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Rezensionen

Das Haus der Bücher und Schatten
Die historische Roman-Reihe von SPIEGEL Bestseller-Autor Kai Meyer

Autor: Kai Meyer

Erschienen 2024 bei Knaur
ISBN 978-3-426-29359-1
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Mitreißend, atmosphärisch und mystisch - 5 Sterne

1913, kurz von Beginn des zweiten Weltkriegs, reisen die Lektorin Paula und ihr Verlobter und Autor Jonathan ins Baltikum zu einem schauerlichen Herrenhaus, um dort die Abgabe des Manuskripts des Schriftstellers Aschenbrand zu beschleunigen und mitzunehmen. Jonathan ist glühender Verehrer seiner Arbeit und Paula hatte einen regen Kontakt mit dem Autor, den sie nun zum ersten Mal persönlich trifft. Dieser Erzählstrang wird aus der Ich-Perspektive von Paula erzählt, während die andere Perspektive zwanzig Jahre in die Zukunft springt, in der Kommissar Cornelius in Leipzig einen Mord aufklären will. Bei seinen Ermittlungen sind es vor allem die Begegnungen, die Verhöre, die er führt, um Informationen zu sammeln, und die Dialoge, die sich daraus ergeben, die die Handlung formen. Dabei angelt er sich von einem Hinweis zum nächsten. Hier begegnen Cornelis kuriose Dinge, wie Geisterbeschwörung und erotische Darstellung sowie gefährliche Personen. Seine Freundin und Musiklehrerin Felicie bildet dabei eine wichtige Konstante.
Erst ungefähr ab der Mitte des Buches ergab sich für mich ein Zusammenhang zwischen den zwei Perspektiven und es wurde immer spannender. Ich fragte mich stets, was mit Paula passiert ist und mochte vor allem die atmosphärische Handlung in dem schaurigen Haus und Paulas Mut, ihrem Gespür zu vertrauen und der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Die Geschichte war für mich nicht vorhersehbar und ich mochte die zahlreichen historischen Fakten, die mühelos einfließen, die verträumt schönen Sätze und das dunkle Mysterium. Trotz der hohen Seitenanzahl waren keine Längen spürbar und ich wurde grandios unterhalten.
von La Calavera Catrina - 2025-02-04 17:36:00

Geschehnisse im Dunkeln - 4 Sterne

Der neue Roman von Kai Meyer spielt auf zwei Zeitebenen, 1913 und 1933. Die Geschichte beginnt mit dem Jahr 1933. Kommissar Cornelius Frey wurde aus dem Polizeidienst entlassen, weil er nach einem Massaker an fünf Nazis nicht – wie gefordert – Kommunisten als Täter lieferte, sondern korrekt ermittelte. Inzwischen arbeitet er als Nachtwächter im Graphischen Viertel in Leipzig. Eines Abends verhindert er den Selbstmord eines jungen Mädchens, das sich Undine Malatesta nennt, in Wirklichkeit Emilie Abel heißt. Einen Tag später wird sie zusammen mit Freys früherem Kollegen Zirner erschossen aufgefunden. Frey wird wiedereingestellt, soll aber erneut Kommunisten als Täter dingfest machen. Auf die Wahrheit kommt es nicht an.
Auf der zweiten Handlungsebene reist die junge Lektorin Paula mit ihrem Verlobten Jonathan ins Baltikum, um im Auftrag des Verlegers das neueste Manuskript des berühmten Autors Aschenbrand abzuholen, der sich auf dem Landsitz einer reichen Familie einquartiert hat. Im Haus lebt zu der Zeit nur die Haushälterin Rasa. Es sind gefährliche Zeiten, denn man rechnet mit dem baldigen Angriff der Russen.
Der Roman erzählt vor dem historischen Hintergrund von damaligen Verbrechen gegen die Einheimischen im Baltikum und aktuellen Taten im Zusammenhang mit Judenhass, Okkultismus, Verschwörern aller Art und seltsamen Freimaurerlogen, die u.a. junge Mädchen ausbeuten. Auch die ermordete Amelie war in diesem Milieu tätig. Frey geht verschiedenen Spuren nach, gerät selbst in lebensbedrohliche Situationen und kann den Fall schließlich lösen. Dadurch werden für den Leser auch die personellen Verquickungen der geschilderten 20 Jahre auseinanderliegenden Ereignisse deutlich. Der Roman ist überwiegend spannend und klärt den Leser nicht nur über Geschehnisse im Zusammenhang mit den Baltendeutschen in Livland auf, sondern schafft auch wieder gekonnt mit Hilfe seiner besonderen Sprache eine düstere, teilweise mystische Atmosphäre. Mir hat das Buch insgesamt trotz einiger Längen gut gefallen.
von buecherfan.wit - 2024-12-22 18:15:00

Lesefreude garantiert - 5 Sterne

Historisch anmutender Roman, mit kriminalistischen Handlung und mystischer Atmosphäre.

Dieses Buch ist das dritte Buch aus Kai Meyers Feder, dass sich an Erwachsene richtet und nicht explizit seinem üblichen Fantasy-Genre zuzuordnen ist. Es greift, wie momentan sehr beliebt, das Thema Bücher auf, beschäftigt sich jedoch auch mit dem Schicksal und der Herkunft eines, dem Kommissars fremden Mädchens, sowie dem Verschwinden eines Autoren und Lektoren Paares einige Zeit zuvor. Besonders beeindruckt hat mich dabei Meyers schriftstellerische Fähigkeit die Geschehnisse in mystischem Licht erstrahlen zu lassen. Man spürt die Atmosphäre der Handlung deutlich, was dieses Buch zu einem ganz besonderen Erlebnis werden lässt. Zusammenhänge wurden gut herausgearbeitet, bleiben lange verborgen und halten die Spannung dadurch sehr hoch. Lesefreude ist garantiert.
von Anno - 2024-12-19 22:30:00

Geschehnisse im Dunkeln - 4 Sterne

Der neue Roman von Kai Meyer spielt auf zwei Zeitebenen, 1913 und 1933. Die Geschichte beginnt mit dem Jahr 1933. Kommissar Cornelius Frey wurde aus dem Polizeidienst entlassen, weil er nach einem Massaker an fünf Nazis nicht – wie gefordert – Kommunisten als Täter lieferte, sondern korrekt ermittelte. Inzwischen arbeitet er als Nachtwächter im Graphischen Viertel in Leipzig. Eines Abends verhindert er den Selbstmord eines jungen Mädchens, das sich Undine Malatesta nennt, in Wirklichkeit Emilie Abel heißt. Einen Tag später wird sie zusammen mit Freys früherem Kollegen Zirner erschossen aufgefunden. Frey wird wiedereingestellt, soll aber erneut Kommunisten als Täter dingfest machen. Auf die Wahrheit kommt es nicht an.
Auf der zweiten Handlungsebene reist die junge Lektorin Paula mit ihrem Verlobten Jonathan ins Baltikum, um im Auftrag des Verlegers das neueste Manuskript des berühmten Autors Aschenbrand abzuholen, der sich auf dem Landsitz einer reichen Familie einquartiert hat. Im Haus lebt zu der Zeit nur die Haushälterin Rasa. Es sind gefährliche Zeiten, denn man rechnet mit dem baldigen Angriff der Russen.
Der Roman erzählt vor dem historischen Hintergrund von damaligen Verbrechen gegen die Einheimischen im Baltikum und aktuellen Taten im Zusammenhang mit Judenhass, Okkultismus, Verschwörern aller Art und seltsamen Freimaurerlogen, die u.a. junge Mädchen ausbeuten. Auch die ermordete Amelie war in diesem Milieu tätig. Frey geht verschiedenen Spuren nach, gerät selbst in lebensbedrohliche Situationen und kann den Fall schließlich lösen. Dadurch werden für den Leser auch die personellen Verquickungen der geschilderten 20 Jahre auseinanderliegenden Ereignisse deutlich. Der Roman ist überwiegend spannend und klärt den Leser nicht nur über Geschehnisse im Zusammenhang mit den Baltendeutschen in Livland auf, sondern schafft auch wieder gekonnt mit Hilfe seiner besonderen Sprache eine düstere, teilweise mystische Atmosphäre. Mir hat das Buch insgesamt trotz einiger Längen gut gefallen.
von cosmea - 2024-12-15 18:08:00

Fesselnd und atmosphärisch: Ein literarisches Meisterwerk! - 5 Sterne

Das Haus der Bücher und Schatten von Kai Meyer ist ein beeindruckender Roman, der Mystik, Krimi und historische Tiefe meisterhaft miteinander verwebt. Die Geschichte entfaltet sich auf zwei Zeitebenen: Leipzig 1933 und das Baltikum 1913. Der ehemalige Kommissar Cornelius Frey wird in einem düsteren Mordfall verstrickt, während die junge Lektorin Paula in einem abgelegenen Herrenhaus unheimlichen Geheimnissen nachspürt. Beide Stränge entwickeln sich scheinbar unabhängig, bis sie auf geniale Weise zusammengeführt werden.

Kai Meyer beweist einmal mehr sein Talent, vielschichtige Charaktere zu erschaffen, die den Leser in ihren Bann ziehen, sowie atmosphärische Szenen, die das Unheimliche greifbar machen. Der Wechsel zwischen Perspektiven und Zeiten sorgt für eine spannende Dynamik, die das Buch zu einem echten Pageturner macht.

Für Fans von mitreißenden Geschichten voller Spannung, historischem Flair und einer Prise Grusel ist dieser Roman ein absolutes Muss. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und freue mich schon auf weitere Werke aus Meyers Feder. Eine uneingeschränkte Leseempfehlung!
von Julchentim - 2024-12-07 10:58:00

Ein spannungsgeladener Thriller aus dem Graphischen Viertel in Leipzig! - 5 Sterne

Dies ist nun der dritte Band in welchem uns der Autor in das ehemalige Graphische Viertel von Leipzig entführt. Diesmal ins Jahr 1933; - der Aufmarsch der Nazis ist in vollem Gange. Für Juden, Kommunisten und Andersdenkende beginnt eine furchtbare Zeit. Auch die Polizei ist bereits infiltriert, Ermittlungen und eine gerechte Strafverfolgung werden ziemlich erschwert. Außerdem muss sehr aufgepasst werden, was und wie gesprochen wird. Die Partei hat ihre Ohren überall.
Als Nebenschauplatz und letztendlich Motiv für die begangenen Morde, die Kommissar Cornelius Frey aufklären soll, dient ein tief im Baltikum entlegenes Landgut von Deutsch-Balten. 1913 reisen Paula und ihr Verlobter Jonathan dorthin. Beide arbeiten im Lektorat eines Verlages, der unbedingt wieder einen Erfolg benötigt. Diesen Erfolg soll der Autor Aschenbrand bringen, der auf jenem Landgut in Livland, welches vollgepfercht mit Büchern ist, lebt. Seine ersten beiden Bücher verkauften sich gut. Paula soll ihn ein wenig zur Eile anspornen und sein neuestes Manuskript mit nach Leipzig bringen. Eine Idylle, doch der Schein trügt. Manche Dinge entwickeln sich dann nicht ganz so … es wird spannend und atmosphärisch.
Frey, der als Nachtwächter in der Bücherstadt arbeitete, wird wieder (nachdem er verjagt wurde) in den Polizeidienst eingegliedert. Er soll den Mord an seinem ehemaligen Kollegen Zirner und einer jungen Frau aufklären. Seine Recherchen führen ihn in eine okkulte Welt. Sind die Medien, die den Kontakt zu Toten herstellen, um die damals allseits in gehobenen Kreisen beliebten Séancen zu bedienen, der Schlüssel? Oder liegt die Wahrheit ganz wo anders?
Dieser historische Thriller ist ein Verwirrspiel aller ersten Güte. Während die LeserInnen mit Genuss und Bedacht an die Wahrheit herangeführt werden, häppchenweise Informationen bekommen aus den Jahren 1913 und 1933 (die erzählerische Gegenwart), müht sich Cornelius Frey mit seinem Umfeld ab. Mächtige Russen stellen ihm ein Bein genauso wie der eigene Staatsapparat. Nicht alle wollen Frey in seiner wiedergewonnenen Rolle als Kommissar sehen.
Der Roman ist äußerst spannend, seine Figuren sehr lebensecht gezeichnet. Kai Meyer lässt das Graphische Viertel mit all den Buchbetrieben, engen Gassen, Rattern und Stampfen der Pressen, dem Dampf und Nebel auferstehen. Wie ein Reiseführer entdecken wir jenes 1943 zerstörte Viertel der Stadt neu. Und zwischen der Handlung verpackt der Autor die gesellschaftspolitischen Themen der damaligen Zeit perfekt. Ganz große Leseempfehlung.

Die Vorgängerromane von Meyer mit den Titeln „Die Bücher, der Junge und die Nacht“ sowie „Die Bibliothek im Nebel“, die alle im Graphischen Viertel in Leipzig spielen, sind ebenfalls sehr zu empfehlen. Jeder Roman enthält eine eigenständige Handlung, eine Lesereihenfolge ist somit nicht erforderlich.
von MarcoL - 2024-11-29 13:41:00

Nachtgestirn - 5 Sterne

"Er war dort gewesen, während er all das aufgeschrieben hatte. Nicht körperlich, aber in Gedanken so nah an all den Gräueltaten, wie man es nur sein konnte. Für einen Schriftsteller mochte der Unterschied zwischen Vorstellung und Wirklichkeit maginal sein, weil er die Luft schmeckte, den Wind spürte, das Blut roch, das er vergoß."

Kai Meyer ist ein Schriftsteller, der es versteht, auch die Lesenden wie oben beschrieben in den Sog der Geschichte aufzunehmen. Mit diesem Roman kehrt er zum dritten Mal zurück ins Leipziger Viertel und verwebt die Figuren der drei Geschichten sehr fein und gleichzeitig so, dass sie völlig unabhängig voneinander sind.

Auf verschiedenen Zeitebenen so zu schreiben, dass beide tiefgründig und gleichermaßen interessant werden, gelingt nur wenigen. In diesem Fall fesseln sowohl die Ermittlungen von Kommissar Cornelius Frey im Jahr 1933 ebenso wie die Reise ins Baltikum von Lektorin Paula und ihrem Verlobten Jonathan zum Schriftsteller Aschenbrand 20 Jahre zuvor.

Die Handlung ist vielschichtig und verschlungen. Cornelius bekommt es mit Morden, Okkultismus und den aufstrebenden Nationalsozialisten zu tun, Paula mit literarischen Rätseln und Geheimnissen ihres eigenen Lebens. Vor allem das eingeschneite Herrenhaus Hundsheide im Baltikum ist ein Meisterwerk literarischer Dichte, das direkt einer Gothic Novel entsprungen zu sein scheint. Selbst Namen sind düster raunend wie etwa Rauhreif oder Aschenbrand und sein neues Werk Nachtgestirn.

"Die Schatten wirkten hier tiefer, als verpuppte sich etwas darin, was beim nächsten Vollmond schlüpfen würde."

Was für ein zauberhaftes, ungewöhnliches Lesevergnügen. Ich hoffe sehr auf eine weitere Rückkehr ins Graphische Viertel.

von Sago - 2024-11-24 16:40:00

Ein Rätselhaftes Meisterwerk - 4 Sterne

Mit „Das Haus der Bücher und Schatten“ hat Kai Meyer ein weiteres beeindruckendes Werk vorgelegt, das auf ganzer Linie überzeugt. Dieses Buch ist nicht nur spannend und fesselnd, sondern lässt den Leser von der ersten Seite an mitleben, staunen und miträtseln. Die Geschichte nimmt dabei unerwartete Wendungen, die überraschen und begeistern – eine Handlung, die von Anfang bis Ende fasziniert und den Leser nicht loslässt.

Besonders gelungen ist die Struktur des Buches. Meyer verbindet geschickt Geschichten, die in zwei unterschiedlichen Zeiten angesiedelt sind – einmal im Jahr 1913 in der Ich-Perspektive und dann 1933 aus der Er-Perspektive erzählt. Anfangs wirkt dies verwirrend, doch man gewöhnt sich schnell daran, und es entfaltet sich eine faszinierende Dynamik zwischen den beiden Zeitsträngen. Meyer schafft es, diese scheinbar getrennten Geschichten mit einem roten Faden zu verbinden, dabei jedoch genug Raum für eigene Interpretationen und Rätsel zu lassen. Diese Struktur macht das Buch umso fesselnder und lässt den Leser tief in die Geheimnisse und Geschichten des Hauses eintauchen.

Die Charaktere sind liebevoll und lebendig gezeichnet – man lernt sie lieben und kann ihre Emotionen und Herausforderungen auf eine Art nachempfinden, die das Lesen zu einem echten Erlebnis macht. Für jeden, der sich gern in eine Geschichte vertieft, miträtselt und das Unerwartete liebt, ist dieses Buch ein absolutes Must-Have. Kai Meyer hat einmal mehr bewiesen, dass er zu den großen Geschichtenerzählern unserer Zeit gehört.
von FogandBooks - 2024-11-12 14:11:00

Düster und fesselnd - 4 Sterne


Düster und fesselnd

Inhalt:
Leipzig 1933. Kommissar Cornelius Frey hat seinen Job verloren, weil er sich den neuen Verhältnissen nicht unterordnen wollte. Doch als praktisch vor seiner Nase ein Mord an einem Ex-Kollegen und einem jungen Mädchen, das er am Tag zuvor vor dem Tod gerettet hat, geschieht, drängt es ihn wieder in den Beruf zurück, denn er ist überzeugt, dass die Polizei den Fall nicht wirklich aufklären will.

Livland 1913. Die Leipziger Lektorin Paula Engel und ihr Verlobter Jonathan reisen ins Baltikum, um das neue Manuskript des berühmten Schriftstellers Aschenbrand abzuholen. In dem alten Herrenhaus gehen ungeheure Dinge vor sich und Paula und Jonathan müssen um ihr Leben bangen.

Meine Meinung:
Historische Romane sind eigentlich nicht so mein Ding, aber Kai Meyer schreibt einfach so fesselnd, dass er mich auch mit einem weit in der Vergangenheit handelnden Roman packen kann. Daneben ist „Das Haus der Bücher und Schatten“ aber auch Kriminalroman mit Mysteryelementen.

Die Handlung wird in zwei Zeitebenen erzählt, wobei 1933 den weitaus größeren Teil einnimmt. Ich persönlich fand beide Handlungsstränge gleichermaßen interessant und fesselnd. In die Hauptfiguren von 1933 konnte ich mich allerdings besser hineinversetzen. Cornelius Frey war mir von Anfang an sehr sympathisch, ein Mann mit Charakter und Köpfchen, der sich nicht verbiegen lässt und sich beharrlich seinen Weg im politischen und beruflichen Dickicht sucht und dabei zu seinen Ansichten steht, ein Mann mit Herz und Verstand und damit für mich ein toller Protagonist. Ich habe ihn wirklich gerne bei seinen Ermittlungen begleitet und oft genug auch bewundert. Auch die weiteren Haupt- und Nebenfiguren sind gut gezeichnet, haben ausreichend Tiefe und ihre Handlungsweisen sind gut nachvollziehbar.

Die Spuren führen in ganz verschiedene Richtungen, wodurch sich ein umfassendes und buntes Bild der Zeit ergibt. Natürlich führen nicht alle zum Täter, zumindest nicht, was den Mord an dem Polizisten und dem Mädchen angeht. Am Ende wird aber alles geklärt und das durchaus mit einer überraschenden Wendung.

Dieser Roman ist der dritte von Kai Meyer, der im Graphischen Viertel in Leipzig angesiedelt ist. Das ist aber auch schon der einzige Zusammenhang zwischen diesen Büchern. Sie können unabhängig voneinander gelesen werden.


von Lilli33 - 2024-11-04 21:10:00

Neue Schicksale aus dem Graphischen Viertel - 3 Sterne

Ich bin großer Fan der Bücher von Kai Meyer, die sich immer irgendwie um Bücher und das Graphische Viertel von Leipzig drehen. „Das Haus der Bücher und Schatten“ war daher ein absolutes Must-Read für mich. Und obwohl ich Okkultismus thematisch immer super interessant und spannend finde, haben mich dessen Verstrickungen innerhalb der Geschichte diesmal nicht so ganz abgeholt.

Zum Inhalt: Leipzig 1933, Ex-Kommissar Frey, der aufgrund nicht vorhandener Regimetreue von den Nazis entlassen wurde, rettet einem jungen Mädchen das Leben, nur um sie am nächsten Tag tot aufzufinden. Ihr Fall lässt ihn nicht los und für ihn ins Baltikum zu einem weiteren mysteriösen Mordfall.

Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, wobei eine in der 1930er Jahren in Deutschland und die andere 1913 in Livland spielt. Den Handlungsstrang rund um den ominösen Autor Aschenbrand und das abgelegene Anwesen hat mir richtig gut gefallen und war durchaus atmosphärisch und mysteriös angelegt. Es wird bis zum Schluss nicht klar, wie dies mit der Handlung 1933 in Verbindung steht.

Den Mord im Graphischen Viertel fand ich dagegen ganz schön unübersichtlich in Anbetracht des politischen Ermittlungsansatzes. Ich mochte es zwar, wie integer Frey war, aber wie er sich da gefühlt im Alleinkampf gegen unterschiedliche Feinde durchschlägt, war nicht ganz so mein Geschmack. Auch die okkulten Anbahnungen haben für mich nicht so ganz in den Kontext der Geschichte gepasst.

Ich bin einfach diesmal nicht so richtig in die Geschichte reingekommen. Der literarische Hintergrund in Verbindung mit einem Kriminalfall hat mir an sich schon gefallen, aber die Geschichte hat mich einfach nicht mitgerissen und war für mich dadurch zwischendurch immer mal ein bisschen langatmig.

Das Buch kam für mich nicht an die ersten zwei Bände heran
von Lies_ein_Buch - 2024-11-03 21:24:00