Icon Kontrast wechseln

Rezensionen

Genug für ein halbes Leben
»Ein atemberaubendes Porträt einer unvergänglichen Liebe und eine Geschichte, die man nicht vergessen kann.« Carley Fortune

Autor: Evann Normandin

Erschienen 2026 bei Heyne;Grand Central
ISBN 978-3-453-27608-6
Rezension verfassen

Erinnerungen und Neuanfang - 4 Sterne

Das Cover passt einfach perfekt zum Buch. Mit den verschwommenen Gestalten. Wie Erinnerungen, die langsam verblassen und doch irgendwie noch da sind.
Landon und Rose. Sie lernen sich kennen und lieben. Es scheint alles perfekt zu sein. Doch Rose entschließt sich dazu, ihr bisheriges Leben zu vergessen. Keine Erinnerungen mehr. Sie weiß nicht mehr, wer Landon ist. Was sie verbindet. Doch Landon will das nicht so einfach hinnehmen. Im Gegensatz zu ihr erinnert er sich an alles. Es hat etwas Schmerzhaftes an sich, in seine Erinnerungen an ihr gemeinsames Leben einzutauchen. In die Höhen und Tiefen.
Ich konnte sehr gut nachvollziehen, dass Landon all das nicht so einfach hinnehmen wollte. Dass er das gemeinsame Leben nicht aufgeben wollte.
Es ist ein Buch voller Traurigkeit und Schmerz, aber dazwischen ist da auch noch die immerwährende Hoffnung. Die Hoffnung darauf, dass alles gut wird.
Ich habe etwas gebraucht, um in die Geschichte hineinzukommen. Das hin und her zwischen Gegenwart und Vergangenheit war anfangs etwas verwirrend für mich. Als ich mich an den Schreibstil gewohnt hatte, fiel es mir leicht, der Geschichte zu folgen. Man bekommt durch diesen Schreibstil einen sehr guten Einblick, sowohl in die Vergangenheit als auch in die Gegenwart.
Kann man vor der eigenen Vergangenheit wirklich davonlaufen? Sie auslöschen? Das Buch beschäftigt sich mit einigen ernsten Themen.
Vieles hat mich überrascht und kam für mich unerwartet. Aber das macht den Reiz dieses Buches für mich aus.
von KersG - 2026-06-21 19:27:00

Liebe, Verlust und die Frage, was bleibt - 4 Sterne

„Genug für ein halbes Leben“ hat mich durch seine besondere Grundidee neugierig gemacht. Rose und Landon haben eigentlich eine große Liebesgeschichte, bis ein Schicksalsschlag alles verändert. Rose entscheidet sich für eine Behandlung, die ihre Erinnerungen löscht, und beginnt ein neues Leben. Landon dagegen erinnert sich an alles und kann sie einfach nicht loslassen.

Ich fand diese Ausgangslage wirklich spannend. Die Frage, ob man ohne seine Erinnerungen noch derselbe Mensch ist, zieht sich durch das ganze Buch und hat mich beim Lesen immer wieder beschäftigt. Besonders gelungen fand ich die melancholische Stimmung und den flüssigen Schreibstil. Man kommt gut in die Geschichte hinein und kann Roses Wunsch nach einem Neuanfang genauso nachvollziehen wie Landons Schmerz.

Das Cover mit den verschwommenen Personen passt für mich sehr gut, weil es genau dieses Gefühl von Nähe und Verlust einfängt. Nicht ganz überzeugt hat mich, dass sich manche Passagen etwas ziehen und mir stellenweise ein wenig Leichtigkeit gefehlt hat. Insgesamt ist es eher ein trauriges, nachdenkliches Buch als eine klassische Liebesgeschichte.

Fazit:
Ein emotionaler Roman über Liebe, Trauer und die Macht von Erinnerungen. Nicht immer ganz leicht zu lesen, aber berührend und mit einer spannenden Idee, die noch länger nachwirkt.
von Piet1990 - 2026-06-16 17:06:00