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Rezensionen

Was ist in meinem Alter sonst noch üblich?
Roman | Über das Älterwerden und die Sehnsucht nach Nähe – erfrischend und voller Lebensmut | Für Leserinnen und Leser von Doris Knecht und Julia Schoch

Autor: Wencke Mühleisen

Erschienen 2026 bei Nagel & Kimche
ISBN 978-3-312-01473-6
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kein angenehmes Lesen - 2 Sterne

Die körperliche Nähe war schon lange aus der Ehe von Erika und Jan verschwunden. Trotzdem kam es für sie sehr überraschend als Jan ihr an einem letzten Urlaubstag offenbarte dass er seit ca. anderthalb Jahren eine Beziehung mit der jüngeren Marie hat.

Mich haben zwei Dinge gestört: Zum einen der Schreibstil mit vielen verschachtelten, langen Sätzen. Ich wollte ein Beispiel zitieren habe dann aber aufgrund der Überlänge nur die Anzahl der Worte gezählt: 94 Worte! (Seite 92/93) Was soll man mit solch einem Satz anfangen?
Und die Hauptperson Erika deren Gedanken die ganze Geschichte tragen blieb mir unsympathisch. Wir lesen die ganze Zeit larmoyante und aggressive Betrachtungen ihrer jetzigen Situation. Besonders ihre Gedanken Marie gegenüber waren derbe und beleidigend.
Es war für mich kein angenehmes Lesen so dass ich froh war dass das Buch weniger als 200 Seiten hatte.
von BR - 2026-03-23 15:22:00

Schlimmes Urlaubsende - 3 Sterne

Was Erika am letzten Abend ihres Urlaubs von ihrem Ehemann erfährt, ist eigentlich eine alte Geschichte, x-fach praktiziert, gerade am Ende eines gemeinsamen Urlaubs. Und da sie schon seit langem seine Zärtlichkeiten und seine Leidenschaft vermisst, sollte seine Eröffnung, er habe schon seit vielen Monaten ein Verhältnis, sie nicht gar so überraschen. Und doch ist frau von einer derartigen Eröffnung immer wie erschlagen. Wir Frauen sollten eigentlich mit dieser Möglichkeit gewissermaßen rechnen und im Geist schon einmal durchgehen, was danach kommen könnte.
Aber das ist worst case einer Ehe, wenn auch sehr häufig vorkommend, und eine lebenserfahrene Seniorin wie ich sollte nicht so gescheit daherschreiben. In Erikas Kopf beginnt nämlich jetzt ein wahres Gedankenkarussell: Was für Möglichkeiten bleiben ihr denn noch mit ihren 65 Jahren? Sind Männer in dieser Lage besser dran? Oder eröffnen sich ihr jetzt nicht nur eine neue Freiheit, sondern auch eine immense Einsamkeit und Verlorenheit? Was war die Ursache dieser neuen Bindung? Am Äußeren der beiden Frauen (Erika kennt die Nebenbuhlerin) kann es wohl kaum liegen. Widersprüche und Selbstzweifel erschweren zusätzlich das Verstehen einer solch neuen Situation im Leben einer Frau am Beginn des Rentenalters.
Teils sind es lange Passagen im Text, ein kaum gegliedertes Schriftbild, welches das Lesen mühsam machte und mich zum Querlesen verführte. Mir gefällt aber, was die Autorin Wencke Mühleisen zum Thema alles überlegt hat und nun uns zu vermitteln weiß. Ab und zu blitzt Humor auf, das ist bei diesem Thema wohltuend. Insgesamt ist die Grundstimmung in der Story durchaus nicht negativ, aber manchmal wirkt sie schon sehr bedrückend.
Insgesamt bin ich froh, dass ich dieses Thema hinter mir habe. Den Roman werde ich vermutlich kein zweites Mal mehr lesen. Das heitere und etwas naiv wirkende Cover hat mir eine etwas andere Geschichte vorgegaukelt. Wer aus den Überlegungen der Autorin etwas für sich selbst lernen will, dem sei das Buch empfohlen.
von Emmmbeee - 2026-03-13 15:59:00

Stilistisch top - 3 Sterne

Dieses Buch war … anders. Anders im Sinne von besonders intensiv, schonungslos, künstlerisch … aber leider konnte es mich nicht emotional erreichen.

Zunächst einmal: Das Cover im Gemäldestil gefällt mir außerordentlich gut. Es strahlt etwas Melancholisches, Reifes, Nachdenkliches aus, was ja die Grundstimmung des Romans visuell wunderbar einfängt. Auch sprachlich merkt man sofort: Hier schreibt jemand mit Anspruch - klar, reflektiert, enorm tiefgründig. Keine leichte Unterhaltung, sondern ein literarisches Sezieren von Sehnsucht, Altern, Körperlichkeit und Beziehungsmustern.

Der Einstieg in Triest gefiel mir noch recht gut, ist atmosphärisch dicht - die gepflasterten Straßen, das gelbe Licht der Bars, dieses leise Unbehagen unter der Oberfläche, weil Erika spürt, dass irgendetwas nicht im Reinen ist, es jedoch nicht benennen kann … das alles ist eindrücklich beschrieben worden. Überhaupt ist der Schreibstil sehr bildhaft, fast essayistisch; viele Gedanken kreisen um Vergänglichkeit, Begehren, den alternden Körper, um das Gefühl, entliebt worden zu sein - und auch darum, selbst einmal Verrat begangen zu haben. Genau an diesem Punkt begann mein innerer Abstand.

Es fiel mir schwer, tiefes Mitgefühl für Erika zu entwickeln. Denn sie selbst hatte ihren Mann Jahre zuvor betrogen - und auch wenn jede Beziehung ihre eigenen Dynamiken hat und nichts jemals schwarz-weiß ist, war es für mich keine sonderliche Überraschung, dass a) eine Beziehung nach solch einem Vorfall angeknackst sein kann und b) diese Wunde möglicherweise nie ganz verheilt. Das Vertrauen hat Risse bekommen, die Nähe ist kompliziert geworden. Vielleicht war genau diese Ambivalenz gewollt, bei mir führte sie jedoch eher zu Distanz als zu Empathie.

Was ich zudem ganz ehrlich sagen muss: Die sehr explizite, direkte Sprache in einigen Passagen war für mich schlicht nicht stimmig. Ich lese durchaus gerne Romane mit sinnlicher Note, give me anything spicy, I love it! - das ist überhaupt nicht der Punkt. Aber hier empfand ich die Wortwahl stellenweise als zu derb, vulgär … und vor allem als nicht passend zur sonst eher literarisch-künstlerischen Tonlage. Sicherlich werden viele Leser:innen genau diese Offenheit feiern, auf mich wirkte sie eher befremdlich.

Ich hatte schlicht andere Erwartungen. Der Klappentext (und auch die Empfehlung, der Read sei "warmherzig" und "witzig") ließ mich auf eine Geschichte hoffen, die trotz aller Tiefe auch Leichtigkeit trägt. Vielleicht etwas in der Art von Susanne Fröhlich - mit realistischer Note, aber stets mit einem Augenzwinkern und vor allem: mit Hauptfiguren, die ich von Herzen mag. Stattdessen empfand ich die Atmosphäre des vorliegenden Werkes als deutlich deprimierender, beklemmender, fast schwer auf der Brust liegend. Nach der Lektüre fühlte ich mich nicht bereichert oder hoffnungsvoll, sondern eher bedrückt … und so sollte sich Lesen, zumindest für mich persönlich, nicht anfühlen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass dieses Buch schlecht ist, im Gegenteil: es ist literarisch höchst anspruchsvoll, reflektiert, kompromisslos ehrlich in seiner Auseinandersetzung mit Alter, Lust, Scham und Macht in Beziehungen. Es wird sicherlich viele Leser:innen finden, die genau diese Schonungslosigkeit schätzen und sich in Erikas Fragen wiederfinden. Für mich jedoch war es eindeutig nicht das richtige Buch zur richtigen Zeit. Daher vergebe ich 3 Sterne - aus Respekt vor der literarischen Qualität, auch wenn es inhaltlich einfach überhaupt nicht mein Fall war.

Fazit:
Manchmal passt ein Buch … und manchmal eben nicht, auch das gehört zum Lesen dazu. Stilistisch: top, inhaltlich: Geschmackssache.
von Furbaby_Mom - 2026-03-10 01:20:00

Überraschend explizit - 3 Sterne

Okay, zuerst müssen wir über dieses Cover reden. Nie im Leben hätte ich mich dieses Design gereizt, den Roman in die Hand zu nehmen. Die Farben, die Fonts, die Frauengestalt, alles daran weckt in mir sofort Assoziation a die „Junge-Frauen-Romane“ aus den 70er, die ich aus Mangel an Alternativen lesen musste. Auch der Titel ist meiner Meinung nach denkbar wenig vielversprechend. Nun gut, zum Glück gibt es Leseproben und in diesem Fall hatte sie mich gleich überzeugt.

Ja, es geht um eine ältere Frau über 60, die ihr Leben neu sortieren muss, aber auf wesentlich weniger betulichere Art, als das Cover vermuten lässt. Gerade in Hinblick auf Sex und weibliches Begehren wird Mühleisen oft erfrischend deutlich und kommt komplett ohne blümerante Umschreibungen aus.

“Ich bin mit Marie zusammen.”

Das eröffnet Erikas Mann ihr am letzten Abend des Italienurlaubs, gerade als sie ihm vorschlagen will, die Beziehung zu öffnen. Wenckes Ich-Erzählerin Erika fehlt schon länger der Sex und die Intimität in ihrer langjährigen Ehe und sie erhoffte sich vom Öffnen der Ehe neue sexuelle und persönlichen Impulse.
Turns out, ihr Mann holt sich das alles schon länger bei einer 15 Jahre jüngeren Frau, nämlich bei Marie.

Erika, die selbst vor 20 Jahren eine außereheliche Affäre hatte, stürzt das Bekenntnis ihres Mannes zu seiner neuen Freundin in eine tiefe Krise. Sie fühlt sich nicht nur um die körperliche Nähe betrogen, die ihr ihr Mann schon so lange verweigert, sondern sie stellt die ganzen letzten Jahre, nein, sogar die ganze Dauer ihrer Ehe in Frage.
Außerdem quält sie der Liebeskummer und das Bedürfnis, sich ganz fest an ihren Mann zu klammern, dem sie nur aus Gründen der Selbstachtung nicht nachgibt.

Ich mochte die Erzählerin und den Roman sehr gerne, vor allem weil Mühleisen, die sich als Schriftstellerin mit Themen wie Gender Sexualität, Feminismus und Politik beschäftigt, eine ordentlich Portion davon in ihren Roman einfließen lässt.

“Ich schämte mich dafür, dass ich eine dieser Frauen war, die ständig herummeckerte, eine echte Zicke. Dass wir fast wie ein Schatten unserer Eltern in den 1950er Jahren waren. Unerträglich.”

Dabei ist Erika durchaus eine Frau ihrer Generation. Für jüngere Leser*innen mag es irritierend sein, mit welche wenig schmeichelhaften Worte Wenckes betrogene Protagonistin für die in ihren Augen wenig attraktive jüngere Geliebte ihres Mannes beschreibt. Vor allem deren Gewicht ist in Erikas Augen ein Beweis ihrer moralischen Verdorbenheit, das Wort „dick“ taucht immer wieder auf, wenn Erika a die jüngere Frau denkt.

“Jans Wahl seiner Geliebten hatte etwas zutiefst Verstörendes.”

Mühleisen zeigt meiner Meinung nach damit gut, wie internalisierte Misogynie funktioniert und gegen wen sie sich richtet. Spoiler: natürlich nicht gegen die Herren der Schöpfung, die sich außerhalb des Machtbereichs von Frauen* befinden und auch auf Grund von Abhängigkeitsverhältnissen für Kritik nicht adressierbar sind.

Der Roman erreicht, wie ich finde, nicht die Reflexionstiefe von beispielsweise des autobiografischen „Ein Versuch ,meine Liebe zu ordnen“ von Christien Brinkgreve, dazu baut er zu sehr auf Unterhaltung. Dennoch freue ich mich über die feministische Ausrichtung und den Stellenwert von Sex und körperliche Intimität in dem Roman. Das ist nicht selbstverständlich und leider auch heute noch ziemlich selten, gerade bei Protagonistinnen über 60.

Ich würde jetzt gerne auch noch „Alles, wovor ich Angst habe, ist schon passiert“ von der norwegischen Autorin lesen, ein weiterer auf Deutsch vorliegender Roman, den ich aber ebenfalls vorschnell wegen des Covers für mich ausgeschlossen hatte.
von @lust_auf_literatur - 2026-03-07 20:19:00

Kann Liebe mit 65 noch einmal ganz von vorne beginnen? - 3 Sterne

Man sitzt mit Erika in diesem Restaurant in Triest – letzter Abend im Urlaub, warmes Licht, vielleicht ein Glas Wein auf dem Tisch. Und dann sagt Jan diesen einen Satz, der alles verschiebt. Ab da fühlt sich dieser Roman an wie ein inneres Beben, das nicht mehr aufhört.

In Was ist in meinem Alter sonst noch üblich? von Wencke Mühleisen geht es nicht um eine klassische Affärenstory. Eigentlich geht es um etwas viel Intimeres: um Fragen, die man sich stellt, wenn ein langes gemeinsames Leben plötzlich Risse bekommt – und wenn der eigene Körper, die Zeit und die Liebe sich verändern.

Erika und Jan sind seit Jahrzehnten ein Paar. Sie haben gemeinsam gelebt, gestritten, geliebt, einen Sohn großgezogen. Doch körperliche Nähe gibt es schon lange nicht mehr – zumindest nicht zwischen ihnen. Während Erika sich immer noch nach Berührung und Sinnlichkeit sehnt, gesteht Jan, dass er seit längerer Zeit eine Beziehung zu einer jüngeren Frau hat. Und plötzlich steht Erika auf der anderen Seite der Geschichte: dort, wo Schmerz, Wut und eine ganze Flut von Fragen warten.

Was diesen Roman so besonders macht, ist der Blick nach innen. Die Geschichte wird komplett aus Erikas Perspektive erzählt – und man ist wirklich in ihrem Kopf. Ihre Gedanken springen, zweifeln, erinnern sich, drehen sich im Kreis, gehen zurück zum Anfang der Beziehung, zu ihrem eigenen Seitensprung vor vielen Jahren, zu all dem, was zwischen ihnen passiert ist. Das Buch fühlt sich dadurch weniger wie ein klassischer Roman an, sondern eher wie ein ehrliches Nachdenken über Liebe, Verletzung, Alter und Selbstwert.

Der Schreibstil ist dabei erstaunlich offen und direkt. Mühleisen scheut sich nicht, über Sexualität, Körperlichkeit und Begehren im Alter zu schreiben – und das manchmal sogar mit einer leichten, fast humorvollen Note. Gerade diese Mischung aus Ernsthaftigkeit und trockenem Witz macht den Text lebendig. Es gibt Stellen, die sehr schonungslos sind, besonders wenn Erika sich vorstellt, wie Jan mit der anderen Frau intim war. Und dann wieder Passagen, in denen man schmunzeln muss, weil die Beobachtungen so klug und menschlich sind.

Sprachlich ist der Roman ruhig, aber emotional dicht. Die relativ kurzen Kapitel sorgen dafür, dass man immer weiterliest – fast wie bei einem Gedankenstrom, der nicht abbrechen will. Ich bin ehrlich gesagt ziemlich schnell durch die knapp 200 Seiten geflogen. Es ist kein großes, dramatisches Erzählen, sondern eher ein feines, genaues Sezieren einer Beziehung.

Und trotzdem: leicht ist dieses Buch nicht. Es stellt unangenehme Fragen. Zum Beispiel: Was bleibt von einer Beziehung nach Jahrzehnten? Und wer bin ich noch, wenn der Mensch, der mich lange begleitet hat, plötzlich woanders hinschaut? Besonders berührend fand ich, wie stark hier auch das Thema Alter mitschwingt – diese leise Angst, vielleicht nicht mehr begehrenswert zu sein, und gleichzeitig der Wunsch nach Nähe, der überhaupt nicht verschwunden ist.

Ich hatte beim Lesen oft das Gefühl, dass viele Menschen sich in Erika wiederfinden könnten – nicht unbedingt in der gleichen Situation, aber in diesen Gedanken über Liebe, Zweifel und Lebenswege. Es ist kein Roman, der große Lösungen präsentiert. Eher einer, der Raum gibt zum Nachdenken.

Für mich war das eine kluge, ehrliche und überraschend unterhaltsame Lektüre über Beziehungen jenseits der typischen Liebesroman-Klischees. Vielleicht kein Buch, das komplett neue Erkenntnisse liefert – aber eines, das einen sehr still und nachhaltig zum eigenen Leben zurückschauen lässt. Und manchmal ist genau das ja das Wertvollste.
von nil_liest - 2026-03-07 12:03:00

Allein zu Zweit - 4 Sterne

In einem Lokal in Triest erfährt die Protagonistin Erika vom Seitensprung ihres Mannes. Seit Jahren fühlt sie die Trennung, konnte aber keinen Grund für ein Vergehen ihres Mannes ausmachen. Im Gegenteil, sie schiebt diese Entfremdung auf ihren – vor Jahrzehnten gebeichteten – eigenen Seitensprung. Erika (65 Jahre) versuchte mit dem Ausflug nach Italien ihre Liebe wieder zu erwecken, zu entflammen, zumindest wieder anzufachen.
In einer Reflexion erfahren wir LeserInnen von den Geschehnissen, die zum Geständnis im Restaurant führen. Die Betrogenen, sie und er, sitzen sich nun gegenüber, im Lokal in Triest und später beim Therapeuten. In beiden Lokationen kommt es zu keiner Aussprache.
Erika erkennt, dass sich ihr Mann Jan schon lange geistig von ihr getrennt hat. Hat sie in einer Scheinwelt gelebt, die Sitzungen mit ihrem Mann lassen sie das glauben. Was hat sie falsch gemacht? Sie hat nur ihn geliebt und möchte ihn weiterlieben.
Die Geschichte der Autorin Wencke Mühleisen ist selbst einen Roman wert. Sie hat in ihrer Jugend im Friedrichshof-Kollektiv von Otto Muehl (österreichischer Aktionskünstler) gelebt und war als Performancekünstlerin tätig. Ich würde sie als Feministin bezeichnen. Ihre Aktionen haben immer den Zweck die Stellung der Frau in der Gesellschaft sichtbar zu machen, diese aufzuwerten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass dieser Roman auch autobiografische Inhalte verarbeitet.
Für alle die es wagen die Geschichte einer gescheiterten Ehe zu lesen, die sich über die Jahre zu einer Beziehung ausweitet, die auf zwei verschiedenen Ebenen stattfindet. Keiner der beiden Partner ist in der Lage seine Gefühle zu äußern und die Situation zu klären. Wie so oft im Leben ist kein happy end in Sicht.
von robertp - 2026-03-05 09:22:00

Beziehungen - 5 Sterne

Das Cover und der Titel wirken unscheinbar. Umso mehr war ich über den Inhalt überrascht und erfreut.
Im Buch "Was ist in meinem Alter sonst noch üblich?" von Wencke Mühleisen geht es um ein 65-jähriges Ehepaar. Erika und Jan machen einen gemeinsamen Urlaub in Italien, in der Hoffnung das dieser Urlaub die eingestaubte Beziehung in Schwung bringt. Aber leider ist genau das Gegenteil der Fall. Am letzten Abend gesteht Jan, dass er seit mehr als einem Jahr eine Beziehung zu einer anderen Frau hat. Nach dieser Beichte hat Erika so ziemlich alle Gedanken die man einfach nur haben kann. Die Geschichte ist wirklich ausgezeichnet umgesetzt und hat mich sehr gefesselt. Besonders interessant finde ich die ganzen verschiedenen Gedankengänge die Erika hat und das sie sich mal mit ihrem Schicksal abfindet und dann wieder nicht. Manchmal sind mir ihre Gefühle wie ein Pendel vorgekommen die von einem Extrem ins andere geschwankt sind.

Auch wenn ich mit Ende 20 eher nicht in die angepeilte Lesegruppe falle, hat mich der Roman durch die Sprache und den Inhalt absolut abgeholt und war mein Lesehighlight im Februar 2026.
von Lydia_Te - 2026-03-01 20:54:00

Lesenswerte Beziehungskrise - 4 Sterne

In ihrem neuen Roman schreibt die Autorin Wencke Mühleisen sehr offen über die aus den Fugen geratene langjährige Ehe von Erika und Jan. Beide Mitte sechzig.
Die Leser/innen werden sofort in die Geschichte mitgenommen. Man fühlt mit Erika mit, es ist alles so nachvollziehbar. Auch findet sich sicher manche Frau genau in der Geschichte wieder. Sie ist aus dem Leben gegriffen.
Der Schreibstil der Autorin ist gut zu lesen in kurzen, aussagekräftigen Sätzen. Die Szenen sind sehr gut beschrieben und einfühlsam. Trotz der tragischen Thematik kommt Witz und Humor nicht zu kurz.
Eine sehr gute Übersetzung aus dem Norwegischen von Ina Kronenberger.
Das wertige Buch hat eine gute Haptik und auch das Cover finde ich sehr gut gewählt und schön.
Eine Buchempfehlung vor allem für Frauen ab der Mitte des Lebens aber natürlich auch für alle Paare in längeren Beziehungen.
von Brigitte - 2026-02-25 12:58:00

Lesenswerte Beziehungskrise - 3 Sterne

In ihrem neuen Roman schreibt die Autorin Wencke Mühleisen sehr offen über die aus den Fugen geratene langjährige Ehe von Erika und Jan. Beide Mitte sechzig.
Die Leser/innen werden sofort in die Geschichte mitgenommen. Man fühlt mit Erika mit, es ist alles so nachvollziehbar. Auch findet sich sicher manche Frau genau in der Geschichte wieder. Sie ist aus dem Leben gegriffen.
Der Schreibstil der Autorin ist gut zu lesen in kurzen, aussagekräftigen Sätzen. Die Szenen sind sehr gut beschrieben und einfühlsam. Trotz der tragischen Thematik kommt Witz und Humor nicht zu kurz.
Eine sehr gute Übersetzung aus dem Norwegischen von Ina Kronenberger.
Das wertige Buch hat eine gute Haptik und auch das Cover finde ich sehr gut gewählt und schön.
Eine Buchempfehlung vor allem für Frauen ab der Mitte des Lebens aber natürlich auch für alle Paare in längeren Beziehungen.
von Brigitte - 2026-02-25 11:35:00

Neustart im Alter - 3 Sterne

Neustart im Alter

Der Roman erzählt von Erika, einer Frau, etwas älter wie 60 Jahre. Erika und Jan sind seit Jahrzehnten verheiratet, ihre Ehe steckt im Alltagstrott. Während eines gemeinsamen Italienurlaubs gesteht er, dass er eine Affäre mit einer deutlich jüngeren Frau hat. Dieses Ereignis erschüttert ihr bisheriges Leben - sie fällt aus allen Wolken. Sie überdenkt Beziehung, Alter, Begehren und Selbstwert.
"Was ist in meinem Alter noch üblich" - diese Frage zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch.

Der Einstieg in das Buch und die Thematik ist absolut gelungen. Jedoch verläuft sich das im Laufe des Buches etwas. Es wirkte immer mehr undurchdacht und verwirrend. Auch kam es zu zahlreichen Wiederholungen. Auch das Ende konnte mich nicht überzeugend. Auch sind mir die beiden Protagonisten irgendwie fremd geblieben.

Mich konnte das Buch nicht so packen, wie ich es mir erwartet hätte.
von div - 2026-02-24 12:37:00