Rezensionen
Gesellschaftsspiel
Roman | Visionär, hellwach, der Gegenwart einen halben Schritt voraus
Autor: Dora Zwickau
Erschienen 2025 bei Piper
ISBN 978-3-492-07386-8
Kein Titel - 3 Sterne
Ich dachte, ich hätte hier einen Familienroman vor mir. War es ja auch. Aber nur im Hintergrund. Tatsächlich ging es um den Versuch, in einer Stadt eine direkte Demokratie einzuführen. Jede Person, die dort lebt, kann mittels Eingaben in einer App mitbestimmen, was passiert.
Hört sich gut an. Für mich ist dieser Gedanke aber auch schon alles, was ich aus diesem Buch mitnehme. Eine unausgegorene Story die sich durch viele Chat- und Mailverläufe unterbrochen wird, deren Sinn mir sich leider nicht erschlossen hat.
Hört sich gut an. Für mich ist dieser Gedanke aber auch schon alles, was ich aus diesem Buch mitnehme. Eine unausgegorene Story die sich durch viele Chat- und Mailverläufe unterbrochen wird, deren Sinn mir sich leider nicht erschlossen hat.
von HEYN Leserunde, Manuela Meierhofer - 2025-10-25 12:51:00
Gesellschaft der Zukunft? - 4 Sterne
Die Schwestern Isabelle und Annika sowie ihre Tante Dagmar verbinden zunächst nur wenige Gemeinsamkeiten. Als Gabi, deren Mutter beziehungsweise Schwester, einen Schlaganfall erleidet und im Sterben liegt, müssen sich die drei Frauen notgedrungen zusammenfinden.
Annika lebt in den USA und ist aufgrund der zunehmenden Ausländerfeindlichkeit und rassistischen Tendenzen in Deutschland sehr kritisch gegenüber ihrem Heimatland.
Isabelle ist Lehrerin und alleinerziehende Mutter. Sie ist engagiert, aber auch ständig am Limit durch die Mehrfachbelastungen. Dagmar lehrt an der Uni Soziologie, hat aber in lebenspraktischen Belangen ausgesprochene Defizite.
In die emotional schwierige Situation platzt die Meldung über ein Experiment, das ausgerechnet in ihrer Stadt Weimar stattfinden soll. Der amerikanische Tech-Milliardär und Spiele-Erfinder „Double Z“ hat die geschichtsträchtige Stadt im Osten Deutschlands auserkoren, um ein neues Gesellschaftsmodell per App zu testen. Die BewohnerInnen bestimmen direkt über die App Syndicate mit, schwerfällige Entscheidungsprozesse fallen weg. Eine ganze Stadt wird zum Testfall für die Gesellschaft der Zukunft.
Die Reaktion der drei Frauen fällt ganz unterschiedlich aus. Annika bleibt zunächst eher emotionslos, auch wenn ihr Freund Wang absolut begeistert ist. Dagmar versucht die Idee mit ihrem sozialwissenschaftlichen Hintergrund in allen Facetten zu durchdringen und Isabelle setzt sich gemeinsam mit ihren Schülern mit der App auseinander.
Stilistisch ist der hochaktuelle Roman nicht ganz einfach zu fassen. Das eigentlich emotional belastende Familiengeschehen rückt ein bisschen zu sehr in die Hintergrund. Hinzu kommen die eingestreuten Social Media Posts, die zwar gut zu dem Thema des Romans passen, den Lesefluss aber unterbrechen und bewusst stören.
Trotz einiger Schwächen ist der Roman empfehlenswert aufgrund seiner aktuellen Thematik. Es ist zwar Fiktion, aber erschreckend realistisch und die Handlung regt definitiv zum Nachdenken an.
Annika lebt in den USA und ist aufgrund der zunehmenden Ausländerfeindlichkeit und rassistischen Tendenzen in Deutschland sehr kritisch gegenüber ihrem Heimatland.
Isabelle ist Lehrerin und alleinerziehende Mutter. Sie ist engagiert, aber auch ständig am Limit durch die Mehrfachbelastungen. Dagmar lehrt an der Uni Soziologie, hat aber in lebenspraktischen Belangen ausgesprochene Defizite.
In die emotional schwierige Situation platzt die Meldung über ein Experiment, das ausgerechnet in ihrer Stadt Weimar stattfinden soll. Der amerikanische Tech-Milliardär und Spiele-Erfinder „Double Z“ hat die geschichtsträchtige Stadt im Osten Deutschlands auserkoren, um ein neues Gesellschaftsmodell per App zu testen. Die BewohnerInnen bestimmen direkt über die App Syndicate mit, schwerfällige Entscheidungsprozesse fallen weg. Eine ganze Stadt wird zum Testfall für die Gesellschaft der Zukunft.
Die Reaktion der drei Frauen fällt ganz unterschiedlich aus. Annika bleibt zunächst eher emotionslos, auch wenn ihr Freund Wang absolut begeistert ist. Dagmar versucht die Idee mit ihrem sozialwissenschaftlichen Hintergrund in allen Facetten zu durchdringen und Isabelle setzt sich gemeinsam mit ihren Schülern mit der App auseinander.
Stilistisch ist der hochaktuelle Roman nicht ganz einfach zu fassen. Das eigentlich emotional belastende Familiengeschehen rückt ein bisschen zu sehr in die Hintergrund. Hinzu kommen die eingestreuten Social Media Posts, die zwar gut zu dem Thema des Romans passen, den Lesefluss aber unterbrechen und bewusst stören.
Trotz einiger Schwächen ist der Roman empfehlenswert aufgrund seiner aktuellen Thematik. Es ist zwar Fiktion, aber erschreckend realistisch und die Handlung regt definitiv zum Nachdenken an.
von bedard - 2025-09-28 23:25:00
Zwigespalten - 4 Sterne
Isabelle, ihre Schwester Annika und die Tante Dagmar treffen am Sterbebett der Mutter wieder auf einander. Die 3 Frauen sind sich fremd geworden. Annika ist magersüchtig und lebt in den USA, Dagmar ist Professorin an einem Lehrstuhl, Isabelle Lehrerin an einer Schule und Mutter eines Sohnes. Jetzt ist die Mutter nach einem Schlaganfall hirntot, am Leben erhalten damit die Familie Abschied nehmen kann.
Daneben versetzt eine Meldung die Welt in Aufregung, ein Tech Milliadär plant eine Umgestaltung der Gesellschaft. Dafür hat er sich ausgerechnet Weimar ausgesucht, der Heimatstadt der 3 Frauen und historisch bedeutsam. Als Mittel gibt es dazu eine App die Millionen Nutzer sofort laden und sich ihre Meinung bilden.
An sich eine gute Idee für ein Buch in der heutigen Zeit. Allerdings bleibt sowohl die Familiengeschichte als auch der Utopie Teil mit der Gesellschaftsumgestaltung nur halb erzählt. Das Ende war für mich unbefriedigend. Überhaupt bleiben die Personen farblos, ohne viel Tiefgang. Die Absätze mit den kurzen Email und WhatsApp Posts finde ich verwirrend und ohne Aussage.
Das Buch macht deutlich die übermäßige Handynutzung in unserem modernen Alltag.
Daneben versetzt eine Meldung die Welt in Aufregung, ein Tech Milliadär plant eine Umgestaltung der Gesellschaft. Dafür hat er sich ausgerechnet Weimar ausgesucht, der Heimatstadt der 3 Frauen und historisch bedeutsam. Als Mittel gibt es dazu eine App die Millionen Nutzer sofort laden und sich ihre Meinung bilden.
An sich eine gute Idee für ein Buch in der heutigen Zeit. Allerdings bleibt sowohl die Familiengeschichte als auch der Utopie Teil mit der Gesellschaftsumgestaltung nur halb erzählt. Das Ende war für mich unbefriedigend. Überhaupt bleiben die Personen farblos, ohne viel Tiefgang. Die Absätze mit den kurzen Email und WhatsApp Posts finde ich verwirrend und ohne Aussage.
Das Buch macht deutlich die übermäßige Handynutzung in unserem modernen Alltag.
von Ecinev - 2025-09-17 14:56:00
Tiefgang - 4 Sterne
Das Buch Gesellschaftsspiel von Dora Zwickau hat mich schon mit dem schlichten, aber sehr ansprechenden Cover und Titel neugierig gemacht. Die Geschichte selbst war spannend und hat auf überraschende Weise zwei große Themen miteinander verknüpft. Trauer und Digitalisierung. Gerade diese Kombination fand ich besonders gelungen, weil sie zeigt wie gleichzeitig unsere alle Lebensrealitäten funktionieren müssen. Wie gleichzeitig wir komplexe Themen im Leben behandeln. Sie zeigt, wie tief persönliche Erlebnisse und gesellschaftliche Entwicklungen miteinander verwoben sein können.
Der Techmilliardär, der versucht die Gesellschaft aufzumischen passt perfekt in unsere Zeit. Die Geschichte greift viele aktuelle Fragen auf, ohne sich zu schwer anzufühlen. Der Schreibstil ist angenehm einfach und locker. Besonders mochte ich die stilistischen Unterbrechungen, sie haben der Erzählung etwas Eigenes gegeben und immer wieder frische Impulse gesetzt.
Insgesamt ein Buch, das zum Nachdenken anregt, dabei aber gut lesbar bleibt. Eine echte Empfehlung für alle, die spannende Geschichten mit gesellschaftlichem Tiefgang mögen.
Der Techmilliardär, der versucht die Gesellschaft aufzumischen passt perfekt in unsere Zeit. Die Geschichte greift viele aktuelle Fragen auf, ohne sich zu schwer anzufühlen. Der Schreibstil ist angenehm einfach und locker. Besonders mochte ich die stilistischen Unterbrechungen, sie haben der Erzählung etwas Eigenes gegeben und immer wieder frische Impulse gesetzt.
Insgesamt ein Buch, das zum Nachdenken anregt, dabei aber gut lesbar bleibt. Eine echte Empfehlung für alle, die spannende Geschichten mit gesellschaftlichem Tiefgang mögen.
von Lila - 2025-08-07 02:10:00
Tiefgang - 4 Sterne
Das Buch Gesellschaftsspiel von Dora Zwickau hat mich schon mit dem schlichten, aber sehr ansprechenden Cover und Titel neugierig gemacht. Die Geschichte selbst war spannend und hat auf überraschende Weise zwei große Themen miteinander verknüpft. Trauer und Digitalisierung. Gerade diese Kombination fand ich besonders gelungen, weil sie zeigt wie gleichzeitig unsere alle Lebensrealitäten funktionieren müssen. Wie gleichzeitig wir komplexe Themen im Leben behandeln. Sie zeigt, wie tief persönliche Erlebnisse und gesellschaftliche Entwicklungen miteinander verwoben sein können.
Der Techmilliardär, der versucht die Gesellschaft aufzumischen passt perfekt in unsere Zeit. Die Geschichte greift viele aktuelle Fragen auf, ohne sich zu schwer anzufühlen. Der Schreibstil ist angenehm einfach und locker. Besonders mochte ich die stilistischen Unterbrechungen, sie haben der Erzählung etwas Eigenes gegeben und immer wieder frische Impulse gesetzt.
Insgesamt ein Buch, das zum Nachdenken anregt, dabei aber gut lesbar bleibt. Eine echte Empfehlung für alle, die spannende Geschichten mit gesellschaftlichem Tiefgang mögen.
Der Techmilliardär, der versucht die Gesellschaft aufzumischen passt perfekt in unsere Zeit. Die Geschichte greift viele aktuelle Fragen auf, ohne sich zu schwer anzufühlen. Der Schreibstil ist angenehm einfach und locker. Besonders mochte ich die stilistischen Unterbrechungen, sie haben der Erzählung etwas Eigenes gegeben und immer wieder frische Impulse gesetzt.
Insgesamt ein Buch, das zum Nachdenken anregt, dabei aber gut lesbar bleibt. Eine echte Empfehlung für alle, die spannende Geschichten mit gesellschaftlichem Tiefgang mögen.
von Lilaslesewelt - 2025-08-07 02:09:00
Parallelgesellschaften - 4 Sterne
An sich wirft dieses Buch ja erstmal ein spannendes Gedankenexperiment auf: wenn eine einzige Stadt eine neue gesellschaftliche Struktur einführt- kann das funktionieren? Und wenn ja, wie? Und wie nach der Einführungsphase weitermachen?
Aber innerhalb des Textes werden noch so viel mehr aktuelle und brisante Themen behandelt und sehr spannend mit dem Thema KI verknüpft. Ich fand der Leser wird anhand der Familie auch sehr nahbar an dieses Thema herangeführt. Die Figuren projizieren ihre Erwartungen und Hoffnungen in das Projekt.
Die zwischengestreuten Beiträge aus Foren oder Sozialen Medien passen zwar zum Inhalt und zur Aktualität, haben mich aber immer ein bisschen aus den Lesefluss/ Hörfluss gerissen. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und da waren zum Beispiel die Satzungsänderungen irgendwie irritierend weil man kurz dachte in einer Schleife festzuhängen.
Die Familiengeschichte hat mich anfangs gar nicht abgeholt, mich dann aber zunehmend doch interessiert. Gar nicht mal das Miteinander selbst, sondern wie unterschiedlich sich das Projekt auf ihre Leben, ihre Ansichten und Lebensumstände auswirkten. Das hat die Handlung dann doch sehr greifbar und menschlich gemacht.
Die thematische Verkettung von KI, Schutz der Demokratie und Onlinemedien fand ich sehr gelungen und sie regt eindeutig zum Nachdenken an. Die Idee war superstark, das Konzept des Buches selbst aber vllt noch ausbaufähig. Als Ansatz/ Denkanstoß aber super
Aber innerhalb des Textes werden noch so viel mehr aktuelle und brisante Themen behandelt und sehr spannend mit dem Thema KI verknüpft. Ich fand der Leser wird anhand der Familie auch sehr nahbar an dieses Thema herangeführt. Die Figuren projizieren ihre Erwartungen und Hoffnungen in das Projekt.
Die zwischengestreuten Beiträge aus Foren oder Sozialen Medien passen zwar zum Inhalt und zur Aktualität, haben mich aber immer ein bisschen aus den Lesefluss/ Hörfluss gerissen. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und da waren zum Beispiel die Satzungsänderungen irgendwie irritierend weil man kurz dachte in einer Schleife festzuhängen.
Die Familiengeschichte hat mich anfangs gar nicht abgeholt, mich dann aber zunehmend doch interessiert. Gar nicht mal das Miteinander selbst, sondern wie unterschiedlich sich das Projekt auf ihre Leben, ihre Ansichten und Lebensumstände auswirkten. Das hat die Handlung dann doch sehr greifbar und menschlich gemacht.
Die thematische Verkettung von KI, Schutz der Demokratie und Onlinemedien fand ich sehr gelungen und sie regt eindeutig zum Nachdenken an. Die Idee war superstark, das Konzept des Buches selbst aber vllt noch ausbaufähig. Als Ansatz/ Denkanstoß aber super
von Lies_ein_Buch - 2025-07-20 20:07:00
Kein Titel - 5 Sterne
Dora Zwickau ist mit Gesellschaftsspiel wirklich ein großartiges Debüt gelungen! Ein Schicksalsschlag führt Annika wieder zurück nach Weimar und mit ihrer Schwester Isabelle und ihrer Tante Dagmar zusammen. Die Frauen haben sich nie sonderlich verbunden miteinander gefühlt, die familiären Bande waren eher lose. Während sie sich mit ihrer Familiengeschichte auseinandersetzen, sich einander zum ersten Mal wirklich annähern und dabei natürlich auch einen genaueren Blick auf das eigene Leben werfen, kommt es zu einer großen Ankündigung. Ein Tech-Milliardär möchte die Demokratie auf ein neues Level heben, allen die Möglichkeit zur Mitbestimmung geben und zwar durch eine App. Ausgerechnet in Weimar soll dieser demokratische Neustart beginnen und die drei Frauen sind mittendrin. Wird dieses Experiment die Welt zum Positiven verändern oder sie noch mehr in die Krise stürzen?
Virtuos verknüpft die Autorin eine ostdeutsche Familiengeschichte mit großen Fragen über Demokratie, Despoten und Diktatoren, Digitalisierung und politische Bildung, Selbstbestimmung und Optimierungswahn, die Vergangenheit, unsere Gegenwart und eine mögliche Zukunft (oder mehrere)... und noch vieles mehr. Ein konstanter Strom an Einblicken und Ausblicken, ein unglaublich spannendes und gesellschaftlich relevantes Gedankenexperiment - klug und bissig erzählt.
Virtuos verknüpft die Autorin eine ostdeutsche Familiengeschichte mit großen Fragen über Demokratie, Despoten und Diktatoren, Digitalisierung und politische Bildung, Selbstbestimmung und Optimierungswahn, die Vergangenheit, unsere Gegenwart und eine mögliche Zukunft (oder mehrere)... und noch vieles mehr. Ein konstanter Strom an Einblicken und Ausblicken, ein unglaublich spannendes und gesellschaftlich relevantes Gedankenexperiment - klug und bissig erzählt.
von Verena Gruber aus der Tyrolia-Filiale in Innsbruck - 2025-07-18 10:12:03
Zu viele Themen, die vom Kernthema ablenken - 3 Sterne
In Gesellschaftsspiel von Dora Zwickau entwickelt ein Tech-Milliardär eine App, mit der er die Demokratie digitalisieren möchte. Die Einwohner:innen Weimars erhalten in einem Pilotprojekt Zugang zu der Plattform, über die sie scheinbar basisdemokratisch alle Aspekte des politischen Miteinander bestimmen können. Im Zentrum des Geschehens stehen Isabelle, Annika, und ihre Tante Dagmar, die sich nach dem Tod der Mutter bzw. Schwester einander wieder annähern. Jede geht auf ihre eigene Art mit der App um, und so zeigen sich verschiedene Facetten. Durch Isabelles Arbeit als Lehrerin bekommt man zudem noch den Blick darauf, wie Jugendliche mit der App interagieren.
Wie das Ganze dann konkret abläuft und auf welche Probleme und Kritik wir stoßen, möchte ich gar nicht weiter ausführen, denn genau das ist das eigentlich Spannende an dem Roman. Wer nutzt die App, wer nutzt sie aus und wer boykottiert sie? Inwiefern gelingt es, eine Gesellschaft digital abzubilden und lassen sich die aktuellen Probleme der Demokratie damit lösen oder werden sie gar potenziert?
Abgesehen davon ist mir das Buch ein bisschen zu voll mit Nebenthemen. Ein klassisches Bingo-Buch, bei dem ich das Gefühl habe, die Autorin konnte sich nicht so ganz auf einige wenige Erzählstränge festlegen und bringt daher alles unter, was auf ihrer Bingokarte steht. Schade, denn das Kernthema hat definitiv Potenzial und hätte noch etwas mehr Details und Tiefe verdient.
Nachdem ich zum Inhalt nicht zu viel verraten möchte, noch ein paar Worte zum Titel, der mir ob seiner Mehrdeutigkeit unglaublich gut gefällt. Es geht hier zunächst um ein Gedankenspiel bezogen auf die Gesellschaft. Wie würden die Menschen reagieren, wenn sie die Möglichkeit hätten, per App an der Politik beteiligt zu sein? Welche Vorteile würden sich ergeben, und wo wären die Grenzen und Gefahren? Daneben ist es aber für mich auch eine Anspielung auf den Begriff Gamification, also den Trend, aus allem ein Spiel zu machen, oder zumindest spielerische Elemente einzufügen. Was im Alltag hilfreich sein mag (ich denke da an Lern-Apps für Kinder oder Haushalts-Apps mit Belohnungssystemen), muss gesamtgesellschaftlich gesehen noch lange nicht funktionieren. Letztlich lese ich aus dem Titel auch die Angst, dass unsere Zukunft aufs Spiel gesetzt wird und Menschen sich und somit unsere Demokratie regelrecht verzocken. Und wie bei den meisten Gesellschaftsspielen gibt es am Ende vielleicht mehr Verlierer als Gewinner.
Wie das Ganze dann konkret abläuft und auf welche Probleme und Kritik wir stoßen, möchte ich gar nicht weiter ausführen, denn genau das ist das eigentlich Spannende an dem Roman. Wer nutzt die App, wer nutzt sie aus und wer boykottiert sie? Inwiefern gelingt es, eine Gesellschaft digital abzubilden und lassen sich die aktuellen Probleme der Demokratie damit lösen oder werden sie gar potenziert?
Abgesehen davon ist mir das Buch ein bisschen zu voll mit Nebenthemen. Ein klassisches Bingo-Buch, bei dem ich das Gefühl habe, die Autorin konnte sich nicht so ganz auf einige wenige Erzählstränge festlegen und bringt daher alles unter, was auf ihrer Bingokarte steht. Schade, denn das Kernthema hat definitiv Potenzial und hätte noch etwas mehr Details und Tiefe verdient.
Nachdem ich zum Inhalt nicht zu viel verraten möchte, noch ein paar Worte zum Titel, der mir ob seiner Mehrdeutigkeit unglaublich gut gefällt. Es geht hier zunächst um ein Gedankenspiel bezogen auf die Gesellschaft. Wie würden die Menschen reagieren, wenn sie die Möglichkeit hätten, per App an der Politik beteiligt zu sein? Welche Vorteile würden sich ergeben, und wo wären die Grenzen und Gefahren? Daneben ist es aber für mich auch eine Anspielung auf den Begriff Gamification, also den Trend, aus allem ein Spiel zu machen, oder zumindest spielerische Elemente einzufügen. Was im Alltag hilfreich sein mag (ich denke da an Lern-Apps für Kinder oder Haushalts-Apps mit Belohnungssystemen), muss gesamtgesellschaftlich gesehen noch lange nicht funktionieren. Letztlich lese ich aus dem Titel auch die Angst, dass unsere Zukunft aufs Spiel gesetzt wird und Menschen sich und somit unsere Demokratie regelrecht verzocken. Und wie bei den meisten Gesellschaftsspielen gibt es am Ende vielleicht mehr Verlierer als Gewinner.
von EvaLiest - 2025-07-17 19:34:00
Familiäre Dynamik trifft digitales Gesellschaftsexperiment - 3 Sterne
Familiäre Dynamik trifft digitales Gesellschaftsexperiment
Im Buch "Gesellschaftsspiel" erzählt die Autorin über drei Wochen im Leben von Isabelle, Annika und Dagmar, die sich am Sterbebett von Isabelles und Annikas Mutter wiederfinden. Parallel wird in Weimar eine Demokratie-App namens „The Syndicate“ eingeführt – ein soziales Experiment eines Tech-Milliardärs, das die Gesellschaft digital „neu denken“ soll.
Ich finde die Idee für das Buch sehr intuitiv - Moderne Demokratie via App – ein konkretes Gedankenexperiment mit gesellschaftlicher Reichweite. Hohe Relevanz in der heutigen Zeit, und das macht das ganze Buch gleich nochmals interessanter.
Was nicht so gelungen ist, sind die Protagonistinnen - sie wirken sehr distanziert und Emotionen kommen bei mir einfach nicht auf. Die Skizzierung der Charaktere ist in meinen Augen leider nicht gelungen. Konflikte haben keinen wirklichen Höhepunkt.
Tolle Idee, jedoch einige Abstriche bei der Umsetzung.
Im Buch "Gesellschaftsspiel" erzählt die Autorin über drei Wochen im Leben von Isabelle, Annika und Dagmar, die sich am Sterbebett von Isabelles und Annikas Mutter wiederfinden. Parallel wird in Weimar eine Demokratie-App namens „The Syndicate“ eingeführt – ein soziales Experiment eines Tech-Milliardärs, das die Gesellschaft digital „neu denken“ soll.
Ich finde die Idee für das Buch sehr intuitiv - Moderne Demokratie via App – ein konkretes Gedankenexperiment mit gesellschaftlicher Reichweite. Hohe Relevanz in der heutigen Zeit, und das macht das ganze Buch gleich nochmals interessanter.
Was nicht so gelungen ist, sind die Protagonistinnen - sie wirken sehr distanziert und Emotionen kommen bei mir einfach nicht auf. Die Skizzierung der Charaktere ist in meinen Augen leider nicht gelungen. Konflikte haben keinen wirklichen Höhepunkt.
Tolle Idee, jedoch einige Abstriche bei der Umsetzung.
von div - 2025-07-11 17:26:00
zwei Ebenen - 4 Sterne
Ich und das Cover passt recht gut zu dem Inhalt des Buches, da es auf der einen Seite ein familienroman ist. Es geht prinzipiell in dem Buch erst einmal um zwei Geschwister die sich versuchen wieder anzunähern. Dabei unterstützt sie auch ihre Tante. In dem Buch gibt es verschiedene erzählstränge, aus den sichtweisen und Perspektiven der verschiedenen Protagonisten. Aber das wirklich spannende ist, dass es außerdem Inhalte aus Chats und E-Mails gibt, so dass weitere Ebenen aufgeführt werden. Auch ist es nicht nur eine Familiengeschichte, da es auch eine Art zukunftsvision ist Punkt denn auf einmal gibt es eine App in der sich die Gesellschaft neu zusammensetzen und auseinandersetzen soll. Diese App wird von einem tech-Milliardär eingeführt und in Weimar erstmalig eingesetzt. Der Spielort hat mir gut gefallen da ich schon auf den Weimar war.
von v_im_wunderland - 2025-07-08 21:17:00


