Rezensionen
Das Spiel
Roman - Limitierte Erstauflage mit Farbschnitt - - "Guilty Pleasure mit Köpfchen." IN München
Autor: Aisling Rawle
Erschienen 2026 bei btb;Random House
ISBN 978-3-442-76325-2
Reality-TV im Buchformat - 4 Sterne
Trash TV zum Lesen? ????
Da gibt's von mir ein klares: Jaaaa! ????
Ich bin eine bekennende Trash Queen und deshalb war ich sofort begeistert, als ich 'Das Spiel' von Aisling Rawle entdeckt habe.
Nichts lässt mich besser abschalten als Lesen, Faulenzen und/oder Reality-TV schauen. Einfach gucken, lachen, sich aufregen und gelegentlich ein bisschen fremdschämen.
Und das Konzept dieses Buches hat mich direkt abgeholt: Eine Dauershow, die mit zehn Frauen und zehn Männern auf einem luxuriösen Anwesen mitten in der Wüste startet. Nahrung, Wasser und andere Dinge des täglichen Bedarfs müssen in Gruppen-Challenges erspielt - oder manchmal sogar erkämpfen werden. In Einzelaufgaben winken Luxusgegenstände, die die Teilnehmenden für sich behalten dürfen.
Die vielen Namen sind zu Beginn nicht leicht zu merken. Aber wie bei echten Reality-Shows sind manche Kandidaten ohnehin schnell wieder verschwunden, während andere durch Sympathie oder Antipathie automatisch zu den Hauptfiguren werden. Es entstehen spannende Dynamiken, die sich je nach Situation und äußeren Umständen ständig verändern.
Wie schon im Klappentext erwähnt, musste auch ich sofort an 'Herr der Fliegen' denken. Und erschreckenderweise fand ich keine der Entwicklungen wirklich unrealistisch. Ich hätte mir zwar noch etwas mehr Challenges und vielleicht auch mehr direkte Konkurrenz zwischen den Teilnehmenden gewünscht, aber das lässt sich in einem Roman vermutlich nur schwer so darstellen wie im Fernsehen.
Besonders spannend fand ich Lilys schonungslose Selbstreflektion. Männliches Dominanzverhalten spielt ebenfalls eine Rolle und wird nicht unkommentiert stehen gelassen. Vor allem das Ende hat mich berührt und nachdenklich zurückgelassen.
Den Inhalt genauer zusammenzufassen, ist tatsächlich gar nicht so einfach. Im Grunde ist es genau das, was es verspricht: eine Reality-Show in Buchform.
Wer mit Reality-TV grundsätzlich nichts anfangen kann, wird vermutlich auch mit diesem Buch nicht warm werden. Wer aber Spaß an diesem Genre hat, wird hier mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr gut unterhalten.
Da gibt's von mir ein klares: Jaaaa! ????
Ich bin eine bekennende Trash Queen und deshalb war ich sofort begeistert, als ich 'Das Spiel' von Aisling Rawle entdeckt habe.
Nichts lässt mich besser abschalten als Lesen, Faulenzen und/oder Reality-TV schauen. Einfach gucken, lachen, sich aufregen und gelegentlich ein bisschen fremdschämen.
Und das Konzept dieses Buches hat mich direkt abgeholt: Eine Dauershow, die mit zehn Frauen und zehn Männern auf einem luxuriösen Anwesen mitten in der Wüste startet. Nahrung, Wasser und andere Dinge des täglichen Bedarfs müssen in Gruppen-Challenges erspielt - oder manchmal sogar erkämpfen werden. In Einzelaufgaben winken Luxusgegenstände, die die Teilnehmenden für sich behalten dürfen.
Die vielen Namen sind zu Beginn nicht leicht zu merken. Aber wie bei echten Reality-Shows sind manche Kandidaten ohnehin schnell wieder verschwunden, während andere durch Sympathie oder Antipathie automatisch zu den Hauptfiguren werden. Es entstehen spannende Dynamiken, die sich je nach Situation und äußeren Umständen ständig verändern.
Wie schon im Klappentext erwähnt, musste auch ich sofort an 'Herr der Fliegen' denken. Und erschreckenderweise fand ich keine der Entwicklungen wirklich unrealistisch. Ich hätte mir zwar noch etwas mehr Challenges und vielleicht auch mehr direkte Konkurrenz zwischen den Teilnehmenden gewünscht, aber das lässt sich in einem Roman vermutlich nur schwer so darstellen wie im Fernsehen.
Besonders spannend fand ich Lilys schonungslose Selbstreflektion. Männliches Dominanzverhalten spielt ebenfalls eine Rolle und wird nicht unkommentiert stehen gelassen. Vor allem das Ende hat mich berührt und nachdenklich zurückgelassen.
Den Inhalt genauer zusammenzufassen, ist tatsächlich gar nicht so einfach. Im Grunde ist es genau das, was es verspricht: eine Reality-Show in Buchform.
Wer mit Reality-TV grundsätzlich nichts anfangen kann, wird vermutlich auch mit diesem Buch nicht warm werden. Wer aber Spaß an diesem Genre hat, wird hier mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr gut unterhalten.
von Karina - 2026-05-30 12:55:00
Das Spiel - 5 Sterne
„Ich wollte herkommen, weil es für mich nichts anderes gibt. Ich habe es ja versucht mit diesem Leben – ein bedeutungsloser Job, kein Geld, immer, immer müde sein –, das gibt mir einfach nichts… Wenn man es hier bis zum Ende schafft, bekommt man alles, was man will, ohne diesen ganzen Scheiß.“
Ein riesiges Anwesen mitten im Nichts – ringsherum nur Wüste, soweit das Auge blicken kann – ist der Schauplatz für eine seit Jahren im TV laufende Reality-Show.
Die Regeln, an die sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer halten müssen, klingen auch den ersten Blick recht simpel.
Regel Nummer 1: Es ist verboten zu erwähnen, dass die Fernsehshow eine Fernsehshow ist und dass man sie schon mal gesehen hat.
Regel Nummer 2: Es ist verboten, über sein Leben außerhalb des Anwesens zu sprechen, außer auf explizite Anweisungen hin.
Regel Nummer 3: Körperliche Gewalt ist verboten.
Für die neue Staffel ziehen zehn Frauen, aber nur neun Männer ein; der zehnte ist auf dem mehrtägigen Marsch durch die Wüste auf der Strecke geblieben. Damit fängt die Geschichte schon dramatisch an, denn die Teilnehmenden müssen sich pärchenweise zusammentun – die Frau, die keinen Partner abbekommt, muss das Anwesen bei Sonnenaufgang verlassen.
Es beginnt eine Art Speed-Dating, ein gegenseitiges Abchecken mit relativ sinnentleertem Geplänkel, denn persönliche Gespräche sind ja laut Regelwerk zunächst nicht erlaubt, um ja nicht allein zu bleiben.
Das ist schon großartig und so überspitzt, aber es wird noch besser, denn bald beginnen die täglichen Challenges.
„Wir mussten nur einfache Aufgaben erfüllen, die sogar Spaß machten, und wurden mit neuen Dingen belohnt. Wie sehr hätte ich mich draußen quälen müssen, um an all diese Sachen zu kommen: stundenlang auf den Füßen sein, ein falsches Lächeln aufsetzen, Energie und Enthusiasmus vorgaukeln.“
Es gibt die Challenges die für die ganze Gruppe – zum Beispiel ganz simple wie „Nennt euren Lieblingsschauspieler“ oder „Erzählt von eurem ersten Haustier“, aber auch die kniffligeren wie ein Ranking, welche der Frauen die attraktivste bzw. welcher Mann der attraktivste ist.
Ganz nebenbei: Sie sind alle jung und unglaublich schön und – zumindest auf den ersten Blick – unglaublich oberflächlich, das scheinen die Grundvoraussetzungen für die Teilnahme zu sein.
Wird eine Challenge geschafft, winken Belohnungen wie Gartenmöbel oder andere Gegenstände für den alltäglichen Gebrauch – durchaus nützlich, denn das Anwesen war zu Beginn der Staffel praktisch leer – oder auch mal eine Kiste Champagner.
Es gibt aber auch die sogenannten persönlichen Challenges – Belohnungen sind u.a. schicke Klamotten oder teurer Schmuck, die umso wertvoller werden, je weiter man kommt.
„Ich habe hier drin eine goldene Halskette gewonnen – echtes Gold! – einfach nur, weil ich mit dir geredet habe. Hast du eine Ahnung, wie lange ich für so was arbeiten müsste?“
Aber wir wären natürlich nicht im Trash-Reality-Format, wenn die zu erledigenden Aufgaben nicht immer perfider und geschmackloser würden.
Mit einer Mischung aus Staunen und Abscheu und ein bisschen fieser Schadenfreude verfolgt man mit, wie weit die einzelnen Personen gehen, um nicht aus der Sendung zu fliegen, und welches, oft schräge Verhalten wohl auf eine Challenge zurückzuführen ist.
Sind es wirklich Freundschaften, die sich hier bilden, ist tatsächlich Verliebtheit bei den Pärchen im Spiel? Was ist echt und was dient nur dem Zweck, welche Verbindungen und Ränke werden nur geschmiedet, um möglichst lange in der Show zu bleiben?
Trotz aller Bemühungen, den schönen Schein zu wahren, offenbaren sich bald bei allen ihre dunkelsten Seiten…
Ha! Dieses Buch war so herrlich fies und böse und dabei höchst unterhaltsam, so dass ich es kaum aus der Hand legen konnte.
Ein wirklich gelungenes Sozialexperiment zwischen zwei Buchdeckeln.
Ein riesiges Anwesen mitten im Nichts – ringsherum nur Wüste, soweit das Auge blicken kann – ist der Schauplatz für eine seit Jahren im TV laufende Reality-Show.
Die Regeln, an die sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer halten müssen, klingen auch den ersten Blick recht simpel.
Regel Nummer 1: Es ist verboten zu erwähnen, dass die Fernsehshow eine Fernsehshow ist und dass man sie schon mal gesehen hat.
Regel Nummer 2: Es ist verboten, über sein Leben außerhalb des Anwesens zu sprechen, außer auf explizite Anweisungen hin.
Regel Nummer 3: Körperliche Gewalt ist verboten.
Für die neue Staffel ziehen zehn Frauen, aber nur neun Männer ein; der zehnte ist auf dem mehrtägigen Marsch durch die Wüste auf der Strecke geblieben. Damit fängt die Geschichte schon dramatisch an, denn die Teilnehmenden müssen sich pärchenweise zusammentun – die Frau, die keinen Partner abbekommt, muss das Anwesen bei Sonnenaufgang verlassen.
Es beginnt eine Art Speed-Dating, ein gegenseitiges Abchecken mit relativ sinnentleertem Geplänkel, denn persönliche Gespräche sind ja laut Regelwerk zunächst nicht erlaubt, um ja nicht allein zu bleiben.
Das ist schon großartig und so überspitzt, aber es wird noch besser, denn bald beginnen die täglichen Challenges.
„Wir mussten nur einfache Aufgaben erfüllen, die sogar Spaß machten, und wurden mit neuen Dingen belohnt. Wie sehr hätte ich mich draußen quälen müssen, um an all diese Sachen zu kommen: stundenlang auf den Füßen sein, ein falsches Lächeln aufsetzen, Energie und Enthusiasmus vorgaukeln.“
Es gibt die Challenges die für die ganze Gruppe – zum Beispiel ganz simple wie „Nennt euren Lieblingsschauspieler“ oder „Erzählt von eurem ersten Haustier“, aber auch die kniffligeren wie ein Ranking, welche der Frauen die attraktivste bzw. welcher Mann der attraktivste ist.
Ganz nebenbei: Sie sind alle jung und unglaublich schön und – zumindest auf den ersten Blick – unglaublich oberflächlich, das scheinen die Grundvoraussetzungen für die Teilnahme zu sein.
Wird eine Challenge geschafft, winken Belohnungen wie Gartenmöbel oder andere Gegenstände für den alltäglichen Gebrauch – durchaus nützlich, denn das Anwesen war zu Beginn der Staffel praktisch leer – oder auch mal eine Kiste Champagner.
Es gibt aber auch die sogenannten persönlichen Challenges – Belohnungen sind u.a. schicke Klamotten oder teurer Schmuck, die umso wertvoller werden, je weiter man kommt.
„Ich habe hier drin eine goldene Halskette gewonnen – echtes Gold! – einfach nur, weil ich mit dir geredet habe. Hast du eine Ahnung, wie lange ich für so was arbeiten müsste?“
Aber wir wären natürlich nicht im Trash-Reality-Format, wenn die zu erledigenden Aufgaben nicht immer perfider und geschmackloser würden.
Mit einer Mischung aus Staunen und Abscheu und ein bisschen fieser Schadenfreude verfolgt man mit, wie weit die einzelnen Personen gehen, um nicht aus der Sendung zu fliegen, und welches, oft schräge Verhalten wohl auf eine Challenge zurückzuführen ist.
Sind es wirklich Freundschaften, die sich hier bilden, ist tatsächlich Verliebtheit bei den Pärchen im Spiel? Was ist echt und was dient nur dem Zweck, welche Verbindungen und Ränke werden nur geschmiedet, um möglichst lange in der Show zu bleiben?
Trotz aller Bemühungen, den schönen Schein zu wahren, offenbaren sich bald bei allen ihre dunkelsten Seiten…
Ha! Dieses Buch war so herrlich fies und böse und dabei höchst unterhaltsam, so dass ich es kaum aus der Hand legen konnte.
Ein wirklich gelungenes Sozialexperiment zwischen zwei Buchdeckeln.
von Maxie Bantleon aus der Tyrolia-Filiale in Innsbruck - 2026-04-21 16:09:04


