Rezensionen
Identitätssuche im grellen Licht des Wrestlings - 5 Sterne
Mit Sunset Flip hat mich Joey Goebel auf ganzer Linie überrascht. Wrestling? Ehrlich gesagt ein Thema, das mich sonst kaum interessiert. Umso beeindruckender, wie sehr mich dieser Roman gefesselt hat. Es wird ganz sicher nicht das letzte Buch sein, das ich von Joey Goebel lese.
Im Mittelpunkt steht Auggie Schnuck, der als Wrestler kurz davorsteht, alles erreicht zu haben. Seine Karriere läuft, mit Nadine plant er eine gemeinsame Zukunft – eigentlich könnte alles perfekt sein. Doch je höher Auggie steigt, desto mehr beginnt er, mit seiner Kunstfigur „The Aug“ zu verschmelzen. Der Traum vom Erfolg kippt langsam in eine existenzielle Unsicherheit: Wer ist er noch, wenn die Rolle überhandnimmt? Und was bleibt von den eigenen Träumen – etwa seinem Wunsch, zum Film zu gehen – wenn die Show zur Realität wird?
Joey Goebel erzählt diese Entwicklung raffiniert und mit einer dichten, spannungsgeladenen Handlung. Die Geschichte entfaltet einen starken Sog, weil sie weit mehr ist als ein Roman über Wrestling. Es geht um Identität, um Inszenierung und Authentizität, um die Zerbrechlichkeit von Glück und die feine Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit. Gerade das Zusammenspiel von Künstlichkeit, Kampf und überraschender Zärtlichkeit macht den Reiz des Buches aus.
Besonders gelungen sind die Figuren. Auggie ist keine schillernde Projektionsfläche, sondern ein vielschichtiger, nahbarer Protagonist, dessen innere Zerrissenheit man hautnah miterlebt. Auch Nadine und die Nebenfiguren wirken lebendig und authentisch. Man fiebert mit, leidet mit und hofft, dass Auggie einen Weg findet, sich selbst nicht zu verlieren. Wirklich ein gelungender Roman!
Im Mittelpunkt steht Auggie Schnuck, der als Wrestler kurz davorsteht, alles erreicht zu haben. Seine Karriere läuft, mit Nadine plant er eine gemeinsame Zukunft – eigentlich könnte alles perfekt sein. Doch je höher Auggie steigt, desto mehr beginnt er, mit seiner Kunstfigur „The Aug“ zu verschmelzen. Der Traum vom Erfolg kippt langsam in eine existenzielle Unsicherheit: Wer ist er noch, wenn die Rolle überhandnimmt? Und was bleibt von den eigenen Träumen – etwa seinem Wunsch, zum Film zu gehen – wenn die Show zur Realität wird?
Joey Goebel erzählt diese Entwicklung raffiniert und mit einer dichten, spannungsgeladenen Handlung. Die Geschichte entfaltet einen starken Sog, weil sie weit mehr ist als ein Roman über Wrestling. Es geht um Identität, um Inszenierung und Authentizität, um die Zerbrechlichkeit von Glück und die feine Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit. Gerade das Zusammenspiel von Künstlichkeit, Kampf und überraschender Zärtlichkeit macht den Reiz des Buches aus.
Besonders gelungen sind die Figuren. Auggie ist keine schillernde Projektionsfläche, sondern ein vielschichtiger, nahbarer Protagonist, dessen innere Zerrissenheit man hautnah miterlebt. Auch Nadine und die Nebenfiguren wirken lebendig und authentisch. Man fiebert mit, leidet mit und hofft, dass Auggie einen Weg findet, sich selbst nicht zu verlieren. Wirklich ein gelungender Roman!
von Micki - 2026-06-11 20:12:00
sehr interessant - 5 Sterne
Ich finde das Cover passt sehr gut zu dem Buch und es passt sowieso sehr gut zu dem Verlag. Es ist unaufgeregt und trotzdem interessant gestaltet. Und genauso ist auch ein wenig das Buch. Denn es handelt von einem Mann, der eigentlich Schauspieler werden möchte, aber dann doch beim Wrestling gelandet und geblieben ist. Während des Lesens konnte ich mich sehr gut mit den Figuren identifizieren. Der Schreibtisch bei sehr gut gefallen, da die Aufteilung des Buches ideal gewählt wurde und man sie sehr gut zurechtgefunden hat. Auch das Thema des Buches des Wrestling fand ich sehr interessant, da ich mich sonst noch nie mit diesem Thema befasst habe in meinem Leben. Man wird in eine ganz andere Welt mitgenommen und er fährt sehr viel. Ich kann dieses Buch sehr empfehlen, da es. Kurzweilige Reise in einen sehr interessanten Sport ist. Sehr gelungen.
von inya - 2026-06-01 19:54:00
es geht den Bach runter - 4 Sterne
Wrestling ist ja so ne Scheinwelt für sich- ich schau mir das auch super gerne an und bin jedes mal geflasht, wie Geschichten und Sport dort aufeinander prallen und eine mitreißende Welt erschaffen, in der man allzu schnell vergisst, dass nichts davon real ist.. Finds total faszinierend und dieser Roman gibt einen kleinen Blick hinter die Kulissen dieses Sports.
Auggie ist so ein bisschen ein tragischer Held, eine traurige Gestalt im Champion-Gürtel. Wirkt er am Anfang noch äußerst bodenständig und sympathisch, so driftet er immer mehr zum Antagonisten seiner eigenen Geschichte ab.
Auggie und Nadine sind in ihrer ganzen Banalität durchaus schillernde Gestalten. Ihr Lebensstil ist eigentlich eher bescheiden und geprägt von bodenständigen Träumen. Man wünscht sich durchaus Erfolg für sie, merkt aber schnell, dass diese Geschichte nur in Chaos und Zerstörung enden kann. Auggies Entgleiten ist erschreckend, die Grenzen zwischen seiner Realperson und seinem Alter Ego verschwimmen zunehmend. Erzählerisch ist das toll gemacht.
Für mich das einzige Manko an diesem Buch: Die zeitlich sprunghafte Erzählweise hat mich hier immer so ein bisschen rausgerissen, ich glaube chronologisch erzählt hätte mir die Geschichte noch einen Ticken besser gefallen. Ich musste manche Stellen doppelt lesen um sie in den richtigen Kontext zu setzen, wenn ich den Zeitsprung mal wieder überlesen hatte.
Was ich sehr gelungen fand, das war der Abschluss der Geschichte, der einen schönen Bogen schlägt. Das hat mich auch mit Auggie nochmal so ein bisschen versöhnt. Fands gut.
Auggie ist so ein bisschen ein tragischer Held, eine traurige Gestalt im Champion-Gürtel. Wirkt er am Anfang noch äußerst bodenständig und sympathisch, so driftet er immer mehr zum Antagonisten seiner eigenen Geschichte ab.
Auggie und Nadine sind in ihrer ganzen Banalität durchaus schillernde Gestalten. Ihr Lebensstil ist eigentlich eher bescheiden und geprägt von bodenständigen Träumen. Man wünscht sich durchaus Erfolg für sie, merkt aber schnell, dass diese Geschichte nur in Chaos und Zerstörung enden kann. Auggies Entgleiten ist erschreckend, die Grenzen zwischen seiner Realperson und seinem Alter Ego verschwimmen zunehmend. Erzählerisch ist das toll gemacht.
Für mich das einzige Manko an diesem Buch: Die zeitlich sprunghafte Erzählweise hat mich hier immer so ein bisschen rausgerissen, ich glaube chronologisch erzählt hätte mir die Geschichte noch einen Ticken besser gefallen. Ich musste manche Stellen doppelt lesen um sie in den richtigen Kontext zu setzen, wenn ich den Zeitsprung mal wieder überlesen hatte.
Was ich sehr gelungen fand, das war der Abschluss der Geschichte, der einen schönen Bogen schlägt. Das hat mich auch mit Auggie nochmal so ein bisschen versöhnt. Fands gut.
von Lies_ein_Buch - 2026-05-25 17:45:00
Ausflug in die Welt des Wrestlings - 4 Sterne
Joey Goebel ist ein Autor, den ich mit seinen Romanen „Vincent“ und „Freaks“ lieben gelernt habe. Auch seine Lesung vor vielen Jahren in Leipzig mit Gitarre und Musik war genial. Der vielseitige Künstler, der auch Musiker und Lehrer ist, hat mich sehr beeindruckt und mit seinen Büchern berührt.
Um so schöner, dass nach langer Pause endlich wieder ein neuer Goebel erschienen ist.
Sunset Flip ist wieder ein zutiefst amerikanisches Buch. Im Mittelpunkt steht die Welt des Wrestlings, eine für uns völlig fremde Welt. Die Begeisterung der Menschen dafür für uns schwer nachzuvollziehen.
Am Schicksal von Auggie Schnuck wird sie hier lebendig. Aber das ist nur eine Ebene. Eigentlich geht es stark auch um Gesellschaftskritik, um Armut, um Gewalt, um Ungerechtigkeit um die Schwächeren der Gesellschaft.
Auggie Schnuck wächst in Armut auf, er wird gemobbt, er erfährt Gewalt. In der Schule ist es das Krafttraining und das Theater, das ihn da rausholt, ihm einen Sinn gibt und ihn erfüllt. Nach schwieriger Suche nach einem Job als Schauspieler, stößt er auf das Wrestling. Er verdient gut Geld, kann auch seine schauspielerischen Fähigkeiten einbauen. Und als ihm ein Manager über seinen Aufstieg im Wrestling verspricht, dass anschließende die Karriere als Schauspieler auf ihn wartet, scheint er endlich angekommen zu sein.
Ich fand es spannend, über eine mir völlig fremde Welt zu lesen, ich mochte auch den Aufbau, bei dem wir Auggies Weg ab einem gewissen Zeitpunkt chronologisch lasen, dazwischen aber seine Vorgeschichte rückwärts erzählt. Die Sprache war mir teilweise zu emotionslos, zu schlicht. Auch die vielen Dialoge haben mich nicht ganz überzeugt.
Dennoch: ein spannender Roman mit interessanten Charakteren, einem für mich neuen Themen, ein Stück Amerika und starke Kritik an der Ungerechtigkeit eines Systems.
Mir hat es gefallen!
Um so schöner, dass nach langer Pause endlich wieder ein neuer Goebel erschienen ist.
Sunset Flip ist wieder ein zutiefst amerikanisches Buch. Im Mittelpunkt steht die Welt des Wrestlings, eine für uns völlig fremde Welt. Die Begeisterung der Menschen dafür für uns schwer nachzuvollziehen.
Am Schicksal von Auggie Schnuck wird sie hier lebendig. Aber das ist nur eine Ebene. Eigentlich geht es stark auch um Gesellschaftskritik, um Armut, um Gewalt, um Ungerechtigkeit um die Schwächeren der Gesellschaft.
Auggie Schnuck wächst in Armut auf, er wird gemobbt, er erfährt Gewalt. In der Schule ist es das Krafttraining und das Theater, das ihn da rausholt, ihm einen Sinn gibt und ihn erfüllt. Nach schwieriger Suche nach einem Job als Schauspieler, stößt er auf das Wrestling. Er verdient gut Geld, kann auch seine schauspielerischen Fähigkeiten einbauen. Und als ihm ein Manager über seinen Aufstieg im Wrestling verspricht, dass anschließende die Karriere als Schauspieler auf ihn wartet, scheint er endlich angekommen zu sein.
Ich fand es spannend, über eine mir völlig fremde Welt zu lesen, ich mochte auch den Aufbau, bei dem wir Auggies Weg ab einem gewissen Zeitpunkt chronologisch lasen, dazwischen aber seine Vorgeschichte rückwärts erzählt. Die Sprache war mir teilweise zu emotionslos, zu schlicht. Auch die vielen Dialoge haben mich nicht ganz überzeugt.
Dennoch: ein spannender Roman mit interessanten Charakteren, einem für mich neuen Themen, ein Stück Amerika und starke Kritik an der Ungerechtigkeit eines Systems.
Mir hat es gefallen!
von Petra Gruber - 2026-05-23 08:15:00
Zwischen Show und Leben - 5 Sterne
Mit seinem Buch „Sunset Flip“ gibt der in Kentucky lebende US-amerikanische Autor und Musiker Joey Goebel einen interessanten Einblick in die Welt des Wrestlings. Es ist aber keineswegs nur etwas für Fans dieses Sports, da es einiges mehr zu bieten hat.
Der Wrestler Auggie Schnuck – genannt „The Aug“ konnte bereits einige sportliche Erfolge feiern.
Sein nächstes Ziel ist eine Rolle beim Film. Karrieretechnisch könnte es kaum besser laufen. Auch privat läuft es für Auggie gut. Er will mit seiner Freundin Nadine zusammenziehen und eine Familie gründen. Dennoch ist er von Selbstzweifeln geplagt.
Der Schreibstil von Joey Goebel ist dicht und intensiv. Die Handlung wird nicht chronologisch erzählt und bewegt sich zwischen August 1977 und Mai 2024. Da die Kapitel mit der Nennung des Ortes und des Datums beginnen, ist die Einordnung jedoch problemlos.
Die Charaktere wirken authentisch und sind vielschichtig angelegt. Auggie und Nadine leben zwischen Show und der Realität.
Dabei war für mich bisher unklar, wie viel Show Wrestling bedeutet. Bisher wusste ich nur wenig über diesen Sport und habe interessante Einblicke erhalten.
Trotz - oder vielleicht sollte ich sagen wegen - seines Erfolges steht Auggie unter enormen Druck. Er ist sehr impulsiv, steht permanent zwischen der Show und dem Leben, womit er auch zwischen der Identität als Sportler und Freund lebt. Sein Konflikt wird spürbar und ist sicherlich einer, der sich ebenso auf andere Sportarten übertragen lässt.
Obwohl Wrestling keine der Sportarten ist, die mich übermäßig interessiert, fand ich das Buch aufgrund der Darstellung der Charaktere interessant. Man muss also kein Fan dieses Sports sein, um Gefallen daran zu finden.
Der Wrestler Auggie Schnuck – genannt „The Aug“ konnte bereits einige sportliche Erfolge feiern.
Sein nächstes Ziel ist eine Rolle beim Film. Karrieretechnisch könnte es kaum besser laufen. Auch privat läuft es für Auggie gut. Er will mit seiner Freundin Nadine zusammenziehen und eine Familie gründen. Dennoch ist er von Selbstzweifeln geplagt.
Der Schreibstil von Joey Goebel ist dicht und intensiv. Die Handlung wird nicht chronologisch erzählt und bewegt sich zwischen August 1977 und Mai 2024. Da die Kapitel mit der Nennung des Ortes und des Datums beginnen, ist die Einordnung jedoch problemlos.
Die Charaktere wirken authentisch und sind vielschichtig angelegt. Auggie und Nadine leben zwischen Show und der Realität.
Dabei war für mich bisher unklar, wie viel Show Wrestling bedeutet. Bisher wusste ich nur wenig über diesen Sport und habe interessante Einblicke erhalten.
Trotz - oder vielleicht sollte ich sagen wegen - seines Erfolges steht Auggie unter enormen Druck. Er ist sehr impulsiv, steht permanent zwischen der Show und dem Leben, womit er auch zwischen der Identität als Sportler und Freund lebt. Sein Konflikt wird spürbar und ist sicherlich einer, der sich ebenso auf andere Sportarten übertragen lässt.
Obwohl Wrestling keine der Sportarten ist, die mich übermäßig interessiert, fand ich das Buch aufgrund der Darstellung der Charaktere interessant. Man muss also kein Fan dieses Sports sein, um Gefallen daran zu finden.
von Tara - 2026-05-15 18:39:00
Sunset Flip - 5 Sterne
In Sunset Flip erzählt Joey Goebel von der Welt des Wrestlings – von Show, harten Kämpfen und großen Träumen. Im Ring geht es um Siege, außerhalb um Anerkennung und Selbstzweifel. Mit viel Gefühl und einem trockenen Humor zeigt der Roman, was hinter den Masken steckt. Eine ehrliche, ungewöhnliche Geschichte über Identität und darüber, seinen eigenen Platz zu finden.
von Lena Kripahle-Wiek - 2026-03-14 21:55:00


