Rezensionen
Weil sie lügt
Thriller | Von Glauser-Preisträgerin Caroline Seibt
Autor: Caroline Seibt
Erschienen 2026 bei Droemer eBook
ISBN 978-3-426-56701-2
Unter Verdacht - 4 Sterne
Juliane, meist nur Juli genannt, ist verschwunden, bald gehen Familie und Polizei von einem Verbrechen aus, unter Verdacht gerät ausgerechnet der eigene Vater. Während dieser also im Gefängnis auf die Anklage wartet und die Mutter in einer schweren Depression versinkt, bleibt es an Julis jüngerer Schwester Anna hängen, sich um den kleinen Bruder Leon zu kümmern. Gleichzeitig begibt sie sich alleine auf die Suche nach der Wahrheit.
Kurze Kapitel und wechselnde Blickwinkel prägen die Geschichte rund um die verschollenen Juli, erzählt wird jeweils aus der Ich-Perspektive, wodurch man stets sehr subjektive Einschätzungen der jeweiligen Situationen bekommt. Die oft mit ungeklärten Fragen endenden Szenen steigern die Spannung, auch wenn diese keine Gänsehautmomente hervorruft, die Neugierde ist dennoch geweckt und ich möchte als Leserin unbedingt erfahren, was sich zuvor wirklich ereignet hat. Fährten gibt es viele, Motive ebenfalls, und dennoch kommen bis zum Schluss neue denkbare Varianten hinzu.
Sowohl Annas als auch Katharinas Handeln kann man aufgrund der detaillierten Beschreibungen gut nachvollziehen, manche Einzelheiten wiederum bleiben ein wenig im Nebel zurück und man kann sich nur selber zusammenreimen, was an dieser oder jener Stelle genau passiert sein mag. Nichtsdestotrotz wartet das Ende für mich mit einer gelungenen Lösung auf, der Epilog fasst wesentliche Entwicklungen gut zusammen.
Weil sie lügt bietet einen guten, wenn auch nicht extrem hohen, Spannungsbogen und steigert sich im letzten Drittel noch einmal deutlich, sodass ich gerne vier Sterne vergebe.
Kurze Kapitel und wechselnde Blickwinkel prägen die Geschichte rund um die verschollenen Juli, erzählt wird jeweils aus der Ich-Perspektive, wodurch man stets sehr subjektive Einschätzungen der jeweiligen Situationen bekommt. Die oft mit ungeklärten Fragen endenden Szenen steigern die Spannung, auch wenn diese keine Gänsehautmomente hervorruft, die Neugierde ist dennoch geweckt und ich möchte als Leserin unbedingt erfahren, was sich zuvor wirklich ereignet hat. Fährten gibt es viele, Motive ebenfalls, und dennoch kommen bis zum Schluss neue denkbare Varianten hinzu.
Sowohl Annas als auch Katharinas Handeln kann man aufgrund der detaillierten Beschreibungen gut nachvollziehen, manche Einzelheiten wiederum bleiben ein wenig im Nebel zurück und man kann sich nur selber zusammenreimen, was an dieser oder jener Stelle genau passiert sein mag. Nichtsdestotrotz wartet das Ende für mich mit einer gelungenen Lösung auf, der Epilog fasst wesentliche Entwicklungen gut zusammen.
Weil sie lügt bietet einen guten, wenn auch nicht extrem hohen, Spannungsbogen und steigert sich im letzten Drittel noch einmal deutlich, sodass ich gerne vier Sterne vergebe.
von clematis - 2026-06-21 15:04:00
tolle Wendungen - 5 Sterne
"Weil sie lügt" der Autorin Caroline Seibt als Hörbuch wurde eingelesen von Rebecca Veil und Elke Appelt und hat mir einige spannende Stunden beschert.
Julie ist vor über einem Jahr verschwunden und Anna ihre Schwester kann nicht loslassen und um sie trauern, da sie sich um ihren kleinen Bruder kümmern muss. Nach dem Versschwinden von Julie ist ihre Mutter nach der Verhaftung des Vaters in eine tiefe Depression abgerutscht. Anna glaub nicht an die Schuld ihres Vaters und versucht die letzten Stunden ihrer Schwester herauszufinden. Ihr Gefühl, das die Polizei kein großes Interesse an der Aufklärung des Verschwindens von Julie hat und ihren Vater als Täter klar im Visier hat, wird durch einen Knochenfund im Keller untermauert. Ab diesem Moment setzt Anna alles daran mit allem ihr zur Verfügung stehenden Mitteln Julies Schicksal aufzuklären und die Unschuld ihres Vaters zu beweisen.
Prima fand ich die unterschiedlichen Perspektiven, wird die Story doch aus Sicht von Anna und der Polizistin Katharina Engel erzählt, was verschiedene Blickwinkel auf das Geschehen zulässt und die Spannung steigert.
Die Autorin hat es geschafft unvorhersehbare Wendungen einzubauen, die ich so nicht erwartet hatte und auch das Ende konnte mich überzeugen.
Die Sprecherinnen Rebecca Veil und Elke Appelt haben den Charakteren überzeugend Emotionen und Leben eingehaucht.
Klare Empfehlung von mir für dieses Hörbuch mit einer Länge von 9 Stunden 19 Minuten für spannende Stunden.
Julie ist vor über einem Jahr verschwunden und Anna ihre Schwester kann nicht loslassen und um sie trauern, da sie sich um ihren kleinen Bruder kümmern muss. Nach dem Versschwinden von Julie ist ihre Mutter nach der Verhaftung des Vaters in eine tiefe Depression abgerutscht. Anna glaub nicht an die Schuld ihres Vaters und versucht die letzten Stunden ihrer Schwester herauszufinden. Ihr Gefühl, das die Polizei kein großes Interesse an der Aufklärung des Verschwindens von Julie hat und ihren Vater als Täter klar im Visier hat, wird durch einen Knochenfund im Keller untermauert. Ab diesem Moment setzt Anna alles daran mit allem ihr zur Verfügung stehenden Mitteln Julies Schicksal aufzuklären und die Unschuld ihres Vaters zu beweisen.
Prima fand ich die unterschiedlichen Perspektiven, wird die Story doch aus Sicht von Anna und der Polizistin Katharina Engel erzählt, was verschiedene Blickwinkel auf das Geschehen zulässt und die Spannung steigert.
Die Autorin hat es geschafft unvorhersehbare Wendungen einzubauen, die ich so nicht erwartet hatte und auch das Ende konnte mich überzeugen.
Die Sprecherinnen Rebecca Veil und Elke Appelt haben den Charakteren überzeugend Emotionen und Leben eingehaucht.
Klare Empfehlung von mir für dieses Hörbuch mit einer Länge von 9 Stunden 19 Minuten für spannende Stunden.
von Nele33 - 2026-06-16 15:27:00
Sehr spannend! - 5 Sterne
Vor anderthalb Jahren ist Juli verschwunden. Ihr Vater geriet in Verdacht und sitzt deshalb im Gefängnis. Als ein Mithäftling behauptet, dass der Vater ihm gegenüber Einzelheiten der Tat geschildert hätte, werden die Ermittlungen wieder verstärkt aufgenommen, denn Juli wurde nie gefunden. Die Spur führt in den Keller der Familie, wo angeblich Juli's Leiche versteckt sein soll. Es werden auch Knochen gefunden, aber wie sich herausstellt gehören sie nicht zu Juli.
Aber nicht nur die Polizei ermittelt sondern auch Anna, Juli's Schwester, die sich nebenbei auch noch rührend um ihren kleinen Bruder kümmert, da ihre Mutter dazu nicht in der Lage ist.
Ein sehr spannender Thriller, der mich von Anfang an gefesselt hat. Die Geschichte, die Charaktere, die überraschenden Wendungen einfach nur toll. Ich habe schon lange keinen so guten Thriller mehr gelesen.
Aber nicht nur die Polizei ermittelt sondern auch Anna, Juli's Schwester, die sich nebenbei auch noch rührend um ihren kleinen Bruder kümmert, da ihre Mutter dazu nicht in der Lage ist.
Ein sehr spannender Thriller, der mich von Anfang an gefesselt hat. Die Geschichte, die Charaktere, die überraschenden Wendungen einfach nur toll. Ich habe schon lange keinen so guten Thriller mehr gelesen.
von beavielleser - 2026-06-05 19:28:00
Durchwegs angespannte Stimmung - 5 Sterne
Juliane „Juli“ Brunner ist vor eineinhalb Jahren verschwunden. Eine Tragödie sondergleichen, unter der die Familie langsam zerbricht. Doch das Schlimmste ist: Der Vater von Juli wird beschuldigt, seine Tochter umgebracht zu haben und sitzt daher im Gefängnis. Die Polizei ist sich sicher, den richtigen Täter zu haben, aber Anna, Julis jüngere Schwester wehrt sich. Sie versucht, für ihren kleinen Bruder da zu sein und herauszufinden, was wirklich passiert ist…
Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir von der Farbgebung sehr gut; die Wasserblasen sind geprägt, was eine besondere Haptik ergibt.
Das Buch ist in 3 grosse Teile gegliedert: 1. „Knochen“, 2. „Rache“, 3. „Wahrheit“. Die Geschichte wird abwechslungsweise aus der Sicht von Anna und Katharina erzählt.
Der Prolog vermittelt eine beklemmende Stimmung. Die Verzweiflung lässt sich förmlich in Scheiben schneiden, so greifbar ist sie. Dass eine Familie sogar ein Medium einschaltet, um hoffentlich endlich Antworten zu erhalten, ist absolut verständlich. Wer würde nicht alles tun, um das eigene Kind wiederzufinden?
Anna hat mir leidgetan. Sie hat – nebst dem Verlust ihrer Schwester – eine zu grosse Bürde zu tragen: Da der Vater im Gefängnis ist, kümmert sie sich alleine um den Rest der Familie: ihre manisch-depressive Mutter, die die meiste Zeit nicht wirklich präsent ist, sowie ihren siebenjährigen Bruder Leon, der sich vor seiner Mutter und den „Gewittern“ in ihrem Kopf und deren Auswirkungen fürchtet.
Katharina ist Polizistin. Sie gibt alles für ihre Fälle und ordnet das wenige Privatleben rigoros unter. Ihre Schwester und deren Familie beklagen sich zu Recht, dass sie nie Zeit hat. Doch sie kann nicht anders. Wenn sie weiss, dass andere Familien darauf warten, dass Vermisste zurückgebracht oder Täter zur Rechenschaft gezogen werden, muss sie einfach dranbleiben. Dafür wurde sie Polizistin.
Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und die Autorin hat es geschafft, die angespannte Stimmung aufrechtzuerhalten. Ich konnte mich zwar weder für Anna noch für Katharina richtig erwärmen, aber das war auch nicht das Ziel. Immer wieder hatte ich Verdächtige und mögliche Erklärungen im Kopf, doch ein paar Seiten weiter habe ich meine „Ermittlungen“ wieder über den Haufen geworfen. Mit diesem Ausgang der Geschichte habe ich nicht gerechnet – gut gemacht, Caroline Seibt! Von mir gibt es 5 Sterne.
Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir von der Farbgebung sehr gut; die Wasserblasen sind geprägt, was eine besondere Haptik ergibt.
Das Buch ist in 3 grosse Teile gegliedert: 1. „Knochen“, 2. „Rache“, 3. „Wahrheit“. Die Geschichte wird abwechslungsweise aus der Sicht von Anna und Katharina erzählt.
Der Prolog vermittelt eine beklemmende Stimmung. Die Verzweiflung lässt sich förmlich in Scheiben schneiden, so greifbar ist sie. Dass eine Familie sogar ein Medium einschaltet, um hoffentlich endlich Antworten zu erhalten, ist absolut verständlich. Wer würde nicht alles tun, um das eigene Kind wiederzufinden?
Anna hat mir leidgetan. Sie hat – nebst dem Verlust ihrer Schwester – eine zu grosse Bürde zu tragen: Da der Vater im Gefängnis ist, kümmert sie sich alleine um den Rest der Familie: ihre manisch-depressive Mutter, die die meiste Zeit nicht wirklich präsent ist, sowie ihren siebenjährigen Bruder Leon, der sich vor seiner Mutter und den „Gewittern“ in ihrem Kopf und deren Auswirkungen fürchtet.
Katharina ist Polizistin. Sie gibt alles für ihre Fälle und ordnet das wenige Privatleben rigoros unter. Ihre Schwester und deren Familie beklagen sich zu Recht, dass sie nie Zeit hat. Doch sie kann nicht anders. Wenn sie weiss, dass andere Familien darauf warten, dass Vermisste zurückgebracht oder Täter zur Rechenschaft gezogen werden, muss sie einfach dranbleiben. Dafür wurde sie Polizistin.
Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und die Autorin hat es geschafft, die angespannte Stimmung aufrechtzuerhalten. Ich konnte mich zwar weder für Anna noch für Katharina richtig erwärmen, aber das war auch nicht das Ziel. Immer wieder hatte ich Verdächtige und mögliche Erklärungen im Kopf, doch ein paar Seiten weiter habe ich meine „Ermittlungen“ wieder über den Haufen geworfen. Mit diesem Ausgang der Geschichte habe ich nicht gerechnet – gut gemacht, Caroline Seibt! Von mir gibt es 5 Sterne.
von peedee - 2026-05-31 00:09:00
Atemlos! - 5 Sterne
Atemlos!
Würde dieses eine Wort ausreichen, um eine umfassende Rezension dieses Thrillers zu schreiben, würde es auf den Punkt treffen. Es steckt alles drin in diesem einen Wort und doch ist es zu wenig, um die Spannung zwischen den Buchseiten in Worte zu fassen.
Etwas Bedrohliches umfängt die junge Protagonistin Anna, die mit dem Verschwinden ihrer Schwester Juli zu kämpfen hat. Auf ihr liegt die gesamte Last und sie stemmt es bewundernswert. Dabei hat sie nur ein Ziel vor Augen - das Verschwinden aufzuklären.
Dieser Wille hält sie bei der Stange, treibt sie gnadenlos an und bringt eine Verbissenheit hervor, die den Leser gelegentlich beängst die Seite umblättern lässt. Man selbst hat längst das Gefühl, unter dieser Last zusammenzubrechen. Und doch fiebert der Leser weiter mit, verspürt körpeliches Unbehagen, wenn er nicht sofort - gar mit dem nächsten Wort - der Klärung einen Schritt näher kommt.
Ich fühlte mich bei der Lektüre an die Spannung in Zweigs 'Schachnovelle' erinnert, wo jedes überflüssige Wort die Spannung ins Beklemmende dehnte. So auch hier, bewusst befeuert durch die Cliffhanger am Ende fast jeden Kapitels. Es war schwer, dass Buch wegzulegen.
Ein Spoiler ist so unfair wie nur irgendwas; und bei diesem Thriller ganz besonders. Deshalb gibt es keinen, aber ich möchte doch auf das Ende der Geschichte verweisen, das den Leser in einem wunderbaren Zustand zurücklässt. Wie dieses Wunderbare genau aussieht, muss der geneigte Leser selbst herausfinden.
Auf alle Fälle ist das Wunderbare auf mehrere Arten zu lesen und zu verstehen.
Nicht vergessen: Tief einatmen und loslesen!
Würde dieses eine Wort ausreichen, um eine umfassende Rezension dieses Thrillers zu schreiben, würde es auf den Punkt treffen. Es steckt alles drin in diesem einen Wort und doch ist es zu wenig, um die Spannung zwischen den Buchseiten in Worte zu fassen.
Etwas Bedrohliches umfängt die junge Protagonistin Anna, die mit dem Verschwinden ihrer Schwester Juli zu kämpfen hat. Auf ihr liegt die gesamte Last und sie stemmt es bewundernswert. Dabei hat sie nur ein Ziel vor Augen - das Verschwinden aufzuklären.
Dieser Wille hält sie bei der Stange, treibt sie gnadenlos an und bringt eine Verbissenheit hervor, die den Leser gelegentlich beängst die Seite umblättern lässt. Man selbst hat längst das Gefühl, unter dieser Last zusammenzubrechen. Und doch fiebert der Leser weiter mit, verspürt körpeliches Unbehagen, wenn er nicht sofort - gar mit dem nächsten Wort - der Klärung einen Schritt näher kommt.
Ich fühlte mich bei der Lektüre an die Spannung in Zweigs 'Schachnovelle' erinnert, wo jedes überflüssige Wort die Spannung ins Beklemmende dehnte. So auch hier, bewusst befeuert durch die Cliffhanger am Ende fast jeden Kapitels. Es war schwer, dass Buch wegzulegen.
Ein Spoiler ist so unfair wie nur irgendwas; und bei diesem Thriller ganz besonders. Deshalb gibt es keinen, aber ich möchte doch auf das Ende der Geschichte verweisen, das den Leser in einem wunderbaren Zustand zurücklässt. Wie dieses Wunderbare genau aussieht, muss der geneigte Leser selbst herausfinden.
Auf alle Fälle ist das Wunderbare auf mehrere Arten zu lesen und zu verstehen.
Nicht vergessen: Tief einatmen und loslesen!
von Skanus - 2026-05-26 12:50:00


