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Rezensionen

Spiegelland
Der neue Roman der Autorin von Stromlinien

Autor: Rebekka Frank

Erschienen 2026 bei FISCHER
ISBN 978-3-7587-0043-9
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Fesselnde und berührende Lesestunden in drei Zeitebenen - 5 Sterne

Das war das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe und definitiv nicht das letzte. Plant den Lesestart weise und nicht in Momenten, in denen Ihr keine Zeit habt. Denn einmal angefangen, muss man das Buch durchsuchten und kann es kaum weglegen.

Es spielt in drei Zeitebenen. Einmal im 18. Jahrhundert, in dem das Moor gerade urban gemacht wird.
Unter widrigsten Bedingungen für die neuen Bewohner*innen. Und auch sonst ist es hart, in der Zeit zu leben, ganz besonders als Frau ohne Rechte.
Die zweite Zeitebene ist das Jahr 1995 - gefühlt noch gar nicht so lange her für mich, rechnerisch aber dann schon.
Das Moor ist zu großen Teilen besiedelt, es gibt aber noch ein Naturschutzgebiet und ursprünglichere Bereiche.
Hier begleiten wir Catharina und ihre Tochter Kira, die in ein altes Haus in der Moorumgebung geflohen sind und dort zum Glück auf ihnen wohlgesonnene Menschen treffen.
Doch der Grund der Flucht ist heftig und wie es weiter geht mit den Beiden auch.
Schließlich dann immer wieder auch noch den Schwenk in die Gegenwart - fast - in das Jahr 2025.
Hier begegnen wir den Enkel Catharinas und auch wenn der Teil der Geschichte nicht so fesselnd ist, passt er sehr gut zur Abrundung.

Gewalt gegen Frauen und entsprechende Strukturen, in denen das möglich ist, ist das Thema des Buches - eine entsprechende Triggerwarnung findet sich erst am Buchende.
Deshalb will ich es hier auch erwähnen, denn das Buch schont uns Lesende nicht.
Das ist gleichzeitig die große Stärke, Dinge zu benennen und extreme Ungerechtigkeiten bis in die heutige Generation aufzeigen.
Es hat mich fassungslos gemacht, wie die Strukturen immer noch sind - aber auch wie viel Leid Frauen früher erdulden mussten.

Auch die Folgen, etwa für Kinder, werden gut dargestellt.

Das Buch punktet mit seinem unglaublich gutem Spannungsaufbau und der bildhaften Erzählweise. Ich war sofort im Moor, damals, im 18. Jahrhundert und habe ab Seite eins mit den Personen mitgefiebert und mitgelitten.

Auch wenn es harte Kost ist, das Buch, ist es doch gleichzeitig sehr gute Unterhaltung und kein Betroffenheitsroman.
Wichtige Themen verknüpft mit einer fesselnden Schreibart, die den Spannungsbogen hoch hält, ich wüsste nicht, was ich an dem Buch kritisieren könnte.

Man schlägt es wütend, ratlos, aber auch mit einem Stück Hoffnung zu - möge es die nächste Generation besser machen.
von Marie aus E. - 2026-03-15 13:23:00

Dieses Buch hat mich sofort gefesselt. Ich musste es einfach in 2 Nächten auslesen. Sooooo toll!!! - 5 Sterne

von Barbara Reitzer - 2026-03-04 13:19:40

Das Teufelsmoor - 5 Sterne



Rebekka Frank hat sich mit dem Roman, Spiegelland, wieder etwas besonderes einfallen lassen.
Diesmal führt sie uns ins Teufelsmoor.
Die Geschichte wird in der Zeitebenen erzählt. 1756 erfahren wir von der Armut der Gegend, vom Torf und von Moorleichen.
1999 lernen wir Catha und ihrer Tochter Kira kennen, die vor ihrem schlagenden Mann flieht.
2025 flieht der sechzehnjährige Elias zu seiner Gro0mutter Catha ins Moor.
Diese Zeiten wechseln sich immer wieder ab.
Catha hatte das Haus der Großmutter geerbt, die sie gar nicht kannte. Das Haus war mit vielen Bildern ausgestattet, die fast alle von der Großmutter stammten.
Da war da ein Wandteppich, der ein Rätsel barg.
Der Roman war außerordentlich spannend gestaltet.
Man erlebt allerdings körperliche Gewalt, die die Generationen begleitete. Die Schicksale dieser Personen fesselt ungemein.

Empfehlenswert.
von begine - 2026-02-25 14:22:00

Fesselnd - 5 Sterne

Der Roman „Spiegelland“ hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Er erzählt drei Geschichten: Elias hat einen folgenschweren Fehler begangen und verbringt den Sommer versteckt bei seiner Großmutter Catharina im Moor. Auf einer zweiten Zeitebene erfahren wir von Catharinas Vergangenheit. Vor 25 Jahren gelingt ihr die Flucht aus einer von Angst geprägten Ehe. Mit ihrer Tochter zieht sie in das alte Haus im Moor, einem Ort, der schon Jahrhunderte zuvor Zuflucht und Bedrohung zugleich war. Denn bereits Aletta versuchte dort vor über 200 Jahren, sich einer aufgezwungenen Ehe zu entziehen. Nach und nach wird klar, wie die verschiedenen Schicksale ineinandergreifen und sich über Generationen hinweg spiegeln.

Besonders gut gefallen hat mir, wie elegant die unterschiedlichen Zeitebenen miteinander verwoben sind. Sprachlich und inhaltlich sind sie miteinander verknüpft , ohne künstlich zu wirken. Viele Kapitel enden mit kleinen Cliffhangern, sodass ich ständig weiterlesen wollte. Gleichzeitig hatte der Roman eine große atmosphärische Dichte: Das Moor mit seiner Weite, seiner Stille und seiner Bedrohlichkeit ist eindrucksvoll beschrieben und wird fast zu einer eigenen Figur. Ohnehin mochte ich sowohl die Haupt- als auch die Nebenfiguren, die alle komplex und nicht klischeehaft waren. Neben der spannenden Handlung stellt der Roman wichtige Fragen: Wie geht eine Gesellschaft mit häuslicher Gewalt um? Wie entstehen Gewaltspiralen und wie lassen sie sich durchbrechen? Und vor allem: Wie erzieht man Söhne so, dass sie nicht in alte Muster zurückfallen?

Ich konnte vollkommen in die Geschichte eintauchen und darin versinken. Für mich war „Spiegelland“ atmosphärisch dicht, spannend erzählt und inhaltlich relevant. Definitiv nicht mein letzter Roman dieser Autorin! Klare Empfehlung!
von LeserinLu - 2026-02-24 14:56:00