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Rezensionen

Die Stunde der Hyänen - Thriller (Berlin Noir 3)
Ein heißer Höllentrip durch ein Berlin, wie man es nicht kennt. | Deutscher Krimipreis 2022

Autor: Johannes Groschupf

Erschienen 2022 bei Suhrkamp
ISBN 978-3-518-47300-9
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Brandheiße Berliner Nächte - 2 Sterne

Berlin ist in Aufruhr, denn seit Monaten brennt immer wieder in der Nacht ein Auto. Die Polizei findet keine Spuren und die Autobesitzer gehen selbst auf Streife. Die junge Polizistin Romina Winter ist neu im Dezernat für Branddelikte und freundet sich mit der Journalistin Jette Geppert an. Beide patrouillieren nachts durch die Stadt und versuchen den Täter auf frischer Tat zu ertappen. Und dann ist da noch der Postbote Maurice Jaenisch der immer wieder an den Tatorten auftaucht.
Die Handlungen wurden gut beschrieben und hinter allem herrscht eine beklemmende Atmosphäre. Neben Brandstiftung wurden in diesem Buch auch Missbrauch im Namen der Kirche, Gewalt in der Ehe, Mobbing am Arbeitsplatz und noch ein paar weitere Themen verarbeitet, sodass mir hier doch zu viel Brisanz auf gerade mal 262 Seiten behandelt wurde.
Der Schreibstil hat mir anfangs sehr gut gefallen, dann aber liest sich der Text streckenweise irgendwie schleppend mit abgehackten kurzen Sätzen. Das Ganze hat ein bisschen etwas von einer Berichterstattung die heruntergeleiert wird.
Die Charaktere sind teilweise sehr plakativ beschrieben. Jetten Verhalten bezüglich ihres Privatlebens ist für mich nicht nachvollziehbar und wurde meiner Meinung nach übersteuert dargestellt.
Dieses Buch ist für mich kein Thriller und hat mir leider nicht gefallen.
von gerlisch - 2023-01-14 20:54:00

Da wurde handwerklich schlecht "Hand angelegt" - 2 Sterne


Was soll frau mit diesem Buch machen, das sich Thriller nennt und bei dem nicht versäumt, auf die zahlreich erlangten Preise des Autors hinzuweisen? Sich einschüchtern lassen und mit all den (männlichen) Lobeshymnen ins gleiche Horn stoßen? Nein, ich sage es rundheraus: Dieses Buch fand ich schlichtweg abstoßend, aber nicht nur, weil zuviel männlicher Glibber durch die Seiten tropft. Sondern und vor allem, weil leider handwerklich schlecht „Hand angelegt“ wurde. Unausgegoren dargestellte Akteure, psychologisch oberflächlich skizziert, dazu lustlos-unrealistische Dialoge. Ein Sammelsurium von angerissenen, unfertig dargestellten Themen. Und bis auf wenige Stellen auch noch langweilig, ohne Spannungsbogen, noch dazu mit sehr fragwürdigem Ende.

Zum Inhalt: Ein Feuerteufel treibt in Berlin sein Unwesen. Eine junge Polizistin will mit nächtlichen Patrouillen den Täter stellen. Eine Reporterin vergisst keine Gesichter. Eine Sekte hat strenge Gesetze. Ach ja, Missbrauch und Gewalt gegenüber Frauen kommt auch noch vor. Klischees natürlich reichlich: Die Polizei ist frauenfeindlich und bringt nichts zustande. Die Presse braucht Sensationen. Missbrauchte Frauen haben irgendwie einen traurigen Blick. Fernfahrer brauchen Nutten. Männer stinken nach faulen Pilzen und Urin.

Wer da noch neugierig auf das Buch ist, dem ist nicht zu helfen. Meine Meinung!
von heinoko - 2022-12-26 08:03:00

Weder Thriller noch Sozialstudie - 2 Sterne

Eine Brandserie erschüttert Berlin, immer wieder brennen Autos. Als auch noch ein Mensch fast stirbt, kocht der Volkszorn über und Bürgerwehren machen mobil. Die Polizei ist Brände gewohnt, versucht die üblichen Ermittlungsmethoden. Eine junge Polizistin will auf eigene Faust den Täter finden, von dem sie ein genaues Bild im Kopf hat. Dabei trifft sie neben einer Journalistin auch auf eine sektenähnliche Glaubensgemeinschaft. Verschiedene Kulturen und Welten treffen aufeinander.

Was nach einer sehr spannnenden Ausgangsituation aussieht entwickelt sich weder zu einem Thriller, bis auf einen kleinen Teil im letzten Drittel des Buches, noch zu einer glaubhaften Sozialstudie. Das Buch wirkt lustlos geschrieben, die Figuren sind in keiner Weise glaubhaft, was es dem Leser fast unmöglich macht, irgendwelche Sympathien zu entwickeln. Ich kenne die anderen Bücher des Autors nicht, weiß allerdings, dass er mit Preisen überhäuft wurde. Nach Lektüre dieses unausgegorenen und bar jeder Spannung daherkommenden Mischmasch, fällt es mir allerdings schwer, dies zu verstehen. Die Dialoge wirken aufgesetzt, in Verbindung mit den jeweiligen Situationen sogar noch unrealistischer. Die zwanghafte Vielschichtigkeit der Handlung führt dazu, dass die verschiedenen Themen nur oberflächlich behandelt werden. Die Auflösung der Geschichte, sowie die Aktionen der Polizei wirken hilflos und fadenscheinig. Obwohl das Buch mit 260 Seiten eher kurz ist, las es sich für mich sehr langatmig. Die einzelnen Handlungsstränge waren vorhersehbar und in manigfacher Ausführung schon in vielen Büchern zu lesen. Leider keine Leseempfehlung meinerseits.
von Murksy - 2022-12-14 10:41:00

Berlin bei Nacht - 4 Sterne


In Berlin brennen nachts immer wieder Autos. Zu Beginn wird man Zeuge, wie der ehemalige LKW-Fahrer und Alkoholiker Radek, der nach dem Rausschmiss zu Hause nun im VW -Bulli haust, fast Opfer eines Brandanschlags wird. Jette Geppert ist Journalistin und berichtet über die Geschehnisse. Sie besucht Radek auch im Krankenhaus und durch ihre Artikel wird eine große Spendenaktion für Radek ins Leben gerufen. Jette Geppert ist im Beruf erfolgreich und tough, zu Hause allerdings wird sie von ihrem weniger erfolgreichen Freund ausgenutzt und geschlagen. Die Journalistin wiederum trifft die junge Polizistin Romina Winter, die gerade zum Dezernat für Branddelikte strafversetzt wurde. Sie ist eine Roma und wird von ihren hauptsächlich männlichen Kollegen ignoriert oder belächelt. Ihre Wege kreuzen sich mehr oder weniger zufällig im nächtlichen Berlin. Insofern erinnert die Handlung ein bisschen an den Film Short Cuts.
Was vielversprechend beginnt, wird dann aber leider zu wenig spannend. Schon sehr früh kennt man den Täter, den jungen Postboten Maurice, der mit seiner Familie in einer strengen Sekte lebt. Seine Liebe zu Britta kann er nicht ausleben, da er es nicht wagt, sich ihr zu öffnen, außerdem wird sie von den Sektenführern strikt unterbunden. Auch die anderen Figuren leben in schwierigen Bedingungen, Alkohol, Missbrauch in der Familie oder in der Partnerschaft, schwierige Eltern-Kind-Beziehungen usw. Irgendwie verliert man sich in den zahllosen Handlungssträngen, was zwar wohl realistisch ist, trotz aller Düsterkeit. Aber ein richtiger Spannungsbogen kann sich dabei nicht entwickeln.
Da hat der Klappentext leider etwas zu viel - oder etwas Falsches versprochen. ,,Die Stunde der Hyänen“ ist ein interessanter und lesenswerter Roman, aber kein Thriller und auch nicht ,,hochexplosiv“.
von Amena25 - 2022-12-06 18:34:00

Spannung fehlt! - 3 Sterne

Das Cover des Buches hat mich sofort angesprochen und neugierig auf die gesamte Story gemacht. Dies war mein erstes Buch des Autors. Ich wusste das der Autor Johannes Groschupf schon mehrere Bücher geschrieben hat und diese auch recht gut sind, daher hab ich mich umso mehr über dieses Buch gefreut. Der Schreibstil ist eines der wenigen positiven Dinge an dem Buch. Natürlich steht außer Frage, dass der Autor mit der deutschen Sprache sehr gut umgehen kann. Das Buch ist durch die eher kurzen Kapitel recht schnell zu lesen. Die ersten paar Kapitel fand ich noch recht spannend, dies hat leider sehr schnell nachgelassen. Von Anfang an weiß man schon wer der Feuerteufel ist. Somit fällt hier die Spannung und das miträtseln sehr schnell weg. Dieses miträtseln fehlt mir bei diesem Thriller sehr, denn ich liebe es mit den Ermittlern mitzurätseln. Klar kann man auch auf andere Weise spannung in einem Buch halten, dies war hier eher weniger der Fall. Sehr schade, die Idee find ich sehr gut, nur etwas schlecht umgesetzt. Ich würde es auch mehr als Krimi statt Thriller betiteln.
von Books&cat's - 2022-11-27 00:01:00