Rezensionen
Eine Maus namens Merlin
Roman
Autor: Simon Van Booy
Erschienen 2026 bei Klett-Cotta
ISBN 978-3-608-96678-7
Ein leiser Roman über Mitgefühl - 4 Sterne
Der Roman hat es mir ehrlicherweise nicht leicht gemacht, weil er sehr leise und auch langsam beginnt. Auf den ersten 80 Seiten passierte verhältnismäßig wenig und ich habe mich zwischenzeitlich gefragt, ob ich die Lektüre nicht doch nochmal vertagen sollte. Zum Glück wurde die Handlung dann ereignisreicher und es kam auch zu mehr Interaktion zwischen der Protagonistin und ihrer Mitwelt, sodass ich doch froh war, durchgehalten zu haben.
Simon Van Booy fängt die Einsamkeit der 83-jährigen Helen wirklich toll ein. Er setzt auf eine leise Sprache und relativ viel inneren Monolog. Das finde ich durchaus herausfordernd, weil ich zwar grundlegend das emotionale Innenleben einer Figur spannend finde, aber auch handlungsgetriebene Geschichten präferiere.
Und das ist wirklich erst in der zweiten Hälfte der Fall, da zieht das Tempo spürbar an und die Handlung wurde durch einige Nebenfiguren richtig lebhaft. Für mich hätte es noch ein wenig mehr Beziehungsentwicklung zu diesen Figuren geben können, allerdings spiegelt diese leichte Distanz den Charakter der Protagonistin wohl ziemlich gut wider.
Dass das Kümmern um eine scheinbar ausgesetzte Maus als Inspirations- und Reflexionsmoment dient, habe ich mich Skepsis betrachtet. Ich finde, Van Booy zeichnet die Entwicklung Helens hier zwar schlüssig, aber ich hatte doch lange die Befürchtung, dass es mir zu platt inspirierend wird und Tiere wieder einmal nur dem menschlichen Nutzen dienen sollen.
Doch da hat mich der Autor wirklich positiv überrascht. Die Protagonistin überträgt doch tatsächlich das Lebensrecht sowie die Leidensfähigkeit der Maus auf sogenannte Nutztiere und passt dann auch noch ihr Verhalten an - ich konnte es kaum glauben! Viel zu oft schiebt bei solchen Elementen die kognitive Dissonanz nämlich Überstunden und es scheint völlig schlüssig zu sein, einen Streunerhund liebevoll zu umsorgen, während sich parallel das Schweineschnitzel angebraten wird. Respekt an der Stelle für diese ganz wichtige Selbstreflexion.
Das hat meine Bewertung auch noch etwas nach oben korrigiert, denn insgesamt betrachtet hat mich der Roman nicht sonderlich berührt, auch wenn einige Passagen eindrücklich auf Helens Situation eingegangen sind und mir die Nebenfiguren bzw. deren Miteinander auch sehr ans Herz gewachsen sind. Der Fokus ist einfach sehr stark auf Helen und ihre Gedanken haben mich tendenziell distanziert gehalten. Ich hatte bis zum Ende den Eindruck, sie gar nicht richtig zu kennen, obwohl ich sie so intensiv begleitet habe.
Es ist aber auf jeden Fall ein liebenswertes Werk mit einem der schönsten Cover des Jahres und wirklich starken politischen Aussagen sowie einer Protagonistin, die genau weiß, was sie will. Eine so alte Hauptfigur ist mir bislang selten begegnet und auch, wenn ich sie gern emotional greifbarer erlebt hätte, ist ihre Darstellung glaubwürdig und literarisch wichtig.
Simon Van Booy fängt die Einsamkeit der 83-jährigen Helen wirklich toll ein. Er setzt auf eine leise Sprache und relativ viel inneren Monolog. Das finde ich durchaus herausfordernd, weil ich zwar grundlegend das emotionale Innenleben einer Figur spannend finde, aber auch handlungsgetriebene Geschichten präferiere.
Und das ist wirklich erst in der zweiten Hälfte der Fall, da zieht das Tempo spürbar an und die Handlung wurde durch einige Nebenfiguren richtig lebhaft. Für mich hätte es noch ein wenig mehr Beziehungsentwicklung zu diesen Figuren geben können, allerdings spiegelt diese leichte Distanz den Charakter der Protagonistin wohl ziemlich gut wider.
Dass das Kümmern um eine scheinbar ausgesetzte Maus als Inspirations- und Reflexionsmoment dient, habe ich mich Skepsis betrachtet. Ich finde, Van Booy zeichnet die Entwicklung Helens hier zwar schlüssig, aber ich hatte doch lange die Befürchtung, dass es mir zu platt inspirierend wird und Tiere wieder einmal nur dem menschlichen Nutzen dienen sollen.
Doch da hat mich der Autor wirklich positiv überrascht. Die Protagonistin überträgt doch tatsächlich das Lebensrecht sowie die Leidensfähigkeit der Maus auf sogenannte Nutztiere und passt dann auch noch ihr Verhalten an - ich konnte es kaum glauben! Viel zu oft schiebt bei solchen Elementen die kognitive Dissonanz nämlich Überstunden und es scheint völlig schlüssig zu sein, einen Streunerhund liebevoll zu umsorgen, während sich parallel das Schweineschnitzel angebraten wird. Respekt an der Stelle für diese ganz wichtige Selbstreflexion.
Das hat meine Bewertung auch noch etwas nach oben korrigiert, denn insgesamt betrachtet hat mich der Roman nicht sonderlich berührt, auch wenn einige Passagen eindrücklich auf Helens Situation eingegangen sind und mir die Nebenfiguren bzw. deren Miteinander auch sehr ans Herz gewachsen sind. Der Fokus ist einfach sehr stark auf Helen und ihre Gedanken haben mich tendenziell distanziert gehalten. Ich hatte bis zum Ende den Eindruck, sie gar nicht richtig zu kennen, obwohl ich sie so intensiv begleitet habe.
Es ist aber auf jeden Fall ein liebenswertes Werk mit einem der schönsten Cover des Jahres und wirklich starken politischen Aussagen sowie einer Protagonistin, die genau weiß, was sie will. Eine so alte Hauptfigur ist mir bislang selten begegnet und auch, wenn ich sie gern emotional greifbarer erlebt hätte, ist ihre Darstellung glaubwürdig und literarisch wichtig.
von nessabo - 2026-06-14 21:26:00
Eine berührende Geschichte über Verlust und Neubeginn - 5 Sterne
Mit seinem Debüt „Eine Maus namens Merlin“ ist Simon Van Booy ein herzerwärmender Wohlfühlroman gelungen, der mit erfrischender Leichtigkeit von Einsamkeit, schmerzlichen Verlusten und der Bedeutung der kleinen, oft unscheinbaren Momente im Leben erzählt. Zugleich macht er deutlich, dass Neuanfänge selbst im hohen Alter möglich sind. Feiner Humor, zart verwobene Melancholie und ein hoffnungsvoller Ausklang verbinden sich zu einer angenehm entschleunigenden und wunderbar einfühlsamen Erzählung.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 83-jährige Witwe Helen Cartwright, die nach sechzig Jahren in Australien in ihren Geburtsort nahe Oxford zurückkehrt und dort sie ein kleines, möbliertes Haus bezieht. Helens Alltag erschöpft sich in immer gleichen Routinen, geprägt von selbstgewählter Einsamkeit, Resignation und dem bewussten Verdrängen schmerzhafter Erinnerungen an die Menschen, die sie verloren hat – fast so, als warte sie nur noch auf das Ende ihres Lebens. Doch das unerwartete Auftauchen einer kleinen, zutraulichen Maus in ihrem Haus durchbricht diese Erstarrung und bringt Bewegung in ihr zurückgezogenes Leben.
Zunächst empfindet Helen die Anwesenheit des kleinen Wesens noch als lästige Störung und setzt alles daran, es möglichst schnell wieder loszuwerden. Doch notwendige Besorgungen im Tierhandel, in der Bibliothek und im Eisenwarenladen führen sie Schritt für Schritt aus ihrer Isolation heraus und lassen sie erneut mit anderen Menschen in Kontakt treten.
Mit seinem einfühlsamen Erzählstil zeichnet Van Booy Helens zögerlichen Wandel gekonnt nach. Allmählich wächst ihr die kleine Mitbewohnerin, die sie Merlin nennt, ans Herz. Die ungewöhnliche Freundschaft schenkt ihrem eintönigen Alltag nicht nur Struktur, sondern auch neue Bedeutung. Eindringlich zeigt der Autor in seiner berührenden Geschichte auf, wie wichtig Menschlichkeit, Nähe und das Gefühl, gebraucht zu werden, für ein erfülltes Leben sind. Mit feinem Humor und viel Feingefühl erzählt er in episodischen Rückblicken auf Helens früheres Leben und eröffnet dabei berührende Einblicke in ihre innere Welt und ihre bemerkenswerte Persönlichkeit.
Mit seiner hochbetagten Protagonistin hat der Autor einen bemerkenswert vielschichtig angelegten Charakter geschaffen. Anfangs verschlossen und spröde, gewinnt sie zunehmend an Tiefe und Wärme, sodass sie einem schnell ans Herz wächst und sorgt zum Ende hin sogar für einige überraschende Momente.
Trotz der insgesamt ruhigen Handlung gelingt es Van Booy, den Spannungsbogen spürbar zu verdichten und die Geschichte mit einem stimmigen, nachdenklichen Schluss ausklingen zu lassen.
ZUM HÖRBUCH
Schauspielerin Frauke Poolman ist eine eindrucksvolle Umsetzung dieses zauberhaften Wohlfühlromans gelungen. Mit angenehmer Stimme und ihrem ruhigen Vortrag zieht sie uns mühelos in die leicht melancholische Geschichte hinein. Von beschaulichen Momenten, über feine Ironie bis hin zu humorvollen Episoden versteht sie es, die unterschiedlichen Stimmungen durch variierendes Sprechtempo und nuancierte Betonung lebendig einzufangen. Dabei gelingt es ihr immer wieder, uns ein sanftes Schmunzeln zu entlocken.
Insgesamt überzeugt Poolman mit einer exzellenten Lesung, die ein ebenso unterhaltsames wie herzerwärmendes Hörerlebnis bietet.
FAZIT
Eine stille, berührende Wohlfühlgeschichte über Einsamkeit, Verlust, die Magie unerwarteter Begegnungen und späte Neuanfänge.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 83-jährige Witwe Helen Cartwright, die nach sechzig Jahren in Australien in ihren Geburtsort nahe Oxford zurückkehrt und dort sie ein kleines, möbliertes Haus bezieht. Helens Alltag erschöpft sich in immer gleichen Routinen, geprägt von selbstgewählter Einsamkeit, Resignation und dem bewussten Verdrängen schmerzhafter Erinnerungen an die Menschen, die sie verloren hat – fast so, als warte sie nur noch auf das Ende ihres Lebens. Doch das unerwartete Auftauchen einer kleinen, zutraulichen Maus in ihrem Haus durchbricht diese Erstarrung und bringt Bewegung in ihr zurückgezogenes Leben.
Zunächst empfindet Helen die Anwesenheit des kleinen Wesens noch als lästige Störung und setzt alles daran, es möglichst schnell wieder loszuwerden. Doch notwendige Besorgungen im Tierhandel, in der Bibliothek und im Eisenwarenladen führen sie Schritt für Schritt aus ihrer Isolation heraus und lassen sie erneut mit anderen Menschen in Kontakt treten.
Mit seinem einfühlsamen Erzählstil zeichnet Van Booy Helens zögerlichen Wandel gekonnt nach. Allmählich wächst ihr die kleine Mitbewohnerin, die sie Merlin nennt, ans Herz. Die ungewöhnliche Freundschaft schenkt ihrem eintönigen Alltag nicht nur Struktur, sondern auch neue Bedeutung. Eindringlich zeigt der Autor in seiner berührenden Geschichte auf, wie wichtig Menschlichkeit, Nähe und das Gefühl, gebraucht zu werden, für ein erfülltes Leben sind. Mit feinem Humor und viel Feingefühl erzählt er in episodischen Rückblicken auf Helens früheres Leben und eröffnet dabei berührende Einblicke in ihre innere Welt und ihre bemerkenswerte Persönlichkeit.
Mit seiner hochbetagten Protagonistin hat der Autor einen bemerkenswert vielschichtig angelegten Charakter geschaffen. Anfangs verschlossen und spröde, gewinnt sie zunehmend an Tiefe und Wärme, sodass sie einem schnell ans Herz wächst und sorgt zum Ende hin sogar für einige überraschende Momente.
Trotz der insgesamt ruhigen Handlung gelingt es Van Booy, den Spannungsbogen spürbar zu verdichten und die Geschichte mit einem stimmigen, nachdenklichen Schluss ausklingen zu lassen.
ZUM HÖRBUCH
Schauspielerin Frauke Poolman ist eine eindrucksvolle Umsetzung dieses zauberhaften Wohlfühlromans gelungen. Mit angenehmer Stimme und ihrem ruhigen Vortrag zieht sie uns mühelos in die leicht melancholische Geschichte hinein. Von beschaulichen Momenten, über feine Ironie bis hin zu humorvollen Episoden versteht sie es, die unterschiedlichen Stimmungen durch variierendes Sprechtempo und nuancierte Betonung lebendig einzufangen. Dabei gelingt es ihr immer wieder, uns ein sanftes Schmunzeln zu entlocken.
Insgesamt überzeugt Poolman mit einer exzellenten Lesung, die ein ebenso unterhaltsames wie herzerwärmendes Hörerlebnis bietet.
FAZIT
Eine stille, berührende Wohlfühlgeschichte über Einsamkeit, Verlust, die Magie unerwarteter Begegnungen und späte Neuanfänge.
von bookloving - 2026-06-12 19:26:00
ein Haustier mit großer Auswirkung - 5 Sterne
Helen Cartwrigt ist 83 Jahre alt und kehrt nach 60 Jahren aus ihrer Wahlheimat Australien nach England zurück. Ihr Mann und ihr Sohn sind beide verstorben und haben Helens Lebenswillen sterben lassen, genauso wie ihre Liebsten gestorben sind. Sie warten nur noch auf den Tod, damit sie wieder mit ihnen vereint ist.
Doch dann verändert eine kleine Maus ihr ganzes Leben. Stellt sie zu Anfang noch eine Mausefalle auf, die sie in einem Baumarkt kauf, folgt danach ein Kontakt mit den Angestellten einer Bücherei, denn sie will mehr über Merlin erfahren, wie sie die Maus nennt, denn den Tod von Merlin möchte sie nicht, weil das zu grausam ist. Sie überlegt ihn ihn in ein Tierheim zu brinegen, indem er gut gepflegt wird und vielleicht mit anderen Mäusen zusammenleben kann.
UNd so bekommt Helen durch Merlin immer mehr Kontakt zu anderen Menschen. die ihre Einsamkeit beenden und sie auf andere Gedanken bringt.
Noch nie ist meines Wissens das Thema Alterseinsamkeit so warmherzig umgesetzt werden, sie in diesem Buch. Eine kleine Maus, die den Lebenswillen einer einsamen Frau wiederbelebt, nur durch ihre reine Anwesenheit.
Ein wunderbares Leseerlebnis in einem flüssigen Schreibstil und mit einer mehr als sympathischen Protagonistin.
Doch dann verändert eine kleine Maus ihr ganzes Leben. Stellt sie zu Anfang noch eine Mausefalle auf, die sie in einem Baumarkt kauf, folgt danach ein Kontakt mit den Angestellten einer Bücherei, denn sie will mehr über Merlin erfahren, wie sie die Maus nennt, denn den Tod von Merlin möchte sie nicht, weil das zu grausam ist. Sie überlegt ihn ihn in ein Tierheim zu brinegen, indem er gut gepflegt wird und vielleicht mit anderen Mäusen zusammenleben kann.
UNd so bekommt Helen durch Merlin immer mehr Kontakt zu anderen Menschen. die ihre Einsamkeit beenden und sie auf andere Gedanken bringt.
Noch nie ist meines Wissens das Thema Alterseinsamkeit so warmherzig umgesetzt werden, sie in diesem Buch. Eine kleine Maus, die den Lebenswillen einer einsamen Frau wiederbelebt, nur durch ihre reine Anwesenheit.
Ein wunderbares Leseerlebnis in einem flüssigen Schreibstil und mit einer mehr als sympathischen Protagonistin.
von Klassikfan - 2026-06-07 21:44:00
Von der Unmöglichkeit, sein eigenes Spülbecken benutzen zu können - 4 Sterne
Als Coverkäuferin musste ich das Buch einfach haben, die Maus im Pantoffel ist einfach zu niedlich. Aber der Klappentext klang natürlich auch gut.
Es geht um Helen. Sie ist 83 Jahre und hat sechzig Jahre mit Mann und Sohn in Australien gelebt. Nun sind beide tot und Helen ist zurück nach Großbritannien gezogen. Sie lebt alleine und einsam in ihrem Häuschen und hat keinerlei Außenkontakt. Detailliert wird ihr Tagesablauf in den alltäglichen Details geschildert. Das wirkt nur auf den ersten Blick langweilig, ist es aber (für mich) gar nicht gewesen, es hat Helens tagtägliches Einerlei so gut transportiert. Das Highlight war die Fernsehsendung des Tages, unterbrochen von Essenszubereitung (naja, meistens Fertiggerichte oder Toast) und einmal in der Woche gönnt sie sich beim Einkaufen ein Törtchen.
Bis eines Tages Merlin, die Maus in ihr Leben tritt. Zufällig und anfangs auch sehr lästig.
Helen muss ihre selbstgewählte Einsamkeit verlassen und im Örtchen nach Mäusebeseitigungsmöglichkeiten fragen.
Noch mitten in der Planumsetzung schafft die Maus aber das Unmögliche: Helen gewöhnt sich an sie und Merlin wird auf einmal ganz wichtig für Helen.
Auch wenn Helen ihr Spülbecken nicht mehr verwenden kann, weil dort jetzt eine Maus wohnt (die Szenen mochte ich sehr, als Helen immer ins Bad ging, um Wasser zu holen, das hat für mich alles so gut vorstellbar gemacht) - über Merlin knüpft Helen zunehmend auch Bekanntschaften in die Außenwelt.
Als ein einschneidendes Ereignis passiert, lernt man Helen von einer ganz anderen Seite kennen.
Das Buch ist eines der leisen Töne. Es geht um Einsamkeit, nicht nur der von Helen, aber natürlich ist diese im Fokus. Um die Bedeutung von (Haus)Tieren gerade dann, wenn man niemanden hat. Und wie wichtig Freundschaft ist - und nicht zu vergessen ein Ausweis für die örtliche Bibliothek.
Ein schönes Buch, auch wenn mir das I-Tüpfelchen zur kompletten Begeisterung gefehlt hat.
Gute vier Sterne ist mein Fazit.
Es geht um Helen. Sie ist 83 Jahre und hat sechzig Jahre mit Mann und Sohn in Australien gelebt. Nun sind beide tot und Helen ist zurück nach Großbritannien gezogen. Sie lebt alleine und einsam in ihrem Häuschen und hat keinerlei Außenkontakt. Detailliert wird ihr Tagesablauf in den alltäglichen Details geschildert. Das wirkt nur auf den ersten Blick langweilig, ist es aber (für mich) gar nicht gewesen, es hat Helens tagtägliches Einerlei so gut transportiert. Das Highlight war die Fernsehsendung des Tages, unterbrochen von Essenszubereitung (naja, meistens Fertiggerichte oder Toast) und einmal in der Woche gönnt sie sich beim Einkaufen ein Törtchen.
Bis eines Tages Merlin, die Maus in ihr Leben tritt. Zufällig und anfangs auch sehr lästig.
Helen muss ihre selbstgewählte Einsamkeit verlassen und im Örtchen nach Mäusebeseitigungsmöglichkeiten fragen.
Noch mitten in der Planumsetzung schafft die Maus aber das Unmögliche: Helen gewöhnt sich an sie und Merlin wird auf einmal ganz wichtig für Helen.
Auch wenn Helen ihr Spülbecken nicht mehr verwenden kann, weil dort jetzt eine Maus wohnt (die Szenen mochte ich sehr, als Helen immer ins Bad ging, um Wasser zu holen, das hat für mich alles so gut vorstellbar gemacht) - über Merlin knüpft Helen zunehmend auch Bekanntschaften in die Außenwelt.
Als ein einschneidendes Ereignis passiert, lernt man Helen von einer ganz anderen Seite kennen.
Das Buch ist eines der leisen Töne. Es geht um Einsamkeit, nicht nur der von Helen, aber natürlich ist diese im Fokus. Um die Bedeutung von (Haus)Tieren gerade dann, wenn man niemanden hat. Und wie wichtig Freundschaft ist - und nicht zu vergessen ein Ausweis für die örtliche Bibliothek.
Ein schönes Buch, auch wenn mir das I-Tüpfelchen zur kompletten Begeisterung gefehlt hat.
Gute vier Sterne ist mein Fazit.
von Marie aus E. - 2026-06-02 08:29:00
Eine kleine, feine Geschichte, die man einfach lieben muss - 5 Sterne
Nach 'Illusion des Getrenntseins', das mir bereits sehr gut gefallen hat, war ich sehr gespannt auf den neuen Roman von Simon Van Booy – und wurde keineswegs enttäuscht.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 83-jährige Helen Cartwright, die zurückgezogen in einem kleinen englischen Dorf lebt. Ihr Leben ist geprägt von vielen Erfahrungen und einigen schweren Schicksalsschlägen. Mit der Zeit hat sie sich immer mehr von ihrer Umgebung und auch von ihren Mitmenschen zurückgezogen, fast so, als hätte sie innerlich bereits mit vielem abgeschlossen. Doch eines Tages taucht eine kleine Maus in ihrem Leben auf und mit ihr beginnt sich langsam etwas zu verändern. Schritt für Schritt findet Helen durch diese unerwartete Begegnung wieder mehr Freude an ihrem Alltag, an ihrer Umgebung und an den Menschen um sie herum.
Dieser Wandel wird von Van Booy auf eine wunderbar warmherzige Weise erzählt. Die Geschichte ist voller kluger, witziger und berührender Momente, die einen beim Lesen gleichermaßen schmunzeln lassen und nachdenklich stimmen. Während der Lektüre musste ich lachen, an manchen Stellen auch schlucken und hatte insgesamt einfach eine sehr schöne Zeit mit diesem Buch.
Der einzige kleine Kritikpunkt: Es hätte gerne noch ein bisschen länger sein dürfen.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 83-jährige Helen Cartwright, die zurückgezogen in einem kleinen englischen Dorf lebt. Ihr Leben ist geprägt von vielen Erfahrungen und einigen schweren Schicksalsschlägen. Mit der Zeit hat sie sich immer mehr von ihrer Umgebung und auch von ihren Mitmenschen zurückgezogen, fast so, als hätte sie innerlich bereits mit vielem abgeschlossen. Doch eines Tages taucht eine kleine Maus in ihrem Leben auf und mit ihr beginnt sich langsam etwas zu verändern. Schritt für Schritt findet Helen durch diese unerwartete Begegnung wieder mehr Freude an ihrem Alltag, an ihrer Umgebung und an den Menschen um sie herum.
Dieser Wandel wird von Van Booy auf eine wunderbar warmherzige Weise erzählt. Die Geschichte ist voller kluger, witziger und berührender Momente, die einen beim Lesen gleichermaßen schmunzeln lassen und nachdenklich stimmen. Während der Lektüre musste ich lachen, an manchen Stellen auch schlucken und hatte insgesamt einfach eine sehr schöne Zeit mit diesem Buch.
Der einzige kleine Kritikpunkt: Es hätte gerne noch ein bisschen länger sein dürfen.
von jori1020 - 2026-03-16 11:57:00
Geschichte entfaltet sich schön - 5 Sterne
Es handelt sich hier um ein ganz besonderes Buch. Anfangs lernt man Helen und ihren recht überschaubaren Alltag kennen. Sie erwartet sich nicht mehr viel von ihrem Leben. Sehr gerne hätte ich als Leserin mehr über ihren Mann und ihren Sohn erfahren. Zwar wird schon das eine oder andere Detail preisgegeben und Helen erinnert sich auch an einige Situationen zurück. Aber mir haben trotzdem noch mehr Infos gefehlt, um ein rundes Gesamtbild der Familie zu haben. Die Geschichte entfaltet sich sehr schön und Merlin hilft Helen dabei, neue Menschen kennen zu lernen. Die Personen sind alle toll beschrieben, man lernt sie gleich gut kennen und sie wachsen einem auch ans Herz: Cecil, Dr. Jamal, die Bibliothekarin und ihr Sohn. Das letzte Drittel des Buches hat mir eindeutig besser gefallen und dass am Ende sogar noch der Nachbar auftaucht, hat mich wirklich überrascht.
von F.H. - 2026-03-13 16:38:00
Ins Herz geschlichen - 4 Sterne
Helen, 83, einst Herzchirurgin, ist von Australien wieder zurück in ihre englische Heimat gezogen, um in Ruhe dort sterben zu können. Freunde und Verwandte gibt es nicht mehr. Einsamkeit bestimmt ihre Tage...
Eines Tages wird sie durch verrückte Umstände zur Haustierbesitzerin einer Maus, die Helen nach anfänglichen Hürden, diese wieder loszuwerden, Merlin nennt.
Hier sei kurz erwähnt, dass der Name Merlin nicht an allen Stellen korrekt übersetzt wurde und die Maus zwischendurch Sipsworth bzw. Sips genannt wurde!
Entgegen Helen's anfänglichen Willen entwickelt sich daraus eine liebevolle Fürsorge und Helen erkennt, dass sie durch Merlin plötzlich in Kontakt mit der Außenwelt und anderen Menschen kommt, wo sie zuvor zurückgezogen und auf den Tod wartend gelebt hatte.
Und dann tritt ein Notfall ein, bei dem alles getan wird, um Leben zu retten.
Die ersten Seiten sind wenig dialogreich und etwas schleppend, Helen lebt in Erinnerungen... man wird aber bald schon belohnt, wenn man durchhält!
Merlin schleicht sich in Helens Herz und beide dann in unsere Herzen und entwickeln eine Verbundenheit, die berührend ist.
Das Cover ist herzallerliebst.
Eins unserer Kaninchen hieß auch Merlin und wusste genauso zu bezaubern wie die Maus von Helen.
Ich wünsche eine herzliche Lesezeit mit charmanten Protagonisten und dem immer wieder ergreifenden Blick auf das knuddelige Cover!
Eines Tages wird sie durch verrückte Umstände zur Haustierbesitzerin einer Maus, die Helen nach anfänglichen Hürden, diese wieder loszuwerden, Merlin nennt.
Hier sei kurz erwähnt, dass der Name Merlin nicht an allen Stellen korrekt übersetzt wurde und die Maus zwischendurch Sipsworth bzw. Sips genannt wurde!
Entgegen Helen's anfänglichen Willen entwickelt sich daraus eine liebevolle Fürsorge und Helen erkennt, dass sie durch Merlin plötzlich in Kontakt mit der Außenwelt und anderen Menschen kommt, wo sie zuvor zurückgezogen und auf den Tod wartend gelebt hatte.
Und dann tritt ein Notfall ein, bei dem alles getan wird, um Leben zu retten.
Die ersten Seiten sind wenig dialogreich und etwas schleppend, Helen lebt in Erinnerungen... man wird aber bald schon belohnt, wenn man durchhält!
Merlin schleicht sich in Helens Herz und beide dann in unsere Herzen und entwickeln eine Verbundenheit, die berührend ist.
Das Cover ist herzallerliebst.
Eins unserer Kaninchen hieß auch Merlin und wusste genauso zu bezaubern wie die Maus von Helen.
Ich wünsche eine herzliche Lesezeit mit charmanten Protagonisten und dem immer wieder ergreifenden Blick auf das knuddelige Cover!
von marcialoup - 2026-03-10 21:50:00
Wohlfühlroman mit Tiefgang - 5 Sterne
Simon Van Booys Roman „Eine Maus namens Merlin“ erzählt von einer Witwe, die durch eine unerwartet tierische Begegnung einen Neuanfang wagt.
Das Leben hält auch im hohen Alter noch Überraschungen bereit. Helen lebt seit kurzem zurückgezogen in einem kleinen Ort in der Nähe von Oxford. Plötzlich gerät ihr einsamer Alltag durcheinander, als sie versucht, eine Maus loszuwerden und dafür Kontakt zu anderen Menschen aufnimmt, den sie sonst vermeidet.
Hier darf man sich auf niedliche Momente, eine sanfte Annäherung zwischen Helen und Merlin und auch die ein oder andere Überraschung freuen. Diese außergewöhnliche Freundschaftsgeschichte zeigt, dass das Schicksal manchmal ungewöhnliche Wege geht und es nie zu spät für eine Wendung ist. Das macht das Buch zu einer warmherzigen Kost mit wohltuendem Unterhaltungswert, toll geschrieben und voller liebenswerter Figuren. Durch das harmonische Zusammenspiel von Nachdenklichkeit und Zuversicht entsteht eine Geschichte, die sowohl tröstet als auch inspiriert.
Perfekt, um der Realität zu entfliehen, wenn man etwas Wärme und Zuversicht nötig hat. Deswegen würde ich sagen, für alle, die gefühlsvolle und positive Mensch-Tier-Geschichten lesen möchten, die tief gehen und ohne Kitsch auskommen. Danach sieht man Mäuse mit anderen Augen.
Das Leben hält auch im hohen Alter noch Überraschungen bereit. Helen lebt seit kurzem zurückgezogen in einem kleinen Ort in der Nähe von Oxford. Plötzlich gerät ihr einsamer Alltag durcheinander, als sie versucht, eine Maus loszuwerden und dafür Kontakt zu anderen Menschen aufnimmt, den sie sonst vermeidet.
Hier darf man sich auf niedliche Momente, eine sanfte Annäherung zwischen Helen und Merlin und auch die ein oder andere Überraschung freuen. Diese außergewöhnliche Freundschaftsgeschichte zeigt, dass das Schicksal manchmal ungewöhnliche Wege geht und es nie zu spät für eine Wendung ist. Das macht das Buch zu einer warmherzigen Kost mit wohltuendem Unterhaltungswert, toll geschrieben und voller liebenswerter Figuren. Durch das harmonische Zusammenspiel von Nachdenklichkeit und Zuversicht entsteht eine Geschichte, die sowohl tröstet als auch inspiriert.
Perfekt, um der Realität zu entfliehen, wenn man etwas Wärme und Zuversicht nötig hat. Deswegen würde ich sagen, für alle, die gefühlsvolle und positive Mensch-Tier-Geschichten lesen möchten, die tief gehen und ohne Kitsch auskommen. Danach sieht man Mäuse mit anderen Augen.
von Kokoloreslot - 2026-03-06 12:08:00
Wen ein Mäuschen in dein Leben kommt..... - 5 Sterne
Helen Cartwright ist 83 Jahre alt, Witwe, erschöpft von Verlust und Einsamkeit-sie hat keine großen Erwartungen mehr vom Leben.Nach 60 Jahren kehrt sie von Australien in die Nähe von Oxford zurück – in den Ort, in dem sie geboren wurde.Sie kauft ein Häuschen und führt ein zurückgezogenes Leben.Bis zu dem Tag als ein kleiner Mäuserich -klein, unscheinbar bei ihr auftaucht. Erist der Auslöser für etwas, das Helen längst nicht mehr für möglich gehalten hat.Eigendlich will sie den kleinen Mäuserich schnell los werden. Aber die Versuche ihn in den Tierhandel, in die Bibliothek, in den Eisenwarenladen zu lassen- scheitern.Durch den kleinen Mäuserich -den sie Merlin nennt ,nimmt Helen wieder am Leben teil…
Der Autor Simon Van Booy hat einen fließenden und bildhaften Scheibstil.Er zeigt wie ein kleines Mäuschen ein einsames Leben verändern kann.Die Geschichte geht sehr ans Herz und ich habe einige Taschentücher verbraucht.Auch das Cover mit der kleinen schlafenden Maus imHausschuh fand ich bezaubernd.Sehr gerne 5 Sterne für die rührende Geschichte und danke das ich sie kennenlernen durfte.
Der Autor Simon Van Booy hat einen fließenden und bildhaften Scheibstil.Er zeigt wie ein kleines Mäuschen ein einsames Leben verändern kann.Die Geschichte geht sehr ans Herz und ich habe einige Taschentücher verbraucht.Auch das Cover mit der kleinen schlafenden Maus imHausschuh fand ich bezaubernd.Sehr gerne 5 Sterne für die rührende Geschichte und danke das ich sie kennenlernen durfte.
von Katzenmicha - 2026-03-03 12:52:00


