Rezensionen
No Hard Feelings
Roman | Ehrlich, witzig, klug: Fleabag trifft Dolly Alderton
Autor: Genevieve Novak
Erschienen 2025 bei pola
ISBN 978-3-7596-0023-3
No hard feelings - 5 Sterne
Penny ist Mitte Zwanzig und bereit fürs richtige Leben. Ein Leben mit Traumjob, Traummann und toller Figur. Im Grunde genau so wie ihre Freundinnen. Sie muss es nur schaffen ihre Chefin zu beeindrucken und Max davon zu überzeugen, dass sie die Frau seines Lebens ist. Doch ihr Leben hat einen ganz eigenen Plan und stellt ihr immer wieder ein Bein. Zum Glück ist ihr Mitbewohner Leo immer genau dann da, um ihr wieder auf die Beine zu helfen. Penny ist eine Kämpferin, doch durch ihren Starrsinn, übersieht sie so manchen Wink, bis es dann fast zu spät ist.
Ein wundervolles, gemütliches Buch zum mit fiebern, lachen und nicht mehr aus der Hand geben wollen. Penny ist eine überaus tollpatschige aber liebenswerte Protagonistin, die man manchmal gerne selbst in den richtigen Weg schieben möchte.
Ein wundervolles, gemütliches Buch zum mit fiebern, lachen und nicht mehr aus der Hand geben wollen. Penny ist eine überaus tollpatschige aber liebenswerte Protagonistin, die man manchmal gerne selbst in den richtigen Weg schieben möchte.
von Laura Winter - 2025-05-30 14:07:35
Junges Erwachsenenleben in Melbourne - 3 Sterne
Penny ist 27 Jahre alt und lebt in Melbourne, Australien. Sie hat einen Job, den sie nicht wirklich mag und eine Teamleiterin, die ihr das Leben schwer macht. Und auch ihr Liebesleben ist alles andere als perfekt, da sie ihrem On-Off-Freund Max hinterherjagt. Pennys Freundinnen scheinen auch ein viel besseres Leben zu führen als sie: Annie ist karrieretechnisch erfolgreich und in einer neuen, glücklichen Beziehung und Bec und ihr Freund Evan haben sich verlobt. Bei allen scheint alles besser zu sein, nur eben bei Penny nicht.
Doch Penny sieht nicht, dass diese vergleichende Denkweise und das mangelnde Selbstwertgefühl ihr schaden: Max behandelt sie schlecht und trotzdem kehrt sie immer wieder zu ihm zurück; ihr Job gibt ihr nicht, was sie braucht; sie hat tolle Freundinnen, die für sie da sind und mit denen sie sich nicht vergleichen muss; und außerdem hat sie einen sehr fürsorglichen Mitbewohner, der ihr das gibt, was sie sich von Max wünschen würde.
Und doch flüchtet sie sich in Instagram Doomscrolls und Alkohol.
Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut und auf den ersten Seiten direkt gedacht "Oh nein!", denn jemanden wie Penny kenne ich auch im echten Leben. Ich denke manche Dinge, die Penny erlebt, hat jeder schonmal in irgendeiner Weise durchlebt und ich denke niemand schaut darauf mit Stolz zurück. Ich hätte Penny definitiv jünger eingeschätzt, da mich ihr Verhalten eher an Anfang Zwanzigjährige erinnert.
Und so kopfschüttelnd und genervt ich anfangs das Buch gelesen habe, wurde es zum Ende hin besser. Penny hat eine gewisse Entwicklung gemacht, ist zur Therapie gegangen und hat ihren Selbstwert gefunden.
Jedoch wurden Themen wie exzessiver Alkoholkonsum nicht kritisch genug durchleuchtet und die Tatsache, dass man auch als Singlefrau glücklich und zufrieden sein kann, wurde nicht mit einbezogen. Für junge Frauen könnte es daher eine falsche Message senden.
Alles in Allem war es aber ein Buch, das ich ganz gerne gelesen habe, wahrscheinlich aber 10 Jahre zu spät, und daher nicht ganz der Zielgruppe entspreche. Daher gebe ich 3,5 Sterne.
Doch Penny sieht nicht, dass diese vergleichende Denkweise und das mangelnde Selbstwertgefühl ihr schaden: Max behandelt sie schlecht und trotzdem kehrt sie immer wieder zu ihm zurück; ihr Job gibt ihr nicht, was sie braucht; sie hat tolle Freundinnen, die für sie da sind und mit denen sie sich nicht vergleichen muss; und außerdem hat sie einen sehr fürsorglichen Mitbewohner, der ihr das gibt, was sie sich von Max wünschen würde.
Und doch flüchtet sie sich in Instagram Doomscrolls und Alkohol.
Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut und auf den ersten Seiten direkt gedacht "Oh nein!", denn jemanden wie Penny kenne ich auch im echten Leben. Ich denke manche Dinge, die Penny erlebt, hat jeder schonmal in irgendeiner Weise durchlebt und ich denke niemand schaut darauf mit Stolz zurück. Ich hätte Penny definitiv jünger eingeschätzt, da mich ihr Verhalten eher an Anfang Zwanzigjährige erinnert.
Und so kopfschüttelnd und genervt ich anfangs das Buch gelesen habe, wurde es zum Ende hin besser. Penny hat eine gewisse Entwicklung gemacht, ist zur Therapie gegangen und hat ihren Selbstwert gefunden.
Jedoch wurden Themen wie exzessiver Alkoholkonsum nicht kritisch genug durchleuchtet und die Tatsache, dass man auch als Singlefrau glücklich und zufrieden sein kann, wurde nicht mit einbezogen. Für junge Frauen könnte es daher eine falsche Message senden.
Alles in Allem war es aber ein Buch, das ich ganz gerne gelesen habe, wahrscheinlich aber 10 Jahre zu spät, und daher nicht ganz der Zielgruppe entspreche. Daher gebe ich 3,5 Sterne.
von rosetheline - 2025-05-27 20:34:00
Ein Hoch auf Therapieerfolge - 4 Sterne
Penny hat Probleme. Probleme im Job, Probleme mit ihrem Freund und Probleme mit ihrem Körper. Bei allen anderen scheint einfach alles in Ordnung zu sein. Ihre Freunde haben tolle Beziehungen und tolle Jobs oder zumindest einfach keine Probleme mit sich. Aber Penny nimmt sich fest vor, dass alles besser wird. In ihrem Job, bei dem sie nicht leidenschaftlich dabei ist, wird sie bestimmt eine Beförderung kriegen und ihr Freund, der sie eigentlich ausschließlich zum Sex einlädt, wird ihr auch bald zu Füßen liegen. Das weiß sie genau. Also bestimmt.
Das Buch zeigt einen sehr faszinierenden und meiner Erfahrung nach sehr realistischen Blick auf psychische Krankheiten. Man sieht Pennys Ängste, Gedankenspiralen und Selbstzweifel ganz genau. Auch wenn ich persönlich nicht ganz so selbstzerstörerisch bin, fand ich es sehr nachvollziehbar. Das Buch setzt sich sehr ehrlich und ungeschönt mit dem Thema auseinander. Was zwischendurch auch teilweise frustrierend ist, da Penny gefühlt immer wieder die gleichen Fehler macht. Letztendlich können wir aber ihre Therapieerfolge sehen, was sehr befriedigend ist. Dabei finde ich es auch schön, wie realitätsnah das Ganze ist. Penny wird nämlich nicht durch die Liebe erlöst und sie hat auch nicht eine plötzliche Eingebung, weswegen ihr ihr Leben plötzlich ganz leicht von der Hand geht. Stattdessen sieht man, dass es ein langer Prozess ist mit Rückschlägen, der sich aber langfristig einfach lohnt.
Das Buch ist sehr empfehlenswert für Leute, die psychische Ängste haben und sich einfach mal gesehen fühlen wollen und sonst natürlich auch für alle, die das vielleicht nicht so kennen, aber gerne etwas mehr nachvollziehen würden.
Das Buch zeigt einen sehr faszinierenden und meiner Erfahrung nach sehr realistischen Blick auf psychische Krankheiten. Man sieht Pennys Ängste, Gedankenspiralen und Selbstzweifel ganz genau. Auch wenn ich persönlich nicht ganz so selbstzerstörerisch bin, fand ich es sehr nachvollziehbar. Das Buch setzt sich sehr ehrlich und ungeschönt mit dem Thema auseinander. Was zwischendurch auch teilweise frustrierend ist, da Penny gefühlt immer wieder die gleichen Fehler macht. Letztendlich können wir aber ihre Therapieerfolge sehen, was sehr befriedigend ist. Dabei finde ich es auch schön, wie realitätsnah das Ganze ist. Penny wird nämlich nicht durch die Liebe erlöst und sie hat auch nicht eine plötzliche Eingebung, weswegen ihr ihr Leben plötzlich ganz leicht von der Hand geht. Stattdessen sieht man, dass es ein langer Prozess ist mit Rückschlägen, der sich aber langfristig einfach lohnt.
Das Buch ist sehr empfehlenswert für Leute, die psychische Ängste haben und sich einfach mal gesehen fühlen wollen und sonst natürlich auch für alle, die das vielleicht nicht so kennen, aber gerne etwas mehr nachvollziehen würden.
von _Le4_ - 2025-05-17 19:36:00
Zwischen Selbstzweifel und Selbsterkenntnis - 4 Sterne
Penny steckt irgendwie im Leben fest, während ihre Freundinnen ihr Leben scheinbar im Griff haben, hängt sie in einer On-Off Beziehung und einer tyrannischen Chefin fest und versucht ihre Panikattacken mit Instagram und Alkohol zu betäuben.
Das Buch schildert eindrucksvoll, teilweise humorvoll teilweise ernst das Drama von dauerndem Social Media Konsum und einer belastenden Arbeitssituation.
Die Protagonistin Penny wird gut beschrieben, wurde für mich im Laufe der Schilderung jedoch immer anstrengender. Vermutlich bin ich von der Zielgruppe, zwischen 20 und 30 zu weit entfrent obwohl das Buch für alle Altersgruppen wichtige Erkenntnisse liefert.
Penny steckt voller Selbstzweifel und vermutet hinter jeder Begegnung mit ihren Kolleginnen in der Werbeagentur und der tyrannischen Chefin etwas negatives. Man wünscht sich sehr, dass Penny bei der Therapie neuen Mut fasst.
Das Buch schildert eindrucksvoll, teilweise humorvoll teilweise ernst das Drama von dauerndem Social Media Konsum und einer belastenden Arbeitssituation.
Die Protagonistin Penny wird gut beschrieben, wurde für mich im Laufe der Schilderung jedoch immer anstrengender. Vermutlich bin ich von der Zielgruppe, zwischen 20 und 30 zu weit entfrent obwohl das Buch für alle Altersgruppen wichtige Erkenntnisse liefert.
Penny steckt voller Selbstzweifel und vermutet hinter jeder Begegnung mit ihren Kolleginnen in der Werbeagentur und der tyrannischen Chefin etwas negatives. Man wünscht sich sehr, dass Penny bei der Therapie neuen Mut fasst.
von Ecinev - 2025-05-11 17:20:00
Penny - 4 Sterne
No Hard Feelings von Genevieve Novak ist ein Buch über eine junge Frau, die sich im Laufe des Buches selbst findet, für ihre Gefühle einsteht und ihre eigenen Bedürfnisse an erste Stelle setzt.
Penny ist der Zeit zwischen 20 und 30. Im Moment läuft alles nicht so wie sie will, sie hat eine On-Off-Beziehung mit Max, die sie eigentlich gerne verfestigen möchte, einen Job den sie hasst und Freunde die sie liebt, die aber in einem ganz anderen Lebensabschnitt sind. Doch wenn sie ganz tief in sich hineinhorcht, was will eigentlich sie, wer möchte sie sein?
Am Anfang der Geschichte ist mir Pennys vieles Gemecker sehr auf die Nerven gegangen, aber umso schöner fand ich zu sehen wie sie sich weiterentwickelt und im Leben ankommt, einfach lebt und sich nicht fragt was in 10 Jahren ist.
Tolle Geschichte mit Humor und Themen die uns auch immer wieder begegnen. Schön für zwischendurch und mal was anderes. Von mir 4 Sterne.
Vielen Dank an Genevieve Novak und den Bastei Lübbe Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars über NetGalley. Die geäußerte Meinung ist meine eigene.
Penny ist der Zeit zwischen 20 und 30. Im Moment läuft alles nicht so wie sie will, sie hat eine On-Off-Beziehung mit Max, die sie eigentlich gerne verfestigen möchte, einen Job den sie hasst und Freunde die sie liebt, die aber in einem ganz anderen Lebensabschnitt sind. Doch wenn sie ganz tief in sich hineinhorcht, was will eigentlich sie, wer möchte sie sein?
Am Anfang der Geschichte ist mir Pennys vieles Gemecker sehr auf die Nerven gegangen, aber umso schöner fand ich zu sehen wie sie sich weiterentwickelt und im Leben ankommt, einfach lebt und sich nicht fragt was in 10 Jahren ist.
Tolle Geschichte mit Humor und Themen die uns auch immer wieder begegnen. Schön für zwischendurch und mal was anderes. Von mir 4 Sterne.
Vielen Dank an Genevieve Novak und den Bastei Lübbe Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars über NetGalley. Die geäußerte Meinung ist meine eigene.
von Chrissi - 2025-03-30 19:26:00
Über die Selbstfindung - 5 Sterne
No Hard Feelings von Genevieve Novak ist ein Roman, der mir sehr aus der Seele spricht. Wie die Protagonisten Penny lebe ich in meinen Zwanzigern. Eine Zeit im Leben, die so viele Veränderungen mit sich bringt, aber in der man auch das Gefühl hat festzustecken und nicht mehr Voran zu kommen. Währenddessen betrachtet man als stummer Beobachter die Menschen in seinem Umfeld und beschließt aus dieser Stummheit auszubrechen und zu sich selbst zu finden. Novak hat mit Penny eine wunderbare Protagonistin geschaffen, die diese herausfordernde Zeit im Leben stemmen möchte. Und mit all ihrer Kraft dafür kämpft. Mir hat das Buch wirklich gut gefallen, der Schreibstil war in den Bann ziehend, sodass die Seiten verflogen, bis schon das Ende erreicht war. Die Charaktere waren echt, nahbar und verletzlich und ich habe mit Penny auf jeder Seite mitgefühlt. Und natürlich auch das Cover gefällt mir sehr gut, hier wurde tolle Arbeit geleistet.
No Hard Feelings ist ein Buch, dass ich jeder Person in den Zwanzigern empfehlen kann, aber auch darüber hinaus.
No Hard Feelings ist ein Buch, dass ich jeder Person in den Zwanzigern empfehlen kann, aber auch darüber hinaus.
von Schkob - 2025-03-26 08:43:00
die Unkalkulierbarkeit des Lebens - 3 Sterne
Ich hab mich bzw. meine Altersgruppe direkt in der Buchbeschreibung wiedergefunden und lese aktuell total gerne Romane über Frauenfreundschaften, die im Stile von Sex and the City den Alltag, das Leben allgemein und sich verändernde Lebensmodelle und Beziehungsgefüge von Frauen Ende Zwanzig/Anfang Dreißig betrachten. Vielleicht hat mich das Buch ein bisschen auf dem falschen Fuß erwischt, aber mir hat hier ein bisschen die Leichtigkeit und auch positive Bestärkung gefehlt, die ich mir bei solchen Büchern immer erhoffe. Dass heißt nicht, dass ich nicht auch ernste Themen und Tiefgründigkeit zu schätzen weiß, aber dieses Buch habe ich teilweise einfach als anstrengend empfunden.
Die generelle Auswahl an Themen rund um Job, sich verändernde Freundschaften, Dating und Toxic Relationships fand ich eigentlich super gewählt und das Buch deckt da auch super viel ab. Auch die drei Freundinnen fand ich grundsätzlich gut gewählt und ich habe ein bisschen von mir auch in jeder von ihnen wiedergefunden.
Aber ich finde auch, dass Frauenfreundschaften und generell jegliche Beziehungen zwischen Frauen hier über weite Strecken einen sehr negativen Touch bekommen haben. Ich fand das Verhalten von Penny und ihren Freundinnen beim Lesen teilweise super anstrengend. Ich sag nicht, dass es nicht auch mal so sein kann, aber wo ist das Empowerment und der Zusammenhalt, die wir eigentlich so sehr brauchen und die ich eigentlich viel lieber lesen würde.
Penny ist Wrack, ganz ehrlich. Das tat ja stellenweise richtig weh ihr dabei zuzusehen, wie sie von einer Katastrophe in die nächste steuert. Das ist für mich schon nicht mehr liebenswert. Ich seh den Unterhaltungswert, den diese Geschichte haben könnte und für viele bestimmt auch hat, aber mich hats stellenweise einfach richtig aufgeregt. Und wahrscheinlich macht genau das das Buch auch so gut, dass es diese Reibungspunkte gibt, in denen man sich vielleicht sogar selbst wiedererkennt, auch wenn man es nicht zugeben will.
Schwanke sehr zwischen "finds sehr genial" und "hat mich sehr genervt". Trifft beides zu, macht den Gesamteindruck aber auch irgendwie schwer erklärbar.
Die generelle Auswahl an Themen rund um Job, sich verändernde Freundschaften, Dating und Toxic Relationships fand ich eigentlich super gewählt und das Buch deckt da auch super viel ab. Auch die drei Freundinnen fand ich grundsätzlich gut gewählt und ich habe ein bisschen von mir auch in jeder von ihnen wiedergefunden.
Aber ich finde auch, dass Frauenfreundschaften und generell jegliche Beziehungen zwischen Frauen hier über weite Strecken einen sehr negativen Touch bekommen haben. Ich fand das Verhalten von Penny und ihren Freundinnen beim Lesen teilweise super anstrengend. Ich sag nicht, dass es nicht auch mal so sein kann, aber wo ist das Empowerment und der Zusammenhalt, die wir eigentlich so sehr brauchen und die ich eigentlich viel lieber lesen würde.
Penny ist Wrack, ganz ehrlich. Das tat ja stellenweise richtig weh ihr dabei zuzusehen, wie sie von einer Katastrophe in die nächste steuert. Das ist für mich schon nicht mehr liebenswert. Ich seh den Unterhaltungswert, den diese Geschichte haben könnte und für viele bestimmt auch hat, aber mich hats stellenweise einfach richtig aufgeregt. Und wahrscheinlich macht genau das das Buch auch so gut, dass es diese Reibungspunkte gibt, in denen man sich vielleicht sogar selbst wiedererkennt, auch wenn man es nicht zugeben will.
Schwanke sehr zwischen "finds sehr genial" und "hat mich sehr genervt". Trifft beides zu, macht den Gesamteindruck aber auch irgendwie schwer erklärbar.
von Lies_ein_Buch - 2025-03-23 17:41:00
No Hard Feelings - 5 Sterne
Ich wünschte, ich hätte dieses Buch bereits in meinen 20ern lesen können! Genevieve Novak erzählt uns von Penelope, die von allen Penny genannt wird, und deren liebste Sportart Selbstkritik ist. Für alle scheint es gut zu laufen – glückliche Beziehung, anstehende Beförderung oder überzeugter Single, sie alle genießen das Leben und finden sich zurecht. Alle außer Penny.
„Das ist aus meinem Leben geworden. Mitten am Tag sitze ich mit einem Karton voller Mist weinend in einem Auto, das ich mir nicht leisten kann, auf dem Weg zu einem Ort, an dem ich nicht sein sollte. Was ist passiert, und wie bin ich hier gelandet?“
Mit viel Empathie erzählt die Autorin von einer Frau, die in einer Art Quarterlife-Crisis steckt und sich selbst als gescheitert empfindet. Sie möchte etwas daran ändern, aber das gestaltet sich ja noch schwieriger als vorher gedacht… Das Gefühl kennen sicherlich viele – scheinbar befinden sich alle anderen auf der Überholspur, nur wir selbst bewegen uns kaum ein Stück. Gemeinsam mit Penny lernen wir, dass Perfektion nicht existiert (und auch nicht erstrebenswert wäre) und die Umwege oft nötig sind, damit wir vorankommen. Ein Buch voller kluger, pointierter Sätze und einer besonderes Geschichte!
„Das ist aus meinem Leben geworden. Mitten am Tag sitze ich mit einem Karton voller Mist weinend in einem Auto, das ich mir nicht leisten kann, auf dem Weg zu einem Ort, an dem ich nicht sein sollte. Was ist passiert, und wie bin ich hier gelandet?“
Mit viel Empathie erzählt die Autorin von einer Frau, die in einer Art Quarterlife-Crisis steckt und sich selbst als gescheitert empfindet. Sie möchte etwas daran ändern, aber das gestaltet sich ja noch schwieriger als vorher gedacht… Das Gefühl kennen sicherlich viele – scheinbar befinden sich alle anderen auf der Überholspur, nur wir selbst bewegen uns kaum ein Stück. Gemeinsam mit Penny lernen wir, dass Perfektion nicht existiert (und auch nicht erstrebenswert wäre) und die Umwege oft nötig sind, damit wir vorankommen. Ein Buch voller kluger, pointierter Sätze und einer besonderes Geschichte!
von Verena Gruber aus der Tyrolia-Filiale in Innsbruck - 2025-03-12 15:05:51
Pennys Selbstfindung-Geschichte - 3 Sterne
Die fast 27-jährige Penny ist unglücklich mit ihrem Leben. Sie scheut Verantwortung, arbeitet in einem Job, den sie nicht mag und fühlt sich als Versagerin. Sie ist emotional abhängig von ihrem On-Off-Freund Max und knüpft zu viele Bedingungen an das eigene Glück, das sie sich verwehrt, während sie neidisch auf das Leben ihrer Freundinnen schaut. Einzig ihr Mitbewohner Leo mag sie wie sie ist, trotzdem löst die Angst vor einem einsamen Leben Resignation und Erschöpfung in ihr aus, bis sie es satt hat.
Erzählt wird der Roman ausschließlich aus der Ich-Perspektive von Penny und von Außen sieht man klare Lösungsansätze für ihre Probleme. Alles scheint vorhersehbar und wenig spektakulär. Doch Penny selbst steckt fest und sieht all das nicht. Hier steckt viel Identifikationspotenzial, denn jedem begegnen Themen wie Selbstwert, Selbstmitgefühl, Verzeihen lernen und das Erwachsenwerden. Dadurch wirkt die Handlung realistisch und man ist Penny stets ganz nah. Durch die Gespräche mit der Psychotherapeutin, bei der Penny wegen ihrer Panikattacken ist, bekommt der Roman mehr Tiefe, weil sie durch Selbstreflexion einen liebevollen Blickwinkel auf sich erhält und so die Möglichkeit zur Weiterentwicklung wahrnimmt. Das war für mich die treibende Kraft weiterzulesen. Allerdings fand ich es schade, dass Penny über die meiste Strecke in ihren obsessiven Denkweisen gefangen bleibt. Besonders vermisst habe ich es aber, zum Schmunzeln gebracht oder überrascht zu werden. Botschaft und Ende haben mir gut gefallen, aber schlussendlich fand ich es nicht so unterhaltsam wie erhofft.
Erzählt wird der Roman ausschließlich aus der Ich-Perspektive von Penny und von Außen sieht man klare Lösungsansätze für ihre Probleme. Alles scheint vorhersehbar und wenig spektakulär. Doch Penny selbst steckt fest und sieht all das nicht. Hier steckt viel Identifikationspotenzial, denn jedem begegnen Themen wie Selbstwert, Selbstmitgefühl, Verzeihen lernen und das Erwachsenwerden. Dadurch wirkt die Handlung realistisch und man ist Penny stets ganz nah. Durch die Gespräche mit der Psychotherapeutin, bei der Penny wegen ihrer Panikattacken ist, bekommt der Roman mehr Tiefe, weil sie durch Selbstreflexion einen liebevollen Blickwinkel auf sich erhält und so die Möglichkeit zur Weiterentwicklung wahrnimmt. Das war für mich die treibende Kraft weiterzulesen. Allerdings fand ich es schade, dass Penny über die meiste Strecke in ihren obsessiven Denkweisen gefangen bleibt. Besonders vermisst habe ich es aber, zum Schmunzeln gebracht oder überrascht zu werden. Botschaft und Ende haben mir gut gefallen, aber schlussendlich fand ich es nicht so unterhaltsam wie erhofft.
von La Calavera Catrina - 2025-03-11 14:50:00
Authentisches Porträt einer Mittzwanzigerin - mit ein paar Schwächen - 4 Sterne
Grundlegende Message des Buches: Leben und Dating sind anstrengend. Bin ich froh, dass das zumindest letzteres lange keine Rolle mehr in meinem Leben gespielt hat. Das mit dem Leben kann ich aber noch immer nachfühlen.
Die Lektüre von „No Hard Feelings“ hatte für mich durchaus ihre Tücken, weil die Selbstzweifel und übersteigerte eigene Abwertung der Protagonistin mir und wohl generell vielen weiblich sozialisierten Menschen bekannt sind. That hit home und war besonders in der ersten Hälfte echt herausfordernd.
Penny hängt in einer toxischen Beziehung mit Max fest, der nicht wirklich etwas Festes will, was sie wiederum aber auch nicht akzeptieren kann. Das ganze Hin und Her zieht sich für mich fast einen Ticken zu lang und wird erst recht spät aufgelöst. Nebenher kommt sie in ihrem Job nicht weiter, wobei auch hier fraglich ist, ob sie das überhaupt möchte. Und spielt sie im Leben ihrer Freundinnen eigentlich überhaupt noch eine Rolle oder entwickeln die sich ohne sie weiter? Zweifel über Zweifel und Penny dreht sich dadurch ziemlich lange um sich selbst, was zwar chaotisch-unterhaltsam, aber auch anstrengend war. Außerdem bedient der Roman einige Stereotype: die zickig-überdrehte Bride-to-be, die extrem karriereorientierte Anwältin oder die tyrannisch-kompetitive Chefin. Auf diese etwas platten Rollen hätte ich lieber verzichtet, zumal ich die Bücher des Verlags vor allem für ihre Progressivität schätze.
Auch das Thema mentale Gesundheit kam mir persönlich etwas zu kurz. Penny befindet sich aufgrund ihrer Depression zwar in Therapie, beendet die Stunde aber voller Frust und mit dem Vorhaben, nie wieder zu kommen. Angeblich hatte sie auch früher schon Therapiesitzungen, was ich aufgrund ihres Verhaltens etwas unglaubwürdig finde. Das meine ich nicht in dem Sinne, dass irgendwer mit psychischen Erkrankungen sich nach einem bestimmten Schema verhalten muss. Aber doch passte es hier für mich nicht ganz und machte Pennys Kreisen um sich selbst streckenweise erdrückend.
Trotz der Kritik habe ich das Buch aber dank des lockeren, humorvollen Schreibstils flüssig lesen können und wurde im letzten Viertel dann auch mit dem Tiefgang belohnt, den ich erwartet hatte. Hier wird auf wenig pathetische Art herausgearbeitet, dass ein Mensch sich nur selbst befreien kann, indem Verantwortung übernommen wird - für das eigene Handeln sowie das Leben im Allgemeinen. Die Lovestory am Rand hätte es für mich persönlich auch nicht gebraucht, zumal es ja eigentlich gerade darum gehen sollte, dass Beziehungen niemensch retten können, aber davon abgesehen finde ich sie sweet geschrieben.
Ein gut lesbares Buch mit ansprechender Alltagskomik, bei dem es mir streckenweise aber leider an Tiefe fehlte, obwohl viel Potenzial da ist. Bestimmt finden sich Menschen Anfang/Mitte Zwanzig in Penny wieder, sodass ihre Struggle auch richtig wohltuend sein können. Für mein ganz persönliches Empfinden hat der Verlag aber deutlich vielschichtigere Bücher im Programm, die für mich echte Highlights waren. Hier vergebe ich trotzdem wohlmeinende 4 Sterne.
Penny hängt in einer toxischen Beziehung mit Max fest, der nicht wirklich etwas Festes will, was sie wiederum aber auch nicht akzeptieren kann. Das ganze Hin und Her zieht sich für mich fast einen Ticken zu lang und wird erst recht spät aufgelöst. Nebenher kommt sie in ihrem Job nicht weiter, wobei auch hier fraglich ist, ob sie das überhaupt möchte. Und spielt sie im Leben ihrer Freundinnen eigentlich überhaupt noch eine Rolle oder entwickeln die sich ohne sie weiter? Zweifel über Zweifel und Penny dreht sich dadurch ziemlich lange um sich selbst, was zwar chaotisch-unterhaltsam, aber auch anstrengend war. Außerdem bedient der Roman einige Stereotype: die zickig-überdrehte Bride-to-be, die extrem karriereorientierte Anwältin oder die tyrannisch-kompetitive Chefin. Auf diese etwas platten Rollen hätte ich lieber verzichtet, zumal ich die Bücher des Verlags vor allem für ihre Progressivität schätze.
Auch das Thema mentale Gesundheit kam mir persönlich etwas zu kurz. Penny befindet sich aufgrund ihrer Depression zwar in Therapie, beendet die Stunde aber voller Frust und mit dem Vorhaben, nie wieder zu kommen. Angeblich hatte sie auch früher schon Therapiesitzungen, was ich aufgrund ihres Verhaltens etwas unglaubwürdig finde. Das meine ich nicht in dem Sinne, dass irgendwer mit psychischen Erkrankungen sich nach einem bestimmten Schema verhalten muss. Aber doch passte es hier für mich nicht ganz und machte Pennys Kreisen um sich selbst streckenweise erdrückend.
Trotz der Kritik habe ich das Buch aber dank des lockeren, humorvollen Schreibstils flüssig lesen können und wurde im letzten Viertel dann auch mit dem Tiefgang belohnt, den ich erwartet hatte. Hier wird auf wenig pathetische Art herausgearbeitet, dass ein Mensch sich nur selbst befreien kann, indem Verantwortung übernommen wird - für das eigene Handeln sowie das Leben im Allgemeinen. Die Lovestory am Rand hätte es für mich persönlich auch nicht gebraucht, zumal es ja eigentlich gerade darum gehen sollte, dass Beziehungen niemensch retten können, aber davon abgesehen finde ich sie sweet geschrieben.
Ein gut lesbares Buch mit ansprechender Alltagskomik, bei dem es mir streckenweise aber leider an Tiefe fehlte, obwohl viel Potenzial da ist. Bestimmt finden sich Menschen Anfang/Mitte Zwanzig in Penny wieder, sodass ihre Struggle auch richtig wohltuend sein können. Für mein ganz persönliches Empfinden hat der Verlag aber deutlich vielschichtigere Bücher im Programm, die für mich echte Highlights waren. Hier vergebe ich trotzdem wohlmeinende 4 Sterne.
von nessabo - 2025-03-07 18:15:00


