende, machthungrige und intrigante Person beschrieben, ihr dritter Ehemann als dumm, kindisch und irrelevant. Nichts, was mich emotional an dieses Buch gebunden hat.
Im Endeffekt wird dies sicherlich ein fachlich korrekt recherchiertes Buch sein, mir haben jedoch teils die entsprechenden Verweise gefehlt und auch eine grundlegende Sympathie der Autorin ggü. der charakterisierten Personen. Der für mich sehr umständlich und voreingenommen lesende Schreibstil der Autorin hat nicht dazu beigetragen, dass ich diese Biografie gern gelesen habe.
Zuerst ist die wirklich wunderschöne Aufmachung des Buches zu betonen: Die Gestaltung gefällt mir wirklich sehr, das Buch liegt gut in der Hand und wirkt durch das feste Papier sehr wertig. Das knallige Rot springt auf jeden Fall sofort ins Auge, zieht Aufmerksamkeit auf sich und stellt einen guten Kontrast zu den schwarz-weiß Fotografien dar.
Das Buch ist in mehrere Kapitel unterteilt, die verschiedene Stadien im Leben von Wallis wiedergeben. Zu Beginn des Buches fand ich die Schilderungen sehr um Edward zentriert, im Laufe des Buches hat sich dies jedoch gegeben.
Der Schreibstil von Autorin Michaela Lindinger war für mich zu Beginn sehr schwer zu lesen, die Formulierungen lasen sich umständlich, die Sätze teils sehr abgehackt. Zudem hatte ich oft den Eindruck, dass viel persönliche Bewertung eingeflossen ist, was mir in einer Biografie meist nicht so gut gefällt.
Insgesamt hätte ich mir vor allem in den einzelnen Kapiteln und spezifischen Aussagen einen klaren Hinweis auf die Belege gewünscht, denn so wirkte es, trotz des Quellenverzeichnisses zum Ende des Buches, teilweise wie die Wiedergabe von Klatsch und Tratsch. Insbesondere die Aussagen zur vermuteten Intersexualität von Wallis und der Homosexualität von Edward schienen nur geringfügig belegbar, haben hier jedoch einen elementaren Grundstein für die Charakterisierung der Beiden gelegt. Das ist schade, denn für mich hat das nachweislich an der Glaubwürdigkeit des kompletten Buches gerüttelt.
Insgesamt wird Wallis in dieser Biografie als sehr berechnende, machthungrige und intrigante Person beschrieben, ihr dritter Ehemann als dumm, kindisch und irrelevant. Nichts, was mich emotional an dieses Buch gebunden hat.
Im Endeffekt wird dies sicherlich ein fachlich korrekt recherchiertes Buch sein, mir haben jedoch teils die entsprechenden Verweise gefehlt und auch eine grundlegende Sympathie der Autorin ggü. der charakterisierten Personen. Der für mich sehr umständlich und voreingenommen lesende Schreibstil der Autorin hat nicht dazu beigetragen, dass ich diese Biografie gern gelesen habe.
von CanYouSeeMe - 2024-11-06 22:05:00
Gold Digger Wallis Simpson - 4 Sterne
In dem Sachbuch “Wallis Simpson“ erzählt die Historikerin Michaela Lindinger die gut recherchierte Geschichte der Amerikanerin Wallis Simpson und des englischen Königs Edward VIII., der abdanken musste, weil die Royals seine Heirat mit der zweimal geschiedenen Frau mit dem skandalösen Lebenswandel nicht akzeptierten. Edward wollte ohnehin nie König sein, der Liebe seines Lebens aber ihren größten Wunsch erfüllen: Königliche Hoheit und auch so behandelt zu werden. Die Autorin erzählt von Wallis Simpsons Herkunft aus ärmlichen Verhältnissen, ihrer Schulzeit, ihren Ehen und ihrem unbedingten Wunsch, sozial aufzusteigen, reich zu werden und im Rampenlicht zu stehen. Beide Figuren sind weder der Autorin noch dem Leser sympathisch. Edward wird als unterdurchschnittlich intelligent, kindisch, ungebildet und nicht gerade durchsetzungsfähig beschrieben. Wallis ist egoistisch und sehr dominant, behandelt ihren Ehemann schlecht und verfolgt nur ihre eigenen Interessen. Wenn einem Menschen nichts wichtiger im Leben ist, als so dünn und so reich wie möglich zu sein, sagt das eine Menge über diese Person aus.
Ich habe das Buch mit großem Interesse gelesen, zumal ich zuvor nicht viel über Wallis und Edward wusste. Wichtig sind hier neben dem Text auch die vielen Fotos, die uns in eine andere Zeit versetzen und die geschilderten Ereignisse besser nachvollziehbar machen. Historisch interessierten Lesern sei dieses Sachbuch empfohlen.
Ich habe das Buch mit großem Interesse gelesen, zumal ich zuvor nicht viel über Wallis und Edward wusste. Wichtig sind hier neben dem Text auch die vielen Fotos, die uns in eine andere Zeit versetzen und die geschilderten Ereignisse besser nachvollziehbar machen. Historisch interessierten Lesern sei dieses Sachbuch empfohlen.
von cosmea - 2024-11-03 18:56:00
Wallis Simpson, eine faszinierende Persönlichkeit - 4 Sterne
Eine Biographie über Wallis Simpson, oh ja diese musste ich haben!
So vieles habe ich bereits über die Geschichte Englands und dessen Königreich gelesen, gesehen, auch über Edward VIII. Aber über Wallis Simpson wusste ich außer dass Edward für die Ehe mit ihr abgedankt hat relativ wenig.
Die Biographie ist sehr übersichtlich, wirkt auf mich sehr gut recherchiert und ist dadurch für mich sehr aufschlussreich!
Sehr schön finde ich auch die vielen Fotos die das Buch enthält.
Für mich ganz speziell interessant war die Beziehungen zur Familie Rothschild in Enzesfeld, da ich dort aufgewachsen bin und das Schloss selbst sehr gut kenne. Dass sich damals so viele Medien in den doch sehr kleine Ort gereist sind, ist für mich kaum vorstellbar und eben deshalb nochmal besonderer darüber zu lesen.
Alles in allem kann ich das Buch definitiv allen weiterempfehlen die sich für die Geschichte Englands und dessen Königreich interessieren.
So vieles habe ich bereits über die Geschichte Englands und dessen Königreich gelesen, gesehen, auch über Edward VIII. Aber über Wallis Simpson wusste ich außer dass Edward für die Ehe mit ihr abgedankt hat relativ wenig.
Die Biographie ist sehr übersichtlich, wirkt auf mich sehr gut recherchiert und ist dadurch für mich sehr aufschlussreich!
Sehr schön finde ich auch die vielen Fotos die das Buch enthält.
Für mich ganz speziell interessant war die Beziehungen zur Familie Rothschild in Enzesfeld, da ich dort aufgewachsen bin und das Schloss selbst sehr gut kenne. Dass sich damals so viele Medien in den doch sehr kleine Ort gereist sind, ist für mich kaum vorstellbar und eben deshalb nochmal besonderer darüber zu lesen.
Alles in allem kann ich das Buch definitiv allen weiterempfehlen die sich für die Geschichte Englands und dessen Königreich interessieren.
von Sandra Schwarz - 2024-10-21 15:00:00
Wallis, Edward und die Royals - 4 Sterne
In ihrer Biografie "Wallis Simpson - Verhinderte Queen, Aufsteigerin, Meistgehasste Frau der Welt" porträtiert Michaela Lindinger die sagenumwobene Wallis Simpson.
Wer sich mit den englischen Royals nie wirklich beschäftigt hat, wird wahrscheinlich noch nie von Wallis Simpson gehört haben. Sind doch andere Personen, wie Lady Di, Camilla, Meghan Markle oder Kate Middleton viel bekannter. Im preisgekrönten Serienepos "The Crown" hat Wallis Simpson jedoch einen kurzen Auftritt. Und ganz so unwichtig in der Geschichte der Royals war sie nicht.
Lindinger schafft es in ihrer Biografie ein Bild von Wallis einzufangen, das den meisten Menschen unbekannt ist. Natürlich immer in Relation zu Edward Windsor, da er der ausschlaggebende Punkt für ihre Bekanntheit war.
Als Leserin habe ich viele neue Dinge über Wallis und Edward erfahren, die mir so nicht bewusst waren und habe dadurch so einiges dazugelernt.
Wer nur eine Biografie von Wallis erwartet, wird entäuscht werden. Wer allerdings über Wallis und Edward und ihre Beziehung und ihr Kennenlernen erfahren möchte, dem wird das Buch gut gefallen. Für alle englischen Royals Fans eine klare Empfehlung.
Wer sich mit den englischen Royals nie wirklich beschäftigt hat, wird wahrscheinlich noch nie von Wallis Simpson gehört haben. Sind doch andere Personen, wie Lady Di, Camilla, Meghan Markle oder Kate Middleton viel bekannter. Im preisgekrönten Serienepos "The Crown" hat Wallis Simpson jedoch einen kurzen Auftritt. Und ganz so unwichtig in der Geschichte der Royals war sie nicht.
Lindinger schafft es in ihrer Biografie ein Bild von Wallis einzufangen, das den meisten Menschen unbekannt ist. Natürlich immer in Relation zu Edward Windsor, da er der ausschlaggebende Punkt für ihre Bekanntheit war.
Als Leserin habe ich viele neue Dinge über Wallis und Edward erfahren, die mir so nicht bewusst waren und habe dadurch so einiges dazugelernt.
Wer nur eine Biografie von Wallis erwartet, wird entäuscht werden. Wer allerdings über Wallis und Edward und ihre Beziehung und ihr Kennenlernen erfahren möchte, dem wird das Buch gut gefallen. Für alle englischen Royals Fans eine klare Empfehlung.
von rosetheline - 2024-10-09 18:38:00
Spannende Biografie einer Antiheldin - 5 Sterne
Wallis Simpson von Michaela Lindinger ist eine toll geschriebene Biografie in einer wunderschönen Aufmachung. Das rote, simpel gehaltene Cover zieht sich als Designvorlage durch das ganze Buch. Die Textpassagen werden mit ansprechend gestalteten schwarz weiß Fotografien ergänzt.
Lindinger beschreibt das ganze Leben von Wallis Simpson anschaulich und beleuchtet informativ ihre frühe Jugend und Kindheit, die maßgeblich ihr späteres Verhalten prägt. Durch die lebendige Erzählweise zieht das Buch die Leser*innen in den Bann. In ein paar Tagen habe ich die Geschichte rund um die Protagonistin und die royale Familie verschlungen und war begeistert. Es ist eine spannende Biografie über das Leben und Wirken einer Persönlichkeit, die in ihrem Leben viele negative Schlagzeilen erlebte und trotzdem konsequent ihren eigenen selbstbestimmten Weg ging.
Lindinger beschreibt das ganze Leben von Wallis Simpson anschaulich und beleuchtet informativ ihre frühe Jugend und Kindheit, die maßgeblich ihr späteres Verhalten prägt. Durch die lebendige Erzählweise zieht das Buch die Leser*innen in den Bann. In ein paar Tagen habe ich die Geschichte rund um die Protagonistin und die royale Familie verschlungen und war begeistert. Es ist eine spannende Biografie über das Leben und Wirken einer Persönlichkeit, die in ihrem Leben viele negative Schlagzeilen erlebte und trotzdem konsequent ihren eigenen selbstbestimmten Weg ging.
von Schkob - 2024-10-06 18:44:00
Klatsch und Tratsch - 2 Sterne
Wallis Simpson, Duchess of Windsor und Frau des abgedankten Königs von England, ist eine eher ungewöhnliche Wahl für eine Buchreihe, die sich ansonsten offenbar als Heldinnen zu bezeichnenden Frauen widmet. Denn als Heldin wird Wallis in diesem Buch definitiv nicht dargestellt - im Gegenteil: Sie wird als berechnend, verletzend, unsicher, masochistisch, unbelesen, unsympathisch und machthungrig beschrieben. Nach zweihundert Seiten ist die erste Szene zu finden, in der sie Bewundernswertes tut.
Ihr Ehemann Edward kommt ähnlich schlecht weg (dumm, willenlos, kindisch) in den Kapiteln, die als Doppelbiographie der beiden Berühmtheiten dienen.
Dass ich dieses Buch so schlecht bewerte, liegt aber nicht an den unsympathischen Personen - dies sind historische Wahrheiten, das ist nicht das Problem. Problematisch ist, wie viel Spekulation das Buch enthält:
Da wird über mehrere Kapitel erzählt, dass Wallis Simpson intersexuell gewesen sein müsse. Beweis? Die Vermutungen einer Autorin eines anderen Buches über sie und ihre - Zitat! - "großen Hände". Und Edward? Bestimmt schwul. Beweis? Sein bester Kumpel war möglicherweise schwul, aber das weiß man auch nicht genau, denn über so etwas wurde ja nicht geredet damals. Diverse bekannte Persönlichkeiten werden nebenbei als lesbisch benannt, was ja alles interessant wäre, wenn mehr als regenbogenpresseartige Vermutungen geliefert werden würden.
Ebenso hat mich gestört, wie viele inhaltliche und redaktionelle Fehler es gab. Es macht einen Unterschied, ob von einer guten Partei oder einer guten Partie geschrieben wird und Wallis Simpson, die 20 Jahre nach dem Ende der Sklaverei in den USA geboren wurde, konnte unmöglich wie im Buch beschrieben, den Lynchmord an einem Sklaven in Baltimore gesehen haben.
Ihr Ehemann Edward kommt ähnlich schlecht weg (dumm, willenlos, kindisch) in den Kapiteln, die als Doppelbiographie der beiden Berühmtheiten dienen.
Dass ich dieses Buch so schlecht bewerte, liegt aber nicht an den unsympathischen Personen - dies sind historische Wahrheiten, das ist nicht das Problem. Problematisch ist, wie viel Spekulation das Buch enthält:
Da wird über mehrere Kapitel erzählt, dass Wallis Simpson intersexuell gewesen sein müsse. Beweis? Die Vermutungen einer Autorin eines anderen Buches über sie und ihre - Zitat! - "großen Hände". Und Edward? Bestimmt schwul. Beweis? Sein bester Kumpel war möglicherweise schwul, aber das weiß man auch nicht genau, denn über so etwas wurde ja nicht geredet damals. Diverse bekannte Persönlichkeiten werden nebenbei als lesbisch benannt, was ja alles interessant wäre, wenn mehr als regenbogenpresseartige Vermutungen geliefert werden würden.
Ebenso hat mich gestört, wie viele inhaltliche und redaktionelle Fehler es gab. Es macht einen Unterschied, ob von einer guten Partei oder einer guten Partie geschrieben wird und Wallis Simpson, die 20 Jahre nach dem Ende der Sklaverei in den USA geboren wurde, konnte unmöglich wie im Buch beschrieben, den Lynchmord an einem Sklaven in Baltimore gesehen haben.
von Reiseweise - 2024-09-30 20:15:00
Bewegtes Leben einer interessanten Frau - 4 Sterne
Ein interessantes Sachbuch über Wallis Simpson, Duchess of Windsor und ihrem Gatten, den vormaligen britischen König Edward VIII.
Die Liebe des britischen Königs Edward VIII. zur geschiedenen Amerikanerin Wallis Simpson brachte Britannien in eine Krise. Man tat alles um die Frau aus dem Weg zu schaffen. Aber ergebnislos, der König dankte ab und heiratete seine große Liebe. Die Liebe von Wallis galt weniger dem Mann, als Position, Geld und Macht.
Der Autorin Michaela Lindinger gelang ein gut recherchierter, tiefgründiger Einblick in das Leben einer Frau, der es gelang die Monarchie zu erschüttern.
Auch die Darstellung vom abgedankten König ist äußerst interessant. Aus Liebe verzichtete er auf den Thron. Er war ein Befürworter Hitlers und zeichnete sich nicht durch übermäßige Intelligenz aus.
Zahlreiche schwarz-weiß Fotos ergänzen die in einer angenehmen Erzählweise dargestellten Einblicke in das Leben dieser bemerkenswerten Frau.
Die Liebe des britischen Königs Edward VIII. zur geschiedenen Amerikanerin Wallis Simpson brachte Britannien in eine Krise. Man tat alles um die Frau aus dem Weg zu schaffen. Aber ergebnislos, der König dankte ab und heiratete seine große Liebe. Die Liebe von Wallis galt weniger dem Mann, als Position, Geld und Macht.
Der Autorin Michaela Lindinger gelang ein gut recherchierter, tiefgründiger Einblick in das Leben einer Frau, der es gelang die Monarchie zu erschüttern.
Auch die Darstellung vom abgedankten König ist äußerst interessant. Aus Liebe verzichtete er auf den Thron. Er war ein Befürworter Hitlers und zeichnete sich nicht durch übermäßige Intelligenz aus.
Zahlreiche schwarz-weiß Fotos ergänzen die in einer angenehmen Erzählweise dargestellten Einblicke in das Leben dieser bemerkenswerten Frau.
von peppi - 2024-09-27 16:46:00
Eine interessante Biografie - 5 Sterne
Die österreichische Historikerin und Autorin Michaela Lindinger ist bekannt dafür, sich mit kontroversiellen Frauen der Geschichte zu beschäftigen. Diesmal hat sich in diesem 9. Band der Serie „Reihenweise kluge Frauen“ einer Frau gewidmet, der man die Eigenschaft „klug“ nicht unbedingt zuordnen würde: Wallis Simpson (1896-1986). Bauernschlau vielleicht, berechnend, zielstrebig, intrigant und manipulativ jedenfalls.
In vier großen Abschnitten, die in viele kleine Kapitel unterteilt sind, geht die Autorin den Spuren der Person Wallis Simpson, die 1896 als Bessiewallis Warfield in Pennsylvania, geboren und nach dem Tod des Vaters in ärmlichen Verhältnissen aufwachsen wird, und später als meistgehasste Frau der Welt gilt, nach.
Wir steigen im ersten Kapitel in das Leben von Wallis Simpson und Edward, kurz nach seiner Abdankung als König im Dezember 1936 ein. Er muss England auf Druck der königlichen Familie und des Parlaments verlassen, reist nach Österreich, wo er als Gast der Baronin Rothschild in deren Schloss wohnt. Auf Grund der gültigen Gesetze muss er getrennt von Wallis auf deren Scheidung von Ernest Simpson warten und geht der Gastgeberin recht bald gehörig auf die Nerven.
Im zweiten Kapitel erhalten wir Einblick in die frühe Lebensgeschichte von Wallis sowie in ihre Herkunft in Amerika, ihre Ehen sowie ihre Kunst, Freundinnen die Männer auszuspannen inklusive. Hier erfahren wir, dass Wallis wahrscheinlich mit einer Störung der Geschlechtsentwicklung (DSD) zur Welt gekommen sein dürfte, was ihr extrem androgynes Aussehen bewirkt hat und ihr extrem große, männlich anmutende Hände beschert hat. Edward hingegen hat kaum Bartwuchs und wird in der Army wegen seiner fehlenden Brusthaare (damals der Inbegriff der Männlichkeit) gehänselt.
Das dritte Kapitel beschäftigt nicht nur die Klatschpresse mit dem akkurat von Wallis geplanten Zusammentreffen mit Edward sondern auch mit dem späteren Eheleben der beiden. Nach der Abdankung, die Wallis aller Zukunftsträume als „Königin“ beraubt, wird am 3. Juni 1937 geheiratet. Doch nicht wie von Wallis gewünscht mit Hunderten Gästen in Westminster Abbey, sondern im allerkleinsten Kreis ohne Edwards Familie. Eigentlich hat Wallis das Interesse an Edward schon längst verloren. Sie gibt sich mit anderen Männern ab und demütigt den ehemaligen König auch in aller Öffentlichkeit. Dass er sich das alles gefallen lässt, lässt auch tief blicken. Es scheint, als wäre er ihr hörig gewesen.
Das vierte und letzte Kapitel beschreibt Wallis Leben als Witwe und ihr einsames Sterben.
Michaela Lindinger, die schon Biografien über Hedy Lamarr, Elisabeth Petznek und Marie Antoinette geschrieben hat, versteht ihr Handwerk. Penible Recherche fördert bislang nicht oder wenig Bekanntes zu Tage. So erfahren wir, dass beide kaum jemals ein Buch gelesen haben, wenig gebildet sind (Was bei einem Mann, der einst Herrscher über das Britische Empire war, doch ein wenig befremdlich wirkt.) und politische Ansichten zum Besten geben, die dem Britischen Königshaus die Grausbirnen aufsteigen lässt (und damit ist nicht nur die Anbiederung an Nazi-Deutschland gemeint). Immerhin, der Ex-König strickt, um seine Nervosität zu beruhigen. Leider erfährt man nicht ob es Socken oder Pullover geworden sind. Vermutlich weder noch.
Die Autorin versucht aus den ihr zu Verfügung stehen Queller herauszufinden, was diese Frau antreibt. Angst vor einem Leben im Mittelmaß oder gar Armut? Übersteigertes Geltungsbedürfnis? Obwohl sich Michaela Lindinger Wallis Simpson sehr sachlich nähert, ist das Wesen dieser Frau nicht ganz zu erfassen.
Diese Biografie passt in ihrer Aufmachung bestens zu den acht anderen Lebensgeschichten dieser Reihe. Das doch ein wenig schrille Rot des Covers mit dem Porträt im weißen Lichtkegel weckt gleich das Interesse. Dutzende Fotos, unter anderem das kompromittierende mit Hitler, sowie ein ausführliches Quellenverzeichnis ergänzen das als Harcover ausgeführte Buch.
Fazit:
Gerne gebe ich der Biografie dieser eigenartigen Frau, die für das Britische Königshaus bis über ihren Tod hinaus eine Persona non grata ist, 5 Sterne.
In vier großen Abschnitten, die in viele kleine Kapitel unterteilt sind, geht die Autorin den Spuren der Person Wallis Simpson, die 1896 als Bessiewallis Warfield in Pennsylvania, geboren und nach dem Tod des Vaters in ärmlichen Verhältnissen aufwachsen wird, und später als meistgehasste Frau der Welt gilt, nach.
Wir steigen im ersten Kapitel in das Leben von Wallis Simpson und Edward, kurz nach seiner Abdankung als König im Dezember 1936 ein. Er muss England auf Druck der königlichen Familie und des Parlaments verlassen, reist nach Österreich, wo er als Gast der Baronin Rothschild in deren Schloss wohnt. Auf Grund der gültigen Gesetze muss er getrennt von Wallis auf deren Scheidung von Ernest Simpson warten und geht der Gastgeberin recht bald gehörig auf die Nerven.
Im zweiten Kapitel erhalten wir Einblick in die frühe Lebensgeschichte von Wallis sowie in ihre Herkunft in Amerika, ihre Ehen sowie ihre Kunst, Freundinnen die Männer auszuspannen inklusive. Hier erfahren wir, dass Wallis wahrscheinlich mit einer Störung der Geschlechtsentwicklung (DSD) zur Welt gekommen sein dürfte, was ihr extrem androgynes Aussehen bewirkt hat und ihr extrem große, männlich anmutende Hände beschert hat. Edward hingegen hat kaum Bartwuchs und wird in der Army wegen seiner fehlenden Brusthaare (damals der Inbegriff der Männlichkeit) gehänselt.
Das dritte Kapitel beschäftigt nicht nur die Klatschpresse mit dem akkurat von Wallis geplanten Zusammentreffen mit Edward sondern auch mit dem späteren Eheleben der beiden. Nach der Abdankung, die Wallis aller Zukunftsträume als „Königin“ beraubt, wird am 3. Juni 1937 geheiratet. Doch nicht wie von Wallis gewünscht mit Hunderten Gästen in Westminster Abbey, sondern im allerkleinsten Kreis ohne Edwards Familie. Eigentlich hat Wallis das Interesse an Edward schon längst verloren. Sie gibt sich mit anderen Männern ab und demütigt den ehemaligen König auch in aller Öffentlichkeit. Dass er sich das alles gefallen lässt, lässt auch tief blicken. Es scheint, als wäre er ihr hörig gewesen.
Das vierte und letzte Kapitel beschreibt Wallis Leben als Witwe und ihr einsames Sterben.
Michaela Lindinger, die schon Biografien über Hedy Lamarr, Elisabeth Petznek und Marie Antoinette geschrieben hat, versteht ihr Handwerk. Penible Recherche fördert bislang nicht oder wenig Bekanntes zu Tage. So erfahren wir, dass beide kaum jemals ein Buch gelesen haben, wenig gebildet sind (Was bei einem Mann, der einst Herrscher über das Britische Empire war, doch ein wenig befremdlich wirkt.) und politische Ansichten zum Besten geben, die dem Britischen Königshaus die Grausbirnen aufsteigen lässt (und damit ist nicht nur die Anbiederung an Nazi-Deutschland gemeint). Immerhin, der Ex-König strickt, um seine Nervosität zu beruhigen. Leider erfährt man nicht ob es Socken oder Pullover geworden sind. Vermutlich weder noch.
Die Autorin versucht aus den ihr zu Verfügung stehen Queller herauszufinden, was diese Frau antreibt. Angst vor einem Leben im Mittelmaß oder gar Armut? Übersteigertes Geltungsbedürfnis? Obwohl sich Michaela Lindinger Wallis Simpson sehr sachlich nähert, ist das Wesen dieser Frau nicht ganz zu erfassen.
Diese Biografie passt in ihrer Aufmachung bestens zu den acht anderen Lebensgeschichten dieser Reihe. Das doch ein wenig schrille Rot des Covers mit dem Porträt im weißen Lichtkegel weckt gleich das Interesse. Dutzende Fotos, unter anderem das kompromittierende mit Hitler, sowie ein ausführliches Quellenverzeichnis ergänzen das als Harcover ausgeführte Buch.
Fazit:
Gerne gebe ich der Biografie dieser eigenartigen Frau, die für das Britische Königshaus bis über ihren Tod hinaus eine Persona non grata ist, 5 Sterne.
von Bellis-Perennis - 2024-09-25 17:34:00
Wallis Simpson und der Ex-König - 4 Sterne
In der Reihe "Reihenweise kluge Frauen" hat der Molden Verlag bereits 8 Biografien veröffentlicht, drei davon stammen aus der Feder der österreichischen Autorin Michaela Lindinger. Im 9. Band geht es nun um die Amerikanerin Wallis Simpson, die in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts durch ihre skandalöse Verbindung mit dem englischen König Edward VIII. berühmt wurde.
Das gebundene Buch ist sehr liebevoll und hochwertig gestaltet. Es umfasst 256 Seiten und ist in vier Kapitel gegliedert, zahlreiche größtenteils großformatige Schwarz-Weiß-Fotos ergänzen die Texte.
Im ersten Kapitel lernen wir den ehemaligen König Edward kennen, der auf Druck des Königshauses unmittelbar nach seiner Abdankung nach Österreich reist und als Gast im Schloss der Baronin Rothschild wohnt. Er wartet dort auf Wallis Simpson, deren Scheidung in Frankreich vollzogen wird. Im zweiten Kapitel geht es um Wallis' Herkunft und ihr Leben in Baltimore. Das dritte Kapitel befasst sich mit dem Zusammentreffen der in zweiter Ehe verheirateten Wallis mit Edward sowie dem späteren Eheleben der beiden. Die letzten Lebensjahre von Wallis werden im vierten Kapitel beschrieben.
Das unterhaltsame Buch ist in sachlicher und klarer Sprache geschrieben und gibt uns Einblicke in Wallis' Leben und ihre Persönlichkeit. Ihr Vater stirbt, als Wallis 5 Monate alt ist. Die Mutter ist nun mittellos und auf die Unterstützung ihres Schwagers angewiesen. Wallis weiß schon früh, dass sie einen reichen Mann heiraten wird, sie wird immer auf der Suche nach finanzieller Sicherheit sein. Mit viel Ehrgeiz geht sie ihren Weg, schreckt dabei auch nicht davor zurück, Freundinnen den Mann zu nehmen, und mit viel Hartnäckigkeit gelingt es ihr, dem Prinzen von Wales vorgestellt zu werden. Über diesen verrät uns das Buch viel bisher Unbekanntes. Beispielsweise liest Edward keine Bücher, und weil er schon als Kind Konzentrationsprobleme hatte, strickt er. Thematisiert wird auch seine Sympathie für die Nationalsozialisten, für die er von vielen Seiten kritisiert wird.
Die Charakterzeichnung von Wallis und Edward finde ich gelungen. Edward hat mir leidgetan, weil Wallis ihm keine aufrichtige Liebe entgegenbrachte, und Wallis, für die ich wenig Sympathie hatte, habe ich bedauert, weil sie sich aufgrund ihrer familiären Prägung zu einer harten Frau entwickelt hatte, die zwar eine besondere Ausstrahlung besaß, aber nicht in der Lage war, Gefühle zu zeigen. Ich fand die Beschreibung der Beziehung der beiden sehr interessant, war aber auch erschüttert über die einseitige Liebe des Ex-Königs und die Entwicklung zweier Menschen, die sehr verschieden waren und dennoch 35 Jahre bis zu Edwards Tod zusammen blieben. Die detaillierte Schilderung ihres Liebeslebens und ihrer Neigungen nimmt nach meiner Ansicht etwas zu viel Raum ein.
Die fesselnde und kurzweilige Biografie über Wallis Simpson, die für die Royals eine Persona non grata blieb, hat mir sehr gut gefallen - Leseempfehlung!
Das gebundene Buch ist sehr liebevoll und hochwertig gestaltet. Es umfasst 256 Seiten und ist in vier Kapitel gegliedert, zahlreiche größtenteils großformatige Schwarz-Weiß-Fotos ergänzen die Texte.
Im ersten Kapitel lernen wir den ehemaligen König Edward kennen, der auf Druck des Königshauses unmittelbar nach seiner Abdankung nach Österreich reist und als Gast im Schloss der Baronin Rothschild wohnt. Er wartet dort auf Wallis Simpson, deren Scheidung in Frankreich vollzogen wird. Im zweiten Kapitel geht es um Wallis' Herkunft und ihr Leben in Baltimore. Das dritte Kapitel befasst sich mit dem Zusammentreffen der in zweiter Ehe verheirateten Wallis mit Edward sowie dem späteren Eheleben der beiden. Die letzten Lebensjahre von Wallis werden im vierten Kapitel beschrieben.
Das unterhaltsame Buch ist in sachlicher und klarer Sprache geschrieben und gibt uns Einblicke in Wallis' Leben und ihre Persönlichkeit. Ihr Vater stirbt, als Wallis 5 Monate alt ist. Die Mutter ist nun mittellos und auf die Unterstützung ihres Schwagers angewiesen. Wallis weiß schon früh, dass sie einen reichen Mann heiraten wird, sie wird immer auf der Suche nach finanzieller Sicherheit sein. Mit viel Ehrgeiz geht sie ihren Weg, schreckt dabei auch nicht davor zurück, Freundinnen den Mann zu nehmen, und mit viel Hartnäckigkeit gelingt es ihr, dem Prinzen von Wales vorgestellt zu werden. Über diesen verrät uns das Buch viel bisher Unbekanntes. Beispielsweise liest Edward keine Bücher, und weil er schon als Kind Konzentrationsprobleme hatte, strickt er. Thematisiert wird auch seine Sympathie für die Nationalsozialisten, für die er von vielen Seiten kritisiert wird.
Die Charakterzeichnung von Wallis und Edward finde ich gelungen. Edward hat mir leidgetan, weil Wallis ihm keine aufrichtige Liebe entgegenbrachte, und Wallis, für die ich wenig Sympathie hatte, habe ich bedauert, weil sie sich aufgrund ihrer familiären Prägung zu einer harten Frau entwickelt hatte, die zwar eine besondere Ausstrahlung besaß, aber nicht in der Lage war, Gefühle zu zeigen. Ich fand die Beschreibung der Beziehung der beiden sehr interessant, war aber auch erschüttert über die einseitige Liebe des Ex-Königs und die Entwicklung zweier Menschen, die sehr verschieden waren und dennoch 35 Jahre bis zu Edwards Tod zusammen blieben. Die detaillierte Schilderung ihres Liebeslebens und ihrer Neigungen nimmt nach meiner Ansicht etwas zu viel Raum ein.
Die fesselnde und kurzweilige Biografie über Wallis Simpson, die für die Royals eine Persona non grata blieb, hat mir sehr gut gefallen - Leseempfehlung!
von Bücherfreundin - 2024-09-21 20:56:00


