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Rezensionen

Drei Wochen im August
Roman | Über Macht- und Geschlechterverhältnisse, Lügen und Geheimnisse

Autor: Nina Bußmann

Erschienen 2025 bei Suhrkamp
ISBN 978-3-518-43221-1
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Urlaub in Frankreich - 3 Sterne

Der Klappentext hat ein intensives Kammerspiel in der Hitze des französischen Sommers. Dennoch ist es vorhersehbar, dass die Idylle trügt wenn mehrere psychisch labile Menschen in einem abgelegenen Ferienhaus aufeinandertreffen.

Anfangs sind die Beschreibungen von Elena die mit ihren Kindern, einem Kindermädchen und einer Freundin ihrer Tochter in dem Ferienhaus eintreffen noch interessant aber bald wird es langweilig weil einfach nichts passiert.

Der Schreibstil mit der latenten Grundspannung ist leider nicht sehr fesselnd. Es wird viel auf die psychologische Schiene gesetzt. Wie schaffen es Elena und Eva, das Kindermädchen für die die Kinder eigentlich längst zu alt sind nebeneinander her in einem Haus zu leben? Klar, läßt Eva sich den Aufenthalt gut bezahlen und fordert immer mehr ihr Recht auf eigene Ferien ein. Die Kinder sind merkwürdig und wirken irgendwie hölzern.

Als Urlaubslektüre nur bedingt geeignet hat mich das Buch kopfschüttlend zurück gelassen.
von Ecinev - 2025-03-29 15:31:00

Ein Text, der bei aller mystischer Andeutung die tatsächliche Handlung vergisst - 1 Sterne

Von „Drei Wochen im August“ habe ich erwartet, dass ich ein tiefgründiges, vielschichtiges und psychologisch anspruchsvolles Werk über zwei Frauen bekomme. Ich wurde maßlos enttäuscht und habe ab der Hälfte nur noch quer gelesen, weil zumindest wissen wollte, ob die versprochene Spannung irgendwo noch eintritt.

Die Geschichte wird abwechselnd aus den Perspektiven von Elena und Eve erzählt. Beide Figuren blieben mir trotz dieses für mich eigentlich reizvollen Stilmittels aber bis zum Ende komplett fremd. Weil die beiden einfach kein Profil bekommen, verschwimmen sie zunehmend miteinander und ich hatte Schwierigkeiten, sie auseinanderzuhalten. Das mag gewollt sein, war für mich aber einfach nur verwirrend. Die Dialoge im Buch fühlen sich nur selten wie tatsächliche Dialoge an und viel öfter wie ein wilder Mix aus Fantasie, Gespräch und gedanklicher Abschweifung.

Elena scheint eventuell angstgestört zu sein, in jedem Fall ist sie aber einfach zutiefst misstrauisch. An anderen Stellen wirkt sie wiederum so, als müsste sie sich selbst einreden, dass sie ja eigentlich ganz entspannt sei. Eve wiederum hat eine andere Perspektive auf manche Situationen als Elena, was interessant hätte sein können, aber der Autorin meinen Augen einfach überhaupt nicht gelungen ist, weil sie sich in gezwungen mysteriösen Wirrungen verloren hat.

Die Situation und das Setting sind spannend: ein verlassen gelegenes Ferienhaus umringt von sich ausbreitenden Waldbränden. Eine bedrohliche Situation, ergänzt um etwas Unheimliches, das sich nie wirklich einordnen lässt. Dazu kommen dann auch spooky anmutende Figuren wie der Hausmeister Ilyas. So weit, so gut. Nur leider habe ich das Gefühl, dass der Text über alles Mystische hinaus einfach komplett vergisst, wohin er eigentlich möchte. Ständig hatte ich das Gefühl, dass Gedankengänge angestoßen, aber dann nicht fortgeführt werden, nur um ein verschwörerisches, geheimnisvolles Setting aufzubauen. Das mag ein nettes Stilmittel sein, reicht mir persönlich aber einfach überhaupt nicht, um eine Geschichte reizvoll zu machen.

Alles bleibt stattdessen oberflächlich zusammenhangslos und damit grundlegend langweilig. Das auf dem Klappentext angesprochene Verschwinden eines Mädchens ist einfach fast gar nicht relevant für die Handlung und tritt auch erst so spät ein, dass ich diese Inhaltsangabe einfach nur lachhaft finde. Nur dafür bin ich ab der Hälfte überhaupt noch drangeblieben und war zunehmend sauer.

Ich war sehr enttäuscht von diesem Roman und weiß auch nicht so wirklich, wem ich ihn empfehlen würde. Vielleicht Menschen, die fein damit sind, Figuren und ihre Beweggründe nicht grundlegend verstehen zu können und die Spaß an sehr viel mystischer Andeutung haben. Ich lese keine Thriller und mir scheint, dass dieser Roman das irgendwie versuchte zu sein, nur um ordentlich daran zu scheitern. Ungern bewerte ich so hart, aber ich kann nicht mehr als die Mindestbewertung rechtfertigen, weil ich am liebsten abgebrochen hätte.
von nessabo - 2025-03-21 11:42:00

Subtiles Kammerspiel - 4 Sterne

In ihrem Roman »Drei Wochen im August« stellt Autorin Nina Bussmann ihr feinsinniges Gespür für zwischenmenschliche Beziehungen unter Beweis.

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive von Elena und ihrem Kindermädchen Eve. Nachdem Elena das Angebot, drei Wochen im Haus einer alten Freundin an der französischen Atlantikküste zu verbringen bekommt, beschließt sie anzunehmen.
Ihr Mann, immer mit Arbeit beschäftigt und wenig an sozialen Interaktionen interessiert, bleibt zunächst allein daheim. Zusammen mit Elenas Kindern und einer Freundin der Tochter machen sich die zwei Frauen auf die Reise.
Doch dort angekommen, schließen sich bald ein paar ungebetene Gäste der kleinen Runde an.

Die Handlung ist in diesem psychologisch stark aufbereiteten Roman nur zurückhaltende Nebensache. Im Vordergrund stehen allem voran die komplexen Beziehungsgeflechte der Figuren, deren inneren Konflikte und die zum Ende hin immer stärker bröckelnde und mühsam aufrecht erhaltene Fassade der Frauen.
Man kann deutlich das Machtgefälle zwischen ihnen spüren, die Eifersucht um die Gunst um Elenas Kinder oder die der Männer.

Ungefähr ab der Mitte des Buches nimmt das Geschehen eine subtil düstere bis fast schon bedrohliche Atmosphäre an, die Kapitel wirken zeitweise abstrakt und erinnern an einen Fiebertraum.
Die klare, schnörkellose Sprache bringt das Geschehen ohne große Umschweife direkt auf den Punkt und lässt die Leser*innen dennoch nicht selten fragend zurück, was hier eigentlich vor sich geht.

Mich konnte der Roman durch seine tiefgreifende psychologische Darstellung der Beziehungsdynamiken überzeugen.
Wer Freude an eher ungewöhnlicher Literatur hat und nicht auf alle Fragen eine Antworte braucht, wird mit diesem Buch auf jeden Fall einige bereichernde Lesestunden haben.
von Sina - 2025-03-05 19:57:00

Psychologische Abgründe vor idyllischem Hintergrund - 4 Sterne

Zwei Frauen fahren gemeinsam in ein Sommerhaus. Während die ausgedörrte Natur in Flammen steht, schleichen sich Misstrauen und Disharmonie in die Freundschaft ein. Als eine Tochter verschwindet, eskaliert die Situation.

Sehr atmosphärisch erzählt, toller psychologischer Spannungsroman!
von Ina Cassik - 2025-03-04 08:22:38

Sommer ohne Idylle - 4 Sterne

Das Cover und auch die Beschreibung des Buches haben mich neben anderen Aspekten auch doch etwas Urlaubsstimmung an der französischen Atlantikküste erwarten lassen. Dort ist Elena mit ihrem Sohn im Grundschulalter, der Teenager-Tochter samt deren Freundin (die sie in der psychiatrischen Klinik kennengelernt hat) und ihrer Nanny/Haushaltshilfe Eve im abgelegenen und doch recht in die Jahre gekommenen Ferienhaus, der im Sterben liegenden Ehefrau ihrer Chefin. Elenas Mann will später nachkommen, weil er (angeblich) zu viel Arbeit zuhause hat. Im Ferienhaus erwartet sie dann aber eine Art Verwalter, von dem sie nichts wussten und der sich seltsam verhält und auch Eve und die Kinder legen teilweise seltsame Verhaltensweisen an den Tag.

Was man der Autorin zugute halten kann, ist, dass es ihr sehr gut gelungen ist, eine eher diffus bedrohliche Atmosphäre zu erschaffen. Von Anfang an liest es sich nicht nach entspannter Sommerstimmung, sondern sowohl die Schilderungen das Ferienhaus betreffend als auch das Verhalten der einzelnen Personen tragen zu einer anderen Stimmung bei. Allerdings wurde ich so auch nicht wirklich warm mit den einzelnen Charakteren, sondern es blieb eine große Distanz, wozu auch der teils recht knappe Schreibstil beitrug. Teilweise habe ich auch bis zum Schluss auf eine genauere Aufklärung der Hintergründe gewartet, ohne, dass es dazu noch kam.
von Island - 2025-02-24 23:12:00

Hatte mir mehr erwartet - 3 Sterne

Ich hab mich glaube ich ein bisschen von Cover und Klappentext blenden lassen, denn ich habe einfach ein völlig anderes Buch, eine andere Geschichte erwartet und bin mit dieser hier nicht so recht warm geworden.

Es wirkte auf mich wie eine seltsame Ansammlung von Menschen, die zwar zusammen und doch allein sind- jeder auf sich allein gestellt, gegen unsichtbare Hürden ankämpfend. Die ganze Situation wirkte seltsam unruhig auf mich.

Und in dieser Urlaubsidylle passiert dann über weite Strecken so ziemlich nichts außer träger Alltäglichkeit. Oder ich habe keinen tieferen Zugang zur Bedeutungsebene gefunden, kann auch sein. Vielleicht lags auch daran, dass ich die Charaktere alle irgendwie unsympathisch und stellenweise geradezu gestelzt fand. So als müssten gewisse Klischees erfüllt werden, damit diese Geschichte funktionieren kann.

Liest sich angenehm, wenn auch zwischenmenschlich aufgeladen. Es wird gesprochen, aber gefühlt wenig gesagt, gleichzeitig gibt es viel stummes Urteil. Wie ein schräges Sozialporträt, ein kurzer episodenhafter Ausflug in einen Sommer der Möglichkeiten und Konflikte.

Bin mir unschlüssig, ob das Buch und ich einfach nicht zusammen passen oder es mich auf dem falschen Fuß erwischt hat, aber für mich eins dieser Bücher, die mich nicht erreichen.
von Lies_ein_Buch - 2025-01-26 20:00:00

Ferien in Frankreich, anders als erhofft. - 4 Sterne

In Drei Wochen im August entfaltet Nina Bußmann ein vielschichtiges psychologisches Drama, das vor allem durch die subtilen literarischen Mittel und die komplexe Figurenzeichnung überzeugt. Der Roman spielt in einem abgelegenen Ferienhaus an der französischen Atlantikküste, einem Ort, der von Naturkatastrophen, Konflikten und ungelösten Spannungen durchzogen ist. Doch das eigentliche Drama geschieht im Inneren der Figuren und in den unausgesprochenen Worten zwischen ihnen.
Bußmanns Sprache ist präzise, oft nüchtern, dabei aber voller doppelter Böden. Die narrative Struktur wechselt zwischen den Perspektiven von Elena, der Mutter, und Eve, der Babysitterin. Dieser Perspektivwechsel ist mehr als ein erzählerisches Stilmittel: Er erlaubt es, die Dynamik zwischen den Figuren aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten und ihre Wahrnehmungen gegeneinander abzuwägen. Dabei wird deutlich, wie sehr beide Frauen – auf ihre Weise – von Unsicherheiten und unausgesprochenen Bedürfnissen geprägt sind.
Die Kürze und Fragmentierung der Kapitel spiegelt das zerrüttete Innenleben der Figuren und die Atmosphäre der latenten Bedrohung wider. Einige Kapitel sind nur wenige Zeilen lang, wirken wie ein Gedanke, der auf halbem Weg abbricht – ein Stilmittel, das die Unruhe und das Unausgesprochene unterstreicht.
Das Setting ist ein weiterer zentraler Bestandteil des Romans. Die sommerliche Hitze, die sich auf die Figuren legt, die Waldbrände, die sich unaufhaltsam nähern, und das Meer, das gleichermaßen bedrohlich und faszinierend wirkt, schaffen eine bedrückende Atmosphäre. Bußmann nutzt die Natur als Spiegel für die inneren Spannungen der Figuren. Das Meer, das sich erst zurückzieht und dann plötzlich mit Gewalt wiederkommt, könnte kaum passender als Metapher für die unvorhersehbaren emotionalen Strömungen der Figuren gewählt sein.
Ein zentrales Thema des Romans ist die Unfähigkeit zur Kommunikation. Die Figuren leben nebeneinander her wie auf Inseln – isoliert, unfähig, Brücken zu schlagen. Diese Isolation zeigt sich besonders in der Beziehung zwischen Elena und Eve: Während Elena Eve als Vertraute und Hilfe wahrnimmt, erlebt Eve die Beziehung distanzierter und konkurriert heimlich um die Zuneigung von Elenas Kindern. Die Konflikte bleiben meist unausgesprochen, was ihre destruktive Kraft nur verstärkt.
Gleichzeitig dekonstruiert der Roman traditionelle Rollenbilder. Ohne sie explizit zu problematisieren, zeigt Bußmann Figuren, die sich außerhalb heteronormativer Muster bewegen und deren Beziehungen durch eine stille, subversive Kraft geprägt sind.
Ich habe den Roman gerne gelesen, ist aber eventuell nicht für jeden was. Denn einige Passagen wirken etwas überladen, fast als wolle der Text zu viel auf einmal vermitteln. Dies führt gelegentlich dazu, dass der Lesefluss ins Stocken gerät. Zudem bleiben manche Handlungsstränge oder Aussagen der Figuren bewusst offen, was zwar den Reiz des Textes erhöht, aber auch das Gefühl hinterlässt, dass nicht alle Fragen geklärt werden.
von nil_liest - 2025-01-25 17:53:00

Belanglis - 3 Sterne

Spontan hat Elena zugegriffen, als das Angebot ihrer Chefin Ali kam, sie könne im Sommer das leerstehende Haus von Alis Lebensgefährtin Nana nutzen. Drei Wochen Ferien an Frankreichs Atlantikküste, das klingt doch zu verlockend. Auch wenn ihr Mann Kolja nicht so lange seiner Arbeit fernbleiben möchte. Außerdem gibt es noch einiges am gemeinsamen Haus zu tun. Dafür darf Eve mitkommen, die langjährige Nanny und „ Mädchen für alles“. Gegen Bezahlung, versteht sich. Schließlich hängen die Kinder an ihr; der sechsjährige Rinus noch mehr als seine 13 Jahre alte Schwester Linn. Die darf im Gegenzug ihre gleichaltrige Freundin Noemi mit in Urlaub nehmen.
Elena freut sich auf ein paar entspannte Wochen. Das Haus ist zwar schon etwas heruntergekommen, und Ilyas, der kurz darauf auftaucht und sich als Freund des Hauses ausgibt, irritiert etwas. Ständig ist er da, kommt Hausmeisterarbeiten nach, drängt sich unaufgefordert auf. Doch bald gehört er wie selbstverständlich dazu.
Auf der Handlungsebene passiert nicht viel. Es erscheinen zwei unerwartete Besucher, was das komplizierte Beziehungsgefüge noch mehr durcheinanderbringt. Später verschwindet auch eines der Mädchen. Aber auch das löst sich ziemlich unspektakulär auf.
Erzählt wird uns die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive von Elena und Eve. Man liest von den Gedanken und Erinnerungen der beiden Frauen, trotzdem bleiben sie einem sonderbar fremd.
Über allem liegt eine permanente Stimmung von Bedrohung. Da sind die Waldbrände in der näheren Umgebung, man hört sogar von Evakuierungen. Dann taucht eines Tages ein herrenloser Hund auf, der genauso mysteriös wieder verschwindet. Ständig ist der Leser in Erwartung einer Katastrophe. Doch alles plätschert bis zum Ende so vor sich hin.
Sicher, jeder hat so seine Probleme. In der Ehe von Elena und Kolja kriselt es gewaltig. Und Eve darf nach der Trennung von ihrem kriminellen Ehemann dessen Spielschulden bezahlen. Von den Kindern heißt es, sie wären speziell. Aber das sind hier alle, „sehr speziell“. Es gibt unausgesprochene Machtkämpfe zwischen den beiden Frauen um die Gunst der Kinder. Rivalitäten, Misstrauen und Eifersüchteleien zwischen allen. Aber letztendlich wird nicht klar, wo die Autorin mit ihrer Geschichte hinwill. Es gibt keine Entwicklung; die vielen Fragen, die sich bei der Lektüre stellen, bleiben unbeantwortet.
Sicher, die Autorin kann schreiben, ihre Sprache ist klar und sie versteht es, Spannung und Atmosphäre aufzubauen. Doch sie hat wenig zu erzählen. Banale Alltäglichkeiten aus dem Leben einiger Leute, die mich immer weniger interessierten.
Schade! Die Ausgangslage war vielversprechend, doch meine Erwartungen
von Ruth - 2025-01-21 21:59:00

Urlaub am Meer - 3 Sterne

Im Mittelpunkt des neuen Romans "Drei Wochen im August" von Nina Bußmann steht Elena, die als Kuratorin für Ali arbeitet, welche ihr Chefin und Freundin zugleich ist. Sie überlegt nicht lange, als Ali ihr anbietet, den Sommer im abgelegenen Ferienhaus ihrer Lebensgefährtin Nana an der französisichen Atlantikküste zu verbringen. Ali wird in New Mexico bei Nana sein, die bald sterben wird.

Elena freut sich auf die Reise mit ihren Kindern, der 13-jährigen Linn und dem 6-jährigen Rinus. Linn darf ihre gleichaltrige Freundin Noémie mitnehmen, und auch Eve, das ehemalige Kindermädchen der beiden, wird gegen Bezahung dabei sein. Elenas Ehemann Kolja wird später mit dem Zug und dem Fahrrad nachkommen.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Elena und Eve erzählt. Über einen Zeitraum von drei Wochen erleben wir den Urlaubsalltag der kleinen Gruppe, ihre Machtkämpfe, Rivalitäten und Eifersüchteleien. Die Urlauber bleiben nicht allein, bald stoßen zwei Fremde zu ihnen, Franz, ein Bekannter von Nana, und die 14-jährige Marla. Die beiden machen Zwischenstation im Ferienhaus, um von dort aus zu Marlas Mutter nach Portugal weiterzufahren. Auch Ilyas, ein Freund Nanas, der sich um ihr Feriendomizil kümmert, geht im Haus ein und aus. Später läuft der Gruppe ein Hund zu, der bald wieder verschwindet. Wütende Waldbrände und damit verbundene Evakuierungen in der Nähe ihres Urlaubsortes werden nur kurz erwähnt. Die Beziehungen untereinander gestalten sich schwierig. Linn und Noémie verbindet in erster Linie ihr gemeinsames Buchprojekt, Elena, die in Eve eher eine Freundin als Angestellte sieht, ist eifersüchtig wegen Eves gutem Verhältnis zu ihren Kindern. 

Ich mochte die klare Sprache der Autorin, die Handlung jedoch vermochte mich leider nicht so zu fesseln, wie ich es mir aufgrund des Klappentextes gewünscht hätte. Die wechselnde Erzählweise hat mir gut gefallen, sie ermöglichte es mir, Elena und Eve gut kennenzulernen und Einblick in ihre Gedankenwelt zu erhalten. Die Gefühle der beiden Frauen bleiben dagegen leider ziemlich außen vor. Das machte es mir schwer, mich in die sehr verschiedenen Charaktere hineinzuversetzen. 

Obwohl der Urlaubsaufenthalt der Gruppe eher sachlich und nüchtern beschrieben wird und es mir in der Geschichte an Emotionen mangelte, habe ich sie gern gelesen und vergebe 3 Sterne.
von Bücherfreundin - 2025-01-21 19:08:00