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Rezensionen

Achtzehnter Stock
Roman

Autor: Sara Gmuer

Erschienen 2025 bei hanserblau in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
ISBN 978-3-446-28278-0
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Achtzehnter Stock - 3 Sterne

Die Protagonistin Wanda ist Schauspielern, talentiert, schön und (noch) ohne nennenswerten Erfolg. Sie bewegt sich zwischen der vermeintlichen Tristesse der Berliner Platte und den kugelfischservierenden Nobelabsteigen der Filmelite, mal an der Hand ihrer fünfjährigen Tochter Karlie, mal an der des ihr verfallenen Filmstars. Ein Roman, der sich in all seiner Härte nach Sommer anfühlt – nach barfuß über heißen Asphalt gehen, aber auch nach der lindernden Brise, die das unvermeidliche Gewitter nach sich trägt.
von Pauline Paterno - 2025-06-27 16:36:21

Berlin-Vibes abseits der Insta-Spots - 5 Sterne

Das Buch beweist, dass man gar nicht immer viele Seiten braucht, um eindringlich zu erzählen.
Mit gerade mal 210 Seiten hat mich Sara Gmuer hier mitgenommen in das Leben im Plattenbau in einer eindeutig nicht gentrifizierten Ecke in Berlin. Sie hat mich nicht nur mitgenommen, es hat mich auch mitgenommen über Wandas Leben zu lesen.
Wanda ist 25 und lebt mit ihrer fünfjährigen Tochter Karlie im achtzehnten Stock in der Platte.

Sie will da um jeden Preis weg, weigert sich, Hilfe vom Amt anzunehmen, was allgemeines Unverständnis in ihrem Umfeld auslöst, das sich damit abgefunden hat, von Hartz 4 zu leben.
Ihre Freundinnen, Ming, Esther und Aylins Mutter kümmern sich, wobei es schon bezeichnend ist, dass Aylins Mutter namenlos bleibt und nur als "Mutter von" eine Existenz hat, obwohl sie Wanda ständig zur Seite steht.

Ein Buch über die Hoffnung auf ein besseres Leben und den Realitätscheck, schnörkellos geschrieben, ergreifend und voll von Mutterliebe.
Berlin-Vibes fernab der geschleckten Insta-Viertel - absolut lesenswert!
von Marie aus E. - 2025-05-18 20:41:00

Negative Vibes durch und durch - 2 Sterne

Wanda, eine arbeitslose Schauspielerin im 18. Stock eines Plattenbaus in Berlin, lebt mit ihrer fünfjährigen Tochter. Ihr großes Ziel ist, aus dem Elend herauszukommen. Das klingt spannend, aber an der Umsetzung hapert es.

Es gibt durchweg kaum einen roten Faden, Wanda ist von vorn bis hinten unsympathisch. Versucht sich als gute Mutter und versagt. Am Anfang dachte ich, sie ist eine rücksichtslose Mutter, am Ende bekam ich das Gefühl, sie ist eine latente Helikoptermutter.

Ihre besten Freundinnen leben im gleichen Bau und heißen Ming und Aylins Mutter. Durchweg hat diese Frau keinen Namen bekommen. Das hat mich so genervt. Wer macht das? Wer geht durchs Leben und hat mit einer Person täglich Kontakt, übergibt sein eigenes Kind in die Obhut der besten Freundin/Nachbarin und kennt den Namen nicht?

Das Ende konnte mich dann auch nicht überzeugen. Im Großen und Ganzen und der Roman eine Warnung an alle, die den falschen Partner und den falschen Karriereweg einschlagen wollen.
von Jazz - 2025-05-17 12:56:00

authentisch, kraftvoller Debütroman - 5 Sterne

„Glück findet von Zeit zu Zeit sogar in den Achtzehnten Stock“
Sara Gmuer hat mit ihrem Debütroman "Achtzehnter Stock" eine wunderbare Geschichte mit authentischen Protagonisten und einem aus dem Leben gegriffen Setting geschaffen. Wie im Rausch liest man sich durch die 220 Seiten. Man fühlt nah an den Menschen, spürt ihre Ängste und Gedanken, fühlt mit ihnen, ist ihnen ganz nah. Das Lesen des Romans fühlt sich besonders an.

Wanda, alleinerziehende Mutter und arbeitslose Schauspielerin, lebt mit ihrer Tochter Karlie im Hochhausplattenbau in Berlin. Neben den Aufgaben einer Mutter und dem Leben in der Platte, träumt Wanda von den großen Rollen, der Unabhängigkeit, der Freiheit. In jeder Lebenssituation gibt sie alles, bis zur völligen Selbstaufgabe mit voller Hingabe, ob bei der Pflege ihrer kranken Tochter oder bei den Vorbereitungen für ihre neue Rolle. Alles steht auf dem Spiel und doch verliert Wanda nie die Hoffnung und ihre Träume aus den Augen.

Sara Gmuer ist ein außergewöhnlicher Roman gelungen. Das Lesen aus Wandas Perspektive ist sehr berührend und persönlich. Die detailreichen Beschreibungen der Personen, die sanfte Betrachtung, aber auch die harten, schonungslosen Worte, die kurzen, dynamischen Sätze sowie die tiefen Einblicke erzeugen eine Art Sogwirkung, die uns tief in die Geschichte hineinziehen. Ich konnte das Buch schwer weglegen.

Das Cover zum Buch hat mich sehr angesprochen. Die leuchtenden Blautöne und die passende gelbe Schrift sowie die Gestaltung der Innseiten hat mir wirklich gut gefallen. Das Buchcover ist ein echter Hingucker.

"Achtzehnter Stock" von Sara Gmuer ist ein wortgewaltiger, berauschenden Debütroman und nicht nur eine absolute Kaufempfehlung, sondern auch ein Lesehighlight am Anfang des Lesejahrs 2025.
von LesenIstLeben - 2025-04-30 10:02:00

Schonungslos und ehrlich - 4 Sterne


"...man muss das Schicksal nur lange genug nerven, irgendwann gibt es nach und schmeißt einem das Glück vor die Füße, damit man endlich Ruhe gibt."

Der Roman „Achtzehnter Stock“ von Sara Gmuer erzählt eindringlich vom Alltag einer alleinerziehenden Mutter in einem Berliner Plattenbau. Wanda lebt mit ihrer Tochter Karlie im 18. Stock – ohne Aufzug und leider auch ohne Perspektive. Dennoch gibt sie ihren Traum nicht auf: sie will unbedingt Schauspielerin werden.

Zwischen Castings, Kinderbetreuung und Selbstzweifeln zeigt sich, wie hoch der Preis für Veränderung sein kann – und wie viel Kraft es braucht, sich selbst und seinen Träumen treu zu bleiben.

Ein moderner, temporeicher Roman über tiefe soziale Ungleichheit und die Sehnsucht nach einem anderen Leben. Schonungslos, aber voller Empathie.

Sara Gmuers Schreibstil ist präzise, klar, und gerade deshalb gleichzeitig äußerst eindrücklich. Die Geschichte fokussiert sich auf ihre Hauptfigur Wanda, dabei bleibt der Roman leise, erst gegen Ende zieht das Tempo spürbar an.
Eindrucksvoll zeigt Gmuer, dass ein Karrieresprung nicht zwangsläufig eine Wendung zum Besseren bedeutet, sondern neue Widersprüche aufwerfen kann. Was bedeutet Erfolg, wenn man ihn kaum leben kann? Wie viel darf man selbst überhaupt wollen?

Ein starkes Buch, das starke Fragen stellt, ohne den Anspruch zu haben, diese dann selbst beantworten zu wollen. Ein moderner Roman über tiefe soziale Ungleichheit und die Sehnsucht nach einem anderen Leben.
Ein unaufgeregter Blick auf Realität und Sehnsucht. Schonungslos, aber auch voller Empathie.

"Manchmal muss man seine Träume ändern, um glücklich zu werden."
von Arambol - 2025-04-22 14:13:00

Es fehlt das Herz - 3 Sterne

Kann ein Buch ohne richtig sympathische Figuren funktionieren? „Achtzehnter Stock“ beantwortet diese Frage gleichzeitig mit Ja und mit Nein. Denn ja, Sara Gmuers Roman liest sich schnell und gut und interessant. Aber dennoch fehlte mir über große Strecken die Verbindung zu Wanda, der Protagonistin. Und das ist vor allem eines: schade.

Wanda ist Schauspielerin ohne Engagement. Als ihr endlich eine Rolle winkt, wird ihre Handtasche geklaut und ihre Tochter krank. Rolle futsch, aber immerhin hat sie nun die Telefonnummer von Adam, dem angesagtesten Schauspieler des Landes. Ein Ausweg aus der Plattenbauwohnung, in der sie im achtzehnten Stock lebt? Nur scheinbar. Denn erst einmal muss Tochter Karlie für drei Wochen ins Krankenhaus – und dann verschweigt Wanda ihre Tochter gegenüber Adam und Produzenten als endlich ein Jobangebot kommt. Kann sie das Geheimnis wahren? Und falls ja – zu welchem Preis?

„Achtzehnter Stock“ funktioniert als Geschichte über eine alleinerziehende Mutter. Man leidet mit Wanda, als Karlie mit Hirnhautentzündung in die Notaufnahme muss. Man fühlt ihre Sorgen, als sie trotz Wasserverbot ins Schwimmbad geht. Vielleicht hat man auch Empathie dafür, dass Wanda ihre Tochter zur Nachbarin gibt, um endlich einen Job zu bekommen, um ihre Rechnungen zu zahlen oder noch besser, den Plattenbau zu verlassen.

Gleichzeitig aber bleibt sie fremd, kühl. Vielleicht ist das ihrem Alltag geschuldet, ich möchte gar nicht wissen, wie es ist, alleine für ein Kind zu sorgen, dessen Vater zwar Kontakt wünscht, aber damals eine Abtreibung forcierte. Ständig am Existenzminimum zu knabbern. Träume platzen zu sehen und dennoch an ihnen festzuhalten. Das schafft die Autorin auf nachvollziehbare Art und Weise. Trotzdem springt der Funke nicht komplett über, denn Wanda blieb mir über die rund 250 Seiten fremd. Und selbst die Kulisse Platte mit den anderen einsamen Frauen und Kindern wirkt austauschbar – bis auf die letzten Seiten. Aber selbst da ist es nicht Wandas Verdienst.

So bleibt „Achtzehnter Stock“ für mich hinter seinen Möglichkeiten zurück, leider, obwohl es eine gute Geschichte ist, mit authentischen Problemen und ja, vielleicht auch authentischen Figuren. Nur fehlt das Herz.
von Morten - 2025-04-04 10:29:00

Brennpunkt - 4 Sterne

Der achtzehnte Stock steht im Roman von Sara Gmuer für den sozialen Brennpunkt, der wirklich realistisch dargestellt wird. Die Sprache, an manchen Stellen sehr rau und vulgär, passt in diesem Fall sehr gut. Es werden Dinge beschrieben, die im Stiegenhaus abgestellt werden und wie es riecht, die Angst der Eltern um das Wohlbefinden ihrer Kinder und dass ihnen was zustoßen könnte, wenn sie alleine im Hof des Hauses spielen.
Wanda, die Hauptprotagonistin, lebt eben in diesem Stock mit ihrer Tochter Karlie. Sie ist alleinerziehend und hofft, mit der Schauspielere, Geld verdienen zu können.
Ein bisschen störend finde ich jedoch, dass man nicht erfährt, wie sie nun ihren und den Lebensunterhalt ihrer Tochter bestreiten kann, wenn sie doch eigentlich gar nichts verdient.
Die Hauptprotagonistin schnuppert in die Welt der Reichen und Schönen hinein, will sich nicht für sie verbiegen, aber ist doch irgendwie angewiesen auf sie.
Alles in allem ist das Buch sehr unterhaltsam, nur gab es meiner Meinung nach ein paar Lücken in der Erzählung.
von Carmen19994 - 2025-03-31 10:49:00

Unausgeschöpftes Potenzial - 2 Sterne

In ihrem Buch "Achtzehnter Stock" erzählt Sara Gmuer von Wanda, einer alleinerziehenden Mutter, die in einer Berliner Plattenbausiedlung wohnt. Ihr Traum war es immer Schauspielerin zu werden, doch außer einem kleinen Job für einen Werbespot, wurde daraus nie etwas. Bis sie auf einmal doch die Möglichkeit erhält.

Das Cover des Buches hat mich direkt angesprochen und auch die Prämisse klang sehr vielversprechend.
Der Erzählstil hat mir an sich gut gefallen und das Buch las sich relativ einfach. Leider konnte es mich inhaltlich nicht überzeugen. Wandas Handlungen sind manchmal sehr impulsiv und nicht durchdacht. Auch die Erzählungen rund um die Platte sind teilweise sehr klischeehaft. Was mir aber am meisten fehlt ist ein gewisser Tiefgang. Meiner Meinung nach hätte man noch viel viel mehr zu den Charakteren sagen können und dadurch auch gewisse Handlungen und Gefühle besser verstehen können. Ich habe relativ lange gebraucht, um das Buch durchzulesen, was bei ähnlich kurzen Büchern normalerweise schneller geht. Am Ende war ich froh, dass ich damit durch war.

Aus diesen Gründen kann ich dem Buch leider nur 2,5 Sterne geben.
von rosetheline - 2025-03-26 09:58:00

Hochhausmilieu - 4 Sterne

Die Coronaeinschränkungen sind gerade erst aufgehoben worden, man muss sich erst Mal wieder an engere Kontakte gewöhnen. So geht es auch Wanda, einer nicht erst durch die Einschränkungen arbeitslosen Schauspielerin, den kleinen Werbedreh vor zwei Jahren nicht mitgerechnet. In der kleinen Wohnung im 18. Stock eines Berliner Hochhauses ist sie immer im Mietrückstand und knapp bei Kasse um sich und ihre fünfjährige Tochter Karlie durchzubringen. Dabei träumt sie von einer Filmrolle, von Premierenbesuchen und Partys. Sie schafft es, eine Rolle zu ergattern, sie verliebt sich in den Hauptdarsteller Adam, bis Probleme auftreten. Karlie erkrankt schwer und sie ist innerlich zerrissen zwischen der Fürsorge für ihre Tochter und ihrer Rolle, die die Chance ihres Lebens ist.
Das Milieu im Hochhaus wird ausführlich geschildert, Aylins Mutter, die sich auch um Karlie kümmert, Ming, deren Zwillinge sie förmlich aussaugen, alleinerziehende Frauen, denen immer das Geld fehlt, Nazisprüche, Müll im Treppenhaus, Alkohol und Zigaretten, ein nicht funktionierender Fahrstuhl. Bei Wanda wächst der Wunsch diese Umgebung zu verlassen, ein besseres Leben zu führen. Doch damit das klappt muss sie ihr Leben ändern, wird ihr das gelingen oder geht der Kreislauf wieder von vorne los?
von Ulla - 2025-03-18 17:43:00

Wohnen im Plattenbau - 5 Sterne

Wanda wohnt mir ihrer fünfjährigen Tochter Im achtzehnten Stock eines Plattenbaus. Eigentlich hatte sie sich ihr Leben anders vorgestellt, sie wollte Schauspielerin werden, interessante Drehs haben, Partys und Premieren feiern.
Dann bekommt sie eine Chance, die sie sich nicht entgehen lassen will


Wanda und Karlie, ihre Tochter, sind ein Berliner Gespann, das merkt man im ganzen Buch. Der Schreibstil passt meiner Meinung nach sehr gut zu Story. Wanda steht am Wendepunkt ihres bisherigen Lebens, man kann als LeserIn sehr gut mitfühlen. Die Geschichten rund um die Platte haben eine Authentizität, das könnte tatsächlich alles genau so passiert sein, so stelle ich mir jedenfalls das Leben im Plattenbau vor. Ich mochte die Geschichte, sie war unterhaltsam, authentisch und konnte mich gut in den Bann ziehen. Solche echten Geschichten brauche ich manchmal, um zu merken, wie gut es mir doch geht. Für mich eine Leseempfehlung wert.

von _ich.lese_ - 2025-03-13 11:13:00