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Rezensionen

Der Gott des Waldes
Roman

Autor: Liz Moore

Erschienen 2025 bei C.H.Beck;Riverhead Books
ISBN 978-3-406-82977-2
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Der Gott des Waldes - 5 Sterne

„Wenn du dich verläufst: Setz dich hin und schrei.“

Das ist die wichtigste der drei Regeln, die man den Ferienkindern im Camp Emerson in den Adirondack Mountains direkt bei der Ankunft einbläut.
Der dreizehnjährigen Tracy kommt diese Aufforderung unfreiwillig komisch vor, aber später wird sie begreifen, wie respektlos gegenüber den Wäldern es ist, zu denken, man könne sie ohne Uhr, ohne Kompass und ohne Wasser betreten.
Als eines Morgens die gleichaltrige Barbara van Laar nicht in ihrem Bett liegt und spurlos verschwunden bleibt, löst das natürlich eine hektische Suche nach ihr aus. Tracy kann nicht glauben, dass dieses starke und stolze Mädchen, diese Einzelgängerin, die sich mit ihr ein wenig angefreundet hat, tatsächlich im Wald verloren gegangen sein soll. Nicht, nachdem fast fünfzehn Jahre zuvor Barbaras Bruder Bear genau das gleiche passiert sein soll. Ihn hat man nie wieder gefunden.

Auf zwei Zeitebenen entwickelt Liz Moore eine Geschichte, die es in sich hat. Abwechselnd erfahren wir, was sich im Sommer des Jahres 1975 ereignet und welche Geschehnisse in den 1950er Jahren schlussendlich zu Bears Verschwinden im Sommer 1961 führten. Grandios fand ich den Aha-Effekt, der sich einstellt, wenn wieder ein Puzzlestück an seinen Platz fällt, wenn man wieder einen Zusammenhang erkennt.
Dieser Roman ist so raffiniert gemacht und hält so viele Wendungen parat, dass er die Bezeichnung Pageturner wahrlich verdient.
Für mich eines der besten Bücher in diesem Jahr, wunderbar geeignet für die kommenden Herbstabende, wenn es früher dunkel wird. Die düstere Atmosphäre des Waldes und die tragisch-bitterböse Geschichte der Familie van Laar passen perfekt dazu.
von Maxie Bantleon aus der Tyrolia-Filiale in Innsbruck - 2025-10-10 17:20:18

Der Gott des Waldes - 5 Sterne

Im Naturreservat Adirondack Mountains verschwindet währende eines Sommercamps ein 13 jähriges Mädchen. Seit vielen Jahren wird auch bereits ihr Bruder vermisst. Welche Geheimnisse hütet die reiche Familie Van Laar, was verheimlichen deren Angestellte?
Ein Gesellschaftsroman mit großem Thrillerfaktor.
von Katrin Pixner - 2025-06-28 10:26:32

Kriminell guter Gesellschaftsroman - 5 Sterne

Eines Nachts im Sommer 1975 verschwindet die Tochter einer reichen Bankiersfamilie aus dem Sommercamp in einem Wald in Neuengland. Die eingeleitete Suche bleibt erfolglos, bis einige Tage später Kleidungsstücke auftauchen. Hat der Sohn des Anwalts der Familie etwas mit dem Vermissten-Fall zu tun? Seltsame Koinzidenz: 15 Jahre davor verschwand der damals 8-jährige Bruder des Mädchens in demselben Wald unter mysteriösen Umständen, ohne dass jemals wieder eine Spur von ihm gefunden wurde.

Nach und nach entsteht beim Lesen ein facettenreiches Panorama der Gesellschaft. Der reichen Bankiersfamilie, in der seit Generationen die Männer das Sagen haben, gehört das ganze Naturschutzgebiet, in dem auch ihr Haus steht; sie werden unterstützt von einer ebenso reichen und ebenso patriarchalen Anwaltsfamilie. Der Camp-Leiter und seine Tochter, die von früher her enge freundschaftliche Bindungen zur Familie hatten, wurden nach einem Streit im Laufe der Zeit zu Angestellten degradiert; sie leben ebenfalls auf dem Gelände. Die aus schwierigen Verhältnissen stammende junge Frau, die als Betreuerin im Camp arbeitet und sich von der Beziehung zum Anwaltssohn Sicherheit erhofft, hat auch einige Geheimnisse. Nicht zuletzt die ermittelnde Beamtin: eine beherrschte junge Frau aus einer polnischen Einwandererfamilie, die sich in ihrem ersten eigenen Fall engagiert.

Die Autorin hat in diesem äußerst spannenden Roman zahlreiche komplexe Figuren geschaffen und legt, elegant versteckt, Spuren zu möglichen Verdächtigen und persönlichen Geheimnissen.

Kopf-Kino vom Feinsten mit überraschendem Finale!
von Barbara Pritz - 2025-05-24 10:11:25

Welche Geheimnisse verbirgt der Wald? - 5 Sterne

Es ist 1961 in den Adirondack Mountains als der kleine Bear van Laar spurlos von der Villa seiner Eltern verschwindet. Auch eine aufwendige Suche liefert keine Ergebnisse. 1975 im Sommer verschwindet dann die 13-jährige Tochter Barbara van Laar spurlos aus dem Ferienlager. Auch hier bleibt die Suche zunächst ergebnislos. Ein tragisches Schicksal der wohlhabenden Familie van Laar oder steckt etwas anderes dahinter?

In Rückblicken vom Kennenlernen der Eltern bis hin zu den aktuellen Ereignissen im Ferienlager des Naturreservats wird die Geschichte der van Laars erzählt. Alles Geld der Welt reicht nicht um die Bedürfnisse der alkoholsüchtigen Mutter zu erkennen die so gar nicht zu dieser Gesellschaftsschicht passen will und sich doch nicht von ihrem despotischen Ehemann trennen kann. Auch Barbara versucht mit ihren 13 Jahren gegen die vorbestimmte Rolle aufzubegehren und gilt als Punk.

Der Roman ist sehr vielschichtig, die Kapitel springen in dem Zeitrahmen hin und her, sind aber durch die Überschrift klar abgegrenzt. Die einzelnen Kapitel enden durchaus mit einem Cliffhänger und man will wissen wie es weitergeht. Ein paar Längen gilt es auszuhalten bis zu einem überraschenden Ende. Der Schreibstil ist lebendig, ruhig, unaufgeregt und durchaus ernst..
Das Cover ist gut gewählt, passt zu dem Aufbegehren von Barbara.

Es ist mein erster Roman von Liz Moore, vermutlich aber nicht der letzte.
von Ecinev - 2025-05-11 17:24:00

Der Gott des Waldes - 5 Sterne

Vergangene Woche habe ich fast in einem Rutsch das Buch „Der Gott des Waldes“ von Liz Moore ausgelesen und war begeistert.
Dieser geheimnisvolle, spannende und gar nicht blutrünstige Thriller hat mich bis zur letzten Seite gefesselt.

Barbara, Tochter aus gutem Haus, wird in das Camp Emerson geschickt und verschwindet spurlos, wie auch schon 14 Jahre davor ihr Bruder Bear. Warum hat die Familie damals so lange gebraucht, um Hilfe zu rufen? Welches Geheimnis hat die Aufseherin des Camps und ehemalige Kinderfreundin von Bear? Warum schlich sich die Betreuerin Louise nachts aus dem Camp und was hat der entflohene „Schlitzer“ damit zu tun?
Es beginnt eine Geschichte, die kurzweilig und spannend durch mehrere Perspektiven und Sprünge zwischen Vergangenheit und Gegenwart erzählt wird. Die verschiedenen Stränge finden gelungen zusammen und der Plot erschließt sich erst am Ende.

Der Titel ist bereits ein New York Times Bestseller und auch ich vergebe 5 von 5 Sternen!
von Birgit Plank - 2025-04-29 18:10:47

Geheimnisse aus Vergangenheit und Gegenwart - 5 Sterne

Eine wohlhabende Familie, zwei vermisste Kinder, ein Feriencamp – das sind (zu vereinfacht gesagt) die Zutaten dieses Buches.

Krimi? Thriller? Komplexe Familiengeschichte? Sittengemälde?
Die Grenzen der einzelnen Genres verschwimmen und genau darin liegt für mich die Faszination dieses Buches, denn wenn man zu lesen beginnt, eröffnet sich einem eine ungewöhnlich spannende und vielschichtige Welt.

Dass sich dieses Buch so spannend liest, liegt aber auch am Stil der Autorin (und natürlich an der gelungenen Übersetzung von Cornelius Hartz): prägnant und psychologisch klug entwickelt sie Charaktere und Handlungen.
In wechselnden Perspektiven und Zeiten erzählt sie die Ereignisse von den 1950er Jahren bis 1975. Dies geschieht aber nicht verwirrend: eine Zeitleiste und die Kapitelüberschriften sorgen für Klarheit.

So puzzelt sich der Leser durch verschiedene Zeitebenen und Perspektiven, erhält immer wieder neue Informationen und Gewissheiten, die schon entstanden sind, werden nach 50 Seiten wieder in Frage gestellt oder gleich komplett verworfen. Erst mit der Zeit erkennt man die Zusammenhänge, die verschiedenen geheimen und offenen Verbindungen und entwirrt das Netz schmerzlich fataler Beziehungen.

Fazit: eine spannende und oft überraschende Geschichte, die fesselt – ich konnte und wollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen! Wirklich empfehlenswert


PS. Warum es allerdings „Der Gott des Waldes“ heißt, ist mir auch nach der Lektüre von knapp 590 Seiten nicht wirklich klar.
Jeder hat halt so seine Schwächen ;-)
von HEYN Leserunde, Miriam Brandl - 2025-04-18 12:16:00

Mir etwas zu lang, ist aber durchaus interessant - 4 Sterne

Mir war dieses Buch etwas zu langatmig und es hätte für mein empfinden gerne gekürzt werden können. Es wird sehr ausführlich beschrieben, geht auch auf kleine Details ein und ist dadurch teilweise etwas zäh. Dennoch faszinierte mich das Verschwinden der Kinder, deren Fälle in 14 Jahre auseinander liegenden Zeitsträngen mit wechselnden Perspektiven erzählt werden. Besonders interessant fand ich die Handlung um Barbara, deren Fall, ohne näher darauf eingehen zu wollen, deutliche Fragen und Ungereimtheiten aufzeigt und mich bis zum Schluss im Unklaren lies. Ich auch habe während der gesamten Lektüre einen Bezug zum Titel gesucht, ihn aber erst zum Ende hin wirklich gefunden. Ein gelungener Schachzug, der der Handlung separat nochmal sehr viel Aufmerksamkeit verlieh.

Dieses Buch vereint verschiedene Genre miteinander- es hat sowohl Facetten eines Gesellschaftsromans , aber auch die eines Krimis.
von Anno - 2025-04-09 05:03:00

Absolutes Lesehighlight - 5 Sterne

Kommt es mir nur so vor oder gibt es aktuell auffällig viele Bücher, die in der Natur spielen? Ich habe jedenfalls in kurzer Zeit gleich zwei gelesen und in weitere hineingelesen.
Falls man sich für eines entscheiden müsste, würde ich eindeutig dieses hier wählen.
Warum?

Es ist ein Spannungsroman, der mit geschärftem Blick die sozialen Ungleichheiten in den USA beleuchtet, der sich erst aus der Distanz, dann immer näher kommend den Menschen, die das Buch ausmachen nähert und durch eine sprachliche Feinheit überzeugt. Das Buch ist mit fast 600 Seiten nicht knapp gehalten, ich habe mich jedoch keine einzige Minute gelangweilt. Ganz im Gegenteil.

Ganz konkret geht es um zwei Geschwister einer reichen Familie, die im Abstand von 14 Jahren verschwinden. Wir befinden uns im Buch im Jahr 1975. switchen aber immer wieder zurück zum Zeitpunkt des Verschwindens von Kind eins.
Die Rückblicke sind lesetechnisch kein Problem, zu Beginn eines jeden Kapitels steht ein identischer Zeitstrahl und es ist fett markiert, in welcher Zeit man sich in dem Kapitel befindet. Damit kommt man sehr gut klar.

Mir hat neben der ständig anwesenden Grundspannung und dem latenten Gefühl des Unwohlseins, das ich beim Lesen hatte (meisterlich gemacht, finde ich, diese Stimmung durch die Erzählweise konstant halten zu können) besonders gut gefallen, dass man Einblicke in die Funktionsweise "Macht des Geldes" und die Chancenlosigkeit derer, die nicht mit entsprechendem Background leben können, bekommen hat. Von wegen unbegrenzte Möglichkeiten.
Richtig spannend insbesondere die unterschiedlichen Frauentypen im Buch.

Absolute Leseempfehlung!
von Marie aus E. - 2025-04-08 21:59:00

Ein spannender Thriller UND ein packender Gesellschaftsroman!!! (…und liegt auf Barack Obamas Nachtkästchen…!) - 5 Sterne

von Monika Hörner - 2025-04-04 14:14:54

In kürzester Zeit verschlungen! - 5 Sterne

August, 1975, Adirondack-Gebirge im Bundesstaat New York. Ein Mädchen ist verschwunden. Sie heißt Barbara van Laar und ist Tochter einer reichen Bankiers-Familie in der Status, Ansehen und Geld alles sind was zählt. Als Barbara, während ihres Aufenthalts im Sommercamp verschwindet, hat man den Eindruck, dass die Familie nicht alles daran setzt sie zu finden. Das ist besonders deshalb verwunderlich, weil ihr kleiner Bruder Bear, vor 14 Jahren ebenso verschwand.

In der Geschichte wird auch ganz klar, dass sowohl in der Zeit zu der Bear verschwand als auch 1975, Frauen vor allem dann gefielen, wenn sie Erben produzierten und ansonsten hübsch und still waren. Die Mutter von Bear und Barbara wurde regelrecht zum Schweigen gebracht und die junge Ermittlerin Judita, die 1975 als einzige Polizistin bei ihrem diesem Fall dabei ist, wird nicht ernst genommen.

In kurzen Kapiteln und durch zahlreiche Zeitstränge, verschiedenste Perspektiven von vielen Personen, setzt sich Stück für Stück das Puzzle des Verschwindens der beiden Kinder zusammen. Ich konnte den vielen Personen und Zeitsprüngen sehr gut folgen und es hat das ganze spannend gemacht und man hat das Gefühl am Schluss ein umfassendes Bild der Geschehnisse zu haben. Jeder der Protagonist*innen hat ein mehr oder weniger großes Geheimnis und man fragt sich, wer mit dem Verschwinden der Kinder zu tun hat. Ich habe die knapp 600 Seiten in nur 7 Tagen gelesen und durch dieses Buch herausgefunden, dass literarische Thriller genau mein Ding sind. Wer also Lust hat auf ein Buch, das spannend ist, ein tolles Setting hat, sich liest wie ein Film und trotzdem tiefgründig ist, dem kann ich "Der Gott des Waldes" nur wärmstens empfehlen.
von Tinimore - 2025-03-27 17:05:00