Rezensionen
Junge Frau mit Katze
Roman
Autor: Daniela Dröscher
Erschienen 2025 bei Kiepenheuer & Witsch
ISBN 978-3-462-00761-9
Irgendwie hat alles einen Sinn - auch Krankheit - 5 Sterne
Daniela Dröschers Vorgänger*inroman „Lügen über meine Mutter“ hat mich total begeistert. Nun geht’s um ihren neuesten Roman.
Hier erzählt sie von sich selbst, Anfang 30, und von ihren körperlichen Leiden und der Tortur, von einer*m Ärzt*in zum nächsten zu wechseln, denn keiner konnte so richtig rausfinden, was die Ursache ihrer Leiden war.
Begonnen hatte alles mit einer Kehlkopfentzündung. Sie erhielt einen Spray, dieser löste Herzrasen und Herzstolpern bei ihr aus. Sie konsultierte weitere Ärzt*innen und wurde mit neuen Diagnosen, Allergien und Medikamenten konfrontiert.
Zeitgleich stand sie wahnsinnig unter Stress, arbeitete an der Universität und stand kurz vor der Verteidigung ihrer Doktorarbeit – es wurde ihr, da gar keine Erklärung seitens der Ärzt*innen gefunden wurde, Ruhe und Stressvermeidung verordnet: in dieser Situation natürlich unmöglich. Sie muss die Prüfung exzellent schaffen, denn dann steht ein Uni-Job in Aussicht, den sie unbedingt möchte.
Auch Elas Mutter begegnen wir wieder im Roman. Mittlerweile hat sie sich von ihrem Ehemann getrennt (noch nicht geschieden) und lebt nun endlich ihr eigenes Leben.
Dieser Roman erzählt die Geschichte, wie die @danieladroescher zum Romanschreiben kam, aber zuerst einige Hürden in Angriff nehmen musste. Auf ihrem Lebensplan stand etwas ganz anderes. Dafür hat sie alles hintangestellt – ihr Körper hat jedoch dagegen gestreikt.
Ich habe den Roman gern gelesen und kann ihn absolut empfehlen.
Hier erzählt sie von sich selbst, Anfang 30, und von ihren körperlichen Leiden und der Tortur, von einer*m Ärzt*in zum nächsten zu wechseln, denn keiner konnte so richtig rausfinden, was die Ursache ihrer Leiden war.
Begonnen hatte alles mit einer Kehlkopfentzündung. Sie erhielt einen Spray, dieser löste Herzrasen und Herzstolpern bei ihr aus. Sie konsultierte weitere Ärzt*innen und wurde mit neuen Diagnosen, Allergien und Medikamenten konfrontiert.
Zeitgleich stand sie wahnsinnig unter Stress, arbeitete an der Universität und stand kurz vor der Verteidigung ihrer Doktorarbeit – es wurde ihr, da gar keine Erklärung seitens der Ärzt*innen gefunden wurde, Ruhe und Stressvermeidung verordnet: in dieser Situation natürlich unmöglich. Sie muss die Prüfung exzellent schaffen, denn dann steht ein Uni-Job in Aussicht, den sie unbedingt möchte.
Auch Elas Mutter begegnen wir wieder im Roman. Mittlerweile hat sie sich von ihrem Ehemann getrennt (noch nicht geschieden) und lebt nun endlich ihr eigenes Leben.
Dieser Roman erzählt die Geschichte, wie die @danieladroescher zum Romanschreiben kam, aber zuerst einige Hürden in Angriff nehmen musste. Auf ihrem Lebensplan stand etwas ganz anderes. Dafür hat sie alles hintangestellt – ihr Körper hat jedoch dagegen gestreikt.
Ich habe den Roman gern gelesen und kann ihn absolut empfehlen.
von Nicole Koppandi - 2025-12-09 21:42:00
Junge Frau mit sehr vielen Leiden - 2 Sterne
Im Jahr 2022 erschien Daniela Dröschers Roman "Lügen über meine Mutter". Ein autofiktionales Werk, das es sogar auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises geschafft hat und mich definitiv begeistert hat. Umso erfreuter war ich zu hören, dass Dröscher nun, drei Jahre später, mit "Junge Frau mit Katze" eine Art Fortsetzung veröffentlicht hat.
Ging es in "Lügen über meine Mutter", wie der Titel schon sagt, vor allem um die Mutter der Protagonistin Ela, geht es in "Junge Frau mit Katze" um Ela selbst. Sie ist gerade dabei zu promovieren und ist einem immensen Druck ausgesetzt, da sie in ihrem Tätigkeitsfeld ohne ein "summa cum laude" geringe Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat. Doch neben diesem Problem, geht es vor allem auch um die schwierige Beziehung zu ihrer Mutter und vor allem um die vielen Krankheiten, die Ela entwickelt.
Leider gefiel mir "Junge Frau mit Katze" nicht annähernd so gut wie "Lügen über meine Mutter". Obwohl Themen wie Leistungsdruck, schwierige Mutter-Tochter-Beziehung und undiagnostizierte Krankheiten im zweiten Roman wichtig sind, konnten sie mich nicht ganz abholen. Vor allem das Thema über die Krankheiten wurde mir irgendwann zu viel und nervte mich. Generell empfand ich das Buch an vielen Ecken als eine Art Schwall von Jammerei.
Ich kann das Buch nur eingeschränkt empfehlen, denke aber, dass andere Personen positiver auf die Themen reagieren würden und es somit vor allem an mir selber liegt. An Dröschers Art und Weise zu schreiben habe ich dennoch nichts zu bemängeln und kann mir somit vorstellen ein weiteres Werk von ihr zu lesen. Daher vergebe ich 2,5 Sterne.
Ging es in "Lügen über meine Mutter", wie der Titel schon sagt, vor allem um die Mutter der Protagonistin Ela, geht es in "Junge Frau mit Katze" um Ela selbst. Sie ist gerade dabei zu promovieren und ist einem immensen Druck ausgesetzt, da sie in ihrem Tätigkeitsfeld ohne ein "summa cum laude" geringe Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat. Doch neben diesem Problem, geht es vor allem auch um die schwierige Beziehung zu ihrer Mutter und vor allem um die vielen Krankheiten, die Ela entwickelt.
Leider gefiel mir "Junge Frau mit Katze" nicht annähernd so gut wie "Lügen über meine Mutter". Obwohl Themen wie Leistungsdruck, schwierige Mutter-Tochter-Beziehung und undiagnostizierte Krankheiten im zweiten Roman wichtig sind, konnten sie mich nicht ganz abholen. Vor allem das Thema über die Krankheiten wurde mir irgendwann zu viel und nervte mich. Generell empfand ich das Buch an vielen Ecken als eine Art Schwall von Jammerei.
Ich kann das Buch nur eingeschränkt empfehlen, denke aber, dass andere Personen positiver auf die Themen reagieren würden und es somit vor allem an mir selber liegt. An Dröschers Art und Weise zu schreiben habe ich dennoch nichts zu bemängeln und kann mir somit vorstellen ein weiteres Werk von ihr zu lesen. Daher vergebe ich 2,5 Sterne.
von rosetheline - 2025-10-14 13:19:00
Selbstfindung - 4 Sterne
Der Titel des Romans hat mich neugierig gemacht, den Roman der Autorin, der sich um die Mutter der aktuellen Protagonistin dreht, kannte ich jedoch noch nicht. Ela steht gerade vor dem Abschluss ihrer Promotion und hat eine Stelle in der Forschung in Aussicht, als ihr Körper (mal wieder) nicht mehr mitspielt und diverse unerklärliche Symptome entwickelt. Dies führt dazu, dass sie einerseits diverse Ärzte unterschiedlichster Fachgebiete aufsucht, die ihr aber nicht wirklich weiterhelfen, sich andererseits aber auch mehr mit dem Verhältnis zu ihrer Mutter befasst und auch ihre beruflichen Ambitionen hinterfragt.
Leider bin ich mit Ela nicht so recht warm geworden. Die verschiedensten Krankheitssymptome und vor allem, wie sie dann mit diesen umgeht, waren etwas zu viel für meinen Geschmack. Auch die sich anbahnende Liebesbeziehung erschien mir nicht vollkommen nachvollziehbar, irgendwie blieb alles recht distanziert. Gut gefallen hat mir jedoch der sprachgewaltige Schreibstil der Autorin, insbesondere die den Kapiteln vorangestellten Zitate und die schönen Begriffe aus vergangenen Zeiten, die mit Elas Arbeit zu tun haben.
Leider bin ich mit Ela nicht so recht warm geworden. Die verschiedensten Krankheitssymptome und vor allem, wie sie dann mit diesen umgeht, waren etwas zu viel für meinen Geschmack. Auch die sich anbahnende Liebesbeziehung erschien mir nicht vollkommen nachvollziehbar, irgendwie blieb alles recht distanziert. Gut gefallen hat mir jedoch der sprachgewaltige Schreibstil der Autorin, insbesondere die den Kapiteln vorangestellten Zitate und die schönen Begriffe aus vergangenen Zeiten, die mit Elas Arbeit zu tun haben.
von Island - 2025-10-12 21:00:00
So lala... - 3 Sterne
In „Lügen über meine Mutter“ schilderte Daniele Dröscher die Geschichte einer Mutter, die aufgrund ihrer Körpermaße nicht unbedingt dem Durchschnitt entspricht. In ihrem neuen Roman forciert Dröscher nun die Perspektive von Ela, die gesundheitliche Veränderungen durchmacht und sich mit ihren Lebensumständen auseinandersetzt. So findet sich Ela unter anderem zwischen beruflicher Überlastung und familiären Verpflichtungen wieder.
Leider hat mich Elas Geschichte vergleichsweise nicht abholen können, teilweise fiel es mir schwer, ihre starken Reaktionen nachzuvollziehen. Ihre Baustellen sind zum Teil von ihr selbst gemacht und sie müsste sich mal aus der ganzen Situation herausnehmen, um die Gegebenheiten neu zu betrachten und zu bewerten. Zudem hätte ich mich gewünscht, dass die familiären Verflechtungen in ihrer Tiefe präsenter gewesen wären.
„Junge Frau mit Katze“ ist trotz dessen lesenswert und Daniela Dröscher versteht ihr Handwerk.
Leider hat mich Elas Geschichte vergleichsweise nicht abholen können, teilweise fiel es mir schwer, ihre starken Reaktionen nachzuvollziehen. Ihre Baustellen sind zum Teil von ihr selbst gemacht und sie müsste sich mal aus der ganzen Situation herausnehmen, um die Gegebenheiten neu zu betrachten und zu bewerten. Zudem hätte ich mich gewünscht, dass die familiären Verflechtungen in ihrer Tiefe präsenter gewesen wären.
„Junge Frau mit Katze“ ist trotz dessen lesenswert und Daniela Dröscher versteht ihr Handwerk.
von warda - 2025-09-22 16:42:00
Körper, Katze und Kontrollverlust - 5 Sterne
Daniela Dröscher konnte mich bereits mit ihrem ersten autofiktionalem Werk »Lügen über meine Mutter«, in welchem sie einfühlsam und dennoch auf gewisse Weise befangen die stille Leidensgeschichte ihrer Mutter niederschrieb, vollends überzeugen. Auch »Junge Frau mit Katze«, welches eine Art Fortsetzung darstellt, wollte ich daher unbedingt lesen.
Ela ist angehende Wissenschaftlerin und steht kurz vor ihrer Promotion. Die Verteidigung ihrer Dissertation steht zwar unmittelbar bevor, doch sie beschäftigt sich lieber mit einer Vielzahl an Symptomen, die ihr Körper scheinbar zusammenhanglos hervorbringt.
Während Ela ihren körperlichen Symptomen nach und nach auf den Grund zu gehen scheint, setzt sie sich auch immer mehr mit ihrer familiären Vergangenheit, insbesondere der Beziehung zu ihrer Mutter auseinander.
Mit einem feinen Gespür für psychologischen Tiefgang gelingt es der Autorin auch in diesem Roman wieder die Aufarbeitung familiärer Konflikte und dessen folgenschweren Auswirkungen auf Körper und Psyche in den Vordergrund zu stellen.
Es ist eines dieser Bücher, bei dem die Handlung die meiste Zeit gemächlich und leise vor sich hin plätschert. Die Autorin schafft es zugleich sanft und einfühlsam, als auch direkt und schonungslos über schwierige Themen zu schreiben.
Viel zu oft habe ich mich selbst in Ela wiedererkannt. Soll ich mit meinen Symptomen zum Arzt gehen oder reagiere ich über? Oft wird man (vor allem als Frau) ohnehin nicht ernst genommen und auch das Leid von typisch „weiblichen“ Krankheiten wird hier zum Ausdruck gebracht. Ebenso der Einfluss von psychischen Belastungen, wie Stress, Überforderung oder dem Druck der Gesellschaft etwas leisten zu müssen.
Die einzelnen Kapitel sind nach Titel bekannter Romane benannt, die auf die ein oder andere Weise immer sehr gut zum entsprechenden Inhalt gewählt sind. Dieses Detail, sowie die altdeutschen Begriffe aus den Märchenbüchern der Gebrüder Grimm, welche hier und da gekonnt und stets passend in den Text mit einbezogen wurden machen das Buch zu einer wahren Hommage an die Literatur.
Uneingeschränkt empfehlen kann ich das Buch trotz meiner positiven Bewertung jedoch nicht. Ich kann mir vorstellen, dass sowohl die Auseinandersetzung, als auch der Umgang mit (chronischen) Krankheiten für den ein oder anderen einfach zu viel ist.
Ela ist angehende Wissenschaftlerin und steht kurz vor ihrer Promotion. Die Verteidigung ihrer Dissertation steht zwar unmittelbar bevor, doch sie beschäftigt sich lieber mit einer Vielzahl an Symptomen, die ihr Körper scheinbar zusammenhanglos hervorbringt.
Während Ela ihren körperlichen Symptomen nach und nach auf den Grund zu gehen scheint, setzt sie sich auch immer mehr mit ihrer familiären Vergangenheit, insbesondere der Beziehung zu ihrer Mutter auseinander.
Mit einem feinen Gespür für psychologischen Tiefgang gelingt es der Autorin auch in diesem Roman wieder die Aufarbeitung familiärer Konflikte und dessen folgenschweren Auswirkungen auf Körper und Psyche in den Vordergrund zu stellen.
Es ist eines dieser Bücher, bei dem die Handlung die meiste Zeit gemächlich und leise vor sich hin plätschert. Die Autorin schafft es zugleich sanft und einfühlsam, als auch direkt und schonungslos über schwierige Themen zu schreiben.
Viel zu oft habe ich mich selbst in Ela wiedererkannt. Soll ich mit meinen Symptomen zum Arzt gehen oder reagiere ich über? Oft wird man (vor allem als Frau) ohnehin nicht ernst genommen und auch das Leid von typisch „weiblichen“ Krankheiten wird hier zum Ausdruck gebracht. Ebenso der Einfluss von psychischen Belastungen, wie Stress, Überforderung oder dem Druck der Gesellschaft etwas leisten zu müssen.
Die einzelnen Kapitel sind nach Titel bekannter Romane benannt, die auf die ein oder andere Weise immer sehr gut zum entsprechenden Inhalt gewählt sind. Dieses Detail, sowie die altdeutschen Begriffe aus den Märchenbüchern der Gebrüder Grimm, welche hier und da gekonnt und stets passend in den Text mit einbezogen wurden machen das Buch zu einer wahren Hommage an die Literatur.
Uneingeschränkt empfehlen kann ich das Buch trotz meiner positiven Bewertung jedoch nicht. Ich kann mir vorstellen, dass sowohl die Auseinandersetzung, als auch der Umgang mit (chronischen) Krankheiten für den ein oder anderen einfach zu viel ist.
von Sina - 2025-09-13 22:26:00
Leseempfehlung! - 4 Sterne
Das allererste Mal, dass ich meine Gedanken zu einem Buch festgehalten habe, war zu „Lügen über meine Mutter“ von Daniela Dröscher. Mein allererster Blogbeitrag sozusagen, der definitiv noch keine Rezension, sondern ein ungeordneter, kleiner Leseeindruck war.
Seitdem habe ich viele weitere Bücher gelesen und unzählige weitere Blogbeiträge geschrieben und Leseeindrücke festgehalten, die „Lügen über meine Mutter“ sind mir aber immer im Gedächtnis geblieben.
Keine Frage, dass ich den neuen Roman von Daniela Dröscher dringend lesen wollte.
In „Junge Frau mit Katze“ ist die kindliche Erzählerin Ela aus „Lügen über meine Mutter“ älter geworden und ist jetzt eine junge Frau. Auch ihre Mutter ist älter geworden, doch die Bindung zwischen den beiden Frauen ist nach wie vor liebevoll und symbiotisch eng.
Ela strebt eine Laufbahn im geisteswissenschaftlichen, akademischen Universitätsmilieu an und steht kurz vor dem Abschluss ihrer Promotion.
Doch die Jahre, in denen sie prekär gearbeitet und gelebt hat, haben Spuren bei ihr hinterlassen. Die bevorstehende Promotion in Verbindung mit einem Nebenjob und Geldsorgen üben enormen Druck auf sie aus.
Ihr Körper rebelliert. Die gesundheitlichen Baustellen, die sie irgendwann nicht mehr wegdrücken kann, werden immer größer, bis sie schließlich kollabiert.
“Das hier war kein Leben, es war eine Zumutung. Ein ausharrendes Erleiden, eine groteske Kopie dessen, was man Leben nannte.”
Ärzt*innen und das Gesundheitssystem sind nur bedingt in der Lage, ihr zu helfen und Ela erkennt, dass sie tiefgreifende Veränderungen vornehmen muss.
“Ich hatte mich selbst verloren. Zwischen all der Arbeit, dem Lesen, dem Lernen, den Freundschaften, den Feiern musste ich mir selbst ein Stück weit abhandengekommen sein. Ich wusste nicht einmal, was ich essen konnte, und was nicht. Der Kompass in meinem Körper drehte vollkommen frei.”
Ich denke, dass viele Menschen irgendwann an den Punkt der kompletten Erschöpfung und Orientierungslosigkeit kommen. Unsere Leistungsgesellschaft verlangt uns für das Gefühl von Selbstwertigkeit viel ab. Und oft dauert es eine Zeit, bis wir begreifen, dass diese Form von Selbstwert keine Nachhaltigkeit hat. Spätestens dann, wenn wir die geforderte Leistung nicht mehr erbringen können. Weil wir krank, Elternteil oder einfach nur älter werden.
Bei Dröschers Erzählerin kommen an diesem Punkt in ihrem Leben neben den gesundheitlichen Aspekten noch andere erschwerende Faktoren hinzu: sie ist die erste aus ihrer Familie, die eine akademische Laufbahn einschlägt, und wird hart mit dem Klassensystem konfrontiert. Die Beziehung zu ihren Eltern, vor allem zu ihrer Mutter ist komplex und sie muss sich mit ihrem eigenen Standpunkt erst emanzipieren. Dazu kommen verschiedene Glaubenssätze zum Thema Körper, Gesundheit und Beziehungen.
Ich kann mich nicht mit allen Punkte, die Ela beschäftigen, identifizieren, aber es ist eben die Dröschers Kunst, diese Punkte trotzdem nachvollziehbar und vor allem nachfühlbar zu erzählen. Es ist klar, dass diese beiden Romane, viele und starke autofiktionale Elemente enthalten, und ich bewundere Dröschers Arbeit und ihren Umgang damit sehr.
Wie in „Lügen über meine Mutter“ stellt sie zwischen die Kapitel ihre Beobachtungen und Analysen aus der heutigen Perspektive der Erzählerin, was mir sehr gefällt. Allerdings hatte ich sie als deutlicher und expliziter feministisch in Erinnerung, was aber vielleicht auch mit dem Thema verbunden war.
Wenn du bis hier gelesen hast, sollte dir eigentlich klar sein, dass es von mir für Dröschers neuen Roman natürlich eine Leseempfehlung gibt! Ich freue mich schon sehr auf weitere Romane der Berliner Schriftstellerin.
Seitdem habe ich viele weitere Bücher gelesen und unzählige weitere Blogbeiträge geschrieben und Leseeindrücke festgehalten, die „Lügen über meine Mutter“ sind mir aber immer im Gedächtnis geblieben.
Keine Frage, dass ich den neuen Roman von Daniela Dröscher dringend lesen wollte.
In „Junge Frau mit Katze“ ist die kindliche Erzählerin Ela aus „Lügen über meine Mutter“ älter geworden und ist jetzt eine junge Frau. Auch ihre Mutter ist älter geworden, doch die Bindung zwischen den beiden Frauen ist nach wie vor liebevoll und symbiotisch eng.
Ela strebt eine Laufbahn im geisteswissenschaftlichen, akademischen Universitätsmilieu an und steht kurz vor dem Abschluss ihrer Promotion.
Doch die Jahre, in denen sie prekär gearbeitet und gelebt hat, haben Spuren bei ihr hinterlassen. Die bevorstehende Promotion in Verbindung mit einem Nebenjob und Geldsorgen üben enormen Druck auf sie aus.
Ihr Körper rebelliert. Die gesundheitlichen Baustellen, die sie irgendwann nicht mehr wegdrücken kann, werden immer größer, bis sie schließlich kollabiert.
“Das hier war kein Leben, es war eine Zumutung. Ein ausharrendes Erleiden, eine groteske Kopie dessen, was man Leben nannte.”
Ärzt*innen und das Gesundheitssystem sind nur bedingt in der Lage, ihr zu helfen und Ela erkennt, dass sie tiefgreifende Veränderungen vornehmen muss.
“Ich hatte mich selbst verloren. Zwischen all der Arbeit, dem Lesen, dem Lernen, den Freundschaften, den Feiern musste ich mir selbst ein Stück weit abhandengekommen sein. Ich wusste nicht einmal, was ich essen konnte, und was nicht. Der Kompass in meinem Körper drehte vollkommen frei.”
Ich denke, dass viele Menschen irgendwann an den Punkt der kompletten Erschöpfung und Orientierungslosigkeit kommen. Unsere Leistungsgesellschaft verlangt uns für das Gefühl von Selbstwertigkeit viel ab. Und oft dauert es eine Zeit, bis wir begreifen, dass diese Form von Selbstwert keine Nachhaltigkeit hat. Spätestens dann, wenn wir die geforderte Leistung nicht mehr erbringen können. Weil wir krank, Elternteil oder einfach nur älter werden.
Bei Dröschers Erzählerin kommen an diesem Punkt in ihrem Leben neben den gesundheitlichen Aspekten noch andere erschwerende Faktoren hinzu: sie ist die erste aus ihrer Familie, die eine akademische Laufbahn einschlägt, und wird hart mit dem Klassensystem konfrontiert. Die Beziehung zu ihren Eltern, vor allem zu ihrer Mutter ist komplex und sie muss sich mit ihrem eigenen Standpunkt erst emanzipieren. Dazu kommen verschiedene Glaubenssätze zum Thema Körper, Gesundheit und Beziehungen.
Ich kann mich nicht mit allen Punkte, die Ela beschäftigen, identifizieren, aber es ist eben die Dröschers Kunst, diese Punkte trotzdem nachvollziehbar und vor allem nachfühlbar zu erzählen. Es ist klar, dass diese beiden Romane, viele und starke autofiktionale Elemente enthalten, und ich bewundere Dröschers Arbeit und ihren Umgang damit sehr.
Wie in „Lügen über meine Mutter“ stellt sie zwischen die Kapitel ihre Beobachtungen und Analysen aus der heutigen Perspektive der Erzählerin, was mir sehr gefällt. Allerdings hatte ich sie als deutlicher und expliziter feministisch in Erinnerung, was aber vielleicht auch mit dem Thema verbunden war.
Wenn du bis hier gelesen hast, sollte dir eigentlich klar sein, dass es von mir für Dröschers neuen Roman natürlich eine Leseempfehlung gibt! Ich freue mich schon sehr auf weitere Romane der Berliner Schriftstellerin.
von @lust_auf_literatur - 2025-09-10 14:49:00
Über Krankheit und Selbstignoranz; mit Kater - 3 Sterne
Ela steht kurz vor ihrer Promotion, als sie plötzlich von allen möglichen Krankheiten befallen wird. Nicht nur ihr Abschluss, sondern auch ihre wissenschaftliche Karriere laufen Gefahr zu scheitern. Obwohl sie gesundheitlich stark gebeutelt ist, arbeitet und lernt sie, immer kurz vor dem endgültigen Kollaps. Doch nicht nur dies macht ihr zu schaffen, auch ihre komplizierten Familienverhältnisse scheinen sie in den Abgrund zu ziehen...
Daniela Dröscher legt mit "Junge Frau mit Katze" den autofiktionalen Nachfolger ihres Erfolgsbuches "Lügen über meine Mutter" vor. Während letztgenanntes mich seinerzeit umgehend in den Bann zog, ich schockiert, betroffen, mitfühlend war und ständig auch Parallelen zu meiner eigenen Biographie vorfinden konnte, bin ich von ihrem aktuellen Buch einigermaßen enttäuscht. Zwar mag ich den Schreibstil der Autorin sehr, allerdings fehlte mir eine tiefere Aussage oder grundsätzlich eine einnehmende Geschichte.
Hauptsächlich geht es um Krankheit. Immer neue Krankheiten tauchen auf, über weite Strecken weiß man nicht, ist das nun echt oder eingebildet, wurde ihr ihre Kränklichkeit von der Mutter anerzogen oder weiß Ela einfach nicht, wann einmal Schluss sein muss. Trotzdem es ihr miserabel geht, arbeitet sie weiter und lernt sogar japanisch im Schnelldurchlauf, weil sie es einfach nicht schafft, ein Missverständnis aufzuklären. Strikt hält sie am eingeschlagenen Weg der literaturwissenschaftlichen Karriere fest, ohne zu wissen, ob sie das eigentlich will. Gleichzeitig regt sie sich über ihre Mutter auf, die sich endlich zu emanzipieren scheint, kehrt immer hervor, wie dick und unbeweglich ist und zwischen den Zeilen liest man, dass auch sie sich für ihre Mutter schämt. Statt sich mit ihr zu freuen, stellt sie ihre eigene Abhängigkeit vor das Wohl ihrer geplagten Mutter. Wenig ist gemein mit dem Mitfühlenden aus den "Lügen". Ihre engste Freundin Leo scheint sie nur zu akzeptieren, wenn Ela sich um deren Tochter Henny kümmert, auch wenn sie zum Kindersitten eigentlich zu krank ist. Generell wirken Elas Beziehungen alle toxisch. Nur ihr Bruder, lebend im fernen London, scheint ihr eine liebevolle Stütze zu sein. Ihr Arbeitskollege O ein Lichtblick in ihrem Leben. Elas Kater Sir Wilson ist ein Highlight.
Besonders irritiert hat es mich, wie die Protagonistin die Augen für Tatsächliches verschließt. Eine schwerwiegende Krankheit, die sie vor einiger Zeit hatte, stellt sich als einigermaßen harmlos heraus, doch die tatsächliche, positivere Diagnose wollte sie einfach lange Zeit nicht hören. Einmal in den Strudel der Krankheit hineingezogen, scheint es keinen Weg mehr heraus zu geben. Zwar ist mir aus eigener Erfahrung bewusst, wie tief einen ein schweres Krankheitsschicksal oder die Ungewissheit, was man selbst eigentlich so will, schwer belasten kann. Aber in dem Ausmaß, in welchem das die Protagonistin erfährt, ist nicht nur äußerst hinunterziehend, sondern mitunter auch nervig.
Mein Fazit: "Junge Frau mit Katze" kann man lesen, wenn man wissen will, wie es nach "Lügen über meine Mutter" weitergegangen ist oder kein Problem hat, von allen möglichen Krankheitsgeschichten mit hypochondrischen Anflügen gepaart mit toxischen Beziehungen und einigen Lichtblicken einvernommen zu werden. An der Anziehungskraft des Vorgängers kann es leider nicht mithalten.
Daniela Dröscher legt mit "Junge Frau mit Katze" den autofiktionalen Nachfolger ihres Erfolgsbuches "Lügen über meine Mutter" vor. Während letztgenanntes mich seinerzeit umgehend in den Bann zog, ich schockiert, betroffen, mitfühlend war und ständig auch Parallelen zu meiner eigenen Biographie vorfinden konnte, bin ich von ihrem aktuellen Buch einigermaßen enttäuscht. Zwar mag ich den Schreibstil der Autorin sehr, allerdings fehlte mir eine tiefere Aussage oder grundsätzlich eine einnehmende Geschichte.
Hauptsächlich geht es um Krankheit. Immer neue Krankheiten tauchen auf, über weite Strecken weiß man nicht, ist das nun echt oder eingebildet, wurde ihr ihre Kränklichkeit von der Mutter anerzogen oder weiß Ela einfach nicht, wann einmal Schluss sein muss. Trotzdem es ihr miserabel geht, arbeitet sie weiter und lernt sogar japanisch im Schnelldurchlauf, weil sie es einfach nicht schafft, ein Missverständnis aufzuklären. Strikt hält sie am eingeschlagenen Weg der literaturwissenschaftlichen Karriere fest, ohne zu wissen, ob sie das eigentlich will. Gleichzeitig regt sie sich über ihre Mutter auf, die sich endlich zu emanzipieren scheint, kehrt immer hervor, wie dick und unbeweglich ist und zwischen den Zeilen liest man, dass auch sie sich für ihre Mutter schämt. Statt sich mit ihr zu freuen, stellt sie ihre eigene Abhängigkeit vor das Wohl ihrer geplagten Mutter. Wenig ist gemein mit dem Mitfühlenden aus den "Lügen". Ihre engste Freundin Leo scheint sie nur zu akzeptieren, wenn Ela sich um deren Tochter Henny kümmert, auch wenn sie zum Kindersitten eigentlich zu krank ist. Generell wirken Elas Beziehungen alle toxisch. Nur ihr Bruder, lebend im fernen London, scheint ihr eine liebevolle Stütze zu sein. Ihr Arbeitskollege O ein Lichtblick in ihrem Leben. Elas Kater Sir Wilson ist ein Highlight.
Besonders irritiert hat es mich, wie die Protagonistin die Augen für Tatsächliches verschließt. Eine schwerwiegende Krankheit, die sie vor einiger Zeit hatte, stellt sich als einigermaßen harmlos heraus, doch die tatsächliche, positivere Diagnose wollte sie einfach lange Zeit nicht hören. Einmal in den Strudel der Krankheit hineingezogen, scheint es keinen Weg mehr heraus zu geben. Zwar ist mir aus eigener Erfahrung bewusst, wie tief einen ein schweres Krankheitsschicksal oder die Ungewissheit, was man selbst eigentlich so will, schwer belasten kann. Aber in dem Ausmaß, in welchem das die Protagonistin erfährt, ist nicht nur äußerst hinunterziehend, sondern mitunter auch nervig.
Mein Fazit: "Junge Frau mit Katze" kann man lesen, wenn man wissen will, wie es nach "Lügen über meine Mutter" weitergegangen ist oder kein Problem hat, von allen möglichen Krankheitsgeschichten mit hypochondrischen Anflügen gepaart mit toxischen Beziehungen und einigen Lichtblicken einvernommen zu werden. An der Anziehungskraft des Vorgängers kann es leider nicht mithalten.
von Kwinsu - 2025-08-31 00:21:00
Schwierig, aber spannend - 4 Sterne
Daniela Dröscher gelingt es in ihrem Roman „Junge Frau mit Katze“, eine eindringliche und zugleich bedrückende Geschichte über Krankheit, Selbstfindung und familiäre Verstrickungen zu erzählen. Im Mittelpunkt steht Ela, eine junge Frau, die von einer scheinbar endlosen Reihe von körperlichen und psychischen Beschwerden geplagt wird. Ihre Odyssee von Arzt zu Arzt, ihre Ängste und die belastende Beziehung zu ihrer Mutter ziehen sich wie ein roter Faden durch das Buch.
Dröscher beschreibt Elas Leiden und ihren Alltag mit einer beeindruckenden Präzision und Tiefe, die den Leser unweigerlich in die Geschichte hineinzieht. Doch genau diese Detailfülle kann auch fordernd sein. Die minutiöse Schilderung von Symptomen und Arztbesuchen lässt die Lektüre stellenweise schwer und beklemmend wirken. Gleichzeitig ist es aber genau diese schonungslose Ehrlichkeit, die den Roman so authentisch macht.
Besonders gelungen ist die Darstellung der psychischen Dimension von Krankheit und deren Auswirkungen auf das soziale Umfeld. Dröscher zeigt eindrucksvoll, wie sehr körperliche Beschwerden und familiäre Konflikte miteinander verwoben sein können. Die Beziehung zwischen Ela und ihrer Mutter ist dabei ein zentrales Thema, das den Leser zum Nachdenken anregt.
„Junge Frau mit Katze“ ist kein leichtes Buch, sondern eine tiefgründige Auseinandersetzung mit den Schattenseiten des Lebens. Es fordert Geduld und die Bereitschaft, sich auf Elas schwierige Welt einzulassen. Wer jedoch Interesse an psychologischen Themen und zwischenmenschlichen Dynamiken hat, wird von diesem Roman bereichert. Ein Werk, das nachhallt und zum Reflektieren anregt.
Dröscher beschreibt Elas Leiden und ihren Alltag mit einer beeindruckenden Präzision und Tiefe, die den Leser unweigerlich in die Geschichte hineinzieht. Doch genau diese Detailfülle kann auch fordernd sein. Die minutiöse Schilderung von Symptomen und Arztbesuchen lässt die Lektüre stellenweise schwer und beklemmend wirken. Gleichzeitig ist es aber genau diese schonungslose Ehrlichkeit, die den Roman so authentisch macht.
Besonders gelungen ist die Darstellung der psychischen Dimension von Krankheit und deren Auswirkungen auf das soziale Umfeld. Dröscher zeigt eindrucksvoll, wie sehr körperliche Beschwerden und familiäre Konflikte miteinander verwoben sein können. Die Beziehung zwischen Ela und ihrer Mutter ist dabei ein zentrales Thema, das den Leser zum Nachdenken anregt.
„Junge Frau mit Katze“ ist kein leichtes Buch, sondern eine tiefgründige Auseinandersetzung mit den Schattenseiten des Lebens. Es fordert Geduld und die Bereitschaft, sich auf Elas schwierige Welt einzulassen. Wer jedoch Interesse an psychologischen Themen und zwischenmenschlichen Dynamiken hat, wird von diesem Roman bereichert. Ein Werk, das nachhallt und zum Reflektieren anregt.
von xx - 2025-08-30 19:38:00
Eine junge Frau kreist um sich selbst - 3 Sterne
Von Daniela Dröscher habe ich schon die autofiktionalen Werke "Lügen über meine Mutter" sowie "Zeige deine Klasse" gelesen, die mir beide auf ihre Art sehr gut gefallen haben. So war ich sehr neugierig auf ihr neuestes Buch "Junge Frau mit Katze", in dem das Kind Ela aus dem Mutter-Buch nun eine erwachsene Frau ist.
Die Lektüre des Buches lässt mich mit zwiespältigen Gefühlen zurück. Worum geht es? Ela plagt sich seit fünf Jahren mit ihrer Promotion in Literaturwissenschaften herum. Ansonsten lebt sie ein sehr vergeistigtes, stressiges und von ihrem Körper abgespaltenes Leben alleine in einer kleinen Wohnung mit ihrem Kater. Eine weitere wichtige Rolle in ihrem Leben spielt ihre gute Freundin Leo, für deren 5-jährige Tochter Ela immer wieder mal die Babysitterin spielt.
Ansonsten gibt es noch, in deutlicherer Distanz, den im Ausland lebenden schwulen Bruder, der seine Hochzeit plant, einige entferntere Freunde und Bekannte, einen wissenschaftlichen Kollegen, mit dem sie ihr kleines Zimmer am Institut teilt, den Doktorvater und die Zweitprüferin, eine Psychotherapeutin sowie, nochmal weiter weg, die Schatten aus der Vergangenheit: die Mutter Elas, mit der sie regelmäßig telefoniert, die sie aber kaum sieht, und den Vater, zu dem nur mehr wenige Male im Jahr Kontakt besteht. So weit zu Elas sozialer Einbettung.
Ansonsten konzentriert sich Ela auf den Abschluss ihrer Promotion. Unbedingt will sie dabei die Bestnote erzielen, denn sie ist sehr ehrgeizig und außerdem fürchtet sie, sich nur so eine der wenigen begehrten Postdoc-Stellen sichern zu können. Eine solche hat ihr der Doktorvater schon in Aussicht gestellt und lange sieht Ela die Fortführung der wissenschaftlichen Karriere hin zur ersehnten Professur als einzige erstrebenswerte berufliche Möglichkeit für sich. Das macht natürlich enorm Druck.
So hat es mich als Leserin nicht verwundert, dass Ela - die bisher ihrem Körper wenig Beachtung geschenkt hat und sich in Abgrenzung zu ihrer Mutter und den abwertenden Blick des Vaters auf diese mit übernehmend als attraktiv und dünn und damit vermutlich automatisch auch als gesund angesehen hat - diverse scheinbar unzusammenhängende körperliche Symptome entwickelt: beginnend mit einer anhaltenden Entzündung im Hals ohne klar erkennbare Ursache über Herzrhythmusprobleme bis hin zu heftigen allergischen Hautreaktionen.
So beginnt eine Odyssee zu Ärzten und Ärztinnen, Heilpraktikerinnen und Energetikern, die meiste Zeit im Hintergrund begleitet von einer Psychotherapie sowie von ihren Ängsten und Neurosen. Ela muss sich damit konfrontieren, möglicherweise den geplanten Promotionstermin nicht einhalten zu können und nicht mehr so leistungsfähig zu sein wie bisher, was ihr anfangs sehr schwer fällt. Immer noch ist sie extrem darauf bedacht, ein gewisses Bild nach außen zu wahren, so versucht sie etwa, innerhalb von sechs Wochen Japanisch von null auf Konversationsniveau zu lernen, nachdem aufgrund eines Missverständnisses, das sie nicht den Mut hat aufzuklären, am Institut vermutet wird, sie beherrsche diese Sprache.
Es zeigt sich das Bild einer enorm getriebenen, kopflastigen und leistungsorientierten jungen Frau, die immer noch sehr mit ihrem Herkunftsmilieu kämpft und dessen Schatten nicht loswird.
Sprachlich ist es ein unterhaltsam und gut geschriebenes Buch, Daniela Dröscher beherrscht ihr Handwerk, wie sie ja auch schon in ihren vorigen Büchern gezeigt hat. Inhaltlich hat mich das Buch aber eher enttäuscht: die vielen Arztbesuche nehmen einen enormen Anteil des Buches ein, bei dem sich für mich erst spät eine Weiterentwicklung und ein relevanter Erkenntnisgewinn gezeigt hat.
Das alleine hätte mich aber noch nicht so sehr gestört wie etwas anderes: der weitgehend unreflektiert negative Blick der Tochter und des Sohnes auf die Mutter allein aufgrund von deren Figur sowie für mich kleinlich anmutende Schuldzuweisungen an diese aufgrund vermeintlicher Fehler. Es ist ein sehr ungnädiger Blick der erwachsenen Kinder auf die Mutter, der sich hier offenbart.
Die Tochter meint, ihr Bruder würde die Mutter am liebsten von seiner eigenen Hochzeit ausladen, weil er so ein Faible für Schönes hätte und sich für deren Übergewicht schämen würde. Sie selbst definiert sich in Abgrenzung zur Mutter: "So ungefähr, dachte ich immer, verhält es sich mit uns. Meine Mutter ist dort, ich bin hier, sie ist die sehr Dicke, ich bin die Dünne. Oder in den Worten meines Vaters: Ich bin die Schöne, sie ist die Hässliche." (S. 9)
Als die Mutter nach der Trennung von ihrem abwertenden Ehemann neu ihr Glück findet, einen liebevollen und freundlichen neuen Partner an ihrer Seite hat, unternehmungslustig mit diesem durch die Welt reist, fitter wird und abnimmt, kann ihr die Tochter dieses Glück auch kaum gönnen, sondern beklagt, dass sie als junge Frau mit ihren Krankheiten kämpfe, während die Mutter herumreise, obwohl es nach ihrem Gerechtigkeitsempfinden eher umgekehrt sein solle.
Ein autofiktionaler Roman ist keine Biographie und somit soll und kann man Ela sicher nicht komplett mit Daniela Dröscher gleichsetzen, zum Glück. Denn die Ela aus diesem Roman empfinde ich als ziemlich undankbar, abwertend, um sich selbst kreisend und wenig reflektiert. Aus einem grundsätzlich sehr privilegierten Leben mit vielseitiger Unterstützung in eine temporäre, aber am Ende lösbare, gesundheitliche Krise geworfen, bemitleidet sie sich selbst und hat wenig Mitgefühl für andere.
Das wird auch nicht ganz kompensiert durch die kurzen Minikapitel zwischendurch, bei denen es um die Mutter und deren in den Augen der Tochter ungelebtes Leben geht. Am interessantesten am Buch war für mich noch der Aspekt, ob und auf welche Weise es durch die langwierige Krankheitsgeschichte zu einem Perspektivenwechsel Elas auch in Bezug auf ihre beruflichen Möglichkeiten und ihre Prioritäten kommt.
Insgesamt ist es für mich das bisher schwächste mir bekannte Buch dieser sonst von mir durchaus geschätzten Autorin. Dass die Autorin viele Themen sehr wohl vielseitiger und kritischer reflektieren kann, hat sie in ihren anderen Büchern bewiesen, hier zeigt es sich mir zu wenig. Deshalb empfehle ich dieses Buch eher nur Fans der Autorin, die sich für einen weiteren Aspekt der bekannten Geschichte interessieren. Wer die Autorin hingegen noch nicht kennt und sie neu entdecken möchte, dem rate ich eher zu einem ihrer anderen Werke.
Die Lektüre des Buches lässt mich mit zwiespältigen Gefühlen zurück. Worum geht es? Ela plagt sich seit fünf Jahren mit ihrer Promotion in Literaturwissenschaften herum. Ansonsten lebt sie ein sehr vergeistigtes, stressiges und von ihrem Körper abgespaltenes Leben alleine in einer kleinen Wohnung mit ihrem Kater. Eine weitere wichtige Rolle in ihrem Leben spielt ihre gute Freundin Leo, für deren 5-jährige Tochter Ela immer wieder mal die Babysitterin spielt.
Ansonsten gibt es noch, in deutlicherer Distanz, den im Ausland lebenden schwulen Bruder, der seine Hochzeit plant, einige entferntere Freunde und Bekannte, einen wissenschaftlichen Kollegen, mit dem sie ihr kleines Zimmer am Institut teilt, den Doktorvater und die Zweitprüferin, eine Psychotherapeutin sowie, nochmal weiter weg, die Schatten aus der Vergangenheit: die Mutter Elas, mit der sie regelmäßig telefoniert, die sie aber kaum sieht, und den Vater, zu dem nur mehr wenige Male im Jahr Kontakt besteht. So weit zu Elas sozialer Einbettung.
Ansonsten konzentriert sich Ela auf den Abschluss ihrer Promotion. Unbedingt will sie dabei die Bestnote erzielen, denn sie ist sehr ehrgeizig und außerdem fürchtet sie, sich nur so eine der wenigen begehrten Postdoc-Stellen sichern zu können. Eine solche hat ihr der Doktorvater schon in Aussicht gestellt und lange sieht Ela die Fortführung der wissenschaftlichen Karriere hin zur ersehnten Professur als einzige erstrebenswerte berufliche Möglichkeit für sich. Das macht natürlich enorm Druck.
So hat es mich als Leserin nicht verwundert, dass Ela - die bisher ihrem Körper wenig Beachtung geschenkt hat und sich in Abgrenzung zu ihrer Mutter und den abwertenden Blick des Vaters auf diese mit übernehmend als attraktiv und dünn und damit vermutlich automatisch auch als gesund angesehen hat - diverse scheinbar unzusammenhängende körperliche Symptome entwickelt: beginnend mit einer anhaltenden Entzündung im Hals ohne klar erkennbare Ursache über Herzrhythmusprobleme bis hin zu heftigen allergischen Hautreaktionen.
So beginnt eine Odyssee zu Ärzten und Ärztinnen, Heilpraktikerinnen und Energetikern, die meiste Zeit im Hintergrund begleitet von einer Psychotherapie sowie von ihren Ängsten und Neurosen. Ela muss sich damit konfrontieren, möglicherweise den geplanten Promotionstermin nicht einhalten zu können und nicht mehr so leistungsfähig zu sein wie bisher, was ihr anfangs sehr schwer fällt. Immer noch ist sie extrem darauf bedacht, ein gewisses Bild nach außen zu wahren, so versucht sie etwa, innerhalb von sechs Wochen Japanisch von null auf Konversationsniveau zu lernen, nachdem aufgrund eines Missverständnisses, das sie nicht den Mut hat aufzuklären, am Institut vermutet wird, sie beherrsche diese Sprache.
Es zeigt sich das Bild einer enorm getriebenen, kopflastigen und leistungsorientierten jungen Frau, die immer noch sehr mit ihrem Herkunftsmilieu kämpft und dessen Schatten nicht loswird.
Sprachlich ist es ein unterhaltsam und gut geschriebenes Buch, Daniela Dröscher beherrscht ihr Handwerk, wie sie ja auch schon in ihren vorigen Büchern gezeigt hat. Inhaltlich hat mich das Buch aber eher enttäuscht: die vielen Arztbesuche nehmen einen enormen Anteil des Buches ein, bei dem sich für mich erst spät eine Weiterentwicklung und ein relevanter Erkenntnisgewinn gezeigt hat.
Das alleine hätte mich aber noch nicht so sehr gestört wie etwas anderes: der weitgehend unreflektiert negative Blick der Tochter und des Sohnes auf die Mutter allein aufgrund von deren Figur sowie für mich kleinlich anmutende Schuldzuweisungen an diese aufgrund vermeintlicher Fehler. Es ist ein sehr ungnädiger Blick der erwachsenen Kinder auf die Mutter, der sich hier offenbart.
Die Tochter meint, ihr Bruder würde die Mutter am liebsten von seiner eigenen Hochzeit ausladen, weil er so ein Faible für Schönes hätte und sich für deren Übergewicht schämen würde. Sie selbst definiert sich in Abgrenzung zur Mutter: "So ungefähr, dachte ich immer, verhält es sich mit uns. Meine Mutter ist dort, ich bin hier, sie ist die sehr Dicke, ich bin die Dünne. Oder in den Worten meines Vaters: Ich bin die Schöne, sie ist die Hässliche." (S. 9)
Als die Mutter nach der Trennung von ihrem abwertenden Ehemann neu ihr Glück findet, einen liebevollen und freundlichen neuen Partner an ihrer Seite hat, unternehmungslustig mit diesem durch die Welt reist, fitter wird und abnimmt, kann ihr die Tochter dieses Glück auch kaum gönnen, sondern beklagt, dass sie als junge Frau mit ihren Krankheiten kämpfe, während die Mutter herumreise, obwohl es nach ihrem Gerechtigkeitsempfinden eher umgekehrt sein solle.
Ein autofiktionaler Roman ist keine Biographie und somit soll und kann man Ela sicher nicht komplett mit Daniela Dröscher gleichsetzen, zum Glück. Denn die Ela aus diesem Roman empfinde ich als ziemlich undankbar, abwertend, um sich selbst kreisend und wenig reflektiert. Aus einem grundsätzlich sehr privilegierten Leben mit vielseitiger Unterstützung in eine temporäre, aber am Ende lösbare, gesundheitliche Krise geworfen, bemitleidet sie sich selbst und hat wenig Mitgefühl für andere.
Das wird auch nicht ganz kompensiert durch die kurzen Minikapitel zwischendurch, bei denen es um die Mutter und deren in den Augen der Tochter ungelebtes Leben geht. Am interessantesten am Buch war für mich noch der Aspekt, ob und auf welche Weise es durch die langwierige Krankheitsgeschichte zu einem Perspektivenwechsel Elas auch in Bezug auf ihre beruflichen Möglichkeiten und ihre Prioritäten kommt.
Insgesamt ist es für mich das bisher schwächste mir bekannte Buch dieser sonst von mir durchaus geschätzten Autorin. Dass die Autorin viele Themen sehr wohl vielseitiger und kritischer reflektieren kann, hat sie in ihren anderen Büchern bewiesen, hier zeigt es sich mir zu wenig. Deshalb empfehle ich dieses Buch eher nur Fans der Autorin, die sich für einen weiteren Aspekt der bekannten Geschichte interessieren. Wer die Autorin hingegen noch nicht kennt und sie neu entdecken möchte, dem rate ich eher zu einem ihrer anderen Werke.
von Eternal-Hope - 2025-08-18 08:22:00
Eine intensive Autofiktion, für mich etwas schwächer als der Vorgänger - 4 Sterne
Ich habe „Lügen über meine Mutter“ GELIEBT! Entsprechend enorm waren meine Erwartungen an den inhaltlich anknüpfenden Nachfolger. Erfüllt werden konnten sie nicht ganz, doch es ist keinesfalls ein schlechter Roman.
Meine Präferenz für den Vorgänger liegt einfach in meinem eigenen Leben begründet. Während mir die Geschichte über Elas Mutter, deren Körper und seiner Abwertung durch den Vater einfach so krass nah ging (und ich unglaublich viele Parallelen gesehen habe), konnte ich mich mit Elas eigener Körpergeschichte weniger identifizieren. Ich finde das aber durchaus spannend und behaupte einfach mal, dass aufgrund der vielschichtigen Betrachtung von Körpern in beiden Werken eines von beiden irgendwie allen Lesenden zusagen dürfte.
Und obwohl meine Identifikation mit der erwachsenen Ela nicht so groß war, konnte mich Dröschers Schreiben wieder für sich einnehmen. Ich kenne kaum Autor*innen, die so intensiv über Körper schreiben wie sie. Die Fokussierung auf einen chronisch kranken Körper finde ich nicht nur politisch relevant, sondern auch literarisch spannend. Medical Gaslighting und die daraus resultierende psychische Belastung können dank der klaren, eindrücklichen Sprache lesend erfahren werden. Ich musste inhaltlich immer mal wieder an eines meiner letztjährigen Highlights denken: „Gratulieren müsst ihr mir nicht“.
Neben dem Kampf der Protagonistin gegen ein medizinisches System, das ihre Symptome nicht ernst nimmt, thematisiert die Autorin wie gewohnt auch Klassismus. Das ständige Gefühl Elas, als erste Akademikerin ihrer Familie irgendwie immer fehl am Platz zu sein, wird ebenso eindrücklich beschrieben wie ihre fortschreitende Loslösung von der Mutter. Wir familiäre Prägung die Beziehung zu sich selbst und anderen prägt, ist für mich immer ein spannendes und auch persönliches Feld.
Vielleicht liegt es einfach nur daran, dass ich mich weniger in der Geschichte wiedergefunden habe, aber der neue Roman erschien mir trotz aller sprachlicher Klarheit auch ein wenig konfus, was seine Erzählstruktur angeht. Phasenweise hing ich an den Seiten, dann gab es aber auch immer wieder Momente innerer Verwirrung. Das Autofiktionale der Geschichte hat einen ganz besonderen Charme und ich mag die kurzen Zwischenkapitel, wenngleich mir auch an der Stelle ein wenig mehr Klarheit gut gefallen hätte. Das Fiktionale verschwimmt schon enorm mit dem Realen und das kann Dröscher definitiv meisterinnenhaft schreiben. Ich denke, es ist einfach nicht immer mein Fall bzw. schien es mir im Vorgänger besser umgesetzt zu sein.
Zentral sind zudem (japanische) Literatur sowie eigenes Schreiben - nicht unbedingt Themen, die mich sonderlich mitreißen. Und doch hat es mich total fasziniert, wie sich über die Protagonistin so langsam der Werdegang Dröschers herauskristallisierte. Ihre persönliche Liebe für und ihr tiefes Wissen zu Yōko Tawadas Schaffen ist greifbar und wird durch die kurzen Zitate weiter unterstrichen. Auch, wenn es mich selbst nicht so interessiert, erkenne ich diese Detailliebe und tiefe Verbundenheit als etwas sehr besonderes an. Ein nettes Element finde ich zudem die Wahl der Kapitelüberschriften, welche hinten kurz erklärt werden.
Daniela Dröscher bleibt für mich eine Autorin, die sich durch ein unvergleichlich hohes Maß an Authentizität und Tiefgründigkeit auszeichnet. Sie liebt Literatur und das Schreiben - in jeder Zeile ist das spürbar. Auch, wenn mir der Vorgänger noch einmal deutlich besser gefallen hat, ist „Junge Frau mit Katze“ ein ergreifendes und wichtiges Werk. Ich freue mich schon auf weitere Romane!
Meine Präferenz für den Vorgänger liegt einfach in meinem eigenen Leben begründet. Während mir die Geschichte über Elas Mutter, deren Körper und seiner Abwertung durch den Vater einfach so krass nah ging (und ich unglaublich viele Parallelen gesehen habe), konnte ich mich mit Elas eigener Körpergeschichte weniger identifizieren. Ich finde das aber durchaus spannend und behaupte einfach mal, dass aufgrund der vielschichtigen Betrachtung von Körpern in beiden Werken eines von beiden irgendwie allen Lesenden zusagen dürfte.
Und obwohl meine Identifikation mit der erwachsenen Ela nicht so groß war, konnte mich Dröschers Schreiben wieder für sich einnehmen. Ich kenne kaum Autor*innen, die so intensiv über Körper schreiben wie sie. Die Fokussierung auf einen chronisch kranken Körper finde ich nicht nur politisch relevant, sondern auch literarisch spannend. Medical Gaslighting und die daraus resultierende psychische Belastung können dank der klaren, eindrücklichen Sprache lesend erfahren werden. Ich musste inhaltlich immer mal wieder an eines meiner letztjährigen Highlights denken: „Gratulieren müsst ihr mir nicht“.
Neben dem Kampf der Protagonistin gegen ein medizinisches System, das ihre Symptome nicht ernst nimmt, thematisiert die Autorin wie gewohnt auch Klassismus. Das ständige Gefühl Elas, als erste Akademikerin ihrer Familie irgendwie immer fehl am Platz zu sein, wird ebenso eindrücklich beschrieben wie ihre fortschreitende Loslösung von der Mutter. Wir familiäre Prägung die Beziehung zu sich selbst und anderen prägt, ist für mich immer ein spannendes und auch persönliches Feld.
Vielleicht liegt es einfach nur daran, dass ich mich weniger in der Geschichte wiedergefunden habe, aber der neue Roman erschien mir trotz aller sprachlicher Klarheit auch ein wenig konfus, was seine Erzählstruktur angeht. Phasenweise hing ich an den Seiten, dann gab es aber auch immer wieder Momente innerer Verwirrung. Das Autofiktionale der Geschichte hat einen ganz besonderen Charme und ich mag die kurzen Zwischenkapitel, wenngleich mir auch an der Stelle ein wenig mehr Klarheit gut gefallen hätte. Das Fiktionale verschwimmt schon enorm mit dem Realen und das kann Dröscher definitiv meisterinnenhaft schreiben. Ich denke, es ist einfach nicht immer mein Fall bzw. schien es mir im Vorgänger besser umgesetzt zu sein.
Zentral sind zudem (japanische) Literatur sowie eigenes Schreiben - nicht unbedingt Themen, die mich sonderlich mitreißen. Und doch hat es mich total fasziniert, wie sich über die Protagonistin so langsam der Werdegang Dröschers herauskristallisierte. Ihre persönliche Liebe für und ihr tiefes Wissen zu Yōko Tawadas Schaffen ist greifbar und wird durch die kurzen Zitate weiter unterstrichen. Auch, wenn es mich selbst nicht so interessiert, erkenne ich diese Detailliebe und tiefe Verbundenheit als etwas sehr besonderes an. Ein nettes Element finde ich zudem die Wahl der Kapitelüberschriften, welche hinten kurz erklärt werden.
Daniela Dröscher bleibt für mich eine Autorin, die sich durch ein unvergleichlich hohes Maß an Authentizität und Tiefgründigkeit auszeichnet. Sie liebt Literatur und das Schreiben - in jeder Zeile ist das spürbar. Auch, wenn mir der Vorgänger noch einmal deutlich besser gefallen hat, ist „Junge Frau mit Katze“ ein ergreifendes und wichtiges Werk. Ich freue mich schon auf weitere Romane!
von nessabo - 2025-08-17 01:10:00


