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Rezensionen

Die Straße
Roman | Der neue Roman des Bestseller-Autors von "Das Café ohne Namen"

Autor: Robert Seethaler

Erschienen 2026 bei Claassen
ISBN 978-3-546-10033-5
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Skizzen des Daseins - 3 Sterne

Mein erster Roman von Robert Seethaler – eine Geschichte, die sich um eine Straße und ihre Bewohner dreht. Da wohnt ein Geistlicher, eine Blumenhändlerin, eine Heimleiterin und noch ein paar andere. Jeder geht seinen Alltag, begegnet sich auf der Heidestraße, aber eigentlich kennen sie sich kaum. Die Figuren bleiben namenlos, und ihre Erlebnisse, Erfahrungen und kleinen Momente ergeben zusammen ein Ganzes. Eine richtig interessante Idee.

Der Roman lebt vom ständigen Wechsel der Charaktere, ganz ohne überflüssige Worte. Seethaler schreibt entschlackt und direkt, fast so, als würde er das Menschsein mit ein paar präzisen Strichen einfangen. Dazu gibt’s kurze, fragmentierte Szenen, die sich nach und nach zu einem Bild zusammensetzen. Ich hatte aber das Gefühl, dass sich der Lesefluss nicht so recht einstellen wollte. Stattdessen fühlte ich mich oft wie ein trostloser Beobachter großer Resignation, ohne richtig Anschluss zu finden. Die Sprache war aber wirklich gut. Als Abbild des Lebens funktioniert der Roman ohne große Dramen oder Höhepunkte – aber er war trotzdem ein unterhaltsamer Zeitvertreib.
von Kokoloreslot - 2026-06-12 14:36:00

Ein Mosaik der Grummeligkeit - 2 Sterne

Ich weiß gar nicht warum ich jedes Mal so euphorisch bin, sobald es einen neuen Roman von Robert Seethaler gibt. Ich glaube, es liegt an dieser Vielschichtigkeit von Perspektiven, die mich bereits bei Das Feld oder Das Café ohne Namen fasziniert hat, die mich immer wieder aufhorchen und hoffen lässt, dass der neue Roman und dessen Setting mich mal wieder so richtig abholt. Doch wenn ich ehrlich bin, geschah das bei den letzten Romanen immer seltener. Der Trafikant und Ein ganzes Leben habe ich noch immer gern im Regal stehen, alle anderen sind bereits ausgezogen. Und auch Die Straße wird es ihnen gleich tun, zu sprunghaft, teils zu griesgrämig, mürrisch wirkte dieser Text auf mich. Es geht in diesem Buch, wie der Titel es bereits verrät; um eine Straße und ihre Bewohner, um die Veränderungen und die Feste in der Heidestraße.

"Mit diesem heutigen Tage knüpfen wir an eine schöne Tradition an und feiern die dreißigste Ausgabe unseres Heidestraßenfestes. Wie immer haben das Komitee und ich ein buntes Potpourri bestehend aus Spaß, Leibesgenüssen, Musik und Kinderunterhaltung zusammengestellt, und ich darf wohl die Freude aller Beteiligten darüber ausdrücken, dass sich die wochenlangen Vorbereitungen gelohnt haben und es nun endlich ans Feiern geht, Das Motto in diesem Jahr lautet >Unsere Straße blüht<..."

Und ja, irgendwie hätte ich mich wirklich über so ein buntes, bereicherndes und blühendes Potpourri des Aufbruchs gefreut, hätte gern alle Bewohner und Geschäfte kennengelernt, neue Eindrücke über diese Gemeinschaft verschiedenster Menschen mit unterschiedlichsten Träumen, Hoffnungen und Zielen gewonnen, den Wandel erlebt, aber irgendwie sprang der Funke einfach nicht über. Was zu Anfang noch ganz nett wirkte, nervte mich bereits ab der 40. Seite und mit jeder weiteren Passage machte sich nur noch mehr Grummeligkeit breit, sodass ich recht schnell nur noch gelangweilt quergelesen und dann das Buch abgebrochen habe. Irgendwie schade, aber... ach, ne.
von herrfabel - 2026-06-08 02:17:00

Das Leben eben - 4 Sterne

Im neuen Roman von Robert Seethaler geht es um das Leben von Menschen in einer namenlosen Stadt. Sie alle leben in der Heidestraße, die Unternehmer profitabel verändern wollen, nachdem es ihnen gelungen ist, die Mieter zu vertreiben, die hier jahrzehntelang gewohnt haben. Der Autor portraitiert das Leben dieser Menschen, von denen die meisten bis zum Schluss namenlos bleiben, über einen Zeitraum von einem Jahr, von einem Heidestraßenfest zum nächsten. Da gibt es einen Jungen, der unzählige Tauben mit Hilfe einer Steinschleuder tötet, einen völlig überarbeiteten Arzt, einen sehr gewaltbereiten jungen Mann, der bei der kleinsten Provokation ausrastet, die Heimleiterin eines Seniorenheims, eine Nichte, die in die Wohnung ihrer Tante eingezogen ist, eine verliebte Blumenhändlerin, einen Pfarrer, der in den Ruhestand geht und einen überforderten Kommissar mit zu wenig Personal. In Hunderten von kurzen Texten wird aus ständig wechselnder Perspektive erzählt, was ihnen widerfährt, was sie denken und wovon sie träumen.
Der Verzicht auf eine stringente Handlung erschwert die Lektüre, bis man sich an den ständigen Perspektivwechsel gewöhnt hat und die Figuren anhand ihrer Äußerungen und Gedanken identifizieren kann. Es ist ein Ausschnitt aus dem Leben, wie es nun mal ist, weitgehend ohne herausragende Ereignisse. Der Roman ist von der Struktur und vom Inhalt her ungewöhnlich und insgesamt gar nicht schlecht, gefällt mir aber längst nicht so gut wie andere Bücher des Autors, zum Beispiel “Ein ganzes Leben“ oder “Der Trafikant“.
von cosmea - 2026-05-23 18:13:00

Mosaik - 3 Sterne

„Die Straße“ von Robert Seethaler unterscheidet sich stilistisch deutlich von seinen bisherigen Romanen. Statt einer klaren, durchgehenden Handlung entsteht hier ein Mosaik aus vielen kleinen Szenen, Begegnungen und Schicksalen. Unterschiedliche Bewohner der Heidestraße treten kurz ins Zentrum, verschwinden wieder und werden später vielleicht noch einmal gestreift. Diese Struktur fand ich anfangs sehr spannend und kunstvoll umgesetzt.

Sprachlich bleibt Robert Seethaler dabei unverkennbar: reduziert, poetisch und mit einem Gespür für die stillen Momente des Lebens. Viele Beobachtungen über Einsamkeit, Sehnsucht und menschliche Verletzlichkeit haben mir gut gefallen. Allerdings hatte ich im Verlauf der Lektüre zunehmend das Gefühl, dass sich die einzelnen Episoden eher zufällig aneinanderreihen. Teilweise bleibt lange unklar, von wem gerade erzählt wird, und nicht jede Figur oder Szene entwickelt genügend Tiefe, um wirklich etwas auszusagen. Was zunächst wie ein interessantes literarisches Mosaik wirkte, verlor für mich dadurch nach und nach an Spannung.

So blieb am Ende vor allem die Bewunderung für die Sprache und die Idee des Romans, während mich die eigentliche Lektüre irgendwann nicht mehr vollständig fesseln konnte. „Die Straße“ ist sicherlich ein interessantes literarisches Experiment und ein atmosphärischer Blick auf die kleinen Dramen des Alltags, ist für mich aber nicht einer der stärksten Romane von Robert Seethaler.
von LeserinLu - 2026-05-23 05:46:00

ein Mosaik aus Geschichten - 5 Sterne

Robert Seethaler erzählt in seinem neuen Buch Die Straße viele Geschichten, die eines gemeinsam haben: eine Straße, die zeitlos ist und überall sich befinden könnte.
An diesem Ort schildert Seethaler kurze Geschichten sowie kürzere oder längere Momente aus dem Leben der Bewohner. Manche Geschichten sind ausführlicher, sodass man sich die Charaktere besser vorstellen kann, andere sind sehr kurz.

Sehr interessant finde ich, wie der Autor so viele Themen auf einer einzigen Straße unterbringen kann. Er erzählt unter anderen von Leben und Tod, Liebe und Verlust, Einsamkeit und Zugehörigkeit. Der Autor ist ein sehr guter Beobachter; er findet immer das, was gerade im Leben gewöhnlicher Menschen passiert.

Der Schreibstil ist zwar flüssig, man muss sich jedoch schnell daran gewöhnen, wann die Geschichte eine andere Richtung einschlägt, da dies im Buch sehr schnell und häufig geschieht.

Insgesamt ein gutes Buch, das ich gerne weiterempfehlen kann. Aus so vielen Kleingeschichten werden sicherlich einigen in Erinnerung bleiben.
von Niko - 2026-05-18 14:52:00

Splitter - 3 Sterne

In Robert Seethalers neuem Roman stellt er das Leben der Bewohner der Heidestraße in kurzen Absätzen dar. Es geht um Liebe, Verlust, das Altern, das Scheitern, die Veränderung. Alles in sehr kurzen Bruchstücken erzählt, teilweise nur eine Zeile lang. Wo genau diese Straße liegt, wird nicht erwähnt (irgendwo in Österreich, denn es gibt ein Magistrat in der Straße und es werden Buchteln in der Bäckerei verkauft). Wann genau die Geschichten spielen, ist auch unklar (es wird aber noch in Mark und Groschen bezahlt).

Teilweise sind die kurzen Beobachtungen interessant und man möchte gern wissen, wann die erzählenden Personen wieder auftauchen. Oftmals sind sie aber auch belanglos, verworren und verwirrend. Es ist selten klar, wer genau gerade erzählt - bei manchen löst es sich auf, bei vielen aber auch nicht. Viele Erzählstränge bleiben leider offen, was sehr unbefriedigend ist. Insgesamt liest sich der Roman schnell, was aber auch daran liegt, dass man viele Seiten mehr oder minder überfliegt, da die Erzählsplitter einen nicht abholen.
von Reiseweise - 2026-05-18 08:32:00

Heidestraße - 4 Sterne

Ich wollte schon länger mal ein Werk von Robert Seethaler lesen und bin nun mit dieser ungewöhnlichen Geschichte gestartet, mit der ich mich anfangs allerdings ein wenig schwer getan habe.
Die Konzeption und Idee des Buches hat mir gefallen. Die Heidestraße, eine ganz gewöhnliche Straße mit unterschiedlicher Bebauung in einer nicht namentlich genannten Stadt. Das gilt auch für die unterschiedlichen Charaktere, die keine Namen erhalten, unter Anderem geht es hier um einen Anwalt, eine Floristin, einen Sohn etc. Wir wechseln immer wieder die Perspektive, aber es gibt auch Konstanten wie das Heidestraßenfest, auf dem wir dann auch immer wieder vorherige Protagonisten "wiedertreffen". Das Ganze hat etwas von einem literarischen Puzzle und nachdem ich mich "eingelesen" hatte, hat mir die Geschichte gut gefallen, denn sie verlangt ihren Lesern einiges ab. Und nun werde ich bestimmt auch noch weitere Bücher von Robert Seethaler lesen, ein Anfang ist gemacht.
von lectrice - 2026-05-17 19:25:00

Kein Titel - 5 Sterne

von Uni-Buchladen Team - 2026-05-15 15:32:45