Rezensionen
Hope Joanna
"Ein Krimi, so irrsinnig, dass man aus dem Lachen nicht herauskommt." RBB
Autor: Horst Evers
Erschienen 2026 bei Rowohlt Berlin
ISBN 978-3-7371-0248-3
Ohrwurm-Alarm - 4 Sterne
Sobald ich dieses Buch in die Hand nahm, hatte ich einen Ohrwurm. Da das ein toller Song ist war das aber gut auszuhalten. Ich gehöre zu der Generation die diesen Hit und seine Bedeutung live erlebt hatten.
Schon die Geschichte mit der Namensgebung von Hope Joanna ist ne Wucht und definiert ihre Eltern als typische Berliner mit Herz und Schnauze und viel Humor. Der Fall selbst ist eher skurill aber diese Berliner Schnoddrigkeit, der Wortwitz und der rauhe Umgangston führen uns Leser mitten rein in fremde Welten.
Ich habe mich bei dieser Jagd durch Berlin recht wohlgefühlt und dieses Trio mit Hope, Zecke Neuendorf und die Kommissar-Anwärterin Siri liebgewonnen. Ich kann mir gut vorstellen dass sie weitere Fälle angehen. Zumal direkt in ihrem Umfeld der Kollege Lannert spurlos verschwunden ist und es da wohl was zu ermitteln gäbe.
Schon die Geschichte mit der Namensgebung von Hope Joanna ist ne Wucht und definiert ihre Eltern als typische Berliner mit Herz und Schnauze und viel Humor. Der Fall selbst ist eher skurill aber diese Berliner Schnoddrigkeit, der Wortwitz und der rauhe Umgangston führen uns Leser mitten rein in fremde Welten.
Ich habe mich bei dieser Jagd durch Berlin recht wohlgefühlt und dieses Trio mit Hope, Zecke Neuendorf und die Kommissar-Anwärterin Siri liebgewonnen. Ich kann mir gut vorstellen dass sie weitere Fälle angehen. Zumal direkt in ihrem Umfeld der Kollege Lannert spurlos verschwunden ist und es da wohl was zu ermitteln gäbe.
von BR - 2026-06-07 19:24:00
Ein Buch wie eine Großstadt - bunt und manchmal unerwartet - 5 Sterne
Die junge Kommissarin Hope Joanna Marlow wird zu einem Tatort in einer Berliner Villa gerufen. Das Opfer ist Indiana Jens, wie sein Namensvorbild ein Händler von Relikten und Antiquitäten fasziniert. Besonders ist, dass er auch selbst noch die Polizei gerufen hat, um einen Einbruch bei ihm zu melden. Weiters ist auch die Tatsache, dass man Schlangenbissspuren an ihm findet, eigenartig. Und bald schon findet sich auch eine weitere Leiche mit diesen Spuren. Zusätzlich zu dieser eigenartigen Serie, kämpft die Kommissarin, und ehemalige Olympiateilnehmerin im Taekwondo, noch mit einem Video, dass auf den Sozialen Medien von ihr kursiert: Hat sie doch vier gewalttätige Räuber vor einem Späti mit ihren Kenntnissen in die Flucht geschlagen.
Eines vorneweg, es ist ein Roman, der sich nicht einfach rezensieren lässt und auch generell nicht einfach in eine Sparte einordnen lässt. Ja natürlich hat man da die Mordfälle und die Rätsel, die sich daraus ergeben und erfüllt damit das genannte Genre Kriminalroman, jedoch ist da auch viel mehr. Nämlich so viel Humor und abstruse Situationen wie in so mancher Slapstickkomödie und auch viel Gesellschaftskritik. Und weil das noch nicht reicht – Elemente aus Actionfilmen und Fantasyromanen.
Hope Joanna ist eine sehr clevere und nahbare Figur und machte es mir leicht das Team zu lieben. Wie verständlich ist es, dass sie den Ruhm hasst und auch eine Abneigung gegen den Namen hat. Ich bewundere, wie sie die Situation erträgt – Kollegen so liebevoll sie auch sein mögen und auch die Prominenz und Erwartungshaltungen. Gut ergänzt wird sie durch ihren ehrgeizigen Kollegen, der für so manchen Lacher sorgt.
Die Handlung als solches ist, humorvoll wechselhaft, abgedreht und definitiv nicht erwartbar – dennoch irgendwie auch wieder logisch trotz aller Überdrehtheit. Es gibt definitiv eine Krimikomponente, allerdings darf man sich keinen blutigen und super verschachtelten Kriminalfall erwarten. So manche Idee mutet schon wie Satire an, allerdings bezweifle ich nicht, dass so manche Personengruppen so manche Ideen auch teilen.
Der Schreibstil ist schwer mit anderen zu vergleichen. Man findet rasch ins Buch und ist bald mit der „Berliner Schnauze“ konfrontiert – allerdings in einer für alle verständlichen Form. Mitgerissen vom Humor stolpert man durch das Buch – mit einem konstanten Schmunzeln im Gesicht.
Ein Buch, das bunt und unerwartet ist, so wie eine Großstadt eben ist und um genauer zu verstehen, was ich meine, sollte man es lesen.
Eines vorneweg, es ist ein Roman, der sich nicht einfach rezensieren lässt und auch generell nicht einfach in eine Sparte einordnen lässt. Ja natürlich hat man da die Mordfälle und die Rätsel, die sich daraus ergeben und erfüllt damit das genannte Genre Kriminalroman, jedoch ist da auch viel mehr. Nämlich so viel Humor und abstruse Situationen wie in so mancher Slapstickkomödie und auch viel Gesellschaftskritik. Und weil das noch nicht reicht – Elemente aus Actionfilmen und Fantasyromanen.
Hope Joanna ist eine sehr clevere und nahbare Figur und machte es mir leicht das Team zu lieben. Wie verständlich ist es, dass sie den Ruhm hasst und auch eine Abneigung gegen den Namen hat. Ich bewundere, wie sie die Situation erträgt – Kollegen so liebevoll sie auch sein mögen und auch die Prominenz und Erwartungshaltungen. Gut ergänzt wird sie durch ihren ehrgeizigen Kollegen, der für so manchen Lacher sorgt.
Die Handlung als solches ist, humorvoll wechselhaft, abgedreht und definitiv nicht erwartbar – dennoch irgendwie auch wieder logisch trotz aller Überdrehtheit. Es gibt definitiv eine Krimikomponente, allerdings darf man sich keinen blutigen und super verschachtelten Kriminalfall erwarten. So manche Idee mutet schon wie Satire an, allerdings bezweifle ich nicht, dass so manche Personengruppen so manche Ideen auch teilen.
Der Schreibstil ist schwer mit anderen zu vergleichen. Man findet rasch ins Buch und ist bald mit der „Berliner Schnauze“ konfrontiert – allerdings in einer für alle verständlichen Form. Mitgerissen vom Humor stolpert man durch das Buch – mit einem konstanten Schmunzeln im Gesicht.
Ein Buch, das bunt und unerwartet ist, so wie eine Großstadt eben ist und um genauer zu verstehen, was ich meine, sollte man es lesen.
von leopol - 2026-05-29 22:25:00
Ruhiger Krimi mit viel Gefühl - 4 Sterne
„Hope Joanna“ ist für mich eine gelungene Mischung aus emotionaler Familiengeschichte und spannendem Krimi. Besonders gefallen hat mir, dass hier nicht nur der eigentliche Fall im Mittelpunkt steht, sondern auch die Menschen dahinter und ihre Vergangenheit.
Die Geschichte baut die Spannung eher langsam auf, was aber gut zur insgesamt düsteren und melancholischen Stimmung passt. Nach und nach setzt sich alles zusammen, und gerade die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart fand ich sehr gelungen. Es geht viel um Verlust, Schuld und darum, wie lange bestimmte Ereignisse nachwirken können.
Der Schreibstil liest sich angenehm flüssig und macht es leicht, in die Geschichte einzutauchen. Vor allem die emotionalen Szenen haben für mich gut funktioniert, weil sie nicht überdramatisch wirken, sondern eher ruhig und glaubwürdig erzählt werden.
Zwischendurch hatte die Handlung kleinere Längen, und manches war recht früh vorhersehbar. Trotzdem wollte ich eigentlich immer weiterlesen, weil mich die Atmosphäre und die Figuren gepackt haben.
Fazit:
Ein atmosphärischer Krimi mit emotionaler Tiefe und ruhiger Spannung. Wer keine rasante Action erwartet, sondern eine Mischung aus Familiengeschichte, Geheimnissen und Crime-Elementen mag, wird mit „Hope Joanna“ definitiv gut unterhalten.
Die Geschichte baut die Spannung eher langsam auf, was aber gut zur insgesamt düsteren und melancholischen Stimmung passt. Nach und nach setzt sich alles zusammen, und gerade die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart fand ich sehr gelungen. Es geht viel um Verlust, Schuld und darum, wie lange bestimmte Ereignisse nachwirken können.
Der Schreibstil liest sich angenehm flüssig und macht es leicht, in die Geschichte einzutauchen. Vor allem die emotionalen Szenen haben für mich gut funktioniert, weil sie nicht überdramatisch wirken, sondern eher ruhig und glaubwürdig erzählt werden.
Zwischendurch hatte die Handlung kleinere Längen, und manches war recht früh vorhersehbar. Trotzdem wollte ich eigentlich immer weiterlesen, weil mich die Atmosphäre und die Figuren gepackt haben.
Fazit:
Ein atmosphärischer Krimi mit emotionaler Tiefe und ruhiger Spannung. Wer keine rasante Action erwartet, sondern eine Mischung aus Familiengeschichte, Geheimnissen und Crime-Elementen mag, wird mit „Hope Joanna“ definitiv gut unterhalten.
von Piet1990 - 2026-05-18 15:58:00
Mehr Chaos als Krimi - 2 Sterne
Schräg das Ganze - mir war es zu viel des Guten. Dass die taffe Hauptkommissarin Taekwondokämpferin mit Olympiaambitionen hat und Hope Joana heißt, ist harmlos.
Die Suche nach dem „Führer“elixier, die Verkleidung der Polizisten als Fantasy-Wesen, der Geheimorden aus dem Darknet oder gar die glücksbringende Hasenpfote im Intimbereich eines radebrechenden führerscheinlosen Fussballstars, der einen Maserati beisitzt, die couragierte Rentnerinnentruppe um Oma Helga - das sind nur ein paar Beispiele für das, was man sich nicht unter einem Krimi vorstellt.
Auch die Sprache fand ich bisweilen unteres Level –
Am besten gefiel mir der Bucheinband.
Zu aufgesetzt wirkt das Ganze, zu konstruiert: Weder als Krimi noch als witziges Buch konnte mich der Autor mit „Hope Joana“ überzeugen.
von fantasia - 2026-05-15 09:23:00
Absurd und witzig, mit sympathischer Protagonistin und skurrilen Figuren - 4 Sterne
Hope Joanna Marlow ist damals zur Polizei gekommen, um sich durch deren Sportförderung auf die Olympiade vorbereiten zu können, inzwischen ist die frühere Taekwondo-Vizeeuropameisterin gern Kriminalkommissarin. Sie ist klug, mutig, wird von den Kollegen geschätzt und einem Kampf weicht sie immer noch nicht aus, wie ein aktuelles Video im Netz beweist, in dem sie sich vor einem Späti gegen vier übergriffige Männer erfolgreich zur Wehr setzt.
Am folgenden Tag wird Hope Joanna zu einem Tatort gerufen, an dem der bekannte Archäologe und Händler obskurer Objekte, Dr. 'Indiana' Jens durch einen Schlangenbiss zu Tode kam. Kurze Zeit später gibt es einen weiteren Toten.
Horst Evers schreibt locker, lebendig und bildhaft, besonders zu Beginn der Geschichte gibt es viel Situationskomik, schlagfertige Dialoge und (Berliner) Sprachwitz, die mich haben lachen oder schmunzeln lassen. Trotz seines oft ironischen Blicks auf Berlin merkt man dem Autor die Liebe zur Stadt und vor allem ihren Bewohnern an. Seitenhiebe gibt es auf die Politiker und die Bürokratie, und auch Social Media und der Rechtsradikalismus spielen eine Rolle.
Die Geschichte ist sowohl charakter- als auch handlungsgetrieben. Alle auftretenden Figuren sind mal mehr, mal weniger überzogen gezeichnet und bei aller Skurrilität gut ausgearbeitet. Die Handlung entwickelt sich von einer wahnwitzigen Situation zur nächsten, wobei Kommissarin Marlow sich selber treu bleibt. 'Hope Joanna' überzeugt mich mehr durch den wirklich einfallsreichen, schrägen Plot denn als Krimi. Mir hat Horst Evers' neues, sehr eigenes Buch mit der skeptischen Joanna in der Berliner Nacht auf dem Cover im Retro-Stil viel Vergnügen bereitet.
Am folgenden Tag wird Hope Joanna zu einem Tatort gerufen, an dem der bekannte Archäologe und Händler obskurer Objekte, Dr. 'Indiana' Jens durch einen Schlangenbiss zu Tode kam. Kurze Zeit später gibt es einen weiteren Toten.
Horst Evers schreibt locker, lebendig und bildhaft, besonders zu Beginn der Geschichte gibt es viel Situationskomik, schlagfertige Dialoge und (Berliner) Sprachwitz, die mich haben lachen oder schmunzeln lassen. Trotz seines oft ironischen Blicks auf Berlin merkt man dem Autor die Liebe zur Stadt und vor allem ihren Bewohnern an. Seitenhiebe gibt es auf die Politiker und die Bürokratie, und auch Social Media und der Rechtsradikalismus spielen eine Rolle.
Die Geschichte ist sowohl charakter- als auch handlungsgetrieben. Alle auftretenden Figuren sind mal mehr, mal weniger überzogen gezeichnet und bei aller Skurrilität gut ausgearbeitet. Die Handlung entwickelt sich von einer wahnwitzigen Situation zur nächsten, wobei Kommissarin Marlow sich selber treu bleibt. 'Hope Joanna' überzeugt mich mehr durch den wirklich einfallsreichen, schrägen Plot denn als Krimi. Mir hat Horst Evers' neues, sehr eigenes Buch mit der skeptischen Joanna in der Berliner Nacht auf dem Cover im Retro-Stil viel Vergnügen bereitet.
von carola1475 - 2026-05-15 09:19:00
Liebeserklärung an Berlin - 5 Sterne
Die ehemalige Profi Sportlerin Hope Joanna Marlow ist jetzt Kommissarin in Berlin. Sie wird mit ihrem neuen Partner zu einem ungewöhnlichen Mord gerufen. Eine bizarre Persönlichkeit mit ebenso außergewöhnlichen Handelsobjekten und Kunden ist tot. Es folgen weitere Tote und die Zeit läuft davon denn die Rechten wollen die Deutungshoheit über die Verbrechen und die Macht in der Stadt.
Selten so bei einem Krimi gelacht. Das Buch ist gespickt mit Wortwitz und Situationskomik. Man denkt bei dem Namen sofort an einen sehr bekannten Song und hat ihn die ganze Zeit beim Lesen als Ohrwurm im Kopf. Aber auch die anderen Namen der Protagonisten sind als Anspielungen zu verstehen. Vor allem wenn einer sagt er hat eine Schwester mit einem solchen Namen und die hat einen Club gegründet für Menschen deren Namen andere zu Witzen herausfordert. Eine gelungenen Kritik an Flachwitzen auf Kosten anderer.
So geht es Seite für Seite, es sind viele altbekannte Sprüche darunter aber wer sie anbringt und wie darauf reagiert wird machen sie dann zu etwas Besonderen. Genau das gleiche gilt für die Situationskomik, man wird an Dick und Doof erinnert ( meine Generation kennt die beiden noch, für Jüngere einfach googlen ). Auch hier gilt wer und wo macht es einzigartig.
Die Morde sind schon fast Nebensache eher geht es darum die Rechten und ihren Anspruch daran, die allein seligmachende Lösung für alle Probleme zu haben, ein wenig auf die Schippe zu nehmen. Das ändert nichts am Ernst der poliitschen Situation hier in Deutschland aber es ist eine Möglichkeit die Themen aus einer anderen Sicht zu betrachten.
Selten so bei einem Krimi gelacht. Das Buch ist gespickt mit Wortwitz und Situationskomik. Man denkt bei dem Namen sofort an einen sehr bekannten Song und hat ihn die ganze Zeit beim Lesen als Ohrwurm im Kopf. Aber auch die anderen Namen der Protagonisten sind als Anspielungen zu verstehen. Vor allem wenn einer sagt er hat eine Schwester mit einem solchen Namen und die hat einen Club gegründet für Menschen deren Namen andere zu Witzen herausfordert. Eine gelungenen Kritik an Flachwitzen auf Kosten anderer.
So geht es Seite für Seite, es sind viele altbekannte Sprüche darunter aber wer sie anbringt und wie darauf reagiert wird machen sie dann zu etwas Besonderen. Genau das gleiche gilt für die Situationskomik, man wird an Dick und Doof erinnert ( meine Generation kennt die beiden noch, für Jüngere einfach googlen ). Auch hier gilt wer und wo macht es einzigartig.
Die Morde sind schon fast Nebensache eher geht es darum die Rechten und ihren Anspruch daran, die allein seligmachende Lösung für alle Probleme zu haben, ein wenig auf die Schippe zu nehmen. Das ändert nichts am Ernst der poliitschen Situation hier in Deutschland aber es ist eine Möglichkeit die Themen aus einer anderen Sicht zu betrachten.
von Petra - 2026-05-10 22:45:00


