Rezensionen
Es war nicht anders möglich
Wild, witzig, wagemutig. Svenja Liesaus funkelnder, überraschender Roman
Autor: Svenja Liesau
Erschienen 2026 bei Rowohlt Berlin
ISBN 978-3-7371-0253-7
Der absurde Trip einer instabilen Protagonistin - 1 Sterne
Es passiert mir selten, dass meine Erwartungen und das Buch so derart gewaltig auseinanderklaffen wie es hier der Fall war. Zwischendrin wollte ich nur noch abbrechen und wäre das Hörbuch nicht wirklich toll von der Autorin selbst gelesen worden, hätte ich das sehr sicher auch gemacht. Denn dieser Roman ist mehr eine Art wahnhafter Trip als zugewandte Heilungs- und Trauerbewältigungsgeschichte.
Ich kann leider nur wenig Gutes finden an diesem Werk. Die Autorinnenlesung war wirklich makellos, sie hat dieser für mich völlig wirren Handlung zumindest ein wenig Emotionalität einflößen können und außerdem die Berliner Schnauze großartig vertont. Den immer mal wieder aufkommenden Humor fand ich richtig gut. Martina bedient sich eines bissigen Zynismus, während sie über so einige gesellschaftliche Missstände wie etwa den Umgang mit Sozialhilfeempfänger*innen nachdenkt. Und auch der zärtliche Blick auf so manche Randfigur mit deren Schicksal konnte mich bewegen.
Aber leider sind diese wenigen guten Elemente eingebettet in etwas, das ich einfach überhaupt nicht mag. Alkohol- und Drogentrips, wahnhafte Zustände und die völlig unauflösbare Verschmelzung von Realität und Fantasie. Außerdem super viele Figuren, die ich fast nie emotional greifen konnte. Dass Martina hart zu kämpfen hat mit dem Tod ihres Vaters und ihrer Angststörung, kommt schon irgendwie raus. Und ihr Umgang damit mag verständlich erscheinen, aber ich kann so etwas einfach nicht lesen. Ich war teilweise ganze Kapitel lang völlig lost und am Ende wirklich froh, dass es geschafft war.
Ich wüsste nicht, wem ich dieses Debüt empfehlen sollte - am besten liest mensch sich die entsprechend positiven Rezensionen auch mit durch. Für mich war das Werk völlig haltlos, verwirrend, phasenweise eklig und im Endeffekt anstrengend mit einem unbefriedigenden Ende. Vielleicht lässt es sich am besten mit einem sehr experimentellen Theaterstück vergleichen - auch das hat seine Fans, ich gehöre nicht dazu.
1,5 Sterne
Ich kann leider nur wenig Gutes finden an diesem Werk. Die Autorinnenlesung war wirklich makellos, sie hat dieser für mich völlig wirren Handlung zumindest ein wenig Emotionalität einflößen können und außerdem die Berliner Schnauze großartig vertont. Den immer mal wieder aufkommenden Humor fand ich richtig gut. Martina bedient sich eines bissigen Zynismus, während sie über so einige gesellschaftliche Missstände wie etwa den Umgang mit Sozialhilfeempfänger*innen nachdenkt. Und auch der zärtliche Blick auf so manche Randfigur mit deren Schicksal konnte mich bewegen.
Aber leider sind diese wenigen guten Elemente eingebettet in etwas, das ich einfach überhaupt nicht mag. Alkohol- und Drogentrips, wahnhafte Zustände und die völlig unauflösbare Verschmelzung von Realität und Fantasie. Außerdem super viele Figuren, die ich fast nie emotional greifen konnte. Dass Martina hart zu kämpfen hat mit dem Tod ihres Vaters und ihrer Angststörung, kommt schon irgendwie raus. Und ihr Umgang damit mag verständlich erscheinen, aber ich kann so etwas einfach nicht lesen. Ich war teilweise ganze Kapitel lang völlig lost und am Ende wirklich froh, dass es geschafft war.
Ich wüsste nicht, wem ich dieses Debüt empfehlen sollte - am besten liest mensch sich die entsprechend positiven Rezensionen auch mit durch. Für mich war das Werk völlig haltlos, verwirrend, phasenweise eklig und im Endeffekt anstrengend mit einem unbefriedigenden Ende. Vielleicht lässt es sich am besten mit einem sehr experimentellen Theaterstück vergleichen - auch das hat seine Fans, ich gehöre nicht dazu.
1,5 Sterne
von nessabo - 2026-06-11 23:16:00
Trial and error - 2 Sterne
Das Debüt von Svenja Lisau „Es war nicht anders möglich“ hätte so toll sein können. Ich bin nicht nur ein großer Fan dieses Covers, sondern auch von der Idee eines Kneipenromans, in dem die Protagonistin nicht nur auf andere Menschen trifft und deren Geschichten erzählt, sondern auch selbst struggelt und nach einem Ausweg sucht - zwischen Schmerz, Düsternis, Sehnsucht und Hoffnung.
„Ich schreibe über dich, um dich loszuwerden. Dich aus meiner Biografie rauszuschreiben. Oder dich für immer an mich zu pressen. Mich endlich in dich reinzutippen. Reinzuhacken. Mir ist erst mal beides recht, wenn ich nur diese Unruhe nicht mehr verspüren muss. Es ist ein Versuch. Trial and error.“
Martinas Vater, den sie gar nicht mal so gut kennt, ist gestorben. Sie blättert durch Bilder, zurückgebliebene Fotos aus dem Leben eines Mannes, in dem kein Platz für sie war. Früh hat er die Familie verlassen und doch wünscht sie’s sich bis heute, dass sie ihn trifft, dass er sie rettet. Trotz oder gerade wegen ihrer Arbeits- und Spurlosigkeit versucht die Mitte dreißigjährige Frau in langen, Berliner Nächten wieder Trost und Halt zu finden. Eine neue Familie. Ein Glas nach dem anderen, zwischen Gesprächen, Schlager und wirren Gedanken.
„>Ich möchte mich nicht aufdrängen, aber…< - Ring frei für Klaus’ Lebens-Problem-Monolog (den ich hier ungefiltert wiedergeben werde, da wir alle da mit dranhängen, es hätte jeden von uns treffen können, nur weil ihr zufällig nicht da wart, soll euch nicht vorenthalten werden, welches Leben ganz nah neben euch durch Zeit und Raum torkelt. Ich war nur durch Zufall näher dran als ihr. Aber Klaus lebt neben euch, hört seine Stimme)...“
Was sehr rotzig, frech, Berlinerisch und mal anderes begann, nervte mich mit der Zeit wahnsinnig, ähnlich wie diese sprunghaften Wechsel zwischen Gedanken, Einschüben, Vorstellung und Realität. Ich wünschte, ich könnte zu diesem Buch und dem Plot deutlich mehr sagen, aber nach gerade einmal 68 Seiten habe ich diesen Roman genervt und teils verwirrt wieder zur Seite gelegt.
„Ich schreibe über dich, um dich loszuwerden. Dich aus meiner Biografie rauszuschreiben. Oder dich für immer an mich zu pressen. Mich endlich in dich reinzutippen. Reinzuhacken. Mir ist erst mal beides recht, wenn ich nur diese Unruhe nicht mehr verspüren muss. Es ist ein Versuch. Trial and error.“
Martinas Vater, den sie gar nicht mal so gut kennt, ist gestorben. Sie blättert durch Bilder, zurückgebliebene Fotos aus dem Leben eines Mannes, in dem kein Platz für sie war. Früh hat er die Familie verlassen und doch wünscht sie’s sich bis heute, dass sie ihn trifft, dass er sie rettet. Trotz oder gerade wegen ihrer Arbeits- und Spurlosigkeit versucht die Mitte dreißigjährige Frau in langen, Berliner Nächten wieder Trost und Halt zu finden. Eine neue Familie. Ein Glas nach dem anderen, zwischen Gesprächen, Schlager und wirren Gedanken.
„>Ich möchte mich nicht aufdrängen, aber…< - Ring frei für Klaus’ Lebens-Problem-Monolog (den ich hier ungefiltert wiedergeben werde, da wir alle da mit dranhängen, es hätte jeden von uns treffen können, nur weil ihr zufällig nicht da wart, soll euch nicht vorenthalten werden, welches Leben ganz nah neben euch durch Zeit und Raum torkelt. Ich war nur durch Zufall näher dran als ihr. Aber Klaus lebt neben euch, hört seine Stimme)...“
Was sehr rotzig, frech, Berlinerisch und mal anderes begann, nervte mich mit der Zeit wahnsinnig, ähnlich wie diese sprunghaften Wechsel zwischen Gedanken, Einschüben, Vorstellung und Realität. Ich wünschte, ich könnte zu diesem Buch und dem Plot deutlich mehr sagen, aber nach gerade einmal 68 Seiten habe ich diesen Roman genervt und teils verwirrt wieder zur Seite gelegt.
von herrfabel - 2026-06-08 02:04:00
absurd und einprägsam - 3 Sterne
Nach dem Lesen kann ich meine Gefühle zu diesem Buch noch nicht so richtig einordnen. Die Stimmung ist düster und melancholisch, es wird schnell deutlich, wie sehr Protagonistin Martina leidet. Andererseits scheint sie sich selbst auch aufgegeben zu haben, lässt sich ziellos treiben und kämpft nicht für sich. Sie ist nicht in der Lage Verantwortung für sich oder ihr Handeln zu übernehmen. Im Verlauf der Handlung wird dies immer deutlicher und diesem Zerfall durch die Perspektive der Protagonistin beizuwohnen ist für mich schwer auszuhalten gewesen.
Dabei ist M. als Erzählerin ziemlich unzuverlässig, ihre Perspektive getrübt durch Substanzkonsum, Trauer und Dissoziation, psychischen Krisen und Verzerrung der Realität. Die geschilderten Inhalte mit einer anderen Perspektive wären vermutlich noch weniger aushaltbar. Damit ist diese Erzählperspektive wirklich interessant, denn so klar ist nie, was nun M.s Wahrnehmung oder die Realität ist. Auf diese Unzuverlässigkeit und generell aber auch Absurdität der Schilderungen musste ich mich aber erst ein mal einstellen und ich bin mir noch immer nicht sicher, ob es mir schlussendlich gefallen hat. Der Erzählfluss ist aufgrund der eigenwilligen Perspektive stockend und teils unzusammenhängend - das ist im großen Gesamtbild stimmig, im direkten Lesen jedoch auch immer wieder eine Unterbrechung.
Vorrangig hatte ich während des Lesens Mitleid mit M. und ich wünschte mir, dass sie sich ein bisschen besser zusammenbekommt - andererseits war ich auch überrascht, dass sie noch so selbstständig leben kann, wie es beschrieben ist.
Insgesamt tut mir M. einfach nur leid. Sie hat keinerlei soziales Netz, das sie auffangen könnte. Sie wirkt ankerlos und damit auch in sich recht verloren.
"Es war nicht anders möglich" ist auf jeden Fall ein Buch, das sich abhebt und einige Zeit in Erinnerung bleiben wird…
Dabei ist M. als Erzählerin ziemlich unzuverlässig, ihre Perspektive getrübt durch Substanzkonsum, Trauer und Dissoziation, psychischen Krisen und Verzerrung der Realität. Die geschilderten Inhalte mit einer anderen Perspektive wären vermutlich noch weniger aushaltbar. Damit ist diese Erzählperspektive wirklich interessant, denn so klar ist nie, was nun M.s Wahrnehmung oder die Realität ist. Auf diese Unzuverlässigkeit und generell aber auch Absurdität der Schilderungen musste ich mich aber erst ein mal einstellen und ich bin mir noch immer nicht sicher, ob es mir schlussendlich gefallen hat. Der Erzählfluss ist aufgrund der eigenwilligen Perspektive stockend und teils unzusammenhängend - das ist im großen Gesamtbild stimmig, im direkten Lesen jedoch auch immer wieder eine Unterbrechung.
Vorrangig hatte ich während des Lesens Mitleid mit M. und ich wünschte mir, dass sie sich ein bisschen besser zusammenbekommt - andererseits war ich auch überrascht, dass sie noch so selbstständig leben kann, wie es beschrieben ist.
Insgesamt tut mir M. einfach nur leid. Sie hat keinerlei soziales Netz, das sie auffangen könnte. Sie wirkt ankerlos und damit auch in sich recht verloren.
"Es war nicht anders möglich" ist auf jeden Fall ein Buch, das sich abhebt und einige Zeit in Erinnerung bleiben wird…
von CanYouSeeMe - 2026-03-29 23:04:00
Abgedreht und sehr intensiv - 4 Sterne
„Es war nicht anders möglich“ ist das Debüt der Autorin und Schauspielern Svenja Liesau.
Martina ist Mitte 30, lebt in Berlin, ist arbeitslos und finanziell am Ende. Obwohl sie ihren Vater nicht gut kannte, war sein unerwarteter Tod für sie ein Schock. Ihren Tag verbringt sie gerne in Kneipen, trinkt, unterhält sich und beobachtet dort die Menschen. Zwischendurch schweifen ihre Gedanken immer wieder zu ihrem verstorbenen Vater.
Die Handlung beginnt mit zwei umfangreichen Playlists der Protagonistin. Diese sowie die Gedanken dazu haben mich direkt in die Handlung hineingezogen.
Der Schreibstil von Svenja Liesau ist zunächst klar, präzise und sehr intensiv. Sie beschreibt das Leben und die Gedanken ihrer Protagonistin. Martina driftet immer mehr ab. Irgendwann war für mich nicht mehr klar was real ist und was nur Martinas Gedanken sind. Ihre Darstellung ist der Autorin sehr gut gelungen. Ich konnte ihre Haltlosigkeit, ihren Schmerz, die Erschöpfung und die Müdigkeit förmlich spüren. Sie ist einfach mit den Nerven völlig am Ende und das spiegelt sich in ihren wirren Gedanken wider.
Das Buch ist allerdings keine leichte Kost, hier braucht man starke Nerven. Die Schilderungen sind zum Teil grausam und eklig.Das auszuhalten fiel mir nicht leicht und werde es wohl so schnell nicht vergessen.
Gleichzeitig muss ich vor der Autorin meinen Hut ziehen, dass sie Martinas wirre Gedankenwelt so gelungen eingefangen hat, auch wenn dadurch für mich einiges unklar bzw. Raum für eigene Gedanken blieb.
Martina ist Mitte 30, lebt in Berlin, ist arbeitslos und finanziell am Ende. Obwohl sie ihren Vater nicht gut kannte, war sein unerwarteter Tod für sie ein Schock. Ihren Tag verbringt sie gerne in Kneipen, trinkt, unterhält sich und beobachtet dort die Menschen. Zwischendurch schweifen ihre Gedanken immer wieder zu ihrem verstorbenen Vater.
Die Handlung beginnt mit zwei umfangreichen Playlists der Protagonistin. Diese sowie die Gedanken dazu haben mich direkt in die Handlung hineingezogen.
Der Schreibstil von Svenja Liesau ist zunächst klar, präzise und sehr intensiv. Sie beschreibt das Leben und die Gedanken ihrer Protagonistin. Martina driftet immer mehr ab. Irgendwann war für mich nicht mehr klar was real ist und was nur Martinas Gedanken sind. Ihre Darstellung ist der Autorin sehr gut gelungen. Ich konnte ihre Haltlosigkeit, ihren Schmerz, die Erschöpfung und die Müdigkeit förmlich spüren. Sie ist einfach mit den Nerven völlig am Ende und das spiegelt sich in ihren wirren Gedanken wider.
Das Buch ist allerdings keine leichte Kost, hier braucht man starke Nerven. Die Schilderungen sind zum Teil grausam und eklig.Das auszuhalten fiel mir nicht leicht und werde es wohl so schnell nicht vergessen.
Gleichzeitig muss ich vor der Autorin meinen Hut ziehen, dass sie Martinas wirre Gedankenwelt so gelungen eingefangen hat, auch wenn dadurch für mich einiges unklar bzw. Raum für eigene Gedanken blieb.
von Tara - 2026-03-28 20:27:00
Mit Weißweinschorle und Wodka bis an den Rand des Wahnsinns und darüber hinaus - 2 Sterne
Der Debütroman "Es war nicht anders möglich" von Svenja Liesau ist vor allem eines - sehr speziell.
Meiner Meinung nach ziemlich harte Kost, die sich beim unbedarften Lesen am ehesten wie ein Schlag tief in die Eingeweide anfühlt. Für mich persönlich ein immerwährender Fiebertraum, der nicht zu Ende gehen möchte. Quasi vielleicht ein LSD-Trip in Buchform. So stelle ich mir diesen zumindest persönlich vor.
Freunde, dieser Roman hätte gleich zu Beginn einige Triggerwarnungen vertragen, denn in der Story selbst wird es dann leider richtig heftig. Da hilft dann leider auch der ganz hinten versteckte Verweis auf die telefonische Seelsorge bei psychischen Belastungen oder Suchtproblemen nicht mehr weiter.
Ich bin echt selbst nicht zimperlich, aber dieses Buch ist einfach nichts für Zartbesaitete.
Dreh- und Angelpunkt der Story ist Martina, die urplötzlich mit dem Tod ihres Vaters konfrontiert wird und damit dann umgehen muss. Es wirft sie klassisch aus der Bahn. Nur die Frage hier ist, ob Martina nicht bereits zuvor diese geregelte Bahn bereits verlassen hatte.
Sei es drum, nun muss Martina mit den Tatsachen umgehen und stürzt sich "ins Leben". Eher müsste es wohl heißen, dass sie sich an Alkohol und andere Drogen klammert, um nicht sofort in den tiefschwarzen Abgrund zu fallen und von diesem komplett verschluckt zu werden. Ob genau dies die richtige Idee wie auch Lösung der diversen Probleme von Martina ist, bleibt dahingestellt.
Das Buch beschreibt recht gut die harte Realität, wenn ein Mensch jeglichen sozialen Halt verliert und sich selbst nicht aus der Situation helfen kann. Es wird in den Beschreibungen des Alltags und der darin vorkommenden Handlungen dann auch sehr explizit und genau dies muss man als Leser dann vielleicht auch mögen.
Meine Sache ist es ehrlich nicht. Aber vielleicht liegt in genau dieser schonungslosen Offenheit auch der Reiz dieses Romans für ganz bestimmte Zielgruppen.
Meiner Meinung nach ziemlich harte Kost, die sich beim unbedarften Lesen am ehesten wie ein Schlag tief in die Eingeweide anfühlt. Für mich persönlich ein immerwährender Fiebertraum, der nicht zu Ende gehen möchte. Quasi vielleicht ein LSD-Trip in Buchform. So stelle ich mir diesen zumindest persönlich vor.
Freunde, dieser Roman hätte gleich zu Beginn einige Triggerwarnungen vertragen, denn in der Story selbst wird es dann leider richtig heftig. Da hilft dann leider auch der ganz hinten versteckte Verweis auf die telefonische Seelsorge bei psychischen Belastungen oder Suchtproblemen nicht mehr weiter.
Ich bin echt selbst nicht zimperlich, aber dieses Buch ist einfach nichts für Zartbesaitete.
Dreh- und Angelpunkt der Story ist Martina, die urplötzlich mit dem Tod ihres Vaters konfrontiert wird und damit dann umgehen muss. Es wirft sie klassisch aus der Bahn. Nur die Frage hier ist, ob Martina nicht bereits zuvor diese geregelte Bahn bereits verlassen hatte.
Sei es drum, nun muss Martina mit den Tatsachen umgehen und stürzt sich "ins Leben". Eher müsste es wohl heißen, dass sie sich an Alkohol und andere Drogen klammert, um nicht sofort in den tiefschwarzen Abgrund zu fallen und von diesem komplett verschluckt zu werden. Ob genau dies die richtige Idee wie auch Lösung der diversen Probleme von Martina ist, bleibt dahingestellt.
Das Buch beschreibt recht gut die harte Realität, wenn ein Mensch jeglichen sozialen Halt verliert und sich selbst nicht aus der Situation helfen kann. Es wird in den Beschreibungen des Alltags und der darin vorkommenden Handlungen dann auch sehr explizit und genau dies muss man als Leser dann vielleicht auch mögen.
Meine Sache ist es ehrlich nicht. Aber vielleicht liegt in genau dieser schonungslosen Offenheit auch der Reiz dieses Romans für ganz bestimmte Zielgruppen.
von Frechdachs - 2026-03-23 10:58:00
Provokant - 2 Sterne
Auf Vorablesen habe ich leider einen falschen Eindruck über das Buch erhalten. Hätte ich gewusst was mich erwartet, hätte ich mich nicht auf dieses Buch beworben.
Zu Beginn fand ich den Roman noch recht humorvoll und interessant. Doch je weiter die Storyline fortschreitet, desto fragwürdiger und provokanter finde ich das Geschriebene.
Ich bin mir nicht sicher was Svenja Liesau mit "Es war nicht anders möglich" erreichen will. Vielleicht spiegelt der Titel auch nur den zusammengewürfelten Inhalt des Buches wieder.
Teilweise frage ich mich beim lesen, in welchem Wahn dieser Roman geschrieben wurde. Ob hier eine arbeitslose, offensichtlich verwahrloste Alkoholikerin angepriesen wird, oder ob das Geschriebene gezielt provozieren soll. Oder vielleicht bekommt man hier einfach einen Einblick in ein aussichtsloses Leben das von Bar zu Bar lebt und von Drink zu Drink.
Zu Beginn fand ich den Roman noch recht humorvoll und interessant. Doch je weiter die Storyline fortschreitet, desto fragwürdiger und provokanter finde ich das Geschriebene.
Ich bin mir nicht sicher was Svenja Liesau mit "Es war nicht anders möglich" erreichen will. Vielleicht spiegelt der Titel auch nur den zusammengewürfelten Inhalt des Buches wieder.
Teilweise frage ich mich beim lesen, in welchem Wahn dieser Roman geschrieben wurde. Ob hier eine arbeitslose, offensichtlich verwahrloste Alkoholikerin angepriesen wird, oder ob das Geschriebene gezielt provozieren soll. Oder vielleicht bekommt man hier einfach einen Einblick in ein aussichtsloses Leben das von Bar zu Bar lebt und von Drink zu Drink.
von Lydia_Te - 2026-03-15 17:10:00
Na Ja - 4 Sterne
Es war nicht anders möglich, ist der Debütroman der Schachaluspielerin Svenja Liesau.
Das Cover ist schon düster und zeigt auch die Düsterheit der Geschichte. Der Titel gefällt mir auch nicht so, es geht immer anders, warum auch nicht. Der Klappentext hatte mich angesprochen. Die Leseprobe gab mir schon zu denken, aber ich dachte, es kann ja noch werden.
So richtig warm kann ich mit der Protagonistin Martina nicht werden.
Gut ihre Kindheit war nicht gerade ideal, aber inzwischen ist sie Mitte Dreißig, da müsste sie ihr Leben ja in den Griff bekommen haben. Aber wenn sie immer Unmengen Wodka in sich hineinschüttet klappt nichts.
Langsamfänge sie ja wirklich an zu spinnen, kein Wunder, das sie da in der Klapse landet.
Das Leben in der Anstalt hat die Autorin ganz witzig, aber auch tieftraurig passieren lassen.
Es wurde dann noch ein ganz passabler Roman.
von begine - 2026-03-12 12:02:00


