Rezensionen
Spielverderberin
Roman
Autor: Marie Menke
Erschienen 2026 bei Kiepenheuer & Witsch
ISBN 978-3-462-00873-9
Obsessionen und Selbstfindung - 5 Sterne
Auf zwei Zeitebenen bekommen wir einen kleinen Einblick in die Leben dreier Freundinnen: Sophie, Romy und Lotte stehen zunächst kurz vor dem Abi, vier Jahre später haben sich ihre Wege getrennt - doch was hält die Zukunft für sie parat, was verbirgt sich in der Vergangenheit?
Der Aufbau ist geschickt gestaltet, die beiden Zeitebenen wechseln sich in der Erzählung ab, während in beiden das Geschehen weiterläuft und in der Vergangenheitsebene auf die Auflösung des Geheimnisses hinsteuert.
Dieses wird immer wieder angedeutet, macht neugierig und baut leichte Spannung auf, drängt sich jedoch auch nicht in den Vordergrund wie bei einem Thriller, weshalb man am Ende auch keine krasse Auflösung benötigt.
Auch der Schreibstil hat mir gefallen, die Sätze sind überwiegend eher kurz, aber tragen Gewicht und können auch oft ohne große Worte viel Bedeutung vermitteln.
Passend dazu ist der Text in kurze Abschnitte gegliedert, die man so wunderbar wie kleine Häppchen konsumieren kann. Von daher ist dieses Buch eher keins, das man schnell wegliest, sondern eher eins, das man langsam liest und wirken lässt.
Hierbei wird dadurch auch eine besondere Atmosphäre vermittelt, es ist ein wenig bedrückend und angespannt, mit positiveren Unterbrechungen.
Die Gefühle der Charaktere, insbesondere Sophies, kommen dadurch umso besser rüber. Ich persönlich habe weniger mitgefühlt, dafür konnte ich als Beobachterin alles gut nachvollziehen.
Themen wie Obsessionen, Freundinnenschaften, Selbstfindung von jungen Erwachsenen, Verlorensein und dem Wunsch dazugehören zu wollen werden anschaulich dargestellt und authentisch beschrieben.
In einigen Dingen konnte ich mich auch selbst wiedererkennen, sowohl gefühlsmäßig als auch bei Punkten der Lebensgeschichten.
Die literarische Beschäftigung mit dem Thema Dorf-/Stadtkind fand ich daher sehr interessant, auch wenn ich vieles anders sehen würde als die Protagonistin.
Insgesamt ein eher ruhiges Buch mit versteckter Tiefe, das leicht poetisch anmutet und dem man daher Zeit geben sollte, um richtig zu wirken.
Der Aufbau ist geschickt gestaltet, die beiden Zeitebenen wechseln sich in der Erzählung ab, während in beiden das Geschehen weiterläuft und in der Vergangenheitsebene auf die Auflösung des Geheimnisses hinsteuert.
Dieses wird immer wieder angedeutet, macht neugierig und baut leichte Spannung auf, drängt sich jedoch auch nicht in den Vordergrund wie bei einem Thriller, weshalb man am Ende auch keine krasse Auflösung benötigt.
Auch der Schreibstil hat mir gefallen, die Sätze sind überwiegend eher kurz, aber tragen Gewicht und können auch oft ohne große Worte viel Bedeutung vermitteln.
Passend dazu ist der Text in kurze Abschnitte gegliedert, die man so wunderbar wie kleine Häppchen konsumieren kann. Von daher ist dieses Buch eher keins, das man schnell wegliest, sondern eher eins, das man langsam liest und wirken lässt.
Hierbei wird dadurch auch eine besondere Atmosphäre vermittelt, es ist ein wenig bedrückend und angespannt, mit positiveren Unterbrechungen.
Die Gefühle der Charaktere, insbesondere Sophies, kommen dadurch umso besser rüber. Ich persönlich habe weniger mitgefühlt, dafür konnte ich als Beobachterin alles gut nachvollziehen.
Themen wie Obsessionen, Freundinnenschaften, Selbstfindung von jungen Erwachsenen, Verlorensein und dem Wunsch dazugehören zu wollen werden anschaulich dargestellt und authentisch beschrieben.
In einigen Dingen konnte ich mich auch selbst wiedererkennen, sowohl gefühlsmäßig als auch bei Punkten der Lebensgeschichten.
Die literarische Beschäftigung mit dem Thema Dorf-/Stadtkind fand ich daher sehr interessant, auch wenn ich vieles anders sehen würde als die Protagonistin.
Insgesamt ein eher ruhiges Buch mit versteckter Tiefe, das leicht poetisch anmutet und dem man daher Zeit geben sollte, um richtig zu wirken.
von Ryria - 2026-05-12 23:44:00
Enttäuschendes Debüt - 2 Sterne
Marie Menkes Debütroman „Spielverderberin“, erschienen im Kiepenheuer & Witsch Verlag erzählt von einer intensiven und obsessiven Dreiecksfreundschaft, zwischen Dorfidylle und Großstadttrubel und einem Geheimnis, das alles überschattet.
Im Fokus der Handlung steht Sophie, die seit Kindertagen mit ihrer besten Freundin Lotte durch dick und dünn geht. In der Oberstufe stößt Romy aus München dazu und die bisher so gefestigte Freundschaft gerät nach und nach immer mehr aus den Fugen.
Sprachlich kann Menke durchaus überzeugen, erzählerisch war es mir jedoch zu dünn. Ihr gelingt es zwar, die toxische Dynamik und Rivalität innerhalb der drei Freundinnen gut zu übermitteln, dennoch waren mit die Geschehnisse oft zu vage angedeutet. Insbesondere die Themen Dorf- und Stadtleben kommen dagegen immer und immer wieder zur Sprache und haben mich schnell gelangweilt. Die Spannung wurde nur durch das zwischen den Zeilen stehende Geheimnis aufrecht gehalten und die Lösung am Ende war dann auch weniger kraftvoll, als ich es mir erhofft hatte.
Im Großen und Ganzen konnte mich das Buch leider nicht überzeugen. Die Handlung ist nichts, was bei mir in Erinnerung bleiben wird und auch auf emotionaler Ebene hat es mich nicht abgeholt, da die Figuren durch die Geschichte hindurch distanziert blieben.
Im Fokus der Handlung steht Sophie, die seit Kindertagen mit ihrer besten Freundin Lotte durch dick und dünn geht. In der Oberstufe stößt Romy aus München dazu und die bisher so gefestigte Freundschaft gerät nach und nach immer mehr aus den Fugen.
Sprachlich kann Menke durchaus überzeugen, erzählerisch war es mir jedoch zu dünn. Ihr gelingt es zwar, die toxische Dynamik und Rivalität innerhalb der drei Freundinnen gut zu übermitteln, dennoch waren mit die Geschehnisse oft zu vage angedeutet. Insbesondere die Themen Dorf- und Stadtleben kommen dagegen immer und immer wieder zur Sprache und haben mich schnell gelangweilt. Die Spannung wurde nur durch das zwischen den Zeilen stehende Geheimnis aufrecht gehalten und die Lösung am Ende war dann auch weniger kraftvoll, als ich es mir erhofft hatte.
Im Großen und Ganzen konnte mich das Buch leider nicht überzeugen. Die Handlung ist nichts, was bei mir in Erinnerung bleiben wird und auch auf emotionaler Ebene hat es mich nicht abgeholt, da die Figuren durch die Geschichte hindurch distanziert blieben.
von Sina - 2026-05-11 15:54:00
Luft nach oben - 3 Sterne
Ich fand den Einstieg etwas holprig und hatte zu Beginn so meine Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden. Der Schreibstil ist recht kurz, fast abgehackt und es gab sehr viele Andeutungen. An den Schreibstil habe ich mich mit der Zeit gewöhnt, ein vages Gefühl, etwas Entscheidendes verpasst zu haben, bliebt allerdings.
Außerdem hatte ich große Probleme mit der Ich-Erzählerin Sophie, die ich wirklich sehr unsympathisch fand. Nun muss ich natürlich die Protagonistin nicht unbedingt mögen, um ein Buch gut zu finden, da diese hier aber sehr viel Raum einnimmt war es relativ schwer, ihrer für mich sehr ichbezogenen und empathielosen Art zu entkommen. Vor allem, da im Gegensatz dazu Lotte und Romy eher blass bzw. im Hintergrund blieben.
Auch die - zweifellos ungünstige - Dynamik zwischen den Dreien bliebt für mich bis zuletzt genauso schwammig, wie der Rest der Geschichte. Da wäre viel mehr Potential drin gewesen, welches leider so ein wenig verpufft ist.
Einzig am Ende gab es dann nochmals einen richtigen Hallo-Wach-Moment, da war ich fast schon schockiert und es ist das durchgeblitzt, was ich mir für das ganze Buch gewünscht hätte. Doch dann war es auch schon vorbei.
Außerdem hatte ich große Probleme mit der Ich-Erzählerin Sophie, die ich wirklich sehr unsympathisch fand. Nun muss ich natürlich die Protagonistin nicht unbedingt mögen, um ein Buch gut zu finden, da diese hier aber sehr viel Raum einnimmt war es relativ schwer, ihrer für mich sehr ichbezogenen und empathielosen Art zu entkommen. Vor allem, da im Gegensatz dazu Lotte und Romy eher blass bzw. im Hintergrund blieben.
Auch die - zweifellos ungünstige - Dynamik zwischen den Dreien bliebt für mich bis zuletzt genauso schwammig, wie der Rest der Geschichte. Da wäre viel mehr Potential drin gewesen, welches leider so ein wenig verpufft ist.
Einzig am Ende gab es dann nochmals einen richtigen Hallo-Wach-Moment, da war ich fast schon schockiert und es ist das durchgeblitzt, was ich mir für das ganze Buch gewünscht hätte. Doch dann war es auch schon vorbei.
von Rinoa - 2026-04-30 11:59:00
Leider nichts - 1 Sterne
Dieses Buch hat mir eine Freundin geliehen, aber leider bin ich nie so recht angekommen. Schon von den ersten Seiten an hatte ich das Gefühl, mit den Figuren nicht warm zu werden und sehr weit von ihnen entfernt zu sein. Ich habe keinen Zugang zur Geschichte gefunden und habe nichts gefühlt beim Lesen.
Die drei jungen Frauen stolpern mehr durchs Lebens als sie gehen. Und ihre Geschichte hat sich mir nicht recht erschlossen. Alles läuft auf einen Tag in der Vergangenheit hin, den sie nie hinter sich lassen konnten. Zum Glück konnte ich das Buch gut hinter mir lassen, denn es hat mich einfach so gar nicht berührt oder erreicht. Bis zum Ende hab ich nicht richtig verstanden, worum es eigentlich geht und das Schicksal der drei war mir seltsam egal. Schade, aber das war einfach nix für mich. Vielleicht liegt es auch am Genre, denn normalerweise lese ich vor allem Spannungsliteratur.
Die drei jungen Frauen stolpern mehr durchs Lebens als sie gehen. Und ihre Geschichte hat sich mir nicht recht erschlossen. Alles läuft auf einen Tag in der Vergangenheit hin, den sie nie hinter sich lassen konnten. Zum Glück konnte ich das Buch gut hinter mir lassen, denn es hat mich einfach so gar nicht berührt oder erreicht. Bis zum Ende hab ich nicht richtig verstanden, worum es eigentlich geht und das Schicksal der drei war mir seltsam egal. Schade, aber das war einfach nix für mich. Vielleicht liegt es auch am Genre, denn normalerweise lese ich vor allem Spannungsliteratur.
von Streiflicht - 2026-04-14 16:17:00
Zwischen Nähe und Neid - 4 Sterne
Manchmal sind es nicht Liebesgeschichten, die uns am nachhaltigsten prägen, sondern Freundschaften. „Spielverderberin“ erzählt von einer solchen Verbindung – intensiv, schillernd und brüchig zugleich. Im Zentrum steht eine Dreierkonstellation, die sich über Jahre hinweg formt, verschiebt und schließlich zerreißt. Erzählt wird aus der Perspektive von Sophie, die sich tastend durch Erinnerungen bewegt und versucht zu verstehen, wann aus Nähe Konkurrenz wurde – und aus Vertrautheit Distanz.
Besonders gelungen finde ich die Konstruktion über verschiedene Zeitebenen. Vergangenheit und Gegenwart greifen ineinander, ohne dass der Roman je beliebig wirkt. Vielmehr entsteht ein Sog: Stück für Stück setzt sich ein Bild zusammen, das lange unvollständig bleibt. Gerade dieses Zögern, dieses Nicht-sofort-Alles-Erklären, verleiht der Geschichte Spannung. Man spürt, dass etwas Entscheidendes geschehen ist – und liest weiter, um diesem Kern näherzukommen.
Die Dynamik zwischen den drei jungen Frauen ist fein beobachtet. Bewunderung, Eifersucht, Abhängigkeit und das Bedürfnis nach Abgrenzung liegen oft nur einen Atemzug auseinander. Keine der Figuren bleibt eindimensional; jede trägt Widersprüche in sich. Sophie wirkt in ihrer Unsicherheit mitunter spröde, fast passiv – und gerade dadurch glaubwürdig. Die anderen beiden bleiben bewusst etwas schillernder, schwerer zu greifen, was gut zur Grundstimmung des Romans passt: Erinnerungen sind selten eindeutig.
Sprachlich überzeugt Marie Menke mit dichten Bildern und einer Atmosphäre, die zwischen ländlicher Enge und urbaner Aufbruchsstimmung changiert. Hitze, Seen, staubige Wege – all das wird sinnlich erfahrbar. Gleichzeitig liegt über vielem ein leiser Schatten, eine Ahnung von Kontrollverlust. Die emotionale Intensität ist durchgehend spürbar, manchmal beinahe beklemmend.
Ein kleiner Kritikpunkt: An manchen Stellen hätte ich mir noch mehr Tiefenschärfe in den Konflikten gewünscht. Einige Motive bleiben bewusst vage, was zwar zur Erzählhaltung passt, aber nicht immer vollständig befriedigt. Dennoch überwiegt für mich der Eindruck eines starken, atmosphärisch dichten Romans über das Erwachsenwerden und die fragile Balance in engen Freundschaften.
„Spielverderberin“ ist ein Debüt, das nachhallt – leise, eindringlich und mit einem feinen Gespür für die Grauzonen zwischen Nähe und Verlust. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen.
Besonders gelungen finde ich die Konstruktion über verschiedene Zeitebenen. Vergangenheit und Gegenwart greifen ineinander, ohne dass der Roman je beliebig wirkt. Vielmehr entsteht ein Sog: Stück für Stück setzt sich ein Bild zusammen, das lange unvollständig bleibt. Gerade dieses Zögern, dieses Nicht-sofort-Alles-Erklären, verleiht der Geschichte Spannung. Man spürt, dass etwas Entscheidendes geschehen ist – und liest weiter, um diesem Kern näherzukommen.
Die Dynamik zwischen den drei jungen Frauen ist fein beobachtet. Bewunderung, Eifersucht, Abhängigkeit und das Bedürfnis nach Abgrenzung liegen oft nur einen Atemzug auseinander. Keine der Figuren bleibt eindimensional; jede trägt Widersprüche in sich. Sophie wirkt in ihrer Unsicherheit mitunter spröde, fast passiv – und gerade dadurch glaubwürdig. Die anderen beiden bleiben bewusst etwas schillernder, schwerer zu greifen, was gut zur Grundstimmung des Romans passt: Erinnerungen sind selten eindeutig.
Sprachlich überzeugt Marie Menke mit dichten Bildern und einer Atmosphäre, die zwischen ländlicher Enge und urbaner Aufbruchsstimmung changiert. Hitze, Seen, staubige Wege – all das wird sinnlich erfahrbar. Gleichzeitig liegt über vielem ein leiser Schatten, eine Ahnung von Kontrollverlust. Die emotionale Intensität ist durchgehend spürbar, manchmal beinahe beklemmend.
Ein kleiner Kritikpunkt: An manchen Stellen hätte ich mir noch mehr Tiefenschärfe in den Konflikten gewünscht. Einige Motive bleiben bewusst vage, was zwar zur Erzählhaltung passt, aber nicht immer vollständig befriedigt. Dennoch überwiegt für mich der Eindruck eines starken, atmosphärisch dichten Romans über das Erwachsenwerden und die fragile Balance in engen Freundschaften.
„Spielverderberin“ ist ein Debüt, das nachhallt – leise, eindringlich und mit einem feinen Gespür für die Grauzonen zwischen Nähe und Verlust. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen.
von Carmen19994 - 2026-03-03 12:44:00
3er Konstellation mit Narben - 3 Sterne
Marie Menkes „Spielverderberin“ hat mich auf mehreren Ebenen überzeugt. Das unkonventionelle, leicht bedrückende Cover und der Titel mit dem Kindheitswort „Spielverderberin“ passen perfekt zur Geschichte einer Dreierfreundschaft, in der immer eine zu viel ist. Einzig die sehr fette Schriftart empfand ich als etwas plump.
Die Erzählstruktur auf zwei klar markierten Zeitebenen („heute“ und „vier Jahre früher“) erzeugt einen starken Sog: Kapitelweise fügen sich die Ereignisse wie ein Puzzle zusammen, ohne je konstruiert zu wirken. Aus Sophies Ich-Perspektive entsteht ein präzises Bild ihres jungen Erwachsenenlebens, während Lotte und Romy bewusst etwas vage bleiben – genau diese Unschärfe macht den Reiz der Dynamik aus. Die fragile Freundschaft, stille Rivalitäten, Neid und unausgesprochene Wahrheiten sind fein herausgearbeitet.
Besonders gelungen ist, wie Menke große Themen – Freundschaft, Verlust, Klassenunterschiede, Stadt-Land-Gegensatz, psychische Krisen – miteinander verwebt. Köln und das Dorf sind mehr als Kulisse: Sie spiegeln Herkunft, Erwartungen und innere Konflikte der Figuren. Trotz der vielen schmerzhaften Erfahrungen wirkt der Roman nie hoffnungslos; die klare, ruhige Sprache trägt die dunklen Töne, ohne sie erdrückend werden zu lassen.
Auch wenn mir die drei Frauen nicht unbedingt sympathisch waren, fand ich sie literarisch äußerst spannend. Für mich gehört „Spielverderberin“ zu den stärksten Coming-of-Age-Romanen der letzten Zeit, und ich bin sehr gespannt auf weitere Bücher der Autorin.
Die Erzählstruktur auf zwei klar markierten Zeitebenen („heute“ und „vier Jahre früher“) erzeugt einen starken Sog: Kapitelweise fügen sich die Ereignisse wie ein Puzzle zusammen, ohne je konstruiert zu wirken. Aus Sophies Ich-Perspektive entsteht ein präzises Bild ihres jungen Erwachsenenlebens, während Lotte und Romy bewusst etwas vage bleiben – genau diese Unschärfe macht den Reiz der Dynamik aus. Die fragile Freundschaft, stille Rivalitäten, Neid und unausgesprochene Wahrheiten sind fein herausgearbeitet.
Besonders gelungen ist, wie Menke große Themen – Freundschaft, Verlust, Klassenunterschiede, Stadt-Land-Gegensatz, psychische Krisen – miteinander verwebt. Köln und das Dorf sind mehr als Kulisse: Sie spiegeln Herkunft, Erwartungen und innere Konflikte der Figuren. Trotz der vielen schmerzhaften Erfahrungen wirkt der Roman nie hoffnungslos; die klare, ruhige Sprache trägt die dunklen Töne, ohne sie erdrückend werden zu lassen.
Auch wenn mir die drei Frauen nicht unbedingt sympathisch waren, fand ich sie literarisch äußerst spannend. Für mich gehört „Spielverderberin“ zu den stärksten Coming-of-Age-Romanen der letzten Zeit, und ich bin sehr gespannt auf weitere Bücher der Autorin.
von lesespitz - 2026-02-15 19:06:00
Zwischen Nähe und Distanz - 3 Sterne
Der Roman „Spielverderberin" wurde von Marie Menke verfasst und erschien am 12. Februar 2026 im Kiepenheuer & Witsch Verlag. Das Buch umfasst 224 Seiten und das Cover lässt wenig Bezug zum Titel erkennen und wirkt insgesamt eher nichtssagend. In der Geschichte geht es um Sophie und Lotte, die seit ihrer Kindheit im Süthland befreundet sind. Mit Romy, die in der Oberstufe dazustößt, wird ihre Freundschaft auf die Probe gestellt. Sie bringt neue Impulse, aber auch Unsicherheit. Als die drei nach Köln ziehen, verschwindet Romy plötzlich, und eine verdrängte Nacht aus der Vergangenheit rückt wieder ins Bewusstsein. Der Stil der Autorin ist angenehm flüssig, leicht und bildhaft; ihre Beschreibungen lassen die Atmosphäre des Romans lebendig werden. Die Spannung ist solide, ohne große Höhepunkte zu setzen. Die Figuren sind übersichtlich und nachvollziehbar gezeichnet, bleiben jedoch in ihrer Tiefe zurück, sodass es schwerfällt, sich ganz auf sie einzulassen oder mit ihnen mitzufühlen. Insgesamt ist das Buch ein mittelmäßiger Roman, mit dem ich persönlich nicht richtig warm werden konnte.
von Odina - 2026-02-15 18:24:00
Wer ist Schuld - 4 Sterne
Marie Menke beschreibt in ihrem Roman, Spielverderberin, die Freundschaft dreier jungen Frauen. Drei Freunde ist oft nicht so einfach, da ist oft einer über. Das ist gerade bei so unterschiedlichen Charakteren der Fall.
Die Autorin kennt die Gefühle der Drei, denn sie ist auch noch jung.
Da geht es um Liebe, Eifersucht und um Fragen, was man studiert und wo.
Dann gibt es da noch ein Geheimnis, das Gewissensbisse macht.
Gerade das bringt die Freundschaft ans Ende.
Lange Zeit fragt man sich, was da wohl geschehen ist und wer was getan hat.
Da stellt uns die Autorin ganz schön ins grübeln.
Ganz am Ende kommt die Beichte und es ist Schluss. Da hätte ich gerne noch eine Reaktion erlebt.
Der Roman ist wahrscheinlich mehr für junge Leser geeignet.
Die Autorin fesselt mit ihrer Sprache und ich wurde gut unterhalten.
Also ist es zu empfehlen.
von begine - 2026-02-12 09:26:00
Coming of Age zwischen Stadt und Land - 4 Sterne
Ein Coming-of-Age-Roman zwischen vermeintlicher Dorfidylle und Großstadtwirren – so lässt sich der Debütroman von Marie Menke vielleicht am treffendsten beschreiben. Auf zwei Zeitebenen erzählt sie die Geschichte der Freundschaft dreier junger Frauen. Die Erzählerin Sophie und ihre Freundin Lotte wachsen gemeinsam in einem kleinen Dorf im fiktiven Südthland auf. In der Oberstufe kommt Romy dazu, ein Stadtkind aus München, das mit ihrer freieren, mutigeren, aber auch sprunghaften Art eine neue Dynamik in die Gruppe bringt. Die ohnehin fragile Balance der Freundschaft gerät zunehmend ins Wanken und droht auseinanderzubrechen.
Als Romy und Sophie zum Studieren nach Köln ziehen, kommt es zu einem Vorfall, der auch Jahre später noch tiefe Spuren bei allen drei hinterlässt. Vier Jahre später verschwindet Romy plötzlich ins Ausland, und alte Wunden brechen bei Sophie erneut auf. Nach und nach erfahren wir als Leser*innen, wie sich die Freundschaft entwickelt hat und was in jener Nacht in Köln tatsächlich geschehen ist.
Der Roman ist dicht erzählt und entwickelt eine starke Sogwirkung. Die innere Zerrissenheit der drei Freundinnen wird sehr authentisch eingefangen. Besonders gelungen fand ich die Perspektive des Ankommens in der Großstadt aus der Sicht einer jungen Frau vom Land und die Darstellung dieses neuen, oft überfordernden Lebensabschnitts. An einigen Stellen verliert sich die Erzählung jedoch etwas in den Gedanken der Protagonistin, wodurch es nicht immer leicht fällt, die Ebenen von Vergangenheit und Gegenwart klar voneinander zu trennen. Auch wirkte manches für meinen Geschmack etwas zu stark zugespitzt und die Auflösung konnte mich nicht vollständig überzeugen.
Ich habe den Roman als Hörbuch vom Argon Verlag gehört. Henriette Schreurs ist dafür eine ausgezeichnete Besetzung. Ihre Stimme passt hervorragend zu den Figuren und sie versteht es, die Atmosphäre und emotionalen Stimmungen der Geschichte sehr feinfühlig zu transportieren – ein echtes Perfect Match.
Als Romy und Sophie zum Studieren nach Köln ziehen, kommt es zu einem Vorfall, der auch Jahre später noch tiefe Spuren bei allen drei hinterlässt. Vier Jahre später verschwindet Romy plötzlich ins Ausland, und alte Wunden brechen bei Sophie erneut auf. Nach und nach erfahren wir als Leser*innen, wie sich die Freundschaft entwickelt hat und was in jener Nacht in Köln tatsächlich geschehen ist.
Der Roman ist dicht erzählt und entwickelt eine starke Sogwirkung. Die innere Zerrissenheit der drei Freundinnen wird sehr authentisch eingefangen. Besonders gelungen fand ich die Perspektive des Ankommens in der Großstadt aus der Sicht einer jungen Frau vom Land und die Darstellung dieses neuen, oft überfordernden Lebensabschnitts. An einigen Stellen verliert sich die Erzählung jedoch etwas in den Gedanken der Protagonistin, wodurch es nicht immer leicht fällt, die Ebenen von Vergangenheit und Gegenwart klar voneinander zu trennen. Auch wirkte manches für meinen Geschmack etwas zu stark zugespitzt und die Auflösung konnte mich nicht vollständig überzeugen.
Ich habe den Roman als Hörbuch vom Argon Verlag gehört. Henriette Schreurs ist dafür eine ausgezeichnete Besetzung. Ihre Stimme passt hervorragend zu den Figuren und sie versteht es, die Atmosphäre und emotionalen Stimmungen der Geschichte sehr feinfühlig zu transportieren – ein echtes Perfect Match.
von jori1020 - 2026-02-09 12:06:00
Freundinnenschaft - 3 Sterne
Gemeinsam in derselben Bauernschaft im Süthland aufgewachsen, sind Lotte und Sophie schonlange Freundinnen. Als in der Oberstufe dann Romy aus München dazukommt, verändert sich die Dynamik der kleinen Gruppe merklich; Großstadt trifft auf Dorfidylle, die Beziehung der drei Mädchen zueinander ist geprägt von offener und heimlicher Bewunderung und unterschwelligen Spannungen, an denen die Freundinnenschaft bald zerbricht. Jahre später versuchen die drei jungen Frauen erneut, sich einander anzunähern; doch kann das funktionieren, wenn so Vieles aus ihrer Jugend unausgesprochen bleibt?
Mit feinfühliger Sprache schildert Marie Menke das Auf- und Verblühen einer intensiven, teilweise beinahe schon obsessiven Freundinnenschaft. Die Tiefe, mit der dies geschieht, mochte ich sehr. Dennoch hatte ich immer wieder das Gefühl, dass hier mehr Konflikte aufgemacht und mehr Handlungsstränge begonnen werden, als der Roman letzendlich zufriedenstellent lösen bzw. zuende führen kann. Vieles bleibt vage und nur angedeutet, wird letztendlich nicht aufgelöst. Die Spannung steigt unleugbar mit jeder Seite, man will "endlich wissen, was da los war" - das ist wunderbar gemacht, der erwartete "große Knall" am Ende war dafür mMn jedoch enigermaßen enttäuschend.
Die Charakterstudie der drei jungen Frauen und die Beschreibungen des Zwischenmenschlichen fand ich sehr gelungen; vollkommen überzeugen konnte mich der Roman damit aber nicht.
Mit feinfühliger Sprache schildert Marie Menke das Auf- und Verblühen einer intensiven, teilweise beinahe schon obsessiven Freundinnenschaft. Die Tiefe, mit der dies geschieht, mochte ich sehr. Dennoch hatte ich immer wieder das Gefühl, dass hier mehr Konflikte aufgemacht und mehr Handlungsstränge begonnen werden, als der Roman letzendlich zufriedenstellent lösen bzw. zuende führen kann. Vieles bleibt vage und nur angedeutet, wird letztendlich nicht aufgelöst. Die Spannung steigt unleugbar mit jeder Seite, man will "endlich wissen, was da los war" - das ist wunderbar gemacht, der erwartete "große Knall" am Ende war dafür mMn jedoch enigermaßen enttäuschend.
Die Charakterstudie der drei jungen Frauen und die Beschreibungen des Zwischenmenschlichen fand ich sehr gelungen; vollkommen überzeugen konnte mich der Roman damit aber nicht.
von Anna625 - 2026-01-30 09:36:00


