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Rezensionen

Léon und die Frau im blauen Kleid
Der erste Fall für de Cavallier und Bentaleb | Der grandiose Auftakt der SPIEGEL-Bestsellerreihe von Alexander Oetker

Autor: Alexander Oetker

Erschienen 2026 bei Atlantik Verlag
ISBN 978-3-455-02164-6
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Gegensätze ziehen sich an!? - 5 Sterne

„Die ganze Schickeria hier war ein solcher Zirkus, dass es kaum auszuhalten war.“ - Wie wahr!

Kaum vorstellbar, dass sich ein so reicher Mann wie Léon de Cavallier einen Arbeitsplatz bei der Polizei sucht - vor allem, wenn man erlebt, wie er mit seinem Reichtum protzt. Doch der Autor Alexander Oetker macht es möglich. Als Adliger leitet Léon de Cavallier die Brigade criminelle von Nizza. Ihm zugeteilt wird Nadia Benteleb, eine Commissaire, die direkt aus den Pariser Banlieues kommt, gerade rechtzeitig, nachdem am Strand eine Frauenleiche angespült wurde.

Léon de Cavallier trägt mit seinem Machtgehabe dazu bei, dass ich mich äußerst unwohl fühle in der Welt der Reichen und Schönen hier an der französischen Riviera. Ich frage mich, ob es wohl einen Grund dafür geben mag, dass er sich derart aufspielt.

Wie schön, dass die taffe Nadia in ihrer Lederjacke so viel Natürlichkeit mitbringt. Durch ihre Art und Vorgehensweise werden die beiden gegensätzlichen Charaktere erträglich und unterhaltsam. Mir gefällt es außerordentlich gut, dass Nadia sich nicht unterbuttern lässt.

Die Ermittlungen führen in eine Welt von Bestechung, Machtmissbrauch, Sex und Drogen. Der Schreibstil ist außerordentlich fesselnd und lässt zeitweise kaum eine Atempause zu. So bleibt es spannend bis zum Schluss.

Dieser Roman beschreibt den ersten Fall für de Cavallier und Bentaleb. Darum war ich positiv erstaunt, dass am Ende etwas „verraten“ wurde, mit dem ich erst zu einem späteren Zeitpunkt in einem Folgeband gerechnet hätte. Worum es dabei geht, werde ich nicht verraten. Aber ich rate sehr gern dazu, das Buch zu lesen. Es lohnt sich!
von liesmal - 2026-05-30 18:14:00

Reich, schön, tot - 4 Sterne

Der SPIEGEL Bestseller-Autor Alexander Oetker hat mit “Léon und die Frau im blauen Kleid” eine neue Krimireihe über Commissaire Léon de Cavallier und seine Kollegin Nadia Bentaleb begonnen. Schon das sonnige und einladende Cover führt nach Nizza in den Kreis der Reichen, Schönen und Gelangweilten. Dort nimmt das Unheil seinen Lauf.

Die Leiche einer jungen Frau wird am Strand angespült. Kann die Frau von einem Schiff gefallen sein? Wurde sie gestoßen? Ist sie ertrunken? Léon und Nadia nehmen die Ermittlungen auf, die schnell in das Milieu der Superreichen, zwischen Nizza und Monaco, führen. Angeblich war kein Schiff unterwegs, aber kann man der Brigade maritime vertrauen? Ihr Leiter lebt weit über seine Verhältnisse. Letztlich stellt sich heraus, dass die Frau, eine Osteuropäerin, ermordet wurde. Drogen, Alkohol und sexueller Missbrauch lassen sich nachweisen. Cavallier und Bentaleb suchen nicht nur in illustren Kreisen nach Verdächtigen, sondern auch in der Banlieue von Nizza, in der eigene Gesetze herrschen. Zwei verschiedene Welten und zwei Ermittler, die aus diesen verschiedenen Welten kommen.

Commissaire Léon der Cavallier ist nicht nur Leiter der Brigade criminelle von Nizza, sondern auch adelig, anmaßend, arrogant, unfreundlich und beleidigend. Das Letzte, das er brauchen kann, ist eine Kollegin, die aus der schlimmsten Banlieue von Paris stammt und von Champagner keine Ahnung hat. Doch genau das ist Nadia Bentaleb, mit Migrationshintergrund und dunkler Hautfarbe. Sie hat schnell innerhalb der polizeilichen Hierarchie Karriere gemacht, denn sie hat in Paris spektakuläre Verbrechen aufgeklärt. Der Snob und die tätowierte Frau in der Lederjacke, Ferrari versus Kawasaki, kann das gut gehen?

Alexander Oetker führt in seinem Roman in eine Welt, in der Geld keine Rolle spielt, in der Beziehungen zählen und der schöne Schein unter allen Umständen gewahrt werden muss. Junge Menschen, die sich noch nie in ihrem Leben um ihr Fortkommen sorgen mussten, leben in einer Blase zwischen Party und Langeweile, die nur durch immer wildere Ausschweifungen Sinn ergibt. Junge Frauen dienen sich den reichen Männern an, mit ihnen kann man viel Spaß haben. Auch die Tote, Katarzyna, war auf einer Party, auf einem Schiff. Immer stärker deuten die Indizien auf den Söhne reicher Familien. In diesem Milieu hat Léon keine Hemmungen, seine Ermittlungen voranzutreiben. Allerdings braucht er auch Nadia, denn die Drogendealer leben in der Banlieue.

Vielleicht mag es erstaunen, dass Commissaire Cavallier in diese berüchtigte Banlieue mit seinem Ferrari fährt, gekleidet in einen maßgefertigten Smoking. Nur durch die Erfahrungen von Bentaleb in diesen Milieu bekommen die Kriminalisten Informationen, wobei Nadia illegale Verhörtaktiken anwendet. Cavallier wird als naiv und mit den Herausforderungen der Vorstadt absolut nicht vertraut dargestellt. Das ist verwunderlich, denn als Leiter der Brigade criminelle hat er sicher viel in dieser Gegend tun, da dort die Verbrechensrate besonders hoch ist. Inkompetenz würde ihn hier für seinen Job disqualifizieren. Zudem war Léon früher Soldat und an den Krisenherden der Welt als Kommandant im Einsatz. Planloses Vorgehen ist daher von ihm nicht zu erwarten. Hier hätte ich mir ein stringenteres und glaubwürdigeres Persönlichkeitsprofil von Léon gewünscht, auch wenn verständlich ist, dass der Autor Nadia Bentaleb eine Bühne bieten wollte.

“Léon und die Frau im blauen Kleid” ist ein spannender und gut geschriebener Kriminalroman, in dem die Unterschiede von Einkommen und Vermögen immer wieder, auch ironisch, thematisiert werden. Ebenso kommt das Flair an dieser wunderschönen französischen Küste nicht zu kurz. Am Ende des ersten Bandes dieser Reihe erweist sich, dass sowohl Léon wie Nadia ein Geheimnis haben und gegenseitige Hilfe benötigen werden. Doch dann fällt ein Schuss, soviel Blut! Ist Léon tot? Diese Frage beantwortet dieses gelungene Buch, das ich gerne empfehle.
von gabiliest - 2026-05-15 16:59:00

Ermittlungen bei den Reichen und Schönen - 5 Sterne

Ganz so idyllisch wie es auf dem Cover scheint oder wie es sich Nadia Bentaleb vielleicht bei ihrem Versetzungsgesuch vorgestellt hat, ist es an der Côte d’Azur nicht. Mitten während der Hochsaison wird eine Frauenleiche an den Strand von Nizza angespült.

Die Ermittlungen übernimmt der adlige Léon de Cavallier. Ein überheblicher Snob, der seinesgleichen sucht, aber ganz selten zeigt er auch eine andere Seite. Einen krassen Gegensatz dazu bietet seine neue Partnerin Nadia Bentaleb. Sie stammt aus der ärmeren Bevölkerungsschicht einer Kleinstadt und kommt frisch aus der rauen Pariser Vorstadt. Mit Léon und Nadia prallen Welten auf einander und es dauert nicht lange bis zwischen ihnen die Funken fliegen. Er ist es nicht gewohnt, dass ihm jemand widerspricht und sie ist es gewohnt, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Daraus entwickeln sich für mich als Leser amüsante Dialoge und Situationen.

Bei den Ermittlungen lerne ich nicht nur einen größeren Abschnitt der atemberaubenden Küste im Süden Frankreichs kennen, sondern bin auch auf Stippvisite im Fürstentum Monaco. Auch wenn vielen Menschen das Leben der Schönen und Reichen mit Champagner und Austern erstrebenswert scheint, offenbart sich hier auch die Schattenseite desselben. Langeweile und Überdruss, immer auf der Suche nach einem neuen Kick und die Meinung sich alles erlauben zu dürfen, können ins Verderben führen.

Das gegensätzliche Duo hat sich in seinem ersten Einsatz bewährt und mich überzeugt. Gerne werde ich dieser Reihe weiter folgen.
von Ameland - 2026-05-15 16:42:00

Gelungener Reihenauftakt mit interessanten Charakteren - 5 Sterne

„Léon und die Frau im blauen Kleid“ ist der erste Fall für das neue Ermittlerduo Commissaire Léon de Cavallier und seine Kollegin Nadia Bentaleb des Autors Alexander Oetker.

Handlungsort ist Nizza, eine Gegend, die direkt Urlaubsstimmung aufkommen lässt, die allerdings schnell wieder vergeht, wenn man liest, dass eine Leiche am Strand angespült wurde. Damit erhält Commissaire Léon de Cavallier einen neuen Fall. Léons ehemaliger Partner ist inzwischen im Ruhestand und so bekommt er Commissaire Nadia Bentaleb an seine Seite gestellt.

Mit Léon und Nadia hat Alexander Oetker zwei Charaktere geschaffen, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Léon stammt aus einer wohlhabenden Familie, ist ein Snob, wirkt arrogant, liebt Luxus und stellt eine Überlegenheit gerne zur Schau. Nadia ist das krasse Gegenteil. Sie kommt aus aus einfachen Verhältnissen aus Paris, kann zupacken, hat Biss und ist sehr direkt. Beide haben ihre Stärken und Schwächen und ergänzen sich bei ihren Ermittlungsarbeiten perfekt. Wo Léon unangenehm auffallen würde, kann Nadia übernehmen.

Ebenso kontrastreich wie die Protagonisten ist das Leben in Nizza. Auf der einen Seite gibt es teure Hotels und luxuriöse Yachten und auf der anderen das Problemviertel in denen das Verbrechen lauert.

Die Kapitel sind kurz - 29 auf 304 Seiten - und leicht zu lesen. Der Schreibstil ist lebendig und auch durchaus humorvoll. Mir gefiel diese Kombination sehr und ich habe gerne mitgerätselt, was vorgefallen sein könnte.

Auch wenn der eigentliche Fall zufriedenstellend gelöst wird, bleiben Fragen, die mich nun gespannt auf den zweiten Fall dieses ungewöhnlichen Ermittlerduos warten lassen.
von Tara - 2026-05-10 19:51:00