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Rezensionen

Der Barmann des Ritz
Roman | Zwischen Liebe, Angst und Widerstand | Ein jüdischer Barmann serviert Nazigrößen Cocktails im Luxushotel

Autor: Philippe Collin

Erschienen 2025 bei Insel Verlag;Édtions Albin Michel
ISBN 978-3-458-64512-2
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Der Barmann des Ritz - 5 Sterne

Paris, 1940. In der Bar des legendären Hotel Ritz scheint warmes Licht auf die polierte Messingtheke, während Nazis, Kollaborateure und Mitglieder der französischen Elite ihre Cocktails schlürfen – weit entfernt vom Lärm des Krieges. Frank Meier, der berühmte Barmann des Ritz, serviert sie mit routinierter Eleganz. Doch hinter seinem höflichen Lächeln verbirgt sich die Angst. Jeder Drink, den er mixt, könnte sein letzter sein. Denn er hat ein Geheimnis, das ihn das Leben kosten könnte: Er ist Jude.
Hinter seiner Theke hört Frank mehr, als gut für ihn ist. Zwischen perlendem Champagner, prickelnden Cocktails und geflüsterten Absprachen schnappt er Informationen auf – von Verrat, Résistance und den skrupellosen Plänen der Besatzer. Jeder Abend in der Bar wird gefährlicher, jede falsche Bewegung könnte ihn entlarven. Zuschauen oder handeln? Seine Entscheidung wird nicht nur über sein Schicksal bestimmen, sondern auch über das von Luciano, seinem jungen Lehrling, und Blanche, der Frau, die er liebt.

von Ulrike Weinhäupl - 2025-10-10 11:23:20

Der Barmann des Ritz - 5 Sterne

Besatzungszeit Paris 1940. In der Bar des Ritz geben sich Nazis, Kollaborateure und Künstler die Klinke in die Hand. Der Barmann Frank Meier birgt eine Geheimnis - er ist Jude. Die Arbeit wird immer riskanter, trotzdem versucht er das Leben von Personen zu retten, die ihm nahestehen. Basierend auf der echten Figur Frank Meier, spannt sich ein spannungsgeladener Roman, zwischen dem schmalen Grat von Überleben oder Widerstand.
von Doris Stadlbauer - 2025-09-10 09:29:57

Mutige Helden des Zweiten Weltkriegs - 5 Sterne

„Der Barmann des Ritz“ von Philippe Collin ist ein historischer Roman, der auf wahren Begebenheiten beruht.
Die Hauptfigur ist Frank Meier, der berühmte Barmann vom Hotel Ritz in Paris.

Das Cover finde ich sehr passend für das Buch. Man ist gleich mit dem Gedanken im Hotel, wo alles leuchtet und im Background der Barmann, der sich zwischen zwei Welten befindet: auf einer Seite die Creme de la Creme der Gesellschaft und auf der anderen Seite seine Kollegen, die oft das gleiche Schicksal teilen. Der Barmann hört viel Information, manchmal mehr, als für ihn gut ist.

Das Buch erzählt abwechselnd zwischen Vergangenheit und Gegenwart, wie Paris von Nazis besetzt wird und anhand von Meiers Tagebucheinträge, sein Werdegang. Die Tagebucheinträge sind auch fiktiv, die beleuchten aber sehr gut das Innenleben vom Frank Meier.
Obwohl es keine großen persönlichen Emotionen, sondern durchgehend eine ruhige Erzählweise gibt, habe ich den Roman extrem spannend gefunden. Meier ist ein Beobachter und so bekommen wir auch sehr viel mit, was im Paris des Zweiten Weltkrieges passiert ist. Außer Meier sind viele fiktive Charaktere. Wichtig ist, finde ich, dass man einen guten Eindruck bekommt, wie bedrückend die Atmosphäre in diesen Zeiten war.

Ich habe den historischen Roman „Der Barmann des Ritz“ von Philippe Collin sehr gut gefunden. Wer an Geschichten aus dem Zweiten Weltkrieg, wo die Protagonisten extrem viel Mut beweisen mussten, an Spionage und Widerstand interessiert ist, wird sich über das Buch freuen.
Aus meiner Seite eine große Empfehlung!
von Niko - 2025-08-31 23:33:00

Der Barmann des Ritz - 5 Sterne

Dies ist die Geschichte von Frank Meier, laut Eigendefinition "seit zwanzig Jahren Barchef des Ritz, Verdun-Veteran und aschkenasischer Jude." Collin Philippe zeichnet in seiner Romanbiografie die Lebensgeschichte dieses außergewöhnlichen Mannes nach, der zur k und k Zeit in Kufstein und Wien aufgewachsen ist, um in seiner Jugend nach New York auszuwandern. Hier erlernt er das Handwerk des Barkeepers, doch es dauert nicht lange, bis das Hotel, in dem er arbeitet, abgerissen wird. Er geht nach Paris und übernimmt die Bar des legendären Hotels Ritz, wo sich die Prominenz die Klinke in die Hand gibt. F.Scott Fitzgerald und Hemingway zählen zu seinen Freunden, doch die Liste der Gäste liest sich wie ein Who's Who der damaligen Kulturprominenz. Als die Nazis einmarschieren und das Ritz als Hauptquartier erwählen, ändert sich die Situation schlagartig. Für den Juden Meier wird die Lage brenzlig, doch er schafft es immer wieder, die Nazis an der Nase herumzuführen. Der Roman endet mit dem Einmarsch der Amerikaner in Paris. Dem Autor gelingt es, die Stimmungen der jeweiligen Zeit sehr gut einzufangen und die politischen und psychischen Verwerfungen, denen die Protagonist*innen ausgesetzt sind, glaubhaft zu schildern. Ein spannendes und gut lesbares Zeitgemälde!
von Florian Lechner aus der Tyrolia-Filiale in Innsbruck - 2025-08-22 13:18:28

Feine Antennen in alle Richtungen - 5 Sterne

Der Barmann des Ritz nimmt einen mit ins Paris der 1940er Jahre, als die Stadt gerade von den Nazis besetzt wird. Das Hotel Ritz ist Treffpunkt der Reichen und Schönen. Eine besonders wichtige Rolle im Hotel spielt Frank Meier, der Barmann des Ritz. Er ist weit über die Grenzen hinaus bekannt für seine Cocktails.
Wie man im Laufe des Buches erfährt, ist Meier nicht nur leidenschaftlicher Cocktailmixer, sondern er spielt auch in anderen Bereichen eine wichtige Rolle. Er hat feine Antennen in alle Richtungen, lotet Dinge aus, zieht Schlüsse, ist auf der Hut, leitet vieles in die Wege.
Der Autor streut auch die Gedanken Meiers im Verlauf des Buches immer wieder ein, das hat mir persönlich sehr gut gefallen beim Lesen. Dazu passen die Tagebucheinträge Meiers, die Einblick in seine Herkunft und Geschichte geben.
Alles in allem ein gelungener historischer Roman, spannend bis zum Schluss. Gut beschrieben hat der Autor die extremen Gegensätze: Meier, der im Ritz die nobelsten Cocktails für die Reichen mixt und anderseits in Paris dem allgegenwärtigen Elend gegenübersteht. Ein besonderer Aha-Moment war für mich, welch zentrale und wichtige Rolle ein Barmann für ein Hotel spielen kann. Mit der Beschreibung Frank Meiers ist das dem Autor absolut gelungen. Klare Lese-Empfehlung für alle Fans von historischen Romanen.
von F.H. - 2025-08-14 11:10:00

Der Barmann in Mitten des Krieges - 5 Sterne

Der Barmann in Mitten des Krieges

Dieses Buch hat mich tief bewegt. „Der Barmann des Ritz“ erzählt die Geschichte von einem Mann, der eigentlich „nur“ ein Barmann ist – aber was für einer! Er arbeitet im berühmten Hotel Ritz in Paris, mitten im Zweiten Weltkrieg. Zwischen Champagner, Flüstern und Angst erlebt er Dinge, die man sich kaum vorstellen kann.
Man spürt beim Lesen, wie schwer die damalige Zeit war – aber auch, wie mutig manche Menschen sein können, ohne dass sie laut darüber reden. Der Barmann hört zu, beobachtet, schweigt – und hilft still, wo er kann.
Mich hat dieses Buch sehr berührt. Es erinnert uns daran, wie wichtig Menschlichkeit ist – gerade in dunklen Zeiten. Und vor allem auch, dass wir in der heutigen Zeit einmal über vieles Nachdenken sollten - damit es nie wieder dazu kommen wird.
Von mir gibt es eine Empfehlung - ein leises, aber kraftvolles Buch aus Kriegszeiten.
von qq - 2025-08-11 16:23:00

Ein Leben, bunt wie Cocktails - 3 Sterne

Mir sagte der Name vor dem Lesen zwar nichts (was nichts heißen soll), doch Frank Meier muss ein berühmter und beliebter Barmann gewesen sein. Über Amerika und nach den Schützengräben des Ersten Weltkrieges tritt er mit 37 Jahren das erste Mal über die Schwelle des Pariser Hotels Ritz.
Der Junge aus kleinsten osteuropäisch-jüdischen Verhältnissen hat die Angst längst kennengelernt, und sie begleitet ihn auch noch durch die Zeit des Zweiten Weltkrieges, als er immer noch die Seele der Ritz Bar ist. Immer wieder muss Meier in seinem Leben neu anfangen, versuchen zu überleben, und gerade während der deutschen Besatzung in Paris vollführt er einen Drahtseilakt nach dem anderen. Er wird unfreiwillig Zeuge von Gesprächen, die nicht für seine Ohren bestimmt sind – und er ist Jude. Gleichzeitig kommt neben den NS-Granden viel interessante Prominenz an seine Bar.
Zahlreiche Fotos am Ende des Buches illustrieren das Erzählte. Philippe Collin vermischt in seinem Werk geschickt Fiktion mit Wahrheit, sobald authentisches Erzählen nicht möglich ist. So serviert er dem Leser immer wieder „Tagebuchausschnitte“ von Frank Meier, die viele Situationen erhellen und erklären und die durchaus der Wahrheit entsprechen könnten.
Das stimmt aber so nicht, denn das sind sie keineswegs. Ein Tagebuch ist ein fortlaufend ergänztes Journal. Diese Teile des Romans sind zwar in der Ich-Form gehalten, sie sind jedoch reine Rückblicke in Meiers Anfänge, in sein früheres Leben. Hier hätte ich mir mehr Sorgfalt gewünscht, aber vielleicht liegt es an der Übersetzung.
Mich jedenfalls hat fasziniert, was für ein vielseitiges Leben Philippe Collin aus den Buchseiten erstehen lässt. Der Roman ist von Beginn an sehr spannend, farbig und prickelnd, wie die Cocktails es wohl gewesen sein müssen, welche der berühmte Barmann kreiert hat.
von Emmmbeee - 2025-08-06 11:01:00

Im besetzten Paris - 5 Sterne

Ich habe bereits einiges über die Zeit des besetzten Paris gelesen, vor allem standen Kunstwerke und Künstler dabei jedoch im Vordergrund, sowohl bei den fiktionalen wie den non-fiktionalen Büchern. Das Ritz als Institution ist mir auch ein Begriff, allerdings hatte ich noch nichts über seine Bedeutung während der Besatzungszeit in Paris gelesen.
Dieses Buch ist meiner Meinung nach eine gelungene Roman-Biographie, die geschickt die Lücken füllt, zu denen es keine Quellen gibt und für mich war es ein Anlass, mich nach weiterer Literatur zu dem Thema umzuschauen.
Im Mittelpunkt steht - wie der Titel es bereits verrät - der Barmann. Was allerdings kaum jemand weiß, Frank Meier ist Jude und er spielt eine Rolle, offen unter den Blicken des nationalsozialistischen Publikums.
Neben dem Romanhaften haben mir vor allem die Einblicke in das besetzte Frankreich, die Rolle von Pétain und dem Vichy-Regime und der Alltag gut gefallen. Frank Meier ist eine interessante Persönlichkeit, mit guten und schlechten Angewohnheiten, er ist nicht immer ein schillernder Held, der alles wagt und gerade diese Darstellung macht ihn authentisch.
von lectrice - 2025-08-05 17:46:00

Frank Meier - 2 Sterne

In Philipp Collins Roman "Der Barmann des Ritz" werden wir in die glamouröse, zugleich beklemmende Welt des Pariser Ritz während der deutschen Besatzung entführt.
Der Autor erzählt die Geschichte des Barkeepers Frank Meier, einer realen historischen Figur.
Die Bar des Ritz wird zu einem Treffpunkt von Nazis, der Elite und jenen , die mit dem Feind zusammen arbeiten. Für alle mixt der Barmann routiniert die Getränke. Er ist wegen seiner Verschwiegenheit hoch angesehen. Keiner ahnt von seinem großen Geheimnis. Er ist Jude. Es ist die Beziehung zu seinem Lehrling Luciano und zu der Frau, die er heimlich liebt und die Hilfe, die er ihnen zukommen lässt, die ihn zum Helden macht.
Ungeachtet des sehr interessanten historischen Stoffes, fand ich den Schreibstil des Autors zu unzugänglich. Trotz der eingefügten Tagebucheinträge blieb mir Meier fremd.
Das Buch hat meine Erwartungen nicht erfüllt.

von peppi - 2025-08-03 19:12:00