Rezensionen
Die Briefträgerin
Roman - »Der Überraschungserfolg des Jahres.« Vanity Fair – SPIEGEL-Bestseller
Autor: Francesca Giannone
Erschienen 2026 bei btb;Editore Nord (GeMS)
ISBN 978-3-442-77615-3
Die Briefträgerin - 5 Sterne
Süditalien 1934: Eine selbstbewusste junge Frau aus dem Norden, die als erste Briefträgerin frischen Wind in ein kleines Dorf bringt.
Lizzanello, ein beschauliches Dorf, in dem sich alle kennen: Als Anna und Carlo hier 1934 frisch vermählt mit dem Bus aus dem Norden eintreffen, freut sich Carlo, endlich zurück in seiner Heimat zu sein. Doch Anna denkt darüber nach, was für ein Leben sie als Norditalienerin in dem kleinen Ort erwartet, in dem ganz eigene Gesetze herrschen. Allen Widerständen zum Trotz geht Anna mutig und entschlossen ihren eigenen Weg – und bringt als erste Briefträgerin frischen Wind nach Lizzanello. Über zwanzig Jahre lang, erst zu Fuß, dann mit dem Fahrrad, trägt sie die Post aus: Ansichtskarten von Emigranten, Briefe von Soldaten an der Front, Mitteilungen von heimlichen Liebhabern. Und irgendwann muss sie sich fragen, wie lange sie eigentlich noch ihre eigenen Gefühle verbergen kann, die sie seit Jahren für den Bruder ihres Ehemanns empfindet.
Ein bewegender Roman über Mut, Liebe und die Kraft der Worte – inspiriert von der Lebensgeschichte der Urgroßmutter der Autorin.
Lizzanello, ein beschauliches Dorf, in dem sich alle kennen: Als Anna und Carlo hier 1934 frisch vermählt mit dem Bus aus dem Norden eintreffen, freut sich Carlo, endlich zurück in seiner Heimat zu sein. Doch Anna denkt darüber nach, was für ein Leben sie als Norditalienerin in dem kleinen Ort erwartet, in dem ganz eigene Gesetze herrschen. Allen Widerständen zum Trotz geht Anna mutig und entschlossen ihren eigenen Weg – und bringt als erste Briefträgerin frischen Wind nach Lizzanello. Über zwanzig Jahre lang, erst zu Fuß, dann mit dem Fahrrad, trägt sie die Post aus: Ansichtskarten von Emigranten, Briefe von Soldaten an der Front, Mitteilungen von heimlichen Liebhabern. Und irgendwann muss sie sich fragen, wie lange sie eigentlich noch ihre eigenen Gefühle verbergen kann, die sie seit Jahren für den Bruder ihres Ehemanns empfindet.
Ein bewegender Roman über Mut, Liebe und die Kraft der Worte – inspiriert von der Lebensgeschichte der Urgroßmutter der Autorin.
von Judith Palka - 2026-05-18 16:01:53
Mutige Frau - 3 Sterne
Die Briefträgerin ist eine junge Frau die in Italien lebt und mit ihrem Mann dessen Heimat zieht. Einem kleinen Dorf indem jeder jeden kennt. Dort fühlt sie sich sehr einsam und beschließt eines Tages, als der Posten des Briefträgern durch den Tod des alten Briefträgers frei geworden ist, sich dafür zu bewerben. Trotz des Gegenwindes ihres Mannes und der Familie, setzt sie sich durch und bekommt auch den Posten. Sie liebt diese Arbeit und im Dorf erkennt man sie auch schnell an. Aber hier geht es auch um die Schicksale der ganzen Familie ihres Mannes die doch einige Geheimnisse haben die so nach und nach ans Licht kommen.
Fazit.
Gut geschriebener und authentischer Roman, der aber wenig auf die damaligen Geschehnisse in der Welt wie dem Zweiten Weltkrieg eingeht. Man lernt das Temperament der Italiener kennen und lieben. Für mich hätte es hier etwas mehr Spannung geben können.
Fazit.
Gut geschriebener und authentischer Roman, der aber wenig auf die damaligen Geschehnisse in der Welt wie dem Zweiten Weltkrieg eingeht. Man lernt das Temperament der Italiener kennen und lieben. Für mich hätte es hier etwas mehr Spannung geben können.
von Rolf Fox - 2026-05-16 18:06:00
Tolle Frau! - 3 Sterne
Während meiner Ferien verdiente ich mir mehrere Jahre lang ein wenig Geld mit Post austragen, und ich kann gut nachvollziehen, wie es Anna bei ihrem Beruf ergangen ist. Im Gegensatz zu mir, die in der eigenen Stadt tätig war, befindet sich eine Norditalienerin im tiefsten Süden, wo Land und Leute so unterschiedlich sind. Dort muss man sich erst daran gewöhnen, dass sie als Frau arbeitstätig ist. Nicht jeder im Dorf ist davon begeistert. Anna fühlt sich lange Zeit fremd und hat ihre Mühen mit der neuen Umwelt.
Doch bei Anna kommt noch hinzu, dass die unterdrücken muss, was sie für ihren Schwager Antonio empfindet. Daneben ist ihr Ehemann Carlo und das gemeinsame Söhnchen Roberto. Da kommen die unterschiedlichsten Gefühle ganz schön ins Laufen.
Francesca Giannone hat einen sehr interessanten Reigen an Personen geschaffen, und alle sind sehr farbig und lebhaft geschildert, ihre Charaktere plastisch gezeichnet. Manche treten sehr deutlich, fast haptisch vor den Leser hin, andere bleiben fast vom Nebel verhüllt. In wenigen Sätzen entwirft sie die apulische Landschaft. Der Schreibstil ist frisch, die Spannung sorgt recht bald für Tempo und Schwung. Manchmal glaubt man zu riechen, was gerade in der Küche zubereitet wird. Ich habe von Anfang an mitgelebt und war mittendrin. Vielleicht hat dazu auch mitgewirkt, dass die Autorin in diesem historischen Roman von ihrer eigenen Großmutter erzählt. In Rückblicken ersteht die Familie neu und frisch, als sei alles erst gestern gewesen.
Das Buch würde ich all jenen Menschen in die Hand legen, die Italien und Familiengeschichten lieben.
Doch bei Anna kommt noch hinzu, dass die unterdrücken muss, was sie für ihren Schwager Antonio empfindet. Daneben ist ihr Ehemann Carlo und das gemeinsame Söhnchen Roberto. Da kommen die unterschiedlichsten Gefühle ganz schön ins Laufen.
Francesca Giannone hat einen sehr interessanten Reigen an Personen geschaffen, und alle sind sehr farbig und lebhaft geschildert, ihre Charaktere plastisch gezeichnet. Manche treten sehr deutlich, fast haptisch vor den Leser hin, andere bleiben fast vom Nebel verhüllt. In wenigen Sätzen entwirft sie die apulische Landschaft. Der Schreibstil ist frisch, die Spannung sorgt recht bald für Tempo und Schwung. Manchmal glaubt man zu riechen, was gerade in der Küche zubereitet wird. Ich habe von Anfang an mitgelebt und war mittendrin. Vielleicht hat dazu auch mitgewirkt, dass die Autorin in diesem historischen Roman von ihrer eigenen Großmutter erzählt. In Rückblicken ersteht die Familie neu und frisch, als sei alles erst gestern gewesen.
Das Buch würde ich all jenen Menschen in die Hand legen, die Italien und Familiengeschichten lieben.
von Emmmbeee - 2026-05-14 18:33:00
Geschichte einer starken, modernen Frau in einem traditionellen Dorf - 4 Sterne
Geschichte einer starken, modernen Frau in einem traditionellen Dorf
„Die Briefträgerin“ von Francesca Giannone hat mich vor allem durch die besondere Atmosphäre überzeugt. In den Dialogen der Dorfbewohnerinnen und auch im Umgang mit Anna spürt man sofort dieses lebhafte, herzliche, aber manchmal auch leicht missbilligende Miteinander, das für mich perfekt zum italienischen Dorfleben passt. Genau diese Mischung macht die Geschichte unglaublich authentisch.
1934 zieht Anna mit ihrem Mann Carlo und ihrem Sohn Roberto aus Norditalien in Carlos Heimatdorf Lizzanello in Apulien. Für Carlo ist es ein Heimkommen, für Anna dagegen der Beginn eines Lebens als Außenseiterin. Sie ist selbstbewusst, unabhängig und passt mit ihrer Art nicht in die traditionellen Vorstellungen des Dorfes. Dass sie schließlich sogar als erste Frau die Stelle der Briefträgerin übernimmt, sorgt natürlich für Gesprächsstoff und Widerstand.
Besonders gefallen hat mir, dass der Roman nicht nur Annas persönliche Geschichte erzählt, sondern gleichzeitig ein sehr lebendiges Bild des süditalienischen Dorflebens über mehrere Jahrzehnte zeichnet. Man begleitet die Familie durch Höhen und Tiefen, erlebt Konflikte, Liebe, Verlust, Freundschaften und die vielen kleinen Dynamiken innerhalb der Dorfgemeinschaft. Die Figuren wirken dabei nie eindimensional – jeder trägt seine eigenen Wünsche, Schwächen und Geheimnisse mit sich.
Der Schreibstil ist flüssig und atmosphärisch. Die Autorin beschreibt das Dorfleben und die Menschen so anschaulich, dass man beim Lesen die italienische Hitze und das enge Miteinander fast spüren kann. Trotz der historischen Kulisse wirken viele Themen erstaunlich aktuell, besonders die Frage danach, wie viel Freiheit Frauen zugestanden wird und wie schwer es sein kann, seinen eigenen Weg zu gehen.
Für mich ist „Die Briefträgerin“ eine berührende Familiengeschichte über Mut, Zugehörigkeit und Selbstbestimmung mit starken Charakteren und viel italienischem Flair. Unterhaltsam und lesenswert!
„Die Briefträgerin“ von Francesca Giannone hat mich vor allem durch die besondere Atmosphäre überzeugt. In den Dialogen der Dorfbewohnerinnen und auch im Umgang mit Anna spürt man sofort dieses lebhafte, herzliche, aber manchmal auch leicht missbilligende Miteinander, das für mich perfekt zum italienischen Dorfleben passt. Genau diese Mischung macht die Geschichte unglaublich authentisch.
1934 zieht Anna mit ihrem Mann Carlo und ihrem Sohn Roberto aus Norditalien in Carlos Heimatdorf Lizzanello in Apulien. Für Carlo ist es ein Heimkommen, für Anna dagegen der Beginn eines Lebens als Außenseiterin. Sie ist selbstbewusst, unabhängig und passt mit ihrer Art nicht in die traditionellen Vorstellungen des Dorfes. Dass sie schließlich sogar als erste Frau die Stelle der Briefträgerin übernimmt, sorgt natürlich für Gesprächsstoff und Widerstand.
Besonders gefallen hat mir, dass der Roman nicht nur Annas persönliche Geschichte erzählt, sondern gleichzeitig ein sehr lebendiges Bild des süditalienischen Dorflebens über mehrere Jahrzehnte zeichnet. Man begleitet die Familie durch Höhen und Tiefen, erlebt Konflikte, Liebe, Verlust, Freundschaften und die vielen kleinen Dynamiken innerhalb der Dorfgemeinschaft. Die Figuren wirken dabei nie eindimensional – jeder trägt seine eigenen Wünsche, Schwächen und Geheimnisse mit sich.
Der Schreibstil ist flüssig und atmosphärisch. Die Autorin beschreibt das Dorfleben und die Menschen so anschaulich, dass man beim Lesen die italienische Hitze und das enge Miteinander fast spüren kann. Trotz der historischen Kulisse wirken viele Themen erstaunlich aktuell, besonders die Frage danach, wie viel Freiheit Frauen zugestanden wird und wie schwer es sein kann, seinen eigenen Weg zu gehen.
Für mich ist „Die Briefträgerin“ eine berührende Familiengeschichte über Mut, Zugehörigkeit und Selbstbestimmung mit starken Charakteren und viel italienischem Flair. Unterhaltsam und lesenswert!
von bedard - 2026-05-13 16:13:00
Schönes Buch mit wichtigen Themen, teilweise etwas sprunghaft und mit fehlender Triggerwarnung - 4 Sterne
Francesca Giannone hat mit Die Briefträgerin einen bewegenden und gleichzeitig vielschichtigen Roman geschaffen, der weit mehr ist als nur eine historische Familiengeschichte. Im Mittelpunkt steht Anna, eine Frau, die ihrer Zeit weit voraus ist und mit ihren fortschrittlichen Gedanken und ihrem selbstbewussten Auftreten im konservativen Lizzanello immer wieder für Kopfschütteln sorgt. Gerade dieser Kontrast zwischen Tradition und Veränderung macht den Roman so spannend.
Besonders gelungen fand ich die Darstellung von Emanzipation und weiblicher Selbstbestimmung. Anna widersetzt sich den klassischen Rollenbildern der 1930er-Jahre und kämpft als erste Briefträgerin ihres Dorfes um Unabhängigkeit, Anerkennung und ein Leben nach ihren eigenen Vorstellungen. Dabei greift die Autorin viele wichtige Themen auf: Gewalt gegen Frauen, die Stellung der Frau in der Gesellschaft, festgefahrene Rollenbilder, aber auch Globalisierung, zwischenmenschliche Beziehungen und den historischen Alltag in Italien.
Diese Themenvielfalt ist einerseits eine große Stärke des Romans, andererseits hat sie bei mir auch dazu geführt, dass manche Übergänge etwas sprunghaft wirkten. Einige Handlungsstränge und emotionale Momente wurden sehr knapp abgehandelt, während andere Szenen viel Raum bekommen haben. Gerade dadurch hatte ich manchmal das Gefühl, dass bestimmte Entwicklungen nicht die Tiefe bekommen haben, die sie eigentlich verdient hätten.
Außerdem hätte ich mir für das Buch eine Triggerwarnung gewünscht. Vor allem das Thema Fehlgeburten wird behandelt und kann bei vielen Leserinnen und Lesern starke Emotionen auslösen. Eine entsprechende Warnung wäre daher aus meiner Sicht sinnvoll gewesen.
Sprachlich ließ sich der Roman insgesamt angenehm lesen, auch wenn mir vereinzelt Grammatikfehler aufgefallen sind. Eine Szene rund um die Verkündung des Kriegsendes hat mich zudem etwas verwirrt: Erst heißt es „Morgen, er schläft sicher schon.“ und kurz darauf „Während du friedlich geschlafen hast…“. Für mich war an dieser Stelle kein klarer Zeitsprung erkennbar, weshalb die zeitliche Abfolge etwas unklar wirkte.
Die Figuren hingegen haben mir sehr gut gefallen. Anna ist eine starke und interessante Protagonistin, aber auch die anderen Charaktere werden lebendig eingeführt und verleihen der Geschichte viel Atmosphäre. Teilweise waren es mir jedoch etwas zu viele Nebenfiguren, sodass ich gelegentlich überlegen musste, wer genau welche Rolle spielt.
Trotz kleiner Schwächen ist Die Briefträgerin ein eindrucksvoller Roman über Mut, gesellschaftlichen Wandel und den Kampf einer Frau um Selbstbestimmung. Besonders Leserinnen und Leser, die historische Familiengeschichten mit starken Frauenfiguren mögen, werden hier definitiv auf ihre Kosten kommen.
Besonders gelungen fand ich die Darstellung von Emanzipation und weiblicher Selbstbestimmung. Anna widersetzt sich den klassischen Rollenbildern der 1930er-Jahre und kämpft als erste Briefträgerin ihres Dorfes um Unabhängigkeit, Anerkennung und ein Leben nach ihren eigenen Vorstellungen. Dabei greift die Autorin viele wichtige Themen auf: Gewalt gegen Frauen, die Stellung der Frau in der Gesellschaft, festgefahrene Rollenbilder, aber auch Globalisierung, zwischenmenschliche Beziehungen und den historischen Alltag in Italien.
Diese Themenvielfalt ist einerseits eine große Stärke des Romans, andererseits hat sie bei mir auch dazu geführt, dass manche Übergänge etwas sprunghaft wirkten. Einige Handlungsstränge und emotionale Momente wurden sehr knapp abgehandelt, während andere Szenen viel Raum bekommen haben. Gerade dadurch hatte ich manchmal das Gefühl, dass bestimmte Entwicklungen nicht die Tiefe bekommen haben, die sie eigentlich verdient hätten.
Außerdem hätte ich mir für das Buch eine Triggerwarnung gewünscht. Vor allem das Thema Fehlgeburten wird behandelt und kann bei vielen Leserinnen und Lesern starke Emotionen auslösen. Eine entsprechende Warnung wäre daher aus meiner Sicht sinnvoll gewesen.
Sprachlich ließ sich der Roman insgesamt angenehm lesen, auch wenn mir vereinzelt Grammatikfehler aufgefallen sind. Eine Szene rund um die Verkündung des Kriegsendes hat mich zudem etwas verwirrt: Erst heißt es „Morgen, er schläft sicher schon.“ und kurz darauf „Während du friedlich geschlafen hast…“. Für mich war an dieser Stelle kein klarer Zeitsprung erkennbar, weshalb die zeitliche Abfolge etwas unklar wirkte.
Die Figuren hingegen haben mir sehr gut gefallen. Anna ist eine starke und interessante Protagonistin, aber auch die anderen Charaktere werden lebendig eingeführt und verleihen der Geschichte viel Atmosphäre. Teilweise waren es mir jedoch etwas zu viele Nebenfiguren, sodass ich gelegentlich überlegen musste, wer genau welche Rolle spielt.
Trotz kleiner Schwächen ist Die Briefträgerin ein eindrucksvoller Roman über Mut, gesellschaftlichen Wandel und den Kampf einer Frau um Selbstbestimmung. Besonders Leserinnen und Leser, die historische Familiengeschichten mit starken Frauenfiguren mögen, werden hier definitiv auf ihre Kosten kommen.
von Kanielvörb - 2026-05-07 08:37:00
Schönes Buch mit wichtigen Themen, teilweise etwas sprunghaft und mit fehlender Triggerwarnung - 4 Sterne
Francesca Giannone hat mit Die Briefträgerin einen bewegenden und gleichzeitig vielschichtigen Roman geschaffen, der weit mehr ist als nur eine historische Familiengeschichte. Im Mittelpunkt steht Anna, eine Frau, die ihrer Zeit weit voraus ist und mit ihren fortschrittlichen Gedanken und ihrem selbstbewussten Auftreten im konservativen Lizzanello immer wieder für Kopfschütteln sorgt. Gerade dieser Kontrast zwischen Tradition und Veränderung macht den Roman so spannend.
Besonders gelungen fand ich die Darstellung von Emanzipation und weiblicher Selbstbestimmung. Anna widersetzt sich den klassischen Rollenbildern der 1930er-Jahre und kämpft als erste Briefträgerin ihres Dorfes um Unabhängigkeit, Anerkennung und ein Leben nach ihren eigenen Vorstellungen. Dabei greift die Autorin viele wichtige Themen auf: Gewalt gegen Frauen, die Stellung der Frau in der Gesellschaft, festgefahrene Rollenbilder, aber auch Globalisierung, zwischenmenschliche Beziehungen und den historischen Alltag in Italien.
Diese Themenvielfalt ist einerseits eine große Stärke des Romans, andererseits hat sie bei mir auch dazu geführt, dass manche Übergänge etwas sprunghaft wirkten. Einige Handlungsstränge und emotionale Momente wurden sehr knapp abgehandelt, während andere Szenen viel Raum bekommen haben. Gerade dadurch hatte ich manchmal das Gefühl, dass bestimmte Entwicklungen nicht die Tiefe bekommen haben, die sie eigentlich verdient hätten.
Außerdem hätte ich mir für das Buch eine Triggerwarnung gewünscht. Vor allem das Thema Fehlgeburten wird behandelt und kann bei vielen Leserinnen und Lesern starke Emotionen auslösen. Eine entsprechende Warnung wäre daher aus meiner Sicht sinnvoll gewesen.
Sprachlich ließ sich der Roman insgesamt angenehm lesen, auch wenn mir vereinzelt Grammatikfehler aufgefallen sind. Eine Szene rund um die Verkündung des Kriegsendes hat mich zudem etwas verwirrt: Erst heißt es „Morgen, er schläft sicher schon.“ und kurz darauf „Während du friedlich geschlafen hast…“. Für mich war an dieser Stelle kein klarer Zeitsprung erkennbar, weshalb die zeitliche Abfolge etwas unklar wirkte.
Die Figuren hingegen haben mir sehr gut gefallen. Anna ist eine starke und interessante Protagonistin, aber auch die anderen Charaktere werden lebendig eingeführt und verleihen der Geschichte viel Atmosphäre. Teilweise waren es mir jedoch etwas zu viele Nebenfiguren, sodass ich gelegentlich überlegen musste, wer genau welche Rolle spielt.
Trotz kleiner Schwächen ist Die Briefträgerin ein eindrucksvoller Roman über Mut, gesellschaftlichen Wandel und den Kampf einer Frau um Selbstbestimmung. Besonders Leserinnen und Leser, die historische Familiengeschichten mit starken Frauenfiguren mögen, werden hier definitiv auf ihre Kosten kommen.
Besonders gelungen fand ich die Darstellung von Emanzipation und weiblicher Selbstbestimmung. Anna widersetzt sich den klassischen Rollenbildern der 1930er-Jahre und kämpft als erste Briefträgerin ihres Dorfes um Unabhängigkeit, Anerkennung und ein Leben nach ihren eigenen Vorstellungen. Dabei greift die Autorin viele wichtige Themen auf: Gewalt gegen Frauen, die Stellung der Frau in der Gesellschaft, festgefahrene Rollenbilder, aber auch Globalisierung, zwischenmenschliche Beziehungen und den historischen Alltag in Italien.
Diese Themenvielfalt ist einerseits eine große Stärke des Romans, andererseits hat sie bei mir auch dazu geführt, dass manche Übergänge etwas sprunghaft wirkten. Einige Handlungsstränge und emotionale Momente wurden sehr knapp abgehandelt, während andere Szenen viel Raum bekommen haben. Gerade dadurch hatte ich manchmal das Gefühl, dass bestimmte Entwicklungen nicht die Tiefe bekommen haben, die sie eigentlich verdient hätten.
Außerdem hätte ich mir für das Buch eine Triggerwarnung gewünscht. Vor allem das Thema Fehlgeburten wird behandelt und kann bei vielen Leserinnen und Lesern starke Emotionen auslösen. Eine entsprechende Warnung wäre daher aus meiner Sicht sinnvoll gewesen.
Sprachlich ließ sich der Roman insgesamt angenehm lesen, auch wenn mir vereinzelt Grammatikfehler aufgefallen sind. Eine Szene rund um die Verkündung des Kriegsendes hat mich zudem etwas verwirrt: Erst heißt es „Morgen, er schläft sicher schon.“ und kurz darauf „Während du friedlich geschlafen hast…“. Für mich war an dieser Stelle kein klarer Zeitsprung erkennbar, weshalb die zeitliche Abfolge etwas unklar wirkte.
Die Figuren hingegen haben mir sehr gut gefallen. Anna ist eine starke und interessante Protagonistin, aber auch die anderen Charaktere werden lebendig eingeführt und verleihen der Geschichte viel Atmosphäre. Teilweise waren es mir jedoch etwas zu viele Nebenfiguren, sodass ich gelegentlich überlegen musste, wer genau welche Rolle spielt.
Trotz kleiner Schwächen ist Die Briefträgerin ein eindrucksvoller Roman über Mut, gesellschaftlichen Wandel und den Kampf einer Frau um Selbstbestimmung. Besonders Leserinnen und Leser, die historische Familiengeschichten mit starken Frauenfiguren mögen, werden hier definitiv auf ihre Kosten kommen.
von Kanielvörb - 2026-05-07 08:34:00
Eine tolle Geschichte über die erste Briefträgerin Italiens - 5 Sterne
Ich habe dieses Buch quasi verschlungen, so begeistert war ich davon. Für „Die Briefträgerin“ gibt es deshalb auf jeden Fall fünf Sterne und eine herzliche Leseempfehlung. Ich war von Anfang bis zum Ende von der Geschichte gefesselt und hätte am liebsten noch viel mehr davon gelesen. Ich hoffe, es ist nicht das letzte Buch von Francesca Giannone, die auch in meinen Augen ein richtig tolles Debut gefeiert hat.
Bücher, die auf einer wahren Geschichte basieren, faszinieren mich immer sehr, tatsächlich war Giannones Urgroßmutter die erste Briefträgerin Italiens. Ich bin froh, dass sie diese Geschichte nun mit der Welt teilt, weil es sich um eine so starke Frau handelt, die stets für ihre Rechte gekämpft hat. Annas Geschichte hat mich Seite um Seite berührt. Wie sie in das ihr unbekannte Dorf kommt, wie sie versucht, ihre Freiheit zu behalten und ihre Prinzipien nicht zu verraten, wie sie aller Vorurteile zum Trotz den Job als Briefträgerin bekommt, wie sie sich für andere Frauen einsetzt.
Der Schreibstil ist wunderbar flüssig zu lesen, macht ihre Handlungen und Beweggründe nachvollziehbar. Es werden aber auch viele andere Schicksale mit in ihre Lebensgeschichte eingewoben, von anderen Familienmitgliedern und Dorfbewohnern, deren Geschichten ebenfalls sehr interessant und lesenswert sind. Nie wird es langweilig, man ist immer gespannt, wie es mit den Charakteren weitergeht, wie sich ihre Geschichten entwickeln. Die Ausschnitte, die erzählt werden, sind geschickt gewählt, sodass man ein gutes Gesamtbild erhält, ohne etwas zu vermissen, obwohl über eine so lange Zeitspanne berichtet wird.
Ich war wirklich ein bisschen traurig, dass das Buch zu Ende war und habe noch viel daran gedacht, hätte gerne noch mehr Kapitel gelesen. Aber jede gute Geschichte geht irgendwann zu Ende. Ich lege das Buch allen ans Herz, die gerne über starke Frauen lesen, über historische Begebenheiten, die auch noch heute inspirieren können und über menschliche Gefühle, die nicht immer nur die Sonnenseite beschreiben.
Bücher, die auf einer wahren Geschichte basieren, faszinieren mich immer sehr, tatsächlich war Giannones Urgroßmutter die erste Briefträgerin Italiens. Ich bin froh, dass sie diese Geschichte nun mit der Welt teilt, weil es sich um eine so starke Frau handelt, die stets für ihre Rechte gekämpft hat. Annas Geschichte hat mich Seite um Seite berührt. Wie sie in das ihr unbekannte Dorf kommt, wie sie versucht, ihre Freiheit zu behalten und ihre Prinzipien nicht zu verraten, wie sie aller Vorurteile zum Trotz den Job als Briefträgerin bekommt, wie sie sich für andere Frauen einsetzt.
Der Schreibstil ist wunderbar flüssig zu lesen, macht ihre Handlungen und Beweggründe nachvollziehbar. Es werden aber auch viele andere Schicksale mit in ihre Lebensgeschichte eingewoben, von anderen Familienmitgliedern und Dorfbewohnern, deren Geschichten ebenfalls sehr interessant und lesenswert sind. Nie wird es langweilig, man ist immer gespannt, wie es mit den Charakteren weitergeht, wie sich ihre Geschichten entwickeln. Die Ausschnitte, die erzählt werden, sind geschickt gewählt, sodass man ein gutes Gesamtbild erhält, ohne etwas zu vermissen, obwohl über eine so lange Zeitspanne berichtet wird.
Ich war wirklich ein bisschen traurig, dass das Buch zu Ende war und habe noch viel daran gedacht, hätte gerne noch mehr Kapitel gelesen. Aber jede gute Geschichte geht irgendwann zu Ende. Ich lege das Buch allen ans Herz, die gerne über starke Frauen lesen, über historische Begebenheiten, die auch noch heute inspirieren können und über menschliche Gefühle, die nicht immer nur die Sonnenseite beschreiben.
von Lealein1906 - 2026-04-22 21:21:00
Italienische Familiengeschichte - 4 Sterne
Schon das Buchcover an sich sagt viel über die Geschichte des Buches aus. Italien im letzten Jahrhundert. Eine Frau die ihren Weg geht. Sommer 1934. Anna zieht mit ihrem Mann Carlo und Sohn Roberto in dessen Heimatort in den Süden Italiens. Sie wird immer die Fremde genannt, hat sie doch andere Vorstellungen von ihrem Leben als der große Teil des Dorfes. In ihrem Schwager Antonio findet sie einen Seelenverwandten, der immer auf ihrer Seite zu stehen scheint. So wird Anna die erste Briefträgerin Italiens. In der Zwischenzeit baut ihr Mann erfolgreich ein Weingut auf. Das Buch wird über 18 Jahre erzählt, die Jahre rasen manchmal fast zu schnell durch. Die einzelnen beschrieben Abschnitte zum Beispiel das der Briefträgerin an sich oder wie sie ein Frauenhaus aufgebaut hat, lassen in bisschen an Tiefe vermissen, was sehr schade ist, da der Schreibstil sehr angenehm zu lesen ist. Beeindruckend ist, dass es sich in diesem Buch um die Urgroßmutter der Autorin handelt. Alles in allem ein durchaus lesenswertes Buch
Teilen
Teilen
von Renni - 2026-04-18 23:26:00
Die Briefträgerin - 5 Sterne
Anna zieht mit ihrem Ehemann und dem gemeinsamen Sohn vom Norden in den Süden Italiens. Die selbstbewusste junge Frau passt nicht in den konservativen Süden der 30iger Jahre. Sie bleibt nicht zu Hause, wie es sich für eine brave Hausfrau gehört, sondern wird die erste weibliche Briefträgerin in ihrem kleinen Dorf.
Francesca Giannone erzählt eine authentische und sehr bewegende Geschichte, bei der das Leben ihrer eigenen Großmutter Vorbild war. Anna ist eine starke Frau, die so gar nicht in den Süden passen will und auch gar nicht versucht, sich anzupassen. Dabei übt sie auf die Personen in ihrer Umgebung eine ganz besondere Faszination aus. Doch die Gefühle die sie auslöst sind ganz unterschiedlich: Neid, aber auch Bewunderung und sogar Liebe.
Francesca Giannone erzählt eine authentische und sehr bewegende Geschichte, bei der das Leben ihrer eigenen Großmutter Vorbild war. Anna ist eine starke Frau, die so gar nicht in den Süden passen will und auch gar nicht versucht, sich anzupassen. Dabei übt sie auf die Personen in ihrer Umgebung eine ganz besondere Faszination aus. Doch die Gefühle die sie auslöst sind ganz unterschiedlich: Neid, aber auch Bewunderung und sogar Liebe.
von Barbara Pernter aus der Athesia-Filiale in Bozen - 2026-04-14 14:37:41
Eine Frau geht ihren Weg - 4 Sterne
Anna zieht mit ihrem Mann Carlo in dessen Heimatort im Süden Italiens, aber eigentlich will Anna hier gar nicht sein. Doch dann wird die Stelle des Briefträgers frei und Anna bewirbt sich. Doch das geht doch nicht. Anna ist eine Frau und es sind die dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts, da wird in dem kleinen Ort in Italien doch eine Frau keine Briefträerin. Aber Anna pfeift auf alle Widerstände und bekommt den Job...
Der Roman erzählt vom Leben im Dorf, von den Menschen, von der Liebe, von Hoffnung und Ausgrenzung. Die Geschichte ist authentisch erzählt und ich bin komplett in der Geschichte abgetaucht. Die Autorin erweckt das Dorf und seine Bewohner zum Leben, sie beschreibt eindrucksvoll die Gefühlswelt ihrer Charaktere und das Zwischenmenschliche im Dorf.
Gleichzeitig ist Annas Geschichte die einer starken und besonderen Frau, die einerseits ihren Weg geht und in der aber auch eine große Trauer herrscht, mit der sie umgehen muss.
Mir hat der Roman sehr gut gefallen und ich empfehle ihn gerne weiter.
Der Roman erzählt vom Leben im Dorf, von den Menschen, von der Liebe, von Hoffnung und Ausgrenzung. Die Geschichte ist authentisch erzählt und ich bin komplett in der Geschichte abgetaucht. Die Autorin erweckt das Dorf und seine Bewohner zum Leben, sie beschreibt eindrucksvoll die Gefühlswelt ihrer Charaktere und das Zwischenmenschliche im Dorf.
Gleichzeitig ist Annas Geschichte die einer starken und besonderen Frau, die einerseits ihren Weg geht und in der aber auch eine große Trauer herrscht, mit der sie umgehen muss.
Mir hat der Roman sehr gut gefallen und ich empfehle ihn gerne weiter.
von Philiene - 2026-04-07 19:41:00


