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Rezensionen

All die Farben, all das Licht
Roman

Autor: Cora Wucherer

Erschienen 2026 bei Klett-Cotta
ISBN 978-3-608-96704-3
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Schwestern in guten wie in schlechten Zeiten - 5 Sterne

Zwei junge Schwestern - die eine davon ist nicht nur äusserst hübsch und künstlerisch begabt, sondern auch mit einer schrecklichen Krankheit gesegnet, die sich immer weiter verschlimmern wird. Die zweite steht immer im Schatten und hat das Gefühl komplett übersehen zu werden. Zwei Schwestern, wie sie ungleicher nicht sein könnten. Das Augenlicht zu verlieren ist für die eine ein fürchterlicher Schicksalsschlag wie er grausamer nicht sein könnte. Mit vielen tragischen aber auch schönen Momenten zeigt dieses Buch wieder einmal auf, dass egal wie hart es kommt, es auch ist immer einen zweiten Lösungsweg zur persönlichen Glückfindung und Erfüllung gibt.

Das Thema um das es in diesem Roman geht, ist absolut kein einfaches - aber das lesen kann ich trotzdem zu 100 % empfehlen. Es ist keine lockere Liebesgeschichte, kein spannender Kriminalfall , sondern fühlt sich wie mitten aus dem Leben gegriffen an. Und wie die meisten von uns wissen besteht das Leben nicht nur aus Glückseeligkeit und wunderbaren Momenten, sondern ist nur zu oft enttäuschend und grausam.
Geschwisterlos wie wie ich aufgewachsen bin war ich viele Jahrzehnte neidisch auf Schwestern, für mich war das immer der Inbegriff einer ähnlichen Seele, die in greifbarer Nähe ist. So war dieser Roman nun sehr tröstend für mich, da er in aller Deutlichkeit zeigt, wie viel Rivalität und Neid dahinter stecken kann.
Die ersten Buchseiten waren für mich etwas schleppend zu lesen, aber schon bald man mich das Buch mit seiner spezielle Schreibweise gefangen. Es fühlt sich nicht wie ein Roman an, sondern wie das echte Leben und brachte mich gedanklich auch oft wieder zurück in meine eigene Kindheit und Gedankengänge Zur damaligen Zeit. Gefühls,intensiv und äusserst berührend konnte ich es mit der Zeit kaum noch weg liegen sondern wollte immer nur noch weiterlesen. Von mir deshalb diese fünf Sterne Bewertung und eine ganz klare Leseempfehlung.
von bine525 - 2026-06-20 06:24:00

Juna und Martha - 5 Sterne

„All die Farben, all das Licht“ ist das gelungene Debüt der Autorin und Journalistin Cora Wucherer.

Die 17-jährige Juna leidet unter dem Usher Syndrom. Das bedeutet den Verlust des Seh- und des Hörvermögens. Ihr Traum war es Malerin zu werden und es gibt nichts, was sie lieber macht als zu zeichnen.
Ihre vier Jahre jüngere Schwester Martha ist vollkommen anders als Juna, wodurch es zwischen den beiden immer wieder zu Unstimmigkeiten kommt. Martha fühlt sich zurückgesetzt und unsichtbar. Als es aber darum geht, dass Juna unbedingt nach Malmö reisen möchte, um ihr Lieblingsgemälde der Künstlerin Lotte Laserstein zu sehen, ist es Martha, die diese Reise organisiert.

Cora Wucherer schreibt lebendig und einfühlsam. Schon nach wenigen Seiten hatte ich eine gute Vorstellung von den beiden Protagonistinnen und ihrer familiären Situation.
Da die Ereignisse im Wechsel aus der Perspektive von Martha und Juna erzählt werden, konnte ich mich gut in die beiden einfühlen.
Durch die gemeinsamen Erlebnisse und Herausforderungen wird aus geschwisterlicher Rivalität Zusammenhalt.

Obwohl die Autorin hier eine Vielzahl von Themen anspricht, wirkt die Handlung nicht überfrachtet.
Der frühe Tod der Mutter, die Krankheit von Juna, die daraus resultierende gefühlte Unsichtbarkeit Marthas, der beschäftigte Vater, die Künstlerin Lotte Laserstein, romantische sowie bedrohliche Momente, ein Roadtrip und vieles mehr werden hier kunstvoll miteinander verbunden.

Mich hat das Buch überrascht und berührt. Es ist ein intensiver Roman über das Leben, der zeigt, dass das Leben keineswegs immer gradlinig verläuft und voller Herausforderungen steckt.
von Tara - 2026-06-14 19:31:00