Rezensionen
Wir in zehn Jahren
Roman | »Gleichzeitig eine intelligente literarische Liebesgeschichte und ein fesselndes Familiendrama« Meg Wolitzer
Autor: Jessica Stanley
Erschienen 2026 bei DuMont Buchverlag;Hutchinson Heinemann, 2025
ISBN 978-3-7558-0041-5
Patchwork that works?! - 5 Sterne
Coralie verschlägt es nach einer zum Wahnsinn tendierenden Affäre mit ihrem Vorgesetzten von ihrem Heimatland Australien nach London. Erst ist sie überfordert mit der lauten Stadt, bald aber schon lernt sie Adam kennen, bei dem sie Liebe und Heimat findet. Wir begleiten Coralie in den ersten zehn Jahren ihrer Beziehung, die von Höhen und Tiefen geprägt ist und vor allem: vom Alltag und der unglaublichen Geschichte Großbritanniens.
"Wir in zehn Jahren" ist sicher kein einfach zu lesender Beziehungsroman, aber dafür ein äußerst lohnender. Wir begleiten die Protagonistin und ihre Familie während der Jahre 2013 bis 2023 - Jahre, die in der britischen Geschichte so viele unglaubliche Wendungen nehmen, dass sie in einem erfundenen Buch wohl als unglaubwürdig abgestempelt werden würden: der Brexit-Volksentscheid, Boris Johnson, der Brexit selbst und natürlich auch die Covid-Jahre. In dieses Setting ist die Geschichte von Coralie und Adam gekonnt eingebettet, denn letzterer ist Journalist und Sachbuchautor und er portraitiert die wichtigsten politischen Persönlichkeiten des Landes. Sein Beruf, oder vielmehr seine Berufung und sein damit zusammenhängender Enthusiasmus für immer neue Buch- und Radioprojekte führen dazu, dass Coralie immer hinten anstehen muss und gelinde gesagt: das geht ihr gehörig gegen den Strich. Schließlich sehnt sie sich nach eigenen Kindern, auch wenn sie mit Adams Tochter Zora ein gutes Auskommen hat. Als die eigenen Sprösslinge dann da sind, erlebt sie, was wohl die meisten Mütter erleben müssen: den Großteil der Care-Arbeit darf sie erledigen. Anders als in anderen Büchern erfolgt aber nicht der rebellische Aufschrei, sondern Coralie versucht sehr authentisch, diesen Zwiespalt zwischen Mutterliebe und den eigenen Bedürfnissen zu kitten, was ihr aber nur teilweise gelingt. Hinzu kommt, dass sie selbst noch unter den harschen Erlebnisse ihrer Kindheit leidet, denn ihr Vater, zu dem sie nur selten Kontakt hat, war und ist ein erzkonservativer Tyrann. Vordergründig traf der gewalttätige Erziehungsstil hauptsächlich ihren schwulen Bruder Dan, aber wie sich im Laufe des Buches herausstellt, hat Cor selbst viele seelische Wunden erlitten.
Zugegeben: das Buch ist schon sehr kopflastig. Es wird viel reflektiert, viel ausverhandelt, viel politisiert. Das erfordert Konzentration, "Wir in zehn Jahren" ist kein Buch, das man so nebenbei lesen kann. Erst dachte ich mir, es zieht sich wie Kaugummi, aber in Wahrheit gibt es einen tiefen Einblick in die komplexe Welt der familiären Beziehungen, es ist äußerst realitätsnah, so sehr, dass es auch eine Autobiographie sein könnte. Man erlebt förmlich mit, wie Coralie sich selbst zurücksteckt, wie sie als Person ein Stück weit vergeht, so weit, dass sie schlussendlich zusammenbricht. Das heißt aber nicht, dass es ein düsterer Roman ist, nein, besonders die Liebe zu ihren Kindern, auch zu ihrer Stieftochter Zora, ist stets spürbar und das ganz ohne Kitsch, sondern mit viel Realismus. Und sie kämpft auch für ihren Freiraum, mit der Kraft, die sie ihr selbst zugestehen lässt. Die Figur Coralie ist so überzeugend und authentisch, dass man ihre Geschichte fast fühlend miterlebt. Die familiären Konstellationen sind komplex, so haben Adams Ex und ihr im wahrsten Sinne des Wortes konservativer (da Tory) Mann Tom genauso ihren regelmäßigen Auftritt wie Adams Mutter samt Ehefrau, Coralies Bruder Dan und sein Lebensgefährte samt Hund, als auch ihr autoritärer Vater Roger mit Frau (und Hund). Selbstredend sind die Kinder aus den verschiedenen Beziehungen ein Kern der Geschichte. Patchwork ist also ein zentrales Motiv des Romans, der einen wunderbaren, tiefgehenden Blick in dieses so zeitgemäße Familienkonstrukt bietet.
Mein Fazit: "Wir in zehn Jahren" ist ein äußerst authentischer Beziehungsroman, der ganz ohne Kitsch, dafür mit viel Realität auskommt. Es ist ein Buch, das Konzentration erfordert, das nicht leicht ist, aber auch nicht schwer - es ist wie ein Abbild eines Lebens, dass jede von uns auch selbst erlebt haben könnte. Die gesellschaftspolitischen Ereignisse Großbritanniens der Jahre 2013 bis 2023 werden gekonnt in die Story eingeflochten und lassen uns diese unheilvolle Zeit hautnah miterleben. Eine große Leseempfehlung für alle, die sich auf eine realistische Beziehungsentwicklung einlassen wollen.
"Wir in zehn Jahren" ist sicher kein einfach zu lesender Beziehungsroman, aber dafür ein äußerst lohnender. Wir begleiten die Protagonistin und ihre Familie während der Jahre 2013 bis 2023 - Jahre, die in der britischen Geschichte so viele unglaubliche Wendungen nehmen, dass sie in einem erfundenen Buch wohl als unglaubwürdig abgestempelt werden würden: der Brexit-Volksentscheid, Boris Johnson, der Brexit selbst und natürlich auch die Covid-Jahre. In dieses Setting ist die Geschichte von Coralie und Adam gekonnt eingebettet, denn letzterer ist Journalist und Sachbuchautor und er portraitiert die wichtigsten politischen Persönlichkeiten des Landes. Sein Beruf, oder vielmehr seine Berufung und sein damit zusammenhängender Enthusiasmus für immer neue Buch- und Radioprojekte führen dazu, dass Coralie immer hinten anstehen muss und gelinde gesagt: das geht ihr gehörig gegen den Strich. Schließlich sehnt sie sich nach eigenen Kindern, auch wenn sie mit Adams Tochter Zora ein gutes Auskommen hat. Als die eigenen Sprösslinge dann da sind, erlebt sie, was wohl die meisten Mütter erleben müssen: den Großteil der Care-Arbeit darf sie erledigen. Anders als in anderen Büchern erfolgt aber nicht der rebellische Aufschrei, sondern Coralie versucht sehr authentisch, diesen Zwiespalt zwischen Mutterliebe und den eigenen Bedürfnissen zu kitten, was ihr aber nur teilweise gelingt. Hinzu kommt, dass sie selbst noch unter den harschen Erlebnisse ihrer Kindheit leidet, denn ihr Vater, zu dem sie nur selten Kontakt hat, war und ist ein erzkonservativer Tyrann. Vordergründig traf der gewalttätige Erziehungsstil hauptsächlich ihren schwulen Bruder Dan, aber wie sich im Laufe des Buches herausstellt, hat Cor selbst viele seelische Wunden erlitten.
Zugegeben: das Buch ist schon sehr kopflastig. Es wird viel reflektiert, viel ausverhandelt, viel politisiert. Das erfordert Konzentration, "Wir in zehn Jahren" ist kein Buch, das man so nebenbei lesen kann. Erst dachte ich mir, es zieht sich wie Kaugummi, aber in Wahrheit gibt es einen tiefen Einblick in die komplexe Welt der familiären Beziehungen, es ist äußerst realitätsnah, so sehr, dass es auch eine Autobiographie sein könnte. Man erlebt förmlich mit, wie Coralie sich selbst zurücksteckt, wie sie als Person ein Stück weit vergeht, so weit, dass sie schlussendlich zusammenbricht. Das heißt aber nicht, dass es ein düsterer Roman ist, nein, besonders die Liebe zu ihren Kindern, auch zu ihrer Stieftochter Zora, ist stets spürbar und das ganz ohne Kitsch, sondern mit viel Realismus. Und sie kämpft auch für ihren Freiraum, mit der Kraft, die sie ihr selbst zugestehen lässt. Die Figur Coralie ist so überzeugend und authentisch, dass man ihre Geschichte fast fühlend miterlebt. Die familiären Konstellationen sind komplex, so haben Adams Ex und ihr im wahrsten Sinne des Wortes konservativer (da Tory) Mann Tom genauso ihren regelmäßigen Auftritt wie Adams Mutter samt Ehefrau, Coralies Bruder Dan und sein Lebensgefährte samt Hund, als auch ihr autoritärer Vater Roger mit Frau (und Hund). Selbstredend sind die Kinder aus den verschiedenen Beziehungen ein Kern der Geschichte. Patchwork ist also ein zentrales Motiv des Romans, der einen wunderbaren, tiefgehenden Blick in dieses so zeitgemäße Familienkonstrukt bietet.
Mein Fazit: "Wir in zehn Jahren" ist ein äußerst authentischer Beziehungsroman, der ganz ohne Kitsch, dafür mit viel Realität auskommt. Es ist ein Buch, das Konzentration erfordert, das nicht leicht ist, aber auch nicht schwer - es ist wie ein Abbild eines Lebens, dass jede von uns auch selbst erlebt haben könnte. Die gesellschaftspolitischen Ereignisse Großbritanniens der Jahre 2013 bis 2023 werden gekonnt in die Story eingeflochten und lassen uns diese unheilvolle Zeit hautnah miterleben. Eine große Leseempfehlung für alle, die sich auf eine realistische Beziehungsentwicklung einlassen wollen.
von Kwinsu - 2026-06-18 23:48:00
Anspruchsvoller britischer Beziehungsroman - 4 Sterne
"Wir in zehn Jahren" (im englischsprachigen Original "Consider yourself kissed") ist der zweite Roman der australischstämmigen und in London lebenden Autorin Jessica Stanley und der erste von ihr, der meines Wissens auch in deutscher Sprache herausgebracht wurde.
In diesem Roman begleiten wir Coralie und Adam durch die ersten zehn Jahre ihrer Beziehung. 2013 ist Coralie frisch aus Australien nach London gezogen und lernt Adam und seine vierjährige Tochter Zora kennen, die nach seiner Trennung von seiner Ex-Frau Marina im Wechselmodell bei ihm lebt. Rasch verlieben sich die beiden ineinander und Coralie schließt auch die kleine süße Zora in ihr Herz, auch wenn sie sich zusätzlich auch eigene Kinder wünscht. Als junge Frau, die Coralie mit Ende 20 noch ist, hat sie große Pläne für ihr Leben: sie träumt davon, Bücher zu schreiben und außerdem eine glückliche Familie zu haben. Adam ist ein sehr ehrgeiziger Politikjournalist und -autor, der vor jedem Wahlkampf in Arbeit regelrecht versinkt und sich für die Labour-Partei einsetzt.
Wir erleben eine sehr realitätsnahe Darstellung der Schwierigkeiten junger Eltern, ihre Partnerschaft und Lebensträume auch in der Phase der Familiengründung und mit kleinen Kindern aufrecht zu erhalten, noch einmal erschwert durch all die organisatorischen und zwischenmenschlichen Herausforderungen, die Patchworkkonstrukte mit sich bringen. Da gibt es Ex-Frau Marina und ihren neuen Partner "Tory Tom" (ein konservativer Parlamentarier), bei denen Zora jede zweite Woche verbringt, und die bald noch einen weiteren gemeinsamen Sohn haben werden. Nach langer sehnsüchtiger Kinderwunschzeit wird schließlich auch Coralie Mutter von zwei weiteren kleinen Kindern, während Zora sich der Teenagerzeit nähert und sich gelegentlich ungeliebt fühlt und stark rebelliert. Daneben rückt Coralies Traum vom eigenen Buch immer mehr in die Ferne, während sie sich zwischen Erwerbsarbeit und Kinderbetreuung aufreibt und das Gefühl hat, von Adam viel zu wenig unterstützt zu werden. Diverse emotionale Päckchen aus ihrer Vergangenheit schleppt Coralie auch noch mit sich herum...
Neben all diesen Familien- und Vereinbarkeitsthemen geht es im Buch außerdem auch viel um die politischen Veränderungen in Großbritannien zwischen 2013 und 2023. Wir erleben die Zeit vor dem Brexit und die damit verbundene Stimmung und die Hoffnungen und Ängste der Menschen mit, genauso wie die zähe Phase, in der es fast zu einem No-Deal-Austritt gekommen wäre und danach auch noch die Zeit der Corona-Pandemie. Dadurch ist die Familiengeschichte nicht nur sehr detailliert in das Zeitgeschehen eingebettet, sondern man kann auch noch eine Menge über die britische Sicht auf diese Geschehnisse lernen.
Für mich waren diese Hintergrundthemen sehr interessant und haben das Buch bereichert, wer sich aber gar nicht für Politik interessiert und rein eine Familien- und Liebesgeschichte lesen möchte, für den könnte dieses Buch vielleicht nicht die beste Wahl sein.
Insgesamt ist es trotz der Beziehungsthematik ein sehr anspruchsvolles Buch, das sich nicht unbedingt leicht und schnell wegliest. Insbesondere im ersten Viertel des Buches habe ich gebraucht, um mit den typisch britisch-distanzierten Figuren und der Geschichte insgesamt warm zu werden. Letztlich bin ich aber sehr froh, das Buch zu Ende gelesen haben, weil es im Ganzen betrachtet eine sehr interessante, vielfältige und authentisch erzählte moderne Patchwork-Familiengeschichte vor dem Hintergrund aktueller politischer und gesellschaftlicher Veränderungen in Großbritannien ist. Ich habe also bei der Lektüre auch einiges gelernt und das Buch hinterlässt bei mir so einige Gedanken, mit denen ich mich noch weiter beschäftigen möchte.
In diesem Roman begleiten wir Coralie und Adam durch die ersten zehn Jahre ihrer Beziehung. 2013 ist Coralie frisch aus Australien nach London gezogen und lernt Adam und seine vierjährige Tochter Zora kennen, die nach seiner Trennung von seiner Ex-Frau Marina im Wechselmodell bei ihm lebt. Rasch verlieben sich die beiden ineinander und Coralie schließt auch die kleine süße Zora in ihr Herz, auch wenn sie sich zusätzlich auch eigene Kinder wünscht. Als junge Frau, die Coralie mit Ende 20 noch ist, hat sie große Pläne für ihr Leben: sie träumt davon, Bücher zu schreiben und außerdem eine glückliche Familie zu haben. Adam ist ein sehr ehrgeiziger Politikjournalist und -autor, der vor jedem Wahlkampf in Arbeit regelrecht versinkt und sich für die Labour-Partei einsetzt.
Wir erleben eine sehr realitätsnahe Darstellung der Schwierigkeiten junger Eltern, ihre Partnerschaft und Lebensträume auch in der Phase der Familiengründung und mit kleinen Kindern aufrecht zu erhalten, noch einmal erschwert durch all die organisatorischen und zwischenmenschlichen Herausforderungen, die Patchworkkonstrukte mit sich bringen. Da gibt es Ex-Frau Marina und ihren neuen Partner "Tory Tom" (ein konservativer Parlamentarier), bei denen Zora jede zweite Woche verbringt, und die bald noch einen weiteren gemeinsamen Sohn haben werden. Nach langer sehnsüchtiger Kinderwunschzeit wird schließlich auch Coralie Mutter von zwei weiteren kleinen Kindern, während Zora sich der Teenagerzeit nähert und sich gelegentlich ungeliebt fühlt und stark rebelliert. Daneben rückt Coralies Traum vom eigenen Buch immer mehr in die Ferne, während sie sich zwischen Erwerbsarbeit und Kinderbetreuung aufreibt und das Gefühl hat, von Adam viel zu wenig unterstützt zu werden. Diverse emotionale Päckchen aus ihrer Vergangenheit schleppt Coralie auch noch mit sich herum...
Neben all diesen Familien- und Vereinbarkeitsthemen geht es im Buch außerdem auch viel um die politischen Veränderungen in Großbritannien zwischen 2013 und 2023. Wir erleben die Zeit vor dem Brexit und die damit verbundene Stimmung und die Hoffnungen und Ängste der Menschen mit, genauso wie die zähe Phase, in der es fast zu einem No-Deal-Austritt gekommen wäre und danach auch noch die Zeit der Corona-Pandemie. Dadurch ist die Familiengeschichte nicht nur sehr detailliert in das Zeitgeschehen eingebettet, sondern man kann auch noch eine Menge über die britische Sicht auf diese Geschehnisse lernen.
Für mich waren diese Hintergrundthemen sehr interessant und haben das Buch bereichert, wer sich aber gar nicht für Politik interessiert und rein eine Familien- und Liebesgeschichte lesen möchte, für den könnte dieses Buch vielleicht nicht die beste Wahl sein.
Insgesamt ist es trotz der Beziehungsthematik ein sehr anspruchsvolles Buch, das sich nicht unbedingt leicht und schnell wegliest. Insbesondere im ersten Viertel des Buches habe ich gebraucht, um mit den typisch britisch-distanzierten Figuren und der Geschichte insgesamt warm zu werden. Letztlich bin ich aber sehr froh, das Buch zu Ende gelesen haben, weil es im Ganzen betrachtet eine sehr interessante, vielfältige und authentisch erzählte moderne Patchwork-Familiengeschichte vor dem Hintergrund aktueller politischer und gesellschaftlicher Veränderungen in Großbritannien ist. Ich habe also bei der Lektüre auch einiges gelernt und das Buch hinterlässt bei mir so einige Gedanken, mit denen ich mich noch weiter beschäftigen möchte.
von Eternal-Hope - 2026-06-15 12:55:00
Wer sind wir in zehn Jahre? - 4 Sterne
Der Roman "Wir in zehn Jahre" von Jessica Stanley erzählt die ersten zehn Jahre aus Adams und Coralies Ehe.
Das Buch beginnt dort, wo andere Bücher schon aufhören, nämlich mit dem Happy End, und stellt die Frage, wie man sich in einer Partnerschaft durch die Überforderungen des Alltagslebens selbst bleibt.
Coralie Bower ist Werbetexterin und sie ist mit dreißig Jahren vor einem halben Jahr von Australien nach London umgezogen. Eines Tages rettet sie die 4-jährige Zora vor dem Ertrinken in einem Ententeich. So lernt sie Adam kennen lernen, Zoras Vater, und sie merken, wie viele sie verbinden. So ist keine Überraschung, dass sie bald ein Paar werden und Coralie in Adams Wohnung umzieht.
Das Buch ist flüssig geschrieben und ist sehr spannend, auch wenn es im Grunde um das alltägliche Leben erzählt. Von der leichten humorvollen Stimmung am Anfang des Buches, wird alles bald bedrückender. Coralie versucht, Beruf, Familie und Haushalt zu vereinbaren, und Adam von den häuslichen Aufgaben zu befreien, damit er sich um sein Buchprojekt sich kümmern kann.
Die Charaktere habe ich authentisch gefunden. Man kann mit Coralie mitfühlen, wie sie mit guten Absichten viel zu erledigen versucht, ohne an sich selbst zu denken. Adam ist Journalist und Podcaster und an Politik sehr interessiert. So erfahren wir aus erster Hand die politische Lage in England rund um Brexit.
Die politischen Einblicke habe ich am Anfang sehr interessant gefunden, aber nach einiger Zeit waren sie mir zu viel. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass für alle, die an Politik interessiert sind, wertvolle Insights sein können.
Insgesamt kann ich "Wir in zehn Jahre" gerne empfehlen. Das Buch erzählt sehr offen, wie das Leben in einer Partnerschaft nach zehn Jahre aussehen kann, welche Herausforderungen man bewältigen muss und man fühlt sich dabei nicht alleine. Dabei lern man sehr viel über die Politik Großbritanien.
Das Buch beginnt dort, wo andere Bücher schon aufhören, nämlich mit dem Happy End, und stellt die Frage, wie man sich in einer Partnerschaft durch die Überforderungen des Alltagslebens selbst bleibt.
Coralie Bower ist Werbetexterin und sie ist mit dreißig Jahren vor einem halben Jahr von Australien nach London umgezogen. Eines Tages rettet sie die 4-jährige Zora vor dem Ertrinken in einem Ententeich. So lernt sie Adam kennen lernen, Zoras Vater, und sie merken, wie viele sie verbinden. So ist keine Überraschung, dass sie bald ein Paar werden und Coralie in Adams Wohnung umzieht.
Das Buch ist flüssig geschrieben und ist sehr spannend, auch wenn es im Grunde um das alltägliche Leben erzählt. Von der leichten humorvollen Stimmung am Anfang des Buches, wird alles bald bedrückender. Coralie versucht, Beruf, Familie und Haushalt zu vereinbaren, und Adam von den häuslichen Aufgaben zu befreien, damit er sich um sein Buchprojekt sich kümmern kann.
Die Charaktere habe ich authentisch gefunden. Man kann mit Coralie mitfühlen, wie sie mit guten Absichten viel zu erledigen versucht, ohne an sich selbst zu denken. Adam ist Journalist und Podcaster und an Politik sehr interessiert. So erfahren wir aus erster Hand die politische Lage in England rund um Brexit.
Die politischen Einblicke habe ich am Anfang sehr interessant gefunden, aber nach einiger Zeit waren sie mir zu viel. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass für alle, die an Politik interessiert sind, wertvolle Insights sein können.
Insgesamt kann ich "Wir in zehn Jahre" gerne empfehlen. Das Buch erzählt sehr offen, wie das Leben in einer Partnerschaft nach zehn Jahre aussehen kann, welche Herausforderungen man bewältigen muss und man fühlt sich dabei nicht alleine. Dabei lern man sehr viel über die Politik Großbritanien.
von Niko - 2026-06-02 08:04:00
Lebensnah erzählte Beziehungsgeschichte - 4 Sterne
In ihrem zweiten Roman "Wir in zehn Jahren" erzählt die australische, in London lebende Autorin Jessica Stanley rückblickend die Geschichte eines Paares, das seit zehn Jahren zusammen ist.
Die Werbetexterin Coralie Bower ist knapp Dreißig und vor einem halben Jahr von Australien nach London versetzt worden. Nachdem sie die 4-jährige Zora vor dem Ertrinken in einem Ententeich gerettet hat, lernt sie deren Vater Adam Whiteman kennen. Der 37-Jährige ist geschieden und arbeitet als Autor, politischer Journalist und Kommentator. Die beiden stellen viele Gemeinsamkeiten fest, verlieben sich ineinander und werden ein Paar. Bald gibt Coralie ihre Wohnung auf und zieht in Adams Haus, das sie über Monate nach ihren Vorstellungen umgestalten. Sie steckt ihre gesamten Ersparnisse in das Projekt, derweil stellt Adam sein Buchprojekt fertig und nimmt das nächste in Angriff. Die beiden Wunschkinder Florence und Max werden geboren. Mit viel Elan schafft es Cora, Beruf, Familie, Haushalt und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen. Die Jahre vergehen, inzwischen ist sie hoffnungslos überfordert. Der tägliche Stress lässt sie verzweifeln, Schuldgefühle auf der Arbeit und zuhause machen ihr zu schaffen. Sie hat kaum einmal Zeit für sich und ihre eigenen Bedürfnisse, so kann es nicht mehr weitergehen ...
Die Handlung beginnt mit dem Jahr 2013 und erstreckt sich über 10 Jahre. Wir begleiten Coralie und Adam vor dem Hintergrund eines ereignisreichen Jahrzehnts in Großbritannien, als das Land fünf Premierminister wählte, der Brexit die britische Gesellschaft spaltete und die Corona-Pandemie abrupt den Alltag veränderte. Coralie ist von Beginn der Beziehung an die Gebende, sie kümmert sich um fast alles, hält Adam den Rücken frei, ist ständig bemüht, es allen recht zu machen und opfert sich dabei mehr und mehr auf. Jessica Stanley zeichnet in ihrem Roman ein ehrliches Bild von den Herausforderungen, denen heutzutage viele junge Frauen, die sich Kinder wünschen und Karriere machen wollen, gegenüberstehen.
Die unterhaltsame Geschichte ist in intelligenter Sprache mit feinem Humor erzählt und liest sich sehr flüssig. Nicht nur die Hauptfiguren, sondern auch die Nebenfiguren sind authentisch und mit viel Empathie beschrieben. Es hat mir viel Lesefreude bereitet, in Coralies Leben mit all seinen Höhen und Tiefen einzutauchen und dabei auch Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt zu erhalten. Ich mochte die junge Frau und fand es bewundernswert, mit welcher Hingabe sie sich in die Beziehung mit Adam einbringt, habe aber auch schon früh gesehen, dass sie sich zu viel aufbürdet und dabei permanent überfordert. Eine weitere Lieblingsfigur war für mich Coralies jüngerer Bruder Daniel, der sich in Australien um seine kranke Mutter kümmert und später in London auch für seine Schwester da ist.
Dass die politischen Themen in diesem Beziehungsroman relativ viel Raum einnehmen, hat mir nicht so gut gefallen. Hier wäre für mich weniger mehr gewesen. Nichtsdestotrotz habe ich das Buch, in dem es um Liebe und Familie, um Partnerschaft und Mutterschaft geht, bis zum für mich stimmigen Ende sehr gern gelesen, es hat mich gefesselt und berührt
Leseempfehlung für diesen großartigen Roman!
Die Werbetexterin Coralie Bower ist knapp Dreißig und vor einem halben Jahr von Australien nach London versetzt worden. Nachdem sie die 4-jährige Zora vor dem Ertrinken in einem Ententeich gerettet hat, lernt sie deren Vater Adam Whiteman kennen. Der 37-Jährige ist geschieden und arbeitet als Autor, politischer Journalist und Kommentator. Die beiden stellen viele Gemeinsamkeiten fest, verlieben sich ineinander und werden ein Paar. Bald gibt Coralie ihre Wohnung auf und zieht in Adams Haus, das sie über Monate nach ihren Vorstellungen umgestalten. Sie steckt ihre gesamten Ersparnisse in das Projekt, derweil stellt Adam sein Buchprojekt fertig und nimmt das nächste in Angriff. Die beiden Wunschkinder Florence und Max werden geboren. Mit viel Elan schafft es Cora, Beruf, Familie, Haushalt und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen. Die Jahre vergehen, inzwischen ist sie hoffnungslos überfordert. Der tägliche Stress lässt sie verzweifeln, Schuldgefühle auf der Arbeit und zuhause machen ihr zu schaffen. Sie hat kaum einmal Zeit für sich und ihre eigenen Bedürfnisse, so kann es nicht mehr weitergehen ...
Die Handlung beginnt mit dem Jahr 2013 und erstreckt sich über 10 Jahre. Wir begleiten Coralie und Adam vor dem Hintergrund eines ereignisreichen Jahrzehnts in Großbritannien, als das Land fünf Premierminister wählte, der Brexit die britische Gesellschaft spaltete und die Corona-Pandemie abrupt den Alltag veränderte. Coralie ist von Beginn der Beziehung an die Gebende, sie kümmert sich um fast alles, hält Adam den Rücken frei, ist ständig bemüht, es allen recht zu machen und opfert sich dabei mehr und mehr auf. Jessica Stanley zeichnet in ihrem Roman ein ehrliches Bild von den Herausforderungen, denen heutzutage viele junge Frauen, die sich Kinder wünschen und Karriere machen wollen, gegenüberstehen.
Die unterhaltsame Geschichte ist in intelligenter Sprache mit feinem Humor erzählt und liest sich sehr flüssig. Nicht nur die Hauptfiguren, sondern auch die Nebenfiguren sind authentisch und mit viel Empathie beschrieben. Es hat mir viel Lesefreude bereitet, in Coralies Leben mit all seinen Höhen und Tiefen einzutauchen und dabei auch Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt zu erhalten. Ich mochte die junge Frau und fand es bewundernswert, mit welcher Hingabe sie sich in die Beziehung mit Adam einbringt, habe aber auch schon früh gesehen, dass sie sich zu viel aufbürdet und dabei permanent überfordert. Eine weitere Lieblingsfigur war für mich Coralies jüngerer Bruder Daniel, der sich in Australien um seine kranke Mutter kümmert und später in London auch für seine Schwester da ist.
Dass die politischen Themen in diesem Beziehungsroman relativ viel Raum einnehmen, hat mir nicht so gut gefallen. Hier wäre für mich weniger mehr gewesen. Nichtsdestotrotz habe ich das Buch, in dem es um Liebe und Familie, um Partnerschaft und Mutterschaft geht, bis zum für mich stimmigen Ende sehr gern gelesen, es hat mich gefesselt und berührt
Leseempfehlung für diesen großartigen Roman!
von Bücherfreundin - 2026-05-27 10:51:00


