Rezensionen
Das verborgene Genie
Roman | Mit ihrer Entdeckung hat Rosalind Franklin die Welt verändert. Doch drei Männer bekamen dafür den Nobelpreis
Autor: Marie Benedict
Erschienen 2024 bei Kiepenheuer & Witsch
ISBN 978-3-462-00320-8
Vergessene Frau der wegweisenden Forschung - 4 Sterne
Die Anwältin aus Pittsburgh Marie Benedict hat großen Respekt vor starken Frauen der Weltgeschichte und hat schon so einigen ein Denkmal gesetzt mit ihren Romanen, wie Frau Einstein und Lady Churchill. Spannend und unterschiedlich sind diese herausragenden Vorbilder. Nun hat sie sich in ihrem fünften Roman „Das verborgene Genie“ (im Original „Her hidden genius“) Rosalind Franklin vorgenommen.
Rosalind Franklin ist eine DER Frauen, die unsere Gegenwart entschieden beeinflusst hat, denn sie hat die Doppelhelixstruktur der DNA entdeckt. Nur leider waren es dann drei Männer die den Nobelpreis absahnten. Umso besser, dass Marie Benedict ihre Geschichte nun als Roman verpackt deutlich macht und ihr posthum damit ein Stück Ehre wiedergibt. Natürlich ist nicht alles so wie im Roman geschehen, natürlich wissen wir nicht genau wie und warum es zu diesem Fallstrick kam. Aber an vielem wird etwas dran sein was hier verarbeitet wurde, denn Marie Benedict ist ein Autorin die sich ihrer Recherche ausgiebige widmet.
Der Roman ist aus Franklins Ich-Perspektive geschrieben und nimmt uns sehr nah mit wie sie angetrieben ist von ihrer Forschung. So weit, dass sie sich selbst leider gesundheitlich gefährdet. In der zweiten Hälfte geht es um den Wettlauf der Publikation und wer den Ruhm einsackt und hier wurden besonders gut die enttäuschenden Momente und die Tiefpunkte wiedergegeben.
Spannend für alle die sich gerne auch mal mit Chemie, Biologie und Physik interessieren. Auch wer keine Ahnung hat im Detail wird Lesespaß haben, denn gut geschrieben ist es. Genauso wunderbar übersetzt von Kristin Lohmann.
Rosalind Franklin ist eine DER Frauen, die unsere Gegenwart entschieden beeinflusst hat, denn sie hat die Doppelhelixstruktur der DNA entdeckt. Nur leider waren es dann drei Männer die den Nobelpreis absahnten. Umso besser, dass Marie Benedict ihre Geschichte nun als Roman verpackt deutlich macht und ihr posthum damit ein Stück Ehre wiedergibt. Natürlich ist nicht alles so wie im Roman geschehen, natürlich wissen wir nicht genau wie und warum es zu diesem Fallstrick kam. Aber an vielem wird etwas dran sein was hier verarbeitet wurde, denn Marie Benedict ist ein Autorin die sich ihrer Recherche ausgiebige widmet.
Der Roman ist aus Franklins Ich-Perspektive geschrieben und nimmt uns sehr nah mit wie sie angetrieben ist von ihrer Forschung. So weit, dass sie sich selbst leider gesundheitlich gefährdet. In der zweiten Hälfte geht es um den Wettlauf der Publikation und wer den Ruhm einsackt und hier wurden besonders gut die enttäuschenden Momente und die Tiefpunkte wiedergegeben.
Spannend für alle die sich gerne auch mal mit Chemie, Biologie und Physik interessieren. Auch wer keine Ahnung hat im Detail wird Lesespaß haben, denn gut geschrieben ist es. Genauso wunderbar übersetzt von Kristin Lohmann.
von nil_liest - 2024-05-05 18:46:00
ein Buch über ein wahres Vorbild - 5 Sterne
"Das verborgene Genie" ist der fünfte Band in Marie Benedict's Serie "Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte". Marie Benedict schreibt über starke Frauen, die noch wenig bekannt sind, obwohl ihren Arbeit für die Weltgeschichte sehr viel bedeutet hat.
Ich war von Marie Benedicts "Frau Einstein" beeindruckt und Naturwissenschaft begeistert mich immer. Deshalb war ich in "Das verborgene Genie" auch sehr interessiert.
Ich finde das Cover modern und sehr passend zur Thematik gestaltet. Den Schreibstil von Marie Benedict kannte ich schon. Die Autorin hat sehr gut recherchiert und uns so bildhaft erzählt, als wir an dem Geschehen teilnehmen würden. Rosalind Franklin, geboren in einer jüdischen Familie, wollte nicht in den Fußstapfen ihrer Eltern treten, sondern sich selbst beweisen. Sie war eine brillante Forscherin ihrer Zeit, sie hat die Doppelhelixstruktur der DNA entschlüsselt, nur leider wurden dafür drei Männer geehrt. Ich möchte nicht zu viel über Rosalind Franklin verraten, wer aber daran interessiert ist, findet in dem Buch "Das verborgene Genie" mehr als erwartet.
Fazit:
Man bekommt einen sehr guten Einblick in das Leben und die Arbeit von Rosalind Franklin, alles ist sehr detailreich und bildhaft beschrieben und das Setting ist sehr realistisch. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und würde es gerne weiterempfehlen.
Ich war von Marie Benedicts "Frau Einstein" beeindruckt und Naturwissenschaft begeistert mich immer. Deshalb war ich in "Das verborgene Genie" auch sehr interessiert.
Ich finde das Cover modern und sehr passend zur Thematik gestaltet. Den Schreibstil von Marie Benedict kannte ich schon. Die Autorin hat sehr gut recherchiert und uns so bildhaft erzählt, als wir an dem Geschehen teilnehmen würden. Rosalind Franklin, geboren in einer jüdischen Familie, wollte nicht in den Fußstapfen ihrer Eltern treten, sondern sich selbst beweisen. Sie war eine brillante Forscherin ihrer Zeit, sie hat die Doppelhelixstruktur der DNA entschlüsselt, nur leider wurden dafür drei Männer geehrt. Ich möchte nicht zu viel über Rosalind Franklin verraten, wer aber daran interessiert ist, findet in dem Buch "Das verborgene Genie" mehr als erwartet.
Fazit:
Man bekommt einen sehr guten Einblick in das Leben und die Arbeit von Rosalind Franklin, alles ist sehr detailreich und bildhaft beschrieben und das Setting ist sehr realistisch. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und würde es gerne weiterempfehlen.
von nikomiko - 2024-04-14 12:43:00
Diese Frau muss gewürdigt werden - 5 Sterne
Ich habe schon eine Romanbiografie über Rosalind Franklin gelesen und bin froh, dass diese Frau Teil solcher Romanreihen ist. Denn was ihr widerfahren ist, ist wirklich gemein. Denn andere Männer haben für ihre Arbeit den Nobelpreis bekommen.
Ich habe schon mehrere Bände aus der Reihe Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte von Marie Benedict gelesen und war von jeder Geschichte fasziniert. Die Geschichte über Rosalind hat sie ebenfalls sehr spannend erzählt. Von ihrer Zeit in Frankreich, über verschiedene Forschungsstationen in London. Immer wieder muss sie dabei gegen männliche Strukturen ankämpfen, es gibt aber zum Glück auch einige, die sie und vor allem ihre Arbeit schätzen.
Mir hat alles sehr gut gefallen, der Schreibstil ist wie gewohnt gut und der wissenschaftliche Teil wurde meiner Meinung nach gut und verständlich eingeordnet. Von Rosalind lernt man viele Seiten kämpfen, wünscht sich ein glückliches Ende, auch wenn man weiß, dass es das nunmal nicht gibt. Schade ist, dass es kein Nachwort gibt, wo über Fakt und Fiktion aufgeklärt wird.
Ich gebe für dieses Buch gerne fünf Sterne, eine klare Leseempfehlung und freue mich schon auf die nächste Frau, die Benedict aus dem Schatten der Weltgeschichte befreit.
Ich habe schon mehrere Bände aus der Reihe Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte von Marie Benedict gelesen und war von jeder Geschichte fasziniert. Die Geschichte über Rosalind hat sie ebenfalls sehr spannend erzählt. Von ihrer Zeit in Frankreich, über verschiedene Forschungsstationen in London. Immer wieder muss sie dabei gegen männliche Strukturen ankämpfen, es gibt aber zum Glück auch einige, die sie und vor allem ihre Arbeit schätzen.
Mir hat alles sehr gut gefallen, der Schreibstil ist wie gewohnt gut und der wissenschaftliche Teil wurde meiner Meinung nach gut und verständlich eingeordnet. Von Rosalind lernt man viele Seiten kämpfen, wünscht sich ein glückliches Ende, auch wenn man weiß, dass es das nunmal nicht gibt. Schade ist, dass es kein Nachwort gibt, wo über Fakt und Fiktion aufgeklärt wird.
Ich gebe für dieses Buch gerne fünf Sterne, eine klare Leseempfehlung und freue mich schon auf die nächste Frau, die Benedict aus dem Schatten der Weltgeschichte befreit.
von Lealein1906 - 2024-03-16 16:48:00
Rosalind Franklin und die Forschung der DNA - 4 Sterne
Ich hatte im Vorfeld bereits 2 Bücher von Marie Benedict gelesen, die ebenso über 2 wundervolle Frauen (Frau Mileva Maric/Einstein und Hedy Lamarr) der Geschichte handeln.
Genau wie die beiden hat auch die Dame in das verborgene Genie eine geschichtsträchtige Vergangenheit.
Der Roman liest sich wie ich es bereits von den Vorgängern gewohnt war sehr flüssig und war somit gut geeignet für späte Abendstunden.
Diesmal steht die Protagonistin Rosalind Franklin im Fokus, die mit ihrer Forschung der Doppelhelix unserer DNA in Physikerkreisen bekannt wurde und ihr große Erkenntnisse gelungen sind.
Bekannt wurden leider 3 Herren die sich ihrer Ergebnisse bereichert haben.
Ich mag die Romane von Marie Benedict sehr gerne, da sie Frauen die Geschichte geprägt haben aus dem Schatten vor den Vorhang holt. Somit habe ich bereits 3 wahnsinnige beindruckende Persönlichkeiten ein Stück weit kennenlernen dürfen.
Genau wie die beiden hat auch die Dame in das verborgene Genie eine geschichtsträchtige Vergangenheit.
Der Roman liest sich wie ich es bereits von den Vorgängern gewohnt war sehr flüssig und war somit gut geeignet für späte Abendstunden.
Diesmal steht die Protagonistin Rosalind Franklin im Fokus, die mit ihrer Forschung der Doppelhelix unserer DNA in Physikerkreisen bekannt wurde und ihr große Erkenntnisse gelungen sind.
Bekannt wurden leider 3 Herren die sich ihrer Ergebnisse bereichert haben.
Ich mag die Romane von Marie Benedict sehr gerne, da sie Frauen die Geschichte geprägt haben aus dem Schatten vor den Vorhang holt. Somit habe ich bereits 3 wahnsinnige beindruckende Persönlichkeiten ein Stück weit kennenlernen dürfen.
von Sandy3333 - 2024-03-13 16:18:00
Interessantes Thema aber eine schlechte Umsetzung - 2 Sterne
Marie Benedict nutzt "Das verborgene Genie", um die Geschichte von Rosalind Franklin zu erzählen. Ich gebe ehrlich zu, dass ich ihren Namen vor Beginn der Lektüre noch nie gehört habe und mir auch nicht bewusst war, welche Bedeutung sie in der wissenschaftlichen Welt hat und welche wichtigen Forschungsergebnisse ihr zuzuschreiben sind. Rosalind Franklin ist nämlich die Entdeckerin der Doppelhelixstruktur unserer DNA - sie konnte diese nach jahrelanger Forschung entdecken - ihre Forschungsergebnisse wurden jedoch Männern zugeschrieben, die die Lorbeeren hierfür geerntet haben.
Wie schon angemerkt, hat sich Rosalind ganz der Wissenschaft verschrieben und zieht hierfür extra von England nach Frankreich, da sie sich hier eine tolerantere Gesellschaft und bessere Chancen für ihre Forschung verspricht. Anfänglich scheint es auch so auszusehen, als würde sie von ihren (männlichen) Kollegen akzeptiert und für ihre Forschung geschätzt, doch schnell wird deutlich, dass dieser erste Eindruck täuscht und die Wissenschaftswelt in Frankreich auch nicht wirklich fair ist. Neben der unfairen Wissenschaftswelt muss sie auch noch Probleme mit ihren Eltern sowie echte Konflikte mit männlichen Forschern ertragen. Es wird wirklich deutlich, dass Rosalind Franklin kein einfaches Leben hatte und für jeden ihrer Schritte und Erfolge kämpfen musste.
Ich hatte mich wirklich sehr auf "Das verborgene Genie" gefreut. Die Handlung hat mich direkt angesprochen und ich wollte unbedingt mehr über Rosalind Franklin lernen, da sie ja ganz bedeutende Forschungsergebnisse erreicht hat - ich aber noch nie von ihrer Bedeutung für die Wissenschaft gehört habe. Meine Freude auf das Buch konnte dann jedoch nicht erfüllt werden. Der Schreibstil der Autorin konnte mich gar nicht abholen; es erschien mir eher monoton und es konnte keinerlei Spannung aufgebaut werden. Natürlich habe ich bei einem Werk, das auf einer Biografie basiert, keine große Spannung erwartet, aber etwas mehr hätte man durch den Schreibstil und die Gestaltung der Handlung schon aus der Geschichte herausholen können. Viele Entscheidungen der Autorin - aus schriftstellerischer Sicht, aber auch hinsichtlich der Handlung - konnte ich gar nicht nachvollziehen. An manchen Stellen wollte ich das Buch am liebsten abbrechen, an anderen Stellen war ich dann aber doch sehr fasziniert. Leider kann ich jedoch nach der Lektüre nicht nachvollziehen, ob die Momente, die mir gefallen haben, wirklich tatsächliche Berichte aus dem Leben von Rosalind Franklin sind oder ob die Autorin hier ihre künstlerische Freiheit genutzt und weitergearbeitet hat. Hier hätte es unbedingt ein längeres Nachwort gebraucht, in dem die Handlung des Buches und die schriftstellerischen Entscheidungen kontextualisiert und in die Lebensgeschichte von Rosalind Franklin eingeordnet werden. Da das Ende des Buches dann auch noch sehr enttäuschend war und hier nicht nachvollziehbare Entscheidungen getroffen wurden, bin ich einfach nur froh, dass ich das Buch jetzt weglegen kann. Mehr als zwei Sterne kann ich leider wirklich nicht vergeben.
Wie schon angemerkt, hat sich Rosalind ganz der Wissenschaft verschrieben und zieht hierfür extra von England nach Frankreich, da sie sich hier eine tolerantere Gesellschaft und bessere Chancen für ihre Forschung verspricht. Anfänglich scheint es auch so auszusehen, als würde sie von ihren (männlichen) Kollegen akzeptiert und für ihre Forschung geschätzt, doch schnell wird deutlich, dass dieser erste Eindruck täuscht und die Wissenschaftswelt in Frankreich auch nicht wirklich fair ist. Neben der unfairen Wissenschaftswelt muss sie auch noch Probleme mit ihren Eltern sowie echte Konflikte mit männlichen Forschern ertragen. Es wird wirklich deutlich, dass Rosalind Franklin kein einfaches Leben hatte und für jeden ihrer Schritte und Erfolge kämpfen musste.
Ich hatte mich wirklich sehr auf "Das verborgene Genie" gefreut. Die Handlung hat mich direkt angesprochen und ich wollte unbedingt mehr über Rosalind Franklin lernen, da sie ja ganz bedeutende Forschungsergebnisse erreicht hat - ich aber noch nie von ihrer Bedeutung für die Wissenschaft gehört habe. Meine Freude auf das Buch konnte dann jedoch nicht erfüllt werden. Der Schreibstil der Autorin konnte mich gar nicht abholen; es erschien mir eher monoton und es konnte keinerlei Spannung aufgebaut werden. Natürlich habe ich bei einem Werk, das auf einer Biografie basiert, keine große Spannung erwartet, aber etwas mehr hätte man durch den Schreibstil und die Gestaltung der Handlung schon aus der Geschichte herausholen können. Viele Entscheidungen der Autorin - aus schriftstellerischer Sicht, aber auch hinsichtlich der Handlung - konnte ich gar nicht nachvollziehen. An manchen Stellen wollte ich das Buch am liebsten abbrechen, an anderen Stellen war ich dann aber doch sehr fasziniert. Leider kann ich jedoch nach der Lektüre nicht nachvollziehen, ob die Momente, die mir gefallen haben, wirklich tatsächliche Berichte aus dem Leben von Rosalind Franklin sind oder ob die Autorin hier ihre künstlerische Freiheit genutzt und weitergearbeitet hat. Hier hätte es unbedingt ein längeres Nachwort gebraucht, in dem die Handlung des Buches und die schriftstellerischen Entscheidungen kontextualisiert und in die Lebensgeschichte von Rosalind Franklin eingeordnet werden. Da das Ende des Buches dann auch noch sehr enttäuschend war und hier nicht nachvollziehbare Entscheidungen getroffen wurden, bin ich einfach nur froh, dass ich das Buch jetzt weglegen kann. Mehr als zwei Sterne kann ich leider wirklich nicht vergeben.
von Karo - 2024-03-12 18:12:00
Rosalind Franklin - 5 Sterne
Die Schriftstellerin Marie Benedict versteht es gut, fast vergessenen Frauen ein fiktives Leben einzuhauchen.
Der Roman, Das verborgene Genie, zeigt die Wissenschaftlerin Rosalind Franklin.
Es beginnt 1947 als sie mit Röntgenstrahlen arbeitet, die dann auch wohl an ihrem frühen Tod, Schuld waren.
Sie arbeitete als einzige Frau unter vielen Männern. Die hatten die Frechheit ihre Berechnungen für ihre Zwecke zu beanspruchen.
Von einigen wurde sie auch nach ihrem Tod richtig schlecht gemacht.
Ihre Freundin Anna schrieb ihre Biographie und sammelte alle Unterlagen. Aus denen konnte die Autorin die Fakten nehmen und Rosalind zu Wort kommen lassen. Der Roman wird in Ichform von Rosalind erzählt. So, wie die Autorin ihre Worte erschafft, könnte sie gedacht haben.
Rosalind Franklin hat es verdient, nicht vergessen zu sein.
Der Roman ist lebendig geschrieben und ist unbedingt zu empfehlen.
von begine - 2024-03-07 13:25:00
Das unterdrückte Genie - 5 Sterne
Die Geschichte ist leider voll mit Frauen, die wegweisend waren, aber ihre Leistungen entweder einfach gestohlen oder zumindest nicht entsprechend gewürdigt wurden. Nur wenige Ausnahmen in der Wissenschaft erhoben sich über das Patriarchat. Dies gelang aufgrund großer Willensstärke, Selbstbewusstsein oder Unterstützung durch, genau, Männer. Viele andere Frauen vollbrachten im Verborgenen Pionierleistung und wurden, wenn überhaupt, viel zu spät entsprechend anerkannt. Der Film „hidden figures“ zeigte endlich einem großen Publikum, dass ohne die weiblichen mathematischen Genies die moderne Raumfahrt gescheitert wäre. Ähnliches gibt es aus vielen anderen Bereichen zu berichten. Die ersten Computer wurden zwar von Männern gebaut, aber die Programmierung mittels Lochkarten war Frauensache. Auch wurde die erste funktionierende Struktur des Internets, um eine vernünftige Ordnung und Suchmöglichkeit zu erschaffen, von Frauen angelegt. Das vorliegende Buch beschäftigt sich mit einer Frau, die erst 50 Jahre nach ihrem Tod mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet wurde. Der ihr eigentlich zustehender Nobelpreis wurde hingegen drei Männern verliehen, deren Namen in Verbindung mit der Entdeckung der DNA genannt werden, die aber tatsächlich diesen Preis „gestohlen“ haben. Dieser beeindruckenden Frau ist dieses Buch gewidmet. Das Leben der Dr. Rosalind Franklin wird aus der Ich-Perspektive erzählt. Das führt natürlich zwangsläufig dazu, dass die weibliche Sicht der Autorin zum Tragen kommt und möglicherweise gewisse Eigenheiten der Protagonistin zugeschrieben wurden, die so vielleicht gar nicht vorhanden waren. Benedict schreibt in ihrem Nachwort von der Inspiration durch das Buch von Anne Sayre. Ob sie auch die vermutlich bessere Biografie von Brenda Maddox zu Rate gezogen hat, weiß ich nicht. All die charakteristischen Eigenheiten der Forscherin lassen sich vermutlich nur dann erkennen, wenn man alle Quellen als Grundlage nimmt, dazu gehören natürlich auch die Schriften der Konkurrenz. Dies ist für das verstehen der Lebensgeschichte sogar von enormer Bedeutung. Gerade die teilweise sture und eigensinnige Art der Franklin sorgte dafür, dass ihr Ruf nicht gerade der beste war. Ihre Ablehnung des Wettstreites in wissenschaftlichen Kreisen wirkt zumal naiv. Wettstreit und Konkurrenz waren und sind immer integraler Bestandteil der Wissenschaft, was natürlich eine gegenseitige Unterstützung nicht ausschließt. Sei es die Evolutionstheorie, dass heliozentrische Weltbild oder eben die Struktur der DNA, immer gab es konträre Meinungen, bis zur Verleumdung und Anfeindung. Im Falle Rosalind Franklin kam natürlich die feministische Seite zusätzlich zur Geltung, eine Frau, die den Männern Paroli bietet, wurde im Allgemeinen nicht gerne gesehen. Die positiven Gegenbeispiele und Unterstützer werden im Buch hinreichend gewürdigt. Deshalb spreche ich auch nicht von einem verborgenen Genie, denn das war die Arbeit der Franklin durchaus nicht. Vielmehr wurde ihr Genie aus Konkurrenzneid und Hass unterdrückt oder kleingeredet. Wissenschaft ist auch immer ein Kampf um Anerkennung und finanzielle Mittel, ein Wissenschaftler, der nicht veröffentlicht, findet nicht statt. Deshalb kommt es immer wieder zu Fälschungen, voreiligen Präsentationen oder wie in diesem dreisten Fall, zu regelrechtem Diebstahl. Dass Rosalind Franklin erst viele Jahre nach ihrem zu frühen Tod gewürdigt wurde (allerdings nicht ausreichend) und ohne dass dies große Beachtung fand, zeigt, dass die geschlechtsspezifischen Vorbehalte noch längst nicht gebannt sind. Das macht dieses Buch wichtig, auch wenn ein Roman natürlich viel Interpretationsspielraum lässt. Auch merkt man der Autorin an, dass sie im hier und jetzt lebt. Das Versetzen in vergangene Zeiten ist schwierig. Auf Seite 74 wird das sehr deutlich, wenn eine Person der damaligen Zeit über On-Off-Beziehungen spricht, ein Begriff, der erst Mitte der 2000er auftauchte. Auch bemüht sich die Autorin, wie viele andere leider auch, zu sehr mit ihren Kenntnissen der französischen Sprache zu punkten. Im Teil eins, der in Paris handelt, wird etwas viel „labo“ und „chercheurs“ zu Papier gebracht. Wenn stattdessen Labor, Institut, Einrichtung oder Forscher, Wissenschaftler und Kollegen verwendet worden wäre, läse sich das Ganze etwas angenehmer. Das fällt im Übergang zu Teil 2 (London) direkt auf. Ansonsten liest sich dass Buch sehr gut, der wissenschaftliche Anteil ist angemessen und erklärt zumindest rudimentär, in welch komplexen Bereich die Forscherin tätig war. Traurig stimmt den Leser das frühe und teils selbstverschuldete Ende der Wissenschaftlerin, die vielleicht noch mehr großartige Arbeit geleistet hätte. Die damalige Ahnungslosigkeit, Naivität und Ignoranz der gefährlichen Strahlung sollten angehenden Wissenschaftlern eine Mahnung sein.
Marie Bendict setzt mit diesem Buch ihre großartige Reihe über verkannte, unbekannte oder zu wenig beachtete Frauen fort und man darf gespannt auf die Fortsetzung sein.
Dies ist eine Privatrezension eines Hobbylesers, ohne KI erstellt und ohne jeglichen Bezug zu Autorin oder Verlag.
von Murksy - 2024-03-07 12:52:00
Die Entschlüsslerin der DNA - 5 Sterne
Ich wusste bisher nur wenig über Rosalind Franklin. Sie war mir als die Wissenschaftlerin, die die DNA-Struktur entdeckte bzw. entschlüsselte bekannt, aber mehr wusste ich nicht über die.
In dieser Romanbiografie widmet sich Marie Benedict ihrem Leben und verknüpft Fakten mit Fiktion.
Das Buch liest sich leicht und macht schnell deutlich wie schwierig es in der damaligen Zeit für Wissenschaftlerinnen war, sich zu behaupten. Zu gerne drängelten sich die Männer in der Vordergrund und auch ihre Familie hat es ihr nicht leicht gemacht. Aber Rosalind lebt für die Wissenschaft.
Dadurch, dass der Roman aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, konnte ich mich gut in die Wissenschaftlerin hineinversetzen. Neben ihrem Leben habe ich eine Menge über ihre Forschungsarbeiten erfahren. Diese hat die Autorin auch für einen Laien gut verständlich erklärt.
Rosalin Franklin war eine faszinierende, brillante und total unterschätze Wissenschaftlerin, die leider durch ihre Arbeit erkrankt und verstorben ist.
Mir hat dieser biografische Roman über das viel zu kurze Leben über Rosalind Franklin gut gefallen.
In dieser Romanbiografie widmet sich Marie Benedict ihrem Leben und verknüpft Fakten mit Fiktion.
Das Buch liest sich leicht und macht schnell deutlich wie schwierig es in der damaligen Zeit für Wissenschaftlerinnen war, sich zu behaupten. Zu gerne drängelten sich die Männer in der Vordergrund und auch ihre Familie hat es ihr nicht leicht gemacht. Aber Rosalind lebt für die Wissenschaft.
Dadurch, dass der Roman aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, konnte ich mich gut in die Wissenschaftlerin hineinversetzen. Neben ihrem Leben habe ich eine Menge über ihre Forschungsarbeiten erfahren. Diese hat die Autorin auch für einen Laien gut verständlich erklärt.
Rosalin Franklin war eine faszinierende, brillante und total unterschätze Wissenschaftlerin, die leider durch ihre Arbeit erkrankt und verstorben ist.
Mir hat dieser biografische Roman über das viel zu kurze Leben über Rosalind Franklin gut gefallen.
von Pusteblümchen - 2024-03-04 20:57:00
Eine späte Hommage an eine herausragende Wissenschaftlerin, deren Verdienste sich Männer auf die Fahnen geheftet haben - 5 Sterne
„Rosalind ist erschreckend schlau – aus reinem Vergnügen verbringt sie ihre ganze Zeit mit Arithmetik & ihre Rechnungen stimmen immer.“
Marie Benedict hat in ihrer Reihe „Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte“ die fünfte Frau, die trotz überragender Leistungen kaum in der breiten Öffentlichkeit bekannt ist, porträtiert.
Wer ist nun Rosalind Franklin?
Geboren 1920 als Tochter eines wohlhabenden anglo-jüdischen Ehepaars zeigt sich schon früh, dass in Rosalind eine Wissenschaftlerin steckt. Sie studiert ab 1938 an der Cambridge University. Weil ihre Chemie-Kenntnisse herausragend sind, erhält sie ein Stipendium und schließt ihr Studium der Naturwissenschaften 1941 mit dem Doktortitel ab. Im Rahmen dieses Studiums spezialisiert sie sich auf die Kristallographie und chemische Physik.
Zum Leidwesen ihrer Familie, die sie lieber als Ehefrau und Mutter sowie in Wohltätigkeisausschüssen sieht, geht sie nach Paris, wo sie von 1947 bis 1950 an der Laboratoire Central des Services Chimiques de L’Etat forscht. Sie wird DIE Kapazität in der Kristallstrukturanalyse. Danach kehrt sie nach London zurück und ist am King´s College in London tätig. Dort forschte an der Entschlüsselung der DNA. Obwohl Biochemie nicht ihr Spezialgebiet ist, ist sie wild entschlossen, das Geheimnis rund um die Bausteine des Lebens zu entschlüsseln.
Während im Pariser Labo ein kollegiales und respektvolles Miteinander geherrscht hat, legt man ihr in London allerlei Prügel vor die Füße. So wird stets als „Miss Franklin“ und nicht als „Doktor Franklin“ tituliert während die Männer mit ihren akademischen Titeln angesprochen werden.
„In Cambridge waren seit 1869 Frauen zugelassen, Juden seit 1871; aber anders als in Oxford, wo man Frauen seit 1921 einen akademischen Titel gewährte, wurden Frauen hier nicht als ‚Universitätsangehörige‘ akzeptiert. Auch betrachtete man Frauen nicht als vollwertige Studenten, sondern lediglich als ‚Schülerinnen der Colleges von Girton und Newnham‘. Sie hatten nur nominell Anspruch auf einen Titel. Der ‚Titten-Titel‘ war ein gelungener Scherz. Studentinnen war der Zugang zu den Vorlesungen der Männer gestattet, aber man erwartete von ihnen zumindest bis in die frühen dreißiger Jahre, dass sie in den vorderen Reihen beieinander saßen … Die Dozentinnen und die Prinzipalin von Newnham durften nicht an wichtigen Universitätszeremonien teilnehmen. Vielmehr erwartete man von ihnen, dass sie bei traditionellen Feierlichkeiten, wenn die Männer ihre scharlachroten Akademikerroben und die schwarzen, samtenen Doktorhüte trugen, mit Hut und Handschuhen bei den Ehefrauen des Lehrkörpers saßen.“
Als sich ihr die Struktur der DNA als Doppelhelix offenbart, scheint sie am Höhepunkt ihrer Forschungsarbeiten zu sein. Doch sie hat nicht mit dem Neid, der Missgunst und dem Geltungsbedürfnis ihrer Kollegen James Watson, Francis Crick und Maurice Wilkins gerechnet, die sich den Erfolg auf ihre eigenen Fahnen heften und Franklins Forschung mit keinem Wort erwähnen.
Dass das Trio 1962 den Nobelpreis „für die Entdeckung der Molekularstruktur der Nukleinsäuren und ihre Bedeutung für die Weitergabe von Information in Lebewesen“ erhält und ihre Schlüsselrolle am Erfolg der Forschung totschweigen, wird Dr. Rosalind Franklin nicht mehr erleben. Sie stirbt 1958 an den Folgen einer Krebserkrankung, deren Ursache die hohe Strahlenbelastung, der sie während ihrer Forschungen ausgesetzt gewesen ist.
Meine Meinung:
Nach „Frau Einstein“, „Lady Churchill“, „Mrs. Agatha Christie“ und „Die einzige Frau im Raum“ widmet sich die Autorin einer Wissenschaftlerin, die ähnlich wie Mileva Marić (Einsteins erste Frau) im Dunkel der Geschichte beinahe verschwunden ist.
Marie Benedict zeichnet ein Bild der Wissenschaft in der es von Egomanen und selbstherrlichen Männern nur so wimmelt. Wer sich die Liste der Nobelpreisträger ansieht, wird erkennen, dass sich daran bis heute nur wenig geändert hat. Frauen als Preisträgerinnen sind in allen Kategorien in der Minderzahl.
Die biografische Roman ist in der Ich-Form geschrieben, so dass sich die Leser sehr gut in die Rolle der brillanten Forscherin hineinversetzen können. Die Forschungsarbeit ist gut beschrieben, obwohl sie für die meisten von uns ein wenig abstrakt erscheinen. Nicht verschwiegen sind die Risiken, die damals und heute mit diesen Arbeiten verbunden sind und, dass manchmal mit den Sicherheitsvorkehrungen bewusst nachlässig umgegangen worden ist (S.48). Rosalind Franklin reiht sich in die lange Liste der NaturwissenschaftlerInnen ein, die auf Grund der hohen Strahlenbelastung in der Forschung einem Krebsleiden erlegen sind.
Die Autorin offenbart auch das Spannungsfeld in dem Rosalind Franklin lebt. Einerseits ist es das gesellschaftliche Umfeld, das sie versucht in die Schranken zu weisen und andererseits liegt ihr die eigene Familie immer wieder in den Ohren, endlich zu heiraten. Wäre sie ein Sohn geworden, so hätte dieser sich seinen Forschungen hingeben können, ohne ständig an die Pflicht eine Familie zu gründen und für Nachkommen zu sorgen, erinnert zu werden.
Der Schreibstil ist angenehm zu lesen. Geschickt verknüpft die Autorin Fakten mit Fiktion und gewährt damit ihren Lesern einen Einblick in die wissenschaftlich Forschung.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem biografischen Roman, der das kurze Leben von Dr. Rosalind Franklin nachzeichnet, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Marie Benedict hat in ihrer Reihe „Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte“ die fünfte Frau, die trotz überragender Leistungen kaum in der breiten Öffentlichkeit bekannt ist, porträtiert.
Wer ist nun Rosalind Franklin?
Geboren 1920 als Tochter eines wohlhabenden anglo-jüdischen Ehepaars zeigt sich schon früh, dass in Rosalind eine Wissenschaftlerin steckt. Sie studiert ab 1938 an der Cambridge University. Weil ihre Chemie-Kenntnisse herausragend sind, erhält sie ein Stipendium und schließt ihr Studium der Naturwissenschaften 1941 mit dem Doktortitel ab. Im Rahmen dieses Studiums spezialisiert sie sich auf die Kristallographie und chemische Physik.
Zum Leidwesen ihrer Familie, die sie lieber als Ehefrau und Mutter sowie in Wohltätigkeisausschüssen sieht, geht sie nach Paris, wo sie von 1947 bis 1950 an der Laboratoire Central des Services Chimiques de L’Etat forscht. Sie wird DIE Kapazität in der Kristallstrukturanalyse. Danach kehrt sie nach London zurück und ist am King´s College in London tätig. Dort forschte an der Entschlüsselung der DNA. Obwohl Biochemie nicht ihr Spezialgebiet ist, ist sie wild entschlossen, das Geheimnis rund um die Bausteine des Lebens zu entschlüsseln.
Während im Pariser Labo ein kollegiales und respektvolles Miteinander geherrscht hat, legt man ihr in London allerlei Prügel vor die Füße. So wird stets als „Miss Franklin“ und nicht als „Doktor Franklin“ tituliert während die Männer mit ihren akademischen Titeln angesprochen werden.
„In Cambridge waren seit 1869 Frauen zugelassen, Juden seit 1871; aber anders als in Oxford, wo man Frauen seit 1921 einen akademischen Titel gewährte, wurden Frauen hier nicht als ‚Universitätsangehörige‘ akzeptiert. Auch betrachtete man Frauen nicht als vollwertige Studenten, sondern lediglich als ‚Schülerinnen der Colleges von Girton und Newnham‘. Sie hatten nur nominell Anspruch auf einen Titel. Der ‚Titten-Titel‘ war ein gelungener Scherz. Studentinnen war der Zugang zu den Vorlesungen der Männer gestattet, aber man erwartete von ihnen zumindest bis in die frühen dreißiger Jahre, dass sie in den vorderen Reihen beieinander saßen … Die Dozentinnen und die Prinzipalin von Newnham durften nicht an wichtigen Universitätszeremonien teilnehmen. Vielmehr erwartete man von ihnen, dass sie bei traditionellen Feierlichkeiten, wenn die Männer ihre scharlachroten Akademikerroben und die schwarzen, samtenen Doktorhüte trugen, mit Hut und Handschuhen bei den Ehefrauen des Lehrkörpers saßen.“
Als sich ihr die Struktur der DNA als Doppelhelix offenbart, scheint sie am Höhepunkt ihrer Forschungsarbeiten zu sein. Doch sie hat nicht mit dem Neid, der Missgunst und dem Geltungsbedürfnis ihrer Kollegen James Watson, Francis Crick und Maurice Wilkins gerechnet, die sich den Erfolg auf ihre eigenen Fahnen heften und Franklins Forschung mit keinem Wort erwähnen.
Dass das Trio 1962 den Nobelpreis „für die Entdeckung der Molekularstruktur der Nukleinsäuren und ihre Bedeutung für die Weitergabe von Information in Lebewesen“ erhält und ihre Schlüsselrolle am Erfolg der Forschung totschweigen, wird Dr. Rosalind Franklin nicht mehr erleben. Sie stirbt 1958 an den Folgen einer Krebserkrankung, deren Ursache die hohe Strahlenbelastung, der sie während ihrer Forschungen ausgesetzt gewesen ist.
Meine Meinung:
Nach „Frau Einstein“, „Lady Churchill“, „Mrs. Agatha Christie“ und „Die einzige Frau im Raum“ widmet sich die Autorin einer Wissenschaftlerin, die ähnlich wie Mileva Marić (Einsteins erste Frau) im Dunkel der Geschichte beinahe verschwunden ist.
Marie Benedict zeichnet ein Bild der Wissenschaft in der es von Egomanen und selbstherrlichen Männern nur so wimmelt. Wer sich die Liste der Nobelpreisträger ansieht, wird erkennen, dass sich daran bis heute nur wenig geändert hat. Frauen als Preisträgerinnen sind in allen Kategorien in der Minderzahl.
Die biografische Roman ist in der Ich-Form geschrieben, so dass sich die Leser sehr gut in die Rolle der brillanten Forscherin hineinversetzen können. Die Forschungsarbeit ist gut beschrieben, obwohl sie für die meisten von uns ein wenig abstrakt erscheinen. Nicht verschwiegen sind die Risiken, die damals und heute mit diesen Arbeiten verbunden sind und, dass manchmal mit den Sicherheitsvorkehrungen bewusst nachlässig umgegangen worden ist (S.48). Rosalind Franklin reiht sich in die lange Liste der NaturwissenschaftlerInnen ein, die auf Grund der hohen Strahlenbelastung in der Forschung einem Krebsleiden erlegen sind.
Die Autorin offenbart auch das Spannungsfeld in dem Rosalind Franklin lebt. Einerseits ist es das gesellschaftliche Umfeld, das sie versucht in die Schranken zu weisen und andererseits liegt ihr die eigene Familie immer wieder in den Ohren, endlich zu heiraten. Wäre sie ein Sohn geworden, so hätte dieser sich seinen Forschungen hingeben können, ohne ständig an die Pflicht eine Familie zu gründen und für Nachkommen zu sorgen, erinnert zu werden.
Der Schreibstil ist angenehm zu lesen. Geschickt verknüpft die Autorin Fakten mit Fiktion und gewährt damit ihren Lesern einen Einblick in die wissenschaftlich Forschung.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem biografischen Roman, der das kurze Leben von Dr. Rosalind Franklin nachzeichnet, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
von Bellis-Perennis - 2024-03-04 07:18:00
Eine Ikone der Wissenschaft - 5 Sterne
„Das verborgene Genie“ ist ein biografischer Roman über Rosalind Franklin der in Pittsburgh lebenden Anwältin und Autorin Marie Benedict.
Die Handlung beginnt am 3. Februar 1947 in Paris, wo Rosalind Franklin an der Laboratoire Central des Services Chimiques arbeitet. Das Forschungsinstitut steht unter der Leitung von Jacques Mering und die Stelle hat ihr die Physikerin Adrienne Weill vermittelt.
Der Roman ist aus der Ich-Perspektive von Rosalind Franklin geschildert. Dadurch habe ich schnell einen guten Einblick in ihr Leben und ihre Arbeit bekommen. Sie ist eine vielschichtige Persönlichkeit, klug, ehrgeizig und brillant, aber auch ein wenig schwierig und eigensinnig. Durch sie werden hier wissenschaftliche Arbeiten mit den daraus resultierende Erkenntnisse gut verständlich erklärt, wodurch ich Neues aus der Forschung und Wissenschaft erfahren habe.
Sie war es, die das Rätsel um die Doppelhelix gelöst, wichtige Daten geliefert und die Ergebnisse verifiziert hat.
Der Schreibstil von Marie Benedict ist leicht und flüssig zu lesen. Auch wenn der Roman fiktiv ist, basiert er auf historischen Begebenheiten mit realen Personen.
Mich hat das Leben von Rosalind sehr beeindruckt. Mit ihren bedeutsamen Forschungsarbeiten hat sie - wie so viele anderen Frauen auch - leider viel zu lange im Hintergrund gestanden.
Für mich ist dies ein weiterer interessanter Band aus der Reihe "Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte" in der die Autorin das Leben einer interessanten Persönlichkeit geschickt mit dem Weltgeschehen verwoben hat. Ich bin schon gespannt über wen Marie Benedict als nächstes schreiben wird.
Die Handlung beginnt am 3. Februar 1947 in Paris, wo Rosalind Franklin an der Laboratoire Central des Services Chimiques arbeitet. Das Forschungsinstitut steht unter der Leitung von Jacques Mering und die Stelle hat ihr die Physikerin Adrienne Weill vermittelt.
Der Roman ist aus der Ich-Perspektive von Rosalind Franklin geschildert. Dadurch habe ich schnell einen guten Einblick in ihr Leben und ihre Arbeit bekommen. Sie ist eine vielschichtige Persönlichkeit, klug, ehrgeizig und brillant, aber auch ein wenig schwierig und eigensinnig. Durch sie werden hier wissenschaftliche Arbeiten mit den daraus resultierende Erkenntnisse gut verständlich erklärt, wodurch ich Neues aus der Forschung und Wissenschaft erfahren habe.
Sie war es, die das Rätsel um die Doppelhelix gelöst, wichtige Daten geliefert und die Ergebnisse verifiziert hat.
Der Schreibstil von Marie Benedict ist leicht und flüssig zu lesen. Auch wenn der Roman fiktiv ist, basiert er auf historischen Begebenheiten mit realen Personen.
Mich hat das Leben von Rosalind sehr beeindruckt. Mit ihren bedeutsamen Forschungsarbeiten hat sie - wie so viele anderen Frauen auch - leider viel zu lange im Hintergrund gestanden.
Für mich ist dies ein weiterer interessanter Band aus der Reihe "Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte" in der die Autorin das Leben einer interessanten Persönlichkeit geschickt mit dem Weltgeschehen verwoben hat. Ich bin schon gespannt über wen Marie Benedict als nächstes schreiben wird.
von Tara - 2024-02-22 20:56:00


