Rezensionen
Es ist hell und draußen dreht sich die Welt
Roman | Über die explosive Kraft zweier Frauen, die sich verbünden
Autor: Dita Zipfel
Erschienen 2026 bei Insel Verlag
ISBN 978-3-458-64612-9
Pärchenurlaub - 3 Sterne
Felix und Eva, Matze und Linn verleben einen gemeinsamen Urlaub in einem Ferienhaus in Südfrankreich. Felix hat seinen besten Freund Matze mit Linn hierzu eingeladen. Die Lebensdituationen beider Paare können gegensätzlicher nicht sein: Felix ist im Gegensatz zu Matze gut situiert und gewohnt, alles zu bekommen was er möchte.
Eva ist zweifache Mutter und in Linns Augen in jeder Hinsicht perfekt. Linn selbst versucht seit Jahren verzweifelt schwanger zu werden und hat das Gefühl in allem nicht gut genug zu sein. Vielleicht deshalb schießt sie mit mehreren Aktionen über das Ziel hinaus.
Das Thema Pärchenurlaub fand ich interessant und auch der Anfang des Buches versprach eine unterhaltsame Lektüre zu werden. Aber leider wurde die Geschichte zum Ende hin immer unglaubwürdiger. Auch war der Schreibstil sehr gewöhnungsdürftig, da nicht immer sofort erkennbar war, aus wessen Sicht gerade erzählt wird und ob es in der Vergangenheit oder in der Gegenwart spielt.
von Ulgu1978 - 2026-04-08 20:54:00
Mutterrolle - 4 Sterne
Die Covergestaltung dieses Romans hat mich neugierig gemacht, da sie recht auffällig ist, sowohl was die Abbildung als auch, was den Titel angeht. Nun, nach dem Lesen, weiß ich auch, dass es eine Verbindung zwischen dem Inhalt und dem gelben Vogel gibt.
Im Mittelpunkt des Roman, der ein bisschen wie ein Kammerspiel gestaltet ist, stehen zwei Paare. Matze und Felix sind Jugendfreunde. Felix hat es zu recht viel Geld gebracht und ist mit der einige Jahre jüngeren gut aussehenden Eva verheiratet, mit der er einen vierjährigen Sohn und ein weiteres Kind im Säuglingsalter hat. Er hat Matze und seine Freundin Linn zu einem Urlaub in einem teuren Ferienhaus in Südfrankreich eingeladen. Matze und Linn wünschen sich ein Kind und stecken gerade in einer Kinderwunschbehandlung. Im gemeinsamen Urlaub offenbaren sich insbesondere den beiden Frauen mehr und mehr Dinge, die sie sie von der jeweils anderen nicht erwartet hätten.
Ich fand das Setting des Romans mit den beiden Paaren im teuren Ferienhaus und dem unerfüllten Kinderwunsch auf der einen und der vermeintlich "glücklichen Familie" auf der anderen Seite sehr interessant. Zunächst hat mir auch sehr gut gefallen, wie sich nach und nach alles entwickelt hat. Gegen Ende wurde mir das, was passiert ist, aber teils zu abstrus und der Ausgang hat mich dann auch eher ratlos zurückgelassen. Hier wäre etwas weniger, gerade bei einem doch recht ernsten Thema, wie ungewollter Kinderlosigkeit, mehr gewesen. Zudem blieben für mich auch ein paar Leerstellen zu viel, was die Vorgeschichte mancher Personen angeht. Gut gefallen hat mir jedoch der moderne und anschauliche Schreibstil mit vielen passenden sprachlichen Bildern, sodass ich mich gut in die Situationen hineinversetzen konnte.
Im Mittelpunkt des Roman, der ein bisschen wie ein Kammerspiel gestaltet ist, stehen zwei Paare. Matze und Felix sind Jugendfreunde. Felix hat es zu recht viel Geld gebracht und ist mit der einige Jahre jüngeren gut aussehenden Eva verheiratet, mit der er einen vierjährigen Sohn und ein weiteres Kind im Säuglingsalter hat. Er hat Matze und seine Freundin Linn zu einem Urlaub in einem teuren Ferienhaus in Südfrankreich eingeladen. Matze und Linn wünschen sich ein Kind und stecken gerade in einer Kinderwunschbehandlung. Im gemeinsamen Urlaub offenbaren sich insbesondere den beiden Frauen mehr und mehr Dinge, die sie sie von der jeweils anderen nicht erwartet hätten.
Ich fand das Setting des Romans mit den beiden Paaren im teuren Ferienhaus und dem unerfüllten Kinderwunsch auf der einen und der vermeintlich "glücklichen Familie" auf der anderen Seite sehr interessant. Zunächst hat mir auch sehr gut gefallen, wie sich nach und nach alles entwickelt hat. Gegen Ende wurde mir das, was passiert ist, aber teils zu abstrus und der Ausgang hat mich dann auch eher ratlos zurückgelassen. Hier wäre etwas weniger, gerade bei einem doch recht ernsten Thema, wie ungewollter Kinderlosigkeit, mehr gewesen. Zudem blieben für mich auch ein paar Leerstellen zu viel, was die Vorgeschichte mancher Personen angeht. Gut gefallen hat mir jedoch der moderne und anschauliche Schreibstil mit vielen passenden sprachlichen Bildern, sodass ich mich gut in die Situationen hineinversetzen konnte.
von Island - 2026-03-16 22:01:00
Fehlende Tiefe und große Absurdität - 2 Sterne
In Dita Zipfels Roman "Es ist hell und draußen dreht sich die Welt" geht es um die beiden Paare Linn und Matze sowie Eva und Felix, die einige Tage zusammen Urlaub in Südfrankreich machen.
Während Linn und Matze seit Jahren versuchen Eltern zu werden, haben Eva und Felix bereits zwei Kinder. Und auch sonst scheint das Leben der beiden perfekt. Und so ist es natürlich für den Selfmademan Felix auch nichts Großes Linn und Matze in den Urlaub einzuladen.
Was anfangs perfekt scheint, fängt jedoch nach und nach an zu bröckeln. In Evas und Felix' Leben ist nicht alles perfekt und auch Linn fängt an ihre Lebensplanung zu überdenken.
Die Prämisse des Buches hat mir richtig gut gefallen. Anfangs hatte die Geschichte noch Stärken und Denkanstöße, doch mit jedem folgenden Kapitel kam mehr Absurdität dazu und viele Handlungsweisen erschienen mir unglaubwürdig. Einige der Charaktere waren sehr unsympathisch, was nicht unbedingt ein Problem für mich war, doch auch die "tiefe Verbindung" zwischen Eva und Linn habe ich nicht gespürt. Ich hätte mir viel mehr Tiefe und auch mehr Einblick in die Gedanken der einzelnen Charaktere gewünscht. Schade, denn die Geschichte hätte wirklich Potenzial gehabt.
Daher kann ich nur 1,5 Sterne vergeben.
Während Linn und Matze seit Jahren versuchen Eltern zu werden, haben Eva und Felix bereits zwei Kinder. Und auch sonst scheint das Leben der beiden perfekt. Und so ist es natürlich für den Selfmademan Felix auch nichts Großes Linn und Matze in den Urlaub einzuladen.
Was anfangs perfekt scheint, fängt jedoch nach und nach an zu bröckeln. In Evas und Felix' Leben ist nicht alles perfekt und auch Linn fängt an ihre Lebensplanung zu überdenken.
Die Prämisse des Buches hat mir richtig gut gefallen. Anfangs hatte die Geschichte noch Stärken und Denkanstöße, doch mit jedem folgenden Kapitel kam mehr Absurdität dazu und viele Handlungsweisen erschienen mir unglaubwürdig. Einige der Charaktere waren sehr unsympathisch, was nicht unbedingt ein Problem für mich war, doch auch die "tiefe Verbindung" zwischen Eva und Linn habe ich nicht gespürt. Ich hätte mir viel mehr Tiefe und auch mehr Einblick in die Gedanken der einzelnen Charaktere gewünscht. Schade, denn die Geschichte hätte wirklich Potenzial gehabt.
Daher kann ich nur 1,5 Sterne vergeben.
von rosetheline - 2026-03-01 16:01:00
Kraftvoll und politisch, für mich aber doch zu abstrakt und surreal - 3 Sterne
Ich bin wirklich ambivalent in meiner Bewertung dieses Romans. Er hat seine kraftvollen Momente, in denen zwischen den Zeilen ganz viel Sprengkraft steckt. Aber er war mir auch zu abstrakt und losgelöst von real Greifbarem. Meine Erwartungen einer sich entwickelnden Beziehungsgeschichte mit viel Einblick in das Innenleben der Figuren konnten aber auf jeden Fall so nicht erfüllt werden.
Den Auftakt fand ich richtig gut und dieser Eindruck hielt auch im ersten Drittel an. Die Perspektiven wechseln recht schnell und ohne eindeutige Kennzeichnung, das muss mensch natürlich mögen. Später teilen sich die beiden Frauen übrigens immer mal eine Perspektive - was bei den Männern nicht passiert und ein gutes Beispiel für die komplexe Bildsprache ist.
Dann zerfaserte die Erzählung aber zunehmend und ich konnte immer weniger einordnen, wo die Geschichte sich hinentwickelt. Ich mag figurengetriebene Literatur einfach deutlich lieber und gerade bei diesem sehr spannenden Thema habe ich das etwas vermisst. Die Gegenüberstellung einer scheinbar perfekten Zweifachmutter und der unfreiwillig kinderlosen Frau ist nicht neu. Aber ich mochte Dita Zipfels Sezierung unseres Blickes auf andere Frauen sehr gern. Sie wirft auf eine besondere Art eigene Narrative über den Haufen.
Auch toll war die Kontrastierung weiblicher und männlicher Solidarität. Wir realisieren über die Frauenfiguren, dass ihre beiden Partner eigentlich vor allem auf ihre Körper und seine vermeintliche Reproduktionsfähigkeit aus sind. Das war wirklich stark herausgestellt! Und während Eva und Linn einander stützen, ohne das gleichzeitig zu romantisieren, zeigt sich die männliche Gemeinschaft von Matze und Felix vor allem über deren Beziehungshierarchie. Matze verfällt dem reichen Felix, der scheinbar mühelos durchs Leben kommt, immer mehr - wider besseren Wissens. Sicherlich etwas überzeichnet, fand ich diese Männerdynamik doch stark geschrieben.
Wofür es von mir etliche Abzüge gibt, ist der Umgang mit Tieren in diesem Buch. Ob die detaillierte Bezeichnung toter Tierkörper, die regelmäßig verspeist werden oder diese Tierquälerei des Kanarienvogels, der das Cover voller falscher Versprechen schmückt - ich fand es völlig unangemessen. Ich konnte das auch nicht als Kritik an der Realitätsferne reicher Menschen lesen, denn Linn hätte als Figur ein konsistent kritischer Gegenpol sein können, verliert sich dann an der Stelle aber irgendwie. Für mich ist das einfach unreflektiert und wenig zeitgemäß.
Handlungstechnisch wurde es mir im letzten Drittel dann auch echt zu wild. Für meinen Geschmack ist die Autorin hier zu sehr in verschiedene Richtungen ausgebrochen, es wurde mir gleichzeitig zu ungenau und übertrieben wild. Damit es zu einem guten Buch für meinen Geschmack wird, hätte es emotional nähere und vielschichtigere Figuren gebraucht, mehr nachvollziehbare Beziehungsdynamik und weniger skurrile Nebenstränge. Der Epilog hinterlässt mich auch eher ratlos und unbefriedigt.
Vielleicht eher eine Empfehlung für Menschen mit Freude an surrealen Elementen und einer etwas wilden Handlungsdynamik. Für mich maximal ein okayes Erlebnis.
Den Auftakt fand ich richtig gut und dieser Eindruck hielt auch im ersten Drittel an. Die Perspektiven wechseln recht schnell und ohne eindeutige Kennzeichnung, das muss mensch natürlich mögen. Später teilen sich die beiden Frauen übrigens immer mal eine Perspektive - was bei den Männern nicht passiert und ein gutes Beispiel für die komplexe Bildsprache ist.
Dann zerfaserte die Erzählung aber zunehmend und ich konnte immer weniger einordnen, wo die Geschichte sich hinentwickelt. Ich mag figurengetriebene Literatur einfach deutlich lieber und gerade bei diesem sehr spannenden Thema habe ich das etwas vermisst. Die Gegenüberstellung einer scheinbar perfekten Zweifachmutter und der unfreiwillig kinderlosen Frau ist nicht neu. Aber ich mochte Dita Zipfels Sezierung unseres Blickes auf andere Frauen sehr gern. Sie wirft auf eine besondere Art eigene Narrative über den Haufen.
Auch toll war die Kontrastierung weiblicher und männlicher Solidarität. Wir realisieren über die Frauenfiguren, dass ihre beiden Partner eigentlich vor allem auf ihre Körper und seine vermeintliche Reproduktionsfähigkeit aus sind. Das war wirklich stark herausgestellt! Und während Eva und Linn einander stützen, ohne das gleichzeitig zu romantisieren, zeigt sich die männliche Gemeinschaft von Matze und Felix vor allem über deren Beziehungshierarchie. Matze verfällt dem reichen Felix, der scheinbar mühelos durchs Leben kommt, immer mehr - wider besseren Wissens. Sicherlich etwas überzeichnet, fand ich diese Männerdynamik doch stark geschrieben.
Wofür es von mir etliche Abzüge gibt, ist der Umgang mit Tieren in diesem Buch. Ob die detaillierte Bezeichnung toter Tierkörper, die regelmäßig verspeist werden oder diese Tierquälerei des Kanarienvogels, der das Cover voller falscher Versprechen schmückt - ich fand es völlig unangemessen. Ich konnte das auch nicht als Kritik an der Realitätsferne reicher Menschen lesen, denn Linn hätte als Figur ein konsistent kritischer Gegenpol sein können, verliert sich dann an der Stelle aber irgendwie. Für mich ist das einfach unreflektiert und wenig zeitgemäß.
Handlungstechnisch wurde es mir im letzten Drittel dann auch echt zu wild. Für meinen Geschmack ist die Autorin hier zu sehr in verschiedene Richtungen ausgebrochen, es wurde mir gleichzeitig zu ungenau und übertrieben wild. Damit es zu einem guten Buch für meinen Geschmack wird, hätte es emotional nähere und vielschichtigere Figuren gebraucht, mehr nachvollziehbare Beziehungsdynamik und weniger skurrile Nebenstränge. Der Epilog hinterlässt mich auch eher ratlos und unbefriedigt.
Vielleicht eher eine Empfehlung für Menschen mit Freude an surrealen Elementen und einer etwas wilden Handlungsdynamik. Für mich maximal ein okayes Erlebnis.
von nessabo - 2026-02-23 19:45:00
Zwischen Mutterschaft und Kinderwunsch - 4 Sterne
Wow, was für eine rasante Geschichte. Mein Fazit vorweg: Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen.
Ein Urlaub, zwei Paare und vier völlig unterschiedliche Charaktere - das ist von Beginn an perfekter Stoff für eine explosive Handlung. Da sind Eva und Felix: Er ist erfolgreich, wohlhabend und selbstbewusst, sie jung, schön und fruchtbar. Dem gegenüber stehen Linn und Matze: Er ist freundlich, angepasst und Felix' bester Freund, sie unangepasst und unfruchtbar.
Linn steckt mitten in einer Kinderwunschbehandlung, und ich fand es großartig - und wichtig -, so eindrücklich zu erleben, wie belastend und fordernd dieser Prozess für Körper und Seele sein kann.
Während des gemeinsamen Urlaubs wird Linn ständig mit der jungen Zweifachmutter Eva konfrontiert und ist zugleich fasziniert von ihr. Als Evas perfekte Fassade zu bröckeln beginnt und eine überforderte junge Frau zum Vorschein kommt, die alles andere als makellos ist, entwickelt sich zwischen den beiden eine besondere Verbundenheit. Die Männer hingegen nehmen von den emotionalen Spannungen zwischen den Frauen kaum etwas wahr. Sie sind seit jeher beste Freunde, und jeder kennt seinen festen Platz in dieser Beziehung: Felix gibt den Ton an, Matze folgt. In einem Rückblick erfahren wir, dass sich dieses Machtgefüge einst einmal verschoben hatte - ein Aspekt, den ich sehr spannend fand. Insgesamt stehen die beiden Männer jedoch weniger im Mittelpunkt der Geschichte.
Der Roman lebt vor allem von Eva und Linn. Ich mochte beide Figuren sehr und hatte beim Lesen mehr als einmal einen Kloß im Hals. Die Themen Mutterschaft, gewollte und ungewollte Schwangerschaft sowie das Spannungsfeld zwischen "zu viel" und "zu wenig" Muttersein stehen im Zentrum - ungeschönte, ehrliche und berührend erzählt. Das hat mir ausgesprochen gut gefallen.
'Es ist hell und draußen dreht sich die Welt' von Dita Zipfel hat mich wirklich überzeugt. Erwähnen möchte ich auch die Reinigungskraft der Anlage: An ihr zeigt sich eindrucksvoll der Unterschied zwischen bloßem Sich-wichtig-Machen und echter Macht - eine sehr gelungene Idee.
Mein einziger Kritikpunkt betrifft das Ende. Dort geschieht etwas, das ich bis heute nicht ganz einordnen kann; der Zusammenhang zur restlichen Geschichte blieb mir unklar. Trotzdem war der Roman zuvor so stark, dass ich ihn uneingeschränkt empfehlen möchte. Greift zu - es ist ein wirklich lesenswertes Buch.
Ein Urlaub, zwei Paare und vier völlig unterschiedliche Charaktere - das ist von Beginn an perfekter Stoff für eine explosive Handlung. Da sind Eva und Felix: Er ist erfolgreich, wohlhabend und selbstbewusst, sie jung, schön und fruchtbar. Dem gegenüber stehen Linn und Matze: Er ist freundlich, angepasst und Felix' bester Freund, sie unangepasst und unfruchtbar.
Linn steckt mitten in einer Kinderwunschbehandlung, und ich fand es großartig - und wichtig -, so eindrücklich zu erleben, wie belastend und fordernd dieser Prozess für Körper und Seele sein kann.
Während des gemeinsamen Urlaubs wird Linn ständig mit der jungen Zweifachmutter Eva konfrontiert und ist zugleich fasziniert von ihr. Als Evas perfekte Fassade zu bröckeln beginnt und eine überforderte junge Frau zum Vorschein kommt, die alles andere als makellos ist, entwickelt sich zwischen den beiden eine besondere Verbundenheit. Die Männer hingegen nehmen von den emotionalen Spannungen zwischen den Frauen kaum etwas wahr. Sie sind seit jeher beste Freunde, und jeder kennt seinen festen Platz in dieser Beziehung: Felix gibt den Ton an, Matze folgt. In einem Rückblick erfahren wir, dass sich dieses Machtgefüge einst einmal verschoben hatte - ein Aspekt, den ich sehr spannend fand. Insgesamt stehen die beiden Männer jedoch weniger im Mittelpunkt der Geschichte.
Der Roman lebt vor allem von Eva und Linn. Ich mochte beide Figuren sehr und hatte beim Lesen mehr als einmal einen Kloß im Hals. Die Themen Mutterschaft, gewollte und ungewollte Schwangerschaft sowie das Spannungsfeld zwischen "zu viel" und "zu wenig" Muttersein stehen im Zentrum - ungeschönte, ehrliche und berührend erzählt. Das hat mir ausgesprochen gut gefallen.
'Es ist hell und draußen dreht sich die Welt' von Dita Zipfel hat mich wirklich überzeugt. Erwähnen möchte ich auch die Reinigungskraft der Anlage: An ihr zeigt sich eindrucksvoll der Unterschied zwischen bloßem Sich-wichtig-Machen und echter Macht - eine sehr gelungene Idee.
Mein einziger Kritikpunkt betrifft das Ende. Dort geschieht etwas, das ich bis heute nicht ganz einordnen kann; der Zusammenhang zur restlichen Geschichte blieb mir unklar. Trotzdem war der Roman zuvor so stark, dass ich ihn uneingeschränkt empfehlen möchte. Greift zu - es ist ein wirklich lesenswertes Buch.
von Karina - 2026-02-19 18:34:00
Ein Nashorn am Strand - 2 Sterne
Es ist hell und draußen dreht sich die Welt, Roman von Dita Zipfel, 219 Seiten, Insel-Verlag.
Starker Anfang driftet ins Skurrile ab.
Zwei Paare machen gemeinsam Urlaub in einem noblen Ferienhaus in Südfrankreich. Felix und Eva mit ihren beiden Kindern und Linn und Matze, die ungewollt kinderlos sind. Während Felix viel Geld besitzt und dies auf protzige Art und Weise zur Schau stellt, sind Matze und Linn großzügigerweise für ein paar Tage eingeladen worden. Matze macht die gönnerhafte Art von Felix wenig aus, er ist es schon seit Schulzeiten gewöhnt in seinem Schatten zu stehen. Doch Linn hat ihre Probleme damit, Auch Eva die mit Kindersegen geradezu überschüttet wird, kann Linn nur neidisch begegnen, denn sie befindet sich in einer wenig erfolgreichen Kinderwunschbehandlung. Dennoch nähern sich die beiden Frauen immer mehr an, bis der Urlaub zu einem Desaster zu werden beginnt.
Die einzelnen Kapitel sind in idealer Leselänge, einige davon sind mit Wochentagen betitelt. Der Schreibstil war schwierig zu lesen. Kurze abgehackte Sätze, umgangssprachliche Ausdrücke, und die Art wie Felix mit Linn spricht: „Hey Alter, …“ haben mich völlig irritiert, Phrasen in Englisch und Französisch sind nicht übersetzt. In einem Chat, tauchen viele med. Fachbegriffe und Abkürzungen auf, die nicht näher erklärt werden. Die Handlung wird jeweils aus der Sicht der beiden Frauen erzählt. Der Perspektivenwechsel war sehr abrupt und hat mich immer wieder irritiert.
Am Anfang hat mich die Story amüsiert bzw. fand ich sie unterhaltsam. Sehr spannend fand ich die Beziehung zwischen den beiden Frauen, die sich gegenseitig bewunderten und keine der beiden dies ahnt. Ganz viele Emotionen, die Gefühle einer Mutter bzw. einer Frau die Probleme hat Mutter zu werden, haben mich tief berührt. Mir hat gefallen, dass sich die beiden immer mehr angenähert haben, von einer Freundschaft jedoch noch weit entfernt, deshalb kann ich das Angebot, welches Eva macht in keiner Weise nachvollziehen. Linn ist eine schwierige Person, sie handelt immer wieder auf eine seltsame nicht nachvollziehbare Art, schießt in ihren Handlungen und Reaktionen über das Ziel hinaus. Die unangenehmste Figur jedoch war Felix, dieser dekadente Selfmademan, der gern den „Big Spender“ gibt, sein Leitmotiv: „Geht nicht – gibt’s nicht, hat mich genervt, besonders wenn er mit Geldbündeln wedelt. Ein reicher Angeber der mit seinem Lebensstil die Welt in den Abgrund stürzt, ob seines riesigen CO2 -Abdrucks, den er hinterlässt und versucht sein Gewissen mit Greenwashing zu beruhigen. Matze war meine Lieblingsfigur, ruhig und besonnen, zu Linn und ganz oft auch zu Felix. Die Figuren sind extrem charakterisiert, direkt schon überzeichnet.
Ab dem Punkt als das Nashorn auftritt, driftet die Geschichte ins Unglaubliche ab, das offene Ende und weder die Handlung noch die Sprache konnten mich zufriedenstellen. Von mir leider nur 2 Sterne.
Starker Anfang driftet ins Skurrile ab.
Zwei Paare machen gemeinsam Urlaub in einem noblen Ferienhaus in Südfrankreich. Felix und Eva mit ihren beiden Kindern und Linn und Matze, die ungewollt kinderlos sind. Während Felix viel Geld besitzt und dies auf protzige Art und Weise zur Schau stellt, sind Matze und Linn großzügigerweise für ein paar Tage eingeladen worden. Matze macht die gönnerhafte Art von Felix wenig aus, er ist es schon seit Schulzeiten gewöhnt in seinem Schatten zu stehen. Doch Linn hat ihre Probleme damit, Auch Eva die mit Kindersegen geradezu überschüttet wird, kann Linn nur neidisch begegnen, denn sie befindet sich in einer wenig erfolgreichen Kinderwunschbehandlung. Dennoch nähern sich die beiden Frauen immer mehr an, bis der Urlaub zu einem Desaster zu werden beginnt.
Die einzelnen Kapitel sind in idealer Leselänge, einige davon sind mit Wochentagen betitelt. Der Schreibstil war schwierig zu lesen. Kurze abgehackte Sätze, umgangssprachliche Ausdrücke, und die Art wie Felix mit Linn spricht: „Hey Alter, …“ haben mich völlig irritiert, Phrasen in Englisch und Französisch sind nicht übersetzt. In einem Chat, tauchen viele med. Fachbegriffe und Abkürzungen auf, die nicht näher erklärt werden. Die Handlung wird jeweils aus der Sicht der beiden Frauen erzählt. Der Perspektivenwechsel war sehr abrupt und hat mich immer wieder irritiert.
Am Anfang hat mich die Story amüsiert bzw. fand ich sie unterhaltsam. Sehr spannend fand ich die Beziehung zwischen den beiden Frauen, die sich gegenseitig bewunderten und keine der beiden dies ahnt. Ganz viele Emotionen, die Gefühle einer Mutter bzw. einer Frau die Probleme hat Mutter zu werden, haben mich tief berührt. Mir hat gefallen, dass sich die beiden immer mehr angenähert haben, von einer Freundschaft jedoch noch weit entfernt, deshalb kann ich das Angebot, welches Eva macht in keiner Weise nachvollziehen. Linn ist eine schwierige Person, sie handelt immer wieder auf eine seltsame nicht nachvollziehbare Art, schießt in ihren Handlungen und Reaktionen über das Ziel hinaus. Die unangenehmste Figur jedoch war Felix, dieser dekadente Selfmademan, der gern den „Big Spender“ gibt, sein Leitmotiv: „Geht nicht – gibt’s nicht, hat mich genervt, besonders wenn er mit Geldbündeln wedelt. Ein reicher Angeber der mit seinem Lebensstil die Welt in den Abgrund stürzt, ob seines riesigen CO2 -Abdrucks, den er hinterlässt und versucht sein Gewissen mit Greenwashing zu beruhigen. Matze war meine Lieblingsfigur, ruhig und besonnen, zu Linn und ganz oft auch zu Felix. Die Figuren sind extrem charakterisiert, direkt schon überzeichnet.
Ab dem Punkt als das Nashorn auftritt, driftet die Geschichte ins Unglaubliche ab, das offene Ende und weder die Handlung noch die Sprache konnten mich zufriedenstellen. Von mir leider nur 2 Sterne.
von Ele - 2026-02-10 15:15:00
gute Idee, schwächere Umsetzung - 3 Sterne
Der Anfang des Romans hat mir gut gefallen. Zwei Paare verbringen gemeinsam mit den beiden Kindern des einen Paares den Urlaub in einem Ferienhaus am Meer, das von dem sehr wohlhabenden Paar komplett finanziert wird. Die Ausgangssituation ist interessant, vor allem die spürbaren Spannungen zwischen den beiden Frauen. Sie mögen sich nicht besonders, beobachten einander kritisch, und diese unterschwellige Ablehnung sorgt zunächst für eine interessante, fast beklemmende Stimmung.
Mit fortschreitender Handlung wurde das Buch für mich jedoch zunehmend merkwürdig. Die Figuren verhalten sich immer seltsamer und wirken dabei zunehmend unsympathisch.
Die Dialoge und Handlungen sind oft so bizarr, dass mir das Lesen immer weniger Spaß machte. Auch kleine Details verstärkten dieses Gefühl der Distanz ,zum Beispiel, wie das Baby von allen Erwachsenen durchgehend genannt wird, das ist einfach nur sonderbar, das macht kein normaler Mensch.
Irgendwann kippt die Geschichte dann völlig ins Absurde. Ohne zu viel vorwegzunehmen: Die Sache mit dem Nashorn habe ich überhaupt nicht verstanden und sie wirkte auf mich eher befremdlich als bedeutungsvoll.
Das Ende schließlich empfand ich als ebenso seltsam wie unglaubwürdig. Viele Fragen bleiben offen, ohne dass sich für mich ein schlüssiger Gesamteindruck ergibt.
Das ist schade, denn der Schreibstil ist durchaus interessant, und auch die angesprochenen Themen hätten viel Potenzial gehabt. Insgesamt konnte mich das Buch jedoch nicht überzeugen.
Mit fortschreitender Handlung wurde das Buch für mich jedoch zunehmend merkwürdig. Die Figuren verhalten sich immer seltsamer und wirken dabei zunehmend unsympathisch.
Die Dialoge und Handlungen sind oft so bizarr, dass mir das Lesen immer weniger Spaß machte. Auch kleine Details verstärkten dieses Gefühl der Distanz ,zum Beispiel, wie das Baby von allen Erwachsenen durchgehend genannt wird, das ist einfach nur sonderbar, das macht kein normaler Mensch.
Irgendwann kippt die Geschichte dann völlig ins Absurde. Ohne zu viel vorwegzunehmen: Die Sache mit dem Nashorn habe ich überhaupt nicht verstanden und sie wirkte auf mich eher befremdlich als bedeutungsvoll.
Das Ende schließlich empfand ich als ebenso seltsam wie unglaubwürdig. Viele Fragen bleiben offen, ohne dass sich für mich ein schlüssiger Gesamteindruck ergibt.
Das ist schade, denn der Schreibstil ist durchaus interessant, und auch die angesprochenen Themen hätten viel Potenzial gehabt. Insgesamt konnte mich das Buch jedoch nicht überzeugen.
von PeLi - 2026-02-01 14:07:00
Wenn das Leben andere Pläne hat - 2 Sterne
Das Buch ist eine nachdenkliche Geschichte über zwei Frauen, deren Leben sich um das Thema Mutterschaft, Erwartungen und innere Konflikte dreht. Da ist Linn, die sich ein Kind wünscht, jedoch trotz verschiedener Bemühungen nicht schwanger wird. Auf der anderen Seite Eva, die mit 2 Kindern die perfekte Mutter zu sein scheint. Ihre Männer sind seit Kindertagen befreundet und beschließen, gemeinsam Urlaub zu machen. Während dieser Zeit erfährt der Leser einiges über die wirklichen Geschichten der Protagonisten.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen, wodurch man schnell Zugang zur Geschichte findet. Die Handlung ist insgesamt gut nachvollziehbar aufgebaut. Innere Zerrissenheit, Schuldgefühle und Ängste werden glaubwürdig und einfühlsam beschrieben. Die Protagonistinnen sind insgesamt sehr gut ausgearbeitet. Ihre Gedanken und Emotionen wirken authentisch, sodass man ihre Entscheidungen und Reaktionen gut nachvollziehen kann.
Weniger überzeugen konnte mich allerdings das Cover, das auf mich eher unscheinbar wirkt, und das offene Ende. Es lässt einen fragend zurück.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen, wodurch man schnell Zugang zur Geschichte findet. Die Handlung ist insgesamt gut nachvollziehbar aufgebaut. Innere Zerrissenheit, Schuldgefühle und Ängste werden glaubwürdig und einfühlsam beschrieben. Die Protagonistinnen sind insgesamt sehr gut ausgearbeitet. Ihre Gedanken und Emotionen wirken authentisch, sodass man ihre Entscheidungen und Reaktionen gut nachvollziehen kann.
Weniger überzeugen konnte mich allerdings das Cover, das auf mich eher unscheinbar wirkt, und das offene Ende. Es lässt einen fragend zurück.
von uncletom - 2026-02-01 10:21:00
Konfliktreich & authentisch - 5 Sterne
„Es ist hell und draußen dreht sich die Welt“ ist ein Roman über Kinderwunsch und Mutterschaft der Autorin Dita Zipfel.
Linn und Matze wünschen sich ein Kind und befinden sich gerade in einer Kinderwunschbehandlung. Eva und Felix haben bereits zwei Kinder. Doch das ist nicht der einzige Unterschied zwischen den beiden Paaren. Felix und Eva haben Geld und Felix ist auch sehr großzügig. Er hat seinen Freund Matze mit Linn zu einem Urlaub in ein Bungalow direkt am Strand eingeladen. Durch die unterschiedlichen Lebens- und Standesunterschiede entstehen Spannungen. Aber dann entsteht zwischen Eva und Linn eine unerwartete Solidarität.
Der Schreibstil von Dita Zipfel liest sich leicht und er ist lebendig. Ich hatte schnell ein gutes Bild der Protagonisten. Es sind vier sehr unterschiedliche Charaktere, die an vollkommen verschiedenen Punkten ihres Lebens stehen, obwohl sie gerade alle im gleichen Alter und Matze und Felix seit langem befreundet sind.
Wer sich schon einmal mit dem Thema Kinderwunschbehandlung auseinandergesetzt hat, wird merken, dass die Autorin hier gut recherchiert hat. Die einzelnen Schritte, mit ihren teils unangenehmen Begleiterscheinungen, werden gut beschrieben. Auch die physischen und psychischen Veränderungen, die eine Frau durch eine Schwangerschaft durchmacht, werden deutlich.
Ich habe das Buch gerne gelesen und fand die Einblicke in das Leben einer Frau mit Kinderwunsch und das einer jungen Mutter gelungen und realistisch dargestellt.
Das Ende hat mich ein wenig überrascht und ich hätte mir hier noch ein paar Seiten mehr gewünscht.
Linn und Matze wünschen sich ein Kind und befinden sich gerade in einer Kinderwunschbehandlung. Eva und Felix haben bereits zwei Kinder. Doch das ist nicht der einzige Unterschied zwischen den beiden Paaren. Felix und Eva haben Geld und Felix ist auch sehr großzügig. Er hat seinen Freund Matze mit Linn zu einem Urlaub in ein Bungalow direkt am Strand eingeladen. Durch die unterschiedlichen Lebens- und Standesunterschiede entstehen Spannungen. Aber dann entsteht zwischen Eva und Linn eine unerwartete Solidarität.
Der Schreibstil von Dita Zipfel liest sich leicht und er ist lebendig. Ich hatte schnell ein gutes Bild der Protagonisten. Es sind vier sehr unterschiedliche Charaktere, die an vollkommen verschiedenen Punkten ihres Lebens stehen, obwohl sie gerade alle im gleichen Alter und Matze und Felix seit langem befreundet sind.
Wer sich schon einmal mit dem Thema Kinderwunschbehandlung auseinandergesetzt hat, wird merken, dass die Autorin hier gut recherchiert hat. Die einzelnen Schritte, mit ihren teils unangenehmen Begleiterscheinungen, werden gut beschrieben. Auch die physischen und psychischen Veränderungen, die eine Frau durch eine Schwangerschaft durchmacht, werden deutlich.
Ich habe das Buch gerne gelesen und fand die Einblicke in das Leben einer Frau mit Kinderwunsch und das einer jungen Mutter gelungen und realistisch dargestellt.
Das Ende hat mich ein wenig überrascht und ich hätte mir hier noch ein paar Seiten mehr gewünscht.
von Tara - 2026-01-25 17:43:00


