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Rezensionen

Hazel sagt Nein
Roman. Wenn ein Nein das Leben aller verändert. Bookclub-Fiction mit Nachhall

Autor: Jessica Berger Gross

Erschienen 2026 bei Lübbe
ISBN 978-3-7577-0196-3
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Lesenswertes Debüt über ein wichtiges Thema - 3 Sterne

Im Debütroman "Hazel sagt nein" der amerikanischen Autorin Jessica Berger Gross steht die 18-jährige Schülerin Hazel Blum im Mittelpunkt, die gerade mit ihren Eltern Claire und Gus sowie ihrem 11-jährigen Bruder Wolf von New York nach Riverburg, einer ruhigen Kleinstadt in Maine, gezogen ist. Gus hat dort eine Professur angetreten, Claire ist studierte Modedesignerin und arbeitet an einer eigenen Kollektion. 
An ihrem ersten Schultag des letzten Schuljahrs an der Highschool wird Hazel zu Richard White gerufen, dem Direktor der Schule. Er eröffnet ihr, dass er sich in jedem Jahr eine Schülerin aussucht, mit der er eine sexuelle Beziehung hat. In diesem Jahr fällt seine Wahl auf Hazel, und er verspricht ihr, als Gegenleistung dafür zu sorgen, dass sie den ersehnten Studienplatz an ihrem Wunschcollege Vassar bekommt. Doch Hazel ist die Erste, die es wagt, ihn abzuweisen, nicht ahnend, welche Kette von Ereignissen dieses Nein in Gang setzen wird.
 
Die Geschichte ist in klarer Sprache abwechselnd aus der Sicht von Hazel, Wolf, Claire und Gus erzählt und liest sich sehr flüssig. Die Erzählweise hat mir gut gefallen, sie ermöglichte es mir, in die Gefühls- und Gedankenwelt der einzelnen Familienmitglieder zu blicken. Sie alle werden nun mit den Konsequenzen von Hazels Nein konfrontiert und müssen versuchen, damit zu leben. Es bleibt nicht aus, dass der ungeheuerliche Vorfall und Hazels Identität bald bekannt werden. Für sie und ihre Familie kommt es zu Schikanen und Anfeindungen, während Richard White zwar vom Dienst suspendiert wird, die Vorwürfe jedoch bestreitet. Er behauptet sogar, dass Hazel sich ihm gegenüber unangemessen verhalten habe. 

Bis zu der Stelle, als Hazels Aufsatz veröffentlicht wird, habe ich das fesselnde Buch gern gelesen. Die Handlung driftete leider ins Unrealistische ab, ich konnte mir nicht vorstellen, dass eine 18-jährige Schülerin aufgrund eines Aufsatzes nun quasi als Star am Literaturhimmel gefeiert und gedrängt wird, ein Buch zu schreiben, das nach seinem Erscheinen vielleicht sogar verfilmt wird. Dieser ganze Medienrummel nimmt sehr viel Raum ein, ich fand ihn übertrieben und unrealistisch, und es wurde mir damit schon bald zu viel.

Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet, und ich fand es interessant, Hazels Entwicklung zur selbstbewussten jungen Frau, die nun weiß, was sie will, zu verfolgen. Meine Lieblingsfigur war ihr Bruder Wolf, der ADHS hat und wegen des Vorfalls die ersehnte Hauptrolle in einer Theateraufführung der Schule verliert. Allerdings fand ich ihn nicht altersgerecht dargestellt, ich kenne keinen Elfjährigen, der sich so verhält und spricht wie Wolf. 

Trotz meiner Kritikpunkte finde ich das Debüt der Autorin, in dem es neben Machtmissbrauch auch um Mobbing, Ausgrenzung und Antisemitismus geht, durchaus lesenswert.
von Bücherfreundin - 2026-04-29 18:43:00

Wichtiges Thema, erstaunlich unterhaltsam - 4 Sterne

Das Buch greift ein wichtiges Thema auf, das leider an Aktualität nie zu verlieren scheint. Es geht um Männer, die offenbar meinen, sich von Frauen einfach alles nehmen zu können, was sie wollen, hier in Form von Hazels Schuldirektor. Für ihn soll sie die Auserwählte sein, die ihm das Schuljahr über sexuell zu Diensten sein soll. Doch Hazel sagt Nein und plötzlich ändert sich nicht nur für sie alles.

Erzählt wird abwechselnd aus Sicht von Hazel, ihrem jüngeren Bruder Wolf, ihrer Mutter Claire und ihrem Vater Gus. Den Schreibstil fand ich etwas speziell, allerdings gut zu lesen.

Schwer verdaulicher war da schon das Thema des Buchs, bei dem ich auf der einen Seite immer denke, so etwas kann doch eigentlich nicht passieren, auf der anderen Seite aber natürlich genau weiß, dass es passiert. Und zwar nicht nur einmal, sondern jeden Tag. Das ist schon schwer zu ertragen.

Und natürlich mach dieses "Nein" nicht nur etwas mit Hazel und ihrer Familie, auch das Umfeld des Direktors wird aus seinem Alltag herausgerissen, insbesondere die Tochter. Es gibt nie immer nur ein Opfer. Das fand ich von der Autorin gut herausgearbeitet, genauso wie dass Hazel fast so ein wenig Kapital aus dem Vorfall schlägt, ohne das zu forcieren, damit aber auch hadert.

Ein bisschen Probleme hatte ich mit der Darstellung von Hazels Umfeld. Dieses (allem voran ihre Mutter) wirkte auf mich sehr künstlich und auch irgendwie abgehoben, ich weiß nicht, ob das der Geschichte und ihrer Botschaft so guttut. Letztere wurde damit für mich so ein wenig zu einem zahnlosen Tiger. Vielleicht sollte das aber auch so sein und ich habe es nur nicht richtig verstanden.

Alles in allem hat mir das Buch wirklich gut gefallen, es war trotz des etwas schwereren Themas unterhaltsam und leicht zu lesen.
von Rinoa - 2026-04-08 11:15:00

Hazel sagt Nein - 5 Sterne

„Sie hätte sich anders entscheiden können, wurde Hazel später klar. Hätte den Vorfall für sich behalten können. Ihr Leben abschirmen können. Doch wie hätte sie vorhersehen sollen, dass das Erzählen endlose Echos und Konsequenzen auslösen würde, wie ein kleiner Stein, der, in einen stillen See geworfen, weite Kreise zog?“

„Hazel sagt Nein“ ist nicht nur der Titel dieses großartigen Romans, es ist auch das eine Wort, das sie dem Direktor ihrer Schule entgegenschleudert, und nicht nur das, sondern auch: Er solle sich ins Knie f*cken.
Gleich am ersten Schultag wird sie, „die Neue“ von ihm ins Büro gerufen, wo er ihr unverblümt mitteilt, dass er sich in jedem Schuljahr eine Schülerin der Abschlussklasse aussucht, um mit ihr Sex zu haben, und dass es im Falle ihrer Weigerung schlecht für sie und eine Empfehlung fürs College aussehen wird.
Das ist die Ausgangslage, die nicht nur die Leserin sprachlos, wütend und empört zurücklässt, sondern vor allem natürlich Hazel, und zu ihrer Wut und Empörung kommt aber auch noch ihr Wissen, wie toll alle Menschen in Riverburg den Direktor Richard White finden, wie engagiert.
Er hat den Wildnis-Club gegründet und den LGBTQ+-Club, er ist ein Mann, dem man Respekt und Bewunderung entgegenbringt, und Hazel hat gesehen, wie die Leute ihm im Schwimmbad, in dem auch sie fast jeden Tag der Ferien mit ihrem jüngeren Bruder gewesen ist, begegnen, als wäre er so eine Art Held der Stadt.
Wird man ihr, die erst vor wenigen Wochen mit ihrer Familie nach Maine gezogen ist, glauben? Warum sollten die Leute ihr Wort über seins stellen? Sie wäre die Verrückte aus New York.
Aber Hazel macht Whites unmoralisches Angebot publik – nicht ahnend, was das für Konsequenzen nach sich zieht. Nicht etwa für den Direktor, sondern für sie und ihre Familie.
„Als Hazel zum Direktor Nein sagte, hatte sie geglaubt, die Demütigung wäre damit vorbei. Doch jetzt wurde ihr klar, dass diese womöglich erst begann.“

Was an diesem Buch – außer der Story, deren Ausgangspunkt so unerträglich ist, die einen so wütend macht und wirklich gut erzählt ist – besonders faszinierend ist, ist Jessica Berger Gross‘ Umgang mit Sprache – Sprache als Werkzeug der Verharmlosung.
Es ist nämlich tatsächlich so, dass der große Aufschrei, nachdem Hazel den Fall publik gemacht hat, ausbleibt und „das Ereignis“ von so unglaublich vielen Menschen kleingeredet wird.
„Ihrer Tochter geht es gut. Ihr ist nichts passiert, nicht wahr?“ Das sagt beispielsweise die Frau von Direktor White zu Hazels Mutter Claire.
„Welches Missverständnis es hier auch gegeben hat, Richard ist ein ausgezeichneter Schulleiter.“
Man spricht davon, dass Hazel die Situation falsch gedeutet hat, dass sie Freundlichkeit mit sexuell unangemessenen Verhalten verwechselt hat.
„Kinder denken sich Dinge aus. Übertreiben oder bringen Realität und Fantasie durcheinander.“
„Wir reden hier von zwanzig Minuten, die über den Rest von Richards Leben entscheiden. – Er hat Hazel ja nicht umgebracht.“

Als wäre das nicht schon schlimm genug, sagt sich auch Hazel anfangs immer wieder, dass ja eigentlich nichts Ernstes passiert sei.
Ihr ist ja nur eine Frage gestellt worden, sie ist nur angemacht worden.
Kann sie sich nicht einfach das eine Schuljahr „durchbeißen“ und dann aus Maine verschwinden und alles vergessen?

Aber als dann herausstellt, dass nichts weiter passieren wird, als dass White seine Lehrbefugnis in Maine aufgibt und im Gegenzug die Anklage gegen ihn fallengelassen wird, wird Hazel klar, dass sie sich positionieren muss, dass es die Pflicht eines jeden Menschen ist, sich gegen Ungerechtigkeiten auszusprechen.
Und wieder ist es die Sprache, die ihr dabei hilft, etwas zu bewirken…

„Hazel sagt nein“ ist ein sehr gutes, ein wichtiges Buch, das mit dem richtigen Maß an Ernsthaftigkeit, Spannung und auch Humor das Thema Machtmissbrauch und dessen Folgen sowie gesellschaftliche Mechanismen aufgreift.
Deutschlehrerinnen und -lehrer, setzt diesen Roman auf die Leselisten für eure Schülerinnen und Schüler; Eltern, kauft euren Teenagern dieses Buch!


von Maxie Bantleon aus der Tyrolia-Filiale in Innsbruck - 2026-03-19 18:36:20

Grenzüberschreitung - 5 Sterne

Nur vom Cover von "Hazel sagt nein" ausgehend, dachte ich zunächst, es ginge um eine amerikanische Hausfrau, die beschließt ihr Leben umzukrempeln. Ganz unpassend ist die Covergestaltung aber auch, was die wirkliche Handlung des Romans angeht, nicht. Denn die Familie Blum, die im Mittelpunkt der Geschichte steht, zieht aus New York in die Kleinstadt Riverburg, weil Vater Gus dort eine Professur angeboten bekommt. Dort können sie sich auch direkt ein Einfamilienhaus kaufen, da Gus nun wesentlich mehr verdient und zugleich die Preise viel niedriger sind als in New York. Die 18-jährige Hazel und ihr jüngerer Bruder Wolf sind jedoch weniger begeistert über den Umzug.

Dann wird Hazel an ihrem ersten Schultag auch noch ins Büro des Direktors gerufen, der ihr mitteilt, dass er sich jedes Jahr eine Schülerin der Abschlussklasse aussucht, um mit ihr Sex zu haben und dieses Jahr sei seine Wahl auf Hazel gefallen. Hazel verweigert dies, obwohl er ihr damit droht, ihr den Weg an ihr Wunsch-College zu verbauen. Dieser Vorfall führt dann zu einer Menge an Ereignissen, die das Leben von Hazel und ihrer Familie auf den Kopf stellen.

Ich habe den Roman sehr gerne gelesen, auch wenn ich ansonsten eher europäische Handlungsorte bevorzuge. Die Autorin schreibt in einem modernen, angenehm lesbaren Stil und es ist auch zwischen den Zeilen eine Menge Gesellschaftskritik vorhanden. Die Protagonist:innen, allen voran Hazel, die sich selbst treu bleibt, sind überzeugend ausgestaltet und auch die Atmosphäre in der amerikanischen Kleinstadt wird von Jessica Berger Gross, die selbst in der Gegend lebt, sehr gut eingefangen.
von Island - 2026-03-15 21:16:00

Aus Fehlern lernen - 5 Sterne

Das idyllisch, ländlich wirkende Cover erscheint in Anbetracht des ernsten Themas der Geschichte trügerisch.
Die Familie namens Blum zieht von New York nach Riverburg, eine Kleinstadt in Maine. Alles soll nun einfacher werden, ein neuer und gut bezahlter Job als Uniprofessor in der Nähe für Vater Gus und die Verwirklichung ihres Traumberufes in der Modewelt für Mutter Claire und die Kinder Hazel und Wolf hätten auch gute Schulen zu erwarten. Ihr erworbenes Haus dort ist groß genug und die Umgebung wirkt beschaulich. Doch es kommt alles anders, denn bereits am ersten Schultag ihres letzten Schuljahres wird Hazel zum Direktor gerufen und erhält von ihm ein unmoralisches, übergriffiges Angebot. Hazel sagt Nein.
Die schreckliche Situation verstört die gesamte Familie. Es sollte doch öffentlich gemacht werden, der Meinung sind alle, aber Hazel wehrt sich, sie hat Angst vor den Konsequenzen. Sie wollte doch nach der Schule an die beste Universität, denn sie will unbedingt Schriftstellerin werden, doch nun sind alle Ziele in weite Ferne gerückt. Aber es kommt doch alles rasch ans Licht, wird publik, Hazel wird sofort gemobbt. Es entwickelt sich eine eigene Dynamik in der Sache, die Folgen für alle Beteiligten hat, letztendlich wird auch der Schulleiter gezwungen, sich dem Druck zu beugen.
War es denn falsch, sich zu wehren?
Hazel wird in der Geschichte als besonders strebsame, aufrichtige junge Frau dargestellt mit dem typisch amerikanischen Enthusiasmus.
Die Botschaft ist, dass man das Richtige sagen soll, wenn es darauf ankommt.
Ein moderner Unterhaltungsroman, der sehr aktuelle Themen aufgreift und nachdenklich macht.
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Weitere Rezensionen
von Annaja - 2026-03-08 19:28:00

Eine junge Frau wehrt sich - 4 Sterne

Hazel sagt nein ist die Geschichte einer jungen Frau die sich gegen die sexuellen avancen ihres Direktors stellt und dadurch in einen Strudel gerät mit dem sie so wohl nicht gerechnet hätte.

Als Hazel Blum zum Direktor gerufen wird ahnt sie nichts davon das das ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen wird.
Hazel beschließt sich gegen das was man wohl als sexuelle Nötigung bezeichnen muss zu wehren doch will sie eines zuerst uf keinen Fall.... Ein Opfer sein und Mitleid bekommen immerhin hat sie nein gesagt und es ist nichts passiert. Doch nach und nach begreift sie die Tragweite des ganzen und erfährt wie viele junge Frauen tatsächlich auch mit ihr in dieser Geschichte hängen. Sie wird plötzlich zum Sprachrohr, es gibt einen mega medienrummel und Hazel findet sich zwischen allen Stühlen. Sie wollte nur Gerechtigkeit doch was sie losgetreten hat ist viel größer als alles was sie erwartet hatte.

Dieser Roman hat mich wirkluch beeindruckt. Er war intelligent, scharfsinnig und wichtig. Das Thema #metoo wird ernsthaft aber nie trocken behandelt. Der Roman ist sowohl unterhaltsam als auch teilweise heftig und man leidet mit Hazel mit während sie versucht das gesehene zu verarbeiten, von den Unterstützern des Direktors angegriffen und als lügnerin dargestellt wird, von Menschen die sich mit ihr solidarischen Unterstützung erfährt und immer wieder in selbstzweifel verfällt.

Was ich spannend fand ist das die Autorin es schafft Hazel zu einer überlebenden zu machen die sich weigert sich davon definieren zu lassen was ihr geschehen ist aber gleichzeitig die Verletzungen, die Scham und auch die psychologischen Prozesse zu schildern. Immer wieder gerät sie in Strudel zwischen selbsverletzung, der Frage ob sie nicht selbst schuld sei und dem Wunsch nach Gerechtigkeit und Abschluss.
Ein wirklich sehr gelungener Roman der mir teilweise einiges abverlangt hat aber in meinen Augen sehr wichtig ist.
von Katharina Grassmugg - 2026-02-19 11:08:00

heftig - 3 Sterne

Die Familie Blum war gerade aus Brooklyn in eine Kleinstadt gezogen weil der Vater eine bessere Anstellung fand, die Lebenskosten deutlich günstiger waren und man für beide Kinder eine gute Schulbildung im Auge hatte. Hazel sollte dort ihr letztes Schuljahr absolvieren und eine Grundlage schaffen um danach auf eine gute Hochschule zu wechseln.

Die titelgebende Szene im Schulleiterzimmer wurde schon im Klappentext beschrieben. Das Verhalten des Direktors hat direkt beim Lesen Beklemmung hervorgerufen und man war fassungslos dass es sowas gibt. Und auch dass er dies schon einige Jahre so gehandhabt hat. Hazel sagt Nein und ab da ist nichts mehr wie vorher.

Sonderbarerweise gibt es weder einen kollektiven Aufschrei der anderen Eltern noch werden Konsequenzen und Aufklärung gefordert sondern auf allen Ebenen gibts Anfeindungen und Hass gegenüber der Familie Blum. Sogar noch Solidaritätsbekundungen für diesen netten Schulleiter, der der Schule so viel gutes getan hatte. Man hört z.B. nichts von Schülerinnen, die sowas in den Vorjahren erlebt hatten. Erst als das Ereignis im weiteren Umfeld öffentlich wird flammt eine passende Empörung auf.

Die Familie ist in der Situation gefangen, sie würden am liebsten ihre Umsiedlung rückgängig machen. Aber die Anstellung des Vaters und die Finanzierung des Hauses können nicht einfach zurück abgewickelt werden.

Vom Schreibstil her hat mir das Buch gut gefallen, trotz des harten Themas gab es auch humorvolle Szenen. Die Wendung die sich circa nach der Hälfte des Buches entwickelt hat, hätte ich so nicht gebraucht.
von BR - 2026-02-18 12:05:00

Ankommen in Maine - 4 Sterne

Eine Familie zieht von New York nach Maine. Da gibt es einen Vorfall, der alles ändert. Die 18jährige Schülerin Hazel wird von ihrem Direktor angemacht. Sie sagt nein und entzieht sich. Doch das spricht sich rum und spaltet die Gesellschaft. Viele glauben Hazel nicht und ein Shitstorm steigert sich bis zu antisemitischen Ausmaßen.
Der Roman zeigt sehr gut, wie die Entwicklung ihren Lauf nimmt und was das bei allen Familienmitgliedern auslöst. Doch Hazel geht schließlich selbst an die Öffentlichkeit und behauptet sich.
Ironischerweise kommt Hazels Vater selbst in eine MeToo-mäßige Klemme, als er als Professor vor seiner Klasse über Bill Cosby spricht.

Mich erinnert der Stoff des Buches latent an den Film After the Hunt.
Hazel sagt nein geht dann aber doch seinen eigenen Weg.
Das Buch ist zwar nicht so komplex wie eins von Elizabeth Strout, aber ein richtiger Maine-Roman ist es dann doch noch geworden.
von yellowdog - 2026-02-09 12:46:00

Klares Nein und seine Folgen - 3 Sterne


Hazel sagt Nein... gleich zu Beginn, als erste Antwort auf die unglaubliche, absurde Frage ihres Direktors der neuen Schule, ob sie mit ihm Sex haben wird. Er ruft sie in sein Büro und erklärt ihr, dass er sich jedes Jahr ein Mädchen "aussucht" mit dem er Sex hat. Und das wird jetzt Hazel sein!
Allein diese Tatsache ist krass!
Hazel sagt klar Nein und erzählt es als erstes ihrer Mutter, denn diese bemerkt, das etwas nicht stimmt mit Hazel. So etwas geht nicht spurlos an einem vorbei und zieht tiefe Schatten.
Das Familienleben wird in Mitleidenschaft gezogen, alles verändert sich, der Umzug in diese Kleinstadt wird in Frage gestellt, obwohl dies nun überall hätte passieren können.
Die Öffentlichkeit erfährt davon, Hazel ist Gesprächsthema. Doch es gibt nicht nur Unterstützung und Verständnis sondern auch Anfeindungen.

Die Kapitel sind unterteilt in die Protagonisten, so bekommt man immer abwechselnd Einblicke in die Gedanken von Hazel, ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder und die Geschichte selbst verliert dabei nie den Faden.
Allerdings verliert teilweise der Machtmissbrauch des Direktors den Faden, denn es schweift stellenweise ab, was sehr schade ist, da dies ein wichtiges Thema ist auf das man mehr den Fokus hätte legen müssen.
Manche Reaktionen und Verläufe während der Geschichte waren für mich nicht nachvollziehbar.

Zu Beginn hat das Buch seinen Reiz, aber schon bald war es für mich Überwindung weiterzulesen. Ich war froh als ich die letzten Seiten erreicht hatte...

Das Cover zeigt eine Kleinstadtidylle mit eigenem Häuschen, wo Zufriedenheit und Sorglosigkeit ein Zuhause haben könnten. Doch unter jedem Dach wohnt ein ach...
von marcialoup - 2026-02-03 22:20:00

Mut zum Widerstand - 4 Sterne

Der Roman „Hazel sagt Nein" wurde von Jessica Berger Gross verfasst und erschien am 2. Februar 2026 im Lübbe Verlag. Das Buch umfasst 384 Seiten und das farbenfroh gestaltete Cover lässt auf den ersten Blick keinen direkten Bezug zum Titel erkennen. In der Geschichte geht es um die Familie Blum, die von Brooklyn ins ruhige Riverburg zieht. Dort wird die 18-jährige Hazel am ersten Schultag mit einer schockierenden Tradition konfrontiert: Der Direktor will eine Beziehung zu ihr erzwingen. Hazel sagt entschieden Nein und bringt damit ihr Leben, das ihrer Familie und die ganze Stadt in Bewegung. Die Autorin erzählt diese bewegende Geschichte in einem angenehm ruhigen und flüssigen Stil. Ihre Sprache bleibt stets zugänglich und einfühlsam, dabei aber auch nachdenklich und tiefgründig. Die Spannung ist durchgehend spürbar, ohne sich aufzudrängen. Die Figuren - allen voran Hazel selbst - sind authentisch und glaubwürdig gezeichnet. Besonders eindrucksvoll ist Hazels Entwicklung zur mutigen jungen Frau, die sich gegen Ungerechtigkeit stellt. Auch die Nebenfiguren fügen sich harmonisch in das Gesamtbild ein. Insgesamt ist das Buch ein zeitgemäßer Roman mit Tiefgang und gesellschaftlicher Relevanz.
von Odina - 2026-02-03 20:35:00