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Rezensionen

Rückkehr nach Budapest
Roman | Eine Liebe, die nicht sein darf – und eine Frau, die endlich frei sein will

Autor: Nikoletta Kiss

Erschienen 2025 bei Insel Verlag
ISBN 978-3-458-64501-6
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Konstantin zwischen Marta und Theresa - 3 Sterne

Die Autorin hat mit "Rückkehr nach Budapest" die Lebensgeschichte der in Ungarn aufgewachsenen Marta verfasst, die mit ihrer in Ost-Berlin lebenden Cousine Theresa eine intensive Frauenfreundschaft pflegt, bis sie sich beide in den regimekritischen Schriftsteller Konstantin verlieben.
Es ist die Zeit Mitte der 80er Jahre, während die DDR ihrem Ende entgegentaumelt, war Ungarn schon viel weltoffener.
Eine komplizierte Zeit, politisch und privat, die auch an den Hauptprotagonisten dieses Romanes nicht spurlos vorüber geht.
Daraus hätte ein hochspannendes, dramatisches Stück Zeitgeschichte entstehen können. Leider wird es für mich diesem Anspruch nicht gerecht.
Keine der Akteure konnte mich durchgehend überzeugen. Sie wirkten jeder für sich seltsam seelenlos und irgendwie wurde ich mit ihnen nicht richtig warm, so dass sie meine Sympathie nicht zu wecken vermochten.
Die Handlung konnte mich überwiegend nicht fesseln oder emotional mitreißen. Für mich war diese Lektüre deshalb leider nur Mittelmaß.
Aber Geschmäcker sind ja glücklicherweise verschieden.
Sicher werden andere Leser an dem Buch mehr Gefallen finden.
Für mich reicht es nur zu einer bedingten Leseempfehlung!
von Paul Kretzschmar - 2026-03-23 20:28:00

Toxische Dreiecksbeziehung - 3 Sterne


Márta fährt zur Beerdigung ihrer Cousine Theresa, mit der sie während ihrer Jugend- und Studentenzeit eng befreundet war. Márta lebte zu der Zeit in Budapest bei ihrem alkoholkranken Vater und haderte damit, dass ihre Mutter die Familie verlassen hat. Theresa wohnte in der damaligen DDR. Der Roman erzählt in langen Rückblicken wie Márta und Theresa damals Konstantin in der DDR kennenlernten und sich beide in ihn verliebten.
Ich hatte mehrfach überlegt, das Buch abzubrechen, weil ich mich mit keiner der Hauptfiguren anfreunden konnte. Im Gegenteil, es hat mich genervt wie naiv Márta oftmals agierte. Die unsympathischste Person war für mich Konstantin und es ist mir von Anfang bis Ende unbegreiflich geblieben wie beide Frauen ihm verfallen konnten.
Interessant war allerdings die Beschreibung der Geschehnisse in der damaligen DDR und wie sie Schriftsteller behandelten, die nicht der dortigen "Norm" entsprachen. Dafür kann ich guten Gewissens drei Sterne vergeben.
von Ulgu1978 - 2026-03-21 12:44:00

Zwischen Vergangenheit und Neubeginn - 4 Sterne

„Rückkehr nach Budapest“ erzählt eine ruhige, nachdenkliche Geschichte über Herkunft, Erinnerungen und die Frage, wie sehr uns unsere Vergangenheit prägt. Die Rückkehr in die ungarische Hauptstadt wird dabei nicht nur zu einer Reise an einen Ort, sondern auch zu einer Reise in die eigene Geschichte.

Besonders gut gefallen hat mir die Atmosphäre des Romans. Budapest wird lebendig und detailreich beschrieben, sodass man sich die Schauplätze gut vorstellen kann. Gleichzeitig nimmt sich die Geschichte viel Zeit für die Gedanken und Gefühle der Figuren.

Der Schreibstil ist ruhig und klar, teilweise sehr reflektierend. Dadurch entsteht eine dichte, melancholische Stimmung, auch wenn das Erzähltempo stellenweise etwas langsam wirkt.

Fazit:
Ein stimmungsvoller Roman über Erinnerungen, Familie und Identität. Wer ruhige, atmosphärische Geschichten mit historischem Hintergrund mag, wird mit „Rückkehr nach Budapest“ eine sehr angenehme Lektüre finden.
von Piet1990 - 2026-03-16 15:33:00

Über die Liebe in Zeiten des Misstrauens - 4 Sterne

Eine dramatische Liebesgeschichte über drei Frauen, die denselben Mann lieben, eingebettet in die Wirren einer politisch turbulenten Zeit.

Ein großartiges Buch über die Liebe zu Zeiten des Eisernen Vorhangs, über Poesie, politisches Engagement, Solidarität und Verrat zwischen Budapest, Berlin und Wien. Fesselnd und mitreißend, große Empfehlung!
von Ina Cassik - 2025-03-02 08:49:26

Leider nicht meins - 3 Sterne

Vorweg: ein gut geschriebenes Buch, für mich hat es leider nichts Besonderes. Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig und das Buch macht immer wieder Zeitsprünge, denen ich nicht ganz folgen konnte. Letzten Endes habe ich das Buch abgebrochen.

Das Buchcover ist wunderschön gestaltet und für die Geschichte sehr zutreffend gewählt. Im Laufe des Romans (soweit ich ihn gelesen habe) begleiten wir zwei junge, befreundete Frauen. Die Geschichte spielt in den späten 80igern, kurz vor der Öffnung der Grenzen in der DDR und Ungarn.
Die unterschiedlichen Atmosphären, bzw politischen Regime, werden nicht nur anhand der beiden Städte, sondern auch anhand der verschiedenen Frauen darstellt. Die eine selbstbewusst, die andere zurückhaltend und eher introvertiert. Als ein junger Mann in die Gleichung kommt, wird zudem die Gefühlswelt beider Frauen ordentlich durcheinander gebracht.
von lesespitz - 2025-02-24 19:02:00

Ein melancholischer Roman - 4 Sterne

Marta stammt aus Ungarn. Sie beschließt ihre Cousine Theresa in Ostberlin zu besuchen, da sie es zu Hause nicht mehr aushält. Die Mutter hat die Familie verlassen und der Vater kämpft mit einem Alkoholproblem. Sie lernt in Berlin unter anderem Konstantin kennen. Er ist Schriftsteller und bewegt sich in regimekritischen Kreisen. Er selbst ist schwer zu durchschauen. Marta fühlt sich von Anfang an zu ihm hingezogen. Es scheint eine Verbindung zwischen ihr und Konstantin zu geben, dennoch ist er mehr an der extrovertierten Theresa interessiert.
Wir begleiten Marta in ihren jungen Jahren und auch in ihrer aktuellen Lebenssituation. Der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart hat mir gut gefallen. Der historische Hintergrund ist interessant. Mir war bisher nicht bewusst wie unterschiedlich der Kommunismus in Ungarn und in der DDR gelebt wurde. Die Atmosphäre in den verrauchten Kneipen, bei konspirativen Treffen und in heruntergekommenen Wohnungen wird von Nikoletta Kiss sehr gut eingefangen. Das Buch liest sich leicht und flüssig. Allerdings konnte mich die Geschichte dieser schwierigen Freundschaft und einer Dreiecksbeziehung nicht so richtig fesseln beziehungsweise berühren. Das Geschehen fühlte sich stets distanziert an und damit wird mir das Buch wahrscheinlich auch nicht allzu lange im Gedächtnis bleiben. Dennoch ist es lesenswert, vor allem wenn man sich für die Vorwendezeit interessiert und auch der Literatur zugetan ist.
von Normanfips - 2025-02-24 10:57:00

Martha auf der Suche zu sich selbst - 3 Sterne

Nach einem sehr emotionalen Prolog, in welchem sich Marta auf den Weg zur Beerdigung ihrer Cousine Theresa macht, mit welcher sie jahrelang keinen Kontakt hatte, erfahren wir, was zwischen den beiden ehemals auch Freundinnen vorgefallen ist. Die Geschichte erzählt von Freundschaft, Selbstsucht, Verlorenheit, Liebe und noch vielem mehr.
Ich lese die Geschichte sehr gerne und weiß dennoch nicht, ob ich das Buch weiterempfehlen würde. Das Leben in Ungarn bzw. in Ost-Berlin wird greifbar dargestellt und die daraus resultierenden Schwierigkeiten sind für mich nachvollziehbar. Dennoch bleiben die Charaktere außer Marta eher blass und ich kann keine Verbindung zu diesen aufbauen. Auch mit Marta habe ich so meine Probleme, sie wirkt teilweise sehr naiv und dann doch abgeklärt. Lässt sich manchmal fast bewusst ausnutzen, um dann gekränkt zu sein. Ihre persönlichen Entwicklungsschritte sind über viele Seiten nicht erkennbar und gipfeln in einem für mein Befinden etwas unbefriedigenden Ende und mit vielen nicht abschließend geklärte Handlungssträngen.
von Michaela - 2025-02-24 07:49:00

Schwierige Beziehungen in der Vorwendezeit - 4 Sterne


Nikoletta Kiss erzählt in ihrem Buch Rückkehr nach Budapest die Geschichte von Marta, die nach dem Tod ihrer ehemals besten Freundin und Cousine Theresa, ihre Beziehung zu Theresa als junge Frau und deren ehemaligen Freund noch einmal rekapituliert. Die Geschichte ist sehr gut geschrieben, der Schreibstil der Autorin angenehm zu lesen, besonders interessant sind auch die Teile der Erzählung, die in die ehemalige Zeit mit ihren Problemen für kritische Schriftsteller oder kritische Personen überhaupt spielen. Man kann sich gut hineinversetzen in die Hauptperson Marta, in ihre Gefühle und Wirren, als junge Frau und Studentin, als Kummerkasten für ihre Freunde und Freundinnen und in ihre Sehnsucht zum Freund ihrer Cousine. Eine interessante Geschichte mit vielen Höhen und Tiefen, die sich gut lesen lässt, aber trotzdem keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hat.
von M - 2025-02-22 12:46:00

Márta - 4 Sterne

Nikoletta Kiss wählt für ihren Roman „Rückkehr nach Budapest“ eine interessante Zeit und Konstellation: Zwischen Ungarn und DDR ab 1986.
Erzählt wird von der Ungarin Márta, die ihre Cousine Theresa in Ostberlin besucht und sich da in den Dichter Konstantin verliebt.Der wird aber der Freund von Theresa.
Konstantin leidet an der DDR. Er ist als Heimkind schlecht behandelt worden, seine regimekritischen Texte traut er sich deswegen nicht zu veröffentlichen. Aber Theresa will ein Manuskript von ihm nachWestdeutschland schmuggeln. Ein großes Risiko.

Die Handlung springt in den Zeiten. Es wird eindringlich erzählt, mit leicht melancholischen Ton. Es gibt die Szenen in der DDR. Dann wieder Jahre später ist gerade das Begäbnis von Theresa und Márta erinnert sich an vieles.

Es ist ein eher ruhiges Buch, dessen Stärke darin besteht, die Empfindungen der Figuren in dieser Zeit und Situation transparent zu machen.
von yellowdog - 2025-01-28 20:41:00

Die Komplexität menschlicher Beziehungen und die Möglichkeiten, die ein Lebe bietet - 5 Sterne

Als ich dieses Buch las, dachte ich oft an Menschen, die diese Zeit so intensiv miterlebt haben wie die Protagonisten in diesem Roman. Ich konnte mir bereits gut vorstellen, wie es war. Muss also für „Zeitzeugen“ noch toller sein, als öffnete man eine alte Schachtel voller Sommererinnerungen – nach Sonne duftend, bittersüß, ein wenig verblichen. Nikoletta Kiss gelingt es mit einer beeindruckenden Leichtigkeit, mich in eine vergangene Welt zu entführen, die für mich so ganz fremd war.
Es ist due Geschichte von Márta, die in den Wirren der Vorwendezeit zwischen Budapest und Ost-Berlin nach ihrem Platz sucht.Besonders die Schilderungen der Sommer am Balaton – dieser endlosen, magischen Tage, an denen die Zeit stillzustehen schien, bleiben mir in Erinnerung. Kiss beschreibt mit einer solchen Präzision, wie Márta und ihre Cousine Theresa zwischen Maisfeldern und Seeufer ihre Kindheit und Freundschaft leben, dass ich den heißen Teer unter den Schuhen und den Geruch von Sonnencreme förmlich spüren konnte.
Doch was dieses Buch so besonders macht, ist nicht nur die Nostalgie, sondern auch die historische Tiefe, mit der Kiss das Leben in den 1980er Jahren einfängt. Die politischen Spannungen, die Enge und Freiheit des Lebens hinter dem Eisernen Vorhang, die rebellische Kunstszene in Ost-Berlin – all das wird lebendig erzählt.
Die Figuren sind allesamt komplex und ambivalent. Márta, die Erzählerin, erscheint oft unsicher und nachdenklich, immer im Schatten ihrer extrovertierten Cousine Theresa. Doch gerade diese Verletzlichkeit macht sie so nahbar. Der Verrat, der im Zentrum der Geschichte steht, wirft viele Fragen auf: Wie viel Verantwortung tragen wir für die Entscheidungen unserer Vergangenheit? Können alte Wunden je wirklich heilen?
Toll erzählt ist der Roman, die Autorin verwebt die Schicksale der Figuren kunstvoll miteinander, während sie die Themen Schuld, Loyalität und Selbstfindung aufgreift.
Super Buch, kann ich sehr empfehlen.
von nil_liest - 2025-01-26 14:08:00