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Rezensionen

Evermind. Sie kennt dich

Autor: Melissa C. Hill

Erschienen 2025 bei Verlag Friedrich Oetinger GmbH
ISBN 978-3-7512-0526-9
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Testleser DAVID, Tyrolia-Filiale Innsbruck (15 Jahre, Imst) - 5 Sterne

Testleser DAVID, Tyrolia-Filiale Innsbruck (15 Jahre, Imst)

Autor: Melissa C. Hill
Titel: Evermind
Seiten: 441
Buchart: Dystopie
Hauptfiguren: Livia, Cassian und MAM (künstliche Intelligenz)

Worum geht es:

Livia lebt in einer unterirdischen City, in der MAM, eine künstliche Intelligenz alles organisiert und bestimmt. Für die meisten Menschen bedeutet das Sicherheit und Ordnung, doch Livia beginnt zu zweifeln, als MAM ihr einen Beruf zuteilt, den sie gar nicht wollte. Wenig später erkennt ihre frühere beste Freundin Anouk sie plötzlich nicht mehr, als hätten sie sich noch nie gesehen. Gleichzeitig taucht ein Junge namens Cassian immer wieder in Livias nähe auf. Durch ihn erfährt sie, dass MAM jede Form von Zweifel als Bedrohung sieht. Gemeinsam mit anderen beginnen sie immer mehr zu hinterfragen, doch je mehr sie herausfindet, desto gefährlicher wird die Suche nach der Wahrheit. Denn man riskiert nicht nur seine Freiheit, sondern möglicherweise auch sein Leben.

Bewertung:

Anfangs fand ich das Buch langweilig und wollte es weglegen, doch nach und nach wurde es immer spannender und ich konnte es nicht mehr aufhören zu lesen, da ich wissen wollte was die Wahrheit hinter MAM ist. Wer das Buch liest, sollte sich nicht vom Anfang abschrecken lassen. Es lohnt sich weiterzulesen da es ein sehr fesselndes Buch ist.
von Tyrolia-Testleser - 2026-04-28 13:28:00

Evermind. Sie kennt dich - 5 Sterne

Testleserin KIRA, Tyrolia-Filiale Innsbruck (14 Jahre, Baumkirchen)

Livias Leben ist perfekt. So wie das jedes anderen. Vor 200 Jahren ist die Menschheit in den Untergrund geflüchtet, angeführt von MAM, einer künstlichen Intelligenz. Seitdem kann man die echte Welt nur noch durch Simulationen erleben. Sie hat für Livia das perfekte Leben geplant. Sie erinnert sie, wann und wie viel sie trinken muss, und hat auch einen Job für sie ausgesucht. Bei der Initiation wird ihr mit vielen anderen ein Job von MAM zugeteilt. Dort wird Livia auch ihre Freundin Anouk zum ersten Mal in echt sehen, die sie bisher nur in virtuellen Klassenzimmern gesehen hat. Sie hofft, einen Job in der Abteilung zu bekommen, die Sims erschafft, denn sie liebte es schon immer, sich Geschichten auszudenken. Bei der Initiation wird sie dem Krankenhaus zugeteilt, doch sie trifft ihrer Freundin Anouk, die sie auf einmal nicht mehr wieder erkennen zu scheint. Sie ist mit ihrem Job unzufrieden, vertraut aber darauf, dass MAM die richtige Entscheidung getroffen hat. Sie versucht sich einzuarbeiten und versteht sich auch gut mit ihrer Zimmermitbewohnerin. Als ihre alte Erzieherin, sogenannte Care-Giverin, ins Krankenhaus kommt, verlegt wird und dann nicht mehr für Livia zugänglich ist, versucht sie sie über MAM zu finden, wird aber immer wieder freundlich abgewiesen. Niemand will ihr sagen, wo sie ist. Sie öffnet eine Notiz und beginnt zu schrieben. Das Ende einer der Geschichten die sie ihr früher immer erzählt hat. MAM warnt sie, dass ihre Notiz voll ist und dass Menschen keine Erzählenden Texte schreiben dürfen. Livia ignoriert sie und macht weiter. Da fällt ihr etwas ein. Sie tippt D A X in das Feld. Sofort wird der Bildschirm schwarz und seltsame Zeichen erscheinen. Es klopft und eine Frau sagt Livia, dass sie nun ein Level heruntergestuft ist. Sie muss ihr Zimmer verlassen und teilt sich nun ein neues Zimmer mit drei anderen, die wie sie nun ach niedrigere Aufgaben erledigen müssen. Sie versucht mehr darüber herauszufinden, warum sie Anouk nicht wieder erkennt. Als sie MAM konfrontiert, gibt diese zu, dass sie Anouk nur nach dem Vorbild eines anderen Mädchens erschaffen hat, um Livia in einer schwierigen Zeit zu unterstützen. Cassian, ein Freund von dem Mädchen dem Anouk so ähnelt, Kiara, hatte zu ihr gesagt, wenn sie mehr wissen wolle, wäre Dax ein Passwort. Als sie wieder mit ihm Kontakt hat, in einer von ihm vorgeschlagenen Sim, erklärt er ihr, dass man das Passwort sagen muss und MAM sie nicht mehr hören kann. Sie treffen sich immer wieder und er bringt ihr bei mit den Händen zu schrieben. Er ist Teil einer Rebellion, die versucht die Leute aufzurütteln und er ist interessinert an ihrem Schreibtalent. Damit es nicht verdächtig wird, dass sie sich so oft treffen, spielen sie ein Liebespaar. Livia macht einen Ausflug nach oben, wo zu ihrer Überraschung auch echte Leute leben. Sie erzählen ihr von Käfigen in der Nähe, wo von MAM alle hingebracht werden, die nutzlos für sie sind. Wahrscheinlich wurde auch ihre alte Caregiverin dorthin gebracht, weil sie nach ihrer Krankheit nicht mehr nützlich war. Bald soll ein Regen kommen und alle dort werden ertrinken. Irgendwie hat MAM etwas von der Rebellion mitbekommen und versucht Livia zu überzeugen, dass Cassian auch nur von ihr erschaffen wurde. Livia wird verunsichert, wie oft haben sie sich wirklich in der echten Welt getroffen?

Evermind ist ein sehr mitreißendes Buch. Ich könnte mir schon vorstellen, dass unser Leben in ein paar Jahrzehnten so ähnlich aussehen könnte. Von einer KI gesteuert, im Untergrund mit Sparmaßnahmen von Nahrung und Verboten von Kunst, da sie Aufstände anzetteln kann. Dieses Buch ruft einem wieder in Erinnerung, wie wichtig alle Formen von Kunst und Ausdruck sind.



Testleserin LENA, Tyrolia-Filiale Innsbruck (14 Jahre, Kufstein)

Eine KI, die so weit entwickelt ist, dass sie das perfekte Leben der Menschen berechnen kann? Kaum vorstellbar, aber wahr: Livia lebt mit hunderten von Menschen unter dem echten New York und lebt mit dieser KI zusammen: MAM. Diese hat auch Livias Beruf ausgewählt, doch Livia ist der Meinung, dass MAM kein Recht dazu hat, den Leuten diese oder eine andere Entscheidung zu nehmen. Daher verbündet sie sich mit Cassian und sie finden Dinge heraus, die niemand finden sollte. Die beiden lernen auch das obere, etwas andere New York als heute kennen und begeben sich damit in große Gefahr, denn MAM hört und sieht so gut wie alles...

Das Buch würde ich für Leute empfehlen, die wissen wollen, wie ein Leben in der Zukunft aussehen könnte, da es gut möglich ist, dass dies uns irgendwann betreffen wird.
von Tyrolia Testleser:in aus der Tyrolia-Filiale in Innsbruck - 2026-04-11 12:29:28

Schöne neue Welt - 5 Sterne

200 Jahre in der Zukunft leben die Menschen in unterirdischen Städten, die von einer Künstlichen Intelligenz namens MAM gesteuert werden. Tagesablauf, Essen, Beruf, Rolle in der Gesellschaft, alles wird durch ihre Berechnungen entschieden.
Die junge Livia bekommt zu Beginn ihren Job zugewiesen, stellt sich jedoch mehr und mehr die Frage, ob MAM wirklich so unfehlbar ist und was sie alles verbirgt...
Auch wenn diese dystopische Handlung recht weit in der Zukunft spielt, ist das Thema vermutlich so aktuell wie nie, bereits angefangen bei der Frage, für welche Berufe man noch Menschen braucht und was auch einfach von einer KI übernommen werden könnte.
Die Überlegungen wie eine solche KI-gesteuerte Zukunft aussehen könnte erscheinen fast durchgängig nachvollziehbar, lediglich an vereinzelten Stellen war die Darstellung und MAMs Aktionen nicht komplett schlüssig aus meiner Sicht.
Generell fand ichs sehr interessant und auch spannend, diese dystopische Welt zusammen mit Livia zu erkunden. Viele Details und gut überlegte Systeme machen alles realistisch und gut vorstellbar.
Teilweise hätte ich mir noch mehr Infos oder Kontext gewünscht, z.b. noch andere Teile der Stadt kennenzulernen, jedoch war dies vermutlich der begrenzten Seitenzahl und der Ich-Perspektive geschuldet.
Auch das Ende erscheint aus selbigen Gründen etwas übereilt mit kleineren Logikfehlern, weshalb ich einen halben Stern abziehe, jedoch ist der Großteil besonders als Jugendbuch echt gut gelungen.

Positiv erwähnen würde ich hier zunächst den Schreibstil: Trotz des leicht technischen Hintergrundes bleibt alles super verständlich, auch lässt sich die Geschichte sehr flüssig lesen. Immer wieder werden auch kleine Liebeserklärungen an das Schreiben und die Macht des Wortes eingebaut, diese habe ich besonders gerne gelesen.
Der Kontrast zwischen technischem Kalkül und unperfekter Menschlichkeit wurde schön eingefangen, besonders auch im Hinblick auf die Entwicklungen der Charaktere.
Livia und Cassian sind ein sehr süßes Duo, ihre Liebesgeschichte war toll zu verfolgen und konnte einige gefühlvolle Momente aufweisen.
Aber auch die Nebencharaktere sind mir teilweise ans Herz gewachsen, mit all ihren Fehlern, die die KI nicht zu schätzen weiß.
Klare Empfehlung für alle, die mal wieder eine interessante Dystopie mit aktuellem Bezug lesen wollen!
von Ryria - 2025-11-26 23:55:00

Jugenddystopie: die Menschheit wird von MAM kontrolliert - 5 Sterne

4,5 Sterne

Die Geschichte spielt mehr als 200 Jahre in der Zukunft, die Menschheit hatte 2044 eine KI namens Multipurpose Artificial Mind, die sich selbst MAM nennt, gestartet, die sich um das Wohlergehen der Menschen kümmern soll - und das tat und tut sie auch: die Menschen leben mittlerweile unter der Erde in Cities, wo alles von MAM gesteuert wird, da die Erdoberfläche nicht mehr bewohnbar ist. Doch ist MAM wirklich so unfehlbar?

Die gerade 16 Jahre alt gewordene Livia erzählt uns die Geschichte aus ihrer Sicht in ich-Form, sodass man noch tiefer in ihre Gedanken- und Gefühlswelt eintauchen kann. Man fiebert richtig mit ihr mit.
Die Welt der Zukunft ist so realistisch gezeichnet, man kann sich vorstellen, dass es eines Tages vielleicht tatsächlich mal so sein wird, wenn es auch leider sehr traurig bzw. gefühlskalt ist. Zwischen den Menschen gibt es keine Nähe, kaum Emotionen, MAM kontrolliert, steuert, regelt und bestimmt alles; und die Menschen nehmen es so hin, denn MAM hat immer Recht.
Die City ist so lebendig und fesselnd aufgebaut: es gibt 3 Stockwerke (Levels), in denen die Menschen nach ihren körperlichen Fähigkeiten eingeteilt sind. Die meisten sind Level-2 Do-its (so heißen die arbeitenden Menschen ab 16 Jahren), es gibt auch viele Level-1 Do-its (aufgrund körperlicher oder psychischer Einschränkungen), die auch arbeitstechnisch nur niedere und körperlich anstrengende Arbeiten übernehmen dürfen. Und ganze wenige Level-3 Do-its.
Die Arbeitsstellen sind in Departments aufgeteilt, und MAM teilt alle zu. Ohne Chance zu wechseln, denn MAM berechnet alles richtig. Livia wird Department N (Nurse) zugeteilt, doch sie ist alles andere als glücklich darüber, auch wenn sie sich mit der Zeit gut einarbeitet und als Krankenschwester viel Talent hat. Sie hat jedoch ethische Bedenken bezüglicher Gewisser Entscheidungen von MAM. Und das will sie und einige andere Do-its ändern.
Sämtliche Charaktere sind so authentisch und lebendig ausgearbeitet, neben Livia mochte ich besonders ihre Mitbewohnerin Sierra aus Level-2 (auch wenn sie anfangs etwas chaotisch rüberkam); und aus Level-1 ganz besonders Tjark. Jeder hat seine Eigenheiten, und trotz der Kontrolle von MAM sind es immer noch eigenständige Menschen, die nicht alles so hinnehmen, sondern auch hinterfragen.

Das halb-offene Ende nach einem aufwühlenden und actionreichen Showdown, wo doch etliche Fragen offen geblieben sind, gefiel mir trotzdem gut - so kann man sich selbst die weitere Zukunft überlegen kann.
Einige Dinge waren jedoch nicht so ganz logisch bzw. nachvollziehbar (zB Stromausfall, MAMs "menschliches" Verhalten am Schluss und noch einige andere Dinge)

Insgesamt ist das Buch mit der aktuellen KI-Entwicklung topaktuell und es regt soo sehr zum Nachdenken an!
Muss man KI für gewisse Dinge nutzen? Wohin wird sich alles entwickeln? Und was ist wichtiger: rational berechnete Entscheidungen oder menschliches Miteinander mit Emotionen? - Ich hoffe und wünsche keine Entwicklung in die Richtung, wie es bei "Evermind" der Fall ist ;)


Fazit:
Eine spannende Dystopie - und aktuell mehr denn je - für Jugendliche und auch Erwachsene, die zum Nachdenken anregt: wohin wird die Entwicklung der KI gehen?
von Petra Sch. - 2025-11-23 23:07:00