Rezensionen
Man kann auch in die Höhe fallen
Roman
Autor: Joachim Meyerhoff
Erschienen 2024 bei Kiepenheuer & Witsch
ISBN 978-3-462-00699-5
Man kann auch in die Höhe fallen - 5 Sterne
Ich dacht ja "mein" Lieblingsbuch 2024 schon gelesen zu haben, bis Meyerhoff jetzt kam. Sein Humor, seine autobiografischen Erzählungen, seine Ehrlichkeit sind einzigartig. Hier zieht er von Berlin (die Stadt wurde ihm einfach zu viel) auf´s Land zu seiner Mutter. Wenn man diese Frau kennenlernt, weiß man auch woher sein Talent herkommt. Mit einer derart trockenen Geradlinigkeit spricht sie Dinge an und trifft damit auch den Puls der Zeit. Ein Buch das ich wieder ganz langsam gelesen habe, weil ich nicht wollte das es endet. Unbedingt lesen Jede/Jeder.
von Michaela Santer - 2024-12-06 10:31:00
Man kann auch in die Höhe fallen - 5 Sterne
Der berühmte Schauspieler und Autor Joachim Meyerhoff hat mit „Man kann auch in die Höhe fallen“ einen ebenso unterhaltsamen wie klugen Roman über seine Auszeit auf dem Land bei seiner Mitte achtzigjährigen Mutter geschrieben, den er übrigens auch vor wenigen Tagen auf der ORF-Bühne der Messe „Buch Wien 2024“ vorgestellt hat. Der Ich-Erzähler wird von einer tiefen Lebenskrise erfasst, nachdem er zunächst in Wien von einem Schlaganfall getroffen wird und hernach sein Neuanfang in Berlin scheitert. Als ihm die Arbeit am Theater und als Schriftsteller immer schwerer fällt, beschließt er, seine Mutter zu besuchen, die allein in einem Haus in der Nähe der Ostsee ein unkonventionelles und selbstbestimmtes Leben führt, dessen Rhythmus ihm hilft, aus seiner Nervosität und Aggression herauszufinden: „Mit Mitte fünfzig zog ich für mehrere Wochen zu meiner Mutter aufs Land nach SH (...) Ich redete mir ein, sie bedürfe dringend meines Beistands, dabei war sie kerngesund, offensiv vital, sah mit ihren sechsundachtzig Jahren fantastisch aus und kam bestens allein zurecht. Ich hingegen war derjenige, der nicht mehr klarkam und dem viele Fäden gerissen waren“, bekennt Meyerhoff. Die Geborgenheit des „Heimkommens“ entfaltet nach und nach ihre wohltuende und heilende Wirkung, schreibt der Autor: „Wenn es einen Ort gibt, der immer unverändert ist, an dem die Mutter lebt, die diesen Ort hegt und pflegt und da präsent ist, dann ist das ein sehr begrenzter, sehr vertrauter Raum, den ich wirklich Heimat nennen würde. Das war für mich in all den Jahren der Schauspielerei unendlich wichtig, so einen zentrierten, unveränderten Ort zu haben, auch für meine Kinder und für meinen Bruder und dessen Kinder. Wir alle kommen dort immer zusammen, weil da etwas von Kontinuität ist. Das ist natürlich etwas, was man im Leben braucht. Von daher bin ich aus Berlin geflohen, um mich der Stabilität dieses Ortes zu nähern.“
Diese Flucht aus Berlin wird mit so viel Witz und situativer Komik beschrieben, dass das Lese-Vergnügen einprogrammiert scheint. Obwohl die Lebenskrise echt wirkt und der Ernst der Probleme durchaus nicht geschmälert wird, ist der Roman unterhaltsam und leicht zu lesen – ein Pageturner voll amüsanter Anekdoten und Erinnerungen an die Kindheit, voll Selbstironie und gelungener, geistreicher Pointen, etwa wenn der Erzähler über die dauernd den Kopf schüttelnden Berliner nachdenkt, die anscheinend an „Empörungsparkinson“ leiden, oder wenn er über den Currywurst-Konsum seiner betagten Mutter sinniert, die immer noch hoch attraktiv und agil ihr Leben selbst steuert. Protagonistin ist also die Mutter, da der Autor die Aufmerksamkeit geschickt von sich selbst ablenkt: „Meine Mutter hat das gelesen, und ich war sehr aufgeregt, habe sie dann angerufen“, erzählt Meyerhoff. „Und dann hat sie den schönen Satz gesagt: 'Ich wusste gar nicht, dass ich so eine wilde Hummel bin.' Ich bin ihr sehr dankbar. Mich hat das sehr bereichert, diesen Text zu schreiben. Weil ich mich in den Geschichten, im Schreiben an diese Lebendigkeit andocke wie so eine Mistel.“
Ernst und Komik liegen im Roman eng beieinander; man kann sich sehr gut mit dem Ich-Erzähler identifizieren, obwohl es ein individuelles Schicksal ist, wie Meyerhoff schreibt: „Ich glaube, dass fast jeder seiner eigenen Geschichte, seiner eigenen Biografie gegenüber ein Gefühl der Seltsamkeit in sich trägt, dass das jetzt das eigene Sein ist. Es gibt immer Erlebnisse, die ich auch schildere, die ganz individuell sind. Aber im Grunde ist ein Mann Mitte 50, der sich in der Großstadt nicht wohlfühlt, nicht so etwas Besonderes. Ich schreibe immer über Dinge, die einen ganz allgemeinen Charakter haben, sonst könnte man sich damit gar nicht verbinden.“
Außerordentlich gelungen finde ich den Titel des Buches: „Man kann auch in die Höhe fallen“ – übrigens ein Zitat von Friedrich Hölderlin. Auf den ersten Blick lässt die Aussage aufhorchen: Kann man eigentlich „in die Höhe fallen“ oder ist das nicht absurd? Joachim Meyerhoff kennt dieses Gefühl und erklärt: „Zum Beispiel gibt es in sehr dramatischen Situationen oft einen Wendepunkt. Wenn man sich mit den Situationen abfindet, dann gibt es einen Aufwind, dass es mit einem plötzlich wieder aufwärts geht. In dem Moment, wo man verzweifelt irgendwo in Berlin an der U-Bahn steht und nur noch weg will und dann merkt, es ist auch gut. Dabei merkt man ein Leichtes in die Höhe fallen. Aber ich kenne es auch ganz extrem. Ich kenne es, dass man in sehr dunkle Phasen gerät und sich durch Arbeit oder andere Ereignisse wieder etwas wendet. Dieses Bild von Hölderlin finde ich kongenial, dass man zwar vielleicht noch im Fallen begriffen ist, aber dass es ein Fallen in die Höhe ist.“
„Man kann auch in die Höhe fallen“ ist also eine ganz große Lese-Empfehlung, denn es ist ungemein tröstlich, sich vor Augen zu halten, was Hölderlin meinte: „Man kann auch in die Höhe fallen, so wie in die Tiefe. Das Letztere verhindert der elastische Geist, das Erstere die Schwerkraft, die im nüchternen Besinnen liegt.“ – Brauchen wir das nicht gerade jetzt, im hektischen Trubel der Vorweihnachtszeit: Nüchternes Besinnen? Schließlich ist es nicht möglich, immer nur verzweifelt oder euphorisch zu sein: „Man braucht den Moment, wo man analysiert, was es denn jetzt ist. Vor allen Dingen, braucht man den nüchternen Geist, die nüchterne Betrachtung, wenn es darum geht, die Dinge rauszuschmeißen. Ich schreibe immer viel zu viel, und es braucht eine Reduktion. Wenn man sich nicht ganz klar von seinen Lieblingsstellen trennen kann, weil man an allem hängt, dann wäre das nicht gut fürs Buch“, erklärt Meyerhoff. Bei allem Lese-Vergnügen ist es beruhigend zu wissen, dass wir eine Richtung haben, dass „man auch in die Höhe fallen kann“, und schlussendlich zu bedenken: „Nicht zu bekommen, was man will, ist manchmal ein großer Glücksfall“ (Dalai Lama).
Diese Flucht aus Berlin wird mit so viel Witz und situativer Komik beschrieben, dass das Lese-Vergnügen einprogrammiert scheint. Obwohl die Lebenskrise echt wirkt und der Ernst der Probleme durchaus nicht geschmälert wird, ist der Roman unterhaltsam und leicht zu lesen – ein Pageturner voll amüsanter Anekdoten und Erinnerungen an die Kindheit, voll Selbstironie und gelungener, geistreicher Pointen, etwa wenn der Erzähler über die dauernd den Kopf schüttelnden Berliner nachdenkt, die anscheinend an „Empörungsparkinson“ leiden, oder wenn er über den Currywurst-Konsum seiner betagten Mutter sinniert, die immer noch hoch attraktiv und agil ihr Leben selbst steuert. Protagonistin ist also die Mutter, da der Autor die Aufmerksamkeit geschickt von sich selbst ablenkt: „Meine Mutter hat das gelesen, und ich war sehr aufgeregt, habe sie dann angerufen“, erzählt Meyerhoff. „Und dann hat sie den schönen Satz gesagt: 'Ich wusste gar nicht, dass ich so eine wilde Hummel bin.' Ich bin ihr sehr dankbar. Mich hat das sehr bereichert, diesen Text zu schreiben. Weil ich mich in den Geschichten, im Schreiben an diese Lebendigkeit andocke wie so eine Mistel.“
Ernst und Komik liegen im Roman eng beieinander; man kann sich sehr gut mit dem Ich-Erzähler identifizieren, obwohl es ein individuelles Schicksal ist, wie Meyerhoff schreibt: „Ich glaube, dass fast jeder seiner eigenen Geschichte, seiner eigenen Biografie gegenüber ein Gefühl der Seltsamkeit in sich trägt, dass das jetzt das eigene Sein ist. Es gibt immer Erlebnisse, die ich auch schildere, die ganz individuell sind. Aber im Grunde ist ein Mann Mitte 50, der sich in der Großstadt nicht wohlfühlt, nicht so etwas Besonderes. Ich schreibe immer über Dinge, die einen ganz allgemeinen Charakter haben, sonst könnte man sich damit gar nicht verbinden.“
Außerordentlich gelungen finde ich den Titel des Buches: „Man kann auch in die Höhe fallen“ – übrigens ein Zitat von Friedrich Hölderlin. Auf den ersten Blick lässt die Aussage aufhorchen: Kann man eigentlich „in die Höhe fallen“ oder ist das nicht absurd? Joachim Meyerhoff kennt dieses Gefühl und erklärt: „Zum Beispiel gibt es in sehr dramatischen Situationen oft einen Wendepunkt. Wenn man sich mit den Situationen abfindet, dann gibt es einen Aufwind, dass es mit einem plötzlich wieder aufwärts geht. In dem Moment, wo man verzweifelt irgendwo in Berlin an der U-Bahn steht und nur noch weg will und dann merkt, es ist auch gut. Dabei merkt man ein Leichtes in die Höhe fallen. Aber ich kenne es auch ganz extrem. Ich kenne es, dass man in sehr dunkle Phasen gerät und sich durch Arbeit oder andere Ereignisse wieder etwas wendet. Dieses Bild von Hölderlin finde ich kongenial, dass man zwar vielleicht noch im Fallen begriffen ist, aber dass es ein Fallen in die Höhe ist.“
„Man kann auch in die Höhe fallen“ ist also eine ganz große Lese-Empfehlung, denn es ist ungemein tröstlich, sich vor Augen zu halten, was Hölderlin meinte: „Man kann auch in die Höhe fallen, so wie in die Tiefe. Das Letztere verhindert der elastische Geist, das Erstere die Schwerkraft, die im nüchternen Besinnen liegt.“ – Brauchen wir das nicht gerade jetzt, im hektischen Trubel der Vorweihnachtszeit: Nüchternes Besinnen? Schließlich ist es nicht möglich, immer nur verzweifelt oder euphorisch zu sein: „Man braucht den Moment, wo man analysiert, was es denn jetzt ist. Vor allen Dingen, braucht man den nüchternen Geist, die nüchterne Betrachtung, wenn es darum geht, die Dinge rauszuschmeißen. Ich schreibe immer viel zu viel, und es braucht eine Reduktion. Wenn man sich nicht ganz klar von seinen Lieblingsstellen trennen kann, weil man an allem hängt, dann wäre das nicht gut fürs Buch“, erklärt Meyerhoff. Bei allem Lese-Vergnügen ist es beruhigend zu wissen, dass wir eine Richtung haben, dass „man auch in die Höhe fallen kann“, und schlussendlich zu bedenken: „Nicht zu bekommen, was man will, ist manchmal ein großer Glücksfall“ (Dalai Lama).
von Katja Hölzl aus der Tyrolia-Filiale in Innsbruck - 2024-11-25 10:19:54
Denkmal für eine unkonventionelle und widerstandsfähige Frau - 5 Sterne
Mit seinem neuesten Buch ist Joachim Meyerhoffs ambitioniertes Erzählprojekt „ Alle Toten fliegen hoch“ auf mittlerweile sechs Bände angewachsen. Die treue Leserschaft ist vertraut mit der skurril-liebenswerten Familie des Autors. In seinem erfolgreichsten, auch verfilmten Buch „ Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ ( 2013 erschienen ) erfuhr man von seinem Aufwachsen auf dem Gelände einer Kinder- und Jugendpsychiatrie, da sein Vater dort leitender Direktor war. Danach konnte man ihn begleiten auf seinen schauspielerischen Lehrjahren in München. Hier wohnte der Autor bei seinen geliebten Großeltern, einem exzentrischem Paar mit ungeheurem Alkoholkonsum. Es folgten Geschichten über seine ersten turbulenten Liebschaften und in seinem letzten Buch verarbeitete Meyerhoff den Schlaganfall, der ihn Anfang Fünfzig ereilte.
Waren die ersten Bücher, getreu dem Motto „ Alle Toten fliegen hoch“, liebevolle Erinnerungen an verstorbene Familienmitglieder, seinen Vater, seinen früh tödlich verunglückten Bruder, seine Großeltern, so steht nun im Zentrum seines neuesten Bandes die quicklebendige 86jährige Mutter des Autors.
Zu ihr ist Joachim Meyerhoff geflüchtet. „ Ich redete mir ein, sie bedürfe dringend meines Beistands, dabei war sie kerngesund, offensiv vital, …und kam bestens allein zurecht. Ich hingegen war derjenige, der nicht mehr klarkam und dem viele Fäden gerissen waren.“ Der Neustart nach dem Schlaganfall war gründlich misslungen. Dabei ist Meyerhoff mit viel Optimismus aus Wien weggegangen und wollte in der deutschen Hauptstadt neue Wege gehen -neues Umfeld, neues Theater, neue Kollegen. Doch bald muss er feststellen, dass ihn die Krankheit verändert hat und das nicht zum Besseren. Dünnhäutiger ist er geworden, empfindlich, leicht reizbar. Da ist Berlin mit seiner latenten Aggressivität das falsche Pflaster für ihn. Den traurigen Höhepunkt bildet dann der neunte Geburtstag seines Sohnes. Sein dortiges Verhalten ist unentschuldbar und so beschließt er, eine Auszeit zu nehmen.
Er fährt zu seiner Mutter, die in einem Haus mit parkähnlichem Garten an der Nordsee lebt. Hier will er zur Ruhe kommen, seine Schreibblockade überwinden.
Und das gelingt erstaunlich gut. Die Mutter spannt ihn ein bei Gartenarbeiten, die bei der Größe des Grundstücks nie abnehmen. Er hilft ihr, die Unmengen an Äpfel zu ernten und zu verarbeiten. Und Meyerhoff stellt fest, wie unglaublich heilsam körperliche Arbeit an der frischen Luft sein kann. Er geht mit Mutter in der Ostsee schwimmen, wobei sie sich weitaus beherzter in die Fluten stürzt als ihr zögerlicher Sohn. Gemeinsam pflegen sie ein altes Familienritual: um 18.00 Uhr ist Zeit für einen Whiskey.
Wir lesen hier nun abwechselnd vom Heilungsprozess, den diese Wochen mit der Mutter zusammen für den Autor bedeuten, und dazwischen Geschichten aus Meyerhoffs Leben.
Joachim Meyerhoff nimmt für sich nicht den Anspruch heraus, große Literatur schreiben zu wollen. Er weiß, dass das, war er schreibt, in der literarischen Hierarchie weit unten angesiedelt ist. „ Unter Literaturgattungen herrscht eine brutale Hierarchie. Es gibt Versepen, Gesänge und tausendseitige Gesellschaftsromane, die alles überdauern. Es gibt unsterbliche Dramen, deren Personal unverwüstlich durch die Zeiten schreitet. Und natürlich Lyrik, die dem Wort unsterblich einen tieferen Sinn verleiht. …Was wäre nun in einer Geografie der literarischen Formen die Anekdote? Ich wage zu behaupten: eine winzige Quelle, aus der ununterbrochen, seit Anbeginn der Zeit, das klarste Wasser sprudelt. Müde und ausgelaugt vom Besteigen literarischer Achttausender kann man sich hier erfrischen und kurz verweilen. Und natürlich war das Theater der verlässlichste Anekdotenlieferant, der sich nur denken ließ.“
Als alter Theaterhase weiß Meyerhoff unzählige Anekdoten, die er pointiert zu erzählen versteht. So z.B. von den gar nicht glamourösen Anfängen beim Kindertheater. Er kennt aus seiner Laufbahn überambitionierte Regisseure, die auch noch im „ Dschungelbuch“ ihre politische Botschaft unterbringen möchten oder Bühnenbilder, die zu einer Gefahr für Schauspieler werden können. Er schildert, wie nur durch das beherzte Auftreten einer Souffleuse, ein Stück zu Ende gebracht werden konnte. Er besucht einen Applaussammler, der mit seinem Tonband den Applaus im Gorki- Theater jahrzehntelang dokumentiert hat und einen Schauspieler, der seine Datscha nach und nach mit ausrangierten Bühnenbildern ausstaffiert und zu jedem Bauteil noch das jeweilige Theaterstück parat hat.
Auch aus seiner Kindheit steuert Meyerhoff noch das ein oder andere Erlebnis bei, so z.B. die Fahrradprüfung in der Grundschule. Sogar seinen ersten Schreibversuche aus alten Schulheften sind abgedruckt und legen ein beredtes Zeugnis ab vom Legastheniker Meyerhoff. Denn der Autor ist gnadenlos ehrlich und schont sich selbst am wenigsten.
Für den Leser ist das höchst unterhaltsam. Schon lange nicht mehr musste ich so oft und laut lachen beim Lesen wie bei diesem Buch.
Doch neben aller Komik, bei aller Absurdität werden die schmerzlichen Punkte des Lebens nicht ausgeklammert. Das macht das Buch so lesenswert.
In erster Linie ist „ Man kann auch in die Höhe fallen“ eine Liebeserklärung an die Mutter. Auf sie passe das Hölderlin- Zitat, wie der Autor in einem Interview erklärt. „ Sie wurde über einen langen Teil ihres Weges immer glücklicher.“
Obwohl es das Schicksal ihr nicht immer leicht machte, hat diese Frau nie ihren Lebensmut verloren. Ihre Vitalität, auch noch im hohen Alter, ist erfrischend und ansteckend. Wenn Meyerhoff beschreibt, wie sie auf Bäume klettert, oder wie sie mit Elan ihren Rasen mäht, ob mit Balkenmäher oder ganz bequem auf dem Aufsitzrasenmäher, dann möchte man den Hut ziehen vor ihr. Beifahrer bei ihren halsbrecherischen Autofahrten mag man dagegen nicht sein, denn laut Sohn fährt sie „ wie eine besengte Sau“.
Wie beglückend für uns Leser, dass Joachim Meyerhoff den Ratschlag seiner Mutter befolgt hat. „ Schreib doch über mich. …Ich würd mich nämlich freuen, wenn ich es lesen kann, bevor ich sterbe.“ Auch wenn sie meinte, ihr Leben sei wenig interessant, so wird das hier aufs Beste widerlegt. Mit diesem Denkmal für eine unkonventionelle und widerstandsfähige Frau ist Meyerhoff zur ganz großen Form aufgelaufen.
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von Ruth - 2024-11-12 23:04:00
Man kann auch in die Höhe fallen - 5 Sterne
Nach seinem Schlaganfall wird Meyerhoff aus der Bahn geworfen. Sein Umzug nach Berlin überfordert ihn. Um wieder zu sich selbst zu finden, quartiert er sich bei seiner Mutter auf dem Land ein.
In seiner bewährten humorvollen Erzählweise, erfahren wir allerhand über diesen Zeitabschnitt seines Lebens.
In seiner bewährten humorvollen Erzählweise, erfahren wir allerhand über diesen Zeitabschnitt seines Lebens.
von Doris Stadlbauer - 2024-11-08 10:30:35
Mutter und Sohn - 4 Sterne
Das Buch ist der sechste Band der Reihe Alle Toten fliegen hoch, ist aber auch problemlos separat zu lesen.
Der Schauspieler Joachim Meyerhoff ist 56 und hat sich körperlich gut von einem Schlaganfall erholt. Aber seelisch ist er noch fahrig und angeschlagen.
Für eine Erholung fährt er zu Hof seiner patenten Mutter, die 86 Jahre alt ist, aber topfit und positiv zum Leben eingestellt.
Zwischen Mutter und Sohn gibt es witzige Dialoge. Meyerhoffs Selbstironie ist nicht gering einzuschätzen und verleiht dem Buch eine wichtige Komponente. Es ist auch ein sympathisches Mutterporträt. Ihr Schwung und ihr aktives Leben reisst mit.
In dieser ruhigen Umgebung denkt Meyerhoff viel über sich nach, zum Beispiel auch über seine Karriere.
Es gibt auch eine großartige Passage über eine ungewöhnliche Lesung.
Man kann auch in die Höhe fallen ist vielleicht der entspannteste Teil der Reihe! Es macht einfach Spaß, das Buch zu lesen.
Der Schauspieler Joachim Meyerhoff ist 56 und hat sich körperlich gut von einem Schlaganfall erholt. Aber seelisch ist er noch fahrig und angeschlagen.
Für eine Erholung fährt er zu Hof seiner patenten Mutter, die 86 Jahre alt ist, aber topfit und positiv zum Leben eingestellt.
Zwischen Mutter und Sohn gibt es witzige Dialoge. Meyerhoffs Selbstironie ist nicht gering einzuschätzen und verleiht dem Buch eine wichtige Komponente. Es ist auch ein sympathisches Mutterporträt. Ihr Schwung und ihr aktives Leben reisst mit.
In dieser ruhigen Umgebung denkt Meyerhoff viel über sich nach, zum Beispiel auch über seine Karriere.
Es gibt auch eine großartige Passage über eine ungewöhnliche Lesung.
Man kann auch in die Höhe fallen ist vielleicht der entspannteste Teil der Reihe! Es macht einfach Spaß, das Buch zu lesen.
von yellowdog - 2024-11-07 10:22:00
Ein Buch wie Medizin! - 5 Sterne
Nicht nur für den derzeit nebelgeplagten Innviertler, sondern für jeden der was lesen will, das nicht das Blut in den Adern gefrieren lässt, haben wir den perfekten Stimmungsaufheller.
Witzig, klug, originell, ernsthaft erzählt Joachim Meyerhoff eine Geschichte, die ganz wunderbar unterhält und einfach gut tut.
In einer persönlichen Krisensituation, die allein schon herrliche Anekdoten liefert, beschließt der Autor zu seiner Mutter zu fahren, um, naja, wieder auf den Damm zu kommen.
Die Mutter würde Stoff für die nächsten Bücher liefern, Meyerhoff, gesundet und jedem der das Buch gelesen hat, geht’s danach besser. In vielerlei Hinsicht!
Große, große Empfehlung und unbedingte Herbst/Winter – Pflichtlektüre, die definitiv helfen wird, die finsteren Monate zu erhellen.
Witzig, klug, originell, ernsthaft erzählt Joachim Meyerhoff eine Geschichte, die ganz wunderbar unterhält und einfach gut tut.
In einer persönlichen Krisensituation, die allein schon herrliche Anekdoten liefert, beschließt der Autor zu seiner Mutter zu fahren, um, naja, wieder auf den Damm zu kommen.
Die Mutter würde Stoff für die nächsten Bücher liefern, Meyerhoff, gesundet und jedem der das Buch gelesen hat, geht’s danach besser. In vielerlei Hinsicht!
Große, große Empfehlung und unbedingte Herbst/Winter – Pflichtlektüre, die definitiv helfen wird, die finsteren Monate zu erhellen.
von Stephan Lauf - 2024-11-07 09:24:04


