Rezensionen
Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen
Roman | Der inspirierende Bestseller-Roman aus Japan über die Magie der Kalligrafie und handgeschriebener Briefe
Autor: Ito Ogawa
Erschienen 2025 bei Droemer
ISBN 978-3-426-56101-0
Die Kunst der Kalligraphie - 3 Sterne
"Hatkokos wunderbarer Schreibwarenladen" hat gute Elemente, leid
er gibt es auch ein paar Schwächen.
Die Geschichte handelt von Hatoko, die einen Schreibwarenladen von ihrer Großmutter, oder wie Hatoko sie nennt "Vorgängerin". Dort schreibt sie für ihre Kunden Briefe in Schönschrift.
Die Scheibwaren bzw. der Stil Schreibens bzw. der Anrede verschiedener Personen ist ziemlich langatmig und mir fiel es teilweise schwer in der Geschichte zu bleiben.
Der Schreibstil des Buches ist einfach, die japanischen Schriftzeichen bzw. deren Erklärung hindern für mich den Fluß der Geschichte.
Leider fehlt es dem Buch an Tiefe und man bekommt keinen Zugang zu den handelnden Personen.
Insgesamt ist "Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen" ein nettes Buch, dem Spannung und Tiefgang fehlen.
Nicht zu vergleichen mit "Frau Komachi empfiehlt ein Buch" oder "Die Tage in der Buchhandlung Morisaki"
er gibt es auch ein paar Schwächen.
Die Geschichte handelt von Hatoko, die einen Schreibwarenladen von ihrer Großmutter, oder wie Hatoko sie nennt "Vorgängerin". Dort schreibt sie für ihre Kunden Briefe in Schönschrift.
Die Scheibwaren bzw. der Stil Schreibens bzw. der Anrede verschiedener Personen ist ziemlich langatmig und mir fiel es teilweise schwer in der Geschichte zu bleiben.
Der Schreibstil des Buches ist einfach, die japanischen Schriftzeichen bzw. deren Erklärung hindern für mich den Fluß der Geschichte.
Leider fehlt es dem Buch an Tiefe und man bekommt keinen Zugang zu den handelnden Personen.
Insgesamt ist "Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen" ein nettes Buch, dem Spannung und Tiefgang fehlen.
Nicht zu vergleichen mit "Frau Komachi empfiehlt ein Buch" oder "Die Tage in der Buchhandlung Morisaki"
von dosi80 - 2025-08-02 16:41:00
Man muss sich darauf einlassen können - 4 Sterne
Es hat ehrlich gesagt etwas gedauert bis ich in das Buch von Ito Ogawa hineingefunden habe. Immer wieder habe ich das Buch weggelegt und ich konnte mit dem Konzept einer Briefeschreiberin ehrlich gesagt nichts anfangen.
Der Umbruch kam als die Protagonistin des Buches ihren Beruf mit einer Konditorin verglichen hat. So wie man einem besonderen Menschen eine Torte in einem Fachgeschäft kauft um damit seine Wertschätzung auszudrücken, kann man auch einen Brief von einer ausgebildeten Briefeschreiberin für einen wichtigen Menschen oder Anlass schreiben lassen. Die zweite Hälfte des Buches konnte ich dann auch irgendwie mehr verstehen und dadurch auch genießen.
Der Erzählstil ist sehr unaufgeregt, langsam und irgendwie auch still. Darauf muss man sich in jedem Fall einlassen können. Für mich ist es definitiv ein recht ungewöhnliches Buch.
Der Umbruch kam als die Protagonistin des Buches ihren Beruf mit einer Konditorin verglichen hat. So wie man einem besonderen Menschen eine Torte in einem Fachgeschäft kauft um damit seine Wertschätzung auszudrücken, kann man auch einen Brief von einer ausgebildeten Briefeschreiberin für einen wichtigen Menschen oder Anlass schreiben lassen. Die zweite Hälfte des Buches konnte ich dann auch irgendwie mehr verstehen und dadurch auch genießen.
Der Erzählstil ist sehr unaufgeregt, langsam und irgendwie auch still. Darauf muss man sich in jedem Fall einlassen können. Für mich ist es definitiv ein recht ungewöhnliches Buch.
von Chris - 2025-07-07 17:04:00
poetisch und schön - 4 Sterne
Ein Wohlfühlbuch aus Japan
Hatoko hat von ihrer Großmutter einen Schreibwarenladen übernommen. Sie nimmt das Wort „schreiben“ ernst und verfasst auch Briefe nach Auftrag. Traurige, schöne, trennende – Hatoko übernimmt fast alles. Und lernt mit jedem Brief auch mehr über sich selbst, bis sie am Ende weiß, wer sie wirklich ist.
In wunderschönen Worten erzählt ist dieses Buch von Ito Ogawa. Besonders begeistert hat mich ihre Liebe zum Detail. Die kleinen Dinge machen es aus. Für jeden Brief findet Hatoko das richtige Briefpapier, die richtige Tinte und schlussendlich auch die richtigen Worte.
Ich mochte die Protagonistin gleich sehr gerne. Ihr liebevolles Wesen bezaubert nicht nur ihre Nachbarn, sondern auch den Leser. Auch der Umgang und die Begegnung mit ihren Kunden sind oft rührend. Meistens stimmen sie nachdenklich und sind immer voller Weisheit.
Besonders mochte ich auch die Nachbarin von Hatoko, Barbara – aber eigentlich sind alle Charaktere wunderbar gezeichnet.
Nicht nur durch meinen kürzlichen Japan-Besuch konnte ich mich sehr gut in das Buch einfühlen.
Fazit: ein wunderbares Buch, das nachhallt.
Hatoko hat von ihrer Großmutter einen Schreibwarenladen übernommen. Sie nimmt das Wort „schreiben“ ernst und verfasst auch Briefe nach Auftrag. Traurige, schöne, trennende – Hatoko übernimmt fast alles. Und lernt mit jedem Brief auch mehr über sich selbst, bis sie am Ende weiß, wer sie wirklich ist.
In wunderschönen Worten erzählt ist dieses Buch von Ito Ogawa. Besonders begeistert hat mich ihre Liebe zum Detail. Die kleinen Dinge machen es aus. Für jeden Brief findet Hatoko das richtige Briefpapier, die richtige Tinte und schlussendlich auch die richtigen Worte.
Ich mochte die Protagonistin gleich sehr gerne. Ihr liebevolles Wesen bezaubert nicht nur ihre Nachbarn, sondern auch den Leser. Auch der Umgang und die Begegnung mit ihren Kunden sind oft rührend. Meistens stimmen sie nachdenklich und sind immer voller Weisheit.
Besonders mochte ich auch die Nachbarin von Hatoko, Barbara – aber eigentlich sind alle Charaktere wunderbar gezeichnet.
Nicht nur durch meinen kürzlichen Japan-Besuch konnte ich mich sehr gut in das Buch einfühlen.
Fazit: ein wunderbares Buch, das nachhallt.
von Harakiri - 2025-06-08 19:07:00
Japanisches Feelgood-Buch über Kalligraphie und das Briefeschreiben - 5 Sterne
Auf poetische Art nimmt uns die Autorin in ihrem Buch mit in die Welt der japanischen Kalligraphie und den alten Beruf der Schreiberin. Sie erzählt von der 25-jährigen Hatoko, die kürzlich den Laden ihrer verstorbenen Großmutter in Kamakura übernommen hat.
Hierbei wendet die Autorin einen besonderen Kniff an: So, wie man beim Lesen die vier Jahreszeiten eines Jahres erlebt, verändert sich nach und nach auch das Leben der jungen Frau. Das Buch beginnt im Sommer, die Welt ist träge und Hatoko funktioniert nur in ihrer Alltagsroutine statt wirklich zu leben. Auch sitzt das schlechte Verhältnis, welches sie zuletzt zu ihrer Großmutter hatte, noch tief. Im Herbst kommt Hatoko mehr aus sich heraus, alte Emotionen brechen sich Bahn. Nach dem Neuanfang im Winter folgt letztlich das neue (emotionale) Leben im Frühling.
Begleitet wird die Erzählung von mehreren Aufträgen, welche sie als Schreiberin übernimmt. Neben Details zu Kalligraphie, Tinte und Wortwahl in Briefen sind sowohl die sowohl die japanischen Texte als auch in Übersetzung die deutschen Texte abgebildet. Zudem erfährt man einiges über die alten Traditionen, welche Hatoko noch halbherzig lebt. Eine wichtige Rolle spielt auch die Nachbarin, eine sehr lebensfrohe Person, welche Hatoko nach und nach aus ihrem Schneckenhaus hervorholen kann. Und natürlich das Aufarbeiten der Vergangenheit mit der Großmutter, welche sie nun lernt, aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Ich habe es sehr gern gelesen, lediglich ein Punkt zum Ende hin wirkte mir ein wenig zu übereilt, den konnte ich emotional nicht nachvollziehen.
Ein wirklich schönes Wohlfühlbuch, tatsächlich mal ohne Katzen, dafür mit Briefen und Kalligraphie und einer jungen Frau, die endlich zu leben beginnt. Einfühlsam und detailverliebt, wenn auch stets mit einer gewissen Distanz geschrieben, welche man bei dem deutschen Titel evtl so nicht erwarten würde.
Hierbei wendet die Autorin einen besonderen Kniff an: So, wie man beim Lesen die vier Jahreszeiten eines Jahres erlebt, verändert sich nach und nach auch das Leben der jungen Frau. Das Buch beginnt im Sommer, die Welt ist träge und Hatoko funktioniert nur in ihrer Alltagsroutine statt wirklich zu leben. Auch sitzt das schlechte Verhältnis, welches sie zuletzt zu ihrer Großmutter hatte, noch tief. Im Herbst kommt Hatoko mehr aus sich heraus, alte Emotionen brechen sich Bahn. Nach dem Neuanfang im Winter folgt letztlich das neue (emotionale) Leben im Frühling.
Begleitet wird die Erzählung von mehreren Aufträgen, welche sie als Schreiberin übernimmt. Neben Details zu Kalligraphie, Tinte und Wortwahl in Briefen sind sowohl die sowohl die japanischen Texte als auch in Übersetzung die deutschen Texte abgebildet. Zudem erfährt man einiges über die alten Traditionen, welche Hatoko noch halbherzig lebt. Eine wichtige Rolle spielt auch die Nachbarin, eine sehr lebensfrohe Person, welche Hatoko nach und nach aus ihrem Schneckenhaus hervorholen kann. Und natürlich das Aufarbeiten der Vergangenheit mit der Großmutter, welche sie nun lernt, aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Ich habe es sehr gern gelesen, lediglich ein Punkt zum Ende hin wirkte mir ein wenig zu übereilt, den konnte ich emotional nicht nachvollziehen.
Ein wirklich schönes Wohlfühlbuch, tatsächlich mal ohne Katzen, dafür mit Briefen und Kalligraphie und einer jungen Frau, die endlich zu leben beginnt. Einfühlsam und detailverliebt, wenn auch stets mit einer gewissen Distanz geschrieben, welche man bei dem deutschen Titel evtl so nicht erwarten würde.
von C. P. - 2025-05-04 18:34:00
Der Zauber des Schreibens - 5 Sterne
„HATOKOs wunderbarer Schreibwarenladen“ von Ito Ogawa ist ein ist ein einzigartiger Roman über die Kunst und die Besonderheiten des öffentlichen Schreibens.
Hatoko kehrt nach einem langen Auslandsaufenthalt wieder in ihre Heimatstadt Kamaruka in Japan zurück und übernimmt den kleinen, besonderen Schreibwarenladen ihrer Großmutter. Mit jeder Seite des außergewöhnlichen Romans tauchen wir in die Welt des Schreibens, der Kalligrafie ein und lernen die Besonderheiten dieser traditionellen Leidenschaft kennen. Als öffentliche Schreiberin übernimmt Hatoko verschiedene Aufträge, schreibt Trennungsbriefe und Liebesbotschaften, verfasst Absagen und Neujahrsgrüße und wird immer mehr zu einem besonderen Ort in ihrer Stadt Kamakura.
Ito Ogawa ist ein bezaubernder Roman gelungen, der uns die besondere Welt des japanischen Lebens genauso grandios erzählt wie die speziellen Vorbereitungen für jede Schreibaufgabe und deren Geschichte. Die Autorin schafft es mit ihrer Sprache, lebhafte, detaillierte Bilder zu zeichnen, die uns tief in die Geschichte einsteigen lassen. Die Charaktere werden anschaulich und tiefgründig gezeichnet, es bleibt aber stets genug Raum, seinen eigenen Gedanken freien Raum zu lassen.
Die Briefe in japanischen Schriftzeichen mit der jeweiligen Übersetzung machen dieses Buch zu einem besonderen Buch.
Das Buchcover in unterschiedlichen Blautönen mit gelben, leuchtenden Akzenten ist wunderschön und sehr ansprechend. Die detaillierte Zeichnung des Schreibwarenladens direkt auf dem Hardcover des Buches ist originell und ganz zauberhaft.
„HATOKOs wunderbarer Schreibwarenladen“ von Ito Ogawa ist ein wirklich wunderbarer, außergewöhnlicher Roman und eine absolute Kaufempfehlung, nicht nur für Fans japanischer Literatur.
Hatoko kehrt nach einem langen Auslandsaufenthalt wieder in ihre Heimatstadt Kamaruka in Japan zurück und übernimmt den kleinen, besonderen Schreibwarenladen ihrer Großmutter. Mit jeder Seite des außergewöhnlichen Romans tauchen wir in die Welt des Schreibens, der Kalligrafie ein und lernen die Besonderheiten dieser traditionellen Leidenschaft kennen. Als öffentliche Schreiberin übernimmt Hatoko verschiedene Aufträge, schreibt Trennungsbriefe und Liebesbotschaften, verfasst Absagen und Neujahrsgrüße und wird immer mehr zu einem besonderen Ort in ihrer Stadt Kamakura.
Ito Ogawa ist ein bezaubernder Roman gelungen, der uns die besondere Welt des japanischen Lebens genauso grandios erzählt wie die speziellen Vorbereitungen für jede Schreibaufgabe und deren Geschichte. Die Autorin schafft es mit ihrer Sprache, lebhafte, detaillierte Bilder zu zeichnen, die uns tief in die Geschichte einsteigen lassen. Die Charaktere werden anschaulich und tiefgründig gezeichnet, es bleibt aber stets genug Raum, seinen eigenen Gedanken freien Raum zu lassen.
Die Briefe in japanischen Schriftzeichen mit der jeweiligen Übersetzung machen dieses Buch zu einem besonderen Buch.
Das Buchcover in unterschiedlichen Blautönen mit gelben, leuchtenden Akzenten ist wunderschön und sehr ansprechend. Die detaillierte Zeichnung des Schreibwarenladens direkt auf dem Hardcover des Buches ist originell und ganz zauberhaft.
„HATOKOs wunderbarer Schreibwarenladen“ von Ito Ogawa ist ein wirklich wunderbarer, außergewöhnlicher Roman und eine absolute Kaufempfehlung, nicht nur für Fans japanischer Literatur.
von LesenIstLeben - 2025-04-30 09:57:00
Anders als erwartet - 3 Sterne
"[…] die Aufgabe eines öffentlichen Schreibers beläuft sich nicht auf Schönschrift. Natürlich sind formale Ästhetik und Präzision gefragt, wenn es um Glückwünsche, Urkunden oder Lebensläufe geht. Doch handgeschriebene Schriftstücke besitzen eine individuelle Note, eine seelische Komponente, die über reine Schönheit hinausgeht."
Die Leseprobe zu diesem internationalen Bestseller hatte mich umgehauen. Als Japan-Interessierte stand für mich sofort fest: Hier handelt es sich um ein Must-Read. ... und im Hinblick auf alle inhaltlichen Elemente zur japanischen Kultur (Traditionen und Rituale, gesellschaftliche Verhaltensweisen und Ansichten, etc.) bin ich noch immer dieser Meinung. Eine große Besonderheit waren die inkludierten Briefe, die stets in Originalzeichen sowie auf Deutsch abgedruckt waren, wobei manche Schriftarten leider etwas schwierig zu entziffern waren, was meinen Lesefluss durch das in vier Abschnitte unterteilte Buch etwas verlangsamte.
Wir erleben gemeinsam mit der sympathischen Hauptfigur Hatoko, Spitzname Poppo, die vier Jahreszeiten und begleiten die junge Frau zudem bei ihrer persönlichen Weiterentwicklung. Der von ihrer Großmutter übernommene Schreibwarenladen, in welchem sie sämtliche Schreibaufträge (von Trennungsbriefen über klassische Grußkarten und saisonale Grüße bis hin zu Briefen 'aus dem Himmel') voller Hingabe und Pflichtgefühl erledigt, nimmt den Großteil ihres Lebens ein. Zwar gibt es eine herzliche Nachbarin (Barbara), die Poppos beste Freundin ist, aber abgesehen davon ... An ihre Mutter hat sie keine Erinnerungen, das Verhältnis zu ihrer Oma, die sie stets ihre "Vorgängerin" nennt, war eher von Respekt und Distanz geprägt als von liebevollen Momenten.
Schreibstil: Ganz eigen! Voller poetischer Schönheit, sanft und ruhig. Melancholisch, teilweise fast schon schwermütig und zugleich lebensbejahend, voller bildreicher Details und strotzend vor Japan-Flair. Allerdings konnte ich bis zuletzt keine Bindung zu Hatoko aufbauen. Ich mochte sie, doch sie blieb mir relativ fremd. Insgesamt gab es ein, zwei Momente der Rührung - ansonsten spürte ich kaum emotionale Tiefe.
Handlung: Sehr ruhig und gemächlich. Der Fokus liegt ganz klar auf dem Thema Schreiben - hier eröffnet sich ein wahrer Wissensschatz bzw. strenger Regelkatalog, denn es gibt so viel zu bedenken: welches Papier, welche Tinte, welches Schreibutensil, welche Schriftart, sollen Tränen das Papier benetzen, welche Extras unterstreichen das Geschriebene symbolisch ... und natürlich kommt es immer auf die Hintergrundgeschichte jener Person an, die Hatoko den Schreibauftrag erteilt, welche Formulierungen letztlich verwendet (oder zwingend vermieden) werden sollten.
Mein Lieblingszitat:
"»Sie denken wahrscheinlich, dass es kindisch sei, in meinem Alter eine Freundschaft zu kündigen. Aber das zeichnet das Erwachsenenleben geradezu aus und macht es so angenehm: Man muss sich nicht mit Menschen abgeben, die man nicht leiden kann. […] Wir können unsere Freunde selbst wählen. Wenn man sich zwingt, mit jemandem auszukommen, den man nicht mag, führt das zwangsläufig zu Spannungen und laugt die Beteiligten nur aus. Genau das will ich vermeiden - eben weil ich erwachsen bin.«"
Fazit: Wunderschön und kunstvoll geschrieben, doch für mich persönlich zu nüchtern - die Geschichte und ihre Figuren erreichten mein Herz nicht. Ich nahm den Roman als eine Hommage an das geschriebene Wort und an die japanische Kultur wahr - daher kann ich ruhigen Gewissens eine solide Empfehlung an alle Japan-Begeisterten aussprechen. Wer jedoch eine mitreißende Handlung erwartet, sollte lieber zu anderen Werken greifen - und das meine ich überhaupt nicht böse, sondern lediglich als Hinweis, um unnötiger Enttäuschung vorzubeugen.
Die Leseprobe zu diesem internationalen Bestseller hatte mich umgehauen. Als Japan-Interessierte stand für mich sofort fest: Hier handelt es sich um ein Must-Read. ... und im Hinblick auf alle inhaltlichen Elemente zur japanischen Kultur (Traditionen und Rituale, gesellschaftliche Verhaltensweisen und Ansichten, etc.) bin ich noch immer dieser Meinung. Eine große Besonderheit waren die inkludierten Briefe, die stets in Originalzeichen sowie auf Deutsch abgedruckt waren, wobei manche Schriftarten leider etwas schwierig zu entziffern waren, was meinen Lesefluss durch das in vier Abschnitte unterteilte Buch etwas verlangsamte.
Wir erleben gemeinsam mit der sympathischen Hauptfigur Hatoko, Spitzname Poppo, die vier Jahreszeiten und begleiten die junge Frau zudem bei ihrer persönlichen Weiterentwicklung. Der von ihrer Großmutter übernommene Schreibwarenladen, in welchem sie sämtliche Schreibaufträge (von Trennungsbriefen über klassische Grußkarten und saisonale Grüße bis hin zu Briefen 'aus dem Himmel') voller Hingabe und Pflichtgefühl erledigt, nimmt den Großteil ihres Lebens ein. Zwar gibt es eine herzliche Nachbarin (Barbara), die Poppos beste Freundin ist, aber abgesehen davon ... An ihre Mutter hat sie keine Erinnerungen, das Verhältnis zu ihrer Oma, die sie stets ihre "Vorgängerin" nennt, war eher von Respekt und Distanz geprägt als von liebevollen Momenten.
Schreibstil: Ganz eigen! Voller poetischer Schönheit, sanft und ruhig. Melancholisch, teilweise fast schon schwermütig und zugleich lebensbejahend, voller bildreicher Details und strotzend vor Japan-Flair. Allerdings konnte ich bis zuletzt keine Bindung zu Hatoko aufbauen. Ich mochte sie, doch sie blieb mir relativ fremd. Insgesamt gab es ein, zwei Momente der Rührung - ansonsten spürte ich kaum emotionale Tiefe.
Handlung: Sehr ruhig und gemächlich. Der Fokus liegt ganz klar auf dem Thema Schreiben - hier eröffnet sich ein wahrer Wissensschatz bzw. strenger Regelkatalog, denn es gibt so viel zu bedenken: welches Papier, welche Tinte, welches Schreibutensil, welche Schriftart, sollen Tränen das Papier benetzen, welche Extras unterstreichen das Geschriebene symbolisch ... und natürlich kommt es immer auf die Hintergrundgeschichte jener Person an, die Hatoko den Schreibauftrag erteilt, welche Formulierungen letztlich verwendet (oder zwingend vermieden) werden sollten.
Mein Lieblingszitat:
"»Sie denken wahrscheinlich, dass es kindisch sei, in meinem Alter eine Freundschaft zu kündigen. Aber das zeichnet das Erwachsenenleben geradezu aus und macht es so angenehm: Man muss sich nicht mit Menschen abgeben, die man nicht leiden kann. […] Wir können unsere Freunde selbst wählen. Wenn man sich zwingt, mit jemandem auszukommen, den man nicht mag, führt das zwangsläufig zu Spannungen und laugt die Beteiligten nur aus. Genau das will ich vermeiden - eben weil ich erwachsen bin.«"
Fazit: Wunderschön und kunstvoll geschrieben, doch für mich persönlich zu nüchtern - die Geschichte und ihre Figuren erreichten mein Herz nicht. Ich nahm den Roman als eine Hommage an das geschriebene Wort und an die japanische Kultur wahr - daher kann ich ruhigen Gewissens eine solide Empfehlung an alle Japan-Begeisterten aussprechen. Wer jedoch eine mitreißende Handlung erwartet, sollte lieber zu anderen Werken greifen - und das meine ich überhaupt nicht böse, sondern lediglich als Hinweis, um unnötiger Enttäuschung vorzubeugen.
von Furbaby_Mom - 2025-04-27 21:03:00
Die Weisheiten der Briefschreiberin - 5 Sterne
Ich fand die unterschiedlichen Begegnungen, aus denen sich teilweise zarte Freundschaften entwickeln, wirklich schön erzählt. Was aber für mich den wahren Reiz der Geschichte ausmachte, das waren die vielen detailverliebten Kenntnisse zum Thema Briefeschreiben. Ausgehend von Schreibwerkzeug, Tinte und Schriftsatz bekommt man viele kleine Einblicke welchen Eindruck das geschriebene Wort beim Lesenden auslösen kann und soll. Das fand ich einfach ganz wunderbar erzählt und super interessant zu verfolgen.
Die abdruckten Schriftstücke habe ich mir auch gerne angesehen, auch wenn ich sie im Original natürlich nicht lesen konnte. Aber auch die übersetzten Versionen, vor allem auch die etwas kreativeren, haben mir richtig gut gefallen. Faszinierend war für mich einfach, wie viel man über den Charakter des Schreibenden und die Beziehung zum Empfänger herauslesen kann. Und welchen Unterschied der Ton einer Nachricht ausmachen kann.
Es ist eine sanfte, in sich ruhende Geschichte, die zum innehalten und verweilen einlädt. Für mich fällt dieses Buch in die Kategorie „einfach schön, was für die Seele“.
Die abdruckten Schriftstücke habe ich mir auch gerne angesehen, auch wenn ich sie im Original natürlich nicht lesen konnte. Aber auch die übersetzten Versionen, vor allem auch die etwas kreativeren, haben mir richtig gut gefallen. Faszinierend war für mich einfach, wie viel man über den Charakter des Schreibenden und die Beziehung zum Empfänger herauslesen kann. Und welchen Unterschied der Ton einer Nachricht ausmachen kann.
Es ist eine sanfte, in sich ruhende Geschichte, die zum innehalten und verweilen einlädt. Für mich fällt dieses Buch in die Kategorie „einfach schön, was für die Seele“.
von Lies_ein_Buch - 2025-04-27 19:33:00
Der Zauber handgeschriebener Briefe und des Lebens - 5 Sterne
Im Mittelpunkt des Romans steht die fünfundzwanzigjährige Hatoko, die in Kamakura einen Schreibwarenladen führt und als öffentliche Schreiberin arbeitet.
Hatoko verfasst Briefe verschiedenster Art für andere Menschen.
Wir erleben Hatokos Arbeit und Leben im Wandel der Jahreszeiten. Ito Ogawa beleuchtet Vergangenheit und Gegenwart.
In schöner Sprache, oft schon fast poetisch, erzählt sie Hatokos Geschichte.
Es ist ein Roman, der wunderschön und traurig zugleich ist, der schon durch seine wundervolle Atmosphäre und Grundstimmung und durch seine Figuren besticht.
Nachdenkliche, leise sowie lebendige, fröhliche Momente und Passagen wechseln einander ab.
Ito Ogawa gibt dem Leser auch zahlreiche Einblicke in die japanische Kultur.
Es ist für mich eine willkommene Abwechslung, ein erfrischend anderer japanischer Roman, da hier nicht wie sonst überall Katzen im Mittelpunkt stehen, sondern es hier um diesen Schreibwarenladen, das Amt der öffentlichen Schreiberin, die Magie und den Zauber handgeschriebener Briefe geht. Das habe ich so in noch keinem anderen japanischen Roman gelesen.
Es ist zudem ein Roman, der voller schöner Zitate und kleiner und großer Weisheiten steckt. Auch das habe ich an diesem Buch so geliebt.
Einzig die letzten Seiten dieser Geschichte haben mich etwas enttäuscht, da hier ein paar Dinge zu schnell abgehandelt wurden und daher etwas unglaubwürdig wirkten und/oder einfach etwas too much waren und/oder nicht zum ganzen Rest passten und daher seltsam und wie Fremdkörper wirkten.
Auch blieben Dinge offen - was aber andererseits Stoff für Fortsetzung(en) bietet.
Insgesamt habe ich "Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen" sehr gerne gelesen und freue mich sehr auf die Fortsetzung(en).
Es ist der richtige Roman für alle, die japanische Literatur mögen; die vielleicht einen etwas anderen Roman suchen, bei dem mal keine Katzen im Mittelpunkt stehen; die Lust auf einen poetischen, leisen Roman mit schönen Botschaften haben, in dem es um japanische Kultur, Briefe, Trauer und Glück, Freundschaft und Liebe, Familie, Gemeinschaft, Vergangenheit und Gegenwart, Vergebung und Versöhnung ... das Leben geht.
Hatoko verfasst Briefe verschiedenster Art für andere Menschen.
Wir erleben Hatokos Arbeit und Leben im Wandel der Jahreszeiten. Ito Ogawa beleuchtet Vergangenheit und Gegenwart.
In schöner Sprache, oft schon fast poetisch, erzählt sie Hatokos Geschichte.
Es ist ein Roman, der wunderschön und traurig zugleich ist, der schon durch seine wundervolle Atmosphäre und Grundstimmung und durch seine Figuren besticht.
Nachdenkliche, leise sowie lebendige, fröhliche Momente und Passagen wechseln einander ab.
Ito Ogawa gibt dem Leser auch zahlreiche Einblicke in die japanische Kultur.
Es ist für mich eine willkommene Abwechslung, ein erfrischend anderer japanischer Roman, da hier nicht wie sonst überall Katzen im Mittelpunkt stehen, sondern es hier um diesen Schreibwarenladen, das Amt der öffentlichen Schreiberin, die Magie und den Zauber handgeschriebener Briefe geht. Das habe ich so in noch keinem anderen japanischen Roman gelesen.
Es ist zudem ein Roman, der voller schöner Zitate und kleiner und großer Weisheiten steckt. Auch das habe ich an diesem Buch so geliebt.
Einzig die letzten Seiten dieser Geschichte haben mich etwas enttäuscht, da hier ein paar Dinge zu schnell abgehandelt wurden und daher etwas unglaubwürdig wirkten und/oder einfach etwas too much waren und/oder nicht zum ganzen Rest passten und daher seltsam und wie Fremdkörper wirkten.
Auch blieben Dinge offen - was aber andererseits Stoff für Fortsetzung(en) bietet.
Insgesamt habe ich "Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen" sehr gerne gelesen und freue mich sehr auf die Fortsetzung(en).
Es ist der richtige Roman für alle, die japanische Literatur mögen; die vielleicht einen etwas anderen Roman suchen, bei dem mal keine Katzen im Mittelpunkt stehen; die Lust auf einen poetischen, leisen Roman mit schönen Botschaften haben, in dem es um japanische Kultur, Briefe, Trauer und Glück, Freundschaft und Liebe, Familie, Gemeinschaft, Vergangenheit und Gegenwart, Vergebung und Versöhnung ... das Leben geht.
von Cellissima - 2025-04-22 20:39:00
Sanft und Einfühlsam - 5 Sterne
Ito Ogawa nimmt die Leserschaft in „Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen“ mit auf die Reise in das Leben von Hatoko und anderer Menschen.
Die Protagonistin Hatoko ist Ghostwriterin und verfasst Briefe für Menschen, die selbst nicht die richtigen Worte finden. Dabei ist sie sehr gewissenhaft und stimmt Papier, Tinte und Schriftstil aufeinander ab, um ihre Texte entsprechend ästhetisch zu gestalten. Durch diese Tätigkeit taucht sie in die Geschichten und Lebensumstände verschiedenster Menschen ein, dies gibt ihr wiederum Anlass zu ausführlichen Reflexionen und zur Selbstfindung.
Dieses Buch ist mit einer beruhigenden Erzählweise geschrieben. Ogawa beschreibt die Natur und die Umgebung sehr ausführlich, sodass die Detailgenauigkeit sowie die liebevolle Art für eine sanfte sowie entschleunigende Atmosphäre sorgen.
Die Protagonistin Hatoko ist Ghostwriterin und verfasst Briefe für Menschen, die selbst nicht die richtigen Worte finden. Dabei ist sie sehr gewissenhaft und stimmt Papier, Tinte und Schriftstil aufeinander ab, um ihre Texte entsprechend ästhetisch zu gestalten. Durch diese Tätigkeit taucht sie in die Geschichten und Lebensumstände verschiedenster Menschen ein, dies gibt ihr wiederum Anlass zu ausführlichen Reflexionen und zur Selbstfindung.
Dieses Buch ist mit einer beruhigenden Erzählweise geschrieben. Ogawa beschreibt die Natur und die Umgebung sehr ausführlich, sodass die Detailgenauigkeit sowie die liebevolle Art für eine sanfte sowie entschleunigende Atmosphäre sorgen.
von warda - 2025-04-16 10:43:00
Still, leise. Mit Tiefgang. Ein feiner Wohlfühlroman um die Tageshektik zu entschleunigen. - 5 Sterne
Der Titel mag etwas abgedroschen klingen, aber das Buch entpuppt sich von Anfang an zu einem feinen, stillen Wohlfühlroman. Gerade die richtige Ablenkung in dieser hektischen Zeit voll von alltäglichen politischen Horrormeldungen. Es sind ruhige Episoden aus Hatokos neuem Leben, angefüllt mit Herzlichkeiten und guten Dingen. Ich würde sagen typisch japanisch. Die Leser*innen werden dabei gut unterhalten mit der traditionellen Höflichkeit und Zurückhaltung, Fremde nicht mit Problemen zu belasten.
Um was geht es: Hatoko kommt nach dem Tod ihrer Großmutter zurück nach Kamakura und übernimmt deren Schreibwarenladen. Sie ist damals im Streit davongelaufen, hatte jeglichen Kontakt abgebrochen, da ihre Großmutter meinte, Zuneigung könne man nur durch eine sehr strenge Erziehung beweisen.
Dennoch, ihre „Vorgängerin“, wie sie von Hatoko meistens genannt wurde, gab ihr eine wertvolle Gabe mit: die hohe Kunst der Kalligraphie und die Befähigung, für andere im Auftrag Briefe zu verfassen. Und das ist es, um was es hauptsächlich im Roman geht. Es kommen die unterschiedlichsten Menschen zu ihr mit der Bitte, einen Brief zu schreiben. Die Gründe sind sehr verschieden – von Dankesschreiben bis zum Trennungsbrief ist alles dabei. Wichtig hierfür ist, das richtige Papier zu wählen, und auch das für die Situation passende Schreibutensil.
Rund um diese „Jobs“ begleiten wir Hatoko natürlich auf ihren privaten Pfaden, treffen liebevolle Nachbarinnen, einen Baron, und andere gute Freunde. Und so ganz nebenbei erfährt unsere Protagonistin auch etwas über ihre Vergangenheit …
Klingt langweilig? Nein, denn die Art und Weise wie Ito Ogawa diese Geschichten schreibt ist alles andere als kitschig. Mit einer sanften Feder (für die sie zahlreiche Auszeichnungen erhalten hatte) leitet sie uns durch die Seiten, lässt einen dabei zurücklehnen und dahinschweben.
Für mich ist das ganz große Erzählkunst und somit gebe ich hier sehr gerne eine absolute Leseempfehlung – Entschleunigung ist das Zauberwort.
Um was geht es: Hatoko kommt nach dem Tod ihrer Großmutter zurück nach Kamakura und übernimmt deren Schreibwarenladen. Sie ist damals im Streit davongelaufen, hatte jeglichen Kontakt abgebrochen, da ihre Großmutter meinte, Zuneigung könne man nur durch eine sehr strenge Erziehung beweisen.
Dennoch, ihre „Vorgängerin“, wie sie von Hatoko meistens genannt wurde, gab ihr eine wertvolle Gabe mit: die hohe Kunst der Kalligraphie und die Befähigung, für andere im Auftrag Briefe zu verfassen. Und das ist es, um was es hauptsächlich im Roman geht. Es kommen die unterschiedlichsten Menschen zu ihr mit der Bitte, einen Brief zu schreiben. Die Gründe sind sehr verschieden – von Dankesschreiben bis zum Trennungsbrief ist alles dabei. Wichtig hierfür ist, das richtige Papier zu wählen, und auch das für die Situation passende Schreibutensil.
Rund um diese „Jobs“ begleiten wir Hatoko natürlich auf ihren privaten Pfaden, treffen liebevolle Nachbarinnen, einen Baron, und andere gute Freunde. Und so ganz nebenbei erfährt unsere Protagonistin auch etwas über ihre Vergangenheit …
Klingt langweilig? Nein, denn die Art und Weise wie Ito Ogawa diese Geschichten schreibt ist alles andere als kitschig. Mit einer sanften Feder (für die sie zahlreiche Auszeichnungen erhalten hatte) leitet sie uns durch die Seiten, lässt einen dabei zurücklehnen und dahinschweben.
Für mich ist das ganz große Erzählkunst und somit gebe ich hier sehr gerne eine absolute Leseempfehlung – Entschleunigung ist das Zauberwort.
von MarcoL - 2025-04-11 10:31:00


