Rezensionen
Meeresdunkel
Zwei Familien. Ein Ferienhaus. Ein Sommer, der tödlich endet. | SPIEGEL Bestseller
Autor: Till Raether
Erschienen 2026 bei ROWOHLT Taschenbuch
ISBN 978-3-499-01719-3
Familienkonflikte - 4 Sterne
Ein abgelegenes Ferienhaus, zwei Familien, eine Doppelbuchung und ein aufziehender Sturm: „Meeresdunkel“ startet mit einer klassischen Thriller-Prämisse, entwickelt sich dann aber überraschend anders, als ich erwartet hatte.
Wer hier von Beginn an einen rasanten Thriller mit Leiche erwartet, sollte wissen, dass der Roman sich Zeit lässt. Über weite Strecken steht nicht das Verbrechen im Mittelpunkt, sondern die Beziehungen zwischen den Figuren. Alte Konflikte, unausgesprochene Spannungen und familiäre Dynamiken bestimmen die Handlung. Für manche Leser:innen könnte das enttäuschend sein, mir hat dieser Ansatz jedoch gut gefallen, da ich normalerweise keine Thriller lese.
Etwa ab der Mitte zieht das Tempo dann deutlich an. Die Ereignisse überschlagen sich, Geheimnisse kommen ans Licht und die Handlung entwickelt sich immer mehr in Richtung Thriller. Dadurch entsteht eine spannende zweite Hälfte, die mich zum Weiterlesen motiviert hat. Mit der Auflösung hatte ich allerdings meine Schwierigkeiten. Sie wirkte auf mich etwas zu konstruiert und konnte die Erwartungen, die der Roman zuvor aufgebaut hatte, nicht ganz erfüllen. Schade, denn gerade die Figurenkonstellation und die psychologische Spannung haben mir zuvor sehr gut gefallen.
Insgesamt ist „Meeresdunkel“ für mich weniger ein klassischer Thriller, sondern eine gut geschriebene Mischung aus Familiendrama, Beziehungsroman und Spannungsroman.
Wer hier von Beginn an einen rasanten Thriller mit Leiche erwartet, sollte wissen, dass der Roman sich Zeit lässt. Über weite Strecken steht nicht das Verbrechen im Mittelpunkt, sondern die Beziehungen zwischen den Figuren. Alte Konflikte, unausgesprochene Spannungen und familiäre Dynamiken bestimmen die Handlung. Für manche Leser:innen könnte das enttäuschend sein, mir hat dieser Ansatz jedoch gut gefallen, da ich normalerweise keine Thriller lese.
Etwa ab der Mitte zieht das Tempo dann deutlich an. Die Ereignisse überschlagen sich, Geheimnisse kommen ans Licht und die Handlung entwickelt sich immer mehr in Richtung Thriller. Dadurch entsteht eine spannende zweite Hälfte, die mich zum Weiterlesen motiviert hat. Mit der Auflösung hatte ich allerdings meine Schwierigkeiten. Sie wirkte auf mich etwas zu konstruiert und konnte die Erwartungen, die der Roman zuvor aufgebaut hatte, nicht ganz erfüllen. Schade, denn gerade die Figurenkonstellation und die psychologische Spannung haben mir zuvor sehr gut gefallen.
Insgesamt ist „Meeresdunkel“ für mich weniger ein klassischer Thriller, sondern eine gut geschriebene Mischung aus Familiendrama, Beziehungsroman und Spannungsroman.
von LeserinLu - 2026-06-08 09:15:00
ein Buch das mich nicht ganz überzeugen konnte - 3 Sterne
Mir fällt es immer sehr schwer ein Buch zu kritisieren, weil ich denke, dass der Autor sicherlich viel Arbeit und Herzblut in sein Projekt gesteckt hat und Geschmäcker sind ja auch bekanntlich verschieden. Bei dem Buch „Meeresdunkel“ von Till Raether, erschienen im @rowohltverlag ,habe ich beim Lesen aber wenig Wohlfühlmomente gehabt, im Gegenteil, ich war oft genervt, weil ich vieles unlogisch und nicht nachvollziehbar fand, aber das ist eine rein subjektive Meinung.
Zwei Familien buchen aus einem Buchungsfehler heraus ein und dasselbe Haus auf Mallorca. Die Villa ist heruntergekommen, aber groß genug, dass beide Familien dort unterkommen können, da kein Ersatz geboten werden kann.
Der Roman erzählt nun aus Sicht dreier Personen.Henrike, die Mutter der einen Familie, Samuel, der Vater der zweiten Familie und sein Sohn Juri.
Die Geschichte ist einfach, aber flüssig erzählt.An spektakulären Dingen passiert für einen Spannungsthriller relativ wenig. Die Handlung bezieht sich eher auf die Personen der zwei Familien, ihre Beziehungen untereinander und um Geheimnisse, die ans Tageslicht kommen. Dabei sind mache Dinge und Handlungen aber so abstrus und unglaubwürdig,dass mein logischer Verstand gestreikt hat.Und wenn ich Dinge nicht logisch einordnen kann, nervt mich das, was nicht unbedingt meiner Entspannung zuträglich ist.
Wir haben in diesem Buch zwar von Anfang an eine subtile Spannung, die sich auch durch das Buch zieht, aber die unglaubwürdigen Dinge die hier geschehen, verwirren so sehr,dass der Thrillergenuss auf der Strecke bleibt. Ich würde dieses Buch auch nicht unbedingt als Thriller, sondern eher als Familiendrama bezeichnen.
Alles in allem ein Buch das mich nur teilweise überzeugen konnte.
Zwei Familien buchen aus einem Buchungsfehler heraus ein und dasselbe Haus auf Mallorca. Die Villa ist heruntergekommen, aber groß genug, dass beide Familien dort unterkommen können, da kein Ersatz geboten werden kann.
Der Roman erzählt nun aus Sicht dreier Personen.Henrike, die Mutter der einen Familie, Samuel, der Vater der zweiten Familie und sein Sohn Juri.
Die Geschichte ist einfach, aber flüssig erzählt.An spektakulären Dingen passiert für einen Spannungsthriller relativ wenig. Die Handlung bezieht sich eher auf die Personen der zwei Familien, ihre Beziehungen untereinander und um Geheimnisse, die ans Tageslicht kommen. Dabei sind mache Dinge und Handlungen aber so abstrus und unglaubwürdig,dass mein logischer Verstand gestreikt hat.Und wenn ich Dinge nicht logisch einordnen kann, nervt mich das, was nicht unbedingt meiner Entspannung zuträglich ist.
Wir haben in diesem Buch zwar von Anfang an eine subtile Spannung, die sich auch durch das Buch zieht, aber die unglaubwürdigen Dinge die hier geschehen, verwirren so sehr,dass der Thrillergenuss auf der Strecke bleibt. Ich würde dieses Buch auch nicht unbedingt als Thriller, sondern eher als Familiendrama bezeichnen.
Alles in allem ein Buch das mich nur teilweise überzeugen konnte.
von Klassikfan - 2026-06-07 21:22:00
Das Haus auf den Klippen - 3 Sterne
Zwei Familien reisen voller Vorfreude in die Ferien nach Mallorca, nur um festzustellen, dass ihr Feriendomizil doppelt vermietet wurde. Da das Haus genügend Platz bietet, beschließen sie, sich miteinander zu arrangieren und sich das Haus zu teilen, doch die Stimmung kippt schnell und als eine Leiche auftaucht, wird die Situation bedrohlich.
Die Klabachenvilla auf der Steilküste ist ein starker Schauplatz, abgeschieden, voller Schatten und Geheimnisse. Die Atmosphäre ist durchgehend düster, beklemmend und von Geheimnissen durchzogen.
Obwohl zu Beginn mehrere Figuren zu Wort kommen, entsteht erstaunlich schnell ein klares Bild der Dynamiken. Die Familienkonstellationen, unterschwelligen Spannungen und unausgesprochenen Konflikte greifen gut ineinander. Dadurch entwickelt sich schnell ein klares Bild der Situation und der Charaktere
Mir fehlt hier der durchgehende Spannungsbogen und das typische Thriller-Feeling, für mich ist die Geschichte eher ein Drama mit Krimielementen. Zum Ende hin, waren mir die Handlungen zu konfus, hier wollte der Autor wohl zu viel in die Story hineinpacken.
Die Grundidee des Plots hatte auf jeden Fall Potenzial, welches allerdings nicht so ganz genutzt wurde.
Die Klabachenvilla auf der Steilküste ist ein starker Schauplatz, abgeschieden, voller Schatten und Geheimnisse. Die Atmosphäre ist durchgehend düster, beklemmend und von Geheimnissen durchzogen.
Obwohl zu Beginn mehrere Figuren zu Wort kommen, entsteht erstaunlich schnell ein klares Bild der Dynamiken. Die Familienkonstellationen, unterschwelligen Spannungen und unausgesprochenen Konflikte greifen gut ineinander. Dadurch entwickelt sich schnell ein klares Bild der Situation und der Charaktere
Mir fehlt hier der durchgehende Spannungsbogen und das typische Thriller-Feeling, für mich ist die Geschichte eher ein Drama mit Krimielementen. Zum Ende hin, waren mir die Handlungen zu konfus, hier wollte der Autor wohl zu viel in die Story hineinpacken.
Die Grundidee des Plots hatte auf jeden Fall Potenzial, welches allerdings nicht so ganz genutzt wurde.
von gerlisch - 2026-06-07 21:18:00
Atmosphärisches Family-Drama - 3 Sterne
Eine Doppelbuchung in einer abgelegenen Finca auf Mallorca? Das klingt zunächst ja fast nach Chaos-Komödie oder Sommer-RomCom … bis die Stimmung kippt und etwas Düsteres, Bedrohliches ans Licht kommt. Ein toller Kontrastgedanke, der mich direkt neugierig gemacht hat.
Auch optisch hat mich das Buch sofort abgeholt: Das dunkel gehaltene Cover passt perfekt zur sonnigen Urlaubsinsel und unterschwelligen Gefahr. Man spürt gleich 'hier stimmt irgendetwas nicht', und dieses Unbehagen zieht sich bewusst durch die gesamte Story.
Atmosphäre: Richtig stark gestaltet! Till Raether erschafft eine fast erdrückende Spannung, die permanent im Hintergrund lauert. Die heruntergekommene Finca, das aufziehende Unwetter … alles wird sehr bildhaft in Szene gesetzt.
Allerdings … hatte ich persönlich ein wenig Schwierigkeiten mit den vielen (vieeelen) Perspektiven. Ich verstehe absolut, warum sie für diese Geschichte wichtig sind und wie sie zur Gesamtwirkung beitragen sollen, aber mir war es stellenweise einfach too much. Dadurch fiel es mir schwer, wirklich eine enge Bindung zu den jeweiligen Figuren aufzubauen (und genau DAS ist normalerweise etwas, das ein Buch jeglichen Genres für mich unbedingt braucht).
Trotzdem wollte ich die ganze Zeit wissen, was hinter allem steckt. Die vielen Geheimnisse und familiären Verstrickungen wollte ich endlich durchblicken. Der Fokus lag für mich somit eindeutig stärker auf dem Familiendrama und psychologischen Aspekt als auf den klassischen Thriller-Elementen.
Das Ende … ich sag's mal so: Geschmackssache. Ich selbst mag eher runde Abschlüsse mit einer gewissen poetic justice - hier wurde es deutlich ungewöhnlicher und offener, aber kreativ (und definitiv mal etwas anderes) war es auf jeden Fall.
Fazit:
Auch wenn der Schreibstil und die Figuren nicht ganz meinen persönlichen Geschmack getroffen haben, war es doch ein solider, psychologischer Thriller mit spannender Grundidee und sehr dichter Stimmung, der mich vor allem atmosphärisch überzeugen konnte.
Auch optisch hat mich das Buch sofort abgeholt: Das dunkel gehaltene Cover passt perfekt zur sonnigen Urlaubsinsel und unterschwelligen Gefahr. Man spürt gleich 'hier stimmt irgendetwas nicht', und dieses Unbehagen zieht sich bewusst durch die gesamte Story.
Atmosphäre: Richtig stark gestaltet! Till Raether erschafft eine fast erdrückende Spannung, die permanent im Hintergrund lauert. Die heruntergekommene Finca, das aufziehende Unwetter … alles wird sehr bildhaft in Szene gesetzt.
Allerdings … hatte ich persönlich ein wenig Schwierigkeiten mit den vielen (vieeelen) Perspektiven. Ich verstehe absolut, warum sie für diese Geschichte wichtig sind und wie sie zur Gesamtwirkung beitragen sollen, aber mir war es stellenweise einfach too much. Dadurch fiel es mir schwer, wirklich eine enge Bindung zu den jeweiligen Figuren aufzubauen (und genau DAS ist normalerweise etwas, das ein Buch jeglichen Genres für mich unbedingt braucht).
Trotzdem wollte ich die ganze Zeit wissen, was hinter allem steckt. Die vielen Geheimnisse und familiären Verstrickungen wollte ich endlich durchblicken. Der Fokus lag für mich somit eindeutig stärker auf dem Familiendrama und psychologischen Aspekt als auf den klassischen Thriller-Elementen.
Das Ende … ich sag's mal so: Geschmackssache. Ich selbst mag eher runde Abschlüsse mit einer gewissen poetic justice - hier wurde es deutlich ungewöhnlicher und offener, aber kreativ (und definitiv mal etwas anderes) war es auf jeden Fall.
Fazit:
Auch wenn der Schreibstil und die Figuren nicht ganz meinen persönlichen Geschmack getroffen haben, war es doch ein solider, psychologischer Thriller mit spannender Grundidee und sehr dichter Stimmung, der mich vor allem atmosphärisch überzeugen konnte.
von Furbaby_Mom - 2026-05-27 21:12:00
Urlaubsidylle? - 5 Sterne
Till Raethers Thriller "Meeresdunkel" spielt auf der Ferieninsel Mallorca. Zwei Familien, die sich auf ihren Kurzurlaub freuen: Marie mit ihrem Mann Samuel und dem achtjährigen Sohn Juri sowie Henrikes Familie, bestehend aus den vierzehnjährigen Zwillingen Finn und Esmé, Henrikes Mann Hans und ihrem Bruder Freddy. Auf dem Flug kreuzen sich kurz Blicke, keiner ahnt dass sie sich bald begegnen werden. Und zwar in derselben Unterkunft, die dummerweise doppelt vergeben wurde. Kurzentschlossen beschließen sie, die erste Nacht alle zusammen in der alten Villa zu verbringen und am nächsten Tag weiter zu sehen. Freddy bekocht alle, die Stimmung ist gelöst, die Kids verstehen sich trotz des Altersunterschiedes bestens. Weitere Tage vergehen, irgendwann wird klar, dass das Zusammentreffen kein Zufall war.
Ich fand den Thriller absolut fesselnd, was zum großen Teil an der düsteren Atmosphäre liegt, aber auch an den perfekt geschilderten zwischenmenschlichen Beziehungen, die sich langsam entwickeln. Jeder von den Erwachsenen ist mit einer eigenen Erwartung in den Urlaub gestartet, zwischen den Paaren kriselt es. Jeder scheint ein Geheimnis zu verbergen.
Die Stimmung ist perfekt eingefangen, dicht, entwickelt einen Sogeffekt. Die Charaktere sind perfekt gezeichnet, bis auf den unnahbaren Hans, der etwas im Hintergrund blieb. Episoden aus der Vergangenheit lassen Spielraum zum rätseln, um wen es sich handelt.
Eine Story die wunderbar detailliert und atmosphärisch geschrieben ist, lädt zum miträtseln ein. Die Situation wirkt sehr real und die Spannung hält sich bis zum Ende.
Fazit: Nicht der typische Thriller, aber fesselnd und spannend bis zum Ende.
Ich fand den Thriller absolut fesselnd, was zum großen Teil an der düsteren Atmosphäre liegt, aber auch an den perfekt geschilderten zwischenmenschlichen Beziehungen, die sich langsam entwickeln. Jeder von den Erwachsenen ist mit einer eigenen Erwartung in den Urlaub gestartet, zwischen den Paaren kriselt es. Jeder scheint ein Geheimnis zu verbergen.
Die Stimmung ist perfekt eingefangen, dicht, entwickelt einen Sogeffekt. Die Charaktere sind perfekt gezeichnet, bis auf den unnahbaren Hans, der etwas im Hintergrund blieb. Episoden aus der Vergangenheit lassen Spielraum zum rätseln, um wen es sich handelt.
Eine Story die wunderbar detailliert und atmosphärisch geschrieben ist, lädt zum miträtseln ein. Die Situation wirkt sehr real und die Spannung hält sich bis zum Ende.
Fazit: Nicht der typische Thriller, aber fesselnd und spannend bis zum Ende.
von readpassion9 - 2026-05-17 16:41:00
Tolle Atmosphäre, aber wo bleibt die Spannung? - 2 Sterne
WORUM GEHT ES?
Stell dir vor, du buchst die perfekte Auszeit auf Mallorca, um deine kriselnde Ehe zu retten, und landest durch eine Doppelbuchung in einer abgelegenen Finca mit einer völlig fremden Familie.
Was nach einem entspannten Sommerurlaub klingt, wird für Henrike, Hans und die anderen schnell zu einem beklemmenden Kammerspiel.
Die Atmosphäre auf den Klippen ist rau, die Vergangenheit holt die Reisenden ein und plötzlich ist nichts mehr so, wie es scheint.
Werden die Familien die Woche gemeinsam überstehen, oder bricht das mühsam aufgebaute Kartenhaus unter dem Sturm zusammen?
WAS MIR GUT GEFIEL:
- Toller Einstieg: Der Prolog war für mich ein absolutes Highlight. Die düstere Stimmung am Fuße der Steilklippen hat sofort für Gänsehaut gesorgt und mich richtig neugierig gemacht.
- Greifbare Atmosphäre: Das Setting auf Mallorca hat der Autor toll eingefangen. Die Beschreibungen der Natur und der Finca waren so lebendig, dass ich das Meer förmlich rauschen hören konnte.
- Spannende Grundidee: Das Szenario mit der Doppelbuchung und den zwei Familien, die auf engstem Raum festsitzen, ist eigentlich ein genialer Aufhänger für Nervenkitzel pur.
WAS MIR WENIGER GUT GEFIEL:
- Anstrengender Schreibstil: Der Stil wirkt oft sehr abgehackt und protokollartig, fast so, wie Menschen im Alltag sprechen. Das war für mich leider echt mühsam zu lesen.
- Fehlender Thrill: Nach dem starken Prolog wurde die Geschichte leider eher zu einem Familiendrama. Die Spannung blieb für mich über weite Strecken auf der Strecke, da einfach zu wenig passiert ist.
- Anstrengende Charaktere: Ich bin mit niemandem warm geworden. Henrikes sprunghafte Emotionen inmitten ihrer Ehekrise wirkten auf mich leider unrealistisch und auch die Dynamik zwischen den beiden Familien war sehr gewöhnungsbedürftig. Und Juris Verhalten und seine sehr spezielle Beziehung zu seiner Puppe Hedwig waren zwar suspekt, aber die Spannung hat auch das nicht wirklich vorangetrieben.
- Verschenktes Potenzial: Wer wie ich einen Kracher erwartet, wird vermutlich enttäuscht sein. Der vielversprechende Klappentext hat leider mehr versprochen, als die Story am Ende halten konnte.
FAZIT:
"Meeresdunkel" konnte mich leider nicht überzeugen, da der Fokus für meinen Geschmack zu sehr auf den Charakteren statt auf echter Spannung lag.
Wer einen waschechten, rasanten Thriller sucht, wird hier eher enttäuscht sein, das Buch eignet sich eventuell für Leser, die langsame Familiendramen mit einem Hauch von Mystery mögen.
Stell dir vor, du buchst die perfekte Auszeit auf Mallorca, um deine kriselnde Ehe zu retten, und landest durch eine Doppelbuchung in einer abgelegenen Finca mit einer völlig fremden Familie.
Was nach einem entspannten Sommerurlaub klingt, wird für Henrike, Hans und die anderen schnell zu einem beklemmenden Kammerspiel.
Die Atmosphäre auf den Klippen ist rau, die Vergangenheit holt die Reisenden ein und plötzlich ist nichts mehr so, wie es scheint.
Werden die Familien die Woche gemeinsam überstehen, oder bricht das mühsam aufgebaute Kartenhaus unter dem Sturm zusammen?
WAS MIR GUT GEFIEL:
- Toller Einstieg: Der Prolog war für mich ein absolutes Highlight. Die düstere Stimmung am Fuße der Steilklippen hat sofort für Gänsehaut gesorgt und mich richtig neugierig gemacht.
- Greifbare Atmosphäre: Das Setting auf Mallorca hat der Autor toll eingefangen. Die Beschreibungen der Natur und der Finca waren so lebendig, dass ich das Meer förmlich rauschen hören konnte.
- Spannende Grundidee: Das Szenario mit der Doppelbuchung und den zwei Familien, die auf engstem Raum festsitzen, ist eigentlich ein genialer Aufhänger für Nervenkitzel pur.
WAS MIR WENIGER GUT GEFIEL:
- Anstrengender Schreibstil: Der Stil wirkt oft sehr abgehackt und protokollartig, fast so, wie Menschen im Alltag sprechen. Das war für mich leider echt mühsam zu lesen.
- Fehlender Thrill: Nach dem starken Prolog wurde die Geschichte leider eher zu einem Familiendrama. Die Spannung blieb für mich über weite Strecken auf der Strecke, da einfach zu wenig passiert ist.
- Anstrengende Charaktere: Ich bin mit niemandem warm geworden. Henrikes sprunghafte Emotionen inmitten ihrer Ehekrise wirkten auf mich leider unrealistisch und auch die Dynamik zwischen den beiden Familien war sehr gewöhnungsbedürftig. Und Juris Verhalten und seine sehr spezielle Beziehung zu seiner Puppe Hedwig waren zwar suspekt, aber die Spannung hat auch das nicht wirklich vorangetrieben.
- Verschenktes Potenzial: Wer wie ich einen Kracher erwartet, wird vermutlich enttäuscht sein. Der vielversprechende Klappentext hat leider mehr versprochen, als die Story am Ende halten konnte.
FAZIT:
"Meeresdunkel" konnte mich leider nicht überzeugen, da der Fokus für meinen Geschmack zu sehr auf den Charakteren statt auf echter Spannung lag.
Wer einen waschechten, rasanten Thriller sucht, wird hier eher enttäuscht sein, das Buch eignet sich eventuell für Leser, die langsame Familiendramen mit einem Hauch von Mystery mögen.
von libraryoflaura - 2026-05-11 01:51:00
Mehr ein Familiendrama - 3 Sterne
Eigentlich sollte es für zwei Familien der perfekte Urlaub werden, doch nun laden beide wegen einer Doppelbuchung gemeinsam in einer abgelegenen Finca auf Mallorca. Beide versuchen die Urlaubsstimmung zu bewahren, nur fällt es sehr schwer. Die Finca ist sehr renovierungsbedürftig. Der Pool ist leer und eine unheimliche Atmosphäre legt sich über den Ort. Dann zieht ein heftiger Sturm auf. Für einen von ihnen endet die Reise tödlich. Der Sturm hindert an der Abreise und in der eingeschlossenen Situation wird deutlich, dass niemand zufällig hier ist. Jemand hat diese Begegnung geplant, und zwischen den Beteiligten bestehen verborgene Verbindungen, die nun ans Licht drängen.
Das Setting mit der abgelegenen und renovierungsbedürftigen Finca direkt an einer Klippe von Cala Santyaní war super. Der Schreibstil lässt sich angenehm flüssig lesen und man kommt relativ schnell durch die Seiten. Das war aber auch schon gefühlt das einzig positive an diesem Thriller.
Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven zwischen Henrike, Samuel und dem achtjährigen Juri erzählt. Durch diese Erzählweise hätte man Dynamik erzeugen können, doch leider enstand hier kaum Spannung. Über weite Strecken ist es träge und langatmig. Die erste Hälfte fühlt sich fast an wie eine Urlaubserzählung, wann welche Unternehmungen gemacht wurden und mit wem. Ab der Mitte wird es kurz besser, bevor das Tempo wieder abfällt. Trotz Sturm, Dunkelheit und bedrohlicher Atmosphäre entsteht kein echter Nervenkitzel. Es wirkt weniger wie ein Thriller und sondern eher wie ein Familiendrama über Beziehungen, Risse und unausgesprochene Konflikte.
Die Spannung ist nur unterschwellig durch das Setting und der düsteren Atmosphäre. Außerdem wurden die Figuren in der Handlung bewusst unsypathisch gehalten, was vermutlich zu dieser unterschwelligen Spannung beitragen soll. Allerdings fällt es dadurch schwer überhaupt eine Bindung zu ihnen aufzubauen. Zwischen ihnen brodelt es, ohne dass es je richtig eskaliert.
Mein Fazit:
Dieser Thriller hatte definitiv Potenzial allein schon von der Plotidee. Allerdings wurde es ganz und gar nicht ausgeschöpft, was sehr schade ist. Ein tolles Setting und die düstere Atmosphäre wurde gut geschaffen, aber leider ist hier Fehlanzeige an Spannung und Nervenkitzel und das habe ich eigentlich von diesem Thriller erwartet. Daher kann man es lesen, aber man darf nicht viel erwarten. Wenn man es nicht liest, verpasst man aber auch nichts.
Das Setting mit der abgelegenen und renovierungsbedürftigen Finca direkt an einer Klippe von Cala Santyaní war super. Der Schreibstil lässt sich angenehm flüssig lesen und man kommt relativ schnell durch die Seiten. Das war aber auch schon gefühlt das einzig positive an diesem Thriller.
Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven zwischen Henrike, Samuel und dem achtjährigen Juri erzählt. Durch diese Erzählweise hätte man Dynamik erzeugen können, doch leider enstand hier kaum Spannung. Über weite Strecken ist es träge und langatmig. Die erste Hälfte fühlt sich fast an wie eine Urlaubserzählung, wann welche Unternehmungen gemacht wurden und mit wem. Ab der Mitte wird es kurz besser, bevor das Tempo wieder abfällt. Trotz Sturm, Dunkelheit und bedrohlicher Atmosphäre entsteht kein echter Nervenkitzel. Es wirkt weniger wie ein Thriller und sondern eher wie ein Familiendrama über Beziehungen, Risse und unausgesprochene Konflikte.
Die Spannung ist nur unterschwellig durch das Setting und der düsteren Atmosphäre. Außerdem wurden die Figuren in der Handlung bewusst unsypathisch gehalten, was vermutlich zu dieser unterschwelligen Spannung beitragen soll. Allerdings fällt es dadurch schwer überhaupt eine Bindung zu ihnen aufzubauen. Zwischen ihnen brodelt es, ohne dass es je richtig eskaliert.
Mein Fazit:
Dieser Thriller hatte definitiv Potenzial allein schon von der Plotidee. Allerdings wurde es ganz und gar nicht ausgeschöpft, was sehr schade ist. Ein tolles Setting und die düstere Atmosphäre wurde gut geschaffen, aber leider ist hier Fehlanzeige an Spannung und Nervenkitzel und das habe ich eigentlich von diesem Thriller erwartet. Daher kann man es lesen, aber man darf nicht viel erwarten. Wenn man es nicht liest, verpasst man aber auch nichts.
von Annabell95 - 2026-05-09 20:38:00
Die Vergangenheit ist nicht tot - 3 Sterne
Zwei Familien treffen scheinbar durch eine fehlerhafte Doppelbuchung in der renovierungsbedürftigen Finca Casa de la Vora am Ende einer Bucht auf Mallorca zusammen. Da kein anderes Quartier verfügbar ist, arrangieren sie sich miteinander und kommen zunächst ganz gut miteinander aus. Es gibt jedoch in beiden Familien Probleme. In der Ehe von Henrike und Hans kriselt es, und deshalb hofft Henrike, dass sie sich durch den gemeinsamen Urlaub wieder näherkommen. Auch bei Marie und Samuel, dem anderen Ehepaar läuft es nicht rund, weil Marie völlig verarbeitet ist und für ihren Chef zu allen Tages- und Nachtzeiten erreichbar sein muss und weil ihr Mann durch falsche geschäftliche Entscheidungen gerade alles in den Sand gesetzt und eine Menge Geld verloren hat. Dann zieht ein Sturm auf – sozusagen im wörtlichen und im übertragenen Sinne, so dass die Situation im Ferienhaus dem klassischen Locked Room Mystery ähnelt, weil sie das Grundstück nicht mehr verlassen können. Einer von ihnen wird ermordet aufgefunden. Die Erklärung für die Ereignisse in der Gegenwart ist in der Vergangenheit zu finden, wie drei Kapitel mit der Überschrift 1995 verdeutlichen. So versteht der Leser nach immer neuen Wendungen und Komplikationen, wie alles zusammenhängt und warum es zu diesem seltsamen Zusammentreffen in der Casa de la Vora kam.
Die Geschichte liest sich eigentlich teilweise nicht schlecht, obwohl sie nicht durchweg spannend ist, aber auf mich wirkt das Ganze sehr konstruiert und teilweise so verworren, dass man den Überblick verliert. Dazu trägt auch die Personenvielfalt bei und einige Besonderheiten, die letztlich entbehrlich sind. Da ist zum Beispiel Juri, der 8jährige Sohn von Marie und Samuel, dessen wichtigste Bezugsperson seine Puppe Hedwig ist und der so frühreif ist, dass es schon wie eine Karikatur wirkt. Welcher Junge in diesem Alter beschäftigt sich denn mit Einsteins Relativitätstheorie? Für mich ist dieser Roman kein Thriller, sondern ein aus Familiendramen zusammengesetztes Puzzle. Falls es eine Fortsetzung geben sollte, werde ich diese jedenfalls nicht lesen.
Die Geschichte liest sich eigentlich teilweise nicht schlecht, obwohl sie nicht durchweg spannend ist, aber auf mich wirkt das Ganze sehr konstruiert und teilweise so verworren, dass man den Überblick verliert. Dazu trägt auch die Personenvielfalt bei und einige Besonderheiten, die letztlich entbehrlich sind. Da ist zum Beispiel Juri, der 8jährige Sohn von Marie und Samuel, dessen wichtigste Bezugsperson seine Puppe Hedwig ist und der so frühreif ist, dass es schon wie eine Karikatur wirkt. Welcher Junge in diesem Alter beschäftigt sich denn mit Einsteins Relativitätstheorie? Für mich ist dieser Roman kein Thriller, sondern ein aus Familiendramen zusammengesetztes Puzzle. Falls es eine Fortsetzung geben sollte, werde ich diese jedenfalls nicht lesen.
von cosmea - 2026-05-07 17:10:00
Mittelmäßig - 3 Sterne
Meeresdunkel von Till Raether ist so ein Buch, bei dem ich wirklich hin- und hergerissen war – und ehrlich gesagt auch bis zum Schluss nicht ganz weiß, ob ich es mochte oder nicht.
Der Schreibstil ist… gewöhnungsbedürftig. Sehr abgehackt, sehr kurz, fast schon spröde. Das passt zwar irgendwie zur Atmosphäre, hat mich aber oft eher rausgebracht als reingezogen. Und diese ganzen gezwungen wirkenden Anglizismen? Warum? Jugendsprache schön und gut, aber es war dann doch zu viel des Guten.
Positiv fand ich dagegen die kurzen Kapitel – die lassen sich angenehm weglesen und geben dem Ganzen zumindest ein bisschen Tempo. Auch die Entscheidung, die Geschichte nur aus drei Perspektiven zu erzählen, war gut. Mehr hätte das Ganze wahrscheinlich nur noch chaotischer gemacht.
Inhaltlich hatte ich allerdings ein ziemliches Problem: Bis etwa zur Hälfte ist das hier einfach ein reines Familiendrama. Und nicht mal ein besonders spannendes. Für einen Thriller passiert erschreckend wenig. Die ersten 50 % ziehen sich ziemlich, und ich hab mich mehr als einmal gefragt, wann jetzt endlich mal irgendwas kommt. Spannung? Kaum vorhanden. Emotionen? Leider auch nicht wirklich. Teilweise hatte ich sogar das Gefühl, dass die Figuren auf eine Prügelei stärker reagieren als auf eine Leiche – was irgendwie alles ziemlich irrational wirken lässt.
Und dann sind da noch die Figuren. Generell verhalten sich die Erwachsenen hier oft kindischer als die eigentlichen Kinder – die übrigens für mich das Beste am ganzen Buch waren. Die waren zumindest noch halbwegs glaubwürdig.
Juri ist zwar "speziell", aber gerade ihn fand ich ziemlich unterhaltend.
Trotz allem hatte das Buch aber diesen seltsamen Sog: Es war nicht wirklich spannend, aber ich wollte trotzdem wissen, wie es ausgeht. Selbst 90 Seiten vor Schluss hatte ich noch absolut keine Ahnung, worauf das Ganze hinausläuft – und das ist immerhin etwas, was ich positiv anrechnen muss.
Die Rückblenden bzw. die Nebenstory aus dem Jahr 1995 haben mir tatsächlich noch am besten gefallen. Da hatte ich das Gefühl, dass endlich mal so etwas wie Atmosphäre und Interesse aufkommt.
Das Ende… schwierig. Einerseits: Es ergibt Sinn, es beantwortet die offenen Fragen und ist definitiv unvorhersehbar. Andererseits wirkt es extrem konstruiert und ziemlich weit hergeholt. Und vor allem: Es hat mich emotional komplett kaltgelassen. Selbst die letzten Seiten haben bei mir nichts mehr ausgelöst.
Normalerweise inhaliere ich den letzten 50-70 Seiten, und muss mich zwingen, nichts zu überfliegen, da ich einfach so aufgeregt und geladen bin. Bei "Meeresdunkel" habe ich selbst auf den letzten Seiten noch Pausen eingelegt.
Unterm Strich habe ich das Gefühl, dass das Buch sein eigenes Genre verfehlt. Als Familiendrama hätte es vermutlich besser funktioniert – aber als Thriller fehlt es einfach an Spannung, Emotion und Dringlichkeit. So bleibt ein Roman, der interessante Ansätze hat, mich aber letztlich eher frustriert als überzeugt zurücklässt.
Da ich dem Buch aber das tolle Setting, die Unvorhersehbarkeit, die vier interessanten/sympathischen Charaktere (Juri, Esmé, Finn und Freddy), und dieses seltsame Sog-Potenzial anrechne, gibt es immerhin noch 3/5 Sterne. Absolut kein Hit, aber ich hab auch schon schlechteres gelesen.
Wer eher mit der Erwartung an ein Familiendrama an diese Geschichte rangeht, könnte sich einiges an Enttäuschung ersparen, und vielleicht eine ganz gute Zeit mit dieser Geschichte haben.
Der Schreibstil ist… gewöhnungsbedürftig. Sehr abgehackt, sehr kurz, fast schon spröde. Das passt zwar irgendwie zur Atmosphäre, hat mich aber oft eher rausgebracht als reingezogen. Und diese ganzen gezwungen wirkenden Anglizismen? Warum? Jugendsprache schön und gut, aber es war dann doch zu viel des Guten.
Positiv fand ich dagegen die kurzen Kapitel – die lassen sich angenehm weglesen und geben dem Ganzen zumindest ein bisschen Tempo. Auch die Entscheidung, die Geschichte nur aus drei Perspektiven zu erzählen, war gut. Mehr hätte das Ganze wahrscheinlich nur noch chaotischer gemacht.
Inhaltlich hatte ich allerdings ein ziemliches Problem: Bis etwa zur Hälfte ist das hier einfach ein reines Familiendrama. Und nicht mal ein besonders spannendes. Für einen Thriller passiert erschreckend wenig. Die ersten 50 % ziehen sich ziemlich, und ich hab mich mehr als einmal gefragt, wann jetzt endlich mal irgendwas kommt. Spannung? Kaum vorhanden. Emotionen? Leider auch nicht wirklich. Teilweise hatte ich sogar das Gefühl, dass die Figuren auf eine Prügelei stärker reagieren als auf eine Leiche – was irgendwie alles ziemlich irrational wirken lässt.
Und dann sind da noch die Figuren. Generell verhalten sich die Erwachsenen hier oft kindischer als die eigentlichen Kinder – die übrigens für mich das Beste am ganzen Buch waren. Die waren zumindest noch halbwegs glaubwürdig.
Juri ist zwar "speziell", aber gerade ihn fand ich ziemlich unterhaltend.
Trotz allem hatte das Buch aber diesen seltsamen Sog: Es war nicht wirklich spannend, aber ich wollte trotzdem wissen, wie es ausgeht. Selbst 90 Seiten vor Schluss hatte ich noch absolut keine Ahnung, worauf das Ganze hinausläuft – und das ist immerhin etwas, was ich positiv anrechnen muss.
Die Rückblenden bzw. die Nebenstory aus dem Jahr 1995 haben mir tatsächlich noch am besten gefallen. Da hatte ich das Gefühl, dass endlich mal so etwas wie Atmosphäre und Interesse aufkommt.
Das Ende… schwierig. Einerseits: Es ergibt Sinn, es beantwortet die offenen Fragen und ist definitiv unvorhersehbar. Andererseits wirkt es extrem konstruiert und ziemlich weit hergeholt. Und vor allem: Es hat mich emotional komplett kaltgelassen. Selbst die letzten Seiten haben bei mir nichts mehr ausgelöst.
Normalerweise inhaliere ich den letzten 50-70 Seiten, und muss mich zwingen, nichts zu überfliegen, da ich einfach so aufgeregt und geladen bin. Bei "Meeresdunkel" habe ich selbst auf den letzten Seiten noch Pausen eingelegt.
Unterm Strich habe ich das Gefühl, dass das Buch sein eigenes Genre verfehlt. Als Familiendrama hätte es vermutlich besser funktioniert – aber als Thriller fehlt es einfach an Spannung, Emotion und Dringlichkeit. So bleibt ein Roman, der interessante Ansätze hat, mich aber letztlich eher frustriert als überzeugt zurücklässt.
Da ich dem Buch aber das tolle Setting, die Unvorhersehbarkeit, die vier interessanten/sympathischen Charaktere (Juri, Esmé, Finn und Freddy), und dieses seltsame Sog-Potenzial anrechne, gibt es immerhin noch 3/5 Sterne. Absolut kein Hit, aber ich hab auch schon schlechteres gelesen.
Wer eher mit der Erwartung an ein Familiendrama an diese Geschichte rangeht, könnte sich einiges an Enttäuschung ersparen, und vielleicht eine ganz gute Zeit mit dieser Geschichte haben.
von xdeano - 2026-05-05 17:42:00
Mittelmäßig - 3 Sterne
Meeresdunkel von Till Raether ist so ein Buch, bei dem ich wirklich hin- und hergerissen war – und ehrlich gesagt auch bis zum Schluss nicht ganz weiß, ob ich es mochte oder nicht.
Der Schreibstil ist… gewöhnungsbedürftig. Sehr abgehackt, sehr kurz, fast schon spröde. Das passt zwar irgendwie zur Atmosphäre, hat mich aber oft eher rausgebracht als reingezogen. Und diese ganzen gezwungen wirkenden Anglizismen? Warum? Jugendsprache schön und gut, aber es war dann doch zu viel des Guten.
Positiv fand ich dagegen die kurzen Kapitel – die lassen sich angenehm weglesen und geben dem Ganzen zumindest ein bisschen Tempo. Auch die Entscheidung, die Geschichte nur aus drei Perspektiven zu erzählen, war gut. Mehr hätte das Ganze wahrscheinlich nur noch chaotischer gemacht.
Inhaltlich hatte ich allerdings ein ziemliches Problem: Bis etwa zur Hälfte ist das hier einfach ein reines Familiendrama. Und nicht mal ein besonders spannendes. Für einen Thriller passiert erschreckend wenig. Die ersten 50 % ziehen sich ziemlich, und ich hab mich mehr als einmal gefragt, wann jetzt endlich mal irgendwas kommt. Spannung? Kaum vorhanden. Emotionen? Leider auch nicht wirklich. Teilweise hatte ich sogar das Gefühl, dass die Figuren auf eine Prügelei stärker reagieren als auf eine Leiche – was irgendwie alles ziemlich irrational wirken lässt.
Und dann sind da noch die Figuren. Generell verhalten sich die Erwachsenen hier oft kindischer als die eigentlichen Kinder – die übrigens für mich das Beste am ganzen Buch waren. Die waren zumindest noch halbwegs glaubwürdig.
Juri ist zwar "speziell", aber gerade ihn fand ich ziemlich unterhaltend.
Trotz allem hatte das Buch aber diesen seltsamen Sog: Es war nicht wirklich spannend, aber ich wollte trotzdem wissen, wie es ausgeht. Selbst 90 Seiten vor Schluss hatte ich noch absolut keine Ahnung, worauf das Ganze hinausläuft – und das ist immerhin etwas, was ich positiv anrechnen muss.
Die Rückblenden bzw. die Nebenstory aus dem Jahr 1995 haben mir tatsächlich noch am besten gefallen. Da hatte ich das Gefühl, dass endlich mal so etwas wie Atmosphäre und Interesse aufkommt.
Das Ende… schwierig. Einerseits: Es ergibt Sinn, es beantwortet die offenen Fragen und ist definitiv unvorhersehbar. Andererseits wirkt es extrem konstruiert und ziemlich weit hergeholt. Und vor allem: Es hat mich emotional komplett kaltgelassen. Selbst die letzten Seiten haben bei mir nichts mehr ausgelöst.
Normalerweise inhaliere ich den letzten 50-70 Seiten, und muss mich zwingen, nichts zu überfliegen, da ich einfach so aufgeregt und geladen bin. Bei "Meeresdunkel" habe ich selbst auf den letzten Seiten noch Pausen eingelegt.
Unterm Strich habe ich das Gefühl, dass das Buch sein eigenes Genre verfehlt. Als Familiendrama hätte es vermutlich besser funktioniert – aber als Thriller fehlt es einfach an Spannung, Emotion und Dringlichkeit. So bleibt ein Roman, der interessante Ansätze hat, mich aber letztlich eher frustriert als überzeugt zurücklässt.
Da ich dem Buch aber das tolle Setting, die Unvorhersehbarkeit, die vier interessanten/sympathischen Charaktere (Juri, Esmé, Finn und Freddy), und dieses seltsame Sog-Potenzial anrechne, gibt es immerhin noch 3/5 Sterne. Absolut kein Hit, aber ich hab auch schon schlechteres gelesen.
Wer eher mit der Erwartung an ein Familiendrama an diese Geschichte rangeht, könnte sich einiges an Enttäuschung ersparen, und vielleicht eine ganz gute Zeit mit dieser Geschichte haben.
Der Schreibstil ist… gewöhnungsbedürftig. Sehr abgehackt, sehr kurz, fast schon spröde. Das passt zwar irgendwie zur Atmosphäre, hat mich aber oft eher rausgebracht als reingezogen. Und diese ganzen gezwungen wirkenden Anglizismen? Warum? Jugendsprache schön und gut, aber es war dann doch zu viel des Guten.
Positiv fand ich dagegen die kurzen Kapitel – die lassen sich angenehm weglesen und geben dem Ganzen zumindest ein bisschen Tempo. Auch die Entscheidung, die Geschichte nur aus drei Perspektiven zu erzählen, war gut. Mehr hätte das Ganze wahrscheinlich nur noch chaotischer gemacht.
Inhaltlich hatte ich allerdings ein ziemliches Problem: Bis etwa zur Hälfte ist das hier einfach ein reines Familiendrama. Und nicht mal ein besonders spannendes. Für einen Thriller passiert erschreckend wenig. Die ersten 50 % ziehen sich ziemlich, und ich hab mich mehr als einmal gefragt, wann jetzt endlich mal irgendwas kommt. Spannung? Kaum vorhanden. Emotionen? Leider auch nicht wirklich. Teilweise hatte ich sogar das Gefühl, dass die Figuren auf eine Prügelei stärker reagieren als auf eine Leiche – was irgendwie alles ziemlich irrational wirken lässt.
Und dann sind da noch die Figuren. Generell verhalten sich die Erwachsenen hier oft kindischer als die eigentlichen Kinder – die übrigens für mich das Beste am ganzen Buch waren. Die waren zumindest noch halbwegs glaubwürdig.
Juri ist zwar "speziell", aber gerade ihn fand ich ziemlich unterhaltend.
Trotz allem hatte das Buch aber diesen seltsamen Sog: Es war nicht wirklich spannend, aber ich wollte trotzdem wissen, wie es ausgeht. Selbst 90 Seiten vor Schluss hatte ich noch absolut keine Ahnung, worauf das Ganze hinausläuft – und das ist immerhin etwas, was ich positiv anrechnen muss.
Die Rückblenden bzw. die Nebenstory aus dem Jahr 1995 haben mir tatsächlich noch am besten gefallen. Da hatte ich das Gefühl, dass endlich mal so etwas wie Atmosphäre und Interesse aufkommt.
Das Ende… schwierig. Einerseits: Es ergibt Sinn, es beantwortet die offenen Fragen und ist definitiv unvorhersehbar. Andererseits wirkt es extrem konstruiert und ziemlich weit hergeholt. Und vor allem: Es hat mich emotional komplett kaltgelassen. Selbst die letzten Seiten haben bei mir nichts mehr ausgelöst.
Normalerweise inhaliere ich den letzten 50-70 Seiten, und muss mich zwingen, nichts zu überfliegen, da ich einfach so aufgeregt und geladen bin. Bei "Meeresdunkel" habe ich selbst auf den letzten Seiten noch Pausen eingelegt.
Unterm Strich habe ich das Gefühl, dass das Buch sein eigenes Genre verfehlt. Als Familiendrama hätte es vermutlich besser funktioniert – aber als Thriller fehlt es einfach an Spannung, Emotion und Dringlichkeit. So bleibt ein Roman, der interessante Ansätze hat, mich aber letztlich eher frustriert als überzeugt zurücklässt.
Da ich dem Buch aber das tolle Setting, die Unvorhersehbarkeit, die vier interessanten/sympathischen Charaktere (Juri, Esmé, Finn und Freddy), und dieses seltsame Sog-Potenzial anrechne, gibt es immerhin noch 3/5 Sterne. Absolut kein Hit, aber ich hab auch schon schlechteres gelesen.
Wer eher mit der Erwartung an ein Familiendrama an diese Geschichte rangeht, könnte sich einiges an Enttäuschung ersparen, und vielleicht eine ganz gute Zeit mit dieser Geschichte haben.
von xdeano - 2026-05-05 17:37:00


