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Rezensionen

Paul bekommt kein Kätzchen
Bilderbuch über Selbstvertrauen von Bernhard Hoëcker bekannt aus „Wer weiß denn sowas?“

Autor: Bernhard Hoëcker; Eva von Mühlenfels

Erschienen 2026 bei Esslinger in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH
ISBN 978-3-480-24144-6
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Originelle Idee mit schwacher Botschaft - 3 Sterne

Da der Titel des Buches einfach perfekt zu meinem kleinen Leser passt und noch dazu das Thema Selbstvertrauen stärken bei uns besonders wichtig ist, musste dieses Buch bei uns einziehen. Leider haben sich meine Erwartungen an das Buch nicht erfüllt. Der kleine Leser hat sich aber gut unterhalten gefühlt.

Bereits nach wenigen Seiten habe ich gemerkt, dass dieses Buch anders ist. Denn es erzählt nicht einfach nur eine Geschichte. Die Hauptperson des Buches, der kleine Paul, interagiert mit dem Erzähler. Wobei er ehrlicherweise nicht nur mit ihm interagiert, sondern die Geschichte gehörig durcheinanderbringt. Dies führt dazu, dass der Text und die Bilder im ersten Augenblick so überhaupt nicht zusammenpassen.

Die Idee dahinter ist auf jeden Fall originell, aber auch ein wenig verwirrend. Der kleine Leser hat doch etwas gebraucht, bis er das Buch verstanden hat und dem Verlauf des Buches folgen konnte. Allerding hat ihn weniger das Interagieren mit dem Erzähler gestört. Denn dies kennt er bereits aus anderen Büchern. Für ihn war es unverständlich, warum der Text und die Bilder nicht übereinstimmen. Dadurch habe ich das Lesen mehrmals unterbrechen müssen.

Die Geschichte des Buches ist durchaus witzig und der kleine Leser hat an vielen Stellen herzlich gelacht. Dies ist jedoch eher den Bildern, als dem Text geschuldet. Die Textmenge ist deutlich geringer als erwartet und eine wirkliche Geschichte, so komisch es auch klingen mag, gibt es nicht wirklich.

Besonders schade finde ich aber, dass das Thema Selbstvertrauen nicht so richtig greifbar ist, vor allem für Kinder. Paul widersetzt sich den „Anweisungen“ des Erzählers und macht einfach sein eigenes Ding. Natürlich beweist er damit Selbstvertrauen, aber die Botschaft dahinter finde ich persönlich nicht so gelungen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass es sich hierbei wirklich um ein andersartiges und lustiges Kinderbuch handelt. Wer auf der Suche nach einem unterhaltsamen Buch ist, kommt hier definitiv auf seine Kosten. Zum Thema Selbstvertrauen gibt es aber auf jeden Fall bessere Bücher.
von ReiShimura - 2026-05-27 09:56:00

Paul schreibt seine eigene Geschichte - 5 Sterne

Ach, Paul! Ein Kind wie jedes andere: fröhlich, neugierig, kreativ – und mit einem eigenen Kopf voller Ideen, die meist dem zuwiderlaufen, was sich die Erwachsenen vorstellen, in diesem Fall dem Erzähler von Pauls Geschichte. Paul soll aufstehen, frühstücken und dann mit einem Karton zum Zoohandel gehen, um sein Kätzchen abzuholen. Aber Paul hat andere Pläne, und erklärt dem Erzähler auch geduldig, warum er es eben anders macht. Und der wiederum begleitet Paul, ebenso geduldig, wie ein wohlwollender Elternteil durch seine ganz eigene Geschichte – lässt ihn sich ausprobieren, unkonventionell sein, Spaß haben. Am Schluss stellt Paul - ohne Vorhaltungen! - fest, dass (ganz manchmal) die Erwachsenen doch auch Recht haben. Und der Erzähler, dass Kinder manchmal die interessanteren Geschichten schreiben.
Ich liebe Paul. Und sein „Kätzchen“. Und ich liebe den Erzähler, bei dessen Text ich immer Bernhard Hoeckers Stimme im Kopf hatte. Und ich liebe die Bilder – bunt, lebendig, ungezwungen, ausdrucksstarke Figuren. Und ich liebe die warme, herzliche, liebevolle Atmosphäre, die das Buch entstehen lässt. Ermutigend für Kinder, inspirierend für Eltern. Großartiges Buch!
von Chrystally - 2026-03-24 10:38:00

Paul bekommt ein Kätzchen - oder doch nicht? - 5 Sterne

Paul soll heute ein Kätzchen bekommen. Eigentlich.
Doch vorher soll er aufstehen und frühstücken. Eigentlich.
Denn egal, was der Erzähler sagt oder was Paul tun soll: Paul hat seinen eigenen Kopf und macht einfach etwas anderes. Statt in die Stadt zur Zoohandlung geht er durch den Wald zum Bauernhof. Aus dem Kätzchen wird eine Ziege, die nicht im Stall, sondern in Pauls Zimmer einzieht, mit ihm badet und sogar in seinem Bett schläft.

Der Erzählstil ist herrlich erfrischend anders: Mit viel Witz entspinnt sich ein Dialog zwischen Erzähler und Paul, der Kinder sofort in seinen Bann zieht und ihnen eine direkte Verbindung zur Hauptfigur ermöglicht. Es macht großen Spaß zu entdecken, welche neue, verrückte Idee Paul auf der nächsten Seite entwickelt; jede Wendung überrascht aufs Neue.
Ganz nebenbei vermittelt die Geschichte Kindern Selbstvertrauen und macht Mut, den eigenen Weg zu gehen, auch wenn dieser nicht immer den Erwartungen anderer entspricht.

Die Texte sind altersgerecht, verständlich sowie leicht und locker formuliert. Wer mit verschiedenen Stimmen vorlesen kann, ist hier klar im Vorteil, um die Dialoge zwischen Erzähler und Paul lebendig werden zu lassen. Kinder, die dem Text optisch bereits folgen können, erkennen die Sprecher zudem an den unterschiedlichen Schriftarten.
Die Illustrationen sind farbenfroh und humorvoll gestaltet. Viele liebevolle Details laden zum Entdecken ein und greifen Situationen auf, die Kinder aus ihrem eigenen Alltag kennen.

Insgesamt ein ganz besonderes Bilderbuch, bei dem wir alle gespannt mitgefiebert haben.
von ekiam - 2026-02-18 20:34:00

Paul macht was er will - 5 Sterne

Eigentlich soll Paul heute ein Kätzchen bekommen. Doch Paul macht, was er will, und so bringt er ein ganz anderes Tier mit nach Hause. Vielleicht keine ganz so gute, aber auf jeden Fall lustige Idee.

Paul bekommt kein Kätzchen von Bernhard Hoëcker, Eva von Mühlenfels und der Illustratorin Angela Glökler ist ein Bilder- und Vorlesebuch für Kinder ab ca. 4 Jahren. Ich muss zugeben, dass ich beim Lesen die Stimme von Bernhard Hoëcker, der u.a. bei "Wer weiß denn sowas?" im Fernsehen zu sehen ist, im Kopf hatte. Anders als der Erzähler will, macht Paul einfach sein Ding. Das ist amüsant und überraschend. Das Buch eignet sich sehr gut für Kinder im Kindergartenalter. Der Text lässt sich leicht und schnell lesen, sodass das Buch mit seinen 32 Seiten auch ideal für zwischendurch ist. Die Geschichte lebt einfach davon, dass Paul andere, vielleicht etwas chaotische aber liebenswürdige Ideen hat. Zwischen Paul und dem Erzähler entstehen so lustige Dialoge. Hier hat mir gefallen, dass für Paul und den Erzähler eine unterschiedliche Schriftart genutzt wurde. Die Bilder sind eher großflächig gezeichnet, passen aber sehr gut zu Pauls Handlung. Auch hier sieht man den Humor. Fazit: Ein sehr schönes Kinderbuch, das mich durch sein kreatives Konzept begeistern konnte.
von Anjulia - 2026-02-18 17:57:00