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Rezensionen

Zwischen zwei Leben
Roman

Autor: Minna Rytisalo

Erschienen 2025 bei Hanser, Carl;WSOY
ISBN 978-3-446-28322-0
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Ein besonderes Werk voller feministischer Gedanken - erzählerisch für mich zu distanziert - 3 Sterne

Ganz ehrlich: Ich bin ziemlich überrascht, wie gut es mir im letzten Drittel doch noch gefallen hat! Es lohnt sich definitiv, an der Geschichte dranzubleiben, wenn mensch über den besonderen, eher kühlen Erzählstil hinwegsehen kann (oder ihn alternativ einfach mag).

Denn so spannend ich die Geschichte rund um eine frisch getrennte Frau in ihrer zweiten Lebenshälfte fand, kam ich mit der Erzählperspektive lange Zeit gar nicht klar. Im Endeffekt gibt es sogar drei wechselnde Erzählperspektiven: eine Erzählstimme, die fast schon reportagenhaft in der dritten Person über Jenny schreibt; die Briefe aus der Ich-Perspektive der Protagonistin und schließlich die Ajattaras, die wie eine Art innere Stimme mit und über Jenny sprechen.

Ich brauche wirklich Geschichten, die mich emotional aufnehmen. In denen ich die Protagonistin fühlen und ihr Leben ein kleines Stückchen mitleben kann. Und das schafft die Autorin durch ihre sehr kühle, distanzierte Sprache nicht. Wahrscheinlich war das auch nicht beabsichtigt und der Roman ist in jedem Fall sehr besonders, aber ich hatte damit wirklich große Schwierigkeiten. Besonders am Anfang habe ich ganze Passagen übersprungen, weil ich mich nicht auf den Text konzentrieren konnte.

Dabei stecken so wichtige Gedanken und auch echter feministischer Widerstand in dieser Geschichte! Besonders oft geht es natürlich um gesellschaftliche Ansprüche an explizit auch ältere Frauen, was eine in der Literatur noch immer unterrepräsentierte Gruppe ist. Doch die teils wütenden und provokanten Reflexionen der Protagonistin sind selten leicht greifbar. Oftmals stecken sie fast zwischen den Zeilen und da mir der sprachliche Stil so wenig zugesagt hat und zu distanziert war, habe ich die Gedanken nicht immer erfassen können.

Die Märchenfiguren sind eine so kreative Idee und konnten mich schlussendlich doch eher begeistern. Sie reden über ihre eigenen Leben, die schließlich zu Märchen umgedichtet wurden - mit dem Ziel, Mädchen und Frauen restriktive gesellschaftliche Normen zu vermitteln. Die Kapitel fand ich am Anfang noch wenig verständlich, aber nach einer Gewöhnungsphase habe ich an ihnen durchaus Gefallen gefunden. Die Autorin traut sich meiner Meinung nach wirklich etwas und geht mit viel Talent an die Kehrseite der Märchen heran. In meinem Kopf habe ich immer versucht, diese neuen Erzählungen mit den bekannten Märchen zu verknüpfen, was mir nicht oft gelungen ist. Ich bin aber davon überzeugt, dass es sowieso genau darum nicht gehen soll, sondern dass die Autorin damit aufzeigen möchte, dass Märchen wirklich völlig konstruiert und fern jeglicher Realität sind. Gleichzeitig wird aber auch ihre Macht deutlich: sie vermitteln klare Bilder über weibliche(s) Körper, Lust, Leben und Lieben.

Was mir auch sehr gut gefallen hat und was ich lobenswert erwähnen möchte, ist, dass die Autorin in ihrem Text über ein binäres Geschlechtersystem hinaus denkt. So erklärt sie bspw. ganz nebenbei, dass Geschlechtsteile nichts mit Geschlechtern zu tun haben.

Ein abschließendes Urteil oder gar eine Empfehlung fällt mir entsprechend sehr schwer. Zum Ende hin fand ich die Entwicklung der Hauptfigur richtig gut. Ihr Ausbrechen aus Strukturen, das gleichzeitig sehr ehrlich und nicht heroisch dargestellt wird, ist bemerkenswert und stark. Es wird wiederholt klar, dass es kein leichter Weg ist hin zum Überwinden patriarchaler Narrative, dass sich dieser Weg aber lohnt. Doch trotz meines positiveren Gefühls am Ende war das Werk mir persönlich einfach zu experimentell, zu dynamisch, zu emotional distanziert. Wer sprachliche Besonderheiten und eine ernsthafte Auseinandersetzung älterer Frauen mit ihrem patriarchal geprägten Umfeld sucht, hat hier wahrscheinlich mehr Freude.

2,5 Sterne
von nessabo - 2025-10-22 23:03:00

Nichts für mich - 1 Sterne

Jenni Mäki ist eine Frau mittleren Alters, die sich von ihrem Ehemann Jussi und ihrer unglücklichen Ehe trennt. Als Jenny Hill will sie ein neues Leben anfangen. Doch schnell merkt sie, wie schwer das ist und welche Tücken auflauern, vor allem für eine Frau, die älter wird. Themen wie Selbstfindung, Frausein und Feminismus spielen daher eine wichtige Rolle.
Die Erzählung ist dabei in zwei Ebenen aufgeteilt. Auf der einen Seite begleitet man als Leser*in Jenny, wie sie ihr Leben rückblickend betrachtet und auf der anderen Seite gibt es die Ajattaras, Gestalten der finnischen Mythologie, die im Namen bekannter Märchenfiguren, wie z.B. Rapunzel, Schneewittchen oder Gretel, sprechen und Jennys Leben in gewisser Weise mitkommentieren.

Die Prämisse des Buches hat mir total gut gefallen und somit war ich umso gespannter, was im Roman passieren würde. Leider habe ich jedoch gemerkt, dass mir das Buch nicht zusagt. Hierbei denke ich, dass es an mir selbst liegt und die Geschichte nicht meinem Geschmack entspricht, da die Bewertungen ansonsten ziemlich gut sind.
Ich hatte vor allem Probleme mit den Nebenhandlungen, die mir nur als Mittel zum Zweck schienen und sehr belanglos waren. Auch konnte ich keine Verbindung zur Protagonistin aufbauen. Auch das ständige Wiederholen des vollen Namens (Jenny Hill) in fast jedem Satz, ging mir einfach nur auf die Nerven. Obwohl die Themen des Buches wichtig sind und ich gerne mehr darüber lesen würde, war "Zwischen zwei Leben" leider nicht das richtige Buch für mich.
von rosetheline - 2025-10-18 12:48:00

Konnte mich nicht überzeugen - 3 Sterne

Nach einer Trennung und dem Flüggewerden ihrer Kinder besinnt sich eine Frau auf sich selbst und beginnt ein neues Leben. Vieles geht ihr durch den Kopf. Wie weit hat sie nur die Ansprüche der anderen Leute um sich herum erfüllt? Wie oft nahm sie sich selbst zurück, wurde im Hier und Jetzt immer blasser und substanzloser? Wie von unendlich weit her tauchen die Stimmen allseits bekannter weiblicher Märchenfiguren auf, die ihrerseits in ihrer vorgängigen Geschichte versucht hatten, entgegen dem feindlich gesinnten Umfeld sich durchzusetzen und den eigenen Weg zu beschreiten. Auch Jennys Schwester und ihre Therapeutin melden sich zu Wort und versuchen zu raten und zu helfen. Lasst es mich vergleichen mit dem Hintergrundchor (aus dem Off) wabernder Geister auf einer Bühne.
In einer schönen, gepflegten, beinahe schon poetischen Sprache führt uns Minna Rytisalo in die Welt ihrer Heldin Jenny Hill, vormals Jenni Mäki. Den Überlegungen konnte ich gut folgen, mich in ihr Denken einfühlen, denn die Erwartungen anderer Leute und die Auseinandersetzung damit kenne ich zur Genüge. Doch habe ich die erzählerische Spannung vermisst, den Drive, eine vorantreibende Handlung. Über weite Strecken kam es mir recht langatmig vor. Die Figuren der Personen, auch die der Jenny selbst, scheinen mir eher konturenlos gezeichnet.
Das Cover finde ich – sorry! – eher kraftlos langweilig. Etwas weniger Rosa würde vielleicht mehr Energie vermitteln, denn die kommt erst gegen Schluss in Ansätzen vor.
Es tut mir leid, aber mich hat der Roman nicht zu fesseln vermocht, die Aufmerksamkeit beim Lesen vermochte ich nie lange zu halten. Ich wüsste auch nicht, wem ich den Roman empfehlen könnte.
von Emmmbeee - 2025-09-24 16:19:00

Konnte mich nicht überzeugen - 3 Sterne

Nach einer Trennung und dem Flüggewerden ihrer Kinder besinnt sich eine Frau auf sich selbst und beginnt ein neues Leben. Vieles geht ihr durch den Kopf. Wie weit hat sie nur die Ansprüche der anderen Leute um sich herum erfüllt? Wie oft nahm sie sich selbst zurück, wurde im Hier und Jetzt immer blasser und substanzloser? Wie von unendlich weit her tauchen die Stimmen allseits bekannter weiblicher Märchenfiguren auf, die ihrerseits in ihrer vorgängigen Geschichte versucht hatten, entgegen dem feindlich gesinnten Umfeld sich durchzusetzen und den eigenen Weg zu beschreiten. Auch Jennys Schwester und ihre Therapeutin melden sich zu Wort und versuchen zu raten und zu helfen. Lasst es mich vergleichen mit dem Hintergrundchor (aus dem Off) wabernder Geister auf einer Bühne.
In einer schönen, gepflegten, beinahe schon poetischen Sprache führt uns Minna Rytisalo in die Welt ihrer Heldin Jenny Hill, vormals Jenni Mäki. Den Überlegungen konnte ich gut folgen, mich in ihr Denken einfühlen, denn die Erwartungen anderer Leute und die Auseinandersetzung damit kenne ich zur Genüge. Doch habe ich die erzählerische Spannung vermisst, den Drive, eine vorantreibende Handlung. Über weite Strecken kam es mir recht langatmig vor. Die Figuren der Personen, auch die der Jenny selbst, scheinen mir eher konturenlos gezeichnet.
Das Cover finde ich – sorry! – eher kraftlos langweilig. Etwas weniger Rosa würde vielleicht mehr Energie vermitteln, denn die kommt erst gegen Schluss in Ansätzen vor.
Es tut mir leid, aber mich hat der Roman nicht zu fesseln vermocht, die Aufmerksamkeit beim Lesen vermochte ich nie lange zu halten. Ich wüsste auch nicht, wem ich den Roman empfehlen könnte.
von Emmmbeee - 2025-09-24 16:06:00

Jenny nimmt ihr Leben in die Hand - 4 Sterne

Aus Jenni wird Jenny - in "Zwischen zwei Leben" begleiten Leserinnen und Leser Jenny in einem Ausbruch aus ihrem altem Leben und auf einem Weg zu sich selbst. Als die 48-jährige sich nach dem Auszug ihrer beiden Kinder zur Trennung von ihrem Ehemann entschließt, beginnt sie ein neues Leben.

In einem sehr interessanten Schreibstil (mit immer wiederkehrenden anatomischen Details) schildert Minna Rytisalo Jennys Ausbruch. Dazwischen kommentieren als "Ajattaras" verschiedene Märchenfiguren Jennys Verhalten, Frauenrollen heute und in der Vergangeheit und erzählen ihre eigene Geschichte. Besonders angetan war ich von Jennys Briefen an Brigitte Macron, die sie durch eine Aufgabe ihrer Therapeutin begann, und in welchen sich Jennys Selbstfindung sehr gut abzeichnet. Auch die Beziehung zwischen Jenny und ihrer Schwester Johanna finde ich sehr schön dargestellt.

Ein schönes Buch, das Mut macht, aber auch zum Nachdenken anregt.
von Kat - 2025-09-14 22:51:00

Still, ehrlich und überraschend kraftvoll - 4 Sterne

„Zwischen zwei Leben“ von Minna Rytisalo hat mich mit seiner ruhigen, fast unspektakulären Art überrascht – im besten Sinne. Es ist kein Buch, das mit großen Wendungen oder lauten Momenten auffällt, sondern eines, das sich langsam entfaltet und gerade dadurch Wirkung zeigt.

Im Mittelpunkt steht Jenny, eine Frau in der Mitte ihres Lebens, deren Alltag zwischen Familie, Verpflichtungen und innerer Leere festgefahren ist. Ihr stiller Neuanfang, ihr Abwägen zwischen Gewohntem und Unbekanntem, hat mich sehr berührt. Es geht nicht um Eskalation, sondern um ehrliche, nachvollziehbare Veränderung – und genau das macht das Buch so authentisch.

Der Schreibstil ist reduziert, klar und trotzdem poetisch. Die Sprache ist nicht spektakulär, aber sehr präzise. Man merkt der Autorin an, dass sie genau weiß, wann sie etwas aussprechen und wann sie etwas unausgesprochen lassen muss. Das gibt dem Text Tiefe, ohne ihn schwer zu machen.

Auch Jennys Gedankenwelt hat mir gefallen. Sie ist keine „Heldin“ im klassischen Sinn, sondern einfach eine Frau, die sich selbst wiederfindet – leise, tastend, aber mit wachsender Entschlossenheit. Diese leise Stärke hat mich beeindruckt. Die Märchenfiguren, die immer wieder auftauchen, fand ich originell und gelungen – ein schönes literarisches Stilmittel, das den gesellschaftlichen Druck kommentiert, ohne platt zu wirken.

Was mir besonders gut gefallen hat: Das Buch bewertet nichts. Es beschreibt. Es begleitet. Es nimmt ernst. Und es traut seiner Hauptfigur zu, Entscheidungen zu treffen – ganz ohne Pathos.

Fazit:
Ein stilles Buch über große Veränderungen. Wer schnelle Handlung oder Dramatik sucht, wird hier nicht fündig. Aber wer sich auf eine leise, ehrliche Geschichte über Selbstfindung, weibliche Lebensrealitäten und den Mut zum Neuanfang einlassen will, sollte „Zwischen zwei Leben“ unbedingt lesen. Mich hat es noch lange beschäftigt.
von Piet1990 - 2025-09-01 15:39:00

Übergang - 3 Sterne

"Zwischen zwei Leben" von Autorin Minna Rytisalo wurde von Maximilian Murmann ins Deutsche übersetzt. Tatsächlich habe ich mich zu Beginn des Buches überraschend schwer getan in die Handlung hinein zu finden. So richtig wollte der Funke zwischen mir und dem Buch nicht überspringen, zumindest auf den ersten 100 Seiten. Mit Verlauf der Handlung kam ich immer besser rein und habe auch mehr von der Story mitnerhmen können.
Die Handlung hat ihren Fokus auf Protagonistin Jenny/Jenni, deren Leben von den "Ajattaras", hier in Form von weiblichen Märchen-Figuren kommentiert wird. Diese Erzählweise hat mir gut gefallen, aber zu Beginn auch einen Teil an meinen Schwierigkeiten gehabt. Der Grundtenor des Buches ist durchweg feministisch und zeigt immer wieder Kritiken an gesellschaftlichen Rollenbildern auf. Gut gefallen haben mir die Briefe, die die Protagonistin an Brigitte Macron schreibt, eher als Mittel der Selbstreflexion, aber auch hier gesellschaftliche Themen spiegelnd.
Durch diese vielen Unterbrechungen der eigentlichen Handlung kommt jedoch nur bedingt eine flüssige Erzählung zustande. Ich habe dieses Buch eher als Erzählung von Fragmenten empfunden, was auch gut ist, aber nicht den Anspruch eines in sich zusammenhängenden und lückenlosen Handlungsverlaufs erfüllen kann.
Die zugrundeliegende Message finde ich gut und wichtig, die Darstellung jedoch etwas gewöhnungsbedürftig, nach Gewöhnungszeit jedoch auch wirklich gut.
von CanYouSeeMe - 2025-08-31 13:44:00

Dazwischen - 5 Sterne


Minna Rytisalo ist mit Zwischen zwei Leben ein ebenso poetischer wie kraftvoller Roman gelungen, der mich nachhaltig beeindruckt hat. Im Zentrum steht Jenni Mäki, die – als ihre Kinder erwachsen sind – den Mut fasst, ihre unglückliche Ehe zu beenden und unter dem neuen Namen Jenny Hill einen Neuanfang zu wagen. Dieser Schritt markiert nicht nur eine äußerliche Veränderung, sondern eine tiefgreifende Suche nach Freiheit, Identität und Selbstbestimmung.

Besonders faszinierend fand ich die Art, wie Jenny auf ihrer Reise von verschiedenen Stimmen begleitet wird: von ihrer Schwester, von ihrer Therapeutin, aber vor allem von den Ajatarras – weiblichen Märchenfiguren, die bekannte Geschichten aus einer ungewohnten Perspektive neu erzählen. Sie kommentieren scharfsinnig die Ansprüche, Rollenbilder und Erwartungen, denen Frauen noch immer ausgesetzt sind. Dadurch gewinnt der Roman eine Mehrstimmigkeit, die ihn besonders lebendig und facettenreich macht.

Jenny ist eine starke, gleichzeitig verletzliche Protagonistin, deren Gedankengänge und Entwicklung ich mit großer Anteilnahme verfolgt habe. Ihre Zweifel, ihr Zögern, aber auch ihre Entschlossenheit machen sie zu einer Figur, in der sich viele Leserinnen wiederfinden können. Die Ajatarras sind hingegen wie Spiegelbilder und Widersacherinnen zugleich – manchmal ironisch, manchmal bitter, aber immer klug.

Rytisalo erzählt in einer klaren, feinfühligen Sprache, die zugleich zum Nachdenken anregt und berührt. Der Roman verlangt Ruhe und Aufmerksamkeit, denn er ist voller Gedanken, Beobachtungen und leiser Zwischentöne. Wer sich darauf einlässt, wird mit einer vielschichtigen und tiefgründigen Geschichte belohnt, die lange nachklingt.

Für mich ist Zwischen zwei Leben ein starker Roman über das Älterwerden, den Mut zum Neuanfang und die Kraft, sich selbst treu zu werden – getragen von wunderbarer Prosa und außergewöhnlichen Figuren. Ein Buch, das inspiriert und noch lange im Kopf bleibt.
von Carmen19994 - 2025-08-25 13:43:00

Zwischen Aufbruch und neuen Perspektiven - 5 Sterne

Die Geschichte von Jenni Mäki hat mich von Anfang an fasziniert. Als ihre Kinder aus dem Haus sind, trennt sie sich von ihrem Mann und gibt ihr bisheriges Rollenverständnis auf. Diese mutige Zäsur markiert den Beginn einer Reise, die ich als Leserin mit großer Spannung und Anteilnahme verfolgt habe. Ich habe ihre Gedanken so gerne nachvollzogen und wollte unbedingt wissen, wohin dieser Weg sie führen würde.
Besonders gelungen fand ich den Perspektivenwechsel durch die weiblichen Märchenfiguren. Dadurch wurde Jenni Mäki noch einmal aus einem völlig anderen Blickwinkel beleuchtet – und ich habe mich oft dabei ertappt zu denken: Stimmt, so könnte man es auch sehen! Diese Momente haben die Geschichte für mich noch spannender und vielschichtiger gemacht.
Minna Rytisalo erzählt klar und stimmig, dabei feinfühlig und niemals belehrend. Zwischen zwei Leben ist für mich ein faszinierendes, rundum gelungenes Buch, das lange nachklingt.
Kleine Nebenbemerkung: Die Literaturtipps der Autorin am Ende fand ich superspannend – fast wie ein eigener, kleiner Schatz. Und ich werde garantiert in das ein oder andere Buch hineinlesen.
von BarbaraM - 2025-08-12 15:29:00

ganz anders - 5 Sterne

Das Cover des Buches ist eher für mich unscheinbar, aber der Inhalt des Buches hat es umso mehr in sich. Denn diese Geschichte bzw erzählweise ist ganz anders als das was ich bis jetzt gelesen habe. Der erzählweise des Buches unterscheidet sich darin dass sie nicht nur die Perspektive der hauptperson Jenny schildert sondern auch Beobachtungen über Jenny und Bewertungen von nymphenartigen Wesen gibt. Diese Wesen sind wie Elfen oder höhere Wesen die sie beobachten und ihre Erfahrungen mit uns teilen. Doch wir haben nicht nur die Ebene der übersinnlichen Wesen sondern auch die normale Ebene von Jenny die sich gerade von ihrem Ehemann trennt. Eine wirklich interessante und komplex geschriebene Geschichte über eine moderne Frau im hier und jetzt. Der Schreibstil der Autorin ist nicht einfach aber sehr interessant und anspruchsvoll.
von inya - 2025-08-04 21:21:00