Rezensionen
Medea
Roman | Der Sunday-Times-Bestseller endlich auf Deutsch | Feministisch, kraftvoll, laut - griechische Mythologie neu interpretiert
Autor: Rosie Hewlett
Erschienen 2025 bei HarperCollins Hardcover
ISBN 978-3-365-01169-0
Der Mensch hinter dem Mythos - 4 Sterne
Griechische Mythen und Göttergeschichten sind wohlbekannt, man weiß was passiert und wie die Erzählung endet. Doch was treibt die Charaktere an, welche Gefühle leiten ihre Handlungen? In diesem Buch wird Medea eine Stimme gegeben und aus ihrer Perspektive erleben wir ihren Mythos nach. Wir erhalten einen kurzen Einblick in ihre Kindheit und knüpfen anschließend an die bekannten Geschichten rund um das Goldene Vlies und Jason an.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen, auch sprachlich wurde es richtig schön erzählt. Immer wieder gab es Sätze mit großer Wortkraft, aber auch gelungene Beschreibungen, die mich in diese Sagenwelt versetzt haben. Hierzu wurde die griechische Mythologie nicht nur im Rahmen des Medea Mythos verwendet, sondern gezielt benutzt, um die Welt lebendig zu machen. Andere Götter, Figuren oder Sagen werden nebenbei erwähnt, sodass Medeas Geschichte nicht frei im Raum steht, sondern sich perfekt in das große Ganze einfügt. Dadurch konnte man Beziehungen besser verstehen und als Leser auch noch das ein oder andere dazulernen.
Was mir auch gut gefallen hat: Medeas Magie wird anhand diverser Beispiele toll erklärt, sie kann nicht einfach so zaubern, sondern es beruht auf einem System, das sie erst beherrschen lernen muss.
Medea selbst wird von der mythischen Figur zu einem Menschen mit Gefühlen. Ihre Entwicklung lässt sich gut verfolgen, ihre Entscheidungen werden nachvollziehbarer. Teilweise hätte ich mir hier bei manchen Entwicklungen jedoch noch etwas mehr Tiefe gewünscht, generell ist es aber durchaus gelungen. Eine schöne Art, die alten Geschichten neu zu erleben!
Der Schreibstil hat mir gut gefallen, auch sprachlich wurde es richtig schön erzählt. Immer wieder gab es Sätze mit großer Wortkraft, aber auch gelungene Beschreibungen, die mich in diese Sagenwelt versetzt haben. Hierzu wurde die griechische Mythologie nicht nur im Rahmen des Medea Mythos verwendet, sondern gezielt benutzt, um die Welt lebendig zu machen. Andere Götter, Figuren oder Sagen werden nebenbei erwähnt, sodass Medeas Geschichte nicht frei im Raum steht, sondern sich perfekt in das große Ganze einfügt. Dadurch konnte man Beziehungen besser verstehen und als Leser auch noch das ein oder andere dazulernen.
Was mir auch gut gefallen hat: Medeas Magie wird anhand diverser Beispiele toll erklärt, sie kann nicht einfach so zaubern, sondern es beruht auf einem System, das sie erst beherrschen lernen muss.
Medea selbst wird von der mythischen Figur zu einem Menschen mit Gefühlen. Ihre Entwicklung lässt sich gut verfolgen, ihre Entscheidungen werden nachvollziehbarer. Teilweise hätte ich mir hier bei manchen Entwicklungen jedoch noch etwas mehr Tiefe gewünscht, generell ist es aber durchaus gelungen. Eine schöne Art, die alten Geschichten neu zu erleben!
von Ryria - 2026-01-28 21:20:00
Neue Sichtweisen - 4 Sterne
Medea sehnt sich nach einem anderen Leben. Seit ihrer Kindheit ist sie von ihrer Schwester getrennt, von ihrer Mutter gemieden und von ihrem Bruder und Vater verfolgt und gequält worden. Und das alles wegen eines einzigartigen und gefährlichen Talents: der Hexerei. Doch als ein tollkühner junger Held, Jason, auftaucht, um das berühmte Goldene Vlies einzufordern, das ihr Vater so vehement beschützt, sieht Medea ihre Chance zur Flucht. Ihr Angebot, Jason bei der Überwindung der von ihrem Vater auferlegten Prüfungen zu helfen, setzt eine Reise in Gang, die jedes Quäntchen ihrer Stärke, Magie und Loyalität auf die Probe stellen wird; eine Reise, auf der sie gegen Monster kämpfen, Könige entthronen und sich verlieben wird.
Ich lese immer wieder gerne über die Schicksale von Frauen in der Geschichte und das Buch über Medea habe ich gerne gelesen. Das Buch ist aus Sicht von Medea geschrieben und so erzählt die Protagonistin in Ich-Form von ihrem Schicksal. Dies hat mir gut gefallen, denn so ist der Leser noch mehr an ihr dran und kann ihre Gedanken und Sichtweisen besser nachvollziehen. Zunächst wird auf die Zeit als Kind eingegangen und wie dann eine starke Frau entsteht die ihren Weg finden muss. Ich finde der Autorin ist es gut gelungen die Figur der Medea lebendig zu machen und dem Leser zu zeigen welche Person hinter dem Namen steckt.
Ich mochte es sehr durch diese Geschichte mal wieder in die Welt der griechischen Mythologie einzutauchen und wieder neue Sichtweisen aus den Augen einer Frau damals zu erhalten. Mir hat es Spaß gemacht das Buch zu lesen, auch wenn der Ausgang ziemlich tragisch ist.
Ich lese immer wieder gerne über die Schicksale von Frauen in der Geschichte und das Buch über Medea habe ich gerne gelesen. Das Buch ist aus Sicht von Medea geschrieben und so erzählt die Protagonistin in Ich-Form von ihrem Schicksal. Dies hat mir gut gefallen, denn so ist der Leser noch mehr an ihr dran und kann ihre Gedanken und Sichtweisen besser nachvollziehen. Zunächst wird auf die Zeit als Kind eingegangen und wie dann eine starke Frau entsteht die ihren Weg finden muss. Ich finde der Autorin ist es gut gelungen die Figur der Medea lebendig zu machen und dem Leser zu zeigen welche Person hinter dem Namen steckt.
Ich mochte es sehr durch diese Geschichte mal wieder in die Welt der griechischen Mythologie einzutauchen und wieder neue Sichtweisen aus den Augen einer Frau damals zu erhalten. Mir hat es Spaß gemacht das Buch zu lesen, auch wenn der Ausgang ziemlich tragisch ist.
von DoraLupin - 2026-01-27 16:00:00
Feministische und fesselnde Neuinterpretation einer tragischen Figur - 4 Sterne
Als ehemalige Latein LK-lerin liebe ich die griechische Mythologie und doch habe ich gezögert, dieses Buch zu lesen angesichts der Dramatik und Grausamkeit von Medeas Geschichte. Ich bin sehr froh, dass ich mich dann doch dazu entschieden habe.
Denn diese Neuinterpretation, die einen Kontext für die komplexe Persönlichkeit und die unglaublich grausamen Taten Medeas liefert, ist durchweg fesselnd erzählt. Sie lässt eine Kategorisierung in Gut und Böse nicht so einfach zu und das hat mich neben dem feministischen Aspekt, der Medea als Opfer patriarchalischer Strukturen darstellt, am meisten an der Geschichte fasziniert. Dass diese aus Medeas Sicht (in der Ich-Perspektive und im Präsens) erzählt wird, hat dies noch verstärkt. Ich habe mitgefiebert, gebangt und gelitten.
Die Sprache ist flüssig und atmosphärisch. Durchgängig hatte ich das Gefühl drohenden Unheils. Medea wirkt trotz der Innenschau immer schwer greifbar, etwas distanziert, was sehr gut zu ihrer Biografie und ihrem Charakter passt. Es ist deshalb nicht so, dass ich sie als Protagonistin direkt stark ins Herz geschlossen habe, aber ich hatte viel Mitgefühl, war gefesselt von ihrer Erzählung und habe trotz allem auf ein gnädiges Schicksal für sie gehofft.
Im Mittelteil gab es ein paar Längen, ansonsten ließ sich das Buch erstaunlich schnell und leicht lesen.
Mein Fazit: Bei diesem Roman handelt es sich um eine fesselnde Neuinterpretation der Geschichte Medeas für alle, die eine gewisse Faszination für die griechische Mythologie und für starke Frauen hegen.
Denn diese Neuinterpretation, die einen Kontext für die komplexe Persönlichkeit und die unglaublich grausamen Taten Medeas liefert, ist durchweg fesselnd erzählt. Sie lässt eine Kategorisierung in Gut und Böse nicht so einfach zu und das hat mich neben dem feministischen Aspekt, der Medea als Opfer patriarchalischer Strukturen darstellt, am meisten an der Geschichte fasziniert. Dass diese aus Medeas Sicht (in der Ich-Perspektive und im Präsens) erzählt wird, hat dies noch verstärkt. Ich habe mitgefiebert, gebangt und gelitten.
Die Sprache ist flüssig und atmosphärisch. Durchgängig hatte ich das Gefühl drohenden Unheils. Medea wirkt trotz der Innenschau immer schwer greifbar, etwas distanziert, was sehr gut zu ihrer Biografie und ihrem Charakter passt. Es ist deshalb nicht so, dass ich sie als Protagonistin direkt stark ins Herz geschlossen habe, aber ich hatte viel Mitgefühl, war gefesselt von ihrer Erzählung und habe trotz allem auf ein gnädiges Schicksal für sie gehofft.
Im Mittelteil gab es ein paar Längen, ansonsten ließ sich das Buch erstaunlich schnell und leicht lesen.
Mein Fazit: Bei diesem Roman handelt es sich um eine fesselnde Neuinterpretation der Geschichte Medeas für alle, die eine gewisse Faszination für die griechische Mythologie und für starke Frauen hegen.
von Katja K. - 2026-01-20 13:43:00
Griechische Sage in neuem Gewand - 5 Sterne
Ich liebe griechische Sagen schon seit ich ein kleines Mädchen bin. Deswegen war klar, dass ich diese neue Erzählung über Medea unbedingt lesen musste. Und ich wurde nicht enttäuscht. Es ist das Porträt einer starken Frau, die trotzdem nicht alle Gefahren hat kommen sehen. Wir lernen sie auf eine ganz andere Weise kennen, als es die Sagen vermitteln und genau das finde ich das Spannende. Ich gebe dafür gerne fünf Sterne.
Medea hat es aufgrund ihrer Kräfte von Anfang an nicht leicht, wird als Hexe bezeichnet, darf sich nur wenig mit ihren Geschwistern abgeben, viele haben Angst von ihr. Als Jason kommt, um das goldene Fließ zu holen, sieht sie ihre Chance zu Flucht aus ihrem alten Leben. Doch wird sie ihrem Schicksal je entkommen?
Ich habe diesen neuen Blick auf die alte Sage sehr genossen. Die Autorin hat sich auf eine sehr tiefe und emotionale Weise mit dem Charakter von Medea auseinandergesetzt und bringt das in dem Buch auch sehr gut herüber. Auch wenn Medea viele Dinge tut, die man nicht unbedingt gutheißen kann, die Autorin hat einen Weg gefunden, dass man sie trotzdem zu einem großen Teil verstehen kann, ihre Gefühle miterlebt, Ängste und Sorgen, Wut und Zorn durchlebt. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, das Buch war schnell ausgelesen.
Mir haben auch viele Nebencharaktere, zum Beispiel Atalante, gut gefallen. Sie haben die Geschichte auf jeden Fall bereichert.
Zusammenfassend kann man sagen, dass wir mit diesem Buch einen Blick in die Seele von Medea werfen können und so einiges der Sage in neuem Licht erscheint.
Ich freue mich auf weitere spannende Interpretationen von griechischen Sagen.
Medea hat es aufgrund ihrer Kräfte von Anfang an nicht leicht, wird als Hexe bezeichnet, darf sich nur wenig mit ihren Geschwistern abgeben, viele haben Angst von ihr. Als Jason kommt, um das goldene Fließ zu holen, sieht sie ihre Chance zu Flucht aus ihrem alten Leben. Doch wird sie ihrem Schicksal je entkommen?
Ich habe diesen neuen Blick auf die alte Sage sehr genossen. Die Autorin hat sich auf eine sehr tiefe und emotionale Weise mit dem Charakter von Medea auseinandergesetzt und bringt das in dem Buch auch sehr gut herüber. Auch wenn Medea viele Dinge tut, die man nicht unbedingt gutheißen kann, die Autorin hat einen Weg gefunden, dass man sie trotzdem zu einem großen Teil verstehen kann, ihre Gefühle miterlebt, Ängste und Sorgen, Wut und Zorn durchlebt. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, das Buch war schnell ausgelesen.
Mir haben auch viele Nebencharaktere, zum Beispiel Atalante, gut gefallen. Sie haben die Geschichte auf jeden Fall bereichert.
Zusammenfassend kann man sagen, dass wir mit diesem Buch einen Blick in die Seele von Medea werfen können und so einiges der Sage in neuem Licht erscheint.
Ich freue mich auf weitere spannende Interpretationen von griechischen Sagen.
von Lealein1906 - 2026-01-08 23:35:00
Medea, die Hexe - 4 Sterne
Ich gebe zu, ich hatte mich bisher wenig mit der griechischen Mythologie befasst. Ich habe mich mit Medea erst nach den ersten Seiten dieses Buches genauer befasst. Danach konnte ich die Geschichte in diesem Buch besser nachvollziehen.
Medea, die kolchische Hexe oder Zauberin hatte Circe als Lehrmeisterin. Sie wurde von ihrem Vater unter Verschluss gehalten und von ihrer Mutter ignoriert. Als Jason mit seinen Argonauten erscheint, verliebt sie sich in ihn und hofft mit seiner Hilfe ihrem elterlichen Gefängnis entfliehen zu können. Erst nach Jahren erkennt sie, dass sie nur Jasons Werkzeug war.
Rosie Hewlett haucht mit ihrem Roman Medea neues Leben ein und versucht, ihre Beweggründe für ihr blutiges Tun, mit ihrer Vergangenheit zu erklären. Dies ist die Geschichte einer Frau, die von einer Unterdrückung in die nächste gestolpert ist und Mühe hat, ihren Hass und ihren Zorn zu zügeln.
Wer sich für diese Thematik interessiert, wird mit diesem Buch gut bedient und sieht vieles aus einem anderen Blickwinkel.
Medea, die kolchische Hexe oder Zauberin hatte Circe als Lehrmeisterin. Sie wurde von ihrem Vater unter Verschluss gehalten und von ihrer Mutter ignoriert. Als Jason mit seinen Argonauten erscheint, verliebt sie sich in ihn und hofft mit seiner Hilfe ihrem elterlichen Gefängnis entfliehen zu können. Erst nach Jahren erkennt sie, dass sie nur Jasons Werkzeug war.
Rosie Hewlett haucht mit ihrem Roman Medea neues Leben ein und versucht, ihre Beweggründe für ihr blutiges Tun, mit ihrer Vergangenheit zu erklären. Dies ist die Geschichte einer Frau, die von einer Unterdrückung in die nächste gestolpert ist und Mühe hat, ihren Hass und ihren Zorn zu zügeln.
Wer sich für diese Thematik interessiert, wird mit diesem Buch gut bedient und sieht vieles aus einem anderen Blickwinkel.
von Ulgu1978 - 2026-01-03 22:27:00
Was, wenn Medea nicht das Monster ist? - 5 Sterne
Rosie Hewlett schafft mit ihrem Buch "Medea" eine kraftvolle, moderne und feministische Neuerzählung der Geschichte einer umstrittenen Figur der griechischen Mythologie.
Das Buch ist aus Medeas Ich-Perspektive geschrieben und man kann leichter ihre Gedanken und Gefühle verstehen. Der Schreibstil ist lebendig, kraftvoll und emotional, was Medea sehr Nahe wirken lässt. Die Sprache ist kraftvoll, damit gibt die Autorin ihrer Protagonistin eine eigene Stimme in einer patriarchalischen Welt und zeigt, wie die Frauen behandelt werden, teilweise leider auch heutzutage noch.
Hewlett stellt nachdenkliche Fragen, wie zum Beispiel "Was, wenn Medea nicht das Monster ist, sondern das Produkt einer patriarchalen Welt, die sie verrät und missbraucht?" und stellt Medeas Image als Kindsmörderin in Frage, wie viel aus dem griechischen Mythos wahr ist?
Eine große Rolle spielt die Magie, aber Hewlett sieht die Magie nicht als Dämonisierung, sondern zeigt sie als Wissensträgerin.
Auch wenn die Sprache sehr modern ist, die Autorin schafft eine stark mythologische Atmosphäre, was mich begeistert hat.
Fazit:
Das Buch ist fesselnd von Anfang an und ich war bis zum Schluss gut unterhalten. Ich würde das Buch vor allem allen weiterempfehlen, die an griechischer Mythologie, neu, in einer modernen Sprache, erzählt und mit starken weiblichen Charakteren interessiert sind. Das Buch ist eine spannende Lektüre auch wenn man wenig oder kein Vorwissen in der griechischen Mythologie hat.
Das Buch ist aus Medeas Ich-Perspektive geschrieben und man kann leichter ihre Gedanken und Gefühle verstehen. Der Schreibstil ist lebendig, kraftvoll und emotional, was Medea sehr Nahe wirken lässt. Die Sprache ist kraftvoll, damit gibt die Autorin ihrer Protagonistin eine eigene Stimme in einer patriarchalischen Welt und zeigt, wie die Frauen behandelt werden, teilweise leider auch heutzutage noch.
Hewlett stellt nachdenkliche Fragen, wie zum Beispiel "Was, wenn Medea nicht das Monster ist, sondern das Produkt einer patriarchalen Welt, die sie verrät und missbraucht?" und stellt Medeas Image als Kindsmörderin in Frage, wie viel aus dem griechischen Mythos wahr ist?
Eine große Rolle spielt die Magie, aber Hewlett sieht die Magie nicht als Dämonisierung, sondern zeigt sie als Wissensträgerin.
Auch wenn die Sprache sehr modern ist, die Autorin schafft eine stark mythologische Atmosphäre, was mich begeistert hat.
Fazit:
Das Buch ist fesselnd von Anfang an und ich war bis zum Schluss gut unterhalten. Ich würde das Buch vor allem allen weiterempfehlen, die an griechischer Mythologie, neu, in einer modernen Sprache, erzählt und mit starken weiblichen Charakteren interessiert sind. Das Buch ist eine spannende Lektüre auch wenn man wenig oder kein Vorwissen in der griechischen Mythologie hat.
von Niko - 2025-12-28 17:07:00
Feministisches Retelling - 5 Sterne
Wusstet ihr, dass Medea ursprünglich nur eine Jungfrau war, die Jason half, das goldene Vlies zu erlangen? Sie war nicht die Hexe, die ihre Kinder umbringt, die wir heute kennen. Diese Erkenntnis stammen aus dem Buch "Witches, Bitches, It-Girls", das Medea ein ganzes Kapitel widmet. Das fand ich so spannend, dass ich sofort wusste, dass ich die feministische Neuerzählung von Medea, die neu bei Harper Collins erschienen ist, unbedingt lesen musste. Es hat mich einfach interessiert, was die Autorin aus diesem Mythos gemacht hat. Und ganz ehrlich, ich finde, sie ist richtig gut gelungen.
Der Mythos, den wir heutzutage kennen, durchdringt weiterhin die Erzählung. Ich weiß nicht, wie gut ihr mit diesem Mythos vertraut seid, und möchte euch nicht spoilern. Ihr könnt euch selbst informieren, um die Geschichte zu kennen, oder das Buch einfach ohne Vorwissen lesen – das funktioniert natürlich auch.
Es ist immer noch die gleiche tragische Geschichte. Die Taten von Medea sind nach wie vor furchtbar, aber ich konnte alles, was sie tut, in dieser Erzählung gut nachvollziehen. Ehrlich gesagt, hat mich das Lesen emotional viel mehr mitgenommen, als ich gedacht hätte. Vor allem hat mich die Geschichte noch lange nach dem Lesen beschäftigt. Mir war beim Lesen nicht bewusst, wie sehr mich das Ganze zum Nachdenken angeregt hat. Deshalb habe ich es auch sehr genossen, die Geschichte im Buddyread zu lesen, da wir uns darüber austauschen konnten.
Wenn ihr Retellings oder Mythologien mögt oder auch nur an feministischen Perspektiven interessiert seid, kann ich dieses Buch nur empfehlen.
von Alo - 2025-12-16 16:22:00
Gequält, gefürchtet, ausgebeutet - 4 Sterne
Medea, eine Person aus der griechischen Mythologie, der man das schlimmste nachsagt, was eine Mutter tun kann – wahrscheinlich kennen viele zumindest Teile ihrer Geschichte. Rosie Hewlett hat ihr mit diesem Roman eine Stimme gegeben, und am Ende wird man Medea vielleicht besser verstehen können.
Die Autorin lässt Medea selbst in Ich-Form erzählen, das ist meiner Meinung auch notwendig, denn es ist wichtig, sie nicht nur von außen beobachten zu können, sondern auch ihre Gedanken und Emotionen hautnah mitzuerleben. Der Roman beginnt mit der kindlichen Protagonistin, die Magie in sich trägt, diese aber noch nicht wirklich versteht. Ein Zauber an ihrem Bruder führt dazu, dass Medea Furcht und Hass entgegengebracht wird, auch durch ihre Familie, nur Chalkiope, ihr Schwester hat noch positive Gefühle für sie.
Medea ist eine Nichte Circes, und diese kommt, um Medea zu lehren, ihre Magie zu verstehen und sinnvoll zu nutzen. Als Medea älter wird, zwingt ihr Vater, der Herrscher von Kolchis, sie, ihre Magie für seine Zwecke einzusetzen. Medea hofft immer mehr darauf, ihre Heimat verlassen zu können, und als die Argonauten in Kolchis haltmachen, sieht sie ihre Chance gekommen.
Die griechische Mythologie hat mich schon immer sehr fasziniert, und so habe ich mich gefreut, dass in den letzten Jahren immer mehr Romane über mythologische Frauen erschienen sind. In manchen ist mir Medea auch bereits begegnet, so in einem Roman über Circe und einem über Atalante, die beide hier auch eine größere Rolle spielen. Mir gefallen solche Verknüpfungen gut, man bekommt andere Perspektiven und neue Erkenntnisse. Alle diese Romane werden von Frauen geschrieben, und haben jeweils eine feministische Ebene, so auch dieser.
Nicht immer kann man Medeas Gedanken und Handlungen nachvollziehen, was aber vielleicht auch daran liegt, dass man weiß, was ihr bevorsteht, zumindest ging es mir so. Andererseits gibt es auch vieles, was man verstehen oder wenigstens nachempfinden kann. Der Autorin ist es gut gelungen, Medea lebendig und vor allem glaubhaft zu gestalten. Auch die anderen Charaktere sind gut gezeichnet.
Am Ende wechselt die Perspektive, auch das fand ich nachvollziehbar und sogar notwendig. Während der Erzählung gibt es zudem drei Zeitsprünge, auch diese sind gut gesetzt und der Geschichte geschuldet. Leider gibt es kein Nachwort, in dem die Autorin näher auf den Roman eingeht.
Medeas Geschichte ist tragisch, Rosie Hewletts Roman spiegelt dies gut wieder, Medea wird greifbar dargestellt. Darüberhinaus hatte ich erneut Freude daran, tief in die griechische Mythologie einzutauchen.
Die Autorin lässt Medea selbst in Ich-Form erzählen, das ist meiner Meinung auch notwendig, denn es ist wichtig, sie nicht nur von außen beobachten zu können, sondern auch ihre Gedanken und Emotionen hautnah mitzuerleben. Der Roman beginnt mit der kindlichen Protagonistin, die Magie in sich trägt, diese aber noch nicht wirklich versteht. Ein Zauber an ihrem Bruder führt dazu, dass Medea Furcht und Hass entgegengebracht wird, auch durch ihre Familie, nur Chalkiope, ihr Schwester hat noch positive Gefühle für sie.
Medea ist eine Nichte Circes, und diese kommt, um Medea zu lehren, ihre Magie zu verstehen und sinnvoll zu nutzen. Als Medea älter wird, zwingt ihr Vater, der Herrscher von Kolchis, sie, ihre Magie für seine Zwecke einzusetzen. Medea hofft immer mehr darauf, ihre Heimat verlassen zu können, und als die Argonauten in Kolchis haltmachen, sieht sie ihre Chance gekommen.
Die griechische Mythologie hat mich schon immer sehr fasziniert, und so habe ich mich gefreut, dass in den letzten Jahren immer mehr Romane über mythologische Frauen erschienen sind. In manchen ist mir Medea auch bereits begegnet, so in einem Roman über Circe und einem über Atalante, die beide hier auch eine größere Rolle spielen. Mir gefallen solche Verknüpfungen gut, man bekommt andere Perspektiven und neue Erkenntnisse. Alle diese Romane werden von Frauen geschrieben, und haben jeweils eine feministische Ebene, so auch dieser.
Nicht immer kann man Medeas Gedanken und Handlungen nachvollziehen, was aber vielleicht auch daran liegt, dass man weiß, was ihr bevorsteht, zumindest ging es mir so. Andererseits gibt es auch vieles, was man verstehen oder wenigstens nachempfinden kann. Der Autorin ist es gut gelungen, Medea lebendig und vor allem glaubhaft zu gestalten. Auch die anderen Charaktere sind gut gezeichnet.
Am Ende wechselt die Perspektive, auch das fand ich nachvollziehbar und sogar notwendig. Während der Erzählung gibt es zudem drei Zeitsprünge, auch diese sind gut gesetzt und der Geschichte geschuldet. Leider gibt es kein Nachwort, in dem die Autorin näher auf den Roman eingeht.
Medeas Geschichte ist tragisch, Rosie Hewletts Roman spiegelt dies gut wieder, Medea wird greifbar dargestellt. Darüberhinaus hatte ich erneut Freude daran, tief in die griechische Mythologie einzutauchen.
von PMelittaM - 2025-12-14 19:05:00
Mythologie neu erleben - 5 Sterne
Ich liebe die Mythologie und das Altertum. Die Geschichten die sich darum ranken haben mich schon immer fazieniert. Daher musste ich einfach zu diesem Buch greifen.
Und obwohl ich auch die alten Erzählungen mag, sind die doch oft von den strahlenden männlichen Helden geprägt und die Frauen kommen meist nicht so gut weg. Daher finde ich es großartig das Rosie Hewlett sich in ihrem Roman auf Medea konzentriert und sie in einem ganz neuen Licht darstellt.
Die Geschichte beginnt in der Kindheit Medeas und erzählt dann und erzählt dann ihr Leben. Natürlich erzählt sie auch von den Männern in ihrem Leben. Den Vater, dem es nie gefällt das sie eine Hexe ist oder Jason der hier ehrlich gesagt nicht so gut wegkommt.
Aber in erster Linie geht es um Medea, um ihre Gefühle um ihre Wünsche und um ihre Taten. Um die Enttäuschungen die sie erlebt hat und um ihre Taten.
Rosie Hewlett hat einen facettenreichen Roman über eine besondere Frau geschrieben, die viel mehr war als nur die Hexe von Kolchis. Gut geschrieben und einfach fesselnd.
Und obwohl ich auch die alten Erzählungen mag, sind die doch oft von den strahlenden männlichen Helden geprägt und die Frauen kommen meist nicht so gut weg. Daher finde ich es großartig das Rosie Hewlett sich in ihrem Roman auf Medea konzentriert und sie in einem ganz neuen Licht darstellt.
Die Geschichte beginnt in der Kindheit Medeas und erzählt dann und erzählt dann ihr Leben. Natürlich erzählt sie auch von den Männern in ihrem Leben. Den Vater, dem es nie gefällt das sie eine Hexe ist oder Jason der hier ehrlich gesagt nicht so gut wegkommt.
Aber in erster Linie geht es um Medea, um ihre Gefühle um ihre Wünsche und um ihre Taten. Um die Enttäuschungen die sie erlebt hat und um ihre Taten.
Rosie Hewlett hat einen facettenreichen Roman über eine besondere Frau geschrieben, die viel mehr war als nur die Hexe von Kolchis. Gut geschrieben und einfach fesselnd.
von Philiene - 2025-12-08 20:17:00
Spannende, feministische Neuinterpretation des düsteren Medea-Mythos - 5 Sterne
Wer war die sagenumwobene Medea, die Prinzessin und Hexe von Kolchis, Ehefrau des Jason und am Ende blutige Rächerin und Kindsmörderin? Wie können wir ihre Geschichte aus ihrer Perspektive ein Stück weit verstehen?
Der britischen Autorin Rosie Hewlett ist mit "Medea" eine sehr spannende, feministische Neuinterpretation des antiken Mythos gelungen. Während traditionelle Erzählungen meistens auf die männliche Perspektive fokussiert sind, lernen wir hier die sagenumwobene Medea aus der Innenperspektive kennen: in Ich-Form erzählt sie uns ihre Geschichte. Dabei beginnt Medea ganz am Anfang, in ihrer Kindheit, als sie noch ein kleines Mädchen war und gerade erst dabei, ihre mächtigen Zauberkräfte zu entdecken.
Es ist eine schwierige Kindheit: vom Vater unterdrückt und verprügelt, vom Bruder verspottet, mit einer schwachen, farblosen Mutter, sind die liebevolle Beziehung zu ihrer jüngeren Schwester und die wenigen Sommer, in denen ihre Tante Circe sie in der Zauberkunst unterweist, ihre einzigen Hoffnungsschimmer.
Medea selbst ist von Anfang an eine starke Persönlichkeit, freiheitsliebend und wild, die sich nicht unterdrücken lassen will, und ihren Bruder schon mal zur Strafe in ein Schweinchen verwandelt. Als junge Frau träumt sie von der Freiheit; etwas, was sich in der damaligen Zeit für die Prinzessin nur schwer verwirklichen lässt. Denn zusätzlich zu den rigiden Geschlechternormen in der Antike hat ihr Vater, der König, längst entdeckt, was für eine mächtige Waffe die Magie seiner älteren Tochter für ihn darstellt - eine Waffe, die er auf keinen Fall jemals verlieren will.
Und so ist Medeas besondere Gabe gleichzeitig auch ihr Gefängnis - bis sie sich in den Argonauten Jason verliebt, ihm mit Hilfe ihrer Fähigkeiten zum Sieg bei der Bewältigung eigentlich unmöglicher Aufgaben und damit zum goldenen Vlies verhilft, gemeinsam mit ihm und seinen Gefährten über das Meer fliehen möchte und dabei durch eine impulsive Handlung, angestiftet durch Jason, schwere Schuld auf sich lädt, die sie ihr Leben lang verfolgen wird.
Im Zentrum der Geschichte steht für mich neben Medeas Persönlichkeitsentwicklung die ungesunde Beziehung zu Jason. Selbst so vernachlässigt und verwundet aufgewachsen, idealisiert das junge Mädchen Medea diesen attraktiven Mann grenzenlos und schlägt alle Warnungen in den Wind. Sie fühlt sich gesehen und geliebt und beginnt sich erst sehr spät die Frage zu stellen, ob es diesem Mann wirklich um sie geht oder um etwas anderes. Diese Beziehungsdynamik ist sehr anschaulich geschildert.
Schlussendlich kommt es zum tragischen Finale, das jenen, die sich mit der ursprünglichen Geschichte befasst haben, bekannt sein dürfte. So, wie diese Geschichte überliefert wurde, ist dieses sehr tragisch und düster, und das ist es auch in diesem Buch. Doch ist es gleichzeitig sehr interessant, das Ganze vor dem Hintergrund der Persönlichkeit und Entwicklung Medeas zu betrachten und damit zumindest ein kleines Stück weit verstehen (wenn auch nicht gutheißen) zu können, wie es dazu gekommen ist.
Geschrieben ist das Buch sehr spannend und packend: ich konnte es kaum aus der Hand legen und war in einem Tag mit dem 500 Seiten dicken Buch durch, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Dabei hat es mir den antiken Medea-Mythos nähergebracht und gleichzeitig eine neue, feministische Perspektive auf diese Geschichte eröffnet. Das Buch hat mich also nicht nur ausgezeichnet unterhalten, sondern ich werde auch noch länger über die Geschichte nachdenken. Verdiente 5 Sterne für eine tolle Neuinterpretation dieser alten Geschichte!
Der britischen Autorin Rosie Hewlett ist mit "Medea" eine sehr spannende, feministische Neuinterpretation des antiken Mythos gelungen. Während traditionelle Erzählungen meistens auf die männliche Perspektive fokussiert sind, lernen wir hier die sagenumwobene Medea aus der Innenperspektive kennen: in Ich-Form erzählt sie uns ihre Geschichte. Dabei beginnt Medea ganz am Anfang, in ihrer Kindheit, als sie noch ein kleines Mädchen war und gerade erst dabei, ihre mächtigen Zauberkräfte zu entdecken.
Es ist eine schwierige Kindheit: vom Vater unterdrückt und verprügelt, vom Bruder verspottet, mit einer schwachen, farblosen Mutter, sind die liebevolle Beziehung zu ihrer jüngeren Schwester und die wenigen Sommer, in denen ihre Tante Circe sie in der Zauberkunst unterweist, ihre einzigen Hoffnungsschimmer.
Medea selbst ist von Anfang an eine starke Persönlichkeit, freiheitsliebend und wild, die sich nicht unterdrücken lassen will, und ihren Bruder schon mal zur Strafe in ein Schweinchen verwandelt. Als junge Frau träumt sie von der Freiheit; etwas, was sich in der damaligen Zeit für die Prinzessin nur schwer verwirklichen lässt. Denn zusätzlich zu den rigiden Geschlechternormen in der Antike hat ihr Vater, der König, längst entdeckt, was für eine mächtige Waffe die Magie seiner älteren Tochter für ihn darstellt - eine Waffe, die er auf keinen Fall jemals verlieren will.
Und so ist Medeas besondere Gabe gleichzeitig auch ihr Gefängnis - bis sie sich in den Argonauten Jason verliebt, ihm mit Hilfe ihrer Fähigkeiten zum Sieg bei der Bewältigung eigentlich unmöglicher Aufgaben und damit zum goldenen Vlies verhilft, gemeinsam mit ihm und seinen Gefährten über das Meer fliehen möchte und dabei durch eine impulsive Handlung, angestiftet durch Jason, schwere Schuld auf sich lädt, die sie ihr Leben lang verfolgen wird.
Im Zentrum der Geschichte steht für mich neben Medeas Persönlichkeitsentwicklung die ungesunde Beziehung zu Jason. Selbst so vernachlässigt und verwundet aufgewachsen, idealisiert das junge Mädchen Medea diesen attraktiven Mann grenzenlos und schlägt alle Warnungen in den Wind. Sie fühlt sich gesehen und geliebt und beginnt sich erst sehr spät die Frage zu stellen, ob es diesem Mann wirklich um sie geht oder um etwas anderes. Diese Beziehungsdynamik ist sehr anschaulich geschildert.
Schlussendlich kommt es zum tragischen Finale, das jenen, die sich mit der ursprünglichen Geschichte befasst haben, bekannt sein dürfte. So, wie diese Geschichte überliefert wurde, ist dieses sehr tragisch und düster, und das ist es auch in diesem Buch. Doch ist es gleichzeitig sehr interessant, das Ganze vor dem Hintergrund der Persönlichkeit und Entwicklung Medeas zu betrachten und damit zumindest ein kleines Stück weit verstehen (wenn auch nicht gutheißen) zu können, wie es dazu gekommen ist.
Geschrieben ist das Buch sehr spannend und packend: ich konnte es kaum aus der Hand legen und war in einem Tag mit dem 500 Seiten dicken Buch durch, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Dabei hat es mir den antiken Medea-Mythos nähergebracht und gleichzeitig eine neue, feministische Perspektive auf diese Geschichte eröffnet. Das Buch hat mich also nicht nur ausgezeichnet unterhalten, sondern ich werde auch noch länger über die Geschichte nachdenken. Verdiente 5 Sterne für eine tolle Neuinterpretation dieser alten Geschichte!
von Eternal-Hope - 2025-12-06 09:50:00


