Rezensionen
Der letzte Leuchtturm
Roman | »Ein originelles Debüt, das vor schillernder Sprache nur so sprüht« Bernardine Evaristo
Autor: Michael Pedersen
Erschienen 2026 bei DuMont Buchverlag;Faber &Faber, 2025
ISBN 978-3-7558-0062-0
Muggle Flugga - 5 Sterne
Muggle Flugga heißt der Leuchtturm am äußersten nördlichen Ende Großbritanniens. Bewirtschaftet wird er von einem alten Leuchtturmwärter und seinem jungen erwachsenen Sohn. Der Vogelkundler Firth kommt als Besucher auf die kleine abgelegene Insel und lernt dort nicht nur die großartige Natur, sondern auch die beiden nicht weniger beeindruckenden Bewohner kennen. Durch Rückblicke erhält man im Laufe der Handlung auch Einblicke in Firths Vergangenheit.
Es ist eine raue Welt, die in dem Roman beschrieben wird. Die Umgebung ist einzigartig und wirkt unwirklich. Der Umgang des Vaters ist oft alles andere als freundlich und umgänglich. Doch der Sohn scheint mit diesen widrigen Umständen bestens zurechtzukommen, er erscheint als ein ungeschliffener Diament und Firth ist geradezu fasziniert von ihm und der einzigartigen Natur.
Was mir an diesem Roman besonders gut gefallen hat ist die sprachliche Ausdrucksweise des Autors. In ganz wundervoller Weise beschreibt er Mensch und Natur, man fühlt sich durch die Sprache in eine andere Zeit und eine ganz eigene Welt versetzt. Auch die Charaktere hat der Autor äußerst gekonnt herausgearbeitet. Vor allem der eigenwillige Vater wird auf eindrucksvolle Weise beschrieben. Weitere beindruckende Persönlichkeiten sind natürlich auch Ouse, sein Sohn, Firth und die junge Figga. Alle haben etwas besonderes in ihrem Charakter, was sie einzigartig macht.
Wenn man sich die Bilder im Internet von Muggle Flugga, den es wirklich gibt, ansieht, kann man sich die Beschreibungen im Roman sehr gut vorstellen. Auch auf den Bildern wirkt der Ort einfach nur faszinierend und unwirklich. Der Leuchtturm thront auf einem hohen Felsen mitten im Meer und scheint jeder Widrigkeit zu trotzen. Ich fand diesen Roman sprachlich und inhaltlich wunderbar und kann ihn bestens weiterempfehlen
Es ist eine raue Welt, die in dem Roman beschrieben wird. Die Umgebung ist einzigartig und wirkt unwirklich. Der Umgang des Vaters ist oft alles andere als freundlich und umgänglich. Doch der Sohn scheint mit diesen widrigen Umständen bestens zurechtzukommen, er erscheint als ein ungeschliffener Diament und Firth ist geradezu fasziniert von ihm und der einzigartigen Natur.
Was mir an diesem Roman besonders gut gefallen hat ist die sprachliche Ausdrucksweise des Autors. In ganz wundervoller Weise beschreibt er Mensch und Natur, man fühlt sich durch die Sprache in eine andere Zeit und eine ganz eigene Welt versetzt. Auch die Charaktere hat der Autor äußerst gekonnt herausgearbeitet. Vor allem der eigenwillige Vater wird auf eindrucksvolle Weise beschrieben. Weitere beindruckende Persönlichkeiten sind natürlich auch Ouse, sein Sohn, Firth und die junge Figga. Alle haben etwas besonderes in ihrem Charakter, was sie einzigartig macht.
Wenn man sich die Bilder im Internet von Muggle Flugga, den es wirklich gibt, ansieht, kann man sich die Beschreibungen im Roman sehr gut vorstellen. Auch auf den Bildern wirkt der Ort einfach nur faszinierend und unwirklich. Der Leuchtturm thront auf einem hohen Felsen mitten im Meer und scheint jeder Widrigkeit zu trotzen. Ich fand diesen Roman sprachlich und inhaltlich wunderbar und kann ihn bestens weiterempfehlen
von Wolle - 2026-05-14 18:29:00
Schön! - 5 Sterne
Ein angehender Selbstmörder lässt sich von einem vorbeifliegenden Baßtölpel überzeugen, vorher noch etwas zu erledigen. So reist er nach Muckle Flugga, eine unbewohnte Shetlandinsel, auf der Ouse und sein gewalttätiger Vater sich um den Leuchtturm kümmern. Der Autor ist erfolgreicher Poetry Slammer und Lyriker in Schottland.
Die Hauptpersonen haben mich fasziniert und überrascht. Immer wieder wechseln die Perspektiven, manchmal mehrmals im gleichen Absatz. Das ist immer eindeutig, und es bringt die Menschen dem Leser sehr nahe. Auf Anführungsstriche, die wörtliche Rede anzeigen, wird kompett verzichtet. Alles Gesagte ist kursiv gedruckt. Das verstärkt den Eindruck, es gehe hier mehr darum, wie die Menschen sind als darum, was sie darüber sagen.
Die Sprache ist besonders. Beispiel: „Lichtexplosionen aufgeplatzter Kirschen, die am Lätzchen des Himmels herabrinnen, während sich die Dunkelheit hereinwindet und Sternenlicht alles mit Juwelen besetzt“. Der Ausdruck „Sonnenuntergang“, so heißt es, sei doch viel zu mechanisch und klinisch!
Die Geschichte entwickelt sich eher langsam. Weil viel gestaunt wird und die Sprache so ungewöhnlich ist, erfordert dieses Buch viel Aufmerksamkeit. Dennoch ein Highlight!
Die Hauptpersonen haben mich fasziniert und überrascht. Immer wieder wechseln die Perspektiven, manchmal mehrmals im gleichen Absatz. Das ist immer eindeutig, und es bringt die Menschen dem Leser sehr nahe. Auf Anführungsstriche, die wörtliche Rede anzeigen, wird kompett verzichtet. Alles Gesagte ist kursiv gedruckt. Das verstärkt den Eindruck, es gehe hier mehr darum, wie die Menschen sind als darum, was sie darüber sagen.
Die Sprache ist besonders. Beispiel: „Lichtexplosionen aufgeplatzter Kirschen, die am Lätzchen des Himmels herabrinnen, während sich die Dunkelheit hereinwindet und Sternenlicht alles mit Juwelen besetzt“. Der Ausdruck „Sonnenuntergang“, so heißt es, sei doch viel zu mechanisch und klinisch!
Die Geschichte entwickelt sich eher langsam. Weil viel gestaunt wird und die Sprache so ungewöhnlich ist, erfordert dieses Buch viel Aufmerksamkeit. Dennoch ein Highlight!
von Krani - 2026-04-12 13:46:00
Lebensentwürfe im Spannungsfeld - 3 Sterne
Der Spruch von Robert Stevenson am Anfang des Romans führt zu dem schrulligen Ouse, der mit dem „Geist“ dieses Autors spricht. Auf einer Insel, auf der kein „normales Leben“ möglich ist, wirkt er als „manövriere er noch mit Stützrädern durchs Erwachsenendasein“ (S.8).
Extreme Lebensbedingungen umgeben ihn und seinen sturen, hartherzigen, aber auch sich selbst hassenden Vater, der „emotionale Vielfalt in Männern verabscheut“ (S.36). Der depressive lebensmüde Firth - ein Autor - ist der Dritte im Bunde. Angeregt durch die Beobachtung eines Basstölpels, den er als Omen sieht, kommt er auf die Insel. Der Vater, für den Lesen „eine Form von intellektueller Protzerei“ (S.87) ist, und der Autor gehören verschiedenen Welten an und haben auch unterschiedliche Vorstellungen, was Ouse - der über künstlerische Fähigkeiten verfügt - aus seinem Leben machen sollte.
All dies wird durch eine bildhafte, auffällige Sprache vermittelt. Eine Sprache, die anders ist, sich bewusst abhebt, bisweilen poetisch, bisweilen auch anspruchsvoll und mitunter etwas sperrig im Lesefluss.
von fantasia - 2026-03-23 20:37:00
sehr gut - 5 Sterne
Ich kannte den Autor noch nicht vor diesem Buch und ich hatte auch keine Vorstellungen von diesem Buch. Ich empfand das Cover als sehr passend zu dem Inhalt des Buches und habe mich direkt von ihm angesprochen gefühlt. Als ich das Buch angefangen habe, hat mich direkt die sehr lyrische Sprache überrascht. Doch nicht negativ, sondern positiv. Denn die Sprache war für mich ein Highlight des Buches. Der Autor hat es mit seiner Sprache geschafft mich in seinen Bann zu ziehen. Die Geschichte an sich ist sehr tiefgründig, aber nicht schnell. Es gibt keine großen Handlungssprünge oder Unerwartetes. Aber dies benötigt das Buch auch gar nicht. Denn es hat auch so ein spannendes Thema. Es ist das Verhältnis zwischen Vater und Sohn auf ganz dichtem Raum. Mich hat dieses Buch komplett +überzeugt und ich kann es sehr empfehlen, als Lektüre.
von v_im_wunderland - 2026-03-22 21:24:00
anders und gut - 5 Sterne
Das Cover ist sehr schön gestaltet und der Einband des Buches ist absolut hochwertig und ist schon alleine deshalb eine Augenweide.
Dieses Buch ist eher ein ruhiges Buch welches ganz tief geht. Vor allem die Sprache steht hier im Zentrum des Buches. Damit ist von dem Autor gewaltig eingesetzt worden. Für alle, die sich auf diese literarische Reise begeben möchten, kann ich dieses Buch empfehlen. Denn diese Reise ist eine Reise mit ganz viel Sprache und Gefühl. Das Buch beinhaltet die Geschichte um einen Sohn und seinen Vater, die in einem Leuchtturm wohnen. Dass dies nicht immer ganz einfach ist als zwei Bewohner einer Insel kann man sich gut vorstellen. Man kann sich durch die Beschreibungen des Autors sehr gut in die zwei hineinfühlen. Und ich kann das Buch wirklich sehr empfehlen, da ich hohe Literatur sehr schätze. Ein ganz tolles Buch.
Dieses Buch ist eher ein ruhiges Buch welches ganz tief geht. Vor allem die Sprache steht hier im Zentrum des Buches. Damit ist von dem Autor gewaltig eingesetzt worden. Für alle, die sich auf diese literarische Reise begeben möchten, kann ich dieses Buch empfehlen. Denn diese Reise ist eine Reise mit ganz viel Sprache und Gefühl. Das Buch beinhaltet die Geschichte um einen Sohn und seinen Vater, die in einem Leuchtturm wohnen. Dass dies nicht immer ganz einfach ist als zwei Bewohner einer Insel kann man sich gut vorstellen. Man kann sich durch die Beschreibungen des Autors sehr gut in die zwei hineinfühlen. Und ich kann das Buch wirklich sehr empfehlen, da ich hohe Literatur sehr schätze. Ein ganz tolles Buch.
von inya - 2026-03-22 20:54:00
Wortgewandt - 5 Sterne
Man merkt bei gewissermaßen jedem einzelnen Satz, dass der Autor Lyriker ist. Was für eine Sprache, welche Sorgfalt wird hier in jeden Satz gelegt. Und hier auch ein großes Lob an die Übersetzung von Stephan Kleiner.
Die Sätze sind so wortgewaltig und poetisch, ich habe immer wieder pausiert, einige Sätze erneut gelesen und sie auf mich wirken gelassen.
Ich war mit dabei auf Mukkle Flugga bei dieser ungewöhnlichen Vater-Sohn-Geschichte.
Eine Geschichte, bei der die Natur viel mehr spricht als die Charaktere, passend zu der rauen Natur auf den Shetland-Inseln.
Hier geht es nicht um eine große Geschichte, sondern eher um viele kleine Dinge. Einmal angefangen, hatte ich Mühe, das Buch wieder zur Seite zu legen.
Ein solch beeindruckender Schreibstil, eine so schöne Sprache - das ist es, wovon dieser Roman lebt.
Ouse steht zwischen diesen beiden Männern, dem Vater und dem Autor Firth, der aus Edinburgh kommt, aus der Stadt, aus einer ganz anderen Welt. Und immer wieder die Natur und die leisen Anspielungen.
Mich wird dieses Buch nicht so schnell wieder loslassen.
Die Sätze sind so wortgewaltig und poetisch, ich habe immer wieder pausiert, einige Sätze erneut gelesen und sie auf mich wirken gelassen.
Ich war mit dabei auf Mukkle Flugga bei dieser ungewöhnlichen Vater-Sohn-Geschichte.
Eine Geschichte, bei der die Natur viel mehr spricht als die Charaktere, passend zu der rauen Natur auf den Shetland-Inseln.
Hier geht es nicht um eine große Geschichte, sondern eher um viele kleine Dinge. Einmal angefangen, hatte ich Mühe, das Buch wieder zur Seite zu legen.
Ein solch beeindruckender Schreibstil, eine so schöne Sprache - das ist es, wovon dieser Roman lebt.
Ouse steht zwischen diesen beiden Männern, dem Vater und dem Autor Firth, der aus Edinburgh kommt, aus der Stadt, aus einer ganz anderen Welt. Und immer wieder die Natur und die leisen Anspielungen.
Mich wird dieses Buch nicht so schnell wieder loslassen.
von lectrice - 2026-03-21 17:53:00


