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Rezensionen

In einem Zug
Ungekürzte Lesung mit Christian Berkel (1 mp3-CD)

Autor: Daniel Glattauer

Erschienen 2025 bei Der Audio Verlag
ISBN 978-3-7424-3444-9
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Die Geschichte gefällt mir, das Hörbuch leider nicht - 3 Sterne

Ich habe das Gefühl, dass Autor Daniel Glattauer polarisiert. Also nicht er als Person, aber seine Bücher. Entweder man liebt sie oder man kann so gar nichts mit ihnen anfangen. Ich gehöre eigentlich zu der ersten Gruppe, außer bei "Darum". Dies ist eines der wenigen Bücher, das ich nicht fertiglesen konnte.
Wie auch bei vielen anderen seiner Bücher ist die Seitenanzahl eher überschaubar. In der Kürze liegt die Würze könnte man sagen. Auch bereits von ihm bekannt, es passiert eigentlich nicht viel in dem Buch. Wobei die Betonung hier definitiv auf dem Wort "eigentlich" liegt. Es gibt im Prinzip nur einen Handlungsort, okay stimmt nicht ganz, es sind zwei. Großteils spielt das Buch aber, wie es der Titel bereits verrät, im Zug.
Ein in die Jahre gekommener Autor und eine Frau frühen mittleren Alters sitzen zufälligerweise zusammen in einem Zugabteil auf dem Weg von Wien nach München. Also zumindest der Autor, Eduard Brünhofer, fährt nach München, wohin es die Dame führt, ist zu Beginn noch unklar. Die beiden kommen ins Gespräch, ganz zwanglos zuerst, wie es einem nun mal auf Zugreisen passieren kann, wenn man längere Zeit in einem Abteil zusammensitzt. Doch so wie der Zug langsam eine Station nach der anderen durchfährt, durchläuft auch das Gespräch mehrere Phasen und ist schon bald nicht mehr einfach nur belangloser, ungezwungener Smalltalk.
Die Gespräche von Eduard Brünhofer und Catrin Meyr drehen sich bis zu einem gewissen Grad im Kreis und lassen manchmal ein klein wenig Tiefe vermissen. Die Ausführungen zum Thema Alkohol, noch dazu in Kombination damit, dass Eduard und Catrin, das eine oder andere Glas während ihrer Reise trinken, mag dem einen oder der anderen sauer aufstoßen. Auch sind die beiden Charaktere für mich nicht unbedingt Sympathieträger. Catrins ständiges Herumreiten auf gewissen Punkten und Eduards immer wieder kehrendes analysieren ihres Lächelns kann einen anöden. Für mich macht aber die Summe dieser Punkte, so komisch es vielleicht auch klingen mag, seinen Reiz aus. Alles wirkt ein wenig echter, authentischer und realer.
Beide Protagonisten sind meilenweit davon entfernt perfekt zu sein. Sie sind einfach nur zwei Menschen, die sich zufällig zur gleichen Zeit, im gleichen Zug befinden.
Meiner Meinung nach hat Daniel Glattauer hier wieder ein sehr gutes Buch abgeliefert. Den unvermeidlichen Vergleich mit "Gut gegen Nordwind" schenke ich mir jetzt an dieser Stelle. Denn Daniel Glattauer ist mehr als nur "Gut gegen Nordwind", sowie Eduard mehr als nur ein Liebesroman Autor ist und Catrin mehr als nur eine Therapeutin.

Zu Anfang erwähnte ich, dass ich ein Buch des Autors nicht fertiglesen konnte. Auch dieses Hörbuch konnte ich nicht bis zum Ende hören. Da mir die Geschichte aber sehr gut gefallen hat und ich es unbedingt beenden wollte, habe ich das Medium gewechselt. Soll heißen, ich habe das Hörbuch abgebrochen und das e book gelesen.
Der Grund des Abbruchs ist leider der Sprecher des Hörbuchs, Christian Berkel. Wobei ich das vielleicht ein wenig genauer erklären sollte. Die Sprachmelodie und das Sprechtempo von Christian Berkel fand ich durchwegs perfekt. Auch seine Stimme hat mir sehr gut gefallen und ich fand ihn eigentlich eine sehr gute Wahl. Mein Problem entstand durch die falsche Aussprache der Wörter "Villach" und "Ribisel". Beim ersten Mal, als dies passierte, fand ich es zwar ein wenig unangenehm, konnte aber noch darüber hinwegsehen. Fehler passieren eben. Leider gibt es im Buch dann eine Passage, in der der Ort Villach unzählige Male genannt wird. Und das war dann einfach zu viel für mich als Österreicherin. Da es sich sowohl bei dem Autor als auch bei der Hauptperson Eduard Brünhofer um Österreicher handelt, hätte der Verlag hier wirklich darauf achten müssen, dass diese Dinge eben auch so ausgesprochen werden, wie man es in Österreich eben macht.
von ReiShimura - 2025-03-17 09:04:00

Mein erster und nicht letzter Glattauer - 4 Sterne

Passend zu einer Zugreise von Wien nach Köln habe ich dieses Buch als Hörbuch auf dem Weg angehört. Auf meiner Reise ist es mir auch auf diversen Bahnhöfen und Buchhandlungen begegnet und war somit mein ständiger Begleiter.

Das Buch konnte passender nicht sein. Es werden im Laufe der Zeit bestimmte Charaktere und Gegebenheiten geschildert, die mir während des Hörens auch passiert und auch aufgefallen sind. Der Roman ist somit sehr authentisch gelungen.
Sehr witzig und unterhaltsam war der Schlagabtausch zwischen den beiden ProtagonistInnen. Genau so könnte ich mir ein Gespräch mit einem Schriftsteller vorstellen.

Es war mein erstes Buch von Herrn Glattauer und es sind direkt 3 Bücher im Anschluss gefolgt. Ich kann das Buch uneingeschränkt weiterempfehlen und sollte eine Reise anstehen würde ich es auf dieser lesen/hören.
von Sandra Schwarz - 2025-02-23 21:22:00

Eine unterhaltsame Zugfahrt mit tollen Gesprächen. - 4 Sterne

"Ich schreibe, was ich schreiben will. Und das deckt sich zum Glück mit dem, was andere gerne lesen." Kurze Verschnaufpause. (...) "Ja, genau, ich habe das verdammte Glück, dass es genug Menschen gibt, die gerne lesen, was ich gerne schreibe. Und ich glaube, exakt das macht meinen Erfolg aus. Weil sie mich nämlich gefragt haben, wie man ein erfolgreicher Schriftsteller wird."
Daniel Glattauer ist ein sehr erfolgreicher Schriftsteller. Er ist Gut gegen Nordwind, schrieb wunderbare Liebesromane mit Heulgarantie. In den letzten Jahren ist es still um ihn geworden...
Genauso wie um den Protagonisten seines aktuellen Buches. Eduard Brünhofer, ebenfalls Autor von Liebesromanen, ist gerade auf dem Weg nach München, dort soll er bei seinem Verlag seinen aktuellen Roman vorstellen. Abgabetermin - eigentlich schon längst überschritten.
Ihm gegenüber Catrin Meyr, die zwar keines seiner Bücher kennt, aber doch viele Fragen hat. Fragen, auf die Norbert eigentlich gar nicht antworten will. Aber Catrin bleibt hartnäckig und so entspinnt sich ein unterhaltsames, lustiges aber auch tiefgründiges Gespräch. Über die Liebe, Langzeitbeziehungen, das Leben. Und auch darüber, warum Norbert keine Liebesromane schreiben will. Autobiografisch? Wer weiß!
Generell genieße ich persönlich Zugfahrten immer. Zeit zu lesen, den Blick schweifen zu lassen, zufällige Gespräche. Und diese Zugfahrt habe ich besonders genossen! Catrin, die Norbert immer wieder in die Enge treibt, ihn nötigt, auch intimste Fragen zu beantworten. Seine Gedanken und die daraus resultierenden Erwiderungen sind spannend und verraten viel.
Das Überraschungsmoment am Ende des Romans hat mich eiskalt erwischt und laut auflachen lassen.
Ja, "In einem Zug" ist ganz anders als die Romane, die man bisher von Norbert Glattauer kennt. Nichtsdestotrotz unterhält seine Art zu schreiben und ich habe es beinahe in einem Zug durchgehört.
Fazit: Eine unterhaltsame Zugfahrt mit tollen Gesprächen.
von jam - 2025-02-10 12:59:00